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Bamberg - Page 5

Start mit dem 17. Inter­na­tio­na­len Fußballturnier

Inter­kul­tu­rel­le Wochen unter dem Mot­to „dafür!“ vom 20. Sep­tem­ber bis 9. November

Die Inter­kul­tu­rel­len Wochen sind eine ech­te Erfolgs­sto­ry. Sie machen das groß­ar­ti­ge Enga­ge­ment für Viel­falt und ein fried­li­ches Mit­ein­an­der in Bam­berg erleb­bar. Bei der Vor­stel­lung der 31. Inter­kul­tu­rel­len Wochen vom 20. Sep­tem­ber bis zum 9. Novem­ber 2025 lob­te der Schirm­herr, Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke, den ehren­amt­li­chen Ein­satz des Migran­tin­nen- und Migran­ten­bei­rats der Stadt Bam­berg (MiB) für die­se Veranstaltung.

Der Migran­tin­nen- und Migran­ten­bei­rat lädt alle Bam­ber­ge­rin­nen und Bam­ber­ger zu die­ser beson­de­ren Ver­an­stal­tungs­rei­he ein. Bei den über 45 Ver­an­stal­tun­gen – dar­un­ter Film­vor­füh­run­gen, Aus­stel­lun­gen, Vor­trä­ge und Buch­vor­stel­lun­gen – ist für jeden etwas dabei. Zugleich schaf­fen die Inter­kul­tu­rel­len Wochen Raum für Aus­tausch und Begeg­nung. Bes­tes Bei­spiel dafür wird das 17. Inter­na­tio­na­le Fuß­ball­tur­nier unter dem Mot­to „Gemein­sam kicken – Viel­falt erle­ben“ sein, das den Auf­takt der Inter­kul­tu­rel­len Wochen bil­det. Am 20. Sep­tem­ber erwar­tet die Besu­che­rin­nen und Besu­cher auf dem Gelän­de des TSG 05 von 10 bis 22 Uhr ein viel­fäl­ti­ges Pro­gramm mit mit­rei­ßen­den Spie­len, Musik und kuli­na­ri­schen Highlights.

In die­sem Jahr ste­hen die Akti­ons­wo­chen unter dem Mot­to „dafür!“. „Mit die­sem Mot­to wol­len wir ein Zei­chen set­zen für die Viel­falt in unse­rem Land. Migra­ti­on darf nicht ver­teu­felt wer­den, son­dern soll­te als Berei­che­rung ver­stan­den wer­den“, erklär­te Mitra Sha­ri­fi-Neyst­anak, Vor­sit­zen­de des Migran­tin­nen- und Migran­ten­bei­rats. „dafür!“ bedeu­te auch, den Zusam­men­halt zu stär­ken, Demo­kra­tie und Men­schen­rech­te aktiv zu leben, span­nen­de Begeg­nun­gen zu ermög­li­chen und das Mit­ein­an­der zu fördern.

Das Pro­gramm­heft der Inter­kul­tu­rel­len Wochen sowie wei­te­re Infor­ma­tio­nen sind hier abrufbar.

Glo­ba­le Kri­sen im Fokus

Kurz­füh­rung durch die Son­der­aus­stel­lung im Diö­ze­san­mu­se­um am 18. September

Zu einer halb­stün­di­gen Füh­rung durch die Son­der­aus­stel­lung „Kri­se. Kunst. Kir­che. Kon­ti­nen­te. Visio­nen von Lau­da­to si‘ “ des Diö­ze­san­mu­se­ums auf dem Dom­berg lädt Muse­ums­lei­te­rin Caro­la-Marie Schmidt am Don­ners­tag, 18. Sep­tem­ber, 12.30 Uhr, ein, wie die Stadt Bam­berg mitteilt.

Zehn Jah­re nach der Ver­öf­fent­li­chung der weg­wei­sen­den Umwelt-Enzy­kli­ka „Lau­da­to si‘ “ von Papst Fran­zis­kus ver­bin­det die­se Aus­stel­lung – eine Koope­ra­ti­on des Fach­be­reichs Umwelt und Kli­ma, des Refe­rats Welt­kir­che und des Diö­ze­san­mu­se­ums – Kunst und Kir­che zu einem ein­drucks­vol­len Appell und lädt alle Inter­es­sier­ten dazu ein, sich mit den aktu­el­len öko­lo­gi­schen und sozia­len Her­aus­for­de­run­gen unse­rer Zeit auseinanderzusetzen.

Die von Muse­ums­lei­te­rin Caro­la-Marie Schmidt sorg­fäl­tig aus­ge­wähl­ten Kunst­wer­ke inter­na­tio­nal aner­kann­ter Künst­le­rin­nen und Künst­ler sowie meh­re­re inter­ak­ti­ve Sta­tio­nen beleuch­ten glo­ba­le Kri­sen und die Not­wen­dig­keit eines ganz­heit­li­chen Umden­kens – inspi­riert von den Impul­sen der Enzyklika.

Der Freun­des­kreis der Muse­en um den Bam­ber­ger Dom lädt alle Inter­es­sier­ten zu die­ser Kurz­füh­rung ein. Treff­punkt ist an der Kas­se des Diö­ze­san­mu­se­ums, Dom­platz 5, Bam­berg. Die Teil­nah­me an der Füh­rung ist frei, es fal­len ledig­lich die regu­lä­ren Ein­tritts­kos­ten an. Eine Anmel­dung ist nicht erforderlich.

Ein Tag vol­ler Ent­de­ckun­gen für die gan­ze Familie

Welt­kin­der­tag auf dem Dom­berg am 20. September

Zu einem bun­ten, leben­di­gen und span­nen­den Welt­kin­der­tag am Sams­tag, 20. Sep­tem­ber, laden die Neue Resi­denz und die Alte Hof­hal­tung auf dem Dom­berg ein.

Fami­li­en mit Kin­dern sind herz­lich will­kom­men, gemein­sam auf Ent­de­ckungs­tour zu gehen, zu ler­nen, zu bas­teln und sich von his­to­ri­schen Schau­plät­zen inspi­rie­ren zu las­sen. Ob klei­ne Ent­de­cke­rin­nen oder gro­ße Geschichts-Fans – hier kom­men alle auf ihre Kosten.

Die Fami­li­en­füh­rung „Lich­ter­glanz und war­mes Zuhau­se? Wie war das damals?“ in der Neu­en Resi­denz rich­tet sich an Kin­der ab sechs Jah­ren und lädt zu einer Ent­de­ckungs- und Zeit­rei­se ein. Im His­to­ri­schen Muse­um Bam­berg gibt es nicht nur Ent­de­cker­bo­gen und Mit­mach­sta­tio­nen rund um die Aus­stel­lung „Bil­der­spa­zier­gang“, son­dern auch den Work­shop „Demo­kra­tie braucht Kunst!“, in dem gemein­sam mit den Künst­le­rin­nen Simo­na Sac­coc­cia und Judith Sie­ders­ber­ger Stoff­beu­tel bedruckt wer­den. Die Info­stand- und Mit­mach­sta­ti­on „Hand­pan­mu­sik“ eröff­net Klang­wel­ten mit der Hand­pan, die Jung und Alt in ihren Bann zie­hen. Beim Work­shop „Lehm ist bunt“ mit „Lebens­Lehm“ kön­nen Baum­rin­den­mo­bi­le mit aus­wasch­ba­ren Lehm­far­ben bemalt wer­den. Wei­ter­hin kön­nen bei der Mit­mach­ak­ti­on „Bun­te But­tons“ eige­ne, ein­zig­ar­ti­ge But­ton gestal­tet wer­den. Zusätz­lich infor­miert der Info­stand der „Omas gegen Rechts Bam­berg“ über deren Arbeit und bie­tet ein Glücks­rad. Schließ­lich führt die Fami­li­en­füh­rung „Aben­teu­er Geschich­te – auf den Spu­ren der Fürst­bi­schö­fe“ vom Mit­tel­al­ter bis zum Barock: Vom geheim­nis­vol­len Kir­chen­schim­mer in der Tho­mas­ka­pel­le bis zum prunk­vol­len Glanz der Neu­en Resi­denz kön­nen Kin­der mit ihren Eltern eine span­nen­de Zeit­rei­se erleben.

Alle Pro­gramm­punk­te sind fami­li­en­freund­lich gestal­tet; wei­te­re Details zu Zei­ten und Treff­punk­ten unter http://www.domberg-bamberg.de 

Poli­zei und Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen haben erfolg­reich die Zusam­men­ar­beit trainiert

Amok­la­ge im Sta­di­on: Ein­satz­kräf­te üben in Bam­berg den Ernstfall

Als gegen 12 Uhr Übungs­lei­ter Chris­ti­an Seitz „Übungs­en­de“ über die Funk­ge­rä­te ver­kün­det, lie­gen drei inten­si­ve Stun­den hin­ter den rund 350 Ein­satz­kräf­ten sowie 130 Sta­tis­tin­nen und Sta­tis­ten. Poli­zei, Ret­tungs­dienst, Kata­stro­phen­schutz und Feu­er­wehr haben am Sams­tag, 13. Sep­tem­ber 2025, im Zusam­men­spiel mit den Kli­ni­ken Bam­berg, Bur­ge­brach und Scheß­litz sowie der Inte­grier­ten Leit­stel­le Bam­berg-Forch­heim für den abso­lu­ten Ernst­fall trai­niert: Bei einem Fuß­ball­spiel im Fuchs-Park-Sta­di­on greift ein frus­trier­ter ehe­ma­li­ger Mit­ar­bei­ter eines Fuß­ball­ver­eins im psy­chi­schen Aus­nah­me­zu­stand wahl­los mit einem Mes­ser Men­schen im VIP-Bereich der Tri­bü­ne an.

Bay­erns Innen­mi­nis­ter Joa­chim Herr­mann, der selbst vor Ort die Übung ver­folgt, betont die Wich­tig­keit solch groß ange­leg­ter Test­läu­fe: „Durch rea­li­täts­na­he Sze­na­ri­en kann die orga­ni­sa­ti­ons­über­grei­fen­de Zusam­men­ar­beit aller Blau­licht­or­ga­ni­sa­tio­nen im Ernst­fall geübt und wei­ter ver­bes­sert wer­den. Neben der guten Zusam­men­ar­beit von Baye­ri­scher Poli­zei, Ret­tungs­dienst und Feu­er­wehr kommt es im Bevöl­ke­rungs­schutz auf ver­läss­li­che Pla­nung, gute Vor­be­rei­tung und die Ver­net­zung aller rele­van­ten Akteu­re an. Die akti­ve Betei­li­gung der drei Kli­ni­ken in Stadt und Land­kreis Bam­berg an der Übung begrü­ße ich daher aus­drück­lich.“ Auch Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke, die Bür­ger­meis­ter Jonas Glüsen­kamp und Wolf­gang Metz­ner sowie wei­te­re Ehren­gäs­te aus Poli­tik und von Sicher­heits­be­hör­den sind anwe­send, als es gegen 9 Uhr los­geht. Der Sani­täts­dienst im Sta­di­on ver­mu­tet zunächst eine Schlä­ge­rei und alar­miert die Poli­zei. Schon wenig spä­ter tref­fen die ers­ten Kräf­te ein. Sie fin­den eine unüber­sicht­li­che Lage vor: eine vol­le Tri­bü­ne mit einer zu die­sem Zeit­punkt unkla­ren Anzahl an Ver­letz­ten und einem Täter, der sich noch im Sta­di­on befin­det. Die­ser flüch­tet und ver­schanzt sich in einem benach­bar­ten Con­tai­ner­dorf. Die Ein­satz­kräf­te erhö­hen die Alarm­stu­fe, nach­dem klar wird, was vor­ge­fal­len ist. Wenig spä­ter tref­fen ein Groß­auf­ge­bot an Poli­zei­kräf­ten und der alar­mier­te Ret­tungs­dienst sowie Kräf­te des Kata­stro­phen­schut­zes ein. Das Sze­na­rio hält noch mehr bereit: Rauch steigt im Bereich des Con­tai­ner­dorfs auf. Der Täter hat ein Feu­er gelegt.


Ver­trau­ter Übungsort

„Wir wol­len auf alle Fäl­le vor­be­rei­tet sein: Die Groß­übung dient dazu, bei einer Poli­zei­la­ge das Zusam­men­spiel aller betei­lig­ten Blau­licht-Orga­ni­sa­tio­nen zu trai­nie­ren und zu ver­bes­sern“, betont Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke. „Der Übungs­ort wur­de bewusst gewählt, da er allen an der Übung Betei­lig­ten auch aus der Pra­xis bes­tens bekannt ist. Damit ist es mög­lich, in siche­rer Umge­bung Neu­es zu erpro­ben und bestehen­de Pla­nun­gen auf Aktua­li­tät und Umsetz­bar­keit zu prü­fen“, erklärt Chris­ti­an Seitz, Lei­ter des Amtes für Brand- und Kata­stro­phen­schutz der Stadt Bam­berg. Der städ­ti­sche Kata­stro­phen­schutz­be­auf­trag­te Micha­el Hoh hat die Übung feder­füh­rend orga­ni­siert und dafür eine Viel­zahl an Sta­tis­ten vor allem von der Poli­zei und aus der Stadt­ver­wal­tung gewonnen.

„Jede Sekun­de zählt! Den Täter hand­lungs­un­fä­hig zu machen, Ret­tungs­diens­ten ohne Eigen­ge­fähr­dung ihren Ein­satz zu ermög­li­chen und die Bevöl­ke­rung zu schüt­zen, lässt kei­nen Zeit­ver­zug zu. Wir sind dank­bar für die­se Übung, ist doch die Bewäl­ti­gung lebens­be­droh­li­cher Ein­satz­la­gen kein Zufalls­pro­dukt, son­dern das Ergeb­nis inten­si­ver Pla­nung und Abstim­mung. Zu einer guten Vor­be­rei­tung gehört, dass man defi­nier­te Hand­lungs­ab­läu­fe rea­lis­ti­schen Bedin­gun­gen trai­niert und gege­be­nen­falls ver­bes­sert. Das ist auf­wän­dig, lohnt sich aber. Ich dan­ke allen Betei­lig­ten für ihr gro­ßes Enga­ge­ment“, betont Poli­zei­vi­ze­prä­si­dent der Poli­zei Ober­fran­ken Ulrich Rothdauscher.

Um zu beur­tei­len, was gut läuft, und was noch bes­ser lau­fen muss, sind rund 50 Übungs­be­ob­ach­ter der ein­zel­nen Orga­ni­sa­tio­nen mit einem stren­gen Auge dabei. „Übung macht den Meis­ter – das gilt auch und gera­de für Sze­na­ri­en, von denen wir uns alle wün­schen, dass sie am bes­ten nie ein­tre­ten mögen“, betont Bam­bergs Poli­zei­chef Flo­ri­an May­er. „Gemein­sa­me Übun­gen mit ande­ren Orga­ni­sa­tio­nen ermög­li­chen uns, das Vor­ge­hen unse­rer Part­ner noch bes­ser ken­nen­zu­ler­nen und ohne­hin bestehen­de Koope­ra­tio­nen ver­tie­fen und noch opti­mie­ren zu kön­nen. Ein gegen­sei­ti­ges Ver­ständ­nis ist gera­de für stress­be­las­te­te Situa­tio­nen von enor­mem Mehr­wert“, so Mayer.


Her­aus­for­dern­des Szenario

Denn das Sze­na­rio birgt eini­ge Her­aus­for­de­run­gen und viel Abstim­mungs­be­darf für die Ein­satz­kräf­te: „Bei Groß­scha­dens­la­gen kommt der haupt­be­ruf­li­che Ret­tungs­dienst mit der nor­ma­len Fahr­zeug­vor­hal­tung schnell an sei­ne Gren­zen, daher kom­men immer dann ehren­amt­lich besetz­te Kata­stro­phen­schutz­ein­hei­ten zum Ein­satz“, betont Kata­stro­phen­schutz­be­auf­trag­ter Micha­el Hör­mann vom BRK-Kreis­ver­band Bam­berg. Durch die gro­ße Anzahl an Ver­letz­ten sind das Baye­ri­sche Rote Kreuz, die Johan­ni­ter-Unfall-Hil­fe und der Mal­te­ser Hilfs­dienst mit ins­ge­samt knapp 100 Ein­satz­kräf­ten im Ein­satz. Bevor die Ret­tungs­diens­te tätig wer­den kön­nen, muss die Poli­zei die Tri­bü­ne aber zunächst sichern und frei­ge­ben. Par­al­lel wer­den die Kli­ni­ken in Alarm­be­reit­schaft ver­setzt und akti­vie­ren ent­spre­chend ihrer Kon­zep­te zusätz­lich erfor­der­li­ches Personal.

In der Zwi­schen­zeit berei­tet im Con­tai­ner­dorf die Poli­zei den Zugriff vor. Auf­grund des durch den Angrei­fer geleg­ten Bran­des im Con­tai­ner­dorf wird die Feu­er­wehr zu dem Brand­er­eig­nis nach­alar­miert. Bei der Fest­nah­me wird der Täter so schwer ver­letzt, dass er spä­ter ver­stirbt – so sieht es das Dreh­buch vor. Erst nach der gesi­cher­ten Frei­ga­be des Con­tai­ner­dor­fes durch die Poli­zei darf und kann die Feu­er­wehr mit den Lösch- und Ein­satz­maß­nah­men begin­nen. „Die Sicher­heit und der Eigen­schutz aller Ein­satz­kräf­te, dies gilt auf für unse­re Ein­satz­mann­schaf­ten, ste­hen stets im Vor­der­grund. Nie­mand darf in Gefahr gera­ten oder ange­grif­fen wer­den“, betont Stadt­brand­in­spek­tor Ewald Pfän­der. Was sich dage­gen nie aus­schlie­ßen lässt: Im Sze­na­rio ver­letzt sich bei den Lösch­ar­bei­ten ein Feu­er­wehr­mann. Die­ser muss durch sei­ne Kame­ra­din­nen und Kame­ra­den geret­tet werden.

Ins­ge­samt wer­den 25 Per­so­nen inklu­si­ve Täter ver­letzt und müs­sen sta­tio­när in den Kli­ni­ken Bam­berg, Bur­ge­brach und Scheß­litz ver­sorgt wer­den. Wäh­rend­des­sen nimmt vor Ort die Psy­cho­so­zia­le Not­fall­ver­sor­gung für Betrof­fe­ne (PSNV‑B), bestehend aus Per­so­nal der Poli­zei und der Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen, ihre Arbeit auf.


Kli­ni­ken über­prü­fen Abläufe

In den Kli­ni­ken geht es eben­so dar­um, die Abläu­fe für einen sol­chen Mas­sen­an­fall an Ver­letz­ten zu über­prü­fen. Für die Not­auf­nah­me des Kli­ni­kums am Bru­der­wald steht bei der Übung die soge­nann­te Tria­ge, also die medi­zi­ni­sche Erst­ein­schät­zung und Prio­ri­sie­rung von zehn gleich­zei­tig ein­ge­lie­fer­ten Ver­letz­ten nach Dring­lich­keit im Mit­tel­punkt. Die­ser Pro­zess ist ent­schei­dend, um im Ernst­fall schnell die best­mög­li­che medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung zu gewähr­leis­ten. Das Kli­ni­kum Bam­berg nutzt die Übung auch dazu, sei­ne inter­ne Alar­mie­rungs­ket­te zu tes­ten. Bei der Übung kom­men 15 zusätz­li­che Mit­ar­bei­ten­de zum Ein­satz, so dass der regu­lä­re Betrieb der Not­auf­nah­me eben­falls gewähr­leis­tet bleibt und für die Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten kei­ne Beein­träch­ti­gung besteht. Auch in der Stei­ger­wald­kli­nik Bur­ge­brach und der Jura­kli­nik Scheß­litz wer­den inner­halb kür­zes­ter Zeit schlag­kräf­ti­ge inter­dis­zi­pli­nä­re Behand­lungs­teams zusam­men­ge­stellt, um der Kri­sen­si­tua­ti­on opti­mal zu begegnen.

Bür­ger­meis­ter Glüsen­kamp begrüßt 32 Azubis

Aus­zu­bil­den­de der Stadt Bam­berg star­ten ins Berufsleben

Bei der Stadt Bam­berg und ihren Töch­tern haben am 1. Sep­tem­ber 2025 32 neue Aus­zu­bil­den­de und Beam­ten­an­wär­te­rin­nen und –anwär­ter ihre beruf­li­che Lauf­bahn begon­nen. Die­se wer­den bei der Stadt Bam­berg, bei den Stadt­wer­ken Bam­berg, beim Zweck­ver­band Ret­tungs­dienst und Feu­er­wehr­alar­mie­rung (ZRF) Bamberg–Forchheim und bei der Stadt­bau GmbH aus­ge­bil­det, wie die Stadt Bam­berg mitteilt.

„Somit haben wir auch im Jahr 2025 wie­der einen star­ken Aus­bil­dungs­jahr­gang. Das ist auch drin­gend not­wen­dig, auch im Hin­blick auf den Fach­kräf­te­man­gel und den demo­gra­phi­schen Fak­tor“, sag­te Bür­ger­meis­ter und Per­so­nal­re­fe­rent Jonas Glüsen­kamp im Rah­men der Begrü­ßung im Spie­gel­saal der Harmonie.

Die Gesamt­zahl aller aktu­el­len Aus­bil­dungs­plät­ze liegt der­zeit bei 58 Azu­bis in der Stadt­ver­wal­tung, drei Azu­bi bei der Stadt­bau GmbH und einer dem ZRF Bam­berg-Forch­heim und 32 Azu­bis bei den Stadt­wer­ken Bam­berg. Mit ins­ge­samt 94 Aus­zu­bil­den­den zählt die Stadt Bam­berg zu den größ­ten Aus­bil­dungs­be­trie­ben in der gesam­ten Regi­on. Dies gilt umso mehr, wenn auch noch die Sozi­al­stif­tung Bam­berg mit­ein­be­zo­gen wird: Bei ihr begin­nen in die­sem Herbst 186 neue Aus­zu­bil­den­de, aller­dings 25 davon erst am 1. Okto­ber. Dann wer­den ins­ge­samt 498 jun­ge Men­schen in der Sozi­al­stif­tung aus­ge­bil­det. Somit kann der Kon­zern Stadt Bam­berg ins­ge­samt 592 Aus­zu­bil­den­de vorweisen.


Zahl­rei­che ver­schie­de­ne Ausbildungsberufe

Die Band­brei­te der ins­ge­samt 20 Aus­bil­dungs­be­ru­fe des neu­en Aus­bil­dungs­jahr­gan­ges spie­gelt die Viel­falt der städ­ti­schen Auf­ga­ben wider. So wer­den in der Stadt­ver­wal­tung Beam­ten­an­wär­te­rin­nen und –anwär­ter, Ver­wal­tungs­fach­an­ge­stell­te, ein Brand­meis­ter­an­wär­ter, zwei Fach­in­for­ma­ti­ker, eine Fach­an­ge­stell­te für Medi­en und Infor­ma­ti­ons­diens­te und eine Fach­kraft für Ver­an­stal­tungs­tech­nik im Thea­ter aus­ge­bil­det. Dar­über hin­aus bei Bam­berg Ser­vice ein Stra­ßen­bau­er, ein Umwelt­tech­no­lo­ge für Abwas­ser­be­wirt­schaf­tung, ein Elek­tro­ni­ker für Betriebs­tech­nik sowie eine Gärt­ne­rin. Die Stadt­wer­ke Bam­berg ver­stär­ken künf­tig Aus­zu­bil­den­de in Umwelt­tech­no­lo­gie für Was­ser­ver­sor­gungs­tech­nik, Kfz-Mecha­tro­nik, IT-Sys­tem­elek­tro­nik, Elek­tro­nik für Ener­gie- und Gebäu­de­tech­nik, Anla­gen­me­cha­nik SHK sowie ein Azu­bi zum Indus­trie­kauf­mann und zwei Azu­bis zum Berufs­kraft­fah­rer. Ein Immo­bi­li­en­kauf­mann wird bei der Stadt­bau GmbH und erst­mals ein Dis­po­nent in der Inte­grier­ten Leit­stel­le beim Zweck­ver­band Ret­tungs­dienst und Feu­er­wehr­alar­mie­rung Bamberg–Forchheim ausgebildet.


Viel Abwechs­lung und neue Herausforderungen

Die neu­en Aus­zu­bil­den­den sind zwi­schen 15 und 38 Jah­re jung (Durch­schnitts­al­ter 19,5 Jah­re) und kom­men aus der Stadt Bam­berg, den Land­krei­sen Bam­berg, Haß­ber­ge, Coburg und Lich­ten­fels. Eini­ge unter ihnen brin­gen bereits beruf­li­che Erfah­run­gen aus vor­an­ge­gan­ge­nen Aus­bil­dun­gen mit. Bür­ger­meis­ter Jonas Glüsen­kamp hat die neu­en Azu­bis der Stadt Bam­berg zum Aus­bil­dungs­be­ginn herz­lich will­kom­men gehei­ßen: „Im Rah­men Ihrer jewei­li­gen Aus­bil­dungs­be­ru­fe kommt viel Neu­es auf Sie zu. Men­schen, The­men, Geset­ze und Rege­lun­gen, Fachäm­ter – all das zusam­men sorgt für viel Abwechs­lung, aber auch für neue Her­aus­for­de­run­gen. Ich möch­te Sie ermu­ti­gen, sich nicht nur pas­siv aus­bil­den zu las­sen, son­dern den Pro­zess Ihrer Aus­bil­dung aktiv mitzugestalten.“

Im Rah­men ihres ers­ten Tages haben die neu­en Azu­bis die Aus­bil­de­rin­nen und Aus­bil­der sowie die Ansprech­part­ne­rin­nen und ‑part­ner aus den ver­schie­de­nen Ämtern ken­nen­ge­lernt, eben­so wie die Ver­tre­tun­gen aus dem Per­so­nal­rat und der Gleich­stel­lungs­stel­le. An ein Grup­pen­fo­to hat sich schließ­lich noch eine Füh­rung mit Drit­tem Bür­ger­meis­ter Wolf­gang Metz­ner durch ver­schie­de­ne Ämter angeschlossen.


16 Aus­bil­dungs­for­ma­te bei der Sozialstiftung

Beein­dru­cken­de Zah­len kann die Sozi­al­stif­tung Bam­berg vor­wei­sen. Ihre ab 1. Okto­ber 498 Azu­bis wer­den in 16 ver­schie­de­nen For­ma­ten aus­ge­bil­det, dar­un­ter auch die zwei Stu­di­en­gän­ge für Pri­mär­qua­li­fi­zie­ren­de Pfle­ge und für Heb­am­men­wis­sen­schaf­ten. Von den 186 „Neu­en“ im Herbst 2025 begin­nen die meis­ten ihre Aus­bil­dung als Pfle­ge­fach­kraft (41), als Pflegefachhelfer:innen (26), in der Phy­sio­the­ra­pie (26), als medi­zi­ni­sche Fach­an­ge­stell­te (19) und als Pflegefachhelfer:innen in der Alten­hil­fe (15). Aber unter ande­rem auch eine Fach­kraft für Lager­lo­gis­tik oder zwei Fach­in­for­ma­ti­ker wer­den bei der Sozi­al­stif­tung Bam­berg ausgebildet.

Fami­li­en­ge­sund­heit interaktiv

Inter­kul­tu­rel­les Gesund­heits­pro­jekt „Mit Migran­ten für Migranten“

Bes­tes son­ni­ges Wet­ter und eine aus­ge­las­se­ne Stim­mung auf dem Gelän­de des Jugend­treffs Ost: Das waren nur zwei Zuta­ten für einen gelun­ge­nen MiMi-Gesund­heits­tag im Zuge des Frei­zeit­fes­tes des Pro­jekts meet­ein­an­der. Am Stand des Inter­kul­tu­rel­len Gesund­heits­pro­jekts MiMi-Bay­ern – „Mit Migran­ten für Migran­ten“ – konn­ten sich Besucher:innen über alle Facet­ten von Fami­li­en­ge­sund­heit infor­mie­ren, wie die Stadt Bam­berg und Land­kreis Bam­berg mitteilen.

Los ging es mit einer Zucker­aus­stel­lung: Dort waren Lebens­mit­tel und Geträn­ke auf­ge­baut, samt zuge­hö­ri­ger Anzahl von Wür­fel­zu­ckern, die sich dar­in ver­ste­cken. Dies sorg­te für man­che erhel­len­den Momen­te. Bei einer Mega-Boden­zei­tung inkl. Quiz konn­te man sein Wis­sen über Hepa­ti­tis C anwen­den. Und am meis­ten Andrang war am über­gro­ßen Zahn­mo­dell: Hier konn­ten mit der Rie­sen-Zahn­bürs­te die Zahn­putz­küns­te unter Beweis gestellt werden.

Die Inter­kul­tu­rel­len MiMi-Gesund­heits­me­dia­to­rin­nen Mari­na Gla­sun­o­va, Anca Mar­za und Tat­ja­na Schell stan­den zusam­men mit Yvonne Rütt­ger als Koor­di­na­to­rin des Pro­jek­tes und Sarah Schel­ler vom Gesund­heits­amt Bam­berg für Fra­gen und Infor­ma­tio­nen auf Deutsch und wei­te­ren Spra­chen zur Ver­fü­gung. Das Gesund­heits­amt Bam­berg ist lang­jäh­ri­ger Koope­ra­ti­ons­part­ner des MiMi-Pro­jekts. Im Fokus der Gesprä­che stan­den ins­be­son­de­re nied­rig­schwel­li­ge Gesund­heits­an­ge­bo­te für Fami­li­en in der Regi­on Bam­berg, unter ande­rem auch die psy­chi­sche Gesund­heit von Kin­dern und Jugend­li­chen. Eine geeig­ne­te Platt­form hier­für ist das Pro­gramm „Klär­werk – wenn alles schei­ße ist“.

Dabei han­delt es sich um gemein­sa­mes Pro­jekt von Stadt und Land­kreis Bam­berg sowie der Gesund­heits­re­gi­on Plus. Es bie­tet Kin­dern, Jugend­li­chen und Fami­li­en wich­ti­ge Infor­ma­tio­nen und Hil­fe­stel­lun­gen bei psy­chi­schen Belas­tun­gen. Ein beson­de­res High­light sind die kos­ten­frei­en Online-Eltern­aben­de, die sich The­men wie Puber­tät, Ängs­te im Jugend­al­ter, Selbst­ver­let­zung oder Sucht­prä­ven­ti­on wid­men. Die­se Ver­an­stal­tun­gen ermög­li­chen einen nie­der­schwel­li­gen Zugang zu fach­li­cher Bera­tung und pra­xis­na­hen Tipps für den fami­liä­ren Alltag.

Dar­über hin­aus steht die staat­lich aner­kann­te Bera­tungs­stel­le für Schwan­ger­schafts­fra­gen am Land­rats­amt Bam­berg als wei­te­re Anlauf­stel­le zur Ver­fü­gung. Sie rich­tet sich an Frau­en, Män­ner und Paa­re und bie­tet umfas­sen­de, kos­ten­freie und ver­trau­li­che Unter­stüt­zung zu allen Fra­gen rund um Schwan­ger­schaft, Geburt, Fami­li­en­pla­nung und das Leben mit Kind.

Das Gesund­heits­pro­jekt „Mit Migran­ten für Migran­ten – Inter­kul­tu­rel­le Gesund­heit in Bay­ern (MiMi-Bay­ern)“ ist ein Pro­jekt des Eth­no-Medi­zi­ni­schen Zen­trums e.V., das in Koope­ra­ti­on mit zahl­rei­chen Projektpartner:innen lan­des­weit durch­ge­führt wird. Es wird vom Baye­ri­schen Staats­mi­nis­te­ri­um für Gesund­heit, Pfle­ge und Prä­ven­ti­on geför­dert sowie durch die MSD Sharp & Doh­me GmbH unterstützt.

MiMi-Bay­ern ver­folgt das Ziel, durch mehr­spra­chi­ge und kul­tur­sen­si­ble Auf­klä­rung die Gesund­heits­kom­pe­tenz von Migrant:innen zu för­dern. Seit 13 Jah­ren ist Bam­berg einer von 24 baye­ri­schen Pro­jekt­stand­or­ten. Die Koor­di­nie­rungs­stel­le im Amt für Inklu­si­on der Stadt Bam­berg in Koope­ra­ti­on mit dem Gesund­heits­amt Bam­berg hat in den ver­gan­ge­nen Jah­ren zahl­rei­che enga­gier­te und gut inte­grier­te Migrant:innen zu soge­nann­ten Inter­kul­tu­rel­len MiMi-Mediator:innen geschult, die ihr Wis­sen in ihrer Mut­ter­spra­che an Lands­leu­te in Bam­berg wei­ter­ge­ben. Die­ses Wis­sen umfasst 20 ver­schie­de­ne The­men und reicht vom Auf­bau des deut­schen Gesund­heits­sys­tems, Kin­der­ge­sund­heit, Dia­be­tes hin zum The­ma Alter & Pflege.

MiMi-Info­ver­an­stal­tun­gen sind kos­ten­frei und fin­den gene­rell im Grup­pen­set­ting statt, zum Bei­spiel an Stand­or­ten wie der „Blau­en Frie­da“, im Anker­zen­trum oder in der Israe­li­ti­schen Kul­tus­ge­mein­de. Die Auf­klä­rung kann in den Spra­chen Ara­bisch, Arme­nisch, Chi­ne­sisch, Deutsch, Eng­lisch, Fran­zö­sisch, Kur­disch, Per­sisch, Rumä­nisch, Rus­sisch, Spa­nisch, Tür­kisch und Ukrai­nisch statt­fin­den. Bei Bedarf kön­nen durch den Ein­satz von Dol­met­schern auch ande­re Spra­chen abge­deckt werden.

Nach­fol­ger von Dr. Roman Gibhardt

Mar­tin Haber­mey­er ist neu­er Kura­tor des E.T.A. Hoff­mann-Hau­ses in Bamberg

Die Fas­zi­na­ti­on für E.T.A. Hoff­mann und sei­ne fes­seln­den Traum­wel­ten zwi­schen Wirk­lich­keit und Fan­tas­tik beglei­tet Mar­tin Haber­mey­er bereits seit sei­ner Jugend. Seit August ist er der neue Kura­tor des E.T.A. Hoff­mann-Hau­ses in Bam­berg, wie die Muse­en der Stadt Bam­berg mitteilen.

E.T.A. Hoff­mann (1776–1822) war Schrift­stel­ler, Kom­po­nist, Zeich­ner, Kari­ka­tu­rist und aus­ge­bil­de­ter Jurist. Er ist der wohl bekann­tes­te Erzäh­ler der deut­schen Roman­tik. Das E.T.A. Hoff­mann-Haus in Bam­berg ist welt­weit das ein­zi­ge Muse­um für den mul­ti­ta­len­tier­ten Künst­ler, wird aller­dings zur­zeit saniert. Jetzt hat es einen neu­en Kura­tor: Mar­tin Haber­mey­er hat Anfang August 2025 sei­nen Dienst ange­tre­ten. Damit führt er die Auf­ga­be von PD Dr. Roman Gib­hardt fort, der an das Goe­the Muse­um nach Düs­sel­dorf wech­sel­te. Für Mar­tin Haber­mey­er ist Bam­berg aller­dings kein Neuland.

Die Fas­zi­na­ti­on für E.T.A. Hoff­mann und sei­ne fes­seln­den Traum­wel­ten zwi­schen Wirk­lich­keit und Fan­tas­tik beglei­tet Mar­tin Haber­mey­er bereits seit sei­ner Jugend: Gebo­ren und auf­ge­wach­sen in Neu­burg an der Donau, lebt er seit 2008 in der Dom­stadt. An der Otto-Fried­rich-Uni­ver­si­tät Bam­berg stu­dier­te er Ger­ma­nis­tik, Kul­tur­gut­si­che­rung und Kunst­ge­schich­te mit einer Abschluss­ar­beit zur Visua­li­tät in E.T.A. Hoff­manns „Die Sera­pi­ons­brü­der“. Es folg­te der Mas­ter in Lite­ra­tur und Medi­en, unter ande­rem mit dem The­ma „Nost­al­gie in Film und Lite­ra­tur als For­schungs­schwer­punkt“. Die Stu­di­en­jah­re bedeu­te­ten auch ers­te Schrit­te in Rich­tung musea­ler Arbeit, etwa durch einen Prak­ti­kums­auf­ent­halt am Film­mu­se­um München.

Für Dr. Fabi­an Ludo­vico, den Direk­tor der Muse­en der Stadt Bam­berg, ist Mar­tin Haber­mey­er ein gro­ßer Gewinn für das Team: „Durch sein Stu­di­um ver­fügt er über ein fun­dier­tes Fach­wis­sen zu E.T.A. Hoff­manns Werk und auf­grund sei­ner viel­fäl­ti­gen Tätig­kei­ten und Erfah­run­gen bringt er ganz neue Blick­win­kel auf die­ses mit. Wir freu­en uns sehr, ihn nun an Bord zu haben. Mit sei­ner Exper­ti­se wird er die unter­schied­li­chen Pro­jek­te der Muse­en als Kura­tor sehr bereichern.“

Zu Mar­tin Haber­mey­ers viel­fäl­ti­gen Tätig­kei­ten zählt etwa das Thea­ter: 2012 begann er sei­ne frei­be­ruf­li­che Schau­spiel­ar­beit und hat sich seit­dem fest in der Bam­ber­ger Kul­tur­sze­ne eta­bliert. Dabei hat­te Mar­tin Haber­mey­er neben eige­nen Thea­ter­pro­jek­ten und Lesun­gen regel­mä­ßi­ge Enga­ge­ments bei der Thea­ter­werk­statt Haß­furt, der Lan­des­büh­ne Ober­fran­ken oder der Büh­ne für Menschenrechte.

Als Schau­spie­ler kann man ihn in Bam­berg dar­über hin­aus in zahl­rei­chen Pro­duk­tio­nen des Thea­ters im Gärt­ner­vier­tel (TiG) sehen. 2014 gehör­te Mar­tin Haber­mey­er zu den Grün­dungs­mit­glie­dern des TiG und hat seit Juli 2025 den Ers­ten Vor­sitz inne. Zudem ist er seit 2012 Ensem­ble- und Ver­eins­mit­glied der Bam­ber­ger Gas­sen­spie­le, die zu thea­tra­len Stadt­füh­run­gen durch das Welt­erbe einladen.


In die ‚phan­tas­ti­schen Zau­ber­rei­che‘ zu Hoff­manns Leben und Werk eintauchen

Mit E.T.A. Hoff­mann ver­bin­det Haber­mey­er auch der Schau­spiel­be­ruf: 2024 lieh er in der Pro­duk­ti­on „Der gold­ne Topf“ des Bam­ber­ger Mario­net­ten­thea­ters dem Ansel­mus sei­ne Stim­me. Für die Städ­ti­sche Musik­schu­le mode­rier­te er in der Kon­zert- und Kon­gress­hal­le das Eröff­nungs­kon­zert des 47. Musik­schul­ta­ges in der Rol­le des E.T.A. Hoffmann.

Zuletzt arbei­te­te Mar­tin Haber­mey­er auch im päd­ago­gi­schen Bereich: Zwi­schen 2020 und 2025 war er Mit­ar­bei­ter mit Schwer­punkt Deutsch als Zweit­spra­che (DaZ) und Thea­ter­päd­ago­gik an der Grund- und Mit­tel­schu­le Alten­burg­blick Ste­gau­rach. 2018 bis 2022 lei­te­te er inte­gra­ti­ve Ori­en­tie­rungs­kur­se für Geflüch­te­te für die vhs Bam­berg-Land und arbei­te­te fer­ner als DaZ-Dozent, etwa im Auf­trag des Aka­de­mi­schen Aus­lands­am­tes oder im Bereich Thea­ter­päd­ago­gik für die Uni Bamberg.

Nun ergänzt Mar­tin Haber­mey­er als neu­er Kura­tor für das E.T.A. Hoff­mann-Haus und wis­sen­schaft­li­cher Mit­ar­bei­ter das Team der Muse­en der Stadt Bam­berg. „Ich bin vol­ler Vor­freu­de auf die neu­en Auf­ga­ben in einem so schö­nen Arbeits­um­feld. Ins­be­son­de­re freue ich mich dar­auf, mei­ne Erfah­run­gen zu E.T.A. Hoff­mann und die Begeis­te­rung für das kom­ple­xe Werk des Mul­ti­ta­lents im musea­len Bereich ver­mit­teln zu kön­nen“, betont Haber­mey­er. Er habe als Schau­spie­ler, Wis­sen­schaft­ler und Päd­ago­ge einen drei­fa­chen Blick auf den viel­fach begab­ten Künst­ler ent­wi­ckelt und hof­fe, dadurch neue Per­spek­ti­ven auf Hoff­mann und sein Werk eröff­nen zu können.

Mar­tin Haber­mey­er wird die Sanie­rung des E.T.A. Hoff­mann-Hau­ses und die Neu­aus­rich­tung der musea­len Gestal­tung von nun an beglei­ten und damit die kura­to­ri­sche Auf­ga­be sei­nes Vor­gän­gers fort­set­zen: „E.T.A. Hoff­mann ver­glich die Über­schrei­tung von Rea­li­tät zur Fan­tas­tik ein­mal mit einer Him­mels­lei­ter, auf der man immer wei­ter nach oben klet­tert. Ich wün­sche mir, dass die zukünf­ti­gen Besu­chen­den des E.T.A. Hoff­mann-Hau­ses, den All­tag hin­ter sich las­send, beim Durch­lau­fen der Muse­ums­räu­me Schritt für Schritt ein­tau­chen kön­nen in die ‚phan­tas­ti­schen Zau­ber­rei­che‘ zu Hoff­manns Leben und Werk.“

Zufäl­lig aus­ge­wähl­te Mie­te­rIn­nen sowie Ver­mie­te­rIn­nen bekom­men Post

Erhe­bung zum Bam­ber­ger Miet­spie­gel 2026 beginnt

Ab dem 3. Sep­tem­ber 2025 erhal­ten meh­re­re tau­send Mie­te­rin­nen und Mie­ter sowie Ver­mie­te­rin­nen und Ver­mie­ter in Bam­berg ein Schrei­ben von Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke mit der Bit­te, sich an der Befra­gung zum Miet­spie­gel 2026 zu betei­li­gen, wie die Stadt Bam­berg mitteilt.

Die Befra­gung für den Miet­spie­gel 2026 wird zum einen Teil bei Mie­te­rin­nen und Mie­tern und zum ande­ren Teil bei Ver­mie­te­rin­nen und Ver­mie­tern durch­ge­führt. Die Mie­ter­haus­hal­te wur­den per Zufalls­stich­pro­be aus dem Bam­ber­ger Ein­woh­ner­mel­de­re­gis­ter ausgewählt.

Die Mie­te­rin­nen und Mie­ter erhal­ten per Post einen Fra­ge­bo­gen. Die Teil­nah­me an der Befra­gung ist sowohl schrift­lich als auch online mög­lich. Die Mie­te­rin­nen und Mie­ter wer­den zur Art, Grö­ße, Beschaf­fen­heit und Aus­stat­tung ihrer Woh­nung befragt.

Alle Daten wer­den ver­trau­lich behan­delt und die daten­schutz­recht­li­chen Bestim­mun­gen wer­den ein­ge­hal­ten. Die Teil­nah­me an der Befra­gung ist nach Art. 238 § 2 des Ein­füh­rungs­ge­set­zes zum Bür­ger­li­chen Gesetz­bu­che verpflichtend.

Seit dem Jahr 2014 sorgt ein qua­li­fi­zier­ter Miet­spie­gel für Trans­pa­renz auf dem Woh­nungs­markt in Bam­berg. Er doku­men­tiert die orts­üb­li­che Ver­gleichs­mie­te für ver­schie­de­ne Woh­nungs­ty­pen und ist daher von gro­ßer prak­ti­scher Bedeu­tung für den Aus­gleich zwi­schen Mie­tern und Ver­mie­tern. Er schafft Rechts­si­cher­heit und dient in Bam­berg seit Anfang 2016 auch als Grund­la­ge für die Prü­fung der Mietpreisbremse.

Der Miet­spie­gel 2026 wird wie­der gemein­sam mit dem Mie­ter­ver­ein Bam­berg e.V., Haus & Grund Bam­berg e.V. sowie Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­tern der Bam­ber­ger Woh­nungs­wirt­schaft ent­wi­ckelt, die die Erhe­bung aus­drück­lich unterstützen.


Insti­tut mit Erhe­bung beauftragt

Mit der Durch­füh­rung und Aus­wer­tung der Befra­gung wur­de das ALP Insti­tut für Woh­nen und Stadt­ent­wick­lung GmbH aus Ham­burg beauftragt.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zur aktu­el­len Erhe­bung des Miet­spie­gels sind unter https://www.alp-institut.de zu fin­den. Außer­dem ste­hen die Ansprech­part­ne­rin­nen und Ansprech­part­ner des ALP Insti­tuts für Woh­nen und Stadt­ent­wick­lung GmbH mon­tags bis frei­tags von 9 bis 17 Uhr unter der Tele­fon­num­mer 040//3346476–41 und der E‑Mail-Adres­se mieten@alp-institut.de zur Verfügung.

Vom 1. bis 6. September

Sper­run­gen wegen Dreharbeiten

Bam­berg ist als Film­stadt beliebt. Zwi­schen dem 1. und dem 6. Sep­tem­ber sind nun erneut Dreh­ar­bei­ten vor­ge­se­hen, für die zeit­wei­se Stra­ßen und Park­plät­ze gesperrt wer­den, wie die Stadt Bam­berg mit­teilt. Das Film­team ist ange­wie­sen, betrof­fe­ne Anwoh­ne­rin­nen und Anwoh­ner sowie Unter­neh­men und Ein­rich­tun­gen recht­zei­tig direkt zu infor­mie­ren und die Aus­wir­kun­gen so gering wie mög­lich zu halten.

Über die gesam­te Dau­er der Film­ar­bei­ten vom Mon­tag, 1. Sep­tem­ber, 10 Uhr, bis Sams­tag, 6. Sep­tem­ber, 10 Uhr, ist der Park­platz an der Schran­ne gesperrt. Ersatz­park­plät­ze sind am Ste­phans­platz und am Vor­de­ren Bach ausgewiesen.

Von Diens­tag, 2. Sep­tem­ber, 7 Uhr, bis Don­ners­tag, 4. Sep­tem­ber, 18 Uhr, ent­fal­len für die Pro­duk­ti­on Park­plät­ze in der Mem­mels­dor­fer Stra­ße (Sack­gas­se beim Sand­stein-Obe­lisk an der Sie­chen­kreu­zung) und in der Sie­chen­stra­ße. Ersatz­park­plät­ze sind in der Hei­lig­grab­stra­ße, im Spie­gel­gra­ben und in der Sie­chen­stra­ße ausgeschildert.

Von Diens­tag, 2. Sep­tem­ber, 16 bis 19 Uhr, und Mitt­woch 3. Sep­tem­ber, 9 bis 18 Uhr, ist in der Mit­tel­stra­ße im Abschnitt zwi­schen Sie­chen­stra­ße und Tock­ler­gas­se mit kurz­fris­ti­gen Behin­de­run­gen für den Ver­kehr durch soge­nann­te Inter­vall­sper­run­gen zu rech­nen Dabei wird die Stra­ße immer wie­der für ca. drei bis fünf Minu­ten gesperrt, bis die jewei­li­ge Film­se­quenz gedreht ist. Zwi­schen den Sze­nen ist die Durch­fahrt möglich.

Sol­che Inter­vall­sper­run­gen wird es auch am Diens­tag, 2. Sep­tem­ber, am Vor­mit­tag in der Bam­ber­ger Stra­ße in Bug zwi­schen Obe­rer Lein­ritt und Rodel­bahn sowie in der Stra­ße „Gal­gen­fuhr“ zwi­schen Park­platz Gal­gen­fuhr und Kreu­zung Bug­hof geben.


Dreh­ar­bei­ten auch im Sand

Eben­falls wird im Sand­ge­biet gedreht Am Diens­tag, 2. Sep­tem­ber, kann es von 11 bis 13 Uhr in der Unte­ren Sand­stra­ße im Abschnitt zwi­schen Lein­ritt und Eli­sa­be­then­stra­ße sowie in der Schrot­ten­berg­gas­se zu Ver­kehrs­be­hin­de­run­gen kom­men. In die­sem Zeit­raum sind für die Dau­er von maxi­mal einer Stun­de Inter­vall­sper­run­gen von 3 bis 5 Minu­ten vor­ge­se­hen. Sel­bi­ges gilt von 13 bis 15 Uhr in der Obe­ren Sand­stra­ße im Bereich Eli­sa­be­then­platz. Für die Dreh­ar­bei­ten im Sand müs­sen Park­plät­ze Am Lein­ritt und in der Unte­ren Sand­stra­ße gesperrt wer­den, Ersatz­park­plät­ze fin­den sich Am Lein­ritt Höhe Kesselhaus.

Die Dreh­ar­bei­ten wer­den am Don­ners­tag, 4. Sep­tem­ber, und Frei­tag, 5. Sep­tem­ber, in der Klos­ter­an­la­ge St. Micha­el fort­ge­setzt. Die Ein­fahrt zum Klos­ter ist an die­sen Tagen für kur­ze Zeit­in­ter­val­le gesperrt. Die gesperr­ten Park­plät­ze für Michels­berg und Otto­brun­nen fin­den sich in der St.-Getreu-Straße und am Jakobs­platz. Am 4. und 5. Sep­tem­ber jeweils am Abend ab 20 Uhr wer­den kur­ze Sper­run­gen nötig für den Dreh von Film­se­quen­zen an der Kreu­zung Michels­berg sowie der St.-Getreu-Straße bis Städ­ti­sche Musikschule.

Von Don­ners­tag, 4. Sep­tem­ber, 10 Uhr, bis ein­schließ­lich Frei­tag, 5. Sep­tem­ber, müs­sen wegen der Dreh­ar­bei­ten in der Unte­ren Sand­stra­ße Park­plät­ze gesperrt wer­den. Ersatz­park­plät­ze ste­hen Am Lein­ritt auf Höhe Stadt­pla­nungs­amt zur Verfügung. 

Regi­on Bam­berg schiebt 3,3 Mil­lio­nen Über­stun­den – vie­le zum Nulltarif

NGG Ober­fran­ken star­tet MdB-Appell gegen Abschaf­fung vom 8‑Stun­den-Tag

Die Regi­on Bam­berg schiebt ordent­lich Über­stun­den: Rund 1,9 Mil­lio­nen Stun­den haben Beschäf­tig­te im ver­gan­ge­nen Jahr in Bam­berg zusätz­lich gear­bei­tet und im Land­kreis 1,4 Mil­lio­nen. Davon rund 1,75 Mil­lio­nen Über­stun­den zum Null­ta­rif – ohne Bezah­lung. Das geht aus dem „Arbeits­zeit-Moni­tor“ her­vor, den das Pest­el-Insti­tut im Auf­trag der Gewerk­schaft Nah­rung-Genuss-Gast­stät­ten (NGG) gemacht hat.

Allein in Hotels und Gast­stät­ten in Bam­berg leis­te­ten Köche, Kell­ne­rin­nen, Bar­kee­per & Co. im ver­gan­ge­nen Jahr rund 41.000 Über­stun­den und im Land­kreis rund 23.000. Das hat das Pest­el-Insti­tut auf Basis einer Aus­wer­tung der Bun­des­agen­tur für Arbeit ermit­telt. Die Wis­sen­schaft­ler haben dabei für die Regi­on Bam­berg bun­des­wei­te Durch­schnitts­wer­te von Arbeits­zei­ten in der Gas­tro­no­mie her­an­ge­zo­gen. Dem­nach waren 53 Pro­zent aller in Bam­berg und im Land­kreis geleis­te­ten Über­stun­den in Hotels, Restau­rants, Gast­stät­ten und Bier­gär­ten unbezahlt.

Die Gewerk­schaft warnt: Der Über­stun­den­berg dürf­te dem­nächst noch grö­ßer wer­den. Grund sei­en Plä­ne der Bun­des­re­gie­rung, die Arbeits­zeit neu zu regeln: „Schwarz-Rot will eine wöchent­li­che Höchst­ar­beits­zeit und den 8‑Stun­den-Tag abschaf­fen. Betrie­be könn­ten von ihren Beschäf­tig­ten dann ver­lan­gen, auch zehn, elf oder in der Spit­ze sogar 12 Stun­den und 15 Minu­ten pro Tag zu arbei­ten“, sagt Rai­ner Reiß­fel­der von der NGG Oberfranken.

Die NGG Ober­fran­ken schlägt Alarm: Schon jetzt betra­ge die maxi­ma­le Arbeits­zeit 48 Stun­den pro Woche. In der Spit­ze sei­en sogar 60-Stun­den-Wochen mög­lich. „Das sind Extrem-Arbeits­wo­chen. Selbst wenn so ‚Ham­mer-Wochen‘ inner­halb eines Vier­tel­jah­res aus­ge­gli­chen wer­den müs­sen. Doch noch schlim­mer wird es, wenn die Bun­des­re­gie­rung jetzt tat­säch­lich ans Arbeits­zeit­ge­setz Hand anlegt und den 8‑Stun­den-Tag kippt. Dann wür­de näm­lich nur noch das euro­päi­sche Recht ein Wochen-Limit für die Arbeits­zeit set­zen. Und das wäre bru­tal: Arbeit­ge­ber könn­ten ihre Beschäf­tig­ten dann sogar zu 73,5‑Stunden-Wochen ver­don­nern – näm­lich zu sechs Tagen à 12 Stun­den und 15 Minu­ten im Job. Das wäre fast das dop­pel­te Wochen-Pen­sum von heu­te – und damit Arbeits­zeit-Stret­ching pur“, so Reißfelder.

Der kom­mis­sa­ri­sche Geschäfts­füh­rer der NGG Ober­fran­ken macht sei­nem Ärger Luft: „Vie­le Arbeit­ge­ber wür­den das hem­mungs­los aus­nut­zen. Es dro­hen dann völ­lig über­la­de­ne Arbeits­wo­chen, bei denen man die Stun­den, in denen man nicht schläft, fast kom­plett im Job oder auf dem Weg zur Arbeit ver­bringt. Das macht Men­schen dann aber fix und fer­tig. Außer­dem wür­de dabei ein Rie­sen­berg an Über­stun­den auf­lau­fen. Und ans Abfei­ern der Über­stun­den ist sowie­so nicht zu den­ken – bei dem Fach­kräf­te­man­gel, der eigent­lich über­all herrscht.“

Der kom­mis­sa­ri­sche Geschäfts­füh­rer der NGG Ober­fran­ken spricht von einem „Arbeits­zeit-Mono­po­ly“ der Bun­des­re­gie­rung: „Das ist wil­de Zeit-Zocke­rei. Für Beschäf­tig­te bedeu­tet das: Arbei­ten bis ans Limit – und dar­über hin­aus“, so Reiß­fel­der. Er hat dabei die Gesund­heit der Beschäf­tig­ten im Blick, aber auch die Ver­ein­bar­keit von Fami­lie und Beruf: „Nach acht Stun­den Arbeits­zeit steigt die Gefahr von Arbeits­un­fäl­len rasant an. XXL-Arbeits­ta­ge bedeu­ten auf Dau­er eine Belas­tung für den Kör­per und für die Psy­che: von Herz-Kreis­lauf- und Stoff­wech­sel-Erkran­kun­gen bis zum Burn­out“, so Reißfelder.


„Noch mehr Fle­xi­bi­li­tät ist gar nicht nötig“

Außer­dem im Fokus der Gewerk­schaft: Wer die Fami­lie, den Beruf und die Pfle­ge von Ange­hö­ri­gen unter einen Hut brin­gen müs­se, brau­che vor allem eines – plan­ba­re und ver­läss­li­che Arbeits­zei­ten. Und die müss­ten auch zu den Betreu­ungs­zei­ten von der Kita und vom Hort pas­sen. „Denn wer holt die Kin­der dort ab, wenn die Schicht zwölf Stun­den geht?“, fragt Reißfelder.

Die geplan­te Auf­wei­chung des 8‑Stun­den-Tages gehe in die fal­sche Rich­tung. Schon heu­te jon­glier­ten Fami­li­en zwi­schen Job, Kin­der­be­treu­ung oder der Pfle­ge von Ange­hö­ri­gen. „Län­ge­re Arbeits­ta­ge ver­schär­fen die Pro­ble­me und ver­hin­dern eine gerech­te Ver­tei­lung von Erwerbs­ar­beit, Kin­der­be­treu­ung und Pfle­ge. Denn obwohl sich vie­le Väter wün­schen, mehr Zeit mit ihren Kin­dern zu ver­brin­gen, wird durch noch län­ge­re täg­li­che Arbeits­zei­ten das Allein­ver­die­n­er­mo­dell gestärkt“, warnt Rai­ner Reiß­fel­der. Anstatt das Fach­kräf­te­po­ten­ti­al von Frau­en zu nut­zen, ver­hin­der­ten XXL-Schich­ten eine ech­te Ver­ein­bar­keit von Fami­lie und Beruf.

Die NGG Ober­fran­ken nennt dazu auch Zah­len: So wer­den aktu­ell 61 Pro­zent aller Teil­zeit-Jobs in Bam­berg und 73 Pro­zent im Land­kreis von Frau­en gemacht. Die Gewerk­schaft beruft sich dabei auf Anga­ben der Arbeits­agen­tur. Reiß­fel­der appel­liert daher an die Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten aus Bam­berg und der Regi­on, dem „Her­um­schrau­ben am Arbeits­zeit­ge­setz in Ber­lin einen Rie­gel vor­zu­schie­ben“. Schon jetzt sei­en fle­xi­ble Arbeits­zei­ten im Rah­men des Arbeits­zeit­ge­set­zes und durch Tarif­ver­trä­ge, die die NGG abge­schlos­sen habe, für vie­le Beschäf­tig­te All­tag. „Noch mehr Fle­xi­bi­li­tät ist gar nicht nötig“, so Reißfelder.

Außer­dem ersetz­ten 10- oder 12-Stun­den-Tage kei­ne feh­len­den Fach­kräf­te. „Gute Arbeits­be­din­gun­gen, bes­se­re Ver­ein­bar­keit von Fami­lie und Beruf, sys­te­ma­ti­sche Qua­li­fi­zie­rung und mehr Aus­bil­dung. Das sind die rich­ti­gen Hebel für mehr Fach­kräf­te. Ver­schie­be­rei­en bei der Arbeits­zeit sind nichts ande­res als das Löcher­stop­fen bei einer zu dün­nen Per­so­nal­de­cke“, so Rai­ner Reißfelder.

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