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Bamberg - Page 4

Leben­di­ges Erbe im Schat­ten des Doms

Inter­na­tio­na­ler Muse­ums­tag in Bamberg

Am kom­men­den Sonn­tag, dem 17. Mai, fin­det in die­sem Jahr der Inter­na­tio­na­le Muse­ums­tag statt. Muse­en auf der gan­zen Welt nut­zen die­sen Tag, um mit beson­de­ren Füh­run­gen, Rah­men­pro­gram­men und spe­zi­el­len Ange­bo­ten auf ihre Arbeit und ihre Bestän­de auf­merk­sam zu machen. So auch in Bamberg.

Muse­en sind Orte des Erin­nerns und Ent­de­ckens. Sie bewah­ren das kul­tu­rel­le Erbe der Mensch­heit und prä­sen­tie­ren es der Öffent­lich­keit in kura­tier­ter Form. Doch Muse­en sind heu­te mehr als nur Räu­me, in denen jahr­tau­sen­de­al­te Arte­fak­te lagern. Die eins­ti­gen stil­len Schatz­kam­mern sind zu Orten der Begeg­nung, der Refle­xi­on und des Ler­nens gewor­den. Sie sind Orte, an denen man durch den Dia­log mit der Geschich­te die eige­ne Iden­ti­tät erken­nen und ent­wi­ckeln kann. Mit ihren Aus­stel­lun­gen, Bil­dungs­an­ge­bo­ten und inno­va­ti­ven Pro­jek­ten wol­len Muse­en nicht nur Wis­sen ver­mit­teln, son­dern auch Neu­gier wecken und gesell­schaft­lich rele­van­te The­men anspre­chen. So wer­den Muse­en zu leben­di­gen Räu­men. Ein beson­ders loh­nen­der Ter­min für den nächs­ten Muse­ums­be­such ist in die­sem Jahr der 17. Mai, denn dann fin­det der Inter­na­tio­na­le Muse­ums­tag statt.


Die Arbeit und Leis­tun­gen der Muse­en würdigen

Seit sei­ner Ein­füh­rung im Jahr 1978 durch den Inter­na­tio­na­len Muse­ums­rat ICOM macht der Muse­ums­tag auf die Bedeu­tung von Muse­en als Orte der kul­tu­rel­len Begeg­nung auf­merk­sam. Ziel ist es, den Zugang zu Kunst, Kul­tur, Geschich­te und Wis­sen­schaft zu erleich­tern, Hemm­schwel­len abzu­bau­en und das Bewusst­sein dafür zu stär­ken, wel­che Leis­tun­gen Muse­en in der Gegen­wart erbrin­gen. Der Ein­tritt ist daher in den meis­ten Muse­en an die­sem Tag frei. Gleich­zei­tig soll der Tag den Dia­log über aktu­el­le gesell­schaft­li­che The­men anre­gen und durch Son­der­ak­tio­nen, Füh­run­gen oder Work­shops neue Besu­cher­grup­pen ins Muse­um locken. Das Mot­to des dies­jäh­ri­gen Tags, „Muse­ums uniting a divi­ded world” (Muse­en ver­ei­nen eine geteil­te Welt), soll dar­auf auf­merk­sam machen, wie wich­tig ein welt­wei­ter gerech­ter Zugang zu Kul­tur, eine offe­ne und inklu­si­ve Gesell­schaft sowie eine Zusam­men­ar­beit über insti­tu­tio­nel­le und natio­na­le Gren­zen hin­weg sind.

Auch die Bam­ber­ger Muse­en bege­hen die­sen Tag und laden am 17. Mai auf den Dom­berg ein. Neben frei­em Ein­tritt wird auch ein spe­zi­el­les Rah­men­pro­gramm ange­bo­ten. Hier eini­ge loh­nen­de Ziele.


Die Aus­stel­lung „Mau­ern der Macht: Die Alte Hof­hal­tung in Bamberg“

Inmit­ten der Welt­kul­tur­er­be­stadt Bam­berg steht die Alte Hof­hal­tung. Sie ist ein Ort, an dem sich die Geschich­te, die Auto­ri­tä­ten und die Archi­tek­tur ver­gan­ge­ner Jahr­hun­der­te ver­dich­ten. Beschäf­tigt man sich ein wenig mit der Geschich­te des Bau­werks, so wird deut­lich, dass es ein ein­drucks­vol­les Denk­mal der Bam­ber­ger -, aber auch der euro­päi­schen Geschich­te ist.

Mit der Aus­stel­lung „Mau­ern der Macht: Die Alte Hof­hal­tung in Bam­berg“, die bereits am 27. März 2026 eröff­net wur­de und bis zum 1. Novem­ber zu sehen ist, nimmt sich das his­to­ri­sche Ensem­ble selbst zum The­ma. Als Sitz des Kai­sers und der Bam­ber­ger Bischö­fe war die Hof­hal­tung einst ein mäch­ti­ges Sym­bol kirch­li­cher und welt­li­cher Auto­ri­tä­ten. Die Gebäu­de und Mau­ern tra­gen die­ses Erbe bis heu­te in sich, da jede Epo­che ihre bau­li­chen Spu­ren hin­ter­las­sen hat.

Ein Ein­blick in die Aus­stel­lung „Mau­ern der Macht“. Foto: Muse­en der Stadt Bamberg

Von der Burg­an­la­ge zum Museum

Die Ursprün­ge der Hof­hal­tung lie­gen in einer früh­mit­tel­al­ter­li­chen Burg­an­la­ge, die spä­ter von Kai­ser Hein­rich II. zu einer Kai­ser­pfalz aus­ge­baut wur­de. Mit der Grün­dung des Bam­ber­ger Bis­tums im Jahr 1007 wur­de die Anla­ge Sitz der Bischö­fe und somit ers­te Resi­denz der Fürst­bi­schö­fe. Im Mit­tel­al­ter wur­de die Hof­hal­tung mehr­fach erwei­tert und umge­stal­tet. So ent­stand ein geschlos­se­ner Hof, der die Wohn- und Wirt­schafts­be­rei­che des Bischofs und des Dom­ka­pi­tels umfass­te. Ihr heu­ti­ges Aus­se­hen erhielt sie im 16. Jahr­hun­dert. Mit der Schö­nen Pfor­te und dem Renais­sance-Palas wur­de die Hof­hal­tung für reprä­sen­ta­ti­ve Zwe­cke umge­stal­tet. Nach dem Umzug der Bischö­fe in die Neue Resi­denz dien­te sie als Biblio­thek und Ver­wal­tungs­sitz. Seit 1938 beher­bergt sie das His­to­ri­sche Museum.

Die Aus­stel­lung „Mau­ern der Macht: Die Alte Hof­hal­tung in Bam­berg“ gibt den Besu­che­rin­nen und Besu­chern einen Ein­blick in die über tau­send­jäh­ri­ge Geschich­te die­ses Ortes. The­ma­ti­siert wer­den nicht nur das Leben der Mäch­ti­gen mit ihren Feh­den, Kon­flik­ten, Krie­gen und Fei­er­lich­kei­ten, son­dern auch das Leben der ein­fa­chen Leu­te wie Hand­wer­ker, Bau­meis­ter und Bediens­te­te, die eben­falls hier leb­ten und arbeiteten.

Neben dem gro­ßen Gan­zen wer­den auch Ein­zel­schick­sa­le, die mit der Hof­hal­tung ver­knüpft sind, beleuch­tet. Zu nen­nen ist hier bei­spiels­wei­se die Ermor­dung König Phil­ipps von Schwa­ben im Jahr 1208, die sich im Pal­las der Hof­hal­tung zutrug. Auch Georg Haas fand dort sei­nen Tod. Im Zuge der Hexen­pro­zes­se wur­de der dama­li­ge Kanz­ler des Hoch­stifts in der Alten Hof­hal­tung hin­ge­rich­tet. Auch die jün­ge­re Geschich­te wird beleuch­tet, bei­spiels­wei­se die Nut­zung der Hof­hal­tung als Tou­ris­ten­ziel, archäo­lo­gi­sche Aus­gra­bungs­stät­te und kul­tu­rel­ler Ver­an­stal­tungs­ort, etwa für die jähr­lich statt­fin­den­den Calderón-Festspiele.

Im Bild: Der Kapell­meis­ter Kreis­ler im Wahn­sinn, Blei­stift­zeich­nung von E.T.A. Hoff­mann, 1822, Aus­schnitt, Foto: Gerald Raab, Staats­bi­blio­thek Bamberg

Die bau­li­che Ent­wick­lung nachvollziehen

Das Team des His­to­ri­schen Muse­ums Bam­berg hat zahl­rei­che Objek­te aus den Samm­lun­gen der Muse­en der Stadt Bam­berg zusam­men­ge­tra­gen und eine inter­es­san­te Aus­stel­lung rund um ihr Muse­ums­ge­bäu­de kura­tiert. Zu sehen gibt es his­to­ri­sche Dar­stel­lun­gen, inter­es­san­te Doku­men­te aus den unter­schied­li­chen Epo­chen, sowie 3D-Model­le und Medi­en­sta­tio­nen, die die Ent­wick­lung der Alten Hof­hal­tung nach­voll­zieh­bar machen. Ergänzt wird die Aus­stel­lung durch inter­ak­ti­ve Erleb­nis­sta­tio­nen und ein viel­sei­ti­ges Rah­men­pro­gramm zum Inter­na­tio­na­len Muse­ums­tag am 17. Mai.

Zeit­gleich mit der Aus­stel­lungs­er­öff­nung von „Mau­ern der Macht: Die Alte Hof­hal­tung in Bam­berg“ am 27. März wur­den auch die stän­di­gen Aus­stel­lun­gen des His­to­ri­schen Muse­ums aus dem Win­ter­schlaf erweckt und dem Publi­kum zugäng­lich gemacht. „Jüdi­sches in Bam­berg“, der „Bil­der­spa­zier­gang“ durch die Gemäl­de­ga­le­rie im His­to­ri­schen Muse­um und „Eine neue Zeit bricht an“ über das Bam­ber­ger Bür­ger­tum sind die Klas­si­ker der Bam­ber­ger Muse­ums­land­schaft und immer wie­der einen Besuch wert.

Anläss­lich des E.T.A.-Hoffmann-Jubiläumsjahres lädt der „E.T.A.-Hoffmann-Tanzsaal“ im His­to­ri­schen Muse­um zur Ent­de­ckung sei­ner phan­tas­ti­schen Welt ein. Seit dem 29. April prä­sen­tie­ren die Preis­trä­ger des Bergan­za-Prei­ses des Bam­ber­ger Kunst­ver­eins ihre zum The­ma pas­sen­den Wer­ke. Die Aus­stel­lung wird durch eine hoff­man­nes­ke Ver­an­stal­tungs­rei­he mit Lesun­gen, Vor­trä­gen und Work­shops ergänzt, die die Viel­schich­tig­keit des Künst­lers zeigen. 

Alle Aus­stel­lun­gen im His­to­ri­schen Muse­um Bam­berg sind bis zum 1. Novem­ber 2026 zu sehen.


Staats­bi­blio­thek Bam­berg: „Ver­ges­se­ne Kunst in Bam­berg: Ale­xej Borutscheff“

Gleich neben­an in der Staats­bi­blio­thek Bam­berg wid­met sich die Aus­stel­lung „Ver­ges­se­ne Kunst in Bam­berg: Ale­xej Bor­uts­cheff” einem moder­ne­ren Künst­ler. Er war, wie E.T.A. Hoff­mann, kein gebür­ti­ger Bam­ber­ger, hat aber, wie Hoff­mann, die Bam­ber­ger Kunst­sze­ne ent­schei­dend geprägt.

Ale­xej Archipowitsch Bor­uts­cheff wur­de 1911 in Russ­land gebo­ren. In den 1930er Jah­ren stu­dier­te er Archi­tek­tur und Kunst in Mos­kau. Wäh­rend des Zwei­ten Welt­kriegs geriet er als Offi­zier der Roten Armee in deut­sche Kriegs­ge­fan­gen­schaft und kam 1945 nach Bam­berg, wo er bis zu sei­nem Tod im Jahr 1994 lebte.

Der Kunst von Ale­xej Bor­uts­cheff wid­met sich die Staats­bi­blio­thek. Foto: Staats­bi­blio­thek Bamberg

„Fra­gi­les Erbe – blei­ben­des Licht“: Muse­ums­tag im Diözesanmuseum

Im Diö­ze­san­mu­se­um neben­an wid­met man sich mit der am 16. Mai eröff­nen­den Aus­stel­lung „Fra­gi­les Erbe – blei­ben­des Licht“ dem Bam­ber­ger Andre­as­fens­ter. Im Zuge der Restau­rie­rung der Andre­as­ka­pel­le im Bam­ber­ger Dom wur­de das Glas­fens­ter unter­sucht und kon­ser­viert, um sei­ne his­to­ri­sche Bema­lung zu sichern. Das Fens­ter ist das ein­zi­ge erhal­te­ne, mit­tel­al­ter­li­che Bunt­glas­fens­ter im Dom­be­stand und stammt aus dem frü­hen 15. Jahr­hun­dert. Am Inter­na­tio­na­len Muse­ums­tag haben Besu­cher die Mög­lich­keit, live bei der Restau­rie­rung die­ses Kul­tur­schat­zes dabei zu sein und den Exper­ten bei der Arbeit zuzu­se­hen. Zudem sind eine inter­ak­ti­ve Sta­ti­on für Kin­der und Vor­trä­ge über mit­tel­al­ter­li­che Glas­pro­duk­ti­on geplant. Das Muse­ums­ca­fé wird eben­falls geöff­net sein.

Das Andre­as­fens­ter im Diö­ze­san­mu­se­um. Foto: Inge­borg Lim­mer, DiözesanMuseum

Bum­il­ler Coll­ec­tion /​Uni­ver­si­täts­mu­se­um für Isla­mi­sche Kunst

Auch die Bum­il­ler Coll­ec­tion /​Uni­ver­si­täts­mu­se­um für Isla­mi­sche Kunst betei­ligt sich mit einem Pro­gramm am Inter­na­tio­na­len Muse­ums­tag. Die Bum­il­ler Coll­ec­tion zählt zu den bedeu­tends­ten Samm­lun­gen früh­is­la­mi­scher Kunst. 

Ein Ein­blick in die Bum­il­ler Coll­ec­tion. Foto: Dr. Mer­ce­dés Och

Sie stammt aus den Erwer­bun­gen des Samm­lers Man­fred Bum­il­ler und ist heu­te im Uni­ver­si­täts­mu­se­um für Isla­mi­sche Kunst in der Austra­ße in der Bam­ber­ger Insel­stadt behei­ma­tet. Am Muse­ums­tag fin­det um 10:30 Uhr eine Füh­rung durch die Samm­lung statt. Zu sehen gibt es Kera­mi­ken, Glas, Schrift­stü­cke und Elfen­bein­ob­jek­te aus den Kul­tu­ren ent­lang der Sei­den­stra­ße. Um 14 Uhr wird Rolf-Bern­hard Essig in den Muse­ums­räum­lich­kei­ten einen gewohnt kurz­wei­li­gen Vor­trag mit dem Titel „Die flie­gen­de Zie­ge und ein Ess­löf­fel Öl” halten.


Viel gebo­ten am Dom

Zum Inter­na­tio­na­len Muse­ums­tag wird in Bam­berg viel gebo­ten. Die Teams der Bam­ber­ger Muse­en haben sich Mühe gege­ben, um den Besu­che­rin­nen und Besu­chern mit­tel­al­ter­li­che Macht­zen­tren, ver­ges­se­ne Kunst­schät­ze, Hoff­manns fan­tas­ti­sche Wel­ten und früh­is­la­mi­sche Kunst zu zei­gen. Wer am 17. Mai den Weg auf den Dom­berg und in die Bam­ber­ger Innen­stadt fin­det, unter­nimmt eine Rei­se durch die Epo­chen und erlebt, wie Muse­en Men­schen, Geschich­ten und Per­spek­ti­ven mit­ein­an­der ver­bin­den. So wird das Mot­to „Muse­ums uniting a divi­ded world” ganz kon­kret erfahr­bar – und das mit­ten im Schat­ten des Doms.

Aus­führ­li­che Infor­ma­tio­nen zum Pro­gramm­ab­lauf sind auf der Home­page zu finden.

Bam­bergs Ufer neu denken

Bür­ge­rin­nen und Bür­ger set­zen beim Tag der Städ­te­bau­för­de­rung kla­re Akzente

Unter dem Mot­to „Die Ufer­be­rei­che in Bam­berg – kli­ma­an­ge­passt den­ken“ lud die Stadt Bam­berg am ver­gan­ge­nen Sams­tag, dem 9. Mai, am Tag der Städ­te­bau­för­de­rung 2026, von 10 bis 14 Uhr ein, gemein­sam über die Zukunft des Ade­naue­ru­fers, des Kuni­gun­den­damms und der angren­zen­den Frei­räu­me nach­zu­den­ken. Rund um vier The­men­sta­tio­nen – Bewe­gung, Nach­hal­tig­keit, Nut­zun­gen und Atmo­sphä­re – sam­mel­ten die Teil­neh­men­den Wün­sche, Kri­tik und Ideen.

Leb­haf­te Unter­hal­tun­gen, voll­ge­schrie­be­ne Mode­ra­ti­ons­wän­de und ein star­kes Inter­es­se am Rad­ver­kehr: Der Tag der Städ­te­bau­för­de­rung 2026 hat im Bam­ber­ger Bür­ger­la­bor in der Haupt­wach­stra­ße am ver­gan­ge­nen Sams­tag, dem 9. Mai, gezeigt, wie viel die Men­schen in die­ser Stadt über ihre Ufer­be­rei­che zu sagen haben. Unter dem Mot­to „Die Ufer­be­rei­che in Bam­berg – kli­ma­an­ge­passt den­ken“ lud die Stadt Bam­berg von 10 bis 14 Uhr ein, gemein­sam über die Zukunft des Ade­naue­ru­fers, des Kuni­gun­den­damms und der angren­zen­den Frei­räu­me nach­zu­den­ken. Rund um vier The­men­sta­tio­nen – Bewe­gung, Nach­hal­tig­keit, Nut­zun­gen und Atmo­sphä­re – sam­mel­ten die Teil­neh­men­den Wün­sche, Kri­tik und Ideen.

Beson­ders deut­lich: der Wunsch nach siche­rem, kom­for­ta­blem Rad­fah­ren. Zahl­rei­che Bei­trä­ge for­der­ten eine kon­se­quen­te Tren­nung von Rad- und Fuß­ver­kehr am Fluss­ufer, eine lücken­lo­se Beleuch­tung auf bei­den Sei­ten des Kanals, den Rück­bau gefähr­li­cher Eng­stel­len etwa zwi­schen Luit­pold- und Ket­ten­brü­cke sowie eine ver­kehrs­be­ru­hig­te Gestal­tung des Kuni­gun­den­damms. Mehr­fach wur­de auch der durch­ge­hen­de Rad­weg beid­sei­tig des Kanals als beson­de­rer Qua­li­täts­wert her­vor­ge­ho­ben – und gleich­zei­tig sein Aus­bau­po­ten­zi­al betont.

Dar­über hin­aus for­mu­lier­ten die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger einen brei­te­ren Anspruch an den Umgang mit dem Auto­ver­kehr in der Innen­stadt: Stim­men für Tem­po-30-Rege­lun­gen, eine Ein­schrän­kung des Par­kens zuguns­ten von Auf­ent­halts­qua­li­tät und die Idee, Autos lang­fris­tig aus dem Innen­stadt­kern zurück­zu­drän­gen, fan­den sich auf meh­re­ren Karten.

Beim The­ma Nach­hal­tig­keit domi­nier­ten For­de­run­gen nach mehr kli­ma­re­si­li­en­ter Bepflan­zung, der Ent­sie­ge­lung von Flä­chen ent­lang der Wege und nach ver­senk­ba­ren Müll­be­häl­tern als stadt­ge­stal­te­ri­scher Lösung. Bei den Nut­zungs­wün­schen zeig­ten sich der Wunsch nach mehr Sitz­mög­lich­kei­ten und Trink­was­ser­spen­dern, brei­te­ren Zugän­gen zum Was­ser sowie einer KUN­NI-Ter­ras­se als zen­tra­lem Treffpunkt.

„Die Reso­nanz war beein­dru­ckend“, sag­te Bau­re­fe­ren­tin Anne­gret Mich­ler, die das For­mat gemein­sam mit ihrem Team der Stadt­pla­nung beglei­te­te. „Die Men­schen haben sehr kon­kret und sehr kon­struk­tiv mit­ge­dacht. Das ist eine wert­vol­le Grund­la­ge für die wei­te­re Pla­nung. Auch ver­tie­fen­de Fra­gen zum Tie­fen­samm­ler konn­ten wir wie­der gut beantworten.“

Die gesam­mel­ten Bei­trä­ge flie­ßen in den lau­fen­den Pro­zess zur Was­ser- und Kli­ma­an­pas­sungs­stra­te­gie Bam­berg ein.

Poli­ti­ke­rin­nen und Poli­ti­ker von Stadt und Land­kreis Bam­berg fei­ern öku­me­ni­schen Gottesdienst

Got­tes­dienst als Zei­chen für Zusam­men­halt und gemein­sa­me Verantwortung

Mit Gebe­ten, Musik und Seg­nun­gen haben Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter ver­schie­de­ner Kir­chen und Reli­gi­ons­ge­mein­schaf­ten gemein­sam die neue Amts­pe­ri­ode in Stadt und Land­kreis Bam­berg eingeläutet.

In der St.-Martins-Kirche am Grü­nen Markt gestal­te­ten Geist­li­che unter­schied­li­cher Kon­fes­sio­nen und Glau­bens­rich­tun­gen einen öku­me­ni­schen Got­tes­dienst, der ein sicht­ba­res Zei­chen für Zusam­men­halt, gegen­sei­ti­gen Respekt und gemein­sa­me Ver­ant­wor­tung setz­te. Ein­ge­la­den hat­ten Ober­bür­ger­meis­ter Sebas­ti­an M. Nie­der­mai­er und Land­rat Johan­nes Macie­jon­c­zyk, die gemein­sam mit Mit­glie­dern von Stadt­rat und Kreis­tag sowie zahl­rei­chen Bür­ge­rin­nen und Bür­gern an der Fei­er teilnahmen.

Gestal­tet wur­de der Got­tes­dienst von Dekan Dr. Mar­kus Koh­mann und Pfar­rer Hel­mut Het­zel für die katho­li­sche Kir­che sowie Deka­nin Sabi­ne Hirsch­mann und Pfar­rer Wal­ter Neun­hoef­fer für die evan­ge­li­sche Kir­che. Dar­über hin­aus wirk­ten Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter wei­te­rer Reli­gi­ons­ge­mein­schaf­ten mit: die DITIB Bam­berg mit Vor­sit­zen­dem Meh­met Çet­in­de­re und Imam Muhit­tin Yurt­taş, die Libe­ra­le Jüdi­sche Gemein­de mit Rab­bi­ne­rin Dr. A. Yael Deu­sel und Vor­sit­zen­dem Shlo­mo Wei­ßen­fels, die Bahai-Gemein­de mit Bir­git Asbeck sowie Ver­tre­te­rin­nen der Ale­vi­ti­schen Gemein­de mit Dilek Öznur und Sinem Adi­gü­zel. In ihren Bei­trä­gen beton­ten die Geist­li­chen die zen­tra­le Bot­schaft des Abends: „Gott ist da, gibt Kraft, Mut und Zuver­sicht für alles, was ansteht.“ Für die musi­ka­li­sche Gestal­tung sorg­ten der Poli­zeis­än­ger­chor Bam­berg, der Gesangs­ver­ein Bur­ge­brach sowie Deka­nats­kan­tor Micha­el Goos an der Orgel.

Ein beson­de­rer Moment des Got­tes­diens­tes war die per­sön­li­che Seg­nung von Ober­bür­ger­meis­ter Sebas­ti­an M. Nie­der­mai­er und Land­rat Johan­nes Macie­jon­c­zyk durch Deka­nin Hirsch­mann und Pfar­rer Het­zel. Bei­den soll damit Kraft und Stär­ke für die ver­ant­wor­tungs­vol­len Auf­ga­ben der kom­men­den Jah­re zuteil­wer­den. Auch die Mit­glie­der des Stadt­ra­tes und des Kreis­ta­ges erhiel­ten eine Seg­nung für ihre kom­mu­nal­po­li­ti­sche Arbeit.


Gemein­sa­mes Wertefundament

Ober­bür­ger­meis­ter Sebas­ti­an M. Nie­der­mai­er dankt Johan­nes Macie­jon­c­zyk für die „schö­ne Idee, den Start in die neue Amts­pe­ri­ode unter Got­tes Segen zu stel­len“, die ihn sofort über­zeugt habe. „Die christ­li­che Wer­te­ord­nung bil­det auch im Jahr 2026 eine wich­ti­ge Richt­schnur für poli­ti­sche Ent­schei­dun­gen, ent­bin­det uns aber frei­lich nicht von eigen­stän­di­gen Ent­schei­dun­gen“, erklärt Niedermaier.

Land­rat Johan­nes Macie­jon­c­zyk erklärt: „Mein christ­li­cher Glau­be gibt mir Halt und Ori­en­tie­rung – auch im öffent­li­chen Amt.“ Er freue sich sehr, dass Land­kreis und Stadt Bam­berg erst­mals gemein­sam einen Got­tes­dienst zum Beginn der neu­en Wahl­pe­ri­ode fei­ern. „Für Ober­bür­ger­meis­ter Sebas­ti­an Nie­der­mai­er und mich ist dies ein sicht­ba­res Zei­chen für eine ver­trau­ens­vol­le Zusam­men­ar­beit und ein gemein­sa­mes Wer­te­fun­da­ment“, betont der Landrat.

„Der Stern in dir“

Zwei Frau­en, eine Visi­on: Ein Bene­fiz­mär­chen für Bamberg

Am 16. Mai bringt das Pro­jekt „Der Stern in dir“ ein ganz beson­de­res Bene­fiz­mär­chen im Kul­tur­bo­den Hall­stadt. Dahin­ter ste­hen zwei Frau­en – Saskia Steck aus Bam­berg, und Andrea Raf­fae­la Böll aus der Schweiz –, die mit Musik und Fan­ta­sie nicht nur unter­hal­ten, son­dern auch Gutes tun wol­len. Im Gespräch mit dem Stadt­echo erzählt die Bam­ber­ger Co-Autorin und Pro­jekt­lei­te­rin Saskia Steck, wie aus einer spon­ta­nen Idee ein Her­zens­pro­jekt wurde.

„Die Idee zu „Der Stern in dir“ ist eigent­lich aus einer „Schnaps­idee ohne Schnaps“ ent­stan­den“, sagt Saskia Steck lachend. Zusam­men mit Andrea Raf­fae­la Böll, einer Freun­din aus der Schweiz und frü­he­ren Gesangs­leh­re­rin, orga­ni­sier­te sie 2024 ganz spon­tan eine Musi­cal-Bene­fiz-Night in Gau­stadt. Inner­halb von drei Mona­ten stand die Show – der Saal war voll, die Stim­mung groß­ar­tig, und am Ende konn­ten sie 1.000 Euro an das Kin­der- und Jugend­hos­piz Ster­nen­zelt spen­den. „Wir hat­ten so viel Spaß dar­an, dass wir gesagt haben: Das machen wir grö­ßer. Pro­fes­sio­nel­ler. Und öfter.“

Die Ent­schei­dung, den Erlös dem Kin­der- und Jugend­hos­piz Ster­nen­zelt in Bam­berg zukom­men zu las­sen, war für Saskia Steck sehr per­sön­lich. Die Pro­jekt­lei­te­rin lebt selbst mit einer chro­ni­schen Auto­im­mun­erkran­kung und weiß, wie wich­tig Unter­stüt­zung für Fami­li­en mit schwer kran­ken Kin­dern ist. „Die Pfle­ge dort wird finan­ziert, aber alles drum her­um – Ange­bo­te für Eltern, Geschwis­ter, Begeg­nun­gen – läuft über Spen­den. Genau das woll­ten wir unterstützen.“


Was ist gut in mir?

„Der Stern in dir“ erzählt die Geschich­te des Mäd­chens Liva, das sich auf die Suche nach einem ver­schwun­de­nen Stern macht, der über ihrem Dorf Schutz gespen­det hat. Auf ihrer Rei­se begeg­net sie sym­bo­li­schen Figu­ren: einem Löwen ohne Mut, einer Köni­gin mit har­ter Fas­sa­de und zer­bro­che­nem Inne­ren, einem Wald vol­ler Spie­gel, die ihr nur Livas nega­ti­ven Sei­ten zei­gen. Am Ende erkennt Liva: Der Stern leuch­tet nicht am Him­mel – son­dern in jedem Men­schen selbst. „Es geht um Selbst­wert, Mut, Ver­letz­lich­keit und dar­um, sich selbst anzu­neh­men – mit Licht und Schat­ten,“ so Saskia Steck.

Saskia Steck, Foto: Mar­tin Rahn /​www.schwarzeliste.ch


Bei dem Gan­zen ist das Publi­kum Teil der Geschich­te, und das ganz bewusst. Die Zuschau­er dür­fen mit­ent­schei­den, wie die Geschich­te wei­ter­geht. Außer­dem gibt es eine soge­nann­te Ster­nen­wand: Dort kön­nen Besu­cher Ster­ne auf­hän­gen und auf­schrei­ben, was ihnen Hoff­nung gibt oder was sie an sich selbst schät­zen. „Wir wol­len den Fokus weg vom Nega­ti­ven len­ken. Mal nicht: Was läuft alles schief? Son­dern: Was ist eigent­lich gut in mir?“

War­um der Kulturboden?

Ursprüng­lich soll­te das Stück wie­der – wie die Ver­an­stal­tung 2024 – im Sän­ger­heim in Gau­stadt lau­fen, doch das ist nicht bar­rie­re­frei. Der Kul­tur­bo­den bie­tet Platz, ist gut erreich­bar und offen für alle. „Inklu­si­on war uns wich­tig. Jeder soll kom­men kön­nen – mit Kin­der­wa­gen, Roll­stuhl oder ein­fach nur mit Neu­gier.“ Auch Wolf­gang Heyder, Chef des Ver­an­stal­tungs­ser­vice Bam­berg und Ver­an­stal­ter, steht dahin­ter: „Ich hal­te das für ein ganz wun­der­ba­re Akti­on, des­halb auch unse­re Unterstützung!“

Gemein­sa­me Vision

Wäh­rend die Bam­ber­ge­rin Saskia Steck aus dem klas­si­schen Gesang kommt und heu­te auch als Hoch­zeits­sän­ge­rin arbei­tet, ist Co-Autorin Andrea Raf­fae­la in der Schweiz eine bekann­te Metal-Sän­ge­rin, Boo­ke­rin und Vocal-Coach. Sie wur­de sogar zu einer der bes­ten weib­li­chen Metal-Stim­men gekürt. „Genau das ist das Schö­ne bei uns: Unter­schied­li­che Sti­le, eine gemein­sa­me Vision.“

„Wir wol­len Licht in die­se momen­tan dunk­len Zei­ten brin­gen. Über­all hört man von Kri­sen, Krie­gen, Angst. Die Men­schen wer­den miss­traui­scher. Wir wol­len mit Musik wie­der Wär­me schaf­fen.“ Der Pro­jekt- und Ver­an­stal­ter­na­me Can­ta­via ist dabei Pro­gramm: Cant­are (sin­gen) und Avia (Flü­gel) – die Stim­me soll Flü­gel verleihen.

So geht es nach Bam­berg weiter

Zunächst fei­er­te das Mär­chen am 7. März Pre­mie­re in Baden (Schweiz), danach folgt Bam­berg am 16. Mai. Lang­fris­tig den­ken die bei­den sogar über einen eige­nen gemein­nüt­zi­gen Ver­ein nach. „Aber erst mal wol­len wir die Kos­ten decken, Men­schen berüh­ren – und zei­gen, dass Kul­tur auch Herz haben kann.“

Jah­res­aus­stel­lung des BBK Oberfranken

„Trans­pa­renz“ in der Vil­la Dessauer

Die Jah­res­aus­stel­lung „Trans­pa­renz“ des BBK Ober­fran­ken e. V. wid­met sich einem eben­so viel­schich­ti­gen wie aktu­el­len The­ma: der Trans­pa­renz. Im Gespräch erläu­tert der Vor­sit­zen­de Ger­hard Schlöt­zer, wie unter­schied­lich Künst­le­rin­nen und Künst­ler die­sen Begriff inter­pre­tie­ren – und wel­che Span­nun­gen, Irri­ta­tio­nen und Denk­an­stö­ße sich dar­aus für das Publi­kum ergeben.

„Das The­ma zielt auf Kon­tras­te“, erklärt Ger­hard Schlöt­zer. „Allem vor­an auf den Kon­trast zwi­schen Durch­schei­nen und Ver­de­cken, Erschei­nen und Ver­schwin­den, sicht­bar machen und Ver­ber­gen – und das sowohl im phy­si­ka­li­schen als auch im über­tra­ge­nen Sinn.“ Gera­de die­se Gegen­sät­ze bil­den den roten Faden der Aus­stel­lung. Trans­pa­renz erscheint hier nicht als ein­deu­ti­ger Zustand, son­dern als dyna­mi­sches Span­nungs­feld, das sich in unter­schied­lichs­ten künst­le­ri­schen Stra­te­gien entfaltet.

Die Band­brei­te der Arbei­ten ist ent­spre­chend groß: „Abs­tra­hier­te Land­schafts­for­men von unten gese­hen in Mar­mor“, „Über­la­ge­rung von Durch­bli­cken und Spie­ge­lun­gen an glä­ser­nen Grenz­flä­chen mit­tels Foto­gra­fie“ oder „bestick­te Stoff­bah­nen, die sich über­la­gernd ver­schie­de­ne Zeit­zu­stän­de dar­stel­len“. Hin­zu kom­men Arbei­ten, die mit über­ra­schen­den Mate­ri­al­kom­bi­na­tio­nen arbei­ten: etwa „Lebens­mit­tel­kenn­zeich­nun­gen als Trans­pa­renz­ver­spre­chen, ein­ge­gos­sen in einen über­di­men­sio­nier­ten, durch­sich­ti­gen Kunst­stoff­do­nut“, oder „soli­de Holz­blö­cke, die durch vie­le Ein­schnit­te mit der Kreis­sä­ge in durch­schei­nen­de Lamel­len­struk­tu­ren zer­legt wer­den und an Archi­tek­tur­mo­del­le erinnern“.

Auch male­ri­sche Posi­tio­nen erwei­tern das Spek­trum: „die gegen­sei­ti­ge Durch­drin­gung meh­re­rer mög­li­cher Daseins­for­men mit­tels sur­rea­ler Male­rei“ oder „ges­ti­sche, groß­for­ma­ti­ge Tusche­ma­le­rei, die auf die Rück­sei­te geroll­ter manns­ho­her Papier­rol­len durch­schla­gend das Papier durch­dringt“. Selbst imma­te­ri­el­le Aspek­te wer­den the­ma­ti­siert, etwa „die Luft als trans­pa­ren­tes Trä­ger­me­di­um vie­ler Lebens­pro­zes­se, dar­ge­stellt in schmun­zeln­den Zeichnungen“.

„Eine gro­ße Viel­falt teils mehr­fa­cher Trans­pa­renz­be­zü­ge steckt in den Wer­ken der 33 aus­stel­len­den pro­fes­sio­nel­len Künst­le­rin­nen und Künst­ler“, fasst Herr Schlöt­zer zusam­men. Besich­ti­gen kann man die Aus­stel­lung vom 3. April bis 17. Mai.


Kunst im Dia­log: Die sozia­le Plastik

Ein beson­de­rer Akzent liegt auf einer Arbeit, die sich nicht als abge­schlos­se­nes Werk ver­steht, son­dern als offe­ner Pro­zess: eine „sozia­le Plastik“.

„Unser neu­es Mit­glied Flo­ri­an Seu­bert, der im Grenz­be­reich von Lite­ra­tur, Thea­ter und Per­for­mance arbei­tet, wird an vie­len Tagen der Aus­stel­lung per­sön­lich anwe­send sein“, erklärt Schlöt­zer. „Auf einem Schild steht: „Schrift­stel­ler bei der Arbeit: Sprich mit mir!“ An einem klei­nen Tisch im Ober­ge­schoß der Vil­la Des­sau­er sit­zend, wird er kom­mu­ni­ka­ti­ons­wil­li­ge Besu­che­rin­nen und Besu­cher erwar­ten. Die­se sind ein­ge­la­den, direkt mit dem Künst­ler in Aus­tausch zu tre­ten, Fra­gen zu stel­len und Gedan­ken zu tei­len. Etwa­ige Gesprä­che wer­den Teil des Kunst­werks selbst: „Die Ergeb­nis­se der sich dar­aus ent­wi­ckeln­den Gesprä­che wird er auf Kle­be­zet­teln an den ihn umge­ben­den Wän­den des Aus­stel­lungs­rau­mes festhalten.“

Vero­ni­ka RIedls „Fas­sa­den“ Foto: Vero­ni­ka Riedl

Gera­de die Offen­heit die­ses Pro­zes­ses ist zen­tral: „Weil es sich um einen offe­nen Pro­zess han­delt, wäre es ver­früht, kon­kre­te Erwar­tun­gen dar­an zu knüp­fen.“ Statt­des­sen liegt der Fokus auf der Betei­li­gung, denn es ist sonn­vol­ler, sich selbst ein­zu­brin­gen und am Ver­lauf die­ses Pro­zes­ses aktiv zu betei­li­gen. So ent­steht ein leben­di­ges Werk, das sich im Lau­fe der Aus­stel­lung ver­än­dert und ver­dich­tet – getra­gen von den Stim­men der Besu­che­rin­nen und Besucher.


Mate­ri­al als Mitgestalter

Ein wei­te­rer zen­tra­ler Aspekt der Aus­stel­lung ist die Bedeu­tung von Mate­ri­al und Tech­nik. „Bei den ver­wen­de­ten Mate­ria­li­en und Tech­ni­ken gibt es eine brei­te Aus­wahl – vom the­ma­tisch nahe­lie­gen­den Trans­pa­rent­pa­pier bis zu Holz und Stein, die man zunächst nicht mit Trans­pa­renz in Ver­bin­dung brin­gen würde.“

Vie­le Künst­le­rin­nen und Künst­ler arbei­ten lang­fris­tig mit bestimm­ten Mate­ria­li­en und ent­wi­ckeln dar­aus ihre künst­le­ri­sche Spra­che. „Die­se Mate­ria­li­en erfor­schen sie meist bis in die Tie­fe hand­werk­li­cher Fra­gen und erpro­ben immer wie­der aufs Neue ihre inhalt­li­che Aus­drucks­kraft.“ Dabei ent­steht ein enger Dia­log zwi­schen Idee und Mate­ri­al: „Das Mate­ri­al ist für sie nicht nur dienst­ba­res Medi­um zur Ver­mitt­lung ihrer Ideen, son­dern ein gleich­be­rech­tig­ter Part­ner beim Pro­zess der Kunstwerdung.“

Trans­pa­renz wird dabei nicht nur im wört­li­chen Sin­ne ver­stan­den. Zwar kom­men Mate­ria­li­en wie „Glas, Gieß­harz und dün­ner Stoff“ zum Ein­satz, doch gleich­zei­tig wird immer auch eine meta­pho­ri­sche Ebe­ne ange­spro­chen: „klar, ein­leuch­tend, ver­ständ­lich, durch­schau­bar“. So ent­ste­hen Arbei­ten, die über das Sicht­ba­re hin­aus­wei­sen und grund­le­gen­de Fra­gen nach Wahr­neh­mung, Erkennt­nis und Wirk­lich­keit stellen.


Gesell­schaft­li­che Spiegelungen

Vie­le der aus­ge­stell­ten Wer­ke grei­fen gesell­schaft­li­che, poli­ti­sche oder per­sön­li­che The­men auf. Trans­pa­renz wird hier zu einem Begriff, der weit über das Mate­ri­el­le hin­aus­geht. Ein Bei­spiel ist Gert Res­sel, der mit sei­nem Wort­spiel „Trans­pa­renz – trans par­ents“ die Mehr­deu­tig­keit des Begriffs nutzt und fami­liä­re wie gesell­schaft­li­che Kon­stel­la­tio­nen reflek­tiert. Dabei han­delt es sich um eine Rücken­an­sicht von zwei wohl homo­se­xu­el­len Män­nern mit einem Kind an der Hand.

Vero­ni­ka RIedls „Fas­sa­den“ Foto: Vero­ni­ka Riedl

Auch Vero­ni­ka Riedl the­ma­ti­siert gesell­schaft­li­che Struk­tu­ren. Ihre durch­schei­nen­den, von innen leuch­ten­den Por­zel­lan­struk­tu­ren erin­nern an fra­gi­le Fas­sa­den im Ver­fall. Für sie sind die­se Arbei­ten eine Meta­pher für Macht­struk­tu­ren: „reprä­sen­ta­ti­ve Fas­sa­den als undurch­sich­ti­ge, ver­ber­gen­de Hül­le von eigen­in­ter­es­sen­ge­lei­te­ten Pro­zes­sen in Wirt­schaft und Poli­tik“. Ihre Schluss­fol­ge­rung ist eben­so poe­tisch wie kri­tisch: „Alle Fas­sa­den fan­gen irgend­wann an zu brö­ckeln, spä­tes­tens dann gewäh­ren sie einen klei­nen Blick ins Inne­re.“ Damit wird Trans­pa­renz zu einem Schlüs­sel­be­griff für das Ver­ständ­nis gesell­schaft­li­cher Pro­zes­se – zwi­schen Offen­le­gung und Verschleierung.


Kura­tie­ren als dia­lo­gi­scher Prozess

Bei einer Aus­stel­lung mit 33 betei­lig­ten Künst­le­rin­nen und Künst­lern spielt die Aus­wahl der Wer­ke eine ent­schei­den­de Rol­le. Die meis­ten Aus­stel­lun­gen des BBK Ober­fran­ken wer­den unter sei­nen Mit­glie­dern oder den Mit­glie­dern ande­rer BBKs aus­ge­schrie­ben – meist unter einem Ober­the­ma, wie „Trans­pa­renz“, „Mehr und Weni­ger“ oder „Die Gren­ze“, um die Aus­stel­lungs­the­men in der Vil­la Des­sau­er der letz­ten 3 Jah­re zu nen­nen. Die ein­ge­hen­den Bewer­bun­gen wer­den von einer fach­kun­di­gen Jury dann pas­send zum The­ma und dem Aus­stel­lungs­ort so aus­ge­wählt und ange­ord­net, dass ein sinn­vol­ler Bezug zwi­schen den Wer­ken ent­steht: „Ein Dia­log, der im bes­ten Fall auch zu den Aus­stel­lungs­be­su­chern spricht!“

Die Aus­wahl­kri­te­ri­en sind zum einen die künst­le­ri­sche Qua­li­tät, über die in der Jury inten­siv dis­ku­tiert wird, und zum ande­ren die Bezie­hun­gen, die die Wer­ke im Aus­stel­lungs­kon­text zuein­an­der ent­wi­ckeln kön­nen: „Man kann sich die Jury als eine Art Kura­to­ren­team vor­stel­len, das mit dem von den Künst­le­rin­nen und Künst­lern zur Ver­fü­gung gestell­ten Mate­ri­al ver­sucht, eine mög­lichst anre­gen­de und aus­sa­ge­kräf­ti­ge Aus­stel­lung zu bau­en.“ So ent­steht ein Dia­log – zwi­schen den Wer­ken selbst, aber auch zwi­schen Kunst und Publikum.

Wirt­schaft im Raum Bam­berg trotzt schwie­ri­gen Rahmenbedingungen

Bam­ber­ger Wirt­schaft wächst – Indus­trie schwächelt

Die Zahl der sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig Beschäf­tig­ten im Raum Bam­berg ist seit 2019, dem Jahr vor Coro­na, um 3.157 auf 97.770 ange­stie­gen, so die IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth in einer aktu­el­len regio­na­len Ana­ly­se. Die Stadt Bam­berg ver­zeich­ne­te ein Plus von 3.269 auf 57.747, der Land­kreis Bam­berg hin­ge­gen einen leich­ten Rück­gang um 112 auf 40.023 Beschäftigte.

Die IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth wirft einen genaue­ren Blick auf die Zah­len der Bun­des­agen­tur für Arbeit für die ein­zel­nen Bran­chen. Eine Ana­ly­se der ein­zel­nen Wirt­schafts­ab­schnit­te zeigt, dass in der Stadt Bam­berg die frei­be­ruf­li­chen, wis­sen­schaft­li­chen und tech­ni­schen Dienst­leis­tun­gen mit einem Beschäf­tig­ten­plus von 923, der Bereich Infor­ma­ti­on und Kom­mu­ni­ka­ti­on mit einem Plus von 646 und der Bereich Ver­kehr und Lage­rei mit 607 die höchs­ten Zuwäch­se ver­zeich­nen. Von einem Beschäf­tig­ten­ab­bau beson­ders betrof­fen war in der Stadt Bam­berg vor allem das Ver­ar­bei­ten­de Gewer­be (-1.465). In nur sechs Jah­ren ging jeder zehn­te Indus­trie­ar­beits­platz verloren.

Auch im Land­kreis Bam­berg zeigt sich das Ver­ar­bei­ten­de Gewer­be mit einem Beschäf­tig­ten­rück­gang um 2.154 auf 11.278 sicht­lich ange­schla­gen. Gegen­über 2019 gin­gen hier 16 Pro­zent der Arbeits­plät­ze ver­lo­ren. Aber auch das Gast­ge­wer­be ver­zeich­net ein deut­li­ches Minus von 239 oder 19,5 Pro­zent auf 989. Das größ­te Plus gab es im Land­kreis beim Han­del inklu­si­ve Instand­hal­tung und Repa­ra­tur von Kraft­fahr­zeu­gen (+813) sowie im Gesund­heits- und Sozi­al­we­sen (+561).


Beängs­ti­gen­der Beschäf­tig­ten­ab­bau in der Industrie

„Auch wenn die Beschäf­tig­ten­ent­wick­lung in der Sum­me in der Stadt und im Land­kreis Bam­berg noch posi­tiv ist: Der Beschäf­tig­ten­ver­lust in der Indus­trie ist beängs­ti­gend”, macht Her­bert Grim­mer deut­lich, IHK-Vize­prä­si­dent und Vor­sit­zen­der des IHK-Gre­mi­ums Bam­berg. „Vor allem im Land­kreis ist das kei­ne Kon­junk­tur­flau­te mehr, son­dern ein sub­stan­zi­el­ler Abbau. Es ist frag­lich, ob es gelin­gen wird, den dort erfolg­ten Beschäf­tig­ten­ver­lust in abseh­ba­rer Zeit wie­der auf­zu­fan­gen oder ob wir uns mit­ten in einem Pro­zess der Deindus­tria­li­sie­rung befinden.”


Trotz posi­ti­ver Ent­wick­lung: Durch Ver­lust der Indus­trie­ar­beits­plät­ze droht Gefahr

„Ober­fran­ken und dort vor allem Stadt und Land­kreis Bam­berg haben in den ver­gan­ge­nen zwei Jahr­zehn­ten ein Beschäf­tig­ten­wachs­tum hin­ge­legt, um das uns vie­le ande­re Regio­nen in Deutsch­land benei­den”, macht Grim­mer deut­lich. Von his­to­ri­schen Erfol­gen kön­ne die Regi­on aber nicht leben.

„Lan­ge Jah­re wur­de der Erfolg der deut­schen Indus­trie als selbst­ver­ständ­lich ange­nom­men”, so Grim­mer. „Die inter­na­tio­na­len Rah­men­be­din­gun­gen sind so schwie­rig wie sel­ten zuvor. Mit die­sen Bedin­gun­gen müs­sen ande­re Län­der genau­so klar­kom­men. In Deutsch­land sind wir uns aber außer­dem oft selbst im Weg. Vie­le unse­rer Pro­ble­me sind haus­ge­macht.” Das Spek­trum rei­che von der über­bor­den­den Büro­kra­tie über feh­len­de Dere­gu­lie­run­gen, lan­ge Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren und die im inter­na­tio­na­len Ver­gleich hohen Ener­gie­kos­ten, die hohe Abga­ben- und Steu­er­last bis hin zur oft anti­quier­ten Infrastruktur.

Auch gegen­über 2024 ver­zeich­nen Stadt (+568) und Land­kreis (+239) einen leich­ten Beschäftigtenzuwachs.


Ober­fran­ken: Seit 2019 Ver­lust von 15.252 Industriearbeitsplätzen

In Gesamt­ober­fran­ken ver­zeich­net das Ver­ar­bei­ten­de Gewer­be einen sehr deut­li­chen Beschäf­tig­ten­ab­bau mit einem Minus von 15.252 Beschäf­tig­ten seit 2019 (-11,1 Pro­zent). Zudem ist bei den sons­ti­gen wirt­schaft­li­chen Dienst­leis­tun­gen eine nen­nens­wer­te Abnah­me zu ver­zeich­nen (-1.406 Beschäf­tig­te). Dies lässt sich durch deren enge Ver­knüp­fung mit dem Ver­ar­bei­ten­den Gewer­be erklä­ren. Es gibt aller­dings auch Wirt­schafts­ab­schnit­te, wel­che sich im Wachs­tum befin­den, etwa die öffent­li­che Ver­wal­tung, Ver­tei­di­gung und Sozi­al­ver­si­che­rung (+5.741 seit 2019), das Gesund­heits- und Sozi­al­we­sen (+3.342), Ver­kehr und Lage­rei (+2.566), Erzie­hung und Unter­richt (+2.557) oder die frei­be­ruf­li­chen, wis­sen­schaft­li­chen und tech­ni­schen Dienst­leis­tun­gen (+2.134).

Wäh­rend in der Sum­me seit 2019 ober­fran­ken­weit 4.224 neue Arbeits­plät­ze ent­stan­den sind, ist die Ent­wick­lung zuletzt spür­bar gekippt. Gegen­über 2024 ver­zeich­net Ober­fran­ken einen Rück­gang von 1.858 sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig Beschäf­tig­ten, ver­ur­sacht vor allem durch den Abbau im Ver­ar­bei­ten­den Gewer­be (-3.764), aber auch im Han­del und den wirt­schafts­na­hen Dienst­leis­tun­gen. Neue Arbeits­plät­ze sind im ver­gan­ge­nen Jahr vor allem im Gesund­heits- und Sozi­al­we­sen ent­stan­den (+1.524). Hin­weis: Die Berech­nun­gen basie­ren auf Daten der Bun­des­agen­tur für Arbeit zu den sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig Beschäf­tig­ten mit Stich­tag 30.6. des jewei­li­gen Jahres.

Autor liest in Bam­berg erst­mals aus sei­nem noch nicht ver­öf­fent­lich­ten neu­en Roman

Erin­ne­rung, Wahr­heit, Wahr­neh­mung: Ingo Schul­ze star­tet Poetikprofessur

Im voll­be­setz­ten ETA-Hoff­mann-Thea­ter begann am Mitt­woch die Bam­ber­ger Poe­tik­pro­fes­sur 2026. Zum zwei­ten Mal luden die Otto-Fried­rich-Uni­ver­si­tät und die Stadt gemein­sam zu der belieb­ten Vor­le­sungs­rei­he ein, die heu­er bereits ihr 40. Jubi­lä­um fei­ert, wie die Stadt Bam­berg mitteilt.

Zahl­rei­che Lite­ra­tur­in­ter­es­sier­te waren gekom­men, um den Schrift­stel­ler und Essay­is­ten Ingo Schul­ze zu erle­ben, der in die­sem Jahr als Poe­tik­pro­fes­sor in Bam­berg auf­tritt. Er stell­te erst­mals Aus­zü­ge aus sei­nem noch nicht erschie­nen Roman „Das Was­ser im August“ vor.

Thea­ter­in­ten­dant John von Düf­fel, selbst einst Poe­tik­pro­fes­sor in Bam­berg, begrüß­te die Gäs­te in sei­nem Haus und hob die beson­de­re Bedeu­tung des Abends her­vor: „Wir erle­ben heu­te eine ganz beson­de­re Lesung aus einem Buch, das noch nie vor­her gele­sen wurde.“

Uni­ver­si­täts­prä­si­dent Prof. Dr. Kai Fisch­bach unter­strich die enge Ver­bin­dung zwi­schen Uni­ver­si­tät und Stadt­ge­sell­schaft. „Uni­ver­si­tät in der Stadt zu sein, das ist für uns nicht nur unser Wahl­spruch, son­dern auch unse­re Her­zens­an­ge­le­gen­heit“, sag­te Fisch­bach. Ver­an­stal­tun­gen wie die Poe­tik­pro­fes­sur sei­en eine Ein­la­dung an die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger, mit der Uni­ver­si­tät in Kon­takt zu kom­men und im Aus­tausch zu bleiben.

Auch der frisch ver­ei­dig­te Ober­bür­ger­meis­ter Sebas­ti­an M. Nie­der­mai­er wür­dig­te die Bedeu­tung der Ver­an­stal­tungs­rei­he für Bam­berg. „Lite­ra­tur spie­gelt nicht nur unse­re gesell­schaft­li­chen Debat­ten wider, son­dern stärkt die Viel­falt der Mei­nun­gen und för­dert somit das kri­ti­sche Bewusst­sein – ein wesent­li­cher Bau­stein für eine leben­di­ge Demo­kra­tie“, erklär­te Nie­der­mai­er. Die Bam­ber­ger Poe­tik­pro­fes­sur ver­ste­he sich als offe­nes Forum des Aus­tauschs zwi­schen Öffent­lich­keit, Lite­ra­tur und Wis­sen­schaft. Nie­der­mai­er lud die Stadt­ge­sell­schaft ein, die Chan­ce zum kri­ti­schen Dis­kurs zu nutzen.


Die Vor­aus­set­zun­gen des Erzählens

Im anschlie­ßen­den Gespräch mit Prof. Dr. Fried­helm Marx, dem Lehr­stuhl­in­ha­ber für Neue­re Deut­sche Lite­ra­tur­wis­sen­schaft in Bam­berg und Orga­ni­sa­tor der Poe­tik­pro­fes­sur, gab Ingo Schul­ze ers­te Ein­bli­cke in „Das Was­ser im August“, der im Som­mer erschei­nen wird. Schul­ze schil­der­te dabei auch sei­nen lite­ra­ri­schen Ansatz: „Ich woll­te ver­su­chen, ein­fach mal zu zei­gen, wie so etwas ent­steht.“ Die Poe­tik­vor­le­sun­gen wür­den des­halb nicht nur vom Schrei­ben selbst, son­dern auch von den Vor­aus­set­zun­gen und Hin­ter­grün­den des Erzäh­lens handeln.

Im Mit­tel­punkt des Abends stand schließ­lich eine ers­te öffent­li­che Lesung aus dem noch unver­öf­fent­lich­ten Roman. Die Zuhö­ren­den erhiel­ten exklu­si­ve Ein­bli­cke in eine viel­schich­ti­ge Erzäh­lung über Erin­ne­rung, Wahr­heit und Wahr­neh­mung. Schul­ze las Pas­sa­gen, in denen sich Gegen­wart und Ver­gan­gen­heit über­la­gern und die Fra­ge nach der Zuver­läs­sig­keit des Erzäh­lens immer wie­der neu gestellt wird.


Wei­te­re öffent­li­che Vorträge

Die Bam­ber­ger Poe­tik­pro­fes­sur wird in den kom­men­den Wochen mit drei öffent­li­chen Vor­trä­gen an der Uni­ver­si­tät Bam­berg fort­ge­setzt. Unter dem Titel „Drei Rei­sen mit einem Manu­skript“ spricht Ingo Schul­ze am 20. Mai über „Im Wes­ten – Lon­don“, am 10. Juni über „Im Osten – Chi­na“ sowie am 24. Juni über „Im Süden – Indi­en“. Die Vor­trä­ge begin­nen jeweils um 18 Uhr im Hör­saal U2/00.25 (An der Uni­ver­si­tät 2). Der Ein­tritt ist frei.

Den Abschluss bil­det am 25. und 26. Juni 2026 ein inter­na­tio­na­les For­schungs­kol­lo­qui­um mit Ingo Schul­ze im Inter­na­tio­na­len Künst­ler­haus Vil­la Concordia.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen sind hier zu finden.

Bür­ger­fest am Michaelsberg

Bam­berg fei­ert St. Michael

Am 9. und 10. Mai sind im Rah­men eines Bür­ger­fests am Micha­els­berg alle ein­ge­la­den, Ein­bli­cke in die Sanie­rung zu erhal­ten und die Eröff­nung zu fei­ern, wie die Stadt Bam­berg mitteilt.

Ein gan­zes Wochen­en­de im Zei­chen von Geschich­te, Kul­tur und Gemein­schaft: Anläss­lich der Wie­der­eröff­nung der Kir­che St. Micha­el ver­an­stal­ten Bür­ger­spi­tal­stif­tung und Stadt Bam­berg am kom­men­den Wochen­en­de ein gro­ßes „Bür­ger­fest am Micha­els­berg“. Alle Bam­ber­ge­rin­nen und Bam­ber­ger sowie Gäs­te der Welt­erbe­stadt sind herz­lich ein­ge­la­den, die ehe­ma­li­ge Klos­ter­an­la­ge neu zu ent­de­cken und die­ses beson­de­re Ereig­nis gemein­sam zu feiern.

Das Bür­ger­fest bie­tet eine ein­ma­li­ge Gele­gen­heit, die wie­der­eröff­ne­te Kir­che St. Micha­el in all ihren Facet­ten zu erle­ben – als Ort der Geschich­te, des Glau­bens, der Kul­tur und der Begeg­nung. Bereits am Sams­tag um 10 Uhr beginnt das Fest­wo­chen­en­de mit einem Eröff­nungs­got­tes­dienst in der Kir­che St. Michael.

Anschlie­ßend sind span­nen­de Hin­ter­grün­de zur Sanie­rung des belieb­ten Got­tes­hau­ses zu erfah­ren. An bei­den Tagen wer­den zahl­rei­che kos­ten­freie Füh­run­gen ange­bo­ten: am Sams­tag, dem 9. Mai, von 11.30 bis 18.30 Uhr, und am Sonn­tag, dem 10. Mai, von 10.30 bis 16 Uhr. Fach­leu­te des Baye­ri­schen Lan­des­amts für Denk­mal­pfle­ge geben span­nen­de Ein­bli­cke in die unter­schied­li­chen Gewer­ke der Sanie­rung – von Gemäl­den und Skulp­tu­ren über Wand- und Decken­ge­stal­tung bis hin zu Reli­qui­en, Tex­ti­li­en, Holz- und Metall­ar­bei­ten sowie Naturstein.

Auch das städ­ti­sche Immo­bi­li­en­ma­nage­ment infor­miert über zen­tra­le Aspek­te der Bau­maß­nah­men, etwa zu Natur­stein­fas­sa­den und Glas­ar­bei­ten. Ergän­zend beleuch­ten Exper­ten wie Ste­fan Steng­lein und Ben Schrö­der The­men rund um Sta­tik und Glo­cken, wäh­rend Prof. Dr. Dr. Ulrich Thei­ßen-Piber­nik Füh­run­gen zur Orgel anbietet.

Der BAMBERG Tou­ris­mus & Kon­gress Ser­vice erwei­tert das Pro­gramm mit the­ma­ti­schen Rund­gän­gen unter dem Titel „Dem Him­mel so nah“, die den Micha­els­berg aus neu­en Per­spek­ti­ven erschließen.


Viel­fäl­ti­ges Pro­gramm für die gan­ze Familie

Auch außer­halb der Kir­che erwar­tet die Besu­che­rin­nen und Besu­cher ein abwechs­lungs­rei­ches Pro­gramm: Auf dem Ost­pla­teau lädt eine „Fami­li­en­wie­se“ mit Hüpf­bur­gen, krea­ti­ven Mit­mach­ak­tio­nen, Bas­ket­ball und Luft­bal­lon­tie­ren zum Ver­wei­len ein. Kin­der und Jugend­li­che kön­nen sich spie­le­risch mit The­men der Denk­mal­pfle­ge aus­ein­an­der­set­zen, etwa beim Gestal­ten mit Lehm­far­ben oder bei Aktio­nen rund um den „Him­mels­gar­ten“.

Auf einer Büh­ne auf dem Ost­pla­teau sorgt die Städ­ti­sche Musik­schu­le Bam­berg und das „Trumpet Vol­un­t­a­ry“ für musi­ka­li­sche Unter­hal­tung, mode­riert durch Mar­kus Appel von Radio Bam­berg. Für Sonn­tag um 14 Uhr ist zudem ein Gruß­wort des neu­en Ober­bür­ger­meis­ters Sebas­ti­an M. Nie­der­mai­er vorgesehen.


Wis­sen, Kunst und Natur erleben

Im Kreuz­gar­ten bie­ten Kurz­fil­me zur Gene­ral­sa­nie­rung span­nen­de Ein­bli­cke in die Bau­pha­se, wäh­rend Sitz­ge­le­gen­hei­ten und musi­ka­li­sche Beglei­tung zum Ent­span­nen einladen.

Ein umfang­rei­ches Vor­trags­pro­gramm im Kreuz­gar­ten des ehe­ma­li­gen Klos­ters ver­tieft zen­tra­le The­men rund um St. Micha­el – geplant sind fol­gen­de Themen:

Gene­ral­sa­nie­rung St. Micha­el „Im Schutz des Engels“: Vor­trag vom Stif­tungs­re­fe­ren­ten Bert­ram Felix und von Bau­lei­te­rin Karin Hamper

Neue Glo­cken für St. Micha­el: Vor­trag von Ben Schrö­der und Ste­fan Stenglein

Welt­erbe Bam­berg – St. Micha­el: Vor­trag von Dr. Simo­na von Eyb, Lei­te­rin Zen­trum Welt­erbe Bamberg

Ver­bor­gen unter Putz und Erde – Archäo­lo­gie in St. Micha­el: Vor­trag vom Stadt­ar­chäo­lo­gen Dr. Ste­fan Pfaffenberger

His­to­ri­sches und Aktu­el­les zum Forst­be­trieb: Herr Klaus Schulz und Johan­nes Höl­zel (ehem. und aktu­el­ler Forstamtsleiter)


Kuli­na­rik, Hand­werk und regio­na­le Vielfalt

Zahl­rei­che Infor­ma­ti­ons- und Ver­kaufs­stän­de laden zum Aus­tausch ein – es betei­li­gen sich unter ande­rem das Baye­ri­sche Lan­des­amt für Denk­mal­pfle­ge, das Zen­trum Welt­erbe Bam­berg sowie regio­na­le Anbie­ter. Auch The­men wie Bie­nen­hal­tung und nach­hal­ti­ge Forst­wirt­schaft wer­den anschau­lich vermittelt.

Für das leib­li­che Wohl ist bes­tens gesorgt: Regio­na­le Anbie­ter bie­ten eine brei­te Aus­wahl an Spei­sen und Geträn­ken. Ergänzt wird das Ange­bot durch Kaf­fee und Kuchen sowie den Sil­va­ner vom Micha­els­berg aus dem Bam­ber­ger Stiftsladen.


Tag der Städtebauförderung

Eben­falls am Sams­tag, 9. Mai 2026, fin­det deutsch­land­weit wie­der der Tag der Städ­te­bau­för­de­rung statt, wel­cher seit 2015 all­jähr­lich gefei­ert wird. Das Bür­ger­fest am Micha­els­berg ist ein Bei­trag der Stadt Bam­berg zu dem bun­des­wei­ten Akti­ons­ta­ges. Die­ses Jahr fei­ern rund 600 Kom­mu­nen die Städ­te­bau­för­de­rung als eines der wich­tigs­ten Instru­men­te der Stadt­ent­wick­lung. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen gibt es hier.

Das detail­lier­te Pro­gramm für das Bür­ger­fest ist online hier nach­zu­le­sen. Vor Ort steht ein Lage­plan mit allen Infor­ma­tio­nen zur Verfügung.

Stadt Bam­berg und Otto-Fried­rich-Uni­ver­si­tät laden zu Lesung und Vorträgen

Bam­ber­ger Poe­tik­pro­fes­sur mit Ingo Schul­ze star­tet im Theater

Mit einer öffent­li­chen Auf­takt­le­sung star­tet am mor­gi­gen Mitt­woch, dem 6. Mai 2026, die Bam­ber­ger Poe­tik­pro­fes­sur in ihre 39. Auf­la­ge. Zum zwei­ten Mal wird die renom­mier­te Rei­he gemein­sam von der Stadt Bam­berg und der Otto-Fried­rich-Uni­ver­si­tät Bam­berg aus­ge­rich­tet. Poe­tik­pro­fes­sor im Som­mer­se­mes­ter 2026 ist der viel­fach aus­ge­zeich­ne­te Schrift­stel­ler Ingo Schulze.

Den Auf­takt bil­det am mor­gi­gen Mitt­woch um 19 Uhr eine Lesung mit anschlie­ßen­dem Gespräch im ETA-Hoff­mann-Thea­ter. Ingo Schul­ze stellt dabei im Aus­tausch mit Prof. Dr. Fried­helm Marx sei­nen neu­en Roman „Das Was­ser im August“ vor. Im Anschluss lädt die Stadt Bam­berg zu einem Emp­fang ein. Kos­ten­lo­se Platz­kar­ten sind an der Thea­ter­kas­se erhältlich.

Unter dem Titel „Drei Rei­sen mit einem Manu­skript“ fol­gen drei öffent­li­che Poe­tik­vor­trä­ge an der Uni­ver­si­tät Bamberg:

Mitt­woch, 20. Mai 2026, 18 Uhr: „Im Wes­ten – London“

Mitt­woch, 10. Juni 2026, 18 Uhr: „Im Osten – China“

Mitt­woch, 24. Juni 2026, 18 Uhr: „Im Süden – Indien“

Die Vor­trä­ge fin­den im Hör­saal U2/00.25 (An der Uni­ver­si­tät 2) statt und sind kos­ten­frei zugäng­lich. Den Abschluss der Poe­tik­pro­fes­sur bil­det ein inter­na­tio­na­les For­schungs­kol­lo­qui­um am 25. Und 26. Juni 2026 im Inter­na­tio­na­len Künst­ler­haus Vil­la Con­cor­dia, an dem Ingo Schul­ze teil­neh­men wird. Alle Bam­ber­ge­rin­nen und Bam­ber­ger sind herz­lich zu den Ver­an­stal­tun­gen eingeladen.


Die Bam­ber­ger Poe­tik­pro­fes­sur zählt zu den bedeu­tends­ten Poe­tik­do­zen­tu­ren im deutsch­spra­chi­gen Raum. In die­sem Jahr fei­ert sie zudem ihren 40. Geburts­tag an der Uni­ver­si­tät Bam­berg. Zu den bis­he­ri­gen Gäs­ten zäh­len unter ande­rem Jen­ny Erpen­beck, Peter Stamm, Cle­mens Setz, Jan Wag­ner, Yoko Tawa­da, Lutz Sei­ler und Ali­na Bron­sky. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen gibt es hier.

Stadt lädt zum Tag der Städ­te­bau­för­de­rung ins Bür­ger­la­bor ein

Die Ufer­be­rei­che in Bam­berg – kli­ma­an­ge­passt denken

Am Sams­tag, 9. Mai 2026, besteht für alle Inter­es­sier­ten die Mög­lich­keit, im Bür­ger­la­bor in der Haupt­wach­stra­ße 3 gemein­sam Ideen für die zukunfts­fä­hi­ge Gestal­tung des Ade­naue­ru­fers zu ent­wi­ckeln, wie die Stadt Bam­berg mitteilt.

Die Stadt Bam­berg lädt zum Tag der Städ­te­bau­för­de­rung am 9. Mai zur Zukunft des Ade­naue­ru­fers ins Bür­ger­la­bor ein. Von 10 bis 14 Uhr steht ein Team des Stadt­pla­nungs­am­tes bereit, gemein­sam mit Bür­ge­rin­nen und Bür­gern einen Blick in eine zukunfts­ge­rech­te kli­ma­re­si­li­en­te Stadt­ent­wick­lung zu werfen.

Kli­ma­an­pas­sung beginnt vor Ort: bei hei­ßen Stra­ßen, bei Stark­re­gen, bei Auf­ent­halts­qua­li­tät und bei der Fra­ge, wie unse­re Stadt auch in Zukunft gut funk­tio­niert. Die anste­hen­de Bau­maß­nah­me „Tie­fen­samm­ler Bam­berg-Ost“ ist ein wich­ti­ger Bau­stein, um das Misch­was­ser­sys­tem zu ent­las­ten, Gewäs­ser zu schüt­zen und das Kanal­netz wider­stands­fä­hi­ger zu machen. Gleich­zei­tig braucht kli­ma­an­ge­pass­te Stadt­ent­wick­lung auch gute Frei­räu­me, Schat­ten, Was­ser­be­wusst­sein und star­ke Nach­bar­schaf­ten. Der Tag der Städ­te­bau­för­de­rung bie­tet die Gele­gen­heit, dar­über gemein­sam ins Gespräch zu kom­men. Alle Men­schen aus Bam­berg, spe­zi­ell aus der Nach­bar­schaft, sind ein­ge­la­den, gemein­sam Ideen für eine kli­ma­an­ge­pass­te Gestal­tung der Ufer­we­ge des Main-Donau-Kanals zu ent­wi­ckeln und Bedürf­nis­se zu formulieren.

Hier geht es zu allen Ver­an­stal­tun­gen in Bam­berg zum Tag der Städtebauförderung.

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