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Oberfranken - Page 10

Ober­frän­ki­sche Marientour

Ers­ter Rad­pil­ger­weg in Ober­fran­ken eröffnet

Heu­te ist in Präch­ting der ober­frän­ki­sche Rad­pil­ger­weg eröff­net wor­den.
Der Mari­en­rad­weg führt zu den Mari­en­kir­chen in Ober­fran­ken und hat eine Län­ge von 580 Kilo­me­tern. Start- und End­punkt der abwechs­lungs­rei­chen Rad­rou­te ist Bamberg.

Rad­fah­ren liegt voll im Trend

Ober­fran­ken Offen­siv hat mit dem Pro­jekt Aktiv­re­gi­on, das neben einer Rad­run­de in und um Ober­fran­ken wei­te­re zehn Land­kreis­gren­zen-über­grei­fen­de The­men­rou­ten umfasst und nun durch den Mari­en­rad­weg erwei­tert wird, einen Voll­tref­fer gelan­det. Kaum ein Urlaubs- und Frei­zeit­seg­ment wächst so dyna­misch wie der Rad­tou­ris­mus in Deutsch­land. Das zeigt auch die aktu­el­le Rad­fahr­ana­ly­se 2020 des All­ge­mei­nen Deut­schen Fahr­rad-Clubs (ADFC):

76 Pro­zent der Deut­schen fah­ren Rad,

51 Pro­zent davon nut­zen das Fahr­rad für Aus­flü­ge und Reisen,

6,8 Mil­lio­nen Kurz­rei­sen­de sind an Wochen­en­den und

5,2 Mil­lio­nen Kurz­rei­sen­de sind wäh­rend der Woche mit dem Fahr­rad unterwegs,

5,4 Mil­lio­nen Bun­des­bür­ger haben 2020 einen Rad­ur­laub unternommen,

34 Mil­lio­nen Bun­des­bür­ger unter­neh­men Radausflüge,

knapp ein Drit­tel der Rad­rei­sen­den nutzt ein E‑Bike,

im Durch­schnitt sind die Rad­rei­sen­den 51 Jah­re alt und

69 Pro­zent pla­nen im Jahr 2021 eine Radreise,

davon 79 Pro­zent inner­halb Deutschlands.

„Bay­ern ist die belieb­tes­te Rad­rei­se­re­gi­on im Inland. Die Aktiv­re­gi­on Ober­fran­ken, deren Rad­rou­ten von Ein­hei­mi­schen und Tou­ris­ten sehr gut ange­nom­men wer­den, setzt wich­ti­ge Impul­se in den Berei­chen Frei­zeit und Frem­den­ver­kehr und trägt damit auch zum Image von Ober­fran­ken als hoch attrak­ti­ve Frei­zeit- und Tou­ris­mus­re­gi­on bei“, sagt Mela­nie Huml MdL.


Zehn Etap­pen mit 52 Heiligtümern

Der Mari­en­rad­weg ist als Pil­ger­rad­weg zu den Mari­en­kir­chen in Ober­fran­ken kon­zi­piert. Der Rad­weg hat eine Län­ge von 580 Kilo­me­tern und kann in zehn Etap­pen befah­ren wer­den. Start- und End­punkt des Mari­en­rad­wegs ist die Welt­kul­tur­er­be-Stadt Bam­berg. Im Ver­lauf der Rou­te kön­nen 52 Hei­lig­tü­mer, Mari­en­kir­chen oder Weg­kreu­ze, besucht wer­den, die Zeug­nis über die frän­ki­sche Mari­en­ver­eh­rung able­gen. Für vie­le Men­schen in Fran­ken zäh­len Wall­fahrts­or­te von Kind­heit an zu wich­ti­gen Orten des Lebens und des Glau­bens. Obwohl Ober­fran­ken stark von der Refor­ma­ti­on geprägt war, zäh­len gro­ße Tei­le Ober- und Mit­tel­fran­kens zum frän­ki­schen Marienland.

Die Rad­stre­cke führt neben befes­tig­ten Wegen auch über Forst- und Schot­ter­we­ge und ist durch­gän­gig mit dem Logo „Frän­ki­scher Mari­en­weg“ beschildert.


Mari­en­wan­der­weg als Ausgangpunkt

Auf Initia­ti­ve des Erz­bis­tums Bam­berg wur­de das Pro­jekt „Ober­frän­ki­sche Mari­en­tour“ in den ver­gan­ge­nen zwei Jah­ren mit maß­geb­li­cher Unter­stüt­zung des All­ge­mei­nen Deut­schen Fahr­rad-Clubs (ADFC) und mit gro­ßer Unter­stüt­zung des Erz­bis­tums Bam­berg, der Kom­mu­nen und der Tou­ris­mus­or­ga­ni­sa­tio­nen realisiert.

Aus­gangs­punkt ist der Mari­en­wan­der­weg, der von Sei­ten des Erz­bis­tums Bam­berg am Mari­en­fei­er­tag am 15. August 2021 eröff­net wird. Sei­nen Ursprung hat der Mari­en­wan­der­weg in Unter­fran­ken, wo gera­de die Mari­en­ver­eh­rung in vie­len Orten und Land­schaf­ten sehr deut­lich wird. Sowohl der Mari­en­wan­der­weg als auch der Mari­en­rad­weg in Ober­fran­ken soll zum Pil­gern und zu Wall­fahr­ten, ob zu Fuß oder mit dem Rad, ein­la­den. Damit ver­bun­den ist auch die Mög­lich­keit zur Ent­schleu­ni­gung und letzt­lich auch zur Neu-Ent­de­ckung der Lang­sam­keit mit den damit ver­bun­de­nen Chan­cen für Erho­lung und geis­ti­ger Einkehr.

Info­ma­te­ri­al „Ober­frän­ki­sche Marientour“

Der Fly­er zum Down­load, die Rou­te als GPX-Track mit QR-Code sowie umfang­rei­che Infor­ma­tio­nen zu den jewei­li­gen Etap­pen sind zu fin­den auf der Web­site von Ober­fran­ken Offen­siv unter https://www.oberfranken.de/de/projekte/aktivregion.php. Gedruck­te Fly­er mit Infor­ma­tio­nen zur Stre­cken­füh­rung und zu den 52 Mari­en­kir­chen und Weg­kreu­zen sind in der Geschäfts­stel­le von Ober­fran­ken Offen­siv e.V., Maxi­mi­li­an­stra­ße 6, 95444 Bay­reuth, oder tele­fo­nisch unter 0921 52523, erhältlich.


Ober­fran­ken Offen­siv e.V.

Ober­fran­ken Offen­siv e.V. ist eine der mit­glie­der­stärks­ten Regio­nal­in­itia­ti­ven Deutsch­lands und Impuls­ge­ber inno­va­ti­ver Pro­jek­te. Die Stär­ken Ober­fran­kens vor dem Hin­ter­grund des demo­gra­fi­schen Wan­dels aus­zu­bau­en und so die Zukunfts­re­gi­on Ober­fran­ken mit­zu­ge­stal­ten, ist die Kern­auf­ga­be der Ent­wick­lungs­agen­tur. Der Ver­ein ver­steht sich als wich­ti­ge Klam­mer, die sich lösungs­ori­en­tiert und aktiv für die kom­mu­na­le und regio­na­le Ent­wick­lung Ober­fran­kens ein­setzt, Syn­er­gien nutzt, Kom­pe­ten­zen bün­delt und die Regi­on in ihrer posi­ti­ven Wahr­neh­mung im Innen- und Außen­ver­hält­nis erfolg­reich wei­ter­ent­wi­ckelt. Im Ver­ein enga­gie­ren sich Kom­mu­nen, Unter­neh­men, Insti­tu­tio­nen, Ver­bän­de und Privatpersonen.

Ober­fran­kens Mal­te­ser-Grup­pen­füh­rer nach Fluteinsatz

„Hät­te nie gedacht, dass mich in Deutsch­land jemand um Essen anfleht“

Fabi­an Pecht hat trotz sei­ner jun­gen Jah­re als Not­fall­sa­ni­tä­ter und Ein­satz­lei­ter im Bam­ber­ger Ret­tungs­dienst schon viel gese­hen: schwe­re Unfäl­le, lebens­be­droh­li­che Ver­let­zun­gen, gro­ße Kata­stro­phen­la­gen. Als Grup­pen­füh­rer war der 27-jäh­ri­ge Refe­rent für Not­fall­vor­sor­ge in der Mal­te­ser Diö­ze­san­ge­schäfts­stel­le Bam­berg im Juli gleich zwei­mal in Rhein­land-Pflanz im Hoch­was­ser­ein­satz. Was Pecht dort gese­hen hat, lässt ihn nur schwer los.

„Dra­ma­tisch wäre für die Lage dort noch unter­trie­ben. Das war wie im Krieg, gera­de im ers­ten Ein­satz. Ich hät­te nie gedacht, dass mich in einem Land wie Deutsch­land mal jemand so direkt und emo­tio­nal um Essen anfle­hen wür­de“, sagt Pecht immer noch fassungslos.


Der jun­ge Mal­te­ser war im Ahrtal ver­ant­wort­lich für die Schnell­ein­satz­grup­pen (SEG) Betreu­ung aus Bam­berg und Behand­lung aus Wai­schen­feld, die im Zuge eines soge­nann­ten ober­frän­ki­schen Kon­tin­gent­ein­sat­zes den vom Hoch­was­ser betrof­fe­nen und obdach­los gewor­de­nen Men­schen in den Kri­sen­ge­bie­ten gehol­fen haben. Mit dabei waren auch ehren­amt­li­che Hel­fe­rin­nen und Hel­fer aus Kulm­bach. „Im ers­ten Ein­satz waren wir in Bad Neu­en­ahr ein­ge­setzt und haben dort mit Kol­le­gen des BRK Forch­heim Essen und Geträn­ke an Hel­fer und Bevöl­ke­rung aus­ge­ge­ben. Im zwei­ten Ein­satz haben wir ein Medi­zi­ni­sches Ver­sor­gungs­zen­trum betrie­ben, wo Ein­satz­kräf­te und Flut­op­fer von Ärz­ten behan­delt wur­den“, berich­tet Pecht.


„Team­work und Kame­rad­schaft machen uns stark!“


Glück­lich ist der Not­fall­sa­ni­tä­ter dar­über, dass alle Ein­sät­ze unter dem Strich pro­blem­los und gut ver­lau­fen sind – und es kei­ne kri­ti­schen Momen­te für sei­ne Mann­schaft gab. Sicher­heit und Eigen­schutz sei­en bei sol­chen Lagen das Aller­wich­tigs­te. Des­halb ist er auch stolz auf sei­ne ehren­amt­li­chen Kräf­te: „Ich bin froh, dass ich auf so ein Team inner­halb mei­ner Diö­ze­se bau­en darf. Team­work und Kame­rad­schaft machen uns stark!“ Ganz oben auf der Lis­te steht aller­dings die Dank­bar­keit der betrof­fe­nen Bevöl­ke­rung. „Wir haben hier Mensch­lich­keit von ihrer größ­ten und bes­ten Sei­te erfah­ren“, sagt Pecht. Er ver­hehlt aber auch nicht, dass es lei­der eini­ge weni­ge gab, die die Hel­fe­rin­nen und Hel­fer belei­digt und ihnen Vor­wür­fe gemacht hätten.

Fabi­an Pecht in der blau­en Gruppenführerweste

Zer­stör­te Häu­ser, Lei­chen und Schwerst­ver­letz­te im Schlamm, kei­ner­lei Infra­struk­tur mehr, ver­nich­te­te Exis­ten­zen: Bekommt man solch schreck­li­che Bil­der als Ein­satz­kraft wie­der aus dem Kopf? „Reden, reden, reden – das ist das ein­zi­ge, was hilft“, ant­wor­tet Pecht. Sei­ne Freun­din, selbst gelern­te Ret­tungs­as­sis­ten­tin, hel­fe ihm bei der trau­ma­ti­schen Bewäl­ti­gung der Erleb­nis­se sehr. „Ob das auf Dau­er gut­geht, die­se Fra­ge kann ich im Moment nicht beant­wor­ten. Dafür sind die Ein­sät­ze noch zu prä­sent“, sagt der 27-Jäh­ri­ge aus Ebern in Unter­fran­ken. Dazu kamen auch die kör­per­li­chen Stra­pa­zen, allen vor­an der Man­gel an aus­rei­chen­dem Schlaf.

„Wir waren häu­fig vom frü­hen Mor­gen bis in den spä­ten Abend im Ein­satz. Da nutzt man jede Sekun­de, in der man schla­fen kann.“ An sei­ne Kame­ra­den appel­liert er, sich auf jeden Fall Hil­fe zu suchen, wenn sie mer­ken, dass sie Hil­fe brau­chen. „Das ist kei­ne Schan­de“, unter­streicht der Gruppenführer.

„Ich bereue kei­ne Sekun­de, ein Mal­te­ser zu sein!“


Zufrie­den ist Pecht, dass die Alar­mie­rungs­ket­te bei den Mal­te­sern gut funk­tio­niert hat. „Für den ers­ten Ein­satz kam die Benach­rich­ti­gung am frü­hen Mor­gen. Da muss­te natür­lich alles schnell gehen“, erin­nert sich Pecht. Wegen eines Vor­alarms sei­en die Hel­fer aber bereits fest geplant und die Fahr­zeu­ge bela­den gewe­sen. „Dann habe ich alle Hel­fer und Füh­rungs­kräf­te ange­ru­fen, mei­ne Sachen gepackt, mich noch kurz bei mei­ner Freun­din ver­ab­schie­det – und dann ging’s los.“ Ein gro­ßes Dan­ke­schön rich­tet der Ein­satz­lei­ter dabei an alle Arbeit­ge­ber der ehren­amt­li­chen Hel­fe­rin­nen und Hel­fer, aber auch an die eige­ne Mal­te­ser-Füh­rung. Die Unter­neh­men hät­ten ihre Mit­ar­bei­ten­den durch­weg ohne Pro­ble­me frei­ge­stellt, damit die­se in den Flut­ge­bie­ten hel­fen konnten.

Was bewegt Men­schen wie Fabi­an Pecht und sein Team, sich ehren­amt­lich für sol­che durch­aus nicht unge­fähr­li­chen Ein­sät­ze zu enga­gie­ren? „Die Lie­be, ande­ren Men­schen zu hel­fen – gera­de in sol­chen Situa­tio­nen“, ant­wor­tet der jun­ge Mann ganz spon­tan. Und hofft, dass sich wei­te­re Ehren­amt­li­che fin­den, die bei den Mal­te­sern mit­ar­bei­ten wol­len. Sein Ver­spre­chen: Mög­li­che Inter­es­sen­ten dür­fen sich auf eine tol­le Kame­rad­schaft, auf Gemein­schaft, Rück­halt, eine gute Aus­bil­dung und gefes­tig­te Struk­tu­ren freu­en. Als Fabi­an Pecht das sagt, liegt ein beson­de­rer Glanz in sei­nen Augen. Ver­mut­lich, weil er gleich mit einer gehö­ri­gen Por­ti­on Pathos hin­ter­her­schiebt: „Ich selbst bereue kei­ne Sekun­de, ein Mal­te­ser zu sein!“

Jubi­lä­ums­jahr

Pla­kat­se­rie „Jüdi­sches Leben in Oberfranken“

Anläss­lich des Fest­jah­res „1700 Jah­re jüdi­sches Leben in Deutsch­land“ gibt der Bezirk Ober­fran­ken eine Pla­kat­se­rie her­aus. Sie ori­en­tiert sich am jüdi­schen Kalen­der und ent­hält neben Fotos erklä­ren­de Tex­te zu jüdi­schen Fei­er­ta­gen und Tra­di­tio­nen sowie dem jewei­li­gen Fotomotiv.

„Mit der Pla­kat­se­rie ‚Jüdi­sches Leben in Ober­fran­ken‘ möch­te der Bezirk die viel­fäl­ti­ge jüdi­sche Geschich­te der Regi­on ins öffent­li­che Bewusst­sein rufen“, sagt Bezirks­tags­prä­si­dent Hen­ry Schramm und erklärt wei­ter: „Ein pro­mi­nen­tes Bei­spiel für die­se Geschich­te ist Levi Strauss, der Mit­er­fin­der der Jeans. Er stamm­te aus But­ten­heim im Land­kreis Bamberg.“

„Der jüdi­sche Kalen­der hat im kom­men­den Jahr einen Schalt­mo­nat und daher ins­ge­samt drei­zehn Mona­te. So kön­nen wir mit unse­ren monat­lich erschei­nen­den Pla­ka­ten aus jedem Land­kreis und jeder kreis­frei­en Stadt einen Ort oder ein Objekt beleuch­ten“, erläu­tert Bezirks­hei­mat­pfle­ger Gün­ter Dip­pold. War­um jüdi­sche Fami­li­en für ver­schie­de­ne Spei­sen unter­schied­li­ches Geschirr ver­wen­den, wird bei­spiels­wei­se an eini­gen Aus­stel­lungs­stü­cken des Por­zel­la­ni­kons im Land­kreis Wun­sie­del erklärt. Wie Tho­ra­rol­len ent­ste­hen und wie die Frag­men­te zwei­er Tho­ra­rol­len ins Stadt­ar­chiv Kulm­bach kamen, erzählt das drit­te Pla­ka­te der Serie im August.

Deutsch­land blickt in die­sem Jahr auf mehr als 1700 Jah­re jüdi­sches Leben zurück. Im Jahr 321 erließ der römi­sche Kai­ser Kon­stan­tin ein Gesetz, das es Juden erlaub­te, städ­ti­sche Ämter in Köln zu über­neh­men. Die­ses Gesetz ist der ältes­te Nach­weis für jüdi­sches Leben in Deutsch­land und zeigt, dass Juden und der jüdi­sche Glau­be schon lan­ge ein fes­ter Bestand­teil der euro­päi­schen und deut­schen Kul­tur sind.

Die Pla­ka­te „Jüdi­sches Leben in Ober­fran­ken“ erschei­nen ab sofort monat­lich bis Juni 2022. In gedruck­ter Form wer­den sie im For­mat A2 kos­ten­los an öffent­li­che Ein­rich­tun­gen und Ver­ei­ne aus­ge­ge­ben (maxi­mal 5 Exem­pla­re pro Pla­kat). Ein kos­ten­lo­ses PDF ist auf Anfra­ge für alle Inter­es­sier­ten erhält­lich über die Kul­tur- und Hei­mat­pfle­ge: Frau Ron­ja Storck; E‑Mail: ronja.storck@bezirk-oberfranken.de; Tele­fon: 0921/​/​604‑1789.

Ober­fran­ken soll digi­tal sicht­ba­rer werden 

Mit der Ober­fran­ken-App die gan­ze Hei­mat im Taschenformat

Mit der am Frei­tag gestar­te­ten, für die Nut­ze­rin­nen und Nut­zer kos­ten­frei­en, Ober­fran­ken-App wer­den neue Wege began­gen, um den kul­tu­rel­len Reich­tum und die land­schaft­li­che Viel­falt des Regie­rungs­be­zir­kes ziel­ori­en­tiert zu prä­sen­tie­ren. Zukünf­tig wird eine leis­tungs­star­ke App bereits vor­han­de­ne regio­na­le Initia­ti­ven und die Kom­mu­nen tat­kräf­tig dabei unter­stüt­zen, ihre Hei­mat digi­tal zu bewerben.

TV Ober­fran­ken, die mit der Durch­füh­rung des Pro­jek­tes durch den Bezirk Ober­fran­ken als Pro­jekt­trä­ger nach Abschluss eines Ver­ga­be­ver­fah­rens beauf­tragt wur­den, sowie die Ober­fran­ken­stif­tung, wel­che zur Rea­li­sie­rung der Anwen­dung eine hohe För­der­sum­me an den Bezirk aus­ge­reicht hat, star­te­ten am 30. Juli in einer Pres­se­kon­fe­renz offi­zi­ell das digi­ta­le Pro­jekt und prä­sen­tier­ten es der Öffent­lich­keit. Die Ober­fran­ken-App ist ab sofort für die Nut­ze­rin­nen und Nut­zer in den App-Stores verfügbar. 

Inhalt­lich bie­tet die Anwen­dung einen beson­de­ren Ser­vice, der dem moder­nen Nut­zer­ver­hal­ten in der mobi­len Kom­mu­ni­ka­ti­on Rech­nung trägt: Die Stär­ken der Regi­on wer­den im beweg­ten Bild gezeigt. Weit mehr als 300 aktu­ell pro­du­zier­te Vide­os aus den neun Land­krei­sen und vier kreis­frei­en Städ­ten des Bezirks wer­den in der App kos­ten­frei zum Down­load angeboten.

„Ein wei­te­rer Mei­len­stein, um unser wun­der­schö­nes Ober­fran­ken in all sei­nen Facet­ten digi­tal sicht­ba­rer zu machen“

Bezirks­tags­prä­si­dent Hen­ry Schramm ist von dem neu­en Kon­zept über­zeugt. „Wel­che tol­le Sehens­wür­dig­keit kann ich am Wochen­en­de mit mei­ner Fami­lie in Ober­fran­ken besu­chen? Wo gibt es das nächs­te coo­le kuli­na­ri­sche High­light unse­rer Genuss­re­gi­on und auf wel­che Ver­an­stal­tung kann ich am Wochen­en­de mit mei­nen Freun­den gehen? Die Ober­fran­ken-App ist ein wei­te­rer Mei­len­stein, um unser wun­der­schö­nes Ober­fran­ken in all sei­nen Facet­ten digi­tal sicht­ba­rer zu machen“, ist er sich sicher. Sei­en es die hei­mi­schen Sehens­wür­dig­kei­ten, die reiz­vol­le Land­schaft oder der abwechs­lungs­rei­che ober­frän­ki­sche Ver­an­stal­tungs­ka­len­der – all das habe man nun kom­pakt und dem tech­ni­schen Fort­schritt ent­spre­chend nur einen Klick ent­fernt, führ­te Schramm wei­ter aus. „Mei­ne Aner­ken­nung und mein Dank gilt vor allem TV Ober­fran­ken für die Umset­zung die­ser App und der Ober­fran­ken­stif­tung für die Aus­rei­chung der För­der­sum­me an den Bezirk. Ich bin dank­bar, dass wir gemein­sam die­ses Pro­jekt rea­li­sie­ren konnten.“

Auch die Vor­sit­zen­de des Stif­tungs­ra­tes der Ober­fran­ken­stif­tung, Frau Regie­rungs­prä­si­den­tin Heid­run Piwer­netz, zeig­te sich anläss­lich des Starts der Ober­fran­ken-App beein­druckt von dem Inhalts­reich­tum der Anwen­dung: „Die Welt wird digi­ta­ler. Tag für Tag ein biss­chen mehr. Wir in Ober­fran­ken stel­len uns die­ser Ver­än­de­rung und gehen bei der Ver­mark­tung unse­rer Hei­mat neue Wege. Mit der Ober­fran­ken-App wer­den schon in der Start­pha­se vie­le Infor­ma­tio­nen über unse­ren Regie­rungs­be­zirk in einer Anwen­dung digi­tal zusam­men­ge­führt. Die App ist orga­nisch ange­legt, d.h. ihre Ange­bo­te wer­den stän­dig erwei­tert und ange­passt. Damit stär­ken wir unser Pro­fil als attrak­ti­ve Fami­li­en- und Wirt­schafts­re­gi­on erheb­lich. Die App kann dabei sehr gut als Medi­um für an Ober­fran­ken Inter­es­sier­te, Gäs­te und poten­ti­el­le Neu­bür­ge­rin­nen und Neu­bür­ger, aber auch von unse­ren Rück­keh­rern genutzt werden.“ 

TVO-Geschäfts­füh­rer Nor­bert Kieß­ling nutz­te die Vor­stel­lung bei der Pres­se­kon­fe­renz dafür, sich bei dem Bezirk Ober­fran­ken und deren För­der­ge­ber für die Zusam­men­ar­beit bei der Rea­li­sie­rung der App zu bedan­ken und für das Pro­jekt zu wer­ben. „Es geht um Gemein­sam­keit, Reich­wei­te, Rele­vanz und digi­ta­le Wer­bung für Ober­fran­ken – das soll­ten alle nut­zen. Die App ist ein star­kes State­ment für unse­re Hei­mat“, so Kießling.


Ober­fran­ken-App

Die App steht ab sofort zum Down­load ver­füg­bar und ist leicht bedien­bar. Sie soll mög­lichst vie­le Alters­grup­pen anspre­chen. Im Hin­ter­grund arbei­ten dafür leis­tungs­star­ke Ser­ver, die moderns­te Strea­ming-Tech­no­lo­gie und ein Con­tent-Deli­very-Net­work bewe­gen, um jeg­li­chen Traf­fic bedie­nen zu kön­nen. Auf Wunsch navi­giert ein digi­ta­ler Assis­tent durch das Ange­bot, der der Nut­ze­rin bzw. dem Nut­zer stand­ort- und tages­zeit­be­zo­ge­ne Vor­schlä­ge unterbreitet.

Zum Ser­vice des Por­tals gehö­ren zudem fort­lau­fend tech­ni­sche Updates, die in den kom­men­den Jah­ren dafür sor­gen, dass sich die App stets inno­va­tiv weiterentwickelt.

Ganz neben­bei soll die App auch einen Bei­trag zur digi­ta­len Bil­dung leis­ten. So kann das Ange­bot bei Bedarf auch kos­ten­frei in Schu­len, Volks­hoch­schu­len, Hoch­schu­len, Ver­ei­nen oder Kin­der­gär­ten als flan­kie­ren­des Infor­ma­ti­ons­me­di­um ein­ge­setzt werden.

Beson­ders bedeut­sam ist der Mehr­wert für die ober­frän­ki­schen Kom­mu­nen und die Land­krei­se des Bezirks: Die mehr als 300 Vide­os dür­fen von den Part­nern kos­ten­frei ver­wen­det wer­den. Das heißt, die Fil­me kön­nen geteilt und auf eige­nen Platt­for­men zu Mar­ke­ting­zwe­cken ein­ge­setzt werden.

Rol­len­wech­sel bei den Alten­kunst­ad­ter Maltesern

Wie Lukas vom Fahr­gast zum Prak­ti­kan­ten wurde

Lukas sitzt wegen einer Mus­kel­er­kran­kung seit sechs Jah­ren im Roll­stuhl und ist nor­ma­ler­wei­se Fahr­gast des Mal­te­ser Fahr­diens­tes in Alten­kunst­adt. In die­ser Woche aller­dings unter­stützt der 17jährige als Prak­ti­kant eine Woche lang das Team von Dienst­stel­len­lei­ter Klaus Schnapp.

Für Lukas ist heu­te ein beson­de­rer Tag: Er sitzt im Büro des Mal­te­ser Fahr­diens­tes in Alten­kunst­adt und sor­tiert Fahr­auf­trä­ge für die Dis­po­si­ti­on und für die Kran­ken­kas­sen. Genau jene Zet­tel, die der 17-Jäh­ri­ge sonst selbst aus­fül­len muss, wenn er von sei­ner Woh­nung in Red­witz im Land­kreis Lich­ten­fels zur Mit­tel­schu­le nach Alten­kunst­adt gefah­ren wird. Lukas sitzt wegen einer Mus­kel­er­kran­kung seit sechs Jah­ren im Roll­stuhl und ist nor­ma­ler­wei­se Fahr­gast des Mal­te­ser Fahr­diens­tes. In die­ser Woche aller­dings hat er die Rol­len getauscht: Als Prak­ti­kant unter­stützt er eine Woche lang von 8 bis 13 Uhr das Team von Dienst­stel­len­lei­ter Klaus Schnapp nach Kräften.


Lukas freut sich dar­über, mit vie­len Leu­ten zusam­men­ar­bei­ten zu kön­nen, die er seit Jah­ren gut kennt. „Die Mal­te­ser hier sind ja schon wie eine klei­ne Fami­lie für mich. Und selbst der Chef per­sön­lich hat mich schon mal gefah­ren“, erzählt der jun­ge Mann begeis­tert. So ist es auch kein Wun­der, dass der Impuls, das Prak­ti­kum bei den Mal­te­sern zu machen, von einem sei­ner Stamm­fah­rer kam: „Ich habe Jens gesagt, dass ich schon meh­re­re Bewer­bun­gen für ein Prak­ti­kum geschrie­ben habe, lei­der ohne Erfolg. Dar­auf sag­te er zu mir: Dann kommt doch zu uns!“ Vor allem dräng­te die Zeit, weil die Schu­le rela­tiv kurz­fris­tig den Schü­lern der 9. Klas­se des M‑Zugs mit­ge­teilt hat­te, sich noch nach einem Prak­ti­kums­platz umzu­schau­en. Gesagt – getan. „Wir haben alle sofort ja gesagt und uns rie­sig auf Lukas gefreut“, betont Dienst­stel­len­lei­ter Klaus Schnapp. In die­ser Woche holt der Fahr­dienst Lukas auch von zu Hau­se ab und bringt ihn wie­der nach Hau­se – nur nicht in die Schu­le, son­dern eben ins Büro.


Mitt­le­re Rei­fe im kom­men­den Jahr

Lukas ist mit Eifer bei der Arbeit. Es sei schon mal sehr inter­es­sant zu sehen, wie der All­tag im Fahr­dienst ist, sagt er. Grund­sätz­lich mache ihm ein Büro­job schon Spaß. Spä­ter möch­te er dann „mehr in die IT-Rich­tung“, so sein Wunsch. Wenn er sich einen Traum­be­ruf aus­su­chen könn­te, dann wäre das Mecha­tro­ni­ker. Auch in die­sem Bereich hat­te er schon mal ein Prak­ti­kum gemacht – bei der Unter­neh­mens­grup­pe Dr. Schnei­der in Kro­nach. „Mög­lich wäre das schon. Man müss­te aller­dings schau­en, wie das dann mit mei­ner Behin­de­rung gehen wür­de“, erklärt Lukas. Jetzt will er im nächs­ten Jahr erst ein­mal sei­ne Mitt­le­re Rei­fe machen. Und ansons­ten hat er eine kla­re Vor­stel­lung, was sei­ne Lei­den­schaf­ten angeht: „Holz, Metall, Elek­tro­nik, PCs und Autos!“

Lukas hat im Alten­kunst­ad­ter Büro der Mal­te­ser nicht nur vor­über­ge­hen­de Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen an sei­ner Sei­te, son­dern auch Simo­ne Hof­mann von der offe­nen Hil­fe der katho­li­schen Regens-Wag­ner-Stif­tung. Hof­mann ist sei­ne ganz per­sön­li­che Schul­be­glei­tung und steht ihm auch im Prak­ti­kum zur Ver­fü­gung. Sie hilft Lukas bei Tätig­kei­ten, die er nicht oder nur schlecht allei­ne machen kann. Frü­her konn­te Lukas lau­fen wie jeder ande­re auch. Doch mit der Zeit wur­de es immer schlech­ter. „20 bis 30 Meter schaf­fe ich zu Hau­se auch ohne Roll­stuhl. Das war’s aber dann auch“, berich­tet der 17-Jährige.

Klaus Schnapp und sein Team sind von Lukas so begeis­tert, dass sie ihm schon jetzt eine Frei­wil­li­gen­stel­le fürs nächs­te Jahr nach dem Ende der Schul­zeit ange­bo­ten haben. Lukas über­legt noch, schließt eine Wie­der­kehr nicht grund­sätz­lich aus. „Die Mal­te­ser hier sind schon ein coo­ler Laden – und alle sind gut drauf.“ Der Chef, die Gabi im Büro – und sei­ne zwei Stamm­fah­rer Jens und Bri­git­te sowie­so. Mit Jens habe er sogar eine Art Wet­te lau­fen: Der woll­te die Auf­ga­ben sei­ner letz­ten Eng­lisch-Pro­be­ar­beit und hat pro­phe­zeit, dass er kei­nen ein­zi­gen Feh­ler machen wird. „Da bin ich schon sehr gespannt, was raus­kommt“, sagt Lukas und lacht dabei. Ob Jens es geschafft hat, wird er dem­nächst erfah­ren – ob auf dem Weg ins Büro oder in die Schule.

Das all­täg­li­che Bild: Lukas wird mit dem Fahr­dienst zur Schu­le und wie­der nach Hau­se gebracht. Fah­rer Jens holt ihn auch wäh­rend des Prak­ti­kums bei den Mal­te­sern ab.
Drin­gend Fah­rer gesucht

Der Mal­te­ser Fahr­dienst für Ober­fran­ken mit Sitz in Alten­kunst­adt ver­zeich­net eine immer stär­ke­re Nach­fra­ge. Um dem gestie­ge­nen Bedarf gerecht wer­den zu kön­nen, wird drin­gend neu­es Fahr­per­so­nal gesucht. „Klar, wir legen wir bei der Aus­wahl unse­rer Fah­re­rin­nen und Fah­rer im Hin­blick auf die beson­de­ren Anfor­de­run­gen der Tätig­keit hohe Maß­stä­be an. Ande­rer­seits bekom­men die Bewer­ber im Gegen­zug eine umfas­sen­de Aus- und Wei­ter­bil­dung sowie einen Ers­te-Hil­fe-Kurs und arbeits­me­di­zi­ni­sche Betreu­ung“, sagt Dienste­lei­ter Klaus Schnapp.

Als Fah­rer eig­net sich jeder zwi­schen 18 und 70, der gut und ger­ne Auto fährt und mit Men­schen zu tun hat, kei­ne Ein­trä­ge im poli­zei­li­chen Füh­rungs­zeug­nis hat und in einem tol­len Team arbei­ten will. Die Arbeits­zei­ten sind in der Regel mor­gens, wenn die Kin­der in die Ein­rich­tun­gen gebracht wer­den müs­sen – und dann wie­der am Nach­mit­tag zur Abholung.

Wer also auf die Mal­te­ser abfährt und künf­tig in ihrem Namen abfah­ren will, bewirbt sich bit­te bei Mal­te­ser Hilfs­dienst gGmbH, Fahr­dienst Ober­fran­ken, Gewer­be­ge­biet 8, 96264 Alten­kunst­adt bezie­hungs­wei­se per E‑Mail an fahrdienst.oberfranken@malteser.org

Auf­räum- und Bergungsarbeiten

Mal­te­ser aus Ober­fran­ken im Fluteinsatz

Für die Auf­räum- und Ber­gungs­ar­bei­ten in den von der Hoch­was­ser­ka­ta­stro­phe betrof­fe­nen Gebie­ten in Nord­rhein-West­fa­len und Rhein­land-Pfalz leis­ten jetzt auch Mal­te­ser aus Ober­fran­ken wert­vol­le Unterstützung.

Inner­halb von drei Stun­den waren Ein­hei­ten aus Bam­berg, Kulm­bach und Wai­schen­feld heu­te Vor­mit­tag abmarsch­be­reit und mach­ten sich auf den Weg zur all­ge­mei­nen Sam­mel­stel­le der Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen nach Hös­bach bei Aschaffenburg.

Kon­kret sind für den Hilfs­ein­satz die Schnel­len Ein­greif­trup­pen (SEG) Betreu­ung aus Bam­berg, Tech­nik und Sicher­heit aus Kulm­bach sowie Trans­port und Behand­lung aus Wai­schen­feld vor­ge­se­hen. Den Teams gehö­ren ins­ge­samt 24 Mal­te­ser aus dem Erz­bis­tum Bam­berg an. Die SEG Betreu­ung ist in ers­ter Linie dafür zustän­dig, vor­über­ge­hend obdach­los gewor­de­ne Men­schen mit Nah­rungs­mit­teln und sau­be­rem Trink­was­ser zu ver­sor­gen. Zudem stellt sie Betrof­fe­nen Auf­ent­halts­mög­lich­kei­ten und Not­un­ter­künf­te zur Ver­fü­gung. Die SEG Tech­nik und Sicher­heit ist unter ande­rem mit Gene­ra­to­ren und Aggre­ga­ten unter­wegs, um die Strom­ver­sor­gung für die Ein­hei­ten im Kri­sen­ge­biet zu sichern. Beson­ders stolz ist Fabi­an Pecht, Trupp­füh­rer für die SEG Betreu­ung und Refe­rent für Not­fall­vor­sor­ge in der Mal­te­ser Diö­ze­san­ge­schäfts­stel­le Bam­berg, dass die Mobi­li­sie­rung inner­halb von nur weni­gen Stun­den rei­bungs- und kom­pli­ka­ti­ons­los geklappt hat: „Um 7.01 Uhr haben wir heu­te die Alar­mie­rung bekom­men, um kurz vor 10.30 Uhr waren wir ein­satz­be­reit. Wir konn­ten ohne Pro­ble­me alle Ein­hei­ten mit Per­so­nal beset­zen. Das ist schon eine star­ke Leistung!“

Bereit für den Ein­satz: Trupp­lei­ter Flo­ri­an Pecht (2.v.l.) mit dem Team der SEG Betreuung

Mit im Ein­satz ist auch das Ehe­paar Josef und Bir­git Albrecht aus Bam­berg. Sie sind in der SEG Betreu­ung ein­ge­setzt und seit Jahr­zehn­ten kri­sen­er­probt. „Wir waren schon beim Hoch­was­ser in Deg­gen­dorf direkt an der Front und haben vie­le Men­schen pro­fes­sio­nell betreut“, sag­te Josef Albrecht kurz vor dem Start nach Hös­bach. Er ist froh, dass er als Ehren­amt­li­cher für den jet­zi­gen Flut­ein­satz von sei­nem Arbeit­ge­ber sofort grü­nes Licht bekom­men hat. Wie auch sei­ne Frau Bir­git. „Es ist jedes Mal eine Her­aus­for­de­rung, aber dafür sind wir ja da. Men­schen zu hel­fen, ist nun mal Teil unse­res Lebens“, betont sie.

Umfra­ge der Handwerkskammer 

Ober­frän­ki­sches Hand­werk atmet auf

Nach der Locke­rung der Coro­na-Maß­nah­men set­zen sich die Erho­lungs­ten­den­zen in der Hand­werks­kon­junk­tur fort und die ober­frän­ki­schen Betrie­be beur­tei­len ihre Geschäfts­la­ge wie­der deut­lich posi­ti­ver als noch vor drei Monaten.

„Es ist erfreu­lich, dass unse­re Mit­glie­der an die kon­junk­tu­rel­le Früh­jah­res­be­le­bung anknüp­fen kön­nen und eine deut­li­che Ver­bes­se­rung ihrer Geschäfts­la­ge im Ver­gleich zum Vor­jahr ver­mel­den“, sagt der Prä­si­dent der Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken, Mat­thi­as Graß­mann. So berich­ten in der aktu­el­len Kon­junk­tur­um­fra­ge über die Hälf­te der befrag­ten Betrie­be von einer guten Geschäfts­la­ge, wei­te­re 35 Pro­zent wei­sen zumin­dest eine befrie­di­gen­de Lage auf. „Damit bewe­gen wir uns kon­junk­tu­rell zwar nicht auf Vor­kri­sen­ni­veau, machen aber einen gro­ßen Schritt nach vor­ne“, so der Prä­si­dent weiter.

Im zwei­ten Quar­tal klet­tert der Geschäfts­kli­ma­in­dex von 111 auf 114 Punk­te. Einen stär­ke­ren Anstieg ver­hin­dert der noch zöger­lich opti­mis­ti­sche Blick in die Zukunft. „Trotz der guten Geschäfts­la­ge sind die Erwar­tun­gen der Betrie­be für die kom­men­den Mona­te noch vor­sich­tig“, erklärt der Haupt­ge­schäfts­füh­rer der HWK, Rein­hard Bau­er. „Die Sor­ge vor erneu­ten Beschrän­kun­gen auf­grund der Pan­de­mie ist nicht ver­flo­gen.“ Zwar wür­den 12,5 Pro­zent der Hand­wer­ke­rin­nen und Hand­wer­ker mit einer Ver­bes­se­rung der Kon­junk­tur rech­nen, ein eben­so gro­ßer Anteil befürch­tet aller­dings rück­läu­fi­ge Zah­len. „Aber“, so Bau­er wei­ter, „die wich­tigs­ten Indi­ka­to­ren zei­gen nach oben. Ins­be­son­de­re bei Umsät­zen und Auf­trags­ein­gän­gen konn­ten die Betrie­be deut­lich zule­gen.“ Erfreu­lich sei außer­dem, dass sich die gute Ein­schät­zung der Lage dies­mal über die gan­ze Brei­te des ober­frän­ki­schen Hand­werks erstre­cke und sich nicht auf das Bau­haupt- und Aus­bau­ge­wer­be beschrän­ke. Der Haupt­ge­schäfts­füh­rer: „Zwar blei­ben die­se Gewer­ke wei­ter­hin das Zug­pferd der Hand­werks­kon­junk­tur, der Auf­schwung kommt aber die­ses Quar­tal in allen Hand­werks­zwei­gen an.“


Preis­stei­ge­run­gen und Materialengpässe

Trotz der guten Zah­len aus der aktu­el­len Umfra­ge warnt HWK-Prä­si­dent Graß­mann, der selbst als Unter­neh­mer in der Grup­pe der Bau- und Aus­bau­ge­wer­be tätig ist, vor vor­ei­li­ger Eupho­rie. Denn nicht nur erneu­te Coro­na-Beschrän­kun­gen, son­dern auch die aktu­el­le Situa­ti­on auf den Roh­stoff­märk­ten kön­ne zur erns­ten Kon­junk­tur­brem­se wer­den. „Die aktu­ell vor­han­de­ne Mate­ri­al­knapp­heit zieht sich durch alle Berei­che – von Holz über Metall bis zu Kunst­stoff­pro­duk­ten. Die beschränk­ten Res­sour­cen füh­ren einer­seits zu extre­men Preis­er­hö­hun­gen, aber vor allem auch zu enor­men Ver­zö­ge­run­gen. Hält die­ser Trend an, kann er zu einer ech­ten Brem­se wer­den, obwohl die Auf­trags­bü­cher, vor allem im Bau und Aus­bau, gut gefüllt sind.“ Die Ergeb­nis­se der Kon­junk­tur­um­fra­ge bestä­ti­gen die Ein­schät­zung des Prä­si­den­ten: 80 Pro­zent der Befrag­ten kla­gen über gestie­ge­ne Prei­se im Ein­kauf. Graß­mann: „Die Poli­tik muss all ihre ver­füg­ba­ren Hebel in Bewe­gung set­zen, um die­ser kom­ple­xen Ent­wick­lung auf den Roh­stoff­märk­ten zu begegnen.“


Ein­schät­zung aus ein­zel­nen Handwerkszweigen

▪ Die Kon­junk­tur der Bau- und Aus­bau­hand­wer­ke ließ sich auch im II. Quar­tal nicht brem­sen. Die Geschäfts­la­ge in die­sen Gewer­ken ist wei­ter­hin her­vor­ra­gend (92 % bezie­hungs­wei­se 96,5% gut/​befriedigend). Mate­ri­al­eng­päs­se könn­ten aller­dings zum Kon­junk­tur­dämp­fer werden.

▪ Zulie­fe­rer und Betrie­be des gewerb­li­chen Bedarfs haben auf­grund stei­gen­der Auf­trä­ge in der Indus­trie ihre wirt­schaft­li­che Situa­ti­on deut­lich ver­bes­sern kön­nen. Über 80 % sind mit der Geschäfts­la­ge zufrieden.

▪ Die Locke­run­gen der Coro­na-Beschrän­kun­gen haben dem Kfz-Hand­werk wie­der etwas Auf­trieb ver­schafft. Mit 43,5 % ist der Anteil der Betrie­be, die gestie­ge­ne Umsät­ze im II. Quar­tal ver­mel­de­ten, in die­ser Grup­pe am größten.

▪ Auch bei den Nah­rungs­mit­tel­hand­wer­ken hat sich die Geschäfts­la­ge wei­ter etwas ver­bes­sert. Aller­dings klagt ein Vier­tel immer noch über gesun­ke­ne Umsät­ze ver­gli­chen zum Vor­quar­tal. Die Erwar­tun­gen für das kom­men­de Quar­tal sind aber über­wie­gend posi­tiv: 88 % rech­nen mit einer guten oder befrie­di­gen­den Geschäftsentwicklung.

▪ Deut­lich erholt hat sich die Kon­junk­tur in den Gesund­heits­hand­wer­ken. 88 % bewer­ten die Geschäfts­la­ge als gut oder befriedigend.

▪ Im Ver­gleich zum Jah­res­be­ginn hat sich die Lage der Fri­seu­re und Kos­me­ti­ker auf­grund der Öff­nun­gen wie­der ent­schärft. Die Umsatz­aus­fäl­le sind aber nicht rück­gän­gig zu machen. Dem­entspre­chend zeigt sich die Geschäfts­ent­wick­lung ähn­lich wie im Vor­jahr. Immer­hin wei­sen fast zwei Drit­tel eine zumin­dest befrie­di­gen­de Geschäfts­la­ge auf (62,5 %)

Her­aus­for­de­run­gen für die kom­men­de Bundesregierung

IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth: Coro­na-Pan­de­mie zeigt Lücken auf

„Die Coro­na-Pan­de­mie hat die Schwä­chen des Stand­or­tes Deutsch­land in aller Deut­lich­keit auf­ge­zeigt”, so Son­ja Weig­and, Prä­si­den­tin der IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth, anläss­lich des IHK-Unter­neh­mens­ba­ro­me­ters zur Bun­des­tags­wahl. Sie appel­liert an die Poli­tik, den Stand­ort Deutsch­land wett­be­werbs­fä­hi­ger zu gestal­ten und die Ver­wal­tung in ein zeit­ge­mä­ßes, digi­ta­les Zeit­al­ter zu führen.

530 IHK-Mit­glieds­un­ter­neh­men waren auf­ge­for­dert, die Qua­li­tät des Stand­or­tes nach Schul­no­ten zu bewer­ten. „Eltern wären mit einem sol­chen Zeug­nis ihrer Zög­lin­ge wohl wenig glück­lich”, macht Gabrie­le Hohen­ner deut­lich, Haupt­ge­schäfts­füh­re­rin der IHK für Ober­fran­ken Bayreuth.

Büro­kra­tie in Deutsch­land: “man­gel­haft”

Beson­ders nega­tiv fiel die Bewer­tung des Stand­ort­fak­tors “Büro­kra­tie” aus, einer­seits durch die Viel­zahl und Kom­ple­xi­tät von Regeln, ande­rer­seits wegen der Dau­er von Pla­nungs- und Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren. „Die ver­gan­ge­nen Mona­te haben gezeigt, dass es hier drin­gen­den Hand­lungs­be­darf gibt. Der Reform­stau in der öffent­li­chen Ver­wal­tung bremst die Wirt­schaft immer stär­ker aus”, so Weig­and. Über ein “man­gel­haft” (Note 4,7) kam der Stand­ort Deutsch­land bei der Büro­kra­tie nicht hin­aus. 88 Pro­zent der befrag­ten ober­frän­ki­schen Unter­neh­men for­dern des­halb, dass die nächs­te Bun­des­re­gie­rung die staat­li­chen Struk­tu­ren ver­schlankt, digi­ta­li­siert und beschleu­nigt. Weig­and: „Vie­le Unter­neh­men sehen die aus ihrer Sicht zu trä­ge und zu kom­pli­zier­te Büro­kra­tie als sehr kritisch.”


“Stand­ort D” unter Druck

Eine wei­te­re Leh­re aus der Pan­de­mie ist, dass der welt­wei­te Han­del wider­stands­fä­hi­ger und der Pro­duk­ti­ons­stand­ort Deutsch­land wie­der attrak­ti­ver wer­den müs­sen, was 57 Pro­zent der Unter­neh­men fordern.

Dies zeigt sich auch an der Beur­tei­lung wei­te­rer wich­ti­ger Stand­ort­fak­to­ren. Auf­fal­lend nega­tiv wur­den dabei die Ener­gie­prei­se (Note 4,7) und die Unter­neh­mens­be­steue­rung (Note 4,1) bewer­tet, zwei ent­schei­den­de Fak­to­ren für die Wett­be­werbs­fä­hig­keit des Stand­or­tes Deutschland.

Aber auch bei der Digi­ta­li­sie­rung (3,9), beim Fach­kräf­te­an­ge­bot (3,8), der Höhe der Arbeits­kos­ten (3,6) und der Grün­der­freund­lich­keit (3,4) fiel die Beur­tei­lung eher zurück­hal­tend aus. Recht posi­tiv dage­gen die Bewer­tun­gen von Ver­kehrs­in­fra­struk­tur (Note 2,8), Finan­zie­rungs­be­din­gun­gen sowie For­schung und Inno­va­ti­on (jeweils 2,7).


Leh­ren aus der Pandemie

Klar wird aber auch, dass Wirt­schaft und Gesell­schaft die Chan­cen und Poten­tia­le der Digi­ta­li­sie­rung noch viel stär­ker nut­zen müs­sen (54 Pro­zent Zustim­mung). Hier sehen sich auch die Unter­neh­me­rin­nen und Unter­neh­mer selbst in der Pflicht. Kon­se­quen­zen aus der Pan­de­mie zie­hen die ober­frän­ki­schen Unter­neh­men vor allem bei der Stär­kung der digi­ta­len Kom­pe­ten­zen der Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter, bei der Eta­blie­rung vir­tu­el­ler Bespre­chun­gen und Dienst­rei­sen (jeweils 90 Pro­zent Zustim­mung) sowie der Aus­wei­tung des mobi­len Arbei­tens (83 Pro­zent). „Die ober­frän­ki­schen Unter­neh­men haben aus der Kri­se gelernt, ihre Leh­ren gezo­gen und die Wei­chen für die Zukunft gestellt”, so Hohenner.


Neue Bun­des­re­gie­rung muss Wei­chen stellen

„Nun ist der Staat in der Ver­ant­wor­tung und in der Pflicht, nach­zu­zie­hen. Auch wenn uns die Coro­na-Pan­de­mie Schwä­chen auf­ge­zeigt hat, eröff­net sie uns gleich­wohl Chan­cen, die­se in Stär­ken umzu­wan­deln und so gestärkt aus die­ser Pan­de­mie her­aus­zu­ge­hen”, so Weig­and. „Aus mei­ner Sicht ist das die Haupt­auf­ga­be der kom­men­den Regie­rung und Vor­aus­set­zung, wenn wir in der Welt­spit­ze blei­ben wollen.”

Gemein­sam mit allen ande­ren baye­ri­schen IHKs wur­den kon­kre­te Vor­schlä­ge aus­ge­ar­bei­tet, was die kom­men­de Bun­des­re­gie­rung vor­ran­gig ange­hen muss, um die­se Zie­le zu errei­chen. Alle Infor­ma­tio­nen zu den Ergeb­nis­sen des Unter­neh­mens­ba­ro­me­ters und den IHK-Posi­tio­nen zur Wahl sind zu fin­den unter http://ihkofr.de/positionen2021

Modell­pro­jekt BOGY: Wis­sen und Hori­zont erweitert

HWK für Ober­fran­ken setzt Modell­pro­jekt zur Berufs­ori­en­tie­rung an Gym­na­si­en um

Unter dem Titel „BOGY“ sucht das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Bil­dung und For­schung (BMBF) nach inno­va­ti­ven Ansät­zen, um die Zusam­men­ar­beit mit Gym­na­si­en im bereits vor­han­de­nen Berufs­ori­en­tie­rungs­pro­gramm (BOP) aus­zu­bau­en. Ein mög­li­ches Kon­zept tes­te­ten die Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken und das Gym­na­si­um WWG in Bayreuth.

24 Schü­le­rin­nen und Schü­ler der Klas­se 9b des WWG befass­ten sich in meh­re­ren Etap­pen mit dem Hand­werk und sei­nen Per­spek­ti­ven und bau­ten als Abschluss in Werk­statt­ta­gen ihre eige­ne Soundbox.

„Vor dem Hin­ter­grund des stei­gen­den Fach­kräf­te­be­darfs auf der einen Sei­te und der stei­gen­den Anzahl von Jugend­li­chen, die ein Gym­na­si­um besu­chen, auf der ande­ren, möch­ten wir den ange­hen­den Abitu­ri­en­ten und Abitu­ri­en­tin­nen im Rah­men einer gut gemach­ten Berufs­ori­en­tie­rung die Mög­lich­keit geben, auch das Hand­werk ken­nen­zu­ler­nen“, beschreibt HWK-Geschäfts­füh­rer Rai­ner Beck die Moti­va­ti­on der Kam­mer, an die­sem Modell­pro­jekt teil­zu­neh­men. Ziel sei, den jun­gen Män­nern und Frau­en ein authen­ti­sches Bild vor allem der Viel­falt und der Moder­ni­tät des Hand­werks und der guten Kar­rie­re­per­spek­ti­ven zu vermitteln.

„Die­se Zie­le haben wir erreicht“, sagt Uwe Han­ne­mann, der mit sei­nem Team Berufs­ori­en­tie­rung das Pro­jekt sei­tens der HWK ent­wi­ckel­te und lei­te­te. Die Jugend­li­chen hät­ten dank der indi­vi­du­el­len Stand­ort­be­stim­mung und der Poten­zi­al­ana­ly­se zum einen eine fun­dier­te Betrach­tung ihrer Kom­pe­ten­zen und Fähig­kei­ten bekom­men. Zum ande­ren pra­xis­na­he Ein­bli­cke in unter­schied­li­che Tätig­keits­fel­der des Hand­werks, die spä­ter die Berufs­ori­en­tie­rung erleich­tern sol­len. „Das ist bei den Schü­le­rin­nen und Schü­lern sehr gut ange­kom­men“, so das Fazit von Han­ne­mann. „Vor allem, dass sie im prak­ti­schen Teil ihre Eig­nun­gen und Fähig­kei­ten selbst aus­tes­ten und unter Beweis stel­len konn­ten, indem sie unter fach­li­cher Anlei­tung ihre eige­ne, per­sön­lich gestal­te­te Sound­box herstellten.“

Das Modell­pro­jekt BOGY an der Hand­werks­kam­mer erstreck­te sich Coro­na-bedingt in meh­re­ren Etap­pen über ins­ge­samt drei Mona­te, in denen sich die ange­hen­den Abitu­ri­en­tin­nen und Abitu­ri­en­ten erst mit sich und ihren Fähig­kei­ten und dann mit dem Hand­werk und der Pra­xis beschäf­ti­gen. „Am Ende haben die Jugend­li­chen zu einem Zeit­punkt, an dem eine mög­li­che Berufs­ori­en­tie­rung erst­mals näher rückt, eine fun­dier­te Ana­ly­se ihrer Poten­zia­le. Und par­al­lel dazu Wis­sen über das Hand­werk erlangt, über die vie­len Tätig­keits­fel­der und tech­no­lo­gi­schen Her­aus­for­de­run­gen aber auch über die Arbeits­or­ga­ni­sa­ti­on, wie zum Bei­spiel unter­schied­li­che Gewer­ke mit­ein­an­der koope­rie­ren.“ Den Abschluss von BOGY an der Hand­werks­kam­mer bil­de­ten eine Feed­back­run­de und eine Dis­kus­si­on mit jun­gen Aus­zu­bil­den­den und einer jun­gen Hand­werks­meis­te­rin in lei­ten­der Funktion.


Mit viel Enga­ge­ment dabei

HWK-Geschäfts­füh­rer Rai­ner Beck zog für die Hand­werks­kam­mer ein posi­ti­ves Fazit des Modell­pro­jekts BOGY. „Die Form der Anspra­che war sehr gut, die Gym­na­si­as­ten haben viel Inter­es­se gezeigt und waren tat­säch­lich mit gro­ßem Enga­ge­ment dabei.“ Auch Abitu­ri­en­tin­nen und Abitu­ri­en­ten müss­ten vom Hand­werk als Fach­kräf­te der Zukunft ange­spro­chen wer­den. Gesche­he dies, gebe es gute Chan­cen auch die Absol­vie­ren­den von Gym­na­si­en für das Hand­werk zu gewin­nen. Der Geschäfts­füh­rer freu­te sich auch über einen Zusatz­nut­zen, den BOGY bewirkt hat: „Wir konn­ten in die­sem Pro­jekt auch ein­mal alt­her­ge­brach­te Vor­ur­tei­le gegen­über dem Hand­werk aus dem Weg räu­men und die Moder­ni­tät und Indi­vi­dua­li­tät des Hand­werks aufzeigen.“

Für Bar­ba­ra Oltar­jow, Ver­tre­te­rin der Schul­lei­tung des WWG, war es eben­so erfreu­lich, wie ihre Schü­le­rin­nen und Schü­ler in die­sem Pro­jekt auf­ge­tre­ten sind. „Ins­be­son­de­re die Wis­sens- und Hori­zont­er­wei­te­rung bewer­te ich als etwas sehr Positives.“


BOGY

BOGY steht für Beruf­li­che Ori­en­tie­rung an all­ge­mein­bil­den­den Gym­na­si­en und lehnt sich an das Berufs­ori­en­tie­rungs­pro­gramm (BOP) des Bun­des an, das seit Jah­ren für Schü­le­rin­nen und Schü­ler, die einen Schul­ab­schluss an Förder‑, Haupt‑, Real- und Gesamt­schu­len anstre­ben, durch­ge­führt wird. Details dazu sind auch zu fin­den unter https://www.berufsorientierungsprogramm.de/

Ins­ge­samt 17.145 Anträ­ge aus Ober­fran­ken bewilligt

Rund 334,8 Mil­lio­nen Euro an Coro­na-Hil­fen ausbezahlt

Rund 334,8 Mil­lio­nen Euro an Coro­na-Hil­fen wur­den seit Juli 2020 an ober­frän­ki­sche Unter­neh­men aus­be­zahlt, wie die IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth mel­det. Bis­her wur­den 17.145 Anträ­ge bewil­ligt. Vor allem pro­fi­tier­ten die Unter­neh­men der Regi­on von der Über­brü­ckungs­hil­fe III.

Die­se Sum­me von 334.8 Mil­lio­nen umfasst die Zah­lun­gen aus den Hilfs­pro­gram­men Über­brü­ckungs­hil­fe I bis III, die November‑, Dezem­ber- sowie die Neu­start­hil­fe. Die IHK Mün­chen und Ober­bay­ern ist im Auf­trag der Baye­ri­schen Staats­re­gie­rung für die Abwick­lung der Wirt­schafts­hil­fen zustän­dig. Bay­ern­weit wur­den seit Juli 2020 rund 250.000 Anträ­ge bewil­ligt und 6,2 Mil­li­ar­den Euro an Coro­na-Wirt­schafts­hil­fen aus­be­zahlt. Hin­zu kom­men noch 2,2 Mil­li­ar­den Euro aus der Sofort­hil­fe, mit der die Unter­neh­men zu Beginn der Pan­de­mie unter­stützt wurden.

„Die­ser Betrag zeigt, wie weit­rei­chend die Fol­gen der Pan­de­mie waren”, so Son­ja Weig­and, IHK-Prä­si­den­tin der IHK für Ober­fran­ken Bayreuth.

Fast die Hälf­te der Mit­tel kamen dabei dem Gast­ge­wer­be zugu­te, also Hotels und Restau­rants, aber auch Bars, Dis­ko­the­ken und Cate­ring-Unter­neh­men. Es fol­gen der Groß- und Ein­zel­han­del sowie der Bereich “Kunst, Unter­hal­tung und Erholung”.

Wei­ter­hin Hil­fen für ein­zel­ne Bran­chen benötigt

„Auch wenn die Coro­na-Hil­fen nur einen Teil der durch die Pan­de­mie ver­ur­sach­ten Kos­ten und Ver­lus­te abde­cken konn­ten, waren sie für vie­le Unter­neh­men über­le­bens­not­wen­dig”, so Weig­and. Zu erheb­li­chen Ver­zö­ge­run­gen kam es zum Pro­gramm­start, als die not­wen­di­gen Antrags- und Bear­bei­tungs­platt­for­men des beauf­trag­ten IT-Dienst­leis­ters der Bun­des­re­gie­rung nicht zur Ver­fü­gung stan­den und anfangs des­halb kei­ne Coro­na-Hil­fen aus­be­zahlt wer­den konnten.

„Zwar konn­ten inzwi­schen die meis­ten Unter­neh­men wie­der vom Kri­sen­mo­dus in den Zukunfts­mo­dus umschal­ten, vie­le Bran­chen sind aber wei­ter­hin erheb­lich von Ein­schrän­kun­gen und Schlie­ßun­gen betrof­fen”, so IHK-Haupt­ge­schäfts­füh­re­rin Gabrie­le Hohen­ner. Die Ver­tre­te­rin­nen der IHK begrü­ßen des­halb aus­drück­lich die Ver­län­ge­rung der Über­brü­ckungs­hil­fe III plus und der Neu­start­hil­fe bis zum 30. Sep­tem­ber. Weig­and: „Hier ist nun der Bund gefor­dert, die erfor­der­li­chen Antrags- und Bear­bei­tungs­platt­for­men zeit­nah zur Ver­fü­gung zu stel­len, damit die Coro­na-Mit­tel schnellst­mög­lich an die betref­fen­den Unter­neh­men aus­be­zahlt wer­den können.”

Ins­ge­samt flos­sen 334,8 Mil­lio­nen Euro nach Oberfranken

Ins­ge­samt flos­sen 334,8 Mil­lio­nen Euro an die ober­frän­ki­schen Unter­neh­men. 14,1 Mil­lio­nen Euro ent­fie­len auf die Über­brü­ckungs­hil­fe I (bis Novem­ber 2020), 21,9 Mil­lio­nen Euro auf die Über­brü­ckungs­hil­fe II (bis März 2021), 136,3 Mil­lio­nen Euro auf die Über­brü­ckungs­hil­fe III (seit Novem­ber 2020), 70,4 Mil­lio­nen Euro auf die Novem­ber­hil­fe, 78,9 Mil­lio­nen Euro auf die Dezem­ber­hil­fe und 13,1 Mil­lio­nen Euro auf die Neu­start­hil­fe (seit Janu­ar 2021).

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zur Über­brü­ckungs­hil­fe III Plus und Neu­start­hil­fe auch unter http://ihkofr.de/coronahilfen

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