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Digitalisierung

Ver­sor­gung von Krebserkrankungen

Bay­ern will Chan­cen der Digi­ta­li­sie­rung nutzen

Bay­erns Gesund­heits­mi­nis­ter Klaus Holet­schek hat anläss­lich des Welt­krebs­ta­ges am 4. Febru­ar dar­auf hin­ge­wie­sen, dass der Kampf gegen Krebs auch wäh­rend der Coro­na-Pan­de­mie nicht ver­nach­läs­sigt wer­den darf. Holet­schek beton­te um noch bes­ser in der For­schung zu wer­den, wol­le der Frei­staat die Chan­cen der Digi­ta­li­sie­rung stär­ker nutzen.

For­schung sei das wirk­sams­te Mit­tel gegen Krebs, so der Gesund­heits­mi­nis­ter. „Wir sind hier schon gut auf­ge­stellt, aber mein Anspruch ist es, noch bes­ser zu wer­den. Dabei müs­sen wir auch die Chan­cen der Digi­ta­li­sie­rung stär­ker nut­zen – und das tun wir: Wir unter­stüt­zen Pro­jek­te wie das Bay­ern­wei­te-Onko­lo­gi­sche-Radio­lo­gie-Netz­werk – kurz ‚BORN‘ –, von dem ich mir viel ver­spre­che. Gemein­sam mit dem Baye­ri­schen Wis­sen­schafts­mi­nis­te­ri­um för­dern wir das Pro­jekt mit 850.000 Euro.“

Der Baye­ri­sche Wis­sen­schafts­mi­nis­ter Bernd Sibler erklär­te: „Mit dem Koope­ra­ti­ons­pro­jekt ‚BORN‘ gehen unse­re baye­ri­schen Uni­ver­si­täts­kli­ni­ka einen wei­te­ren inno­va­ti­ven Schritt, mit dem sie die Dia­gnos­tik und The­ra­pie von Krebs ver­bes­sern und dank moderns­ter digi­ta­ler Tech­no­lo­gien auf ein neu­es Level heben. Gera­de im medi­zi­ni­schen Bereich sehen wir immer wie­der, wie Men­schen von tech­ni­schem Fort­schritt und For­schung pro­fi­tie­ren kön­nen. Ich bin sehr zuver­sicht­lich, dass auch die in ‚BORN‘ gewon­nen Erkennt­nis­se lang­fris­tig Leben ret­ten werden.“

Bei BORN koope­rie­ren die sechs baye­ri­schen Uni­ver­si­täts­kli­ni­ken, die im Baye­ri­schen Zen­trum für Krebs­for­schung (BZKF) zusam­men­ge­schlos­sen sind, und die Brain­lab AG mit deren Toch­ter­ge­sell­schaft Mint Medi­cal GmbH. Gemein­sam erar­bei­ten und eta­blie­ren sie ein­heit­li­che, struk­tu­rier­te und stan­dar­di­sier­te Befund­be­rich­te in der onko­lo­gi­schen Bild­ge­bung in den Kliniken.

Holet­schek beton­te, BORN soll die Behand­lung von Krebs­pa­ti­en­ten zunächst in den baye­ri­schen Uni­ver­si­täts­kli­ni­ken erheb­lich ver­bes­sern. In einem wei­te­ren Schritt könn­ten die im BORN Pro­jekt ent­wi­ckel­ten Unter­su­chungs­stra­te­gien dann auf ande­re Kran­ken­häu­ser und Radio­lo­gi­sche Pra­xen über­tra­gen wer­den – sodass Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten in ganz Bay­ern davon pro­fi­tie­ren. „Im BORN Pro­jekt wird eine welt­weit ein­ma­li­ge Daten­grund­la­ge zur Ent­wick­lung bild­ba­sier­ter Bio­mar­ker und KI-Ver­fah­ren ent­ste­hen, die für wis­sen­schaft­li­che Unter­su­chun­gen, aber auch für die Phar­ma­zeu­ti­sche Indus­trie und Medi­zin­pro­dukte­her­stel­ler genutzt wer­den kann“, so Holetschek.

Krebs ist in Deutsch­land die zweit­häu­figs­te Todesursache

Prof. Dr. Andre­as Macken­sen, Direk­tor des BZKF, bekräf­tig­te: „Das BORN Pro­jekt ergänzt das BZKF um eine ver­net­zen­de Kom­po­nen­te, wel­che die gemein­sa­me Stan­dar­di­sie­rung, Aus­wer­tung und Eta­blie­rung quan­ti­ta­ti­ver, bild­ba­sier­ter Bio­mar­ker unter­stützt. Der Bild­ge­bung kommt bei der Dia­gno­se und Ver­laufs­kon­trol­le von Tumor­er­kran­kun­gen eine Schlüs­sel­rol­le zu. Eine Har­mo­ni­sie­rung bei der Erfas­sung und Aus­wer­tung der Bild­ge­bung soll zu einer ein­heit­li­chen Befund­er­he­bung bei Tumor­er­kran­kun­gen füh­ren. Wir freu­en uns, die­ses wich­ti­ge kli­ni­sche Pro­jekt zur Ver­bes­se­rung der Ver­sor­gung von Krebs­pa­ti­en­tin­nen und Krebs­pa­ti­en­ten in Bay­ern mit der Unter­stüt­zung des Frei­staat Bay­erns voranzutreiben.“

Minis­ter Holet­schek sag­te: „Ein wei­te­res Pro­jekt, das wir för­dern und das nun bereits viel­ver­spre­chen­de ers­te Ergeb­nis­se erzielt hat, ist ‚digi­On­ko‘. Ziel des Pro­jek­tes ist es, mit­hil­fe digi­ta­ler Medi­zin Brust­krebs bes­ser vor­zu­beu­gen und zu behan­deln. Wir för­dern das Pro­jekt mit rund 5,4 Mil­lio­nen Euro. Es läuft noch bis ins Jahr 2024.“ Bei digi­On­ko arbei­ten das Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum Erlan­gen, die Fried­rich-Alex­an­der-Uni­ver­si­tät Erlan­gen-Nürn­berg, das Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum Würz­burg, das Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum Regens­burg, der Medi­cal Val­ley EMN e.V., die Sie­mens Health­ca­re GmbH und die Novar­tis Phar­ma GmbH zusammen.

Krebs ist in Deutsch­land die zweit­häu­figs­te Todes­ur­sa­che nach Herz-Kreis­lauf-Erkran­kun­gen. Der Minis­ter erklär­te: „Vie­le Krebs­ar­ten sind heil­bar, wenn sie recht­zei­tig erkannt wer­den. Des­we­gen ist die Vor­sor­ge so wich­tig und nie­mand soll­te sich von der Coro­na-Pan­de­mie davon abbrin­gen las­sen, Vor­sor­gean­ge­bo­te wahr­zu­neh­men. Krebs ist in der Coro­na-Pan­de­mie nicht weni­ger aggres­siv. Die Ärz­tin­nen und Ärz­te haben in ihren Pra­xen höchs­te Hygie­ne-Stan­dards eta­bliert und Schutz­maß­nah­men getroffen.“

Das BZKF bie­tet mit dem Bür­ger­Te­le­fon­Krebs einen kos­ten­frei­en Tele­fon­ser­vice für Fra­gen zum The­ma Krebs und die Ver­mitt­lung von Anlauf­stel­len für Vor­sor­ge­un­ter­su­chun­gen an. Die­ser ist unter der Tele­fon­num­mer 0800–85 100 80 zu erreichen.

Holet­schek unter­strich, das Inno­va­ti­ons­bünd­nis gegen Krebs bün­de­le die Kräf­te von Poli­tik, Wirt­schaft, Ärz­te­schaft, Kran­ken­kas­sen sowie Pati­en­ten­ver­tre­te­rin­nen und ‑ver­tre­tern und wol­le Bay­ern zum Impuls­ge­ber der Natio­na­len Deka­de gegen den Krebs machen. „Wir wol­len gemein­sam den Wett­lauf gegen den Krebs gewin­nen. Und wir wol­len, dass alle Betrof­fe­nen so schnell wie mög­lich von der For­schung und von Inno­va­tio­nen pro­fi­tie­ren. Des­halb bin ich sehr ger­ne Schirm­herr des Bündnisses.“

Städ­ti­sche Digitalisierung

Data Poli­cy für die Smart City

Seit knapp zwei Jah­ren ist Bam­berg Modell­kom­mu­ne des Pro­jekts Smart City. Das heißt, seit knapp zwei Jah­ren sam­melt und spei­chert die Stadt Daten über die Mög­lich­kei­ten digi­ta­ler Ver­net­zung zwi­schen Bevöl­ke­rung und Ver­wal­tung. Nun kann online dis­ku­tiert wer­den, wie mit die­sen Daten umge­gan­gen wer­den soll.

2020 hat das Innen­mi­nis­te­ri­um Bam­berg als eine Modell­kom­mu­ne für das Pro­jekt Smart City aus­ge­wählt. Hier, genau wie in 73 ande­ren Kom­mu­nen in Deutsch­land, baut Smart City Digi­ta­li­sie­rung, digi­ta­le Trans­for­ma­ti­on und Ver­net­zung aus. Das Ziel ist: Den Akteu­rin­nen und Akteu­ren einer Stadt­ge­sell­schaft Digi­ta­li­sie­rung so nutz­bar wie mög­lich zu machen. Smart City möch­te ihre Lebens­qua­li­tät ver­bes­sern und sie die Ände­rungs­pro­zes­se mit­ge­stal­ten lassen.

Die schlaue Stadt könn­te so zum Bei­spiel Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­no­lo­gien wie Apps nut­zen, um sämt­li­che städ­ti­schen Ange­bo­te für Fami­li­en zu bün­deln. Apps in deren Ent­wick­lung Fami­li­en ihre Vor­stel­lun­gen aber ein­brin­gen können.

Aber wo Digi­ta­li­sie­rung immer wich­ti­ger wird, dür­fen auch Fra­gen des Daten­schut­zes und der Daten­er­he­bung nicht außer Acht gelas­sen wer­den. In Bam­berg als Smart City gilt es nun, einen ein­heit­li­chen Umgang mit den erho­be­nen Daten in den kom­men­den digi­ta­len Pro­jek­ten der Stadt zu pfle­gen. Wie steht es um den Schutz per­sön­li­cher Daten? Wel­che Daten soll­ten unbe­dingt öffent­lich und trans­pa­rent sein?

Ent­wick­lung einer Datenrichtlinie

Dafür möch­te die Stadt eine „Data Poli­cy“ (Daten­richt­li­nie) ent­wi­ckeln. Als ers­ten Schritt hat sie in Zusam­men­ar­beit mit der Otto-Fried­rich-Uni­ver­si­tät eine Stu­die in Auf­trag gege­ben, um zu unter­su­chen, wel­che Vor­ge­hens­wei­sen sich in ande­ren Smart Cities in Sachen Data Poli­cy bewährt haben.

Wer inter­es­siert ist, kann die­se Stu­die nun unter www.bamberg-gestalten.de anschau­en, nach­le­sen und kom­men­tie­ren. Ende Janu­ar wird sich die Smart City eine ers­te Ver­si­on ihrer Data Poli­cy geben, um die­se ihrer­seits für etwa sechs Wochen online zur Dis­kus­si­on zu stellen.

Die Ergeb­nis­se der öffent­li­chen Dis­kus­si­on zur Data Poli­cy der Smart City sol­len dann in Richt­li­ni­en für die Stadt umge­wan­delt, ver­öf­fent­licht und schließ­lich vom Stadt­rat ver­bind­lich für alle Daten-Pro­jek­te der Stadt, ins­be­son­de­re für alle der Smart City, beschlos­sen werden.

„Die Mei­nung der Stadt­ge­sell­schaft ist uns in die­ser Ange­le­gen­heit beson­ders wich­tig“, sagt Digi­ta­li­sie­rungs­re­fe­rent Dr. Ste­fan Gol­ler, „denn wir möch­ten errei­chen, dass die Stadt Bam­berg Daten noch sinn­vol­ler nut­zen kann – zum Bei­spiel zur Erfas­sung von Ver­kehr oder zum Mes­sen von Luft­ver­schmut­zung. Gleich­zei­tig wol­len wir aber auch mög­lichst spar­sam Daten erfas­sen, per­sön­li­che Daten schüt­zen und die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger infor­mie­ren, wo und zu wel­chem Zweck wir Daten sammeln.“

Digi­ta­le Lehre

Mil­lio­nen­för­de­rung für Uni­ver­si­tät Bam­berg für zwei zukunfts­wei­sen­de Projekte

Neu­ar­ti­ge digi­ta­le Lehr-Lern­kon­zep­te ent­wer­fen, Dozie­ren­de bei deren Umset­zung umfas­send unter­stüt­zen und ent­spre­chen­de tech­ni­sche Lösun­gen bereit­stel­len: Das ist die Visi­on von zwei Pro­jek­ten, die ab dem 1. August 2021 star­ten wer­den. Dafür bekam die Otto-Fried­rich-Uni­ver­si­tät Bam­berg eine För­de­rung bewilligt.

Ziel der Pro­jek­te ist es, den aktu­el­len Digi­ta­li­sie­rungs­schub zu nut­zen, um die Hoch­schul­leh­re neu zu den­ken und stra­te­gisch wei­ter­zu­ent­wi­ckeln. Ins­ge­samt bis zu 4,1 Mil­lio­nen Euro erhält die Otto-Fried­rich-Uni­ver­si­tät Bam­berg dafür aus der ers­ten För­der­be­kannt­ma­chung „Hoch­schul­leh­re durch Digi­ta­li­sie­rung stär­ken“ des Bund-Län­der-Pro­gramms „Inno­va­ti­on in der Hoch­schul­leh­re“. Bis zu 3,7 Mil­lio­nen Euro ent­fal­len auf das Pro­jekt „Digi­ta­le Kul­tu­ren in der Leh­re ent­wi­ckeln“ (DiKu­Le). Bis zu 390.000 Euro auf „Qua­li­tät digi­tal gestütz­ter Leh­re an baye­ri­schen Hoch­schu­len stär­ken“ (QUADIS), ein Ver­bund­pro­jekt, an dem sich die Uni­ver­si­tät Bam­berg gemein­sam mit elf baye­ri­schen Hoch­schu­len und drei hoch­schul­über­grei­fen­den Ein­rich­tun­gen beteiligt.

„Das Pro­jekt DiKu­Le gibt uns die Mög­lich­keit, die Leh­re an der Uni­ver­si­tät Bam­berg zukunfts­fä­hig zum Woh­le unse­rer Stu­die­ren­den wei­ter­zu­ent­wi­ckeln und dabei sowohl die Chan­cen digi­ta­li­sier­ter For­ma­te als auch die Poten­zia­le von Prä­senz­leh­re kon­struk­tiv zu inte­grie­ren. Zugleich kön­nen wir dank QUADIS einen wert­vol­len Bei­trag in der bay­ern­wei­ten Ent­wick­lung moder­ner Fort- und Wei­ter­bil­dungs­an­ge­bo­te leis­ten“, freut sich der Vize­prä­si­dent für Leh­re und Stu­die­ren­de Prof. Dr. Ste­fan Hör­mann, der bei­de Bam­ber­ger För­der­be­wer­bun­gen für die Uni­ver­si­täts­lei­tung ver­ant­wor­tet, über den Dop­pel­er­folg. Uni­ver­si­täts­prä­si­dent Prof. Dr. Kai Fisch­bach ergänzt: „Dank unse­res Erfolgs im Rah­men der High­tech Agen­da Bay­ern kön­nen wir die infor­ma­ti­schen und tech­ni­schen Aspek­te in allen Fakul­tä­ten deut­lich stär­ken und die inter­dis­zi­pli­nä­re Zusam­men­ar­beit noch wei­ter aus­bau­en. Dar­aus erge­ben sich ins­be­son­de­re auch für die­se bei­den aktu­el­len Vor­ha­ben außer­ge­wöhn­li­che Per­spek­ti­ven und Möglichkeiten.“


Drei Maß­nah­men wer­den für die Leh­re an der Uni­ver­si­tät Bam­berg in den kom­men­den Jah­ren rich­tungs­wei­send sein

Im Pro­jekt DiKu­Le arbei­ten künf­tig über 30 Leh­ren­de aller vier Bam­ber­ger Fakul­tä­ten in drei Maß­nah­men zusam­men, um die uni­ver­si­täts­wei­te Digi­ta­li­sie­rung in der Leh­re vor­an­zu­trei­ben. Die ers­te Maß­nah­me wid­met sich der Video­ge­stal­tung und ‑pro­duk­ti­on. Ent­wi­ckelt wird dazu unter ande­rem eine Open-Source-Lösung zur Gestal­tung inter­ak­ti­ver Vide­os auf Online-Lern­platt­for­men wie Mood­le oder Pan­op­to. „Damit möch­ten wir die Leh­ren­den dabei unter­stüt­zen, ihre didak­ti­schen Kon­zep­te mit viel­fäl­ti­gen und abwechs­lungs­rei­chen digi­ta­len For­ma­ten zu rea­li­sie­ren“, sagt Prof. Dr. Julia Franz, die den Pro­jekt­an­tra­gan­trag als ehe­ma­li­ge Vor­sit­zen­de des Bei­rats der Aka­de­mie für Schlüs­sel­kom­pe­ten­zen und wis­sen­schaft­li­che Wei­ter­bil­dung gemein­sam mit dem Spre­cher des Chief Infor­ma­ti­on Office, Prof. Dr. Domi­nik Herr­mann, feder­füh­rend koor­di­niert und geschrie­ben hat. „Bei­den gebührt unser größ­ter Dank. Kol­le­gin Franz und Kol­le­ge Herr­mann haben höchst erfolg­reich ein fakul­täts­über­grei­fen­des Team gelei­tet und die gewal­ti­ge Her­aus­for­de­rung groß­ar­tig gemeis­tert“, bedankt sich Ste­fan Hör­mann im Namen der Universitätsleitung.

Um die Fra­ge, wie Online-Leh­re didak­tisch gestal­tet sein soll­te, um Stu­die­ren­de best­mög­lich zu moti­vie­ren und Lern­an­rei­ze zu schaf­fen, geht es in der zwei­ten Maß­nah­me. Dazu wer­den zum Bei­spiel Open-Source-Werk­zeu­ge ent­wi­ckelt, mit denen Stu­die­ren­de indi­vi­du­el­les Feed­back zum Lern­fort­schritt erhal­ten und dadurch ihr Zeit­ma­nage­ment ver­bes­sern kön­nen. Maß­nah­me Num­mer drei wid­met sich spe­zi­ell der lehr­amts­be­zo­ge­nen Hoch­schul­leh­re. In den sechs bereits bestehen­den bezie­hungs­wei­se sich im Auf­bau befind­li­chen Lehr-Lern-Labo­ren der Uni­ver­si­tät erpro­ben Dozie­ren­de und Stu­die­ren­de gemein­sam, wie sich E‑Learning und Prä­senz­leh­re sinn­voll und gewinn­brin­gend ver­knüp­fen las­sen. „Alle Maß­nah­men wer­den pro­jekt­be­glei­tend eva­lu­iert“, erklärt Domi­nik Herr­mann. „Und eine eigens ein­ge­rich­te­te Koor­di­na­ti­ons­stel­le wird das Erreich­te inner­halb der Uni­ver­si­tät Bam­berg ver­an­kern. Die ent­wi­ckel­ten Werk­zeu­ge und For­ma­te wer­den wir natür­lich auch ande­ren Hoch­schu­len zur Ver­fü­gung stellen.“


Uni­ver­si­tä­ten und Hoch­schu­len für Ange­wand­te Wis­sen­schaf­ten: gemein­sam eine neu­ar­ti­ge Wei­ter­bil­dungs­stra­te­gie entwickeln

Ziel des Ver­bund­pro­jekts QUADIS ist es, die hoch­schul­di­dak­ti­sche Wei­ter­bil­dung bay­ern­weit auf einem hohen Qua­li­täts­ni­veau zu digi­ta­li­sie­ren und zu fle­xi­bi­li­sie­ren. Für Dozen­tin­nen und Dozen­ten soll ein umfas­sen­des Fort- und Wei­ter­bil­dungs­an­ge­bot zu digi­tal gestütz­ter Leh­re ent­wi­ckelt, dabei ent­ste­hen­des Arbeits- und Lern­ma­te­ri­al allen Inter­es­sier­ten zugäng­lich gemacht wer­den. Der wis­sen­schaft­li­che Aus­tausch zu Online-Leh­re wird – ein Novum – nicht nur zwi­schen Uni­ver­si­tä­ten, son­dern auch zwi­schen Uni­ver­si­tä­ten und Hoch­schu­len für Ange­wand­te Wis­sen­schaf­ten initi­iert und inten­si­viert, um die stu­die­ren­den­ori­en­tier­te Hoch­schul­leh­re in Bay­ern nach­hal­tig zu stär­ken. Die Uni­ver­si­tät Bam­berg wird dabei ins­be­son­de­re ihre Exper­ti­se im Bereich Trans­fer­un­ter­stüt­zung sowie zu Lern­pro­zes­sen in ana­lo­gen, hybri­den und digi­ta­len For­ma­ten einbringen.

Die bei­den Pro­jek­te „Digi­ta­le Kul­tu­ren in der Leh­re ent­wi­ckeln“ und „Qua­li­tät digi­tal gestütz­ter Leh­re an baye­ri­schen Hoch­schu­len stär­ken“ star­ten am 1. August 2021, die Lauf­zeit beträgt 36 Mona­te bis Ende Juli 2024. Ins­ge­samt gin­gen bei der Stif­tung Inno­va­ti­on in der Hoch­schul­leh­re 264 Anträ­ge ein, 139 Pro­jekt­vor­ha­ben wur­den als för­der­wür­dig ein­ge­stuft, dar­un­ter 115 Ein­zel- und 24 Ver­bund­an­trä­ge. Die Uni­ver­si­tät Bam­berg hat sich mit einem Ein­zel- und im Rah­men eines Ver­bund­an­trags um die För­de­rung bewor­ben, bei­de Anträ­ge durch­lie­fen das mehr­stu­fi­ge Aus­wahl­ver­fah­ren erfolg­reich. Nächs­ter Schritt ist die Ein­rei­chung eines kon­kre­ten Finan­zie­rungs­plans, nach des­sen Prü­fung im Som­mer 2021 die jeweils end­gül­ti­gen För­der­sum­men feststehen.

Bay­erns Wis­sen­schafts­mi­nis­ter Bernd Sibler wür­digt den Erfolg: „Die­se För­der­ent­schei­dung beschei­nigt unse­ren Hoch­schu­len auch auf dem für die Zukunft der Leh­re zen­tra­len Feld der Digi­ta­li­sie­rung krea­ti­ven Pio­nier­geist und viel­ver­spre­chen­de Kon­zep­te. Das macht mich stolz und ist ein ech­ter Mehr­wert für unse­re Stu­den­tin­nen und Studenten.“

Mat­thi­as Graß­mann ist neu­er Prä­si­dent der HWK für Oberfranken 

„Jetzt gemein­sam nach vor­ne sehen und Her­aus­for­de­run­gen geschlos­sen angehen“

Die Voll­ver­samm­lung der Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken hat in ihrer Sit­zung am Mon­tag die Wei­chen gestellt und Dipl.-Ing. (FH) Mat­thi­as Graß­mann aus Bam­berg mit deut­li­cher Mehr­heit zum neu­en Prä­si­den­ten der Hand­werks­kam­mer gewählt. Neu­er Vize­prä­si­dent (Arbeit­ge­ber­sei­te) ist Metz­ger­meis­ter Chris­ti­an Her­pich aus Hof, neu im Vor­stand der Kam­mer ist Zim­mer­er­meis­ter Gün­ther Steng­lein aus Kulmbach.

Graß­mann griff in sei­nem kur­zen State­ment nach der Wahl das Bild auf, das Minis­te­ri­al­rat Dr. Peter Stein (Baye­ri­sches Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um) zuvor gezeich­net hat. „Damit beginnt jetzt ein neu­er Zeit­ab­schnitt, ein neu­es Kapi­tel der Hand­werks­kam­mer“, sag­te der neue Prä­si­dent. „Die­ses wird von Trans­pa­renz und Offen­heit und von einem fai­ren Mit­ein­an­der geprägt sein.“

Der neu gewähl­te Prä­si­dent appel­lier­te an sei­ne Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen, jetzt gemein­sam nach vor­ne zu sehen und die Her­aus­for­de­run­gen geschlos­sen anzu­ge­hen. „Der Anfang ist die Hälf­te des Gan­zen“, zitier­te Graß­mann Aris­to­te­les. „Jetzt kann die Hand­werks­kam­mer wie­der das Gan­ze in den Blick neh­men und die Zukunfts­the­men des Hand­werks ange­hen.“ Die­se sei­en, so Graß­mann, vor allem die Nach­wuchs­si­che­rung im Hand­werk, die Moder­ni­sie­rung der Schu­lungs­zen­tren der Hand­werks­kam­mer, das The­ma Unter­neh­mens­nach­fol­ge, die Digi­ta­li­sie­rung und Inno­va­ti­on sowie die Zusam­men­ar­beit mit den Kreis­hand­wer­ker­schaf­ten und Innun­gen in der Regi­on. „Wir haben hier schon vie­les begon­nen und sind auf gutem Wege.“ Der Prä­si­dent skiz­zier­te auch die Vor­stel­lun­gen, wie sich der nun wie­der voll­zäh­li­ge Vor­stand das künf­ti­ge Mit­ein­an­der in der Voll­ver­samm­lung und im ober­frän­ki­schen Hand­werk wün­sche. „Wir möch­ten auch in der Voll­ver­samm­lung mehr Aus­tausch, mehr Dis­kus­sio­nen, die ger­ne auch kon­tro­vers sein dür­fen – aber bit­te immer sach­lich blei­ben sollten.“

Die Her­aus­for­de­run­gen, vor der das ober­frän­ki­sche Hand­werk und auch die Hand­werks­kam­mer ste­hen, sind enorm. Dies mach­te auch Regie­rungs­prä­si­den­tin Hei­drun Piwer­netz deut­lich, die als regel­mä­ßi­ger Gast auch bei der außer­or­dent­li­chen Voll­ver­samm­lung ihre Ver­bun­den­heit mit dem Hand­werk demons­trier­te. Die Coro­na-Pan­de­mie, deren wirt­schaft­li­che Fol­gen, der sich deut­lich ver­schär­fen­de Fach­kräf­te­man­gel – „wir ste­hen gemein­sam vor gro­ßen Her­aus­for­de­run­gen, die jetzt mit einer neu­en Spit­ze und neu­en Per­so­nen ange­gan­gen wer­den.“ Wich­tig sei es aber, immer ein mensch­li­ches Mit­ein­an­der und einen fai­ren Umgang zu pfle­gen. Piwer­netz dank­te in ihrem Gruß­wort dem Hand­werk, aber auch aus­drück­lich der Kam­mer und ihren haupt­amt­li­chen Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern. „Sie haben uns in der Coro­na-Pan­de­mie vor­bild­lich unterstützt.“

Minis­te­ri­al­rat Dr. Stein stell­te in sei­nem Gruß­wort zum Ende der Voll­ver­samm­lung noch gute Nach­rich­ten für die Hand­werks­kam­mer und für das ober­frän­ki­sche Hand­werk in Aus­sicht. „Die Hand­werks­kam­mer bekommt vor­aus­sicht­lich die Kos­ten, die die Test­stra­te­gie für die Bil­dungs­ein­rich­tun­gen (ver­pflich­ten­des Tes­ten der Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer an den ÜLU- und Qua­li­fi­zie­rungs­maß­nah­men) mit sich bringt, aus Mit­teln der Hand­werks­för­de­rung ersetzt“, gab er bekannt. Der Frei­staat Bay­ern wer­de zudem sei­nen Bei­trag für die Moder­ni­sie­rung der Schu­lungs­zen­tren der Hand­werks­kam­mer leis­ten, ver­sprach der Minis­te­ri­al­rat. Dr. Stein, der im Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um für die Hand­werks­kam­mer zustän­dig ist, beschei­nig­te der Kam­mer gute Arbeit. „Die Drei­heit aus Frei­staat bzw. Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um, Regie­rung von Ober­fran­ken und Hand­werks­kam­mer funk­tio­niert sehr gut, wir arbei­ten her­vor­ra­gend mit den Ver­ant­wort­li­chen zusammen.“


Deut­li­che Ergeb­nis­se für die Kandidaten

Bei der Wahl zum Prä­si­den­ten, die Minis­te­ri­al­rat Dr. Peter Stein lei­te­te, blieb Mat­thi­as Graß­mann, der vom Vor­stand für das Amt des Prä­si­den­ten vor­ge­schla­gen wur­de, der ein­zi­ge Kan­di­dat. Und auch die Vor­schlä­ge für den durch die Wahl Graß­manns frei­wer­den­den Pos­ten als Vize­prä­si­dent für die Arbeit­ge­ber­sei­te und den nicht besetz­ten Vor­stands­pos­ten wur­den sei­tens der Voll­ver­samm­lung akzep­tiert. So erreich­ten alle drei Kan­di­da­ten her­vor­ra­gen­de Ergeb­nis­se: Mat­thi­as Graß­mann wur­de mit 36 von 40 Stim­men zum Prä­si­den­ten gewählt, Chris­ti­an Her­pich mit 38 Ja-Stim­men zum Vize­prä­si­den­ten und Gün­ther Steng­lein mit 39 Stim­men in den Vor­stand gewählt. Her­pich ist zuvor von sei­nem Amt als Kreis­hand­werks­meis­ter der Kreis­hand­wer­ker­schaft Hoch­fran­ken zurück­ge­tre­ten, da die Sat­zung der HWK fest­schreibt, dass weder der Prä­si­dent noch die Vize­prä­si­den­ten die­se Funk­ti­on inne­ha­ben dür­fen. Auch das Amt des Ober­meis­ters der Flei­scher-Innung Hof-Wun­sie­del legt Her­pich nie­der. In den Rech­nungs­prü­fungs­aus­schuss rück­te Han­nes Müs­sel (Markt­red­witz) nach, des­sen Vor­sitz über­nahm Mathi­as Söll­ner aus Lich­ten­fels für Gün­ther Stenglein.

Ent­schei­dung zu Modell­re­gio­nen vertagt

Bam­berg treibt wei­ter­hin den Aus­bau der Schnell­test­struk­tu­ren und Digi­ta­li­sie­rung voran

Die Stadt Bam­berg hat­te sich dar­um bewor­ben, als eine von bay­ern­weit acht Modell­kom­mu­nen für das „Modell­pro­jekt Öff­nungs­kon­zep­te“ der Baye­ri­schen Staats­re­gie­rung aus­ge­wählt zu wer­den. Mit dem „Modell­pro­jekt Öff­nungs­kon­zep­te“ soll erprobt wer­den, wie eine kon­trol­lier­te Öff­nung bestimm­ter Lebens­be­rei­che unter Pan­de­mie-Bedin­gun­gen mög­lich ist. Not­wen­dig dafür sind eine star­ke Schnell­test­struk­tur und eine Digi­ta­li­sie­rung der Kontaktnachverfolgung.

Ursprüng­lich war für den heu­ti­gen Mitt­woch eine Ent­schei­dung des Minis­ter­rats ange­kün­digt. Im Zuge sei­ner heu­ti­gen Pres­se­kon­fe­renz ver­kün­de­te Minis­ter­prä­si­dent Mar­kus Söder jedoch, dass das Gre­mi­um die Ent­schei­dung über die Modell­ver­su­che auf Grund der aktu­el­len pan­de­mi­schen Lage um zwei Wochen ver­scho­ben hat.


„Per­spek­ti­ven schaf­fen, ohne den Infek­ti­ons­schutz zu vernachlässigen“

Unab­hän­gig davon wird die Stadt Bam­berg ihre bereits auf­ge­bau­te umfang­rei­che Test­in­fra­struk­tur wei­ter aus­bau­en, zumal für den Inzi­denz­be­reich von 100 bis 200 eine Nega­tiv­tes­tung in vie­len Geschäf­ten erfor­der­lich sein soll, wie die Staats­re­gie­rung heu­te ankün­dig­te. Bereits jetzt ist die Kom­mu­ne gut auf­ge­stellt: Bam­berg ver­fügt über ein Schnell­test­netz, das über das Oster­wo­chen­en­de gut ange­nom­men wur­de. Neben den Sta­tio­nen an der Gal­gen­fuhr sowie in Apo­the­ken im gesam­ten Stadt­ge­biet gibt es seit ver­gan­ge­ner Woche auch am ZOB ein Schnell­test­zen­trum in der Innen­stadt. Ab 15. April soll außer­dem ein Schnell­test­bus in den Stadt­tei­len unter­wegs sein.

„Wir wol­len Per­spek­ti­ven für die Men­schen, die Wirt­schaft und die Kul­tur schaf­fen, ohne den Infek­ti­ons­schutz zu ver­nach­läs­si­gen“, erklä­ren Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke und Bür­ger­meis­ter Jonas Glü­sen­kamp. Die nächs­ten Wochen sol­len genutzt wer­den, um die Struk­tu­ren und die Digi­ta­li­sie­rung vor­an zu trei­ben. Soll­te Bam­berg als Modell­re­gi­on aus­ge­wählt wer­den, kön­ne man die­se Zie­le pro­ak­tiv ange­hen und einen Mehr­wert für die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger schaffen.

Bür­ger­meis­ter Jonas Glü­sen­kamp dank­te in Ver­tre­tung von Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke allen Unter­stüt­ze­rin­nen und Unter­stüt­zern der Bewer­bung, die nach der kurz­fris­ti­gen und unan­ge­kün­dig­ten Aus­schrei­bung am ver­gan­ge­nen Mitt­woch eine ent­spre­chen­de Bewer­bung über das Oster­wo­chen­en­de mög­lich gemacht haben. „Wir wer­den wei­ter­hin den Schul­ter­schluss zwi­schen Land­rats­amt, Wirt­schaft, Hygie­ne­fach­leu­ten, Sozi­al­stif­tung, Kul­tur­schaf­fen­den und Hotel- und Gas­tro­no­mie­ver­bän­den fort­füh­ren, der sich bis­her so gut bewährt hat“, so Glüsenkamp.

Wer pro­fi­tiert vom Digitalisierungsschub?

Wie Coro­na zu einer neu­en digi­ta­len Spal­tung in der Arbeits­welt beiträgt

Aktu­el­le Aus­wer­tun­gen einer Coro­na-Zusatz­be­fra­gung im Natio­na­len Bil­dungs­pa­nel (NEPS) geben Auf­schluss dar­über, wel­che Berufs- und Bil­dungs­grup­pen digi­ta­le Tech­no­lo­gien im ers­ten Lock­down häu­fi­ger als vor der Pan­de­mie genutzt haben, zei­gen aber auch, dass der Digi­ta­li­sie­rungs­schub zu einer neu­en digi­ta­len Spal­tung der Erwerbs­be­völ­ke­rung bei­trägt. Hier gilt es, jetzt Steue­rungs­maß­nah­men zu ergrei­fen, for­dern die Autorin­nen und Autoren des Berichts.

Video­mee­tings, Team­ar­beits­platt­for­men und vir­tu­el­le Kon­fe­ren­zen sind spä­tes­tens seit dem Früh­jahr 2020 aus dem pan­de­mi­schen Arbeits­le­ben nicht mehr weg­zu­den­ken. Die Nut­zung die­ser ver­netz­ten digi­ta­len Tech­no­lo­gien ist für vie­le Arbeit­neh­me­rin­nen und Arbeit­neh­mer inzwi­schen selbst­ver­ständ­li­cher Teil ihres Arbeits­all­tags. Aktu­el­le Aus­wer­tun­gen der Coro­na-Zusatz­be­fra­gung im Natio­na­len Bil­dungs­pa­nel (NEPS) geben nun Auf­schluss dar­über, wel­che Berufs- und Bil­dungs­grup­pen digi­ta­le Tech­no­lo­gien im ers­ten Lock­down häu­fi­ger als vor der Pan­de­mie genutzt haben. Die Daten zei­gen aber auch, dass der pan­de­mie­be­ding­te Digi­ta­li­sie­rungs­schub nicht alle Beschäf­tig­ten erreicht hat und sogar zu einer neu­en digi­ta­len Spal­tung der Erwerbs­be­völ­ke­rung bei­trägt, die lan­ge über die Pan­de­mie hin­aus Bestand haben könn­te. Hier gilt es, jetzt Steue­rungs­maß­nah­men zu ergrei­fen, for­dern die Autorin­nen und Autoren des Berichts.

Coro­na hat der Digi­ta­li­sie­rung in Deutsch­land einen Schub beschert. Die Hälf­te der fast 1.800 in der NEPS-Zusat­zerhe­bung befrag­ten Erwerbs­tä­ti­gen gab an, in den ers­ten zwei Mona­ten der Pan­de­mie ver­netz­te digi­ta­le Tech­no­lo­gien beruf­lich häu­fi­ger als zuvor genutzt zu haben. Wel­che Beschäf­tig­ten­grup­pen kon­kret einen Digi­ta­li­sie­rungs­schub erlebt haben und wel­che Rol­le das Bil­dungs­ni­veau und Tätig­keits­pro­fi­le dabei spie­len, wur­de mit den NEPS-Daten nun detail­liert untersucht.


Die Tätig­keit ist entscheidend

Mehr als die Hälf­te der Befrag­ten mit Hoch­schul­ab­schluss berich­te­te, dass sie digi­ta­le Tech­no­lo­gien mit Beginn der Pan­de­mie stär­ker genutzt hat. Wich­ti­ger als der for­ma­le Bil­dungs­grad sind jedoch die Tätig­kei­ten der Beschäf­tig­ten. Hier zeigt sich, dass die Sche­re wei­ter aus­ein­an­der­geht: Men­schen mit stark ana­ly­ti­schen Tätig­kei­ten im Job, für die Schrei­ben, Lesen, Rech­nen und IT-Kennt­nis­se hoch rele­vant sind, sowie Men­schen mit stark inter­ak­ti­ven Tätig­kei­ten im Job und hohem Kun­den­kon­takt erfuh­ren einen deut­li­chen Digi­ta­li­sie­rungs­schub am Arbeits­platz. Sie berich­te­ten zu 70 bezie­hungs­wei­se 63 Pro­zent, digi­ta­le Tech­no­lo­gien stär­ker als zuvor zu nut­zen. Wer hin­ge­gen vor allem manu­el­len Tätig­kei­ten nach­geht, erleb­te sel­te­ner eine Ver­stär­kung und manch­mal sogar einen Rück­gang der Technologienutzung.


Wer zuhau­se arbei­tet und hoch­qua­li­fi­ziert ist, wird digitaler

Den gra­vie­rends­ten Unter­schied fan­den die Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­ler im Zusam­men­hang mit der Ver­la­ge­rung des Arbeits­or­tes ins Home­of­fice. Wäh­rend 73 Pro­zent der im Home­of­fice Täti­gen von einer Zunah­me berich­te­ten, liegt der Anteil unter den­je­ni­gen, die ihren Arbeits­platz nicht in die eige­nen vier Wän­de ver­la­gern konn­ten, bei nur 38 Pro­zent. Aus einer frü­he­ren Aus­wer­tung ist bekannt, dass es vor allem hoch­qua­li­fi­zier­te Arbeit­neh­men­de sind, die ins Home­of­fice wech­seln. Und die­se Grup­pe pro­fi­tiert vom pan­de­mi­schen Digi­ta­li­sie­rungs­schub auch am stärksten.

Digi­ta­li­sie­rungs­schub muss alle erreichen

„Die­se neue digi­ta­le Spal­tung der Erwerbs­be­völ­ke­rung dürf­te sich seit dem Früh­jahr 2020 noch wei­ter ver­schärft haben“, so Prof. Dr. Corin­na Klei­nert, eine der Autorin­nen des Berichts.
Sie forscht am Leib­niz-Insti­tut für Bil­dungs­ver­läu­fe (LIf­Bi) und ist Pro­fes­so­rin für Sozio­lo­gie mit dem Schwer­punkt längs­schnitt­li­che Bil­dungs­for­schung an der Uni­ver­si­tät Bamberg.

Prof. Dr. Corin­na Klei­nert, Pro­fes­so­rin für Sozio­lo­gie, Foto: LIfBi/​Thomas Riese

„Ver­netz­te Tech­no­lo­gien wer­den zuneh­mend auch für die beruf­li­che Wei­ter­bil­dung genutzt. Wir gehen davon aus, dass der kom­pe­ten­te Umgang mit die­sen neu­en Arbeits­werk­zeu­gen künf­tig eine wach­sen­de Bedeu­tung hat und bestimm­te Beschäf­tig­ten­grup­pen ins Hin­ter­tref­fen gera­ten. Der durch die Coro­na-Kri­se aus­ge­lös­te Digi­ta­li­sie­rungs­schub muss so gesteu­ert wer­den, dass mög­lichst vie­le Beschäf­tig­te davon pro­fi­tie­ren – eine grö­ße­re Aus­schöp­fung der Home­of­fice-Poten­tia­le könn­te zu einer Ver­rin­ge­rung der digi­ta­len Spal­tung bei­tra­gen“, so Klei­nert weiter.


Alle Ergeb­nis­se der Aus­wer­tung fin­den sich im voll­stän­di­gen Bericht „Für wen brach­te Coro­na einen Digi­ta­li­sie­rungs­schub?“, der mit wei­te­ren Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen zum Down­load bereit steht auf https://www.lifbi.de/Corona

Kreis­hand­wer­ker­schaft Bamberg

Kon­junk­tu­rel­le Achterbahnfahrt

Das Hand­werk in Stadt und Land­kreis Bam­berg hat die Aus­wir­kun­gen der Coro­na-Pan­de­mie bis­lang deut­lich weni­ger zu spü­ren bekom­men als die ört­li­che Indus­trie. Wäh­rend die Betrie­be aus dem Bau- und Aus­bau­hand­werk nahe­zu unbe­scha­det durch die Kri­se gekom­men sind, haben indus­trie­na­he Hand­werks­be­trie­be deut­li­che wirt­schaft­li­che Ein­bu­ßen hin­neh­men müs­sen. Hin­zu kommt ein seit län­ge­rem herr­schen­der Per­so­nal­man­gel. Man­fred Amon ist Kreis­hand­werks­meis­ter der Kreis­hand­wer­ker­schaft Bam­berg. Mit ihm haben wir über den Zustand der ört­li­chen Hand­werks­bran­che gesprochen.

Herr Amon, wie geht es der ober­frän­ki­schen Hand­werks­bran­che, lässt sich die wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung des Jah­res 2020 bereits beziffern?

Man­fred Amon: Laut der Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken lässt sich das Jahr 2020 für das ober­frän­ki­sche Hand­werk in der Gesamt­heit noch nicht bezif­fern, daher kön­nen nur all­ge­mei­ne Aus­sa­gen getrof­fen wer­den. Für die ober­frän­ki­schen Hand­werks­be­trie­be glich das Jahr 2020 einer kon­junk­tu­rel­len Ach­ter­bahn­fahrt. Nach einem star­ken Start hat der Lock­down im Früh­jahr auch der Hand­werks­wirt­schaft einen star­ken Dämp­fer ver­passt. Zwar hat sich das Hand­werk nach den ers­ten Locke­run­gen wie­der auf­ge­rap­pelt und erholt, durch den aktu­ell anhal­ten­den Teil-Lock­down wer­den aller­dings eini­ge Betrie­be aber­mals kon­junk­tu­rell aus­ge­bremst. Ins­be­son­de­re Gewer­ke, die direkt von den Ein­schrän­kun­gen betrof­fen sind, wie Kos­me­ti­ker oder die Lebens­mit­tel­hand­wer­ke, haben erneu­te Umsatz­ein­bu­ßen. Für das Jahr 2020 gehen wir daher davon aus, dass das ober­frän­ki­sche Hand­werk einen Umsatz­rück­gang von cir­ca 4 Pro­zent im Ver­gleich zum Vor­jahr ver­zeich­nen wird. Damit ist das Hand­werk – im Ver­gleich zu ande­ren Bran­chen – bis­her zwar nicht unge­scho­ren, aber bes­ser als zunächst erwar­tet durch die Kri­se gekom­men, ins­be­son­de­re mit Blick auf die Beschäf­tig­ten­ent­wick­lung. Die Beschäf­tig­ten­zahl konn­te über das Jahr kon­stant gehal­ten wer­den.
Den­noch ist die finan­zi­el­le Per­spek­ti­ve für vie­le Betrie­be unge­wiss. Fast jeder zwei­te Betrieb rech­net mit zuneh­men­den finan­zi­el­len Eng­päs­sen. Vor die­sem Hin­ter­grund und mit Blick auf die nach wie vor nicht abseh­ba­re Ent­wick­lung der Pan­de­mie und ihrer wirt­schaft­li­chen Fol­gen ist es wei­ter wich­tig, mit staat­li­chen Hilfs­maß­nah­men den Betrie­ben unter die Arme zu grei­fen. Deut­li­che­re Spu­ren hat die Coro­na-Pan­de­mie übri­gens im Aus­bil­dungs­markt hin­ter­las­sen. Im Ver­gleich zum Vor­jahr beträgt der Rück­gang an neu geschlos­se­nen Aus­bil­dungs­ver­trä­gen etwa 8 Pro­zent, wäh­rend der Bedarf an Fach­kräf­ten wei­ter­hin hoch ist.

Wäre ein Haus­bau der­zeit ver­hält­nis­mä­ßig teu­er oder billig?

Man­fred Amon: Auf­grund der anhal­ten­den Nied­rig­zins­pha­se hält der Trend zum Eigen­heim­bau an. Wäh­rend die Prei­se am Bau nahe­zu kon­stant geblie­ben sind, stei­gen die Grund­stücks­prei­se auf­grund des knap­pen Bau­land­an­ge­bots in der Regi­on ste­tig an.

Gibt es inner­halb der Bran­che Unter­schie­de in den Aus­wir­kun­gen der Pan­de­mie? Wel­che Gewer­ke sind mehr, wel­che weni­ger betroffen?

Man­fred Amon: Auf­grund der Inho­mo­ge­ni­tät des Hand­werks­sek­tors sind auch die wirt­schaft­li­chen Fol­gen für die ein­zel­nen Gewer­ke sehr unter­schied­lich. Das Bau- und Aus­bau­hand­werk in Stadt und Land­kreis Bam­berg spürt bei­spiel­wei­se nur wenig bis gar nichts von der Kri­se. Die Auf­trags­bü­cher sind gut gefüllt. Ledig­lich War­tungs­ter­mi­ne wer­den ver­ein­zelt sei­tens der Kun­den ver­scho­ben. Und auch das Lebens­mit­tel­hand­werk ohne Cate­ring ist bis­lang robust durch die Kri­se gekom­men. Für indus­trie­na­he Zulie­fer­ge­wer­ke, Betrie­be aus dem Lebens­mit­tel­hand­werk, die eng mit der Gas­tro­no­mie ver­bun­den sind oder Cate­ring anbie­ten, sowie für per­sön­li­che Dienst­leis­tun­gen wie Fri­seu­re und Kos­me­tik­stu­di­os, sind die wirt­schaft­li­chen Fol­gen der Pan­de­mie dage­gen deut­li­cher spür­bar.
Eini­ge indus­trie­na­he Hand­werks­be­trie­be in der Regi­on Bam­berg, ins­be­son­de­re im Metall­be­reich, haben Pro­ble­me ihre Pro­duk­ti­on am Lau­fen zu hal­ten, weil Lie­fer­ket­ten unter­bro­chen sind.
Auch per­so­nel­le Eng­päs­se machen den Betrie­ben zuneh­mend zu schaf­fen, da immer mehr Mit­ar­bei­ter krank­heits- oder qua­ran­tä­ne­be­dingt aus­fal­len. Die gestie­ge­nen Anfor­de­run­gen an Hygie­ne- und Schutz­vor­keh­run­gen sind vor allem für die­je­ni­gen Hand­wer­ker eine zusätz­li­che Belas­tung, für die das kör­per­na­he Arbei­ten unab­ding­bar ist. Die schwie­ri­gen Geschäf­te in eini­gen Gewer­ken machen sich auch bei den Aus­bil­dungs­plät­zen bemerk­bar. Kon­kre­te Zah­len zu den nega­ti­ven Aus­wir­kun­gen der betrof­fe­nen Hand­werks­be­trie­be lie­gen uns bis­lang jedoch noch nicht vor.
Doch hat die Kri­se im regio­na­len Hand­werk auch krea­ti­ve Kräf­te frei­ge­setzt. Mit einem Lie­fer­ser­vice, beson­de­ren Ange­bo­ten und einer Umstruk­tu­rie­rung der Pro­duk­ti­on reagier­ten eini­ge Betrie­be auf die ver­än­der­te Situa­ti­on. Vor allem im Hin­blick auf die Digi­ta­li­sie­rung hat sich hier viel bewegt.

Gibt es in der Bran­che wie­der­keh­ren­de Kla­gen? Wenn ja, welche?

Man­fred Amon: Größ­te Her­aus­for­de­run­gen des Hand­werks neben der aktu­el­len Coro­na-Kri­se ist der seit lan­gem bestehen­de Fach­kräf­te- und Nach­wuchs­man­gel. Ober­fran­ken­weit ist im Hand­werk ein deut­li­cher Rück­gang an Aus­zu­bil­den­den in den ver­gan­ge­nen zehn Jah­ren zu ver­zeich­nen. Die regio­na­len Hand­werks­be­trie­be haben vie­le poten­zi­el­le Aus­zu­bil­den­de an die Indus­trie ver­lo­ren. Die­se Ent­wick­lung ist durch die zuneh­men­de Aka­de­mi­sie­rung der Gesell­schaft noch ver­schärft wor­den. Die Coro­na-Kri­se, die teils zu mas­si­ven Umsatz­ein­brü­chen in der Indus­trie geführt und die Zukunfts­per­spek­ti­ven in der Indus­trie ein­ge­trübt hat, könn­te sich des­halb mit­un­ter posi­tiv auf die Fach­kräf­te- und Nach­wuchs­si­tua­ti­on im Hand­werk auswirken.

Zur Hand­werks­bran­che gehört auch das Sanie­rungs­ge­wer­be. In wel­chem Zustand befin­det sich die­ses? Sehen Sie beim Sanie­ren eine ver­stärk­te Nach­fra­ge? Wel­che Instand­hal­tungs­maß­nah­men wer­den der­zeit ver­stärkt durch­ge­führt? Wenn ja, wie erklä­ren Sie sich die­sen Trend?

Man­fred Amon: Gera­de klei­ne­re Bau­vor­ha­ben von pri­va­ten Eigen­tü­mern wur­den und wer­den der­zeit ver­mehrt ange­gan­gen. Vor allem die Tat­sa­che, dass mehr zuhau­se ver­weilt und gear­bei­tet wird, hat manch einen dazu ver­an­lasst, mehr ins eige­ne Heim zu inves­tie­ren. Dabei spielt auch eine Rol­le, dass zum Bei­spiel bei ener­gie­wirk­sa­men Inves­ti­tio­nen wie einer Wär­me­däm­mung, dem Aus­tausch von Fens­tern oder auch der Hei­zungs­mo­der­ni­sie­rung staat­li­cher­seits mit beträcht­li­chen Hil­fen geför­dert wird. Wenn ein Haus­ei­gen­tü­mer sieht, dass er kei­ne Zin­sen bekommt und damit ange­sichts auch einer nur gerin­gen Preis­stei­ge­rung das Geld auf der Bank weni­ger wert wird, dann liegt der Gedan­ke nahe, in Immo­bi­li­en­wer­te zu inves­tie­ren. Zudem wur­de in die­sem Jahr deut­lich weni­ger Geld für Rei­sen auf­ge­wen­det. Auch die­ses übri­ge Kapi­tal fließt mit­un­ter in Sach­in­ves­ti­tio­nen, vor allem eben in Bau- und Umbaumaßnahmen.

In einer immer älter wer­den­den Gesell­schaft muss alters­ge­recht gebaut wer­den. Wie hoch ist hier­bei die Nach­fra­ge? Wie ist die Bran­che für die­ses The­ma aufgestellt?

Man­fred Amon: Die Nach­fra­ge zu alters­ge­rech­ter Bau­wei­se nimmt ste­tig zu, das regio­na­le Hand­werk ist hier­für bes­tens gerüs­tet. Gestie­ge­ne Nach­fra­ge besteht im Bereich Elek­tro­tech­nik nach Smart Home-Lösun­gen. Hier steht die Bedie­nung elek­tri­scher Anla­gen zum Bei­spiel über Sprach­steue­rung hoch im Kurs.