„Der Stern in dir“
Zwei Frauen, eine Vision: Ein Benefizmärchen für Bamberg
Am 16. Mai bringt das Projekt „Der Stern in dir“ ein ganz besonderes Benefizmärchen im Kulturboden Hallstadt. Dahinter stehen zwei Frauen – Saskia Steck aus Bamberg, und Andrea Raffaela Böll aus der Schweiz –, die mit Musik und Fantasie nicht nur unterhalten, sondern auch Gutes tun wollen. Im Gespräch mit dem Stadtecho erzählt die Bamberger Co-Autorin und Projektleiterin Saskia Steck, wie aus einer spontanen Idee ein Herzensprojekt wurde.
„Die Idee zu „Der Stern in dir“ ist eigentlich aus einer „Schnapsidee ohne Schnaps“ entstanden“, sagt Saskia Steck lachend. Zusammen mit Andrea Raffaela Böll, einer Freundin aus der Schweiz und früheren Gesangslehrerin, organisierte sie 2024 ganz spontan eine Musical-Benefiz-Night in Gaustadt. Innerhalb von drei Monaten stand die Show – der Saal war voll, die Stimmung großartig, und am Ende konnten sie 1.000 Euro an das Kinder- und Jugendhospiz Sternenzelt spenden. „Wir hatten so viel Spaß daran, dass wir gesagt haben: Das machen wir größer. Professioneller. Und öfter.“
Die Entscheidung, den Erlös dem Kinder- und Jugendhospiz Sternenzelt in Bamberg zukommen zu lassen, war für Saskia Steck sehr persönlich. Die Projektleiterin lebt selbst mit einer chronischen Autoimmunerkrankung und weiß, wie wichtig Unterstützung für Familien mit schwer kranken Kindern ist. „Die Pflege dort wird finanziert, aber alles drum herum – Angebote für Eltern, Geschwister, Begegnungen – läuft über Spenden. Genau das wollten wir unterstützen.“
Was ist gut in mir?
„Der Stern in dir“ erzählt die Geschichte des Mädchens Liva, das sich auf die Suche nach einem verschwundenen Stern macht, der über ihrem Dorf Schutz gespendet hat. Auf ihrer Reise begegnet sie symbolischen Figuren: einem Löwen ohne Mut, einer Königin mit harter Fassade und zerbrochenem Inneren, einem Wald voller Spiegel, die ihr nur Livas negativen Seiten zeigen. Am Ende erkennt Liva: Der Stern leuchtet nicht am Himmel – sondern in jedem Menschen selbst. „Es geht um Selbstwert, Mut, Verletzlichkeit und darum, sich selbst anzunehmen – mit Licht und Schatten,“ so Saskia Steck.
Bei dem Ganzen ist das Publikum Teil der Geschichte, und das ganz bewusst. Die Zuschauer dürfen mitentscheiden, wie die Geschichte weitergeht. Außerdem gibt es eine sogenannte Sternenwand: Dort können Besucher Sterne aufhängen und aufschreiben, was ihnen Hoffnung gibt oder was sie an sich selbst schätzen. „Wir wollen den Fokus weg vom Negativen lenken. Mal nicht: Was läuft alles schief? Sondern: Was ist eigentlich gut in mir?“
Warum der Kulturboden?
Ursprünglich sollte das Stück wieder – wie die Veranstaltung 2024 – im Sängerheim in Gaustadt laufen, doch das ist nicht barrierefrei. Der Kulturboden bietet Platz, ist gut erreichbar und offen für alle. „Inklusion war uns wichtig. Jeder soll kommen können – mit Kinderwagen, Rollstuhl oder einfach nur mit Neugier.“ Auch Wolfgang Heyder, Chef des Veranstaltungsservice Bamberg und Veranstalter, steht dahinter: „Ich halte das für ein ganz wunderbare Aktion, deshalb auch unsere Unterstützung!“
Gemeinsame Vision
Während die Bambergerin Saskia Steck aus dem klassischen Gesang kommt und heute auch als Hochzeitssängerin arbeitet, ist Co-Autorin Andrea Raffaela in der Schweiz eine bekannte Metal-Sängerin, Bookerin und Vocal-Coach. Sie wurde sogar zu einer der besten weiblichen Metal-Stimmen gekürt. „Genau das ist das Schöne bei uns: Unterschiedliche Stile, eine gemeinsame Vision.“
„Wir wollen Licht in diese momentan dunklen Zeiten bringen. Überall hört man von Krisen, Kriegen, Angst. Die Menschen werden misstrauischer. Wir wollen mit Musik wieder Wärme schaffen.“ Der Projekt- und Veranstaltername Cantavia ist dabei Programm: Cantare (singen) und Avia (Flügel) – die Stimme soll Flügel verleihen.
So geht es nach Bamberg weiter
Zunächst feierte das Märchen am 7. März Premiere in Baden (Schweiz), danach folgt Bamberg am 16. Mai. Langfristig denken die beiden sogar über einen eigenen gemeinnützigen Verein nach. „Aber erst mal wollen wir die Kosten decken, Menschen berühren – und zeigen, dass Kultur auch Herz haben kann.“
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Jahresausstellung des BBK Oberfranken
„Transparenz“ in der Villa Dessauer
Die Jahresausstellung „Transparenz“ des BBK Oberfranken e. V. widmet sich einem ebenso vielschichtigen wie aktuellen Thema: der Transparenz. Im Gespräch erläutert der Vorsitzende Gerhard Schlötzer, wie unterschiedlich Künstlerinnen und Künstler diesen Begriff interpretieren – und welche Spannungen, Irritationen und Denkanstöße sich daraus für das Publikum ergeben.
„Das Thema zielt auf Kontraste“, erklärt Gerhard Schlötzer. „Allem voran auf den Kontrast zwischen Durchscheinen und Verdecken, Erscheinen und Verschwinden, sichtbar machen und Verbergen – und das sowohl im physikalischen als auch im übertragenen Sinn.“ Gerade diese Gegensätze bilden den roten Faden der Ausstellung. Transparenz erscheint hier nicht als eindeutiger Zustand, sondern als dynamisches Spannungsfeld, das sich in unterschiedlichsten künstlerischen Strategien entfaltet.
Die Bandbreite der Arbeiten ist entsprechend groß: „Abstrahierte Landschaftsformen von unten gesehen in Marmor“, „Überlagerung von Durchblicken und Spiegelungen an gläsernen Grenzflächen mittels Fotografie“ oder „bestickte Stoffbahnen, die sich überlagernd verschiedene Zeitzustände darstellen“. Hinzu kommen Arbeiten, die mit überraschenden Materialkombinationen arbeiten: etwa „Lebensmittelkennzeichnungen als Transparenzversprechen, eingegossen in einen überdimensionierten, durchsichtigen Kunststoffdonut“, oder „solide Holzblöcke, die durch viele Einschnitte mit der Kreissäge in durchscheinende Lamellenstrukturen zerlegt werden und an Architekturmodelle erinnern“.
Auch malerische Positionen erweitern das Spektrum: „die gegenseitige Durchdringung mehrerer möglicher Daseinsformen mittels surrealer Malerei“ oder „gestische, großformatige Tuschemalerei, die auf die Rückseite gerollter mannshoher Papierrollen durchschlagend das Papier durchdringt“. Selbst immaterielle Aspekte werden thematisiert, etwa „die Luft als transparentes Trägermedium vieler Lebensprozesse, dargestellt in schmunzelnden Zeichnungen“.
„Eine große Vielfalt teils mehrfacher Transparenzbezüge steckt in den Werken der 33 ausstellenden professionellen Künstlerinnen und Künstler“, fasst Herr Schlötzer zusammen. Besichtigen kann man die Ausstellung vom 3. April bis 17. Mai.
Kunst im Dialog: Die soziale Plastik
Ein besonderer Akzent liegt auf einer Arbeit, die sich nicht als abgeschlossenes Werk versteht, sondern als offener Prozess: eine „soziale Plastik“.
„Unser neues Mitglied Florian Seubert, der im Grenzbereich von Literatur, Theater und Performance arbeitet, wird an vielen Tagen der Ausstellung persönlich anwesend sein“, erklärt Schlötzer. „Auf einem Schild steht: „Schriftsteller bei der Arbeit: Sprich mit mir!“ An einem kleinen Tisch im Obergeschoß der Villa Dessauer sitzend, wird er kommunikationswillige Besucherinnen und Besucher erwarten. Diese sind eingeladen, direkt mit dem Künstler in Austausch zu treten, Fragen zu stellen und Gedanken zu teilen. Etwaige Gespräche werden Teil des Kunstwerks selbst: „Die Ergebnisse der sich daraus entwickelnden Gespräche wird er auf Klebezetteln an den ihn umgebenden Wänden des Ausstellungsraumes festhalten.“
Gerade die Offenheit dieses Prozesses ist zentral: „Weil es sich um einen offenen Prozess handelt, wäre es verfrüht, konkrete Erwartungen daran zu knüpfen.“ Stattdessen liegt der Fokus auf der Beteiligung, denn es ist sonnvoller, sich selbst einzubringen und am Verlauf dieses Prozesses aktiv zu beteiligen. So entsteht ein lebendiges Werk, das sich im Laufe der Ausstellung verändert und verdichtet – getragen von den Stimmen der Besucherinnen und Besucher.
Material als Mitgestalter
Ein weiterer zentraler Aspekt der Ausstellung ist die Bedeutung von Material und Technik. „Bei den verwendeten Materialien und Techniken gibt es eine breite Auswahl – vom thematisch naheliegenden Transparentpapier bis zu Holz und Stein, die man zunächst nicht mit Transparenz in Verbindung bringen würde.“
Viele Künstlerinnen und Künstler arbeiten langfristig mit bestimmten Materialien und entwickeln daraus ihre künstlerische Sprache. „Diese Materialien erforschen sie meist bis in die Tiefe handwerklicher Fragen und erproben immer wieder aufs Neue ihre inhaltliche Ausdruckskraft.“ Dabei entsteht ein enger Dialog zwischen Idee und Material: „Das Material ist für sie nicht nur dienstbares Medium zur Vermittlung ihrer Ideen, sondern ein gleichberechtigter Partner beim Prozess der Kunstwerdung.“
Transparenz wird dabei nicht nur im wörtlichen Sinne verstanden. Zwar kommen Materialien wie „Glas, Gießharz und dünner Stoff“ zum Einsatz, doch gleichzeitig wird immer auch eine metaphorische Ebene angesprochen: „klar, einleuchtend, verständlich, durchschaubar“. So entstehen Arbeiten, die über das Sichtbare hinausweisen und grundlegende Fragen nach Wahrnehmung, Erkenntnis und Wirklichkeit stellen.
Gesellschaftliche Spiegelungen
Viele der ausgestellten Werke greifen gesellschaftliche, politische oder persönliche Themen auf. Transparenz wird hier zu einem Begriff, der weit über das Materielle hinausgeht. Ein Beispiel ist Gert Ressel, der mit seinem Wortspiel „Transparenz – trans parents“ die Mehrdeutigkeit des Begriffs nutzt und familiäre wie gesellschaftliche Konstellationen reflektiert. Dabei handelt es sich um eine Rückenansicht von zwei wohl homosexuellen Männern mit einem Kind an der Hand.
Auch Veronika Riedl thematisiert gesellschaftliche Strukturen. Ihre durchscheinenden, von innen leuchtenden Porzellanstrukturen erinnern an fragile Fassaden im Verfall. Für sie sind diese Arbeiten eine Metapher für Machtstrukturen: „repräsentative Fassaden als undurchsichtige, verbergende Hülle von eigeninteressengeleiteten Prozessen in Wirtschaft und Politik“. Ihre Schlussfolgerung ist ebenso poetisch wie kritisch: „Alle Fassaden fangen irgendwann an zu bröckeln, spätestens dann gewähren sie einen kleinen Blick ins Innere.“ Damit wird Transparenz zu einem Schlüsselbegriff für das Verständnis gesellschaftlicher Prozesse – zwischen Offenlegung und Verschleierung.
Kuratieren als dialogischer Prozess
Bei einer Ausstellung mit 33 beteiligten Künstlerinnen und Künstlern spielt die Auswahl der Werke eine entscheidende Rolle. Die meisten Ausstellungen des BBK Oberfranken werden unter seinen Mitgliedern oder den Mitgliedern anderer BBKs ausgeschrieben – meist unter einem Oberthema, wie „Transparenz“, „Mehr und Weniger“ oder „Die Grenze“, um die Ausstellungsthemen in der Villa Dessauer der letzten 3 Jahre zu nennen. Die eingehenden Bewerbungen werden von einer fachkundigen Jury dann passend zum Thema und dem Ausstellungsort so ausgewählt und angeordnet, dass ein sinnvoller Bezug zwischen den Werken entsteht: „Ein Dialog, der im besten Fall auch zu den Ausstellungsbesuchern spricht!“
Die Auswahlkriterien sind zum einen die künstlerische Qualität, über die in der Jury intensiv diskutiert wird, und zum anderen die Beziehungen, die die Werke im Ausstellungskontext zueinander entwickeln können: „Man kann sich die Jury als eine Art Kuratorenteam vorstellen, das mit dem von den Künstlerinnen und Künstlern zur Verfügung gestellten Material versucht, eine möglichst anregende und aussagekräftige Ausstellung zu bauen.“ So entsteht ein Dialog – zwischen den Werken selbst, aber auch zwischen Kunst und Publikum.
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Wirtschaft im Raum Bamberg trotzt schwierigen Rahmenbedingungen
Bamberger Wirtschaft wächst – Industrie schwächelt
Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Raum Bamberg ist seit 2019, dem Jahr vor Corona, um 3.157 auf 97.770 angestiegen, so die IHK für Oberfranken Bayreuth in einer aktuellen regionalen Analyse. Die Stadt Bamberg verzeichnete ein Plus von 3.269 auf 57.747, der Landkreis Bamberg hingegen einen leichten Rückgang um 112 auf 40.023 Beschäftigte.
Die IHK für Oberfranken Bayreuth wirft einen genaueren Blick auf die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit für die einzelnen Branchen. Eine Analyse der einzelnen Wirtschaftsabschnitte zeigt, dass in der Stadt Bamberg die freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen mit einem Beschäftigtenplus von 923, der Bereich Information und Kommunikation mit einem Plus von 646 und der Bereich Verkehr und Lagerei mit 607 die höchsten Zuwächse verzeichnen. Von einem Beschäftigtenabbau besonders betroffen war in der Stadt Bamberg vor allem das Verarbeitende Gewerbe (-1.465). In nur sechs Jahren ging jeder zehnte Industriearbeitsplatz verloren.
Auch im Landkreis Bamberg zeigt sich das Verarbeitende Gewerbe mit einem Beschäftigtenrückgang um 2.154 auf 11.278 sichtlich angeschlagen. Gegenüber 2019 gingen hier 16 Prozent der Arbeitsplätze verloren. Aber auch das Gastgewerbe verzeichnet ein deutliches Minus von 239 oder 19,5 Prozent auf 989. Das größte Plus gab es im Landkreis beim Handel inklusive Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (+813) sowie im Gesundheits- und Sozialwesen (+561).
Beängstigender Beschäftigtenabbau in der Industrie
„Auch wenn die Beschäftigtenentwicklung in der Summe in der Stadt und im Landkreis Bamberg noch positiv ist: Der Beschäftigtenverlust in der Industrie ist beängstigend”, macht Herbert Grimmer deutlich, IHK-Vizepräsident und Vorsitzender des IHK-Gremiums Bamberg. „Vor allem im Landkreis ist das keine Konjunkturflaute mehr, sondern ein substanzieller Abbau. Es ist fraglich, ob es gelingen wird, den dort erfolgten Beschäftigtenverlust in absehbarer Zeit wieder aufzufangen oder ob wir uns mitten in einem Prozess der Deindustrialisierung befinden.”
Trotz positiver Entwicklung: Durch Verlust der Industriearbeitsplätze droht Gefahr
„Oberfranken und dort vor allem Stadt und Landkreis Bamberg haben in den vergangenen zwei Jahrzehnten ein Beschäftigtenwachstum hingelegt, um das uns viele andere Regionen in Deutschland beneiden”, macht Grimmer deutlich. Von historischen Erfolgen könne die Region aber nicht leben.
„Lange Jahre wurde der Erfolg der deutschen Industrie als selbstverständlich angenommen”, so Grimmer. „Die internationalen Rahmenbedingungen sind so schwierig wie selten zuvor. Mit diesen Bedingungen müssen andere Länder genauso klarkommen. In Deutschland sind wir uns aber außerdem oft selbst im Weg. Viele unserer Probleme sind hausgemacht.” Das Spektrum reiche von der überbordenden Bürokratie über fehlende Deregulierungen, lange Genehmigungsverfahren und die im internationalen Vergleich hohen Energiekosten, die hohe Abgaben- und Steuerlast bis hin zur oft antiquierten Infrastruktur.
Auch gegenüber 2024 verzeichnen Stadt (+568) und Landkreis (+239) einen leichten Beschäftigtenzuwachs.
Oberfranken: Seit 2019 Verlust von 15.252 Industriearbeitsplätzen
In Gesamtoberfranken verzeichnet das Verarbeitende Gewerbe einen sehr deutlichen Beschäftigtenabbau mit einem Minus von 15.252 Beschäftigten seit 2019 (-11,1 Prozent). Zudem ist bei den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen eine nennenswerte Abnahme zu verzeichnen (-1.406 Beschäftigte). Dies lässt sich durch deren enge Verknüpfung mit dem Verarbeitenden Gewerbe erklären. Es gibt allerdings auch Wirtschaftsabschnitte, welche sich im Wachstum befinden, etwa die öffentliche Verwaltung, Verteidigung und Sozialversicherung (+5.741 seit 2019), das Gesundheits- und Sozialwesen (+3.342), Verkehr und Lagerei (+2.566), Erziehung und Unterricht (+2.557) oder die freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (+2.134).
Während in der Summe seit 2019 oberfrankenweit 4.224 neue Arbeitsplätze entstanden sind, ist die Entwicklung zuletzt spürbar gekippt. Gegenüber 2024 verzeichnet Oberfranken einen Rückgang von 1.858 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, verursacht vor allem durch den Abbau im Verarbeitenden Gewerbe (-3.764), aber auch im Handel und den wirtschaftsnahen Dienstleistungen. Neue Arbeitsplätze sind im vergangenen Jahr vor allem im Gesundheits- und Sozialwesen entstanden (+1.524). Hinweis: Die Berechnungen basieren auf Daten der Bundesagentur für Arbeit zu den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit Stichtag 30.6. des jeweiligen Jahres.
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Autor liest in Bamberg erstmals aus seinem noch nicht veröffentlichten neuen Roman
Erinnerung, Wahrheit, Wahrnehmung: Ingo Schulze startet Poetikprofessur
Im vollbesetzten ETA-Hoffmann-Theater begann am Mittwoch die Bamberger Poetikprofessur 2026. Zum zweiten Mal luden die Otto-Friedrich-Universität und die Stadt gemeinsam zu der beliebten Vorlesungsreihe ein, die heuer bereits ihr 40. Jubiläum feiert, wie die Stadt Bamberg mitteilt.
Zahlreiche Literaturinteressierte waren gekommen, um den Schriftsteller und Essayisten Ingo Schulze zu erleben, der in diesem Jahr als Poetikprofessor in Bamberg auftritt. Er stellte erstmals Auszüge aus seinem noch nicht erschienen Roman „Das Wasser im August“ vor.
Theaterintendant John von Düffel, selbst einst Poetikprofessor in Bamberg, begrüßte die Gäste in seinem Haus und hob die besondere Bedeutung des Abends hervor: „Wir erleben heute eine ganz besondere Lesung aus einem Buch, das noch nie vorher gelesen wurde.“
Universitätspräsident Prof. Dr. Kai Fischbach unterstrich die enge Verbindung zwischen Universität und Stadtgesellschaft. „Universität in der Stadt zu sein, das ist für uns nicht nur unser Wahlspruch, sondern auch unsere Herzensangelegenheit“, sagte Fischbach. Veranstaltungen wie die Poetikprofessur seien eine Einladung an die Bürgerinnen und Bürger, mit der Universität in Kontakt zu kommen und im Austausch zu bleiben.
Auch der frisch vereidigte Oberbürgermeister Sebastian M. Niedermaier würdigte die Bedeutung der Veranstaltungsreihe für Bamberg. „Literatur spiegelt nicht nur unsere gesellschaftlichen Debatten wider, sondern stärkt die Vielfalt der Meinungen und fördert somit das kritische Bewusstsein – ein wesentlicher Baustein für eine lebendige Demokratie“, erklärte Niedermaier. Die Bamberger Poetikprofessur verstehe sich als offenes Forum des Austauschs zwischen Öffentlichkeit, Literatur und Wissenschaft. Niedermaier lud die Stadtgesellschaft ein, die Chance zum kritischen Diskurs zu nutzen.
Die Voraussetzungen des Erzählens
Im anschließenden Gespräch mit Prof. Dr. Friedhelm Marx, dem Lehrstuhlinhaber für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft in Bamberg und Organisator der Poetikprofessur, gab Ingo Schulze erste Einblicke in „Das Wasser im August“, der im Sommer erscheinen wird. Schulze schilderte dabei auch seinen literarischen Ansatz: „Ich wollte versuchen, einfach mal zu zeigen, wie so etwas entsteht.“ Die Poetikvorlesungen würden deshalb nicht nur vom Schreiben selbst, sondern auch von den Voraussetzungen und Hintergründen des Erzählens handeln.
Im Mittelpunkt des Abends stand schließlich eine erste öffentliche Lesung aus dem noch unveröffentlichten Roman. Die Zuhörenden erhielten exklusive Einblicke in eine vielschichtige Erzählung über Erinnerung, Wahrheit und Wahrnehmung. Schulze las Passagen, in denen sich Gegenwart und Vergangenheit überlagern und die Frage nach der Zuverlässigkeit des Erzählens immer wieder neu gestellt wird.
Weitere öffentliche Vorträge
Die Bamberger Poetikprofessur wird in den kommenden Wochen mit drei öffentlichen Vorträgen an der Universität Bamberg fortgesetzt. Unter dem Titel „Drei Reisen mit einem Manuskript“ spricht Ingo Schulze am 20. Mai über „Im Westen – London“, am 10. Juni über „Im Osten – China“ sowie am 24. Juni über „Im Süden – Indien“. Die Vorträge beginnen jeweils um 18 Uhr im Hörsaal U2/00.25 (An der Universität 2). Der Eintritt ist frei.
Den Abschluss bildet am 25. und 26. Juni 2026 ein internationales Forschungskolloquium mit Ingo Schulze im Internationalen Künstlerhaus Villa Concordia.
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Bürgerfest am Michaelsberg
Bamberg feiert St. Michael
Am 9. und 10. Mai sind im Rahmen eines Bürgerfests am Michaelsberg alle eingeladen, Einblicke in die Sanierung zu erhalten und die Eröffnung zu feiern, wie die Stadt Bamberg mitteilt.
Ein ganzes Wochenende im Zeichen von Geschichte, Kultur und Gemeinschaft: Anlässlich der Wiedereröffnung der Kirche St. Michael veranstalten Bürgerspitalstiftung und Stadt Bamberg am kommenden Wochenende ein großes „Bürgerfest am Michaelsberg“. Alle Bambergerinnen und Bamberger sowie Gäste der Welterbestadt sind herzlich eingeladen, die ehemalige Klosteranlage neu zu entdecken und dieses besondere Ereignis gemeinsam zu feiern.
Das Bürgerfest bietet eine einmalige Gelegenheit, die wiedereröffnete Kirche St. Michael in all ihren Facetten zu erleben – als Ort der Geschichte, des Glaubens, der Kultur und der Begegnung. Bereits am Samstag um 10 Uhr beginnt das Festwochenende mit einem Eröffnungsgottesdienst in der Kirche St. Michael.
Anschließend sind spannende Hintergründe zur Sanierung des beliebten Gotteshauses zu erfahren. An beiden Tagen werden zahlreiche kostenfreie Führungen angeboten: am Samstag, dem 9. Mai, von 11.30 bis 18.30 Uhr, und am Sonntag, dem 10. Mai, von 10.30 bis 16 Uhr. Fachleute des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege geben spannende Einblicke in die unterschiedlichen Gewerke der Sanierung – von Gemälden und Skulpturen über Wand- und Deckengestaltung bis hin zu Reliquien, Textilien, Holz- und Metallarbeiten sowie Naturstein.
Auch das städtische Immobilienmanagement informiert über zentrale Aspekte der Baumaßnahmen, etwa zu Natursteinfassaden und Glasarbeiten. Ergänzend beleuchten Experten wie Stefan Stenglein und Ben Schröder Themen rund um Statik und Glocken, während Prof. Dr. Dr. Ulrich Theißen-Pibernik Führungen zur Orgel anbietet.
Der BAMBERG Tourismus & Kongress Service erweitert das Programm mit thematischen Rundgängen unter dem Titel „Dem Himmel so nah“, die den Michaelsberg aus neuen Perspektiven erschließen.
Vielfältiges Programm für die ganze Familie
Auch außerhalb der Kirche erwartet die Besucherinnen und Besucher ein abwechslungsreiches Programm: Auf dem Ostplateau lädt eine „Familienwiese“ mit Hüpfburgen, kreativen Mitmachaktionen, Basketball und Luftballontieren zum Verweilen ein. Kinder und Jugendliche können sich spielerisch mit Themen der Denkmalpflege auseinandersetzen, etwa beim Gestalten mit Lehmfarben oder bei Aktionen rund um den „Himmelsgarten“.
Auf einer Bühne auf dem Ostplateau sorgt die Städtische Musikschule Bamberg und das „Trumpet Voluntary“ für musikalische Unterhaltung, moderiert durch Markus Appel von Radio Bamberg. Für Sonntag um 14 Uhr ist zudem ein Grußwort des neuen Oberbürgermeisters Sebastian M. Niedermaier vorgesehen.
Wissen, Kunst und Natur erleben
Im Kreuzgarten bieten Kurzfilme zur Generalsanierung spannende Einblicke in die Bauphase, während Sitzgelegenheiten und musikalische Begleitung zum Entspannen einladen.
Ein umfangreiches Vortragsprogramm im Kreuzgarten des ehemaligen Klosters vertieft zentrale Themen rund um St. Michael – geplant sind folgende Themen:
Generalsanierung St. Michael „Im Schutz des Engels“: Vortrag vom Stiftungsreferenten Bertram Felix und von Bauleiterin Karin Hamper
Neue Glocken für St. Michael: Vortrag von Ben Schröder und Stefan Stenglein
Welterbe Bamberg – St. Michael: Vortrag von Dr. Simona von Eyb, Leiterin Zentrum Welterbe Bamberg
Verborgen unter Putz und Erde – Archäologie in St. Michael: Vortrag vom Stadtarchäologen Dr. Stefan Pfaffenberger
Historisches und Aktuelles zum Forstbetrieb: Herr Klaus Schulz und Johannes Hölzel (ehem. und aktueller Forstamtsleiter)
Kulinarik, Handwerk und regionale Vielfalt
Zahlreiche Informations- und Verkaufsstände laden zum Austausch ein – es beteiligen sich unter anderem das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege, das Zentrum Welterbe Bamberg sowie regionale Anbieter. Auch Themen wie Bienenhaltung und nachhaltige Forstwirtschaft werden anschaulich vermittelt.
Für das leibliche Wohl ist bestens gesorgt: Regionale Anbieter bieten eine breite Auswahl an Speisen und Getränken. Ergänzt wird das Angebot durch Kaffee und Kuchen sowie den Silvaner vom Michaelsberg aus dem Bamberger Stiftsladen.
Tag der Städtebauförderung
Ebenfalls am Samstag, 9. Mai 2026, findet deutschlandweit wieder der Tag der Städtebauförderung statt, welcher seit 2015 alljährlich gefeiert wird. Das Bürgerfest am Michaelsberg ist ein Beitrag der Stadt Bamberg zu dem bundesweiten Aktionstages. Dieses Jahr feiern rund 600 Kommunen die Städtebauförderung als eines der wichtigsten Instrumente der Stadtentwicklung. Weitere Informationen gibt es hier.
Das detaillierte Programm für das Bürgerfest ist online hier nachzulesen. Vor Ort steht ein Lageplan mit allen Informationen zur Verfügung.
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Stadt Bamberg und Otto-Friedrich-Universität laden zu Lesung und Vorträgen
Bamberger Poetikprofessur mit Ingo Schulze startet im Theater
Mit einer öffentlichen Auftaktlesung startet am morgigen Mittwoch, dem 6. Mai 2026, die Bamberger Poetikprofessur in ihre 39. Auflage. Zum zweiten Mal wird die renommierte Reihe gemeinsam von der Stadt Bamberg und der Otto-Friedrich-Universität Bamberg ausgerichtet. Poetikprofessor im Sommersemester 2026 ist der vielfach ausgezeichnete Schriftsteller Ingo Schulze.
Den Auftakt bildet am morgigen Mittwoch um 19 Uhr eine Lesung mit anschließendem Gespräch im ETA-Hoffmann-Theater. Ingo Schulze stellt dabei im Austausch mit Prof. Dr. Friedhelm Marx seinen neuen Roman „Das Wasser im August“ vor. Im Anschluss lädt die Stadt Bamberg zu einem Empfang ein. Kostenlose Platzkarten sind an der Theaterkasse erhältlich.
Unter dem Titel „Drei Reisen mit einem Manuskript“ folgen drei öffentliche Poetikvorträge an der Universität Bamberg:
Mittwoch, 20. Mai 2026, 18 Uhr: „Im Westen – London“
Mittwoch, 10. Juni 2026, 18 Uhr: „Im Osten – China“
Mittwoch, 24. Juni 2026, 18 Uhr: „Im Süden – Indien“
Die Vorträge finden im Hörsaal U2/00.25 (An der Universität 2) statt und sind kostenfrei zugänglich. Den Abschluss der Poetikprofessur bildet ein internationales Forschungskolloquium am 25. Und 26. Juni 2026 im Internationalen Künstlerhaus Villa Concordia, an dem Ingo Schulze teilnehmen wird. Alle Bambergerinnen und Bamberger sind herzlich zu den Veranstaltungen eingeladen.
Die Bamberger Poetikprofessur zählt zu den bedeutendsten Poetikdozenturen im deutschsprachigen Raum. In diesem Jahr feiert sie zudem ihren 40. Geburtstag an der Universität Bamberg. Zu den bisherigen Gästen zählen unter anderem Jenny Erpenbeck, Peter Stamm, Clemens Setz, Jan Wagner, Yoko Tawada, Lutz Seiler und Alina Bronsky. Weitere Informationen gibt es hier.
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Stadt lädt zum Tag der Städtebauförderung ins Bürgerlabor ein
Die Uferbereiche in Bamberg – klimaangepasst denken
Am Samstag, 9. Mai 2026, besteht für alle Interessierten die Möglichkeit, im Bürgerlabor in der Hauptwachstraße 3 gemeinsam Ideen für die zukunftsfähige Gestaltung des Adenauerufers zu entwickeln, wie die Stadt Bamberg mitteilt.
Die Stadt Bamberg lädt zum Tag der Städtebauförderung am 9. Mai zur Zukunft des Adenauerufers ins Bürgerlabor ein. Von 10 bis 14 Uhr steht ein Team des Stadtplanungsamtes bereit, gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern einen Blick in eine zukunftsgerechte klimaresiliente Stadtentwicklung zu werfen.
Klimaanpassung beginnt vor Ort: bei heißen Straßen, bei Starkregen, bei Aufenthaltsqualität und bei der Frage, wie unsere Stadt auch in Zukunft gut funktioniert. Die anstehende Baumaßnahme „Tiefensammler Bamberg-Ost“ ist ein wichtiger Baustein, um das Mischwassersystem zu entlasten, Gewässer zu schützen und das Kanalnetz widerstandsfähiger zu machen. Gleichzeitig braucht klimaangepasste Stadtentwicklung auch gute Freiräume, Schatten, Wasserbewusstsein und starke Nachbarschaften. Der Tag der Städtebauförderung bietet die Gelegenheit, darüber gemeinsam ins Gespräch zu kommen. Alle Menschen aus Bamberg, speziell aus der Nachbarschaft, sind eingeladen, gemeinsam Ideen für eine klimaangepasste Gestaltung der Uferwege des Main-Donau-Kanals zu entwickeln und Bedürfnisse zu formulieren.
Hier geht es zu allen Veranstaltungen in Bamberg zum Tag der Städtebauförderung.
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Ära endet nach 20 Jahren
Stadt Bamberg verabschiedet OB Andreas Starke
Mit einem feierlichen Festakt im Hegelsaal der Konzert- und Kongresshalle hat die Stadt Bamberg am gestrigen Donnerstag, 30. April 2026, ihrem langjährigen Oberbürgermeister Andreas Starke für seine Dienste gedankt. Nach 20 Jahren an der Spitze der Stadt endet damit eine prägende Ära der Bamberger Kommunalpolitik. Gelassen und mit der bekannten Prise Humor verabschiedete sich Starke: „Ich scheide aus dem Amt aus, nicht aus dem Leben.“
Den charmanten Auftakt der Veranstaltung, die vom Hornquartett der Bamberger Symphoniker umrahmt wurde, lieferte die städtische Beamtenanwärterin Laura Altenhöfer. Sie wurde im November 2006 geboren und kennt somit nur Andreas Starke als Oberbürgermeister von Bamberg. „Ich war überrascht, dass das ab Morgen nicht mehr so sein soll. Deshalb frage ich mich: Werden die Busse pünktlich fahren? Wird der Müll abgeholt? Werden wir jetzt von den Hallstadtern überrollt?“, scherzte Altenhöfer.
Launisch machte Zweiter Bürgermeister Jonas Glüsenkamp weiter und sprach von der „Mietsache Andreas Starke“, die heute von der Stadt „wegen Eigenbedarfsanmeldung der Familie“ zurückgegeben werde. Er begrüßte die rund 700 Gäste, darunter viele Männer und Frauen, die Starke auf seinem Weg durch die Kommunalpolitik begleitet haben. Er lobte das Wirken von Starke in seiner Amtszeit: „Deine Art, Konflikte zu moderieren, Lösungen zu suchen und Kompromisse auszuloten, ist unübertroffen. Du hast diese Stadtgesellschaft in den vergangenen 20 Jahren in diesem Wachstum maßgeblich zusammengehalten.“
„Sie haben zugehört und vermittelt“
Im Anschluss würdigte Joachim Herrmann, Bayerischer Staatsminister des Innern, für Sport und Integration, in seiner Ansprache das Wirken von Andreas Starke: „Nach 20 Jahren an der Spitze Bambergs endet heute eine Ära – verbunden mit Ihrem Namen, lieber Herr Starke. Sie waren ein Oberbürgermeister, der den direkten Kontakt zur Bürgerschaft gesucht hat. Gespräche vor Ort, Bürgersprechstunden und der Austausch mit den Stadtteilen waren für Sie selbstverständlich. Sie haben zugehört, erklärt und vermittelt.“
Wenn man auf Starkes Amtszeit zurückblicke, werde deutlich, dass dieser die Stadt nicht nur verwaltet, sondern entscheidend geprägt habe. „Sie haben Entwicklungen angestoßen, Projekte umgesetzt und dabei immer das Ganze im Blick behalten. Sie haben gezeigt, was kommunale Selbstverwaltung leisten kann, wenn sie mit Überzeugung, Augenmaß und Ausdauer ausgeübt wird. Ihr Wirken steht für Verlässlichkeit, Bodenständigkeit und einen klaren Kompass im Dienst der Bürgerinnen und Bürger. Sie haben Verantwortung übernommen und dieser Stadt über viele Jahre hinweg Richtung und Halt gegeben.” Als sichtbares Zeichen dieser Anerkennung verlieh Herrmann an Starke das kommunale Verdienstabzeichen in Silber.
Schlagfertig und selbstbewusst
Danach wurde es persönlich. Sein „stolzer, kleiner Bruder“ Christoph Starke erzählte mehrere Anekdoten und betonte, dass sein Bruder „Schlagfertigkeit und Selbstbewusstsein auf ganz eigene Weise verkörpert“ habe. „Du warst ein OB der besonderen Art, der seines Gleichen sucht“, brachte er seine Rede auf den Punkt.
Starkes Tochter Meike und Sohn Moritz erweiterten die Perspektive um die Sicht der Kinder. „Das Leben als Kind eines OB ist ein anderes: Privates und Öffentliches lassen sich nicht trennen“, erklärte Meike. Da werde ein privates Abendessen schnell mal zur Bürgersprechstunde. Moritz Starke appellierte an die Medien und die Öffentlichkeit, grundsätzlich sensibler mit Wertungen gegenüber Amtsträgern umzugehen: „Wir wissen wie es ist, wenn Schlagzeilen plötzlich persönlich werden.“
OB: Wohl der Stadt an erster Stelle
In seiner Abschiedsrede blickte Oberbürgermeister Andreas Starke auf zwei Jahrzehnte im Amt zurück mit einer Mischung aus Dankbarkeit, Selbstironie und klaren politischen Botschaften. Mit Blick auf eine funktionierende Gesellschaft betonte er die Bedeutung von Zusammenhalt und Interessenausgleich: „Vor allem in der Kommunalpolitik brauchen wir die Fähigkeit und den Willen zum Kompromiss.“ Er mahnte, das Wohl der Stadt stets über parteipolitische Interessen zu stellen.
Zugleich nutzte Starke die Gelegenheit, seinem Nachfolger alles Gute zu wünschen: „Ich gratuliere dem neu gewählten Oberbürgermeister Sebastian M. Niedermaier sehr herzlich. Alles Gute und viel Erfolg im Interesse unserer schönen Stadt.“
Starkes besonderer Dank galt seiner Familie, seiner Frau Helen Galal, seinen Weggefährten in Politik und Verwaltung sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung. Die Leistungsfähigkeit der Verwaltung bezeichnete Starke als entscheidende Grundlage für die positive Entwicklung Bambergs in den vergangenen Jahren.
„Gestaltungsmöglichkeit, Bürgernähe und Menschlichkeit“
Auch die Herausforderungen und Erwartungen an das Amt des Oberbürgermeisters schilderte er mit einem Augenzwinkern und großer Anschaulichkeit. Trotz aller Anforderungen sei das Amt für ihn stets eine erfüllende Aufgabe gewesen: „In diesem Amt steckt unheimlich viel Gestaltungsmöglichkeit, Bürgernähe und Menschlichkeit.“
Zum Abschluss seiner Rede unterstrich Starke die Bedeutung demokratischer Werte und rief dazu auf, den gesellschaftlichen Zusammenhalt aktiv zu stärken. „Wir dürfen Extremisten von links und rechts keine Chance lassen“, betonte er mit Blick auf aktuelle politische Entwicklungen.
Anschließend trug sich Andreas Starke in das Goldene Buch der Stadt Bamberg ein, ehe der offizielle Teil endete und der Dritte Bürgermeister Wolfgang Metzner den Empfang im Foyer der Konzert- und Kongresshalle eröffnete.
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„Ihr Einsatz war wirklich vorbildlich“
OB Starke verabschiedet ausscheidende Stadtratsmitglieder und Bürgermeister
In der letzten Vollsitzung der Amtsperiode 2020 bis 2026 hat Oberbürgermeister Andreas Starke zahlreiche Stadträtinnen und Stadträte sowie die beiden Bürgermeister Jonas Glüsenkamp und Wolfgang Metzner feierlich verabschiedet, wie die Stadt Bamberg mitteilt. Der OB dankte den ausscheidenden Stadtratsmitgliedern: „Sie haben sich enorm engagiert, und Ihr Einsatz war wirklich vorbildlich. Sie haben einen wichtigen Beitrag zum Gelingen unserer Demokratie geleistet“, so Starke.
Zur positiven Entwicklung der Stadt in den vergangenen Jahren hat auch der Stadtrat maßgeblich beigetragen. Gleichzeitig hob Starke die besondere Bedeutung der kommunalen Selbstverwaltung hervor: „Die Stadträtinnen und Stadträte sind die entscheidenden Säulen für das Leben in unserer Stadt. Diese unmittelbare Verbindung zwischen Bürgerschaft, Verwaltung und Stadtentwicklung kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden.“
Mit Blick auf die künftige Stadtratsarbeit gab er den neu gewählten Mitgliedern eine zentrale Botschaft mit auf den Weg: „Die Verantwortungsethik muss wichtiger sein als die Gesinnungsethik. Auch Pragmatismus ist ein guter Ratgeber.“
In einer Schweigeminute wurde zudem des im März 2025 verstorbenen SPD-Stadtrats Felix Holland gedacht, der dem Gremium über viele Jahre angehört hatte.
Verabschiedete Bürgermeister
Jonas Glüsenkamp (Grünes Bamberg) gehörte seit 2020 dem Stadtrat an und wurde zum Zweiten Bürgermeister gewählt. In dieser Funktion verantwortete er zentrale Bereiche wie Soziales, Jugend, Umwelt sowie Personal und Organisation. Als Stellvertreter des Oberbürgermeisters prägte er die Arbeit der Stadtverwaltung in wichtigen Zukunftsfeldern.
Wolfgang Metzner (SPD) war seit 2008 Mitglied des Stadtrates und von 2014 bis 2026 Dritter Bürgermeister der Stadt Bamberg. Der Pädagoge übernahm neben repräsentativen Aufgaben auch die Leitung zahlreicher Sitzungen und engagierte sich insbesondere im Kultur- und Schulbereich. Seine langjährige Erfahrung brachte er in viele Gremien ein.
Verabschiedete Stadträtinnen und Stadträte
Alina Achtziger (Die PARTEI) war seit 2022 Mitglied des Stadtrates. Sie rückte nach und engagierte sich in zahlreichen Gremien, unter anderem im Personalbereich sowie im kulturellen und sozialen Bereich der Stadt.
Andreas Dechant (CSU) gehörte dem Stadtrat seit 2018 an. Der Polizeibeamte brachte seine sicherheitsrelevante Expertise insbesondere im Konversions- und Sicherheitssenat ein und war in mehreren Aufsichtsräten tätig.
Andreas Eichenseher (Grünes Bamberg) wirkte seit 2020 im Stadtrat. Seine Schwerpunkte lagen in den Bereichen Mobilität, Finanzen sowie Klima- und Umweltpolitik.
Karin Gottschall (SPD) war mit Unterbrechung ein langjähriges Stadtratsmitglied, zuletzt rückte sie 2025 wieder in das Gremium. Sie engagierte sich besonders im sozialen Bereich und für die Belange von Seniorinnen und Senioren.
Dr. Franz-Wilhelm Heller (CSU) war mit mehreren Amtszeiten seit den 1990er Jahren eine prägende Persönlichkeit im Stadtrat. Als Rechtsanwalt brachte er sein juristisches Wissen in zahlreiche Entscheidungen und Gremien ein.
Stefan Kurz (Grünes Bamberg) saß seit 2020 im Stadtrat. Als Kriminalbeamter brachte er vielfältige gesellschaftliche Perspektiven ein und engagierte sich insbesondere in Sicherheits- und Mobilitätsfragen.
Martin Pöhner (FDP) war Mitglied seit 2014. Der Schulleiter setzte seine pädagogische Erfahrung in verschiedenen Gremien ein und hatte seinen Schwerpunkt im Bildungsbereich.
Dr. Ursula Redler (CSU) wirkte seit 2014 im Stadtrat, zuletzt auch als stellvertretende Fraktionsvorsitzende. Als Juristin setzte sie wichtige Impulse insbesondere in der Familien- und Gleichstellungspolitik.
Daniela Reinfelder (BUB) war seit 2008 Mitglied des Stadtrates. Die Architektin engagierte sich intensiv in Bau‑, Stadtentwicklungs- und Infrastrukturthemen sowie für ihren Stadtteil Gaustadt.
Markus Schäfer (Grünes Bamberg) kam 2021 in den Stadtrat. Als Architekt und Stadtplaner brachte er sein Fachwissen insbesondere in Bau- und Stadtentwicklungsfragen ein.
Heinrich Schwimmbeck (BaLi) war seit 2014 Mitglied des Stadtrates. Seine Arbeitsschwerpunkte lagen in der Wohnungspolitik sowie in der Migrations- und Sozialpolitik.
Ursula Sowa (Grünes Bamberg) setzte als langjähriges Stadtratsmitglied sowie Abgeordnete auf Landes- und Bundesebene viele Akzente. Sie prägte insbesondere den Bau- und Kulturbereich der Stadt.
Klaus Stieringer (BuB) wurde 2008 in den Stadtrat gewählt. Als Geschäftsführer des Stadtmarketings setzte er sich besonders für die Entwicklung der Innenstadt und die Verbindung von Wirtschaft und Politik ein.
Andreas Triffo (BBB) gehörte seit 2014 zum Gremium. Er engagierte sich insbesondere in sozialen, kulturellen und infrastrukturellen Themen sowie im Vereinsleben der Stadt.
You Xie (CSU) saß seit 2014 im Stadtrat. Der Gastronom brachte internationale Perspektiven ein und engagierte sich insbesondere in Kultur- und Integrationsfragen.
Bereits während der laufenden Legislaturperiode schieden Tamara Pruchnow (Grünes Bamberg) und Fabian Dörner (Die PARTEI) aus dem Stadtrat aus. Auch ihnen galt der ausdrückliche Dank des Oberbürgermeisters.
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Das volle Preisgeld von 20.000 Euro kommt der Stiftung Welterbe zu Gute
Felix gibt Denkmalpreis der Oberfrankenstiftung weiter
Regierungspräsident Florian Luderschmid ehrte beim Festakt zur Wiedereröffnung der Kirche St. Michael den Bamberger Finanz- und Stiftungsreferenten Bertram Felix und überreichte ihm den Denkmalpreis der Oberfrankenstiftung. Felix kündigte an, das damit verbundene Preisgeld von 20.000 Euro vollständig weiterzugeben, wie die Stadt Bamberg mitteilt.
„Ein Mensch, der mit klarem Blick, unermüdlichem Einsatz und tiefem Verantwortungsbewusstsein die Welterbestadt Bamberg geprägt hat.“ Mit diesen Worten ehrte Regierungspräsident Florian Luderschmid beim Festakt zur Wiedereröffnung der umfassend sanierten Kirche St. Michael den Bamberger Finanz- und Stiftungsreferenten Bertram Felix und überreichte ihm den Denkmalpreis der Oberfrankenstiftung. Diese hohe Auszeichnung würdigt das herausragende Engagement von Felix für die Generalsanierung der ehemaligen Klosterkirche und der gesamten Anlage auf dem Michaelsberg, aber auch für weitere Denkmäler in Bamberg wie zum Beispiel das Schloss Geyerswörth.
Bertram Felix zeigte sich sichtlich bewegt über den Preis, machte jedoch anschließend deutlich, dass er diesen nicht als persönliche Ehrung versteht: „Ich nehme diesen Preis stellvertretend für ein außergewöhnliches Team entgegen. Ohne die fachlich und menschlich herausragenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Stiftungsmanagement und im gesamten Klosterteam wäre es niemals möglich gewesen, die Kirche in den vergangenen 14 Jahren grundlegend zu sanieren und zu einem Glanzlicht zu verwandeln.“
Unmittelbar nach der Preisverleihung kündigte Felix an, das damit verbundene Preisgeld von 20.000 Euro vollständig weiterzugeben: Es soll der Stiftung Welterbe zugutekommen und dadurch zum Erhalt und zur Pflege von St. Michael beitragen. „Das ist auch als großer Dank und Anerkennung für unser Stiftungsmanagement mit Claudia Schelbert an der Spitze zu verstehen. Das Team hat gerade in den vergangenen Wochen die Eröffnung von St. Michael mit unglaublicher Energie und viel persönlichem Einsatz vorbereitet“, betont Felix.
Die Oberfrankenstiftung hebt mit dem Denkmalpreis regelmäßig Persönlichkeiten hervor, die sich in besonderer Weise um den Erhalt des kulturellen Erbes verdient gemacht haben. Mit der Auszeichnung von Bertram Felix wird zugleich die enorme Gemeinschaftsleistung gewürdigt, die hinter der Sanierung von St. Michael steht, einem Projekt, das weit über die Region hinaus als beispielhaft für gelungene Denkmalpflege gilt. Das brachte auch Oberbürgermeister Andreas Starke zum Ausdruck, als er ebenfalls beim Festakt die Medaille „Denkmalstadt Bamberg“ an Bertram Felix verlieh.