Lebendiges Erbe im Schatten des Doms
Internationaler Museumstag in Bamberg
Am kommenden Sonntag, dem 17. Mai, findet in diesem Jahr der Internationale Museumstag statt. Museen auf der ganzen Welt nutzen diesen Tag, um mit besonderen Führungen, Rahmenprogrammen und speziellen Angeboten auf ihre Arbeit und ihre Bestände aufmerksam zu machen. So auch in Bamberg.
Museen sind Orte des Erinnerns und Entdeckens. Sie bewahren das kulturelle Erbe der Menschheit und präsentieren es der Öffentlichkeit in kuratierter Form. Doch Museen sind heute mehr als nur Räume, in denen jahrtausendealte Artefakte lagern. Die einstigen stillen Schatzkammern sind zu Orten der Begegnung, der Reflexion und des Lernens geworden. Sie sind Orte, an denen man durch den Dialog mit der Geschichte die eigene Identität erkennen und entwickeln kann. Mit ihren Ausstellungen, Bildungsangeboten und innovativen Projekten wollen Museen nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch Neugier wecken und gesellschaftlich relevante Themen ansprechen. So werden Museen zu lebendigen Räumen. Ein besonders lohnender Termin für den nächsten Museumsbesuch ist in diesem Jahr der 17. Mai, denn dann findet der Internationale Museumstag statt.
Die Arbeit und Leistungen der Museen würdigen
Seit seiner Einführung im Jahr 1978 durch den Internationalen Museumsrat ICOM macht der Museumstag auf die Bedeutung von Museen als Orte der kulturellen Begegnung aufmerksam. Ziel ist es, den Zugang zu Kunst, Kultur, Geschichte und Wissenschaft zu erleichtern, Hemmschwellen abzubauen und das Bewusstsein dafür zu stärken, welche Leistungen Museen in der Gegenwart erbringen. Der Eintritt ist daher in den meisten Museen an diesem Tag frei. Gleichzeitig soll der Tag den Dialog über aktuelle gesellschaftliche Themen anregen und durch Sonderaktionen, Führungen oder Workshops neue Besuchergruppen ins Museum locken. Das Motto des diesjährigen Tags, „Museums uniting a divided world” (Museen vereinen eine geteilte Welt), soll darauf aufmerksam machen, wie wichtig ein weltweiter gerechter Zugang zu Kultur, eine offene und inklusive Gesellschaft sowie eine Zusammenarbeit über institutionelle und nationale Grenzen hinweg sind.
Auch die Bamberger Museen begehen diesen Tag und laden am 17. Mai auf den Domberg ein. Neben freiem Eintritt wird auch ein spezielles Rahmenprogramm angeboten. Hier einige lohnende Ziele.
Die Ausstellung „Mauern der Macht: Die Alte Hofhaltung in Bamberg“
Inmitten der Weltkulturerbestadt Bamberg steht die Alte Hofhaltung. Sie ist ein Ort, an dem sich die Geschichte, die Autoritäten und die Architektur vergangener Jahrhunderte verdichten. Beschäftigt man sich ein wenig mit der Geschichte des Bauwerks, so wird deutlich, dass es ein eindrucksvolles Denkmal der Bamberger -, aber auch der europäischen Geschichte ist.
Mit der Ausstellung „Mauern der Macht: Die Alte Hofhaltung in Bamberg“, die bereits am 27. März 2026 eröffnet wurde und bis zum 1. November zu sehen ist, nimmt sich das historische Ensemble selbst zum Thema. Als Sitz des Kaisers und der Bamberger Bischöfe war die Hofhaltung einst ein mächtiges Symbol kirchlicher und weltlicher Autoritäten. Die Gebäude und Mauern tragen dieses Erbe bis heute in sich, da jede Epoche ihre baulichen Spuren hinterlassen hat.
Von der Burganlage zum Museum
Die Ursprünge der Hofhaltung liegen in einer frühmittelalterlichen Burganlage, die später von Kaiser Heinrich II. zu einer Kaiserpfalz ausgebaut wurde. Mit der Gründung des Bamberger Bistums im Jahr 1007 wurde die Anlage Sitz der Bischöfe und somit erste Residenz der Fürstbischöfe. Im Mittelalter wurde die Hofhaltung mehrfach erweitert und umgestaltet. So entstand ein geschlossener Hof, der die Wohn- und Wirtschaftsbereiche des Bischofs und des Domkapitels umfasste. Ihr heutiges Aussehen erhielt sie im 16. Jahrhundert. Mit der Schönen Pforte und dem Renaissance-Palas wurde die Hofhaltung für repräsentative Zwecke umgestaltet. Nach dem Umzug der Bischöfe in die Neue Residenz diente sie als Bibliothek und Verwaltungssitz. Seit 1938 beherbergt sie das Historische Museum.
Die Ausstellung „Mauern der Macht: Die Alte Hofhaltung in Bamberg“ gibt den Besucherinnen und Besuchern einen Einblick in die über tausendjährige Geschichte dieses Ortes. Thematisiert werden nicht nur das Leben der Mächtigen mit ihren Fehden, Konflikten, Kriegen und Feierlichkeiten, sondern auch das Leben der einfachen Leute wie Handwerker, Baumeister und Bedienstete, die ebenfalls hier lebten und arbeiteten.
Neben dem großen Ganzen werden auch Einzelschicksale, die mit der Hofhaltung verknüpft sind, beleuchtet. Zu nennen ist hier beispielsweise die Ermordung König Philipps von Schwaben im Jahr 1208, die sich im Pallas der Hofhaltung zutrug. Auch Georg Haas fand dort seinen Tod. Im Zuge der Hexenprozesse wurde der damalige Kanzler des Hochstifts in der Alten Hofhaltung hingerichtet. Auch die jüngere Geschichte wird beleuchtet, beispielsweise die Nutzung der Hofhaltung als Touristenziel, archäologische Ausgrabungsstätte und kultureller Veranstaltungsort, etwa für die jährlich stattfindenden Calderón-Festspiele.
Die bauliche Entwicklung nachvollziehen
Das Team des Historischen Museums Bamberg hat zahlreiche Objekte aus den Sammlungen der Museen der Stadt Bamberg zusammengetragen und eine interessante Ausstellung rund um ihr Museumsgebäude kuratiert. Zu sehen gibt es historische Darstellungen, interessante Dokumente aus den unterschiedlichen Epochen, sowie 3D-Modelle und Medienstationen, die die Entwicklung der Alten Hofhaltung nachvollziehbar machen. Ergänzt wird die Ausstellung durch interaktive Erlebnisstationen und ein vielseitiges Rahmenprogramm zum Internationalen Museumstag am 17. Mai.
Zeitgleich mit der Ausstellungseröffnung von „Mauern der Macht: Die Alte Hofhaltung in Bamberg“ am 27. März wurden auch die ständigen Ausstellungen des Historischen Museums aus dem Winterschlaf erweckt und dem Publikum zugänglich gemacht. „Jüdisches in Bamberg“, der „Bilderspaziergang“ durch die Gemäldegalerie im Historischen Museum und „Eine neue Zeit bricht an“ über das Bamberger Bürgertum sind die Klassiker der Bamberger Museumslandschaft und immer wieder einen Besuch wert.
Anlässlich des E.T.A.-Hoffmann-Jubiläumsjahres lädt der „E.T.A.-Hoffmann-Tanzsaal“ im Historischen Museum zur Entdeckung seiner phantastischen Welt ein. Seit dem 29. April präsentieren die Preisträger des Berganza-Preises des Bamberger Kunstvereins ihre zum Thema passenden Werke. Die Ausstellung wird durch eine hoffmanneske Veranstaltungsreihe mit Lesungen, Vorträgen und Workshops ergänzt, die die Vielschichtigkeit des Künstlers zeigen.
Alle Ausstellungen im Historischen Museum Bamberg sind bis zum 1. November 2026 zu sehen.
Staatsbibliothek Bamberg: „Vergessene Kunst in Bamberg: Alexej Borutscheff“
Gleich nebenan in der Staatsbibliothek Bamberg widmet sich die Ausstellung „Vergessene Kunst in Bamberg: Alexej Borutscheff” einem moderneren Künstler. Er war, wie E.T.A. Hoffmann, kein gebürtiger Bamberger, hat aber, wie Hoffmann, die Bamberger Kunstszene entscheidend geprägt.
Alexej Archipowitsch Borutscheff wurde 1911 in Russland geboren. In den 1930er Jahren studierte er Architektur und Kunst in Moskau. Während des Zweiten Weltkriegs geriet er als Offizier der Roten Armee in deutsche Kriegsgefangenschaft und kam 1945 nach Bamberg, wo er bis zu seinem Tod im Jahr 1994 lebte.
„Fragiles Erbe – bleibendes Licht“: Museumstag im Diözesanmuseum
Im Diözesanmuseum nebenan widmet man sich mit der am 16. Mai eröffnenden Ausstellung „Fragiles Erbe – bleibendes Licht“ dem Bamberger Andreasfenster. Im Zuge der Restaurierung der Andreaskapelle im Bamberger Dom wurde das Glasfenster untersucht und konserviert, um seine historische Bemalung zu sichern. Das Fenster ist das einzige erhaltene, mittelalterliche Buntglasfenster im Dombestand und stammt aus dem frühen 15. Jahrhundert. Am Internationalen Museumstag haben Besucher die Möglichkeit, live bei der Restaurierung dieses Kulturschatzes dabei zu sein und den Experten bei der Arbeit zuzusehen. Zudem sind eine interaktive Station für Kinder und Vorträge über mittelalterliche Glasproduktion geplant. Das Museumscafé wird ebenfalls geöffnet sein.
Bumiller Collection /Universitätsmuseum für Islamische Kunst
Auch die Bumiller Collection /Universitätsmuseum für Islamische Kunst beteiligt sich mit einem Programm am Internationalen Museumstag. Die Bumiller Collection zählt zu den bedeutendsten Sammlungen frühislamischer Kunst.
Sie stammt aus den Erwerbungen des Sammlers Manfred Bumiller und ist heute im Universitätsmuseum für Islamische Kunst in der Austraße in der Bamberger Inselstadt beheimatet. Am Museumstag findet um 10:30 Uhr eine Führung durch die Sammlung statt. Zu sehen gibt es Keramiken, Glas, Schriftstücke und Elfenbeinobjekte aus den Kulturen entlang der Seidenstraße. Um 14 Uhr wird Rolf-Bernhard Essig in den Museumsräumlichkeiten einen gewohnt kurzweiligen Vortrag mit dem Titel „Die fliegende Ziege und ein Esslöffel Öl” halten.
Viel geboten am Dom
Zum Internationalen Museumstag wird in Bamberg viel geboten. Die Teams der Bamberger Museen haben sich Mühe gegeben, um den Besucherinnen und Besuchern mittelalterliche Machtzentren, vergessene Kunstschätze, Hoffmanns fantastische Welten und frühislamische Kunst zu zeigen. Wer am 17. Mai den Weg auf den Domberg und in die Bamberger Innenstadt findet, unternimmt eine Reise durch die Epochen und erlebt, wie Museen Menschen, Geschichten und Perspektiven miteinander verbinden. So wird das Motto „Museums uniting a divided world” ganz konkret erfahrbar – und das mitten im Schatten des Doms.
Ausführliche Informationen zum Programmablauf sind auf der Homepage zu finden.
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Bambergs Ufer neu denken
Bürgerinnen und Bürger setzen beim Tag der Städtebauförderung klare Akzente
Unter dem Motto „Die Uferbereiche in Bamberg – klimaangepasst denken“ lud die Stadt Bamberg am vergangenen Samstag, dem 9. Mai, am Tag der Städtebauförderung 2026, von 10 bis 14 Uhr ein, gemeinsam über die Zukunft des Adenauerufers, des Kunigundendamms und der angrenzenden Freiräume nachzudenken. Rund um vier Themenstationen – Bewegung, Nachhaltigkeit, Nutzungen und Atmosphäre – sammelten die Teilnehmenden Wünsche, Kritik und Ideen.
Lebhafte Unterhaltungen, vollgeschriebene Moderationswände und ein starkes Interesse am Radverkehr: Der Tag der Städtebauförderung 2026 hat im Bamberger Bürgerlabor in der Hauptwachstraße am vergangenen Samstag, dem 9. Mai, gezeigt, wie viel die Menschen in dieser Stadt über ihre Uferbereiche zu sagen haben. Unter dem Motto „Die Uferbereiche in Bamberg – klimaangepasst denken“ lud die Stadt Bamberg von 10 bis 14 Uhr ein, gemeinsam über die Zukunft des Adenauerufers, des Kunigundendamms und der angrenzenden Freiräume nachzudenken. Rund um vier Themenstationen – Bewegung, Nachhaltigkeit, Nutzungen und Atmosphäre – sammelten die Teilnehmenden Wünsche, Kritik und Ideen.
Besonders deutlich: der Wunsch nach sicherem, komfortablem Radfahren. Zahlreiche Beiträge forderten eine konsequente Trennung von Rad- und Fußverkehr am Flussufer, eine lückenlose Beleuchtung auf beiden Seiten des Kanals, den Rückbau gefährlicher Engstellen etwa zwischen Luitpold- und Kettenbrücke sowie eine verkehrsberuhigte Gestaltung des Kunigundendamms. Mehrfach wurde auch der durchgehende Radweg beidseitig des Kanals als besonderer Qualitätswert hervorgehoben – und gleichzeitig sein Ausbaupotenzial betont.
Darüber hinaus formulierten die Bürgerinnen und Bürger einen breiteren Anspruch an den Umgang mit dem Autoverkehr in der Innenstadt: Stimmen für Tempo-30-Regelungen, eine Einschränkung des Parkens zugunsten von Aufenthaltsqualität und die Idee, Autos langfristig aus dem Innenstadtkern zurückzudrängen, fanden sich auf mehreren Karten.
Beim Thema Nachhaltigkeit dominierten Forderungen nach mehr klimaresilienter Bepflanzung, der Entsiegelung von Flächen entlang der Wege und nach versenkbaren Müllbehältern als stadtgestalterischer Lösung. Bei den Nutzungswünschen zeigten sich der Wunsch nach mehr Sitzmöglichkeiten und Trinkwasserspendern, breiteren Zugängen zum Wasser sowie einer KUNNI-Terrasse als zentralem Treffpunkt.
„Die Resonanz war beeindruckend“, sagte Baureferentin Annegret Michler, die das Format gemeinsam mit ihrem Team der Stadtplanung begleitete. „Die Menschen haben sehr konkret und sehr konstruktiv mitgedacht. Das ist eine wertvolle Grundlage für die weitere Planung. Auch vertiefende Fragen zum Tiefensammler konnten wir wieder gut beantworten.“
Die gesammelten Beiträge fließen in den laufenden Prozess zur Wasser- und Klimaanpassungsstrategie Bamberg ein.
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Politikerinnen und Politiker von Stadt und Landkreis Bamberg feiern ökumenischen Gottesdienst
Gottesdienst als Zeichen für Zusammenhalt und gemeinsame Verantwortung
Mit Gebeten, Musik und Segnungen haben Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Kirchen und Religionsgemeinschaften gemeinsam die neue Amtsperiode in Stadt und Landkreis Bamberg eingeläutet.
In der St.-Martins-Kirche am Grünen Markt gestalteten Geistliche unterschiedlicher Konfessionen und Glaubensrichtungen einen ökumenischen Gottesdienst, der ein sichtbares Zeichen für Zusammenhalt, gegenseitigen Respekt und gemeinsame Verantwortung setzte. Eingeladen hatten Oberbürgermeister Sebastian M. Niedermaier und Landrat Johannes Maciejonczyk, die gemeinsam mit Mitgliedern von Stadtrat und Kreistag sowie zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern an der Feier teilnahmen.
Gestaltet wurde der Gottesdienst von Dekan Dr. Markus Kohmann und Pfarrer Helmut Hetzel für die katholische Kirche sowie Dekanin Sabine Hirschmann und Pfarrer Walter Neunhoeffer für die evangelische Kirche. Darüber hinaus wirkten Vertreterinnen und Vertreter weiterer Religionsgemeinschaften mit: die DITIB Bamberg mit Vorsitzendem Mehmet Çetindere und Imam Muhittin Yurttaş, die Liberale Jüdische Gemeinde mit Rabbinerin Dr. A. Yael Deusel und Vorsitzendem Shlomo Weißenfels, die Bahai-Gemeinde mit Birgit Asbeck sowie Vertreterinnen der Alevitischen Gemeinde mit Dilek Öznur und Sinem Adigüzel. In ihren Beiträgen betonten die Geistlichen die zentrale Botschaft des Abends: „Gott ist da, gibt Kraft, Mut und Zuversicht für alles, was ansteht.“ Für die musikalische Gestaltung sorgten der Polizeisängerchor Bamberg, der Gesangsverein Burgebrach sowie Dekanatskantor Michael Goos an der Orgel.
Ein besonderer Moment des Gottesdienstes war die persönliche Segnung von Oberbürgermeister Sebastian M. Niedermaier und Landrat Johannes Maciejonczyk durch Dekanin Hirschmann und Pfarrer Hetzel. Beiden soll damit Kraft und Stärke für die verantwortungsvollen Aufgaben der kommenden Jahre zuteilwerden. Auch die Mitglieder des Stadtrates und des Kreistages erhielten eine Segnung für ihre kommunalpolitische Arbeit.
Gemeinsames Wertefundament
Oberbürgermeister Sebastian M. Niedermaier dankt Johannes Maciejonczyk für die „schöne Idee, den Start in die neue Amtsperiode unter Gottes Segen zu stellen“, die ihn sofort überzeugt habe. „Die christliche Werteordnung bildet auch im Jahr 2026 eine wichtige Richtschnur für politische Entscheidungen, entbindet uns aber freilich nicht von eigenständigen Entscheidungen“, erklärt Niedermaier.
Landrat Johannes Maciejonczyk erklärt: „Mein christlicher Glaube gibt mir Halt und Orientierung – auch im öffentlichen Amt.“ Er freue sich sehr, dass Landkreis und Stadt Bamberg erstmals gemeinsam einen Gottesdienst zum Beginn der neuen Wahlperiode feiern. „Für Oberbürgermeister Sebastian Niedermaier und mich ist dies ein sichtbares Zeichen für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und ein gemeinsames Wertefundament“, betont der Landrat.
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„Der Stern in dir“
Zwei Frauen, eine Vision: Ein Benefizmärchen für Bamberg
Am 16. Mai bringt das Projekt „Der Stern in dir“ ein ganz besonderes Benefizmärchen im Kulturboden Hallstadt. Dahinter stehen zwei Frauen – Saskia Steck aus Bamberg, und Andrea Raffaela Böll aus der Schweiz –, die mit Musik und Fantasie nicht nur unterhalten, sondern auch Gutes tun wollen. Im Gespräch mit dem Stadtecho erzählt die Bamberger Co-Autorin und Projektleiterin Saskia Steck, wie aus einer spontanen Idee ein Herzensprojekt wurde.
„Die Idee zu „Der Stern in dir“ ist eigentlich aus einer „Schnapsidee ohne Schnaps“ entstanden“, sagt Saskia Steck lachend. Zusammen mit Andrea Raffaela Böll, einer Freundin aus der Schweiz und früheren Gesangslehrerin, organisierte sie 2024 ganz spontan eine Musical-Benefiz-Night in Gaustadt. Innerhalb von drei Monaten stand die Show – der Saal war voll, die Stimmung großartig, und am Ende konnten sie 1.000 Euro an das Kinder- und Jugendhospiz Sternenzelt spenden. „Wir hatten so viel Spaß daran, dass wir gesagt haben: Das machen wir größer. Professioneller. Und öfter.“
Die Entscheidung, den Erlös dem Kinder- und Jugendhospiz Sternenzelt in Bamberg zukommen zu lassen, war für Saskia Steck sehr persönlich. Die Projektleiterin lebt selbst mit einer chronischen Autoimmunerkrankung und weiß, wie wichtig Unterstützung für Familien mit schwer kranken Kindern ist. „Die Pflege dort wird finanziert, aber alles drum herum – Angebote für Eltern, Geschwister, Begegnungen – läuft über Spenden. Genau das wollten wir unterstützen.“
Was ist gut in mir?
„Der Stern in dir“ erzählt die Geschichte des Mädchens Liva, das sich auf die Suche nach einem verschwundenen Stern macht, der über ihrem Dorf Schutz gespendet hat. Auf ihrer Reise begegnet sie symbolischen Figuren: einem Löwen ohne Mut, einer Königin mit harter Fassade und zerbrochenem Inneren, einem Wald voller Spiegel, die ihr nur Livas negativen Seiten zeigen. Am Ende erkennt Liva: Der Stern leuchtet nicht am Himmel – sondern in jedem Menschen selbst. „Es geht um Selbstwert, Mut, Verletzlichkeit und darum, sich selbst anzunehmen – mit Licht und Schatten,“ so Saskia Steck.
Bei dem Ganzen ist das Publikum Teil der Geschichte, und das ganz bewusst. Die Zuschauer dürfen mitentscheiden, wie die Geschichte weitergeht. Außerdem gibt es eine sogenannte Sternenwand: Dort können Besucher Sterne aufhängen und aufschreiben, was ihnen Hoffnung gibt oder was sie an sich selbst schätzen. „Wir wollen den Fokus weg vom Negativen lenken. Mal nicht: Was läuft alles schief? Sondern: Was ist eigentlich gut in mir?“
Warum der Kulturboden?
Ursprünglich sollte das Stück wieder – wie die Veranstaltung 2024 – im Sängerheim in Gaustadt laufen, doch das ist nicht barrierefrei. Der Kulturboden bietet Platz, ist gut erreichbar und offen für alle. „Inklusion war uns wichtig. Jeder soll kommen können – mit Kinderwagen, Rollstuhl oder einfach nur mit Neugier.“ Auch Wolfgang Heyder, Chef des Veranstaltungsservice Bamberg und Veranstalter, steht dahinter: „Ich halte das für ein ganz wunderbare Aktion, deshalb auch unsere Unterstützung!“
Gemeinsame Vision
Während die Bambergerin Saskia Steck aus dem klassischen Gesang kommt und heute auch als Hochzeitssängerin arbeitet, ist Co-Autorin Andrea Raffaela in der Schweiz eine bekannte Metal-Sängerin, Bookerin und Vocal-Coach. Sie wurde sogar zu einer der besten weiblichen Metal-Stimmen gekürt. „Genau das ist das Schöne bei uns: Unterschiedliche Stile, eine gemeinsame Vision.“
„Wir wollen Licht in diese momentan dunklen Zeiten bringen. Überall hört man von Krisen, Kriegen, Angst. Die Menschen werden misstrauischer. Wir wollen mit Musik wieder Wärme schaffen.“ Der Projekt- und Veranstaltername Cantavia ist dabei Programm: Cantare (singen) und Avia (Flügel) – die Stimme soll Flügel verleihen.
So geht es nach Bamberg weiter
Zunächst feierte das Märchen am 7. März Premiere in Baden (Schweiz), danach folgt Bamberg am 16. Mai. Langfristig denken die beiden sogar über einen eigenen gemeinnützigen Verein nach. „Aber erst mal wollen wir die Kosten decken, Menschen berühren – und zeigen, dass Kultur auch Herz haben kann.“
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Jahresausstellung des BBK Oberfranken
„Transparenz“ in der Villa Dessauer
Die Jahresausstellung „Transparenz“ des BBK Oberfranken e. V. widmet sich einem ebenso vielschichtigen wie aktuellen Thema: der Transparenz. Im Gespräch erläutert der Vorsitzende Gerhard Schlötzer, wie unterschiedlich Künstlerinnen und Künstler diesen Begriff interpretieren – und welche Spannungen, Irritationen und Denkanstöße sich daraus für das Publikum ergeben.
„Das Thema zielt auf Kontraste“, erklärt Gerhard Schlötzer. „Allem voran auf den Kontrast zwischen Durchscheinen und Verdecken, Erscheinen und Verschwinden, sichtbar machen und Verbergen – und das sowohl im physikalischen als auch im übertragenen Sinn.“ Gerade diese Gegensätze bilden den roten Faden der Ausstellung. Transparenz erscheint hier nicht als eindeutiger Zustand, sondern als dynamisches Spannungsfeld, das sich in unterschiedlichsten künstlerischen Strategien entfaltet.
Die Bandbreite der Arbeiten ist entsprechend groß: „Abstrahierte Landschaftsformen von unten gesehen in Marmor“, „Überlagerung von Durchblicken und Spiegelungen an gläsernen Grenzflächen mittels Fotografie“ oder „bestickte Stoffbahnen, die sich überlagernd verschiedene Zeitzustände darstellen“. Hinzu kommen Arbeiten, die mit überraschenden Materialkombinationen arbeiten: etwa „Lebensmittelkennzeichnungen als Transparenzversprechen, eingegossen in einen überdimensionierten, durchsichtigen Kunststoffdonut“, oder „solide Holzblöcke, die durch viele Einschnitte mit der Kreissäge in durchscheinende Lamellenstrukturen zerlegt werden und an Architekturmodelle erinnern“.
Auch malerische Positionen erweitern das Spektrum: „die gegenseitige Durchdringung mehrerer möglicher Daseinsformen mittels surrealer Malerei“ oder „gestische, großformatige Tuschemalerei, die auf die Rückseite gerollter mannshoher Papierrollen durchschlagend das Papier durchdringt“. Selbst immaterielle Aspekte werden thematisiert, etwa „die Luft als transparentes Trägermedium vieler Lebensprozesse, dargestellt in schmunzelnden Zeichnungen“.
„Eine große Vielfalt teils mehrfacher Transparenzbezüge steckt in den Werken der 33 ausstellenden professionellen Künstlerinnen und Künstler“, fasst Herr Schlötzer zusammen. Besichtigen kann man die Ausstellung vom 3. April bis 17. Mai.
Kunst im Dialog: Die soziale Plastik
Ein besonderer Akzent liegt auf einer Arbeit, die sich nicht als abgeschlossenes Werk versteht, sondern als offener Prozess: eine „soziale Plastik“.
„Unser neues Mitglied Florian Seubert, der im Grenzbereich von Literatur, Theater und Performance arbeitet, wird an vielen Tagen der Ausstellung persönlich anwesend sein“, erklärt Schlötzer. „Auf einem Schild steht: „Schriftsteller bei der Arbeit: Sprich mit mir!“ An einem kleinen Tisch im Obergeschoß der Villa Dessauer sitzend, wird er kommunikationswillige Besucherinnen und Besucher erwarten. Diese sind eingeladen, direkt mit dem Künstler in Austausch zu treten, Fragen zu stellen und Gedanken zu teilen. Etwaige Gespräche werden Teil des Kunstwerks selbst: „Die Ergebnisse der sich daraus entwickelnden Gespräche wird er auf Klebezetteln an den ihn umgebenden Wänden des Ausstellungsraumes festhalten.“
Gerade die Offenheit dieses Prozesses ist zentral: „Weil es sich um einen offenen Prozess handelt, wäre es verfrüht, konkrete Erwartungen daran zu knüpfen.“ Stattdessen liegt der Fokus auf der Beteiligung, denn es ist sonnvoller, sich selbst einzubringen und am Verlauf dieses Prozesses aktiv zu beteiligen. So entsteht ein lebendiges Werk, das sich im Laufe der Ausstellung verändert und verdichtet – getragen von den Stimmen der Besucherinnen und Besucher.
Material als Mitgestalter
Ein weiterer zentraler Aspekt der Ausstellung ist die Bedeutung von Material und Technik. „Bei den verwendeten Materialien und Techniken gibt es eine breite Auswahl – vom thematisch naheliegenden Transparentpapier bis zu Holz und Stein, die man zunächst nicht mit Transparenz in Verbindung bringen würde.“
Viele Künstlerinnen und Künstler arbeiten langfristig mit bestimmten Materialien und entwickeln daraus ihre künstlerische Sprache. „Diese Materialien erforschen sie meist bis in die Tiefe handwerklicher Fragen und erproben immer wieder aufs Neue ihre inhaltliche Ausdruckskraft.“ Dabei entsteht ein enger Dialog zwischen Idee und Material: „Das Material ist für sie nicht nur dienstbares Medium zur Vermittlung ihrer Ideen, sondern ein gleichberechtigter Partner beim Prozess der Kunstwerdung.“
Transparenz wird dabei nicht nur im wörtlichen Sinne verstanden. Zwar kommen Materialien wie „Glas, Gießharz und dünner Stoff“ zum Einsatz, doch gleichzeitig wird immer auch eine metaphorische Ebene angesprochen: „klar, einleuchtend, verständlich, durchschaubar“. So entstehen Arbeiten, die über das Sichtbare hinausweisen und grundlegende Fragen nach Wahrnehmung, Erkenntnis und Wirklichkeit stellen.
Gesellschaftliche Spiegelungen
Viele der ausgestellten Werke greifen gesellschaftliche, politische oder persönliche Themen auf. Transparenz wird hier zu einem Begriff, der weit über das Materielle hinausgeht. Ein Beispiel ist Gert Ressel, der mit seinem Wortspiel „Transparenz – trans parents“ die Mehrdeutigkeit des Begriffs nutzt und familiäre wie gesellschaftliche Konstellationen reflektiert. Dabei handelt es sich um eine Rückenansicht von zwei wohl homosexuellen Männern mit einem Kind an der Hand.
Auch Veronika Riedl thematisiert gesellschaftliche Strukturen. Ihre durchscheinenden, von innen leuchtenden Porzellanstrukturen erinnern an fragile Fassaden im Verfall. Für sie sind diese Arbeiten eine Metapher für Machtstrukturen: „repräsentative Fassaden als undurchsichtige, verbergende Hülle von eigeninteressengeleiteten Prozessen in Wirtschaft und Politik“. Ihre Schlussfolgerung ist ebenso poetisch wie kritisch: „Alle Fassaden fangen irgendwann an zu bröckeln, spätestens dann gewähren sie einen kleinen Blick ins Innere.“ Damit wird Transparenz zu einem Schlüsselbegriff für das Verständnis gesellschaftlicher Prozesse – zwischen Offenlegung und Verschleierung.
Kuratieren als dialogischer Prozess
Bei einer Ausstellung mit 33 beteiligten Künstlerinnen und Künstlern spielt die Auswahl der Werke eine entscheidende Rolle. Die meisten Ausstellungen des BBK Oberfranken werden unter seinen Mitgliedern oder den Mitgliedern anderer BBKs ausgeschrieben – meist unter einem Oberthema, wie „Transparenz“, „Mehr und Weniger“ oder „Die Grenze“, um die Ausstellungsthemen in der Villa Dessauer der letzten 3 Jahre zu nennen. Die eingehenden Bewerbungen werden von einer fachkundigen Jury dann passend zum Thema und dem Ausstellungsort so ausgewählt und angeordnet, dass ein sinnvoller Bezug zwischen den Werken entsteht: „Ein Dialog, der im besten Fall auch zu den Ausstellungsbesuchern spricht!“
Die Auswahlkriterien sind zum einen die künstlerische Qualität, über die in der Jury intensiv diskutiert wird, und zum anderen die Beziehungen, die die Werke im Ausstellungskontext zueinander entwickeln können: „Man kann sich die Jury als eine Art Kuratorenteam vorstellen, das mit dem von den Künstlerinnen und Künstlern zur Verfügung gestellten Material versucht, eine möglichst anregende und aussagekräftige Ausstellung zu bauen.“ So entsteht ein Dialog – zwischen den Werken selbst, aber auch zwischen Kunst und Publikum.
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Wirtschaft im Raum Bamberg trotzt schwierigen Rahmenbedingungen
Bamberger Wirtschaft wächst – Industrie schwächelt
Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Raum Bamberg ist seit 2019, dem Jahr vor Corona, um 3.157 auf 97.770 angestiegen, so die IHK für Oberfranken Bayreuth in einer aktuellen regionalen Analyse. Die Stadt Bamberg verzeichnete ein Plus von 3.269 auf 57.747, der Landkreis Bamberg hingegen einen leichten Rückgang um 112 auf 40.023 Beschäftigte.
Die IHK für Oberfranken Bayreuth wirft einen genaueren Blick auf die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit für die einzelnen Branchen. Eine Analyse der einzelnen Wirtschaftsabschnitte zeigt, dass in der Stadt Bamberg die freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen mit einem Beschäftigtenplus von 923, der Bereich Information und Kommunikation mit einem Plus von 646 und der Bereich Verkehr und Lagerei mit 607 die höchsten Zuwächse verzeichnen. Von einem Beschäftigtenabbau besonders betroffen war in der Stadt Bamberg vor allem das Verarbeitende Gewerbe (-1.465). In nur sechs Jahren ging jeder zehnte Industriearbeitsplatz verloren.
Auch im Landkreis Bamberg zeigt sich das Verarbeitende Gewerbe mit einem Beschäftigtenrückgang um 2.154 auf 11.278 sichtlich angeschlagen. Gegenüber 2019 gingen hier 16 Prozent der Arbeitsplätze verloren. Aber auch das Gastgewerbe verzeichnet ein deutliches Minus von 239 oder 19,5 Prozent auf 989. Das größte Plus gab es im Landkreis beim Handel inklusive Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (+813) sowie im Gesundheits- und Sozialwesen (+561).
Beängstigender Beschäftigtenabbau in der Industrie
„Auch wenn die Beschäftigtenentwicklung in der Summe in der Stadt und im Landkreis Bamberg noch positiv ist: Der Beschäftigtenverlust in der Industrie ist beängstigend”, macht Herbert Grimmer deutlich, IHK-Vizepräsident und Vorsitzender des IHK-Gremiums Bamberg. „Vor allem im Landkreis ist das keine Konjunkturflaute mehr, sondern ein substanzieller Abbau. Es ist fraglich, ob es gelingen wird, den dort erfolgten Beschäftigtenverlust in absehbarer Zeit wieder aufzufangen oder ob wir uns mitten in einem Prozess der Deindustrialisierung befinden.”
Trotz positiver Entwicklung: Durch Verlust der Industriearbeitsplätze droht Gefahr
„Oberfranken und dort vor allem Stadt und Landkreis Bamberg haben in den vergangenen zwei Jahrzehnten ein Beschäftigtenwachstum hingelegt, um das uns viele andere Regionen in Deutschland beneiden”, macht Grimmer deutlich. Von historischen Erfolgen könne die Region aber nicht leben.
„Lange Jahre wurde der Erfolg der deutschen Industrie als selbstverständlich angenommen”, so Grimmer. „Die internationalen Rahmenbedingungen sind so schwierig wie selten zuvor. Mit diesen Bedingungen müssen andere Länder genauso klarkommen. In Deutschland sind wir uns aber außerdem oft selbst im Weg. Viele unserer Probleme sind hausgemacht.” Das Spektrum reiche von der überbordenden Bürokratie über fehlende Deregulierungen, lange Genehmigungsverfahren und die im internationalen Vergleich hohen Energiekosten, die hohe Abgaben- und Steuerlast bis hin zur oft antiquierten Infrastruktur.
Auch gegenüber 2024 verzeichnen Stadt (+568) und Landkreis (+239) einen leichten Beschäftigtenzuwachs.
Oberfranken: Seit 2019 Verlust von 15.252 Industriearbeitsplätzen
In Gesamtoberfranken verzeichnet das Verarbeitende Gewerbe einen sehr deutlichen Beschäftigtenabbau mit einem Minus von 15.252 Beschäftigten seit 2019 (-11,1 Prozent). Zudem ist bei den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen eine nennenswerte Abnahme zu verzeichnen (-1.406 Beschäftigte). Dies lässt sich durch deren enge Verknüpfung mit dem Verarbeitenden Gewerbe erklären. Es gibt allerdings auch Wirtschaftsabschnitte, welche sich im Wachstum befinden, etwa die öffentliche Verwaltung, Verteidigung und Sozialversicherung (+5.741 seit 2019), das Gesundheits- und Sozialwesen (+3.342), Verkehr und Lagerei (+2.566), Erziehung und Unterricht (+2.557) oder die freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (+2.134).
Während in der Summe seit 2019 oberfrankenweit 4.224 neue Arbeitsplätze entstanden sind, ist die Entwicklung zuletzt spürbar gekippt. Gegenüber 2024 verzeichnet Oberfranken einen Rückgang von 1.858 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, verursacht vor allem durch den Abbau im Verarbeitenden Gewerbe (-3.764), aber auch im Handel und den wirtschaftsnahen Dienstleistungen. Neue Arbeitsplätze sind im vergangenen Jahr vor allem im Gesundheits- und Sozialwesen entstanden (+1.524). Hinweis: Die Berechnungen basieren auf Daten der Bundesagentur für Arbeit zu den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit Stichtag 30.6. des jeweiligen Jahres.
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Autor liest in Bamberg erstmals aus seinem noch nicht veröffentlichten neuen Roman
Erinnerung, Wahrheit, Wahrnehmung: Ingo Schulze startet Poetikprofessur
Im vollbesetzten ETA-Hoffmann-Theater begann am Mittwoch die Bamberger Poetikprofessur 2026. Zum zweiten Mal luden die Otto-Friedrich-Universität und die Stadt gemeinsam zu der beliebten Vorlesungsreihe ein, die heuer bereits ihr 40. Jubiläum feiert, wie die Stadt Bamberg mitteilt.
Zahlreiche Literaturinteressierte waren gekommen, um den Schriftsteller und Essayisten Ingo Schulze zu erleben, der in diesem Jahr als Poetikprofessor in Bamberg auftritt. Er stellte erstmals Auszüge aus seinem noch nicht erschienen Roman „Das Wasser im August“ vor.
Theaterintendant John von Düffel, selbst einst Poetikprofessor in Bamberg, begrüßte die Gäste in seinem Haus und hob die besondere Bedeutung des Abends hervor: „Wir erleben heute eine ganz besondere Lesung aus einem Buch, das noch nie vorher gelesen wurde.“
Universitätspräsident Prof. Dr. Kai Fischbach unterstrich die enge Verbindung zwischen Universität und Stadtgesellschaft. „Universität in der Stadt zu sein, das ist für uns nicht nur unser Wahlspruch, sondern auch unsere Herzensangelegenheit“, sagte Fischbach. Veranstaltungen wie die Poetikprofessur seien eine Einladung an die Bürgerinnen und Bürger, mit der Universität in Kontakt zu kommen und im Austausch zu bleiben.
Auch der frisch vereidigte Oberbürgermeister Sebastian M. Niedermaier würdigte die Bedeutung der Veranstaltungsreihe für Bamberg. „Literatur spiegelt nicht nur unsere gesellschaftlichen Debatten wider, sondern stärkt die Vielfalt der Meinungen und fördert somit das kritische Bewusstsein – ein wesentlicher Baustein für eine lebendige Demokratie“, erklärte Niedermaier. Die Bamberger Poetikprofessur verstehe sich als offenes Forum des Austauschs zwischen Öffentlichkeit, Literatur und Wissenschaft. Niedermaier lud die Stadtgesellschaft ein, die Chance zum kritischen Diskurs zu nutzen.
Die Voraussetzungen des Erzählens
Im anschließenden Gespräch mit Prof. Dr. Friedhelm Marx, dem Lehrstuhlinhaber für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft in Bamberg und Organisator der Poetikprofessur, gab Ingo Schulze erste Einblicke in „Das Wasser im August“, der im Sommer erscheinen wird. Schulze schilderte dabei auch seinen literarischen Ansatz: „Ich wollte versuchen, einfach mal zu zeigen, wie so etwas entsteht.“ Die Poetikvorlesungen würden deshalb nicht nur vom Schreiben selbst, sondern auch von den Voraussetzungen und Hintergründen des Erzählens handeln.
Im Mittelpunkt des Abends stand schließlich eine erste öffentliche Lesung aus dem noch unveröffentlichten Roman. Die Zuhörenden erhielten exklusive Einblicke in eine vielschichtige Erzählung über Erinnerung, Wahrheit und Wahrnehmung. Schulze las Passagen, in denen sich Gegenwart und Vergangenheit überlagern und die Frage nach der Zuverlässigkeit des Erzählens immer wieder neu gestellt wird.
Weitere öffentliche Vorträge
Die Bamberger Poetikprofessur wird in den kommenden Wochen mit drei öffentlichen Vorträgen an der Universität Bamberg fortgesetzt. Unter dem Titel „Drei Reisen mit einem Manuskript“ spricht Ingo Schulze am 20. Mai über „Im Westen – London“, am 10. Juni über „Im Osten – China“ sowie am 24. Juni über „Im Süden – Indien“. Die Vorträge beginnen jeweils um 18 Uhr im Hörsaal U2/00.25 (An der Universität 2). Der Eintritt ist frei.
Den Abschluss bildet am 25. und 26. Juni 2026 ein internationales Forschungskolloquium mit Ingo Schulze im Internationalen Künstlerhaus Villa Concordia.
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Bürgerfest am Michaelsberg
Bamberg feiert St. Michael
Am 9. und 10. Mai sind im Rahmen eines Bürgerfests am Michaelsberg alle eingeladen, Einblicke in die Sanierung zu erhalten und die Eröffnung zu feiern, wie die Stadt Bamberg mitteilt.
Ein ganzes Wochenende im Zeichen von Geschichte, Kultur und Gemeinschaft: Anlässlich der Wiedereröffnung der Kirche St. Michael veranstalten Bürgerspitalstiftung und Stadt Bamberg am kommenden Wochenende ein großes „Bürgerfest am Michaelsberg“. Alle Bambergerinnen und Bamberger sowie Gäste der Welterbestadt sind herzlich eingeladen, die ehemalige Klosteranlage neu zu entdecken und dieses besondere Ereignis gemeinsam zu feiern.
Das Bürgerfest bietet eine einmalige Gelegenheit, die wiedereröffnete Kirche St. Michael in all ihren Facetten zu erleben – als Ort der Geschichte, des Glaubens, der Kultur und der Begegnung. Bereits am Samstag um 10 Uhr beginnt das Festwochenende mit einem Eröffnungsgottesdienst in der Kirche St. Michael.
Anschließend sind spannende Hintergründe zur Sanierung des beliebten Gotteshauses zu erfahren. An beiden Tagen werden zahlreiche kostenfreie Führungen angeboten: am Samstag, dem 9. Mai, von 11.30 bis 18.30 Uhr, und am Sonntag, dem 10. Mai, von 10.30 bis 16 Uhr. Fachleute des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege geben spannende Einblicke in die unterschiedlichen Gewerke der Sanierung – von Gemälden und Skulpturen über Wand- und Deckengestaltung bis hin zu Reliquien, Textilien, Holz- und Metallarbeiten sowie Naturstein.
Auch das städtische Immobilienmanagement informiert über zentrale Aspekte der Baumaßnahmen, etwa zu Natursteinfassaden und Glasarbeiten. Ergänzend beleuchten Experten wie Stefan Stenglein und Ben Schröder Themen rund um Statik und Glocken, während Prof. Dr. Dr. Ulrich Theißen-Pibernik Führungen zur Orgel anbietet.
Der BAMBERG Tourismus & Kongress Service erweitert das Programm mit thematischen Rundgängen unter dem Titel „Dem Himmel so nah“, die den Michaelsberg aus neuen Perspektiven erschließen.
Vielfältiges Programm für die ganze Familie
Auch außerhalb der Kirche erwartet die Besucherinnen und Besucher ein abwechslungsreiches Programm: Auf dem Ostplateau lädt eine „Familienwiese“ mit Hüpfburgen, kreativen Mitmachaktionen, Basketball und Luftballontieren zum Verweilen ein. Kinder und Jugendliche können sich spielerisch mit Themen der Denkmalpflege auseinandersetzen, etwa beim Gestalten mit Lehmfarben oder bei Aktionen rund um den „Himmelsgarten“.
Auf einer Bühne auf dem Ostplateau sorgt die Städtische Musikschule Bamberg und das „Trumpet Voluntary“ für musikalische Unterhaltung, moderiert durch Markus Appel von Radio Bamberg. Für Sonntag um 14 Uhr ist zudem ein Grußwort des neuen Oberbürgermeisters Sebastian M. Niedermaier vorgesehen.
Wissen, Kunst und Natur erleben
Im Kreuzgarten bieten Kurzfilme zur Generalsanierung spannende Einblicke in die Bauphase, während Sitzgelegenheiten und musikalische Begleitung zum Entspannen einladen.
Ein umfangreiches Vortragsprogramm im Kreuzgarten des ehemaligen Klosters vertieft zentrale Themen rund um St. Michael – geplant sind folgende Themen:
Generalsanierung St. Michael „Im Schutz des Engels“: Vortrag vom Stiftungsreferenten Bertram Felix und von Bauleiterin Karin Hamper
Neue Glocken für St. Michael: Vortrag von Ben Schröder und Stefan Stenglein
Welterbe Bamberg – St. Michael: Vortrag von Dr. Simona von Eyb, Leiterin Zentrum Welterbe Bamberg
Verborgen unter Putz und Erde – Archäologie in St. Michael: Vortrag vom Stadtarchäologen Dr. Stefan Pfaffenberger
Historisches und Aktuelles zum Forstbetrieb: Herr Klaus Schulz und Johannes Hölzel (ehem. und aktueller Forstamtsleiter)
Kulinarik, Handwerk und regionale Vielfalt
Zahlreiche Informations- und Verkaufsstände laden zum Austausch ein – es beteiligen sich unter anderem das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege, das Zentrum Welterbe Bamberg sowie regionale Anbieter. Auch Themen wie Bienenhaltung und nachhaltige Forstwirtschaft werden anschaulich vermittelt.
Für das leibliche Wohl ist bestens gesorgt: Regionale Anbieter bieten eine breite Auswahl an Speisen und Getränken. Ergänzt wird das Angebot durch Kaffee und Kuchen sowie den Silvaner vom Michaelsberg aus dem Bamberger Stiftsladen.
Tag der Städtebauförderung
Ebenfalls am Samstag, 9. Mai 2026, findet deutschlandweit wieder der Tag der Städtebauförderung statt, welcher seit 2015 alljährlich gefeiert wird. Das Bürgerfest am Michaelsberg ist ein Beitrag der Stadt Bamberg zu dem bundesweiten Aktionstages. Dieses Jahr feiern rund 600 Kommunen die Städtebauförderung als eines der wichtigsten Instrumente der Stadtentwicklung. Weitere Informationen gibt es hier.
Das detaillierte Programm für das Bürgerfest ist online hier nachzulesen. Vor Ort steht ein Lageplan mit allen Informationen zur Verfügung.
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Stadt Bamberg und Otto-Friedrich-Universität laden zu Lesung und Vorträgen
Bamberger Poetikprofessur mit Ingo Schulze startet im Theater
Mit einer öffentlichen Auftaktlesung startet am morgigen Mittwoch, dem 6. Mai 2026, die Bamberger Poetikprofessur in ihre 39. Auflage. Zum zweiten Mal wird die renommierte Reihe gemeinsam von der Stadt Bamberg und der Otto-Friedrich-Universität Bamberg ausgerichtet. Poetikprofessor im Sommersemester 2026 ist der vielfach ausgezeichnete Schriftsteller Ingo Schulze.
Den Auftakt bildet am morgigen Mittwoch um 19 Uhr eine Lesung mit anschließendem Gespräch im ETA-Hoffmann-Theater. Ingo Schulze stellt dabei im Austausch mit Prof. Dr. Friedhelm Marx seinen neuen Roman „Das Wasser im August“ vor. Im Anschluss lädt die Stadt Bamberg zu einem Empfang ein. Kostenlose Platzkarten sind an der Theaterkasse erhältlich.
Unter dem Titel „Drei Reisen mit einem Manuskript“ folgen drei öffentliche Poetikvorträge an der Universität Bamberg:
Mittwoch, 20. Mai 2026, 18 Uhr: „Im Westen – London“
Mittwoch, 10. Juni 2026, 18 Uhr: „Im Osten – China“
Mittwoch, 24. Juni 2026, 18 Uhr: „Im Süden – Indien“
Die Vorträge finden im Hörsaal U2/00.25 (An der Universität 2) statt und sind kostenfrei zugänglich. Den Abschluss der Poetikprofessur bildet ein internationales Forschungskolloquium am 25. Und 26. Juni 2026 im Internationalen Künstlerhaus Villa Concordia, an dem Ingo Schulze teilnehmen wird. Alle Bambergerinnen und Bamberger sind herzlich zu den Veranstaltungen eingeladen.
Die Bamberger Poetikprofessur zählt zu den bedeutendsten Poetikdozenturen im deutschsprachigen Raum. In diesem Jahr feiert sie zudem ihren 40. Geburtstag an der Universität Bamberg. Zu den bisherigen Gästen zählen unter anderem Jenny Erpenbeck, Peter Stamm, Clemens Setz, Jan Wagner, Yoko Tawada, Lutz Seiler und Alina Bronsky. Weitere Informationen gibt es hier.
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Stadt lädt zum Tag der Städtebauförderung ins Bürgerlabor ein
Die Uferbereiche in Bamberg – klimaangepasst denken
Am Samstag, 9. Mai 2026, besteht für alle Interessierten die Möglichkeit, im Bürgerlabor in der Hauptwachstraße 3 gemeinsam Ideen für die zukunftsfähige Gestaltung des Adenauerufers zu entwickeln, wie die Stadt Bamberg mitteilt.
Die Stadt Bamberg lädt zum Tag der Städtebauförderung am 9. Mai zur Zukunft des Adenauerufers ins Bürgerlabor ein. Von 10 bis 14 Uhr steht ein Team des Stadtplanungsamtes bereit, gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern einen Blick in eine zukunftsgerechte klimaresiliente Stadtentwicklung zu werfen.
Klimaanpassung beginnt vor Ort: bei heißen Straßen, bei Starkregen, bei Aufenthaltsqualität und bei der Frage, wie unsere Stadt auch in Zukunft gut funktioniert. Die anstehende Baumaßnahme „Tiefensammler Bamberg-Ost“ ist ein wichtiger Baustein, um das Mischwassersystem zu entlasten, Gewässer zu schützen und das Kanalnetz widerstandsfähiger zu machen. Gleichzeitig braucht klimaangepasste Stadtentwicklung auch gute Freiräume, Schatten, Wasserbewusstsein und starke Nachbarschaften. Der Tag der Städtebauförderung bietet die Gelegenheit, darüber gemeinsam ins Gespräch zu kommen. Alle Menschen aus Bamberg, speziell aus der Nachbarschaft, sind eingeladen, gemeinsam Ideen für eine klimaangepasste Gestaltung der Uferwege des Main-Donau-Kanals zu entwickeln und Bedürfnisse zu formulieren.
Hier geht es zu allen Veranstaltungen in Bamberg zum Tag der Städtebauförderung.