Oberfränkische Marientour
Erster Radpilgerweg in Oberfranken eröffnet
Heute ist in Prächting der oberfränkische Radpilgerweg eröffnet worden.
Der Marienradweg führt zu den Marienkirchen in Oberfranken und hat eine Länge von 580 Kilometern. Start- und Endpunkt der abwechslungsreichen Radroute ist Bamberg.
Radfahren liegt voll im Trend
Oberfranken Offensiv hat mit dem Projekt Aktivregion, das neben einer Radrunde in und um Oberfranken weitere zehn Landkreisgrenzen-übergreifende Themenrouten umfasst und nun durch den Marienradweg erweitert wird, einen Volltreffer gelandet. Kaum ein Urlaubs- und Freizeitsegment wächst so dynamisch wie der Radtourismus in Deutschland. Das zeigt auch die aktuelle Radfahranalyse 2020 des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC):
76 Prozent der Deutschen fahren Rad,
51 Prozent davon nutzen das Fahrrad für Ausflüge und Reisen,
6,8 Millionen Kurzreisende sind an Wochenenden und
5,2 Millionen Kurzreisende sind während der Woche mit dem Fahrrad unterwegs,
5,4 Millionen Bundesbürger haben 2020 einen Radurlaub unternommen,
34 Millionen Bundesbürger unternehmen Radausflüge,
knapp ein Drittel der Radreisenden nutzt ein E‑Bike,
im Durchschnitt sind die Radreisenden 51 Jahre alt und
69 Prozent planen im Jahr 2021 eine Radreise,
davon 79 Prozent innerhalb Deutschlands.
„Bayern ist die beliebteste Radreiseregion im Inland. Die Aktivregion Oberfranken, deren Radrouten von Einheimischen und Touristen sehr gut angenommen werden, setzt wichtige Impulse in den Bereichen Freizeit und Fremdenverkehr und trägt damit auch zum Image von Oberfranken als hoch attraktive Freizeit- und Tourismusregion bei“, sagt Melanie Huml MdL.
Zehn Etappen mit 52 Heiligtümern
Der Marienradweg ist als Pilgerradweg zu den Marienkirchen in Oberfranken konzipiert. Der Radweg hat eine Länge von 580 Kilometern und kann in zehn Etappen befahren werden. Start- und Endpunkt des Marienradwegs ist die Weltkulturerbe-Stadt Bamberg. Im Verlauf der Route können 52 Heiligtümer, Marienkirchen oder Wegkreuze, besucht werden, die Zeugnis über die fränkische Marienverehrung ablegen. Für viele Menschen in Franken zählen Wallfahrtsorte von Kindheit an zu wichtigen Orten des Lebens und des Glaubens. Obwohl Oberfranken stark von der Reformation geprägt war, zählen große Teile Ober- und Mittelfrankens zum fränkischen Marienland.
Die Radstrecke führt neben befestigten Wegen auch über Forst- und Schotterwege und ist durchgängig mit dem Logo „Fränkischer Marienweg“ beschildert.
Marienwanderweg als Ausgangpunkt
Auf Initiative des Erzbistums Bamberg wurde das Projekt „Oberfränkische Marientour“ in den vergangenen zwei Jahren mit maßgeblicher Unterstützung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) und mit großer Unterstützung des Erzbistums Bamberg, der Kommunen und der Tourismusorganisationen realisiert.
Ausgangspunkt ist der Marienwanderweg, der von Seiten des Erzbistums Bamberg am Marienfeiertag am 15. August 2021 eröffnet wird. Seinen Ursprung hat der Marienwanderweg in Unterfranken, wo gerade die Marienverehrung in vielen Orten und Landschaften sehr deutlich wird. Sowohl der Marienwanderweg als auch der Marienradweg in Oberfranken soll zum Pilgern und zu Wallfahrten, ob zu Fuß oder mit dem Rad, einladen. Damit verbunden ist auch die Möglichkeit zur Entschleunigung und letztlich auch zur Neu-Entdeckung der Langsamkeit mit den damit verbundenen Chancen für Erholung und geistiger Einkehr.
Infomaterial „Oberfränkische Marientour“
Der Flyer zum Download, die Route als GPX-Track mit QR-Code sowie umfangreiche Informationen zu den jeweiligen Etappen sind zu finden auf der Website von Oberfranken Offensiv unter https://www.oberfranken.de/de/projekte/aktivregion.php. Gedruckte Flyer mit Informationen zur Streckenführung und zu den 52 Marienkirchen und Wegkreuzen sind in der Geschäftsstelle von Oberfranken Offensiv e.V., Maximilianstraße 6, 95444 Bayreuth, oder telefonisch unter 0921 52523, erhältlich.
Oberfranken Offensiv e.V.
Oberfranken Offensiv e.V. ist eine der mitgliederstärksten Regionalinitiativen Deutschlands und Impulsgeber innovativer Projekte. Die Stärken Oberfrankens vor dem Hintergrund des demografischen Wandels auszubauen und so die Zukunftsregion Oberfranken mitzugestalten, ist die Kernaufgabe der Entwicklungsagentur. Der Verein versteht sich als wichtige Klammer, die sich lösungsorientiert und aktiv für die kommunale und regionale Entwicklung Oberfrankens einsetzt, Synergien nutzt, Kompetenzen bündelt und die Region in ihrer positiven Wahrnehmung im Innen- und Außenverhältnis erfolgreich weiterentwickelt. Im Verein engagieren sich Kommunen, Unternehmen, Institutionen, Verbände und Privatpersonen.
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Oberfrankens Malteser-Gruppenführer nach Fluteinsatz
„Hätte nie gedacht, dass mich in Deutschland jemand um Essen anfleht“
Fabian Pecht hat trotz seiner jungen Jahre als Notfallsanitäter und Einsatzleiter im Bamberger Rettungsdienst schon viel gesehen: schwere Unfälle, lebensbedrohliche Verletzungen, große Katastrophenlagen. Als Gruppenführer war der 27-jährige Referent für Notfallvorsorge in der Malteser Diözesangeschäftsstelle Bamberg im Juli gleich zweimal in Rheinland-Pflanz im Hochwassereinsatz. Was Pecht dort gesehen hat, lässt ihn nur schwer los.
„Dramatisch wäre für die Lage dort noch untertrieben. Das war wie im Krieg, gerade im ersten Einsatz. Ich hätte nie gedacht, dass mich in einem Land wie Deutschland mal jemand so direkt und emotional um Essen anflehen würde“, sagt Pecht immer noch fassungslos.
Der junge Malteser war im Ahrtal verantwortlich für die Schnelleinsatzgruppen (SEG) Betreuung aus Bamberg und Behandlung aus Waischenfeld, die im Zuge eines sogenannten oberfränkischen Kontingenteinsatzes den vom Hochwasser betroffenen und obdachlos gewordenen Menschen in den Krisengebieten geholfen haben. Mit dabei waren auch ehrenamtliche Helferinnen und Helfer aus Kulmbach. „Im ersten Einsatz waren wir in Bad Neuenahr eingesetzt und haben dort mit Kollegen des BRK Forchheim Essen und Getränke an Helfer und Bevölkerung ausgegeben. Im zweiten Einsatz haben wir ein Medizinisches Versorgungszentrum betrieben, wo Einsatzkräfte und Flutopfer von Ärzten behandelt wurden“, berichtet Pecht.
„Teamwork und Kameradschaft machen uns stark!“
Glücklich ist der Notfallsanitäter darüber, dass alle Einsätze unter dem Strich problemlos und gut verlaufen sind – und es keine kritischen Momente für seine Mannschaft gab. Sicherheit und Eigenschutz seien bei solchen Lagen das Allerwichtigste. Deshalb ist er auch stolz auf seine ehrenamtlichen Kräfte: „Ich bin froh, dass ich auf so ein Team innerhalb meiner Diözese bauen darf. Teamwork und Kameradschaft machen uns stark!“ Ganz oben auf der Liste steht allerdings die Dankbarkeit der betroffenen Bevölkerung. „Wir haben hier Menschlichkeit von ihrer größten und besten Seite erfahren“, sagt Pecht. Er verhehlt aber auch nicht, dass es leider einige wenige gab, die die Helferinnen und Helfer beleidigt und ihnen Vorwürfe gemacht hätten.
Zerstörte Häuser, Leichen und Schwerstverletzte im Schlamm, keinerlei Infrastruktur mehr, vernichtete Existenzen: Bekommt man solch schreckliche Bilder als Einsatzkraft wieder aus dem Kopf? „Reden, reden, reden – das ist das einzige, was hilft“, antwortet Pecht. Seine Freundin, selbst gelernte Rettungsassistentin, helfe ihm bei der traumatischen Bewältigung der Erlebnisse sehr. „Ob das auf Dauer gutgeht, diese Frage kann ich im Moment nicht beantworten. Dafür sind die Einsätze noch zu präsent“, sagt der 27-Jährige aus Ebern in Unterfranken. Dazu kamen auch die körperlichen Strapazen, allen voran der Mangel an ausreichendem Schlaf.
„Wir waren häufig vom frühen Morgen bis in den späten Abend im Einsatz. Da nutzt man jede Sekunde, in der man schlafen kann.“ An seine Kameraden appelliert er, sich auf jeden Fall Hilfe zu suchen, wenn sie merken, dass sie Hilfe brauchen. „Das ist keine Schande“, unterstreicht der Gruppenführer.
„Ich bereue keine Sekunde, ein Malteser zu sein!“
Zufrieden ist Pecht, dass die Alarmierungskette bei den Maltesern gut funktioniert hat. „Für den ersten Einsatz kam die Benachrichtigung am frühen Morgen. Da musste natürlich alles schnell gehen“, erinnert sich Pecht. Wegen eines Voralarms seien die Helfer aber bereits fest geplant und die Fahrzeuge beladen gewesen. „Dann habe ich alle Helfer und Führungskräfte angerufen, meine Sachen gepackt, mich noch kurz bei meiner Freundin verabschiedet – und dann ging’s los.“ Ein großes Dankeschön richtet der Einsatzleiter dabei an alle Arbeitgeber der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, aber auch an die eigene Malteser-Führung. Die Unternehmen hätten ihre Mitarbeitenden durchweg ohne Probleme freigestellt, damit diese in den Flutgebieten helfen konnten.
Was bewegt Menschen wie Fabian Pecht und sein Team, sich ehrenamtlich für solche durchaus nicht ungefährlichen Einsätze zu engagieren? „Die Liebe, anderen Menschen zu helfen – gerade in solchen Situationen“, antwortet der junge Mann ganz spontan. Und hofft, dass sich weitere Ehrenamtliche finden, die bei den Maltesern mitarbeiten wollen. Sein Versprechen: Mögliche Interessenten dürfen sich auf eine tolle Kameradschaft, auf Gemeinschaft, Rückhalt, eine gute Ausbildung und gefestigte Strukturen freuen. Als Fabian Pecht das sagt, liegt ein besonderer Glanz in seinen Augen. Vermutlich, weil er gleich mit einer gehörigen Portion Pathos hinterherschiebt: „Ich selbst bereue keine Sekunde, ein Malteser zu sein!“
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Jubiläumsjahr
Plakatserie „Jüdisches Leben in Oberfranken“
Anlässlich des Festjahres „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ gibt der Bezirk Oberfranken eine Plakatserie heraus. Sie orientiert sich am jüdischen Kalender und enthält neben Fotos erklärende Texte zu jüdischen Feiertagen und Traditionen sowie dem jeweiligen Fotomotiv.
„Mit der Plakatserie ‚Jüdisches Leben in Oberfranken‘ möchte der Bezirk die vielfältige jüdische Geschichte der Region ins öffentliche Bewusstsein rufen“, sagt Bezirkstagspräsident Henry Schramm und erklärt weiter: „Ein prominentes Beispiel für diese Geschichte ist Levi Strauss, der Miterfinder der Jeans. Er stammte aus Buttenheim im Landkreis Bamberg.“
„Der jüdische Kalender hat im kommenden Jahr einen Schaltmonat und daher insgesamt dreizehn Monate. So können wir mit unseren monatlich erscheinenden Plakaten aus jedem Landkreis und jeder kreisfreien Stadt einen Ort oder ein Objekt beleuchten“, erläutert Bezirksheimatpfleger Günter Dippold. Warum jüdische Familien für verschiedene Speisen unterschiedliches Geschirr verwenden, wird beispielsweise an einigen Ausstellungsstücken des Porzellanikons im Landkreis Wunsiedel erklärt. Wie Thorarollen entstehen und wie die Fragmente zweier Thorarollen ins Stadtarchiv Kulmbach kamen, erzählt das dritte Plakate der Serie im August.
Deutschland blickt in diesem Jahr auf mehr als 1700 Jahre jüdisches Leben zurück. Im Jahr 321 erließ der römische Kaiser Konstantin ein Gesetz, das es Juden erlaubte, städtische Ämter in Köln zu übernehmen. Dieses Gesetz ist der älteste Nachweis für jüdisches Leben in Deutschland und zeigt, dass Juden und der jüdische Glaube schon lange ein fester Bestandteil der europäischen und deutschen Kultur sind.
Die Plakate „Jüdisches Leben in Oberfranken“ erscheinen ab sofort monatlich bis Juni 2022. In gedruckter Form werden sie im Format A2 kostenlos an öffentliche Einrichtungen und Vereine ausgegeben (maximal 5 Exemplare pro Plakat). Ein kostenloses PDF ist auf Anfrage für alle Interessierten erhältlich über die Kultur- und Heimatpflege: Frau Ronja Storck; E‑Mail: ronja.storck@bezirk-oberfranken.de; Telefon: 0921//604‑1789.
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Oberfranken soll digital sichtbarer werden
Mit der Oberfranken-App die ganze Heimat im Taschenformat
Mit der am Freitag gestarteten, für die Nutzerinnen und Nutzer kostenfreien, Oberfranken-App werden neue Wege begangen, um den kulturellen Reichtum und die landschaftliche Vielfalt des Regierungsbezirkes zielorientiert zu präsentieren. Zukünftig wird eine leistungsstarke App bereits vorhandene regionale Initiativen und die Kommunen tatkräftig dabei unterstützen, ihre Heimat digital zu bewerben.
TV Oberfranken, die mit der Durchführung des Projektes durch den Bezirk Oberfranken als Projektträger nach Abschluss eines Vergabeverfahrens beauftragt wurden, sowie die Oberfrankenstiftung, welche zur Realisierung der Anwendung eine hohe Fördersumme an den Bezirk ausgereicht hat, starteten am 30. Juli in einer Pressekonferenz offiziell das digitale Projekt und präsentierten es der Öffentlichkeit. Die Oberfranken-App ist ab sofort für die Nutzerinnen und Nutzer in den App-Stores verfügbar.
Inhaltlich bietet die Anwendung einen besonderen Service, der dem modernen Nutzerverhalten in der mobilen Kommunikation Rechnung trägt: Die Stärken der Region werden im bewegten Bild gezeigt. Weit mehr als 300 aktuell produzierte Videos aus den neun Landkreisen und vier kreisfreien Städten des Bezirks werden in der App kostenfrei zum Download angeboten.
„Ein weiterer Meilenstein, um unser wunderschönes Oberfranken in all seinen Facetten digital sichtbarer zu machen“
Bezirkstagspräsident Henry Schramm ist von dem neuen Konzept überzeugt. „Welche tolle Sehenswürdigkeit kann ich am Wochenende mit meiner Familie in Oberfranken besuchen? Wo gibt es das nächste coole kulinarische Highlight unserer Genussregion und auf welche Veranstaltung kann ich am Wochenende mit meinen Freunden gehen? Die Oberfranken-App ist ein weiterer Meilenstein, um unser wunderschönes Oberfranken in all seinen Facetten digital sichtbarer zu machen“, ist er sich sicher. Seien es die heimischen Sehenswürdigkeiten, die reizvolle Landschaft oder der abwechslungsreiche oberfränkische Veranstaltungskalender – all das habe man nun kompakt und dem technischen Fortschritt entsprechend nur einen Klick entfernt, führte Schramm weiter aus. „Meine Anerkennung und mein Dank gilt vor allem TV Oberfranken für die Umsetzung dieser App und der Oberfrankenstiftung für die Ausreichung der Fördersumme an den Bezirk. Ich bin dankbar, dass wir gemeinsam dieses Projekt realisieren konnten.“
Auch die Vorsitzende des Stiftungsrates der Oberfrankenstiftung, Frau Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz, zeigte sich anlässlich des Starts der Oberfranken-App beeindruckt von dem Inhaltsreichtum der Anwendung: „Die Welt wird digitaler. Tag für Tag ein bisschen mehr. Wir in Oberfranken stellen uns dieser Veränderung und gehen bei der Vermarktung unserer Heimat neue Wege. Mit der Oberfranken-App werden schon in der Startphase viele Informationen über unseren Regierungsbezirk in einer Anwendung digital zusammengeführt. Die App ist organisch angelegt, d.h. ihre Angebote werden ständig erweitert und angepasst. Damit stärken wir unser Profil als attraktive Familien- und Wirtschaftsregion erheblich. Die App kann dabei sehr gut als Medium für an Oberfranken Interessierte, Gäste und potentielle Neubürgerinnen und Neubürger, aber auch von unseren Rückkehrern genutzt werden.“
TVO-Geschäftsführer Norbert Kießling nutzte die Vorstellung bei der Pressekonferenz dafür, sich bei dem Bezirk Oberfranken und deren Fördergeber für die Zusammenarbeit bei der Realisierung der App zu bedanken und für das Projekt zu werben. „Es geht um Gemeinsamkeit, Reichweite, Relevanz und digitale Werbung für Oberfranken – das sollten alle nutzen. Die App ist ein starkes Statement für unsere Heimat“, so Kießling.
Oberfranken-App
Die App steht ab sofort zum Download verfügbar und ist leicht bedienbar. Sie soll möglichst viele Altersgruppen ansprechen. Im Hintergrund arbeiten dafür leistungsstarke Server, die modernste Streaming-Technologie und ein Content-Delivery-Network bewegen, um jeglichen Traffic bedienen zu können. Auf Wunsch navigiert ein digitaler Assistent durch das Angebot, der der Nutzerin bzw. dem Nutzer standort- und tageszeitbezogene Vorschläge unterbreitet.
Zum Service des Portals gehören zudem fortlaufend technische Updates, die in den kommenden Jahren dafür sorgen, dass sich die App stets innovativ weiterentwickelt.
Ganz nebenbei soll die App auch einen Beitrag zur digitalen Bildung leisten. So kann das Angebot bei Bedarf auch kostenfrei in Schulen, Volkshochschulen, Hochschulen, Vereinen oder Kindergärten als flankierendes Informationsmedium eingesetzt werden.
Besonders bedeutsam ist der Mehrwert für die oberfränkischen Kommunen und die Landkreise des Bezirks: Die mehr als 300 Videos dürfen von den Partnern kostenfrei verwendet werden. Das heißt, die Filme können geteilt und auf eigenen Plattformen zu Marketingzwecken eingesetzt werden.
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Rollenwechsel bei den Altenkunstadter Maltesern
Wie Lukas vom Fahrgast zum Praktikanten wurde
Lukas sitzt wegen einer Muskelerkrankung seit sechs Jahren im Rollstuhl und ist normalerweise Fahrgast des Malteser Fahrdienstes in Altenkunstadt. In dieser Woche allerdings unterstützt der 17jährige als Praktikant eine Woche lang das Team von Dienststellenleiter Klaus Schnapp.
Für Lukas ist heute ein besonderer Tag: Er sitzt im Büro des Malteser Fahrdienstes in Altenkunstadt und sortiert Fahraufträge für die Disposition und für die Krankenkassen. Genau jene Zettel, die der 17-Jährige sonst selbst ausfüllen muss, wenn er von seiner Wohnung in Redwitz im Landkreis Lichtenfels zur Mittelschule nach Altenkunstadt gefahren wird. Lukas sitzt wegen einer Muskelerkrankung seit sechs Jahren im Rollstuhl und ist normalerweise Fahrgast des Malteser Fahrdienstes. In dieser Woche allerdings hat er die Rollen getauscht: Als Praktikant unterstützt er eine Woche lang von 8 bis 13 Uhr das Team von Dienststellenleiter Klaus Schnapp nach Kräften.
Lukas freut sich darüber, mit vielen Leuten zusammenarbeiten zu können, die er seit Jahren gut kennt. „Die Malteser hier sind ja schon wie eine kleine Familie für mich. Und selbst der Chef persönlich hat mich schon mal gefahren“, erzählt der junge Mann begeistert. So ist es auch kein Wunder, dass der Impuls, das Praktikum bei den Maltesern zu machen, von einem seiner Stammfahrer kam: „Ich habe Jens gesagt, dass ich schon mehrere Bewerbungen für ein Praktikum geschrieben habe, leider ohne Erfolg. Darauf sagte er zu mir: Dann kommt doch zu uns!“ Vor allem drängte die Zeit, weil die Schule relativ kurzfristig den Schülern der 9. Klasse des M‑Zugs mitgeteilt hatte, sich noch nach einem Praktikumsplatz umzuschauen. Gesagt – getan. „Wir haben alle sofort ja gesagt und uns riesig auf Lukas gefreut“, betont Dienststellenleiter Klaus Schnapp. In dieser Woche holt der Fahrdienst Lukas auch von zu Hause ab und bringt ihn wieder nach Hause – nur nicht in die Schule, sondern eben ins Büro.
Mittlere Reife im kommenden Jahr
Lukas ist mit Eifer bei der Arbeit. Es sei schon mal sehr interessant zu sehen, wie der Alltag im Fahrdienst ist, sagt er. Grundsätzlich mache ihm ein Bürojob schon Spaß. Später möchte er dann „mehr in die IT-Richtung“, so sein Wunsch. Wenn er sich einen Traumberuf aussuchen könnte, dann wäre das Mechatroniker. Auch in diesem Bereich hatte er schon mal ein Praktikum gemacht – bei der Unternehmensgruppe Dr. Schneider in Kronach. „Möglich wäre das schon. Man müsste allerdings schauen, wie das dann mit meiner Behinderung gehen würde“, erklärt Lukas. Jetzt will er im nächsten Jahr erst einmal seine Mittlere Reife machen. Und ansonsten hat er eine klare Vorstellung, was seine Leidenschaften angeht: „Holz, Metall, Elektronik, PCs und Autos!“
Lukas hat im Altenkunstadter Büro der Malteser nicht nur vorübergehende Kolleginnen und Kollegen an seiner Seite, sondern auch Simone Hofmann von der offenen Hilfe der katholischen Regens-Wagner-Stiftung. Hofmann ist seine ganz persönliche Schulbegleitung und steht ihm auch im Praktikum zur Verfügung. Sie hilft Lukas bei Tätigkeiten, die er nicht oder nur schlecht alleine machen kann. Früher konnte Lukas laufen wie jeder andere auch. Doch mit der Zeit wurde es immer schlechter. „20 bis 30 Meter schaffe ich zu Hause auch ohne Rollstuhl. Das war’s aber dann auch“, berichtet der 17-Jährige.
Klaus Schnapp und sein Team sind von Lukas so begeistert, dass sie ihm schon jetzt eine Freiwilligenstelle fürs nächste Jahr nach dem Ende der Schulzeit angeboten haben. Lukas überlegt noch, schließt eine Wiederkehr nicht grundsätzlich aus. „Die Malteser hier sind schon ein cooler Laden – und alle sind gut drauf.“ Der Chef, die Gabi im Büro – und seine zwei Stammfahrer Jens und Brigitte sowieso. Mit Jens habe er sogar eine Art Wette laufen: Der wollte die Aufgaben seiner letzten Englisch-Probearbeit und hat prophezeit, dass er keinen einzigen Fehler machen wird. „Da bin ich schon sehr gespannt, was rauskommt“, sagt Lukas und lacht dabei. Ob Jens es geschafft hat, wird er demnächst erfahren – ob auf dem Weg ins Büro oder in die Schule.
Dringend Fahrer gesucht
Der Malteser Fahrdienst für Oberfranken mit Sitz in Altenkunstadt verzeichnet eine immer stärkere Nachfrage. Um dem gestiegenen Bedarf gerecht werden zu können, wird dringend neues Fahrpersonal gesucht. „Klar, wir legen wir bei der Auswahl unserer Fahrerinnen und Fahrer im Hinblick auf die besonderen Anforderungen der Tätigkeit hohe Maßstäbe an. Andererseits bekommen die Bewerber im Gegenzug eine umfassende Aus- und Weiterbildung sowie einen Erste-Hilfe-Kurs und arbeitsmedizinische Betreuung“, sagt Diensteleiter Klaus Schnapp.
Als Fahrer eignet sich jeder zwischen 18 und 70, der gut und gerne Auto fährt und mit Menschen zu tun hat, keine Einträge im polizeilichen Führungszeugnis hat und in einem tollen Team arbeiten will. Die Arbeitszeiten sind in der Regel morgens, wenn die Kinder in die Einrichtungen gebracht werden müssen – und dann wieder am Nachmittag zur Abholung.
Wer also auf die Malteser abfährt und künftig in ihrem Namen abfahren will, bewirbt sich bitte bei Malteser Hilfsdienst gGmbH, Fahrdienst Oberfranken, Gewerbegebiet 8, 96264 Altenkunstadt beziehungsweise per E‑Mail an fahrdienst.oberfranken@malteser.org
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Aufräum- und Bergungsarbeiten
Malteser aus Oberfranken im Fluteinsatz
Für die Aufräum- und Bergungsarbeiten in den von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Gebieten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz leisten jetzt auch Malteser aus Oberfranken wertvolle Unterstützung.
Innerhalb von drei Stunden waren Einheiten aus Bamberg, Kulmbach und Waischenfeld heute Vormittag abmarschbereit und machten sich auf den Weg zur allgemeinen Sammelstelle der Hilfsorganisationen nach Hösbach bei Aschaffenburg.
Konkret sind für den Hilfseinsatz die Schnellen Eingreiftruppen (SEG) Betreuung aus Bamberg, Technik und Sicherheit aus Kulmbach sowie Transport und Behandlung aus Waischenfeld vorgesehen. Den Teams gehören insgesamt 24 Malteser aus dem Erzbistum Bamberg an. Die SEG Betreuung ist in erster Linie dafür zuständig, vorübergehend obdachlos gewordene Menschen mit Nahrungsmitteln und sauberem Trinkwasser zu versorgen. Zudem stellt sie Betroffenen Aufenthaltsmöglichkeiten und Notunterkünfte zur Verfügung. Die SEG Technik und Sicherheit ist unter anderem mit Generatoren und Aggregaten unterwegs, um die Stromversorgung für die Einheiten im Krisengebiet zu sichern. Besonders stolz ist Fabian Pecht, Truppführer für die SEG Betreuung und Referent für Notfallvorsorge in der Malteser Diözesangeschäftsstelle Bamberg, dass die Mobilisierung innerhalb von nur wenigen Stunden reibungs- und komplikationslos geklappt hat: „Um 7.01 Uhr haben wir heute die Alarmierung bekommen, um kurz vor 10.30 Uhr waren wir einsatzbereit. Wir konnten ohne Probleme alle Einheiten mit Personal besetzen. Das ist schon eine starke Leistung!“
Mit im Einsatz ist auch das Ehepaar Josef und Birgit Albrecht aus Bamberg. Sie sind in der SEG Betreuung eingesetzt und seit Jahrzehnten krisenerprobt. „Wir waren schon beim Hochwasser in Deggendorf direkt an der Front und haben viele Menschen professionell betreut“, sagte Josef Albrecht kurz vor dem Start nach Hösbach. Er ist froh, dass er als Ehrenamtlicher für den jetzigen Fluteinsatz von seinem Arbeitgeber sofort grünes Licht bekommen hat. Wie auch seine Frau Birgit. „Es ist jedes Mal eine Herausforderung, aber dafür sind wir ja da. Menschen zu helfen, ist nun mal Teil unseres Lebens“, betont sie.
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Umfrage der Handwerkskammer
Oberfränkisches Handwerk atmet auf
Nach der Lockerung der Corona-Maßnahmen setzen sich die Erholungstendenzen in der Handwerkskonjunktur fort und die oberfränkischen Betriebe beurteilen ihre Geschäftslage wieder deutlich positiver als noch vor drei Monaten.
„Es ist erfreulich, dass unsere Mitglieder an die konjunkturelle Frühjahresbelebung anknüpfen können und eine deutliche Verbesserung ihrer Geschäftslage im Vergleich zum Vorjahr vermelden“, sagt der Präsident der Handwerkskammer für Oberfranken, Matthias Graßmann. So berichten in der aktuellen Konjunkturumfrage über die Hälfte der befragten Betriebe von einer guten Geschäftslage, weitere 35 Prozent weisen zumindest eine befriedigende Lage auf. „Damit bewegen wir uns konjunkturell zwar nicht auf Vorkrisenniveau, machen aber einen großen Schritt nach vorne“, so der Präsident weiter.
Im zweiten Quartal klettert der Geschäftsklimaindex von 111 auf 114 Punkte. Einen stärkeren Anstieg verhindert der noch zögerlich optimistische Blick in die Zukunft. „Trotz der guten Geschäftslage sind die Erwartungen der Betriebe für die kommenden Monate noch vorsichtig“, erklärt der Hauptgeschäftsführer der HWK, Reinhard Bauer. „Die Sorge vor erneuten Beschränkungen aufgrund der Pandemie ist nicht verflogen.“ Zwar würden 12,5 Prozent der Handwerkerinnen und Handwerker mit einer Verbesserung der Konjunktur rechnen, ein ebenso großer Anteil befürchtet allerdings rückläufige Zahlen. „Aber“, so Bauer weiter, „die wichtigsten Indikatoren zeigen nach oben. Insbesondere bei Umsätzen und Auftragseingängen konnten die Betriebe deutlich zulegen.“ Erfreulich sei außerdem, dass sich die gute Einschätzung der Lage diesmal über die ganze Breite des oberfränkischen Handwerks erstrecke und sich nicht auf das Bauhaupt- und Ausbaugewerbe beschränke. Der Hauptgeschäftsführer: „Zwar bleiben diese Gewerke weiterhin das Zugpferd der Handwerkskonjunktur, der Aufschwung kommt aber dieses Quartal in allen Handwerkszweigen an.“
Preissteigerungen und Materialengpässe
Trotz der guten Zahlen aus der aktuellen Umfrage warnt HWK-Präsident Graßmann, der selbst als Unternehmer in der Gruppe der Bau- und Ausbaugewerbe tätig ist, vor voreiliger Euphorie. Denn nicht nur erneute Corona-Beschränkungen, sondern auch die aktuelle Situation auf den Rohstoffmärkten könne zur ernsten Konjunkturbremse werden. „Die aktuell vorhandene Materialknappheit zieht sich durch alle Bereiche – von Holz über Metall bis zu Kunststoffprodukten. Die beschränkten Ressourcen führen einerseits zu extremen Preiserhöhungen, aber vor allem auch zu enormen Verzögerungen. Hält dieser Trend an, kann er zu einer echten Bremse werden, obwohl die Auftragsbücher, vor allem im Bau und Ausbau, gut gefüllt sind.“ Die Ergebnisse der Konjunkturumfrage bestätigen die Einschätzung des Präsidenten: 80 Prozent der Befragten klagen über gestiegene Preise im Einkauf. Graßmann: „Die Politik muss all ihre verfügbaren Hebel in Bewegung setzen, um dieser komplexen Entwicklung auf den Rohstoffmärkten zu begegnen.“
Einschätzung aus einzelnen Handwerkszweigen
▪ Die Konjunktur der Bau- und Ausbauhandwerke ließ sich auch im II. Quartal nicht bremsen. Die Geschäftslage in diesen Gewerken ist weiterhin hervorragend (92 % beziehungsweise 96,5% gut/befriedigend). Materialengpässe könnten allerdings zum Konjunkturdämpfer werden.
▪ Zulieferer und Betriebe des gewerblichen Bedarfs haben aufgrund steigender Aufträge in der Industrie ihre wirtschaftliche Situation deutlich verbessern können. Über 80 % sind mit der Geschäftslage zufrieden.
▪ Die Lockerungen der Corona-Beschränkungen haben dem Kfz-Handwerk wieder etwas Auftrieb verschafft. Mit 43,5 % ist der Anteil der Betriebe, die gestiegene Umsätze im II. Quartal vermeldeten, in dieser Gruppe am größten.
▪ Auch bei den Nahrungsmittelhandwerken hat sich die Geschäftslage weiter etwas verbessert. Allerdings klagt ein Viertel immer noch über gesunkene Umsätze verglichen zum Vorquartal. Die Erwartungen für das kommende Quartal sind aber überwiegend positiv: 88 % rechnen mit einer guten oder befriedigenden Geschäftsentwicklung.
▪ Deutlich erholt hat sich die Konjunktur in den Gesundheitshandwerken. 88 % bewerten die Geschäftslage als gut oder befriedigend.
▪ Im Vergleich zum Jahresbeginn hat sich die Lage der Friseure und Kosmetiker aufgrund der Öffnungen wieder entschärft. Die Umsatzausfälle sind aber nicht rückgängig zu machen. Dementsprechend zeigt sich die Geschäftsentwicklung ähnlich wie im Vorjahr. Immerhin weisen fast zwei Drittel eine zumindest befriedigende Geschäftslage auf (62,5 %)
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Herausforderungen für die kommende Bundesregierung
IHK für Oberfranken Bayreuth: Corona-Pandemie zeigt Lücken auf
„Die Corona-Pandemie hat die Schwächen des Standortes Deutschland in aller Deutlichkeit aufgezeigt”, so Sonja Weigand, Präsidentin der IHK für Oberfranken Bayreuth, anlässlich des IHK-Unternehmensbarometers zur Bundestagswahl. Sie appelliert an die Politik, den Standort Deutschland wettbewerbsfähiger zu gestalten und die Verwaltung in ein zeitgemäßes, digitales Zeitalter zu führen.
530 IHK-Mitgliedsunternehmen waren aufgefordert, die Qualität des Standortes nach Schulnoten zu bewerten. „Eltern wären mit einem solchen Zeugnis ihrer Zöglinge wohl wenig glücklich”, macht Gabriele Hohenner deutlich, Hauptgeschäftsführerin der IHK für Oberfranken Bayreuth.
Bürokratie in Deutschland: “mangelhaft”
Besonders negativ fiel die Bewertung des Standortfaktors “Bürokratie” aus, einerseits durch die Vielzahl und Komplexität von Regeln, andererseits wegen der Dauer von Planungs- und Genehmigungsverfahren. „Die vergangenen Monate haben gezeigt, dass es hier dringenden Handlungsbedarf gibt. Der Reformstau in der öffentlichen Verwaltung bremst die Wirtschaft immer stärker aus”, so Weigand. Über ein “mangelhaft” (Note 4,7) kam der Standort Deutschland bei der Bürokratie nicht hinaus. 88 Prozent der befragten oberfränkischen Unternehmen fordern deshalb, dass die nächste Bundesregierung die staatlichen Strukturen verschlankt, digitalisiert und beschleunigt. Weigand: „Viele Unternehmen sehen die aus ihrer Sicht zu träge und zu komplizierte Bürokratie als sehr kritisch.”
“Standort D” unter Druck
Eine weitere Lehre aus der Pandemie ist, dass der weltweite Handel widerstandsfähiger und der Produktionsstandort Deutschland wieder attraktiver werden müssen, was 57 Prozent der Unternehmen fordern.
Dies zeigt sich auch an der Beurteilung weiterer wichtiger Standortfaktoren. Auffallend negativ wurden dabei die Energiepreise (Note 4,7) und die Unternehmensbesteuerung (Note 4,1) bewertet, zwei entscheidende Faktoren für die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Deutschland.
Aber auch bei der Digitalisierung (3,9), beim Fachkräfteangebot (3,8), der Höhe der Arbeitskosten (3,6) und der Gründerfreundlichkeit (3,4) fiel die Beurteilung eher zurückhaltend aus. Recht positiv dagegen die Bewertungen von Verkehrsinfrastruktur (Note 2,8), Finanzierungsbedingungen sowie Forschung und Innovation (jeweils 2,7).
Lehren aus der Pandemie
Klar wird aber auch, dass Wirtschaft und Gesellschaft die Chancen und Potentiale der Digitalisierung noch viel stärker nutzen müssen (54 Prozent Zustimmung). Hier sehen sich auch die Unternehmerinnen und Unternehmer selbst in der Pflicht. Konsequenzen aus der Pandemie ziehen die oberfränkischen Unternehmen vor allem bei der Stärkung der digitalen Kompetenzen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, bei der Etablierung virtueller Besprechungen und Dienstreisen (jeweils 90 Prozent Zustimmung) sowie der Ausweitung des mobilen Arbeitens (83 Prozent). „Die oberfränkischen Unternehmen haben aus der Krise gelernt, ihre Lehren gezogen und die Weichen für die Zukunft gestellt”, so Hohenner.
Neue Bundesregierung muss Weichen stellen
„Nun ist der Staat in der Verantwortung und in der Pflicht, nachzuziehen. Auch wenn uns die Corona-Pandemie Schwächen aufgezeigt hat, eröffnet sie uns gleichwohl Chancen, diese in Stärken umzuwandeln und so gestärkt aus dieser Pandemie herauszugehen”, so Weigand. „Aus meiner Sicht ist das die Hauptaufgabe der kommenden Regierung und Voraussetzung, wenn wir in der Weltspitze bleiben wollen.”
Gemeinsam mit allen anderen bayerischen IHKs wurden konkrete Vorschläge ausgearbeitet, was die kommende Bundesregierung vorrangig angehen muss, um diese Ziele zu erreichen. Alle Informationen zu den Ergebnissen des Unternehmensbarometers und den IHK-Positionen zur Wahl sind zu finden unter http://ihkofr.de/positionen2021
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Modellprojekt BOGY: Wissen und Horizont erweitert
HWK für Oberfranken setzt Modellprojekt zur Berufsorientierung an Gymnasien um
Unter dem Titel „BOGY“ sucht das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) nach innovativen Ansätzen, um die Zusammenarbeit mit Gymnasien im bereits vorhandenen Berufsorientierungsprogramm (BOP) auszubauen. Ein mögliches Konzept testeten die Handwerkskammer für Oberfranken und das Gymnasium WWG in Bayreuth.
24 Schülerinnen und Schüler der Klasse 9b des WWG befassten sich in mehreren Etappen mit dem Handwerk und seinen Perspektiven und bauten als Abschluss in Werkstatttagen ihre eigene Soundbox.
„Vor dem Hintergrund des steigenden Fachkräftebedarfs auf der einen Seite und der steigenden Anzahl von Jugendlichen, die ein Gymnasium besuchen, auf der anderen, möchten wir den angehenden Abiturienten und Abiturientinnen im Rahmen einer gut gemachten Berufsorientierung die Möglichkeit geben, auch das Handwerk kennenzulernen“, beschreibt HWK-Geschäftsführer Rainer Beck die Motivation der Kammer, an diesem Modellprojekt teilzunehmen. Ziel sei, den jungen Männern und Frauen ein authentisches Bild vor allem der Vielfalt und der Modernität des Handwerks und der guten Karriereperspektiven zu vermitteln.
„Diese Ziele haben wir erreicht“, sagt Uwe Hannemann, der mit seinem Team Berufsorientierung das Projekt seitens der HWK entwickelte und leitete. Die Jugendlichen hätten dank der individuellen Standortbestimmung und der Potenzialanalyse zum einen eine fundierte Betrachtung ihrer Kompetenzen und Fähigkeiten bekommen. Zum anderen praxisnahe Einblicke in unterschiedliche Tätigkeitsfelder des Handwerks, die später die Berufsorientierung erleichtern sollen. „Das ist bei den Schülerinnen und Schülern sehr gut angekommen“, so das Fazit von Hannemann. „Vor allem, dass sie im praktischen Teil ihre Eignungen und Fähigkeiten selbst austesten und unter Beweis stellen konnten, indem sie unter fachlicher Anleitung ihre eigene, persönlich gestaltete Soundbox herstellten.“
Das Modellprojekt BOGY an der Handwerkskammer erstreckte sich Corona-bedingt in mehreren Etappen über insgesamt drei Monate, in denen sich die angehenden Abiturientinnen und Abiturienten erst mit sich und ihren Fähigkeiten und dann mit dem Handwerk und der Praxis beschäftigen. „Am Ende haben die Jugendlichen zu einem Zeitpunkt, an dem eine mögliche Berufsorientierung erstmals näher rückt, eine fundierte Analyse ihrer Potenziale. Und parallel dazu Wissen über das Handwerk erlangt, über die vielen Tätigkeitsfelder und technologischen Herausforderungen aber auch über die Arbeitsorganisation, wie zum Beispiel unterschiedliche Gewerke miteinander kooperieren.“ Den Abschluss von BOGY an der Handwerkskammer bildeten eine Feedbackrunde und eine Diskussion mit jungen Auszubildenden und einer jungen Handwerksmeisterin in leitender Funktion.
Mit viel Engagement dabei
HWK-Geschäftsführer Rainer Beck zog für die Handwerkskammer ein positives Fazit des Modellprojekts BOGY. „Die Form der Ansprache war sehr gut, die Gymnasiasten haben viel Interesse gezeigt und waren tatsächlich mit großem Engagement dabei.“ Auch Abiturientinnen und Abiturienten müssten vom Handwerk als Fachkräfte der Zukunft angesprochen werden. Geschehe dies, gebe es gute Chancen auch die Absolvierenden von Gymnasien für das Handwerk zu gewinnen. Der Geschäftsführer freute sich auch über einen Zusatznutzen, den BOGY bewirkt hat: „Wir konnten in diesem Projekt auch einmal althergebrachte Vorurteile gegenüber dem Handwerk aus dem Weg räumen und die Modernität und Individualität des Handwerks aufzeigen.“
Für Barbara Oltarjow, Vertreterin der Schulleitung des WWG, war es ebenso erfreulich, wie ihre Schülerinnen und Schüler in diesem Projekt aufgetreten sind. „Insbesondere die Wissens- und Horizonterweiterung bewerte ich als etwas sehr Positives.“
BOGY
BOGY steht für Berufliche Orientierung an allgemeinbildenden Gymnasien und lehnt sich an das Berufsorientierungsprogramm (BOP) des Bundes an, das seit Jahren für Schülerinnen und Schüler, die einen Schulabschluss an Förder‑, Haupt‑, Real- und Gesamtschulen anstreben, durchgeführt wird. Details dazu sind auch zu finden unter https://www.berufsorientierungsprogramm.de/
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Insgesamt 17.145 Anträge aus Oberfranken bewilligt
Rund 334,8 Millionen Euro an Corona-Hilfen ausbezahlt
Rund 334,8 Millionen Euro an Corona-Hilfen wurden seit Juli 2020 an oberfränkische Unternehmen ausbezahlt, wie die IHK für Oberfranken Bayreuth meldet. Bisher wurden 17.145 Anträge bewilligt. Vor allem profitierten die Unternehmen der Region von der Überbrückungshilfe III.
Diese Summe von 334.8 Millionen umfasst die Zahlungen aus den Hilfsprogrammen Überbrückungshilfe I bis III, die November‑, Dezember- sowie die Neustarthilfe. Die IHK München und Oberbayern ist im Auftrag der Bayerischen Staatsregierung für die Abwicklung der Wirtschaftshilfen zuständig. Bayernweit wurden seit Juli 2020 rund 250.000 Anträge bewilligt und 6,2 Milliarden Euro an Corona-Wirtschaftshilfen ausbezahlt. Hinzu kommen noch 2,2 Milliarden Euro aus der Soforthilfe, mit der die Unternehmen zu Beginn der Pandemie unterstützt wurden.
„Dieser Betrag zeigt, wie weitreichend die Folgen der Pandemie waren”, so Sonja Weigand, IHK-Präsidentin der IHK für Oberfranken Bayreuth.
Fast die Hälfte der Mittel kamen dabei dem Gastgewerbe zugute, also Hotels und Restaurants, aber auch Bars, Diskotheken und Catering-Unternehmen. Es folgen der Groß- und Einzelhandel sowie der Bereich “Kunst, Unterhaltung und Erholung”.
Weiterhin Hilfen für einzelne Branchen benötigt
„Auch wenn die Corona-Hilfen nur einen Teil der durch die Pandemie verursachten Kosten und Verluste abdecken konnten, waren sie für viele Unternehmen überlebensnotwendig”, so Weigand. Zu erheblichen Verzögerungen kam es zum Programmstart, als die notwendigen Antrags- und Bearbeitungsplattformen des beauftragten IT-Dienstleisters der Bundesregierung nicht zur Verfügung standen und anfangs deshalb keine Corona-Hilfen ausbezahlt werden konnten.
„Zwar konnten inzwischen die meisten Unternehmen wieder vom Krisenmodus in den Zukunftsmodus umschalten, viele Branchen sind aber weiterhin erheblich von Einschränkungen und Schließungen betroffen”, so IHK-Hauptgeschäftsführerin Gabriele Hohenner. Die Vertreterinnen der IHK begrüßen deshalb ausdrücklich die Verlängerung der Überbrückungshilfe III plus und der Neustarthilfe bis zum 30. September. Weigand: „Hier ist nun der Bund gefordert, die erforderlichen Antrags- und Bearbeitungsplattformen zeitnah zur Verfügung zu stellen, damit die Corona-Mittel schnellstmöglich an die betreffenden Unternehmen ausbezahlt werden können.”
Insgesamt flossen 334,8 Millionen Euro nach Oberfranken
Insgesamt flossen 334,8 Millionen Euro an die oberfränkischen Unternehmen. 14,1 Millionen Euro entfielen auf die Überbrückungshilfe I (bis November 2020), 21,9 Millionen Euro auf die Überbrückungshilfe II (bis März 2021), 136,3 Millionen Euro auf die Überbrückungshilfe III (seit November 2020), 70,4 Millionen Euro auf die Novemberhilfe, 78,9 Millionen Euro auf die Dezemberhilfe und 13,1 Millionen Euro auf die Neustarthilfe (seit Januar 2021).
Weitere Informationen zur Überbrückungshilfe III Plus und Neustarthilfe auch unter http://ihkofr.de/coronahilfen