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Oberfranken - Page 11

HWK für Ober­fran­ken ver­ei­digt Chris­toph Kra­mer aus Forchheim 

Neu­er Sach­ver­stän­di­ger für das Holzblasinstrumentenmacherhandwerk

Die Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken bestellt und ver­ei­digt Sach­ver­stän­di­ge aus ver­schie­de­nen Gewer­ken, um pri­va­ten Auf­trag­ge­bern, aber auch Gerich­ten und Behör­den Fach­ex­per­ten zur Ver­fü­gung zu stel­len, deren per­sön­li­che Inte­gri­tät, Fach­wis­sen und Unpar­tei­lich­keit gewähr­leis­tet ist. Nun wur­de mit Chris­toph Kra­mer aus Forch­heim ein neu­er Sach­ver­stän­di­ger für das Holz­blas­in­stru­men­ten­ma­cher­hand­werk vereidigt.

Der 33-Jäh­ri­ge ist Meis­ter sei­nes Faches und muss­te vor der Ver­ei­di­gung eine juris­ti­sche Fort­bil­dung able­gen und in einer zusätz­li­chen Fach­prü­fung einen ech­ten Pra­xis­fall lösen und dazu ein Gut­ach­ten erstel­len. Durch die Arbeit der öffent­lich bestell­ten und ver­ei­dig­ten Sach­ver­stän­di­gen besteht die Chan­ce, Strei­tig­kei­ten zwi­schen Hand­wer­kern und Kun­den außer­ge­richt­lich und damit rela­tiv schnell und kos­ten­güns­tig zu klären.

Der Weg zum Sach­ver­stän­di­gen ist nicht ein­fach. Bewer­ber für das Amt wer­den inten­siv über­prüft, im Hin­blick auf ihre Berufs- und Lebens­er­fah­rung, auf ihre per­sön­li­che Eig­nung und natür­lich hin­sicht­lich ihrer beson­de­ren Sach­kun­de. Die­se Beur­tei­lung über­nahm im Auf­trag der Hand­werks­kam­mer die Innung für Musik­in­stru­men­ten­bau Nordbayern.


Strei­tig­kei­ten außer­ge­richt­lich beilegen

Öffent­lich bestell­te und ver­ei­dig­te Sach­ver­stän­di­ge im Holz­blas­in­stru­men­ten­ma­cher­hand­werk sind rar. Mit Chris­toph Kra­mer gibt es nun deutsch­land­weit gera­de ein­mal eine Hand­voll Sach­ver­stän­di­ge in die­sem Hand­werk. Zusam­men mit Haupt­ab­tei­lungs­lei­ter Tho­mas Rudrof aus der Rechts­ab­tei­lung der Kam­mer und HWK-Geschäfts­füh­rer Rai­ner Beck nahm Prä­si­dent Mat­thi­as Graß­mann die Ver­ei­di­gung vor und wünsch­te Chris­toph Kra­mer bei sei­ner neu­en Tätig­keit viel Glück, Kraft und Erfolg.

Die­se Ver­ei­di­gung gilt als öffent­li­che Bestel­lung im Sin­ne der Zivil- und Straf­pro­zess­ord­nung. Der Sach­ver­stän­di­ge ist bei sei­ner Arbeit nur sei­nem Gewis­sen unter­wor­fen und ist in die­ser Funk­ti­on kein Inter­es­sen­ver­tre­ter des Hand­werks. Gemäß der Sach­ver­stän­di­gen­ord­nung unter­steht jedoch jeder von der Hand­werks­kam­mer bestell­te Sach­ver­stän­di­ge auch der Auf­sicht der Hand­werks­kam­mer. Daher wünscht sich Prä­si­dent Mat­thi­as Graß­mann auch eine enge und ver­trau­ens­vol­le Zusam­men­ar­beit. „Wir sind immer ger­ne bereit, Ihnen mit Rat und Tat zur Sei­te zu ste­hen“, so Graßmann.

Ein­ge­schal­tet wer­den die rund 90 Sach­ver­stän­di­gen in Ober­fran­ken in aller Regel bei Strei­tig­kei­ten oder Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten zwi­schen Hand­wer­kern und Kun­den über eine erbrach­te Leis­tung. In vie­len Fäl­len ist schon nach der Ein­schät­zung durch einen Sach­ver­stän­di­gen klar, wie ein Streit aus­ge­hen wird. Auf­wän­di­ge Gerichts­pro­zes­se kön­nen so ver­mie­den werden.

Funk­ti­ons­fä­hig­keit des Wirtschaftsverkehrs

HWK for­dert: Das Hand­werk muss im Ver­kehrs­ent­wick­lungs­plan 2030 stär­ker berück­sich­tigt werden

Der Prä­si­dent der Hand­werk­sam­mer für Ober­fran­ken, Mat­thi­as Graß­mann, begrüßt, dass die Stadt Bam­berg ihren Bür­ge­rin­nen und Bür­gern aktu­ell die Mög­lich­keit bie­tet, sich online in die Pla­nun­gen zur Ver­kehrs­ent­wick­lung aktiv ein­zu­brin­gen. „Die Belan­ge des Hand­werks wer­den im aktu­el­len Ent­wurf des VEP 2030 aller­dings unzu­rei­chend berück­sich­tigt“, warnt Graß­mann. Beson­ders im Bereich des Wirt­schafts­ver­kehrs bestün­de noch Handlungsbedarf.

Mat­thi­as Graß­mann: „Unse­re Mit­glieds­be­trie­be sind, beson­ders in der Bam­ber­ger Innen­stadt, auf gute Erreich­bar­kei­ten ange­wie­sen. Hand­wer­ke­rin­nen und Hand­wer­ker müs­sen in der Lage sein, in Kun­den- oder Bau­stel­len­nä­he par­ken oder hal­ten zu kön­nen.“ Graß­mann betont, dass das Hand­werk die Leit­zie­le des VEP 2030 unter­stützt, aber die Maß­nah­men zur Errei­chung die­ser Zie­le dürf­ten nicht aus­schließ­lich zu Las­ten der Wirt­schaft gehen. Sinn­voll sei bei­spiels­wei­se das im Plan vor­ge­schla­ge­ne City-Logis­tik-Kon­zept, wel­ches die Abstim­mung von Lie­fer­zei­ten und die Eta­blie­rung von Micro-Hubs vor­se­he. „Der ver­mehr­te Ein­satz von Las­ten­rä­dern“, so der Prä­si­dent wei­ter „ist für das Hand­werk aller­dings wenig ziel­füh­rend. Das bleibt im Hand­werk eine abso­lu­te Nische. Wir sind auf eige­ne Fahr­zeu­ge ange­wie­sen und müs­sen damit alle unse­re Kun­den errei­chen können.“

In der Gesamt­be­trach­tung wer­de der Maß­nah­men­plan der Bedeu­tung des Hand­werks nicht gerecht und gefähr­de die Funk­ti­ons­fä­hig­keit des Wirt­schafts­ver­kehrs in Bam­berg. Feh­len­de Stell­plät­ze beim Kun­den und der zuneh­men­de orga­ni­sa­to­ri­sche Auf­wand bei der Anfahrt zur Bau­stel­le sind die größ­ten ver­kehrs­po­li­ti­schen Belas­tun­gen der Betrie­be. „Und der aktu­el­le Ent­wurf des VEP zielt lei­der dar­auf ab, die­se Belas­tun­gen sogar noch zu erhö­hen.“ Daher for­dert Graß­mann, dass das Hand­werk min­des­tens als Son­der­nut­zer berück­sich­tigt wer­den müs­se. „Wenn’s beim Kun­den brennt, muss auch das Par­ken und Hal­ten orts­nah mög­lich sein. Die Nähe und der direk­te Kon­takt zum Kun­den sind das A und O im Handwerk.“

„Inves­ti­ti­on in die Zukunft“

Bam­berg: 274 erfolg­rei­che Prüf­lin­ge der IHK-Berufsausbildung

Lob und höchs­ten Respekt zollt IHK-Prä­si­den­tin Son­ja Weig­and den erfolg­rei­chen Absol­ven­tin­nen und Absol­ven­ten der IHK-Aus­bil­dungs­ab­schluss­prü­fun­gen. Sie muss­ten nicht nur ein gesam­tes Aus­bil­dungs­jahr, son­dern auch ihre Abschluss­prü­fung unter erschwer­ten Coro­na-Bedin­gun­gen absolvieren.

„Die Her­aus­for­de­run­gen der Pan­de­mie haben Sie erfolg­reich gemeis­tert. Sie haben nicht nur Ihr Fach­wis­sen unter Beweis gestellt, son­dern zugleich viel Enga­ge­ment, Durch­hal­te­ver­mö­gen und Moti­va­ti­on. Herz­li­chen Glück­wunsch zu die­ser Leis­tung. Wir sind stolz auf Sie!“ Im Prüf­be­zirk Bam­berg haben vier­zehn Prüf­lin­ge mit Best­no­te abgeschlossen.

Son­ja Weig­and, die auch Vor­sit­zen­de des IHK-Gre­mi­ums Bam­berg ist, appel­liert an die Absol­ven­tin­nen und Absol­ven­ten, die Zukunft mit Opti­mis­mus anzu­ge­hen. „Aktu­ell erle­ben wir alle eine her­aus­for­dern­de Zeit – Sie als Aus­zu­bil­den­de, aber auch wir als Unter­neh­me­rin­nen und Unter­neh­mer. Aber wir wären nicht Unter­neh­mer, wenn wir die Zukunft nicht mit Zuver­sicht und Opti­mis­mus ange­hen wür­den. Gera­de jetzt brau­chen wir enga­gier­te Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter, um die Her­aus­for­de­run­gen zu bewäl­ti­gen. Ein erfolg­rei­cher Aus­bil­dungs­ab­schluss ist für die erfolg­rei­che beruf­li­che Zukunft eine her­vor­ra­gen­de Aus­gangs­po­si­ti­on. Alle Türen ste­hen Ihnen offen, egal ob Sie im erlern­ten Beruf blei­ben, eine Wei­ter­bil­dung absol­vie­ren oder ein Stu­di­um anstre­ben. Es liegt an Ihnen, den für Sie rich­ti­gen Weg zu fin­den“, so die IHK-Präsidentin. 


14 Prü­fungs­bes­te im Raum Bamberg

Im Rah­men der Win­ter­prü­fung haben im Prüf­be­zirk des IHK-Gre­mi­ums Bam­berg ins­ge­samt 274 Prüf­lin­ge ihre Abschluss­prü­fung erfolg­reich abge­legt. 148 erfolg­rei­che Abschlüs­se gab es bei den kauf­män­ni­schen Beru­fen, 126 bei den gewerb­lich-tech­ni­schen. Im IHK-Gre­mi­um Bam­berg erziel­ten 14 Absol­ven­tin­nen und Absol­ven­ten die Traum­no­te Eins.


Logis­ti­sche Herausforderung

„Die logis­ti­sche Orga­ni­sa­ti­on der Prü­fun­gen war auf­grund der pan­de­mie­be­ding­ten Ein­schrän­kun­gen erneut sehr her­aus­for­dernd“, so Bernd Reh­orz, Lei­ter der Beruf­li­chen Bil­dung bei der IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth. „Ohne die Fle­xi­bi­li­tät und das Enga­ge­ment der ehren­amt­li­chen Prü­fe­rin­nen und Prü­fer wären die Prü­fun­gen in die­ser Form nicht zu bewäl­ti­gen gewe­sen.“ Da die Prü­fun­gen in Bezug auf den Zeit­punkt und die Auf­ga­ben bun­des­weit ein­heit­lich sind, fan­den allei­ne am Prü­fungs­tag 25. Novem­ber 2020 Prü­fun­gen an rund 60 ver­schie­de­nen Stand­or­ten in ganz Ober­fran­ken statt, um die vor­ge­ge­be­nen Abstands­re­geln ein­hal­ten zu können.


Wir sagen Ja zur Ausbildung

Mit Blick auf die aktu­ell nega­ti­ve Ent­wick­lung der Aus­bil­dungs­zah­len weist IHK-Prä­si­den­tin Weig­and auf die hohe Bedeu­tung der Aus­bil­dung für die regio­na­len Unter­neh­men hin. „Coro­nabe­dingt gab es 2020 einen dra­ma­ti­schen Ein­bruch bei den Aus­bil­dungs­zah­len. Die­ser Trend setzt sich lei­der auch in die­sem Jahr fort. Wenn wir die­se Ent­wick­lung nicht recht­zei­tig auf­hal­ten, droht eine Fach­kräf­te­lü­cke, die für unse­re Unter­neh­men zu einem exis­ten­zi­el­len Pro­blem wer­den kann“, so Weig­and. Die Siche­rung qua­li­fi­zier­ter Nach­wuchs­kräf­te müs­se des­halb jetzt im Vor­der­grund ste­hen. Um der Ent­wick­lung gegen­zu­steu­ern hat die IHK die Kam­pa­gne „Wir sagen Ja zur Aus­bil­dung“ gestar­tet. „Wir bün­deln mit die­ser Akti­on alle Akti­vi­tä­ten rund um die Aus­bil­dung und set­zen auch in der Öffent­lich­keit ein star­kes Zei­chen für beruf­li­che Bil­dung. Aus­bil­dung ist eine Inves­ti­ti­on in die Zukunft – für Jugend­li­che, Unter­neh­men und die gesam­te Wirt­schafts­re­gi­on“, so IHK-Prä­si­den­tin Son­ja Weigand.

Roh­stoff­prei­se gefähr­den Handwerkskonjunktur

Das ober­frän­ki­sche Hand­werk for­dert Maß­nah­men, um Ver­wer­fun­gen auf dem Markt für Bau­ma­te­ria­li­en entgegenzuwirken

Feh­len­de Mate­ria­li­en und hohe Roh­stoff­prei­se belas­ten der­zeit vie­le Hand­werks­be­trie­be in Ober­fran­ken. Trotz guter Auf­trags­la­ge gera­ten bei Bau- und Aus­bau­be­trie­ben Bau­maß­nah­men ins Sto­cken. Der Prä­si­dent der Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken, warnt des­halb vor mög­li­chen Fol­gen für die Handwerkskonjunktur.

„Wenn sich an die­ser Situa­ti­on nichts ändert, steht die kon­junk­tu­rel­le Erho­lung im Hand­werk auf dem Spiel. Gera­de vor dem Hin­ter­grund der Coro­na-Pan­de­mie, in der alle wirt­schaft­li­chen Kräf­te für eine Wie­der­be­le­bung und den Neu­start gebraucht wer­den, müs­sen zusätz­li­che Belas­tun­gen aus dem Weg geräumt wer­den“, äußert Prä­si­dent Mat­thi­as Graß­mann. Die Poli­tik sei daher auf­ge­for­dert, alle ihr zur Ver­fü­gung ste­hen­den Instru­men­te ein­zu­set­zen, um den Ver­wer­fun­gen auf dem Markt für Bau­ma­te­ria­li­en ent­ge­gen­zu­wir­ken und die­se in den Griff zu bekommen.

Ins­be­son­de­re die öffent­li­chen Auf­trag­ge­ber hät­ten hier eine Vor­bild­funk­ti­on, so Graß­mann. Des­halb sei es gut, dass die Baye­ri­sche Staats­re­gie­rung bereits eine For­de­rung des Hand­werks auf­ge­grif­fen hat und nun für eini­ge Mate­ria­li­en bei öffent­li­chen Auf­trä­gen zeit­lich begrenzt ver­trag­li­che Stoff­preis­gleit­klau­seln vor­sieht. Graß­mann for­dert wei­ter: „Zudem darf ein Hand­werks­be­trieb, der wegen der aktu­el­len Pro­ble­me den Ver­trag nicht recht­zei­tig erfül­len kann, nicht mit Ver­trags­stra­fen über­zo­gen werden.“

Vor allem die Bau- und Aus­bau­hand­wer­ker haben sich wäh­rend der Pan­de­mie als wesent­li­che Kon­junk­tur­stüt­ze erwie­sen. „Es ist gera­de­zu wider­sin­nig, dass Hand­werks­be­trie­be bei gefüll­ten Auf­trags­bü­chern nun plötz­lich Kurz­ar­beit in Betracht zie­hen müs­sen, weil wich­ti­ge Mate­ria­li­en feh­len oder die Prei­se durch die Decke schie­ßen“, so der HWK-Prä­si­dent. Es sei daher rich­tig, dass Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ter Peter Alt­mai­er die Initia­ti­ve ergrif­fen und die aku­ten Preis- und Beschaf­fungs­pro­ble­me von Roh­stof­fen und Vor­pro­duk­ten zur Chef­sa­che erklärt hat. Wich­tig sei aber auch, dass das The­ma auf EU-Ebe­ne geho­ben wer­de, da die aktu­el­len Preis- und Beschaf­fungs­pro­ble­me kein rein deut­sches Pro­blem sei.

IHK warnt vor dro­hen­der Fachkräftelücke

IHK star­tet Kam­pa­gne „Wir sagen Ja zur Ausbildung“

Mit einer Kam­pa­gne „Wir sagen Ja zur Aus­bil­dung“ rückt die IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth die Beruf­li­che Bil­dung noch stär­ker in den Fokus.

„Unser Ziel ist es, mög­lichst vie­le jun­ge Men­schen für eine beruf­li­che Aus­bil­dung zu gewin­nen. Hoher Pra­xis­be­zug, gute Wei­ter­bil­dungs­mög­lich­kei­ten und Auf­stiegs­chan­cen – die Vor­tei­le einer Aus­bil­dung spre­chen für sich. Wir möch­ten den Schul­ab­ge­hen­den ver­mit­teln, dass eine beruf­li­che Aus­bil­dung ein her­vor­ra­gen­des Fun­da­ment für ihren wei­te­ren Berufs­weg ist“, erklärt Gabrie­le Hohen­ner, Haupt­ge­schäfts­füh­re­rin der IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth. Beruf­li­che Bil­dung sei das Mit­tel der Wahl um die dro­hen­de Fach­kräf­te­lü­cke abzu­fe­dern. „Die Fach­kräf­te von mor­gen müs­sen heu­te aus­ge­bil­det wer­den. Des­halb sind wir jetzt gemein­sam gefor­dert, die Vor­tei­le einer Berufs­aus­bil­dung in einer star­ken Kam­pa­gne deut­lich zu machen“, so Hohenner.

„Noch nie war die beruf­li­che Aus­bil­dung so wich­tig wie jetzt“, erläu­tert Bernd Reh­orz, Lei­ter Beruf­li­che Bil­dung bei der IHK, mit Blick auf die aktu­el­len Aus­bil­dungs­zah­len. 2020 ver­zeich­ne­te die IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth einen Rück­gang von fast 20 Pro­zent bei den neu ein­ge­tra­ge­nen Aus­bil­dungs­ver­hält­nis­sen. „Dies ist vor allem auf die Aus­wir­kun­gen der Coro­na-Pan­de­mie zurück­zu­füh­ren. Die demo­gra­fi­sche Ent­wick­lung, die wir in Ober­fran­ken schon seit eini­gen Jah­ren spü­ren ver­schärft die Situa­ti­on zusätz­lich“, so Rehorz. 


Inves­ti­ti­on in die Zukunft

„Wird der Rück­gang der Aus­bil­dungs­zah­len nicht gestoppt, droht unse­ren Unter­neh­men ein enor­mer Fach­kräf­te­man­gel“, so Reh­orz. Hin­zu kom­men die mög­li­chen lang­fris­ti­gen Aus­wir­kun­gen der Pan­de­mie, die heu­te noch nicht abschätz­bar sind. „Qua­li­fi­zier­te Fach­kräf­te sind der Schlüs­sel für Wett­be­werbs- und Zukunfts­fä­hig­keit unse­rer Unter­neh­men. Wir müs­sen jetzt in Aus­bil­dung inves­tie­ren, bevor die Fach­kräf­te­lü­cke zu groß wird und Unter­neh­men in die Knie zwingt“, so Reh­orz. „Aus­bil­dung ist eine Inves­ti­ti­on in die Zukunft – für Jugend­li­che, Wirt­schaft und unse­re gesam­te Region.“


Ziel­grup­pen­af­fi­ne Ansprache

Die IHK rückt daher die Beruf­li­che Bil­dung noch stär­ker als bis­her in den Fokus ihrer Kom­mu­ni­ka­ti­on. „Wir sagen Ja zur Aus­bil­dung“ ist das Mot­to, mit dem die IHK künf­tig alle Aktio­nen rund um die Beruf­li­che Bil­dung bün­deln und daher auch in der Öffent­lich­keit ver­stärkt auf­tre­ten wird. Neben PR-Aktio­nen und For­ma­ten in Funk und TV setzt die Kam­pa­gne einen star­ken Fokus auf Social Media Kanä­le für eine ziel­grup­pen­ge­rech­te Anspra­che der Jugend­li­chen. Dabei setzt die IHK vor allem auf Tes­ti­mo­ni­als von Aus­zu­bil­den­den selbst, die Gleich­alt­ri­gen über ihre Erfah­run­gen berich­ten sol­len. Zudem wer­den digi­ta­le Aktio­nen rund um die Berufs­ori­en­tie­rung statt­fin­den. Den Start­schuss hier­für gibt der Online-Bera­tungs­tag am 26. Mai 2021.

Zen­tra­ler Infor­ma­ti­ons­punkt für Jugend­li­che, Unter­neh­men, Eltern, Leh­rer und gene­rell Aus­bil­dungs­in­ter­es­sier­te ist die IHK-Web­site, wo eine Fül­le von Infor­ma­tio­nen, Tipps, wei­ter­füh­ren­den Links zum The­ma zu fin­den sind. Unter https://www.bayreuth.ihk.de/ausbildung wer­den alle Infor­ma­tio­nen, News, Ange­bo­te und aktu­el­le Ver­an­stal­tun­gen der IHK zur Aus­bil­dung unter dem Mot­to „Wir sagen Ja zur Aus­bil­dung“ gebün­delt und lau­fend aktualisiert.

„Wir möch­ten infor­mie­ren, bera­ten, über­zeu­gen und gleich­zei­tig wach­rüt­teln. Die dro­hen­de Fach­kräf­te­lü­cke kann sehr schnell zum Pro­blem für Unter­neh­men wer­den. Des­halb müs­sen wir jetzt pro­ak­tiv sein, um die Lücke mög­lichst gut abzu­fe­dern“, so Reh­orz. Mit der Rake­te habe die IHK des­halb auch ein Kam­pa­gnen­mo­tiv gewählt, das die Bri­sanz der Situa­ti­on ver­deut­li­chen soll. „Beim The­ma Aus­bil­dung müs­sen wir jetzt gemein­sam durchstarten.“

Wich­ti­ges Zei­chen für die Zukunft

Ober­fran­ken sagt Ja zum Imagepakt

Schul­ter­schluss, Auf­bruchs­stim­mung und 100 Pro­zent Zustim­mung: Alle ober­frän­ki­schen Land­rä­te, Ober­bür­ger­meis­ter sowie die Spit­zen der ober­frän­ki­schen Uni­ver­si­tä­ten, Hoch­schu­len und Wirt­schafts­kam­mern haben mit der Ent­wick­lungs­agen­tur Ober­fran­ken Offen­siv e.V. den Image­pakt geschlos­sen. Gemein­sam machen sie sich damit auf den Weg, das Image von Ober­fran­ken inner­halb der Regi­on und auch außer­halb zu stärken. 

Ober­fran­ken soll noch posi­ti­ver wahr­ge­nom­men wer­den. Künf­tig will die Regi­on gezielt jun­ge Men­schen und Fami­li­en für ein Leben in Ober­fran­ken begeis­tern und lang­fris­tig gewin­nen. Dafür wird Ober­fran­ken sein Pro­fil schär­fen, mit einer Image­kam­pa­gne gezielt außer­halb wer­ben und das Bewusst­sein der Men­schen inner­halb Ober­fran­kens für ihre Regi­on stär­ken. Auf die­sen gemein­sa­men Weg haben sich die ober­frän­ki­schen Ent­schei­dungs­trä­ger aus Kom­mu­nal­po­li­tik, Wirt­schaft, Wis­sen­schaft und Ver­wal­tung geei­nigt. Gemein­sam schlos­sen sie ein­stim­mig den Image­pakt, der von der Ent­wick­lungs­agen­tur Ober­fran­ken Offen­siv e.V. ange­sto­ßen wurde.


Das Image von Ober­fran­ken gemein­sam stärken

Für das Errei­chen die­ser Zie­le ist der Zusam­men­halt über Bran­chen, Land­kreis- und Stadt­gren­zen hin­weg von gro­ßer Bedeu­tung. Staats­mi­nis­te­rin Mela­nie Huml MdL, lang­jäh­ri­ge Vor­sit­zen­de von Ober­fran­ken Offen­siv e.V., lobt die Ent­schlos­sen­heit aller Betei­lig­ten und betont die Rele­vanz für die Zukunft der Regi­on. „Der Image­pakt ist enorm wich­tig für Ober­fran­ken. Es ist uns gelun­gen, dass auch wirk­lich alle mit­ma­chen. Das heißt: Land­rä­te, Ober­bür­ger­meis­te­rin und Ober­bür­ger­meis­ter, Prä­si­den­tin und Prä­si­den­ten der Wirt­schafts­kam­mern, die Prä­si­den­tin und Prä­si­den­ten der Uni­ver­si­tä­ten und Hoch­schu­len – alle machen sich gemein­sam auf den Weg, um das Image von Ober­fran­ken nach innen und außen zu stär­ken. Das ist unser Ziel, denn #esgehtnur­ge­mein­sam.“

Die Vor­sit­zen­de von Ober­fran­ken Offen­siv e.V., Regie­rungs­prä­si­den­tin Heid­run Piwer­netz, erklärt den Hin­ter­grund des Image­pak­tes. „Der Image­pro­zess hat uns auf eine ganz inten­si­ve Art wie­der zusam­men­ge­bracht und noch stär­ker ver­netzt. Die­sen Schwung wol­len wir nun für die Umset­zung kon­kre­ter Maß­nah­men nut­zen. Wir wol­len die Ziel­grup­pe der 20- bis 45-Jäh­ri­gen errei­chen. Wir wol­len die eige­nen, jun­gen Leu­te bei uns hal­ten und zusätz­lich jun­ge Men­schen aus den Bal­lungs­räu­men Mün­chen und Nürn­berg sowie aus Sach­sen und Thü­rin­gen gewinnen.“


Image­pakt auf Basis wis­sen­schaft­li­cher Analyse

Der Image­pakt ist Teil des Image­pro­zes­ses, den Ober­fran­ken Offen­siv e.V. im Pro­jekt „Image­pakt und Image­kam­pa­gne Ober­fran­ken“ im Rah­men des Pro­gramms zur Stär­kung regio­na­ler Iden­ti­tä­ten des Baye­ri­schen Staats­mi­nis­te­ri­ums der Finan­zen und für Hei­mat beglei­tet. Wis­sen­schaft­li­che Basis ist die vom Demo­gra­fie-Kom­pe­tenz­zen­trum Ober­fran­ken 2019 in Auf­trag gege­be­ne Image­ana­ly­se des Insti­tuts für Demo­sko­pie (IfD) Allens­bach. In der ers­ten Pro­jekt­pha­se defi­nier­te die Ent­wick­lungs­agen­tur durch Befra­gun­gen und digi­ta­le Work­shops mit den regio­na­len und kom­mu­na­len Akteu­ren die Ziel­grup­pe, die Ziel­re­gi­on sowie die zen­tra­len Qua­li­tä­ten Oberfrankens.


Aus­blick: Eine gemein­sa­me Image­kam­pa­gne für Oberfranken

Für den wei­te­ren gemein­sa­men Weg ent­wi­ckelt Ober­fran­ken Offen­siv e.V. in den kom­men­den Mona­ten eine Image­kam­pa­gne. Dabei setzt der Ver­ein auch auf die Unter­stüt­zung von Agen­tu­ren, auf den engen Aus­tausch mit den Regio­nal­in­itia­ti­ven und allen am Image­pakt betei­lig­ten Ent­schei­dungs­trä­gern. Die Image­kam­pa­gne soll 20- bis 45-Jäh­ri­ge, ins­be­son­de­re Fami­li­en, aber auch Aus­zu­bil­den­de, Stu­die­ren­de und Rück­keh­rer anspre­chen. Dabei wer­den die zen­tra­len Qua­li­tä­ten Fami­li­en­freund­lich­keit, Wirt­schafts- und Inno­va­ti­ons­kraft zusam­men mit wei­te­ren Fak­to­ren aus den Berei­chen attrak­ti­ves Woh­nen, Natur, Genuss, Frei­zeit­wert und Wis­sen­schafts­stand­ort kom­bi­niert. Die Ziel­re­gio­nen der Image­kam­pa­gne wer­den die Grenz­re­gio­nen Sach­sens und Thü­rin­gens zu Ober­fran­ken sowie die Metro­pol­re­gi­on Mün­chen und der Kern der Metro­pol­re­gi­on Nürn­berg sein.


Wei­ter­füh­ren­de Informationen

https://www.oberfranken.de/de/projekte/regionale-identitaet-image.php


Am Image­pakt Beteiligte 

Ober­fran­ken Offen­siv e.V.

der Bezirk Oberfranken

die Land­rä­te aller neun ober­frän­ki­schen Land­krei­se Bam­berg, Bay­reuth, Coburg, Forch­heim, Hof, Kro­nach, Kulm­bach, Lich­ten­fels und Wun­sie­del im Fichtelgebirge

die Ober­bür­ger­meis­te­rin und Ober­bür­ger­meis­ter aller vier kreis­frei­en Städ­te Bam­berg, Bay­reuth, Coburg und Hof sowie der fünf Gro­ßen Kreis­städ­te Forch­heim, Kulm­bach, Markt­red­witz, Neu­stadt bei Coburg und Selb

die Hand­werks­kam­mer für Oberfranken

die Indus­trie- und Han­dels­kam­mer für Ober­fran­ken Bayreuth

die Indus­trie- und Han­dels­kam­mer zu Coburg

die vbw Ver­ei­ni­gung der baye­ri­schen Wirt­schaft Bezirks­grup­pe Oberfranken

die Otto-Fried­rich-Uni­ver­si­tät Bamberg

die Uni­ver­si­tät Bayreuth

die Hoch­schu­le für ange­wand­te Wis­sen­schaf­ten Coburg

die Hoch­schu­le für ange­wand­te Wis­sen­schaf­ten Hof

das Baye­ri­sche Staats­mi­nis­te­ri­um der Finan­zen und für Hei­mat (als Auf­trag- bzw. Fördermittelgeber)

die Regie­rung von Oberfranken


Über das Pro­jekt „Image­pakt und Image­kam­pa­gne Oberfranken“

Im Febru­ar 2020 hat Ober­fran­ken Offen­siv e.V. den Image­pro­zess auf­ge­grif­fen, um im Rah­men des För­der­pro­gramms zur Stär­kung der regio­na­len Iden­ti­tät des Baye­ri­schen Staats­mi­nis­te­ri­ums der Finan­zen und für Hei­mat eine Image­kam­pa­gne für die Regi­on ins Leben zu rufen. Das Pro­gramm läuft bis zum 31. Dezem­ber 2022. Auf Basis der Image­ana­ly­se Ober­fran­ken des Insti­tuts für Demo­sko­pie (IfD) Allens­bach aus dem Jahr 2019 ent­wi­ckelt Ober­fran­ken Offen­siv e.V. im engen Schul­ter­schluss mit Kom­mu­nen, Wirt­schafts­kam­mern, Uni­ver­si­tä­ten, Hoch­schu­len, Ver­bän­den und ande­ren Akteu­ren („Image­pakt“) eine Image­kam­pa­gne, die Ober­fran­ken in der Innen- und Außen­wahr­neh­mung stär­ken soll. Der Image­pro­zess ist in eine kon­zep­tio­nel­le Pha­se (Stra­te­gie­pro­zess) und eine Krea­tiv- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­pha­se aufgeteilt.


Ober­fran­ken Offen­siv e.V.

Ober­fran­ken Offen­siv e.V. ist eine der mit­glie­der­stärks­ten Regio­nal­in­itia­ti­ven Deutsch­lands und Impuls­ge­ber inno­va­ti­ver Pro­jek­te. Die Stär­ken Ober­fran­kens vor dem Hin­ter­grund des demo­gra­fi­schen Wan­dels aus­zu­bau­en und so die Zukunfts­re­gi­on Ober­fran­ken mit­zu­ge­stal­ten, ist die Kern­auf­ga­be der Ent­wick­lungs­agen­tur. Der Ver­ein ver­steht sich als wich­ti­ge Klam­mer, die sich lösungs­ori­en­tiert und aktiv für die kom­mu­na­le und regio­na­le Ent­wick­lung Ober­fran­kens ein­setzt, Syn­er­gien nutzt, Kom­pe­ten­zen bün­delt und die Regi­on in ihrer posi­ti­ven Wahr­neh­mung im Innen- und Außen­ver­hält­nis erfolg­reich wei­ter­ent­wi­ckelt. Im Ver­ein enga­gie­ren sich Kom­mu­nen, Unter­neh­men, Insti­tu­tio­nen, Ver­bän­de und Privatpersonen.

Baye­ri­sches Hand­werk schreibt Brief an Minis­ter­prä­si­dent Söder 

„Bay­ern behan­delt Hand­werks­be­trie­be wei­ter­hin schlechter“

Die baye­ri­schen Hand­werks­kam­mern und Hand­werks­ver­bän­de zei­gen sich von den neu­er­li­chen Ände­run­gen der Baye­ri­schen Infek­ti­ons­schutz­maß­nah­men­ver­ord­nung und ihrer Umset­zung der Bun­des­not­brem­se in Bay­ern ent­täuscht. In einem Brief an Minis­ter­prä­si­dent Dr. Mar­kus Söder wur­de daher Kri­tik geäußert.

„Nicht nur, dass sich die Hoff­nung auf wirk­lich bun­des­ein­heit­li­che Rege­lun­gen immer noch nicht erfüllt hat“, erklärt der Prä­si­dent der Hand­werks­kam­mer (HWK) für Ober­fran­ken, Mat­thi­as Graß­mann. „Bay­ern stellt viel­mehr sei­ne Hand­werks­be­trie­be wei­ter­hin schlech­ter als die ande­ren Bun­des­län­der. Allen vor­an die Kos­me­tik­be­trie­be und Nagel­stu­di­os, die im Frei­staat – unab­hän­gig von den Inzi­den­zen – geschlos­sen sind, obwohl die Bun­des­not­brem­se dies gar nicht vor­sieht.“ Daher hat der Baye­ri­sche Hand­werks­tag (BHT), die Spit­zen­or­ga­ni­sa­ti­on der baye­ri­schen Hand­werks­kam­mern und ‑ver­bän­de, einen Brief an Minis­ter­prä­si­dent Dr. Mar­kus Söder geschrie­ben und deut­li­che Kri­tik geäußert.


For­de­rung nach Anglei­chung der baye­ri­schen Ver­ord­nung an die Bundesnotbremse

Als im Bun­des­rat die bun­des­ein­heit­li­che Not­brem­se gebil­ligt wur­de, „waren wir zuver­sicht­lich, dass nun­mehr die Zeit der 16 unter­schied­li­chen Lan­des­re­ge­lun­gen been­det ist. Gera­de das Land Bay­ern haben wir als einen gro­ßen Für­spre­cher für eine deutsch­land­weit ein­heit­li­che Rege­lung wahr­ge­nom­men“, heißt es in dem Schrei­ben, das stell­ver­tre­tend für das baye­ri­sche Hand­werk von BHT-Prä­si­dent Franz Xaver Peteran­derl und BHT-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Dr. Frank Hüpers unter­zeich­net wur­de. Lei­der sei­en die Hoff­nun­gen aber ent­täuscht wor­den und für das baye­ri­sche Hand­werk blie­ben wesent­li­che Benach­tei­li­gun­gen wei­ter­hin bestehen.

Die­se Aus­sa­ge stützt der Prä­si­dent der HWK für Ober­fran­ken. „Seit Mona­ten sind gera­de die Hand­werks­be­trie­be, die die soge­nann­ten kör­per­na­hen Dienst­leis­tun­gen erbrin­gen – also unse­re Kos­me­ti­ke­rin­nen, Nagel­stu­di­os und Fri­seu­re –, beson­ders hef­tig von den Maß­nah­men zur Bekämp­fung der Pan­de­mie betrof­fen“, sagt Graß­mann. „Und wer­den in Bay­ern jetzt aber­mals benach­tei­ligt.“ Das Infek­ti­ons­schutz­ge­setz des Bun­des und die dar­in jetzt ver­an­ker­te Not­brem­se wür­den weder die inzi­denz­un­ab­hän­gi­ge Schlie­ßung von Kos­me­ti­kern und Nagel­stu­di­os regeln, noch die wei­te­re Beschrän­kung der Qua­drat­me­ter­zahl bei Friseuren.

Daher for­dert Graß­mann gemein­sam mit dem BHT von Minis­ter­prä­si­dent Söder, die baye­ri­schen Regeln an die Bun­des­not­brem­se anzu­glei­chen und sich fer­ner für eine bal­di­ge Öff­nung der Kos­me­tik­be­trie­be und Nagel­stu­di­os einzusetzen.

Prü­fung mit Hygienekonzept

Für 2608 Azu­bis aus Ober­fran­ken begin­nen die IHK-Abschlussprüfungen

Am kom­men­den Diens­tag begin­nen für vie­le Aus­zu­bil­den­de die IHK-Abschluss­prü­fun­gen. Ins­ge­samt 2608 Aus­zu­bil­den­de legen bei der IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth ihre Prü­fun­gen in ins­ge­samt 146 Beru­fen ab. Erneut müs­sen die Aus­zu­bil­den­den ihre Prü­fun­gen unter Coro­na-Bedin­gun­gen ablegen.

Zunächst ste­hen am 4. bezie­hungs­wei­se 5. Mai für 1857 Prüf­lin­ge in 53 kauf­män­ni­schen und kauf­män­nisch ver­wand­ten Beru­fen die schrift­li­chen Abschluss­prü­fun­gen auf dem Pro­gramm. Dazu gehö­ren Einzelhandels‑, Bank- und Büro­kauf­leu­te. Ab dem 18. Mai fol­gen die Prü­fun­gen für 751 Prüf­lin­ge in 93 gewerb­lich-tech­ni­schen und gra­fi­schen Beru­fen, dar­un­ter Indus­trie­me­cha­ni­ker, Mecha­tro­ni­ker und Elektroniker.


„Ein Neu­start kann nur mit gut qua­li­fi­zier­ten Fach­kräf­ten gelingen“

Die Coro­na-Pan­de­mie stellt auch in die­sem Jahr die Prüf­lin­ge und die IHK vor Her­aus­for­de­run­gen. „Wir hat­ten gehofft, die­se Prü­fun­gen wie­der unter nor­ma­len Bedin­gun­gen durch­füh­ren zu kön­nen, doch der Gesund­heits- und Infek­ti­ons­schutz erfor­dert nach wie vor ein umfang­rei­ches Hygie­ne­kon­zept“, so Bernd Reh­orz, Bereichs­lei­ter Beruf­li­che Bil­dung bei der IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth. Auch in die­sem Jahr muss­ten daher deut­lich mehr Räum­lich­kei­ten ange­mie­tet wer­den, um die erfor­der­li­chen Min­dest­ab­stän­de sicher­stel­len zu kön­nen. Zugleich lobt er das ver­ant­wor­tungs­vol­le Ver­hal­ten der Prüf­lin­ge. „Wäh­rend der Prü­fun­gen im ver­gan­ge­nen Jahr, die bereits unter Pan­de­mie­be­din­gun­gen statt­fan­den, haben die Prüf­lin­ge die Hygie­ne­maß­nah­men vor­bild­lich umgesetzt.“

Für die Prüf­lin­ge endet mit ihrer Abschluss­prü­fung eine mehr­jäh­ri­ge beruf­li­che Aus­bil­dung, die bei erfolg­rei­chem Abschluss einen her­vor­ra­gen­den Ein­stieg in das Berufs­le­ben dar­stellt. „Die Wirt­schaft braucht Fach­kräf­te, auch für die Zeit nach der Kri­se. Ein Neu­start kann nur mit gut qua­li­fi­zier­ten Fach­kräf­ten gelin­gen – und die­se bekommt man nicht von heu­te auf mor­gen“, so Reh­orz. „Aus­bil­dung sichert Zukunft.“

Nach den schrift­li­chen Abschluss­prü­fun­gen fol­gen im Som­mer noch münd­li­che und prak­ti­sche Prü­fun­gen. Über 2000 ehren­amt­li­che Prü­fer aus ober­frän­ki­schen Unter­neh­men und zahl­rei­che Berufs­schul­leh­rer unter­stüt­zen die IHK bei den Prü­fun­gen. Die schrift­li­chen IHK-Abschluss­prü­fun­gen wer­den bun­des­weit gleich­zei­tig orga­ni­siert. Die IHKs in Ober­fran­ken ste­hen für knapp zwei Drit­tel aller Ausbildungsverhältnisse.

Mat­thi­as Graß­mann ist neu­er Prä­si­dent der HWK für Oberfranken 

„Jetzt gemein­sam nach vor­ne sehen und Her­aus­for­de­run­gen geschlos­sen angehen“

Die Voll­ver­samm­lung der Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken hat in ihrer Sit­zung am Mon­tag die Wei­chen gestellt und Dipl.-Ing. (FH) Mat­thi­as Graß­mann aus Bam­berg mit deut­li­cher Mehr­heit zum neu­en Prä­si­den­ten der Hand­werks­kam­mer gewählt. Neu­er Vize­prä­si­dent (Arbeit­ge­ber­sei­te) ist Metz­ger­meis­ter Chris­ti­an Her­pich aus Hof, neu im Vor­stand der Kam­mer ist Zim­me­rer­meis­ter Gün­ther Steng­lein aus Kulmbach.

Graß­mann griff in sei­nem kur­zen State­ment nach der Wahl das Bild auf, das Minis­te­ri­al­rat Dr. Peter Stein (Baye­ri­sches Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um) zuvor gezeich­net hat. „Damit beginnt jetzt ein neu­er Zeit­ab­schnitt, ein neu­es Kapi­tel der Hand­werks­kam­mer“, sag­te der neue Prä­si­dent. „Die­ses wird von Trans­pa­renz und Offen­heit und von einem fai­ren Mit­ein­an­der geprägt sein.“

Der neu gewähl­te Prä­si­dent appel­lier­te an sei­ne Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen, jetzt gemein­sam nach vor­ne zu sehen und die Her­aus­for­de­run­gen geschlos­sen anzu­ge­hen. „Der Anfang ist die Hälf­te des Gan­zen“, zitier­te Graß­mann Aris­to­te­les. „Jetzt kann die Hand­werks­kam­mer wie­der das Gan­ze in den Blick neh­men und die Zukunfts­the­men des Hand­werks ange­hen.“ Die­se sei­en, so Graß­mann, vor allem die Nach­wuchs­si­che­rung im Hand­werk, die Moder­ni­sie­rung der Schu­lungs­zen­tren der Hand­werks­kam­mer, das The­ma Unter­neh­mens­nach­fol­ge, die Digi­ta­li­sie­rung und Inno­va­ti­on sowie die Zusam­men­ar­beit mit den Kreis­hand­wer­ker­schaf­ten und Innun­gen in der Regi­on. „Wir haben hier schon vie­les begon­nen und sind auf gutem Wege.“ Der Prä­si­dent skiz­zier­te auch die Vor­stel­lun­gen, wie sich der nun wie­der voll­zäh­li­ge Vor­stand das künf­ti­ge Mit­ein­an­der in der Voll­ver­samm­lung und im ober­frän­ki­schen Hand­werk wün­sche. „Wir möch­ten auch in der Voll­ver­samm­lung mehr Aus­tausch, mehr Dis­kus­sio­nen, die ger­ne auch kon­tro­vers sein dür­fen – aber bit­te immer sach­lich blei­ben sollten.“

Die Her­aus­for­de­run­gen, vor der das ober­frän­ki­sche Hand­werk und auch die Hand­werks­kam­mer ste­hen, sind enorm. Dies mach­te auch Regie­rungs­prä­si­den­tin Heid­run Piwer­netz deut­lich, die als regel­mä­ßi­ger Gast auch bei der außer­or­dent­li­chen Voll­ver­samm­lung ihre Ver­bun­den­heit mit dem Hand­werk demons­trier­te. Die Coro­na-Pan­de­mie, deren wirt­schaft­li­che Fol­gen, der sich deut­lich ver­schär­fen­de Fach­kräf­te­man­gel – „wir ste­hen gemein­sam vor gro­ßen Her­aus­for­de­run­gen, die jetzt mit einer neu­en Spit­ze und neu­en Per­so­nen ange­gan­gen wer­den.“ Wich­tig sei es aber, immer ein mensch­li­ches Mit­ein­an­der und einen fai­ren Umgang zu pfle­gen. Piwer­netz dank­te in ihrem Gruß­wort dem Hand­werk, aber auch aus­drück­lich der Kam­mer und ihren haupt­amt­li­chen Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern. „Sie haben uns in der Coro­na-Pan­de­mie vor­bild­lich unterstützt.“

Minis­te­ri­al­rat Dr. Stein stell­te in sei­nem Gruß­wort zum Ende der Voll­ver­samm­lung noch gute Nach­rich­ten für die Hand­werks­kam­mer und für das ober­frän­ki­sche Hand­werk in Aus­sicht. „Die Hand­werks­kam­mer bekommt vor­aus­sicht­lich die Kos­ten, die die Test­stra­te­gie für die Bil­dungs­ein­rich­tun­gen (ver­pflich­ten­des Tes­ten der Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer an den ÜLU- und Qua­li­fi­zie­rungs­maß­nah­men) mit sich bringt, aus Mit­teln der Hand­werks­för­de­rung ersetzt“, gab er bekannt. Der Frei­staat Bay­ern wer­de zudem sei­nen Bei­trag für die Moder­ni­sie­rung der Schu­lungs­zen­tren der Hand­werks­kam­mer leis­ten, ver­sprach der Minis­te­ri­al­rat. Dr. Stein, der im Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um für die Hand­werks­kam­mer zustän­dig ist, beschei­nig­te der Kam­mer gute Arbeit. „Die Drei­heit aus Frei­staat bzw. Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um, Regie­rung von Ober­fran­ken und Hand­werks­kam­mer funk­tio­niert sehr gut, wir arbei­ten her­vor­ra­gend mit den Ver­ant­wort­li­chen zusammen.“


Deut­li­che Ergeb­nis­se für die Kandidaten

Bei der Wahl zum Prä­si­den­ten, die Minis­te­ri­al­rat Dr. Peter Stein lei­te­te, blieb Mat­thi­as Graß­mann, der vom Vor­stand für das Amt des Prä­si­den­ten vor­ge­schla­gen wur­de, der ein­zi­ge Kan­di­dat. Und auch die Vor­schlä­ge für den durch die Wahl Graß­manns frei­wer­den­den Pos­ten als Vize­prä­si­dent für die Arbeit­ge­ber­sei­te und den nicht besetz­ten Vor­stands­pos­ten wur­den sei­tens der Voll­ver­samm­lung akzep­tiert. So erreich­ten alle drei Kan­di­da­ten her­vor­ra­gen­de Ergeb­nis­se: Mat­thi­as Graß­mann wur­de mit 36 von 40 Stim­men zum Prä­si­den­ten gewählt, Chris­ti­an Her­pich mit 38 Ja-Stim­men zum Vize­prä­si­den­ten und Gün­ther Steng­lein mit 39 Stim­men in den Vor­stand gewählt. Her­pich ist zuvor von sei­nem Amt als Kreis­hand­werks­meis­ter der Kreis­hand­wer­ker­schaft Hoch­fran­ken zurück­ge­tre­ten, da die Sat­zung der HWK fest­schreibt, dass weder der Prä­si­dent noch die Vize­prä­si­den­ten die­se Funk­ti­on inne­ha­ben dür­fen. Auch das Amt des Ober­meis­ters der Flei­scher-Innung Hof-Wun­sie­del legt Her­pich nie­der. In den Rech­nungs­prü­fungs­aus­schuss rück­te Han­nes Müs­sel (Markt­red­witz) nach, des­sen Vor­sitz über­nahm Mathi­as Söll­ner aus Lich­ten­fels für Gün­ther Stenglein.

Hand­werks­kam­mern und Baye­ri­scher Hand­werks­tag kri­ti­sie­ren Testpflicht

„Miss­trau­ens­vo­tum der Politik“

Die baye­ri­schen Hand­werks­kam­mern und der Baye­ri­sche Hand­werks­tag hal­ten die Bun­des­re­ge­lung der Test­pflicht für unnö­tig. Schon heu­te wür­den zahl­rei­che Hand­werks­be­trie­be in Ober­fran­ken die Selbst­ver­pflich­tung der Wirt­schaft umset­zen und ihren Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern regel­mä­ßig Test-Ange­bo­te machen. Die Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken sieht in der Test­pflicht eine wei­te­re finan­zi­el­le und büro­kra­ti­sche Belas­tung für die Betriebe.

Die Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken kri­ti­siert die Test­pflicht für Betrie­be gemein­sam mit den ande­ren baye­ri­schen Kam­mern und dem Baye­ri­schen Hand­werks­tag (BHT) als „Miss­trau­ens­vo­tum der Bun­des­re­gie­rung gegen­über den Betrie­ben und ihren Beschäf­tig­ten“. Schon heu­te wür­den zahl­rei­che Hand­werks­be­trie­be in Ober­fran­ken die Selbst­ver­pflich­tung der Wirt­schaft umset­zen und ihren Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern regel­mä­ßig Test-Ange­bo­te machen. Zugleich gebe es bei den klei­nen und mitt­le­ren Betrie­ben des Hand­werks bereits aus­ge­klü­gel­te Hygie­ne­kon­zep­te im Kampf gegen das Virus.

Das Bun­des­ka­bi­nett hat in sei­ner Sit­zung am 13. April neben dem „Vier­ten Gesetz zum Schutz der Bevöl­ke­rung bei einer epi­de­mi­schen Lage von natio­na­ler Trag­wei­te“ auch die Ände­rung der SARS-Covid-2-Arbeit­schutz­ver­ord­nung beschlos­sen. Damit wird es für Arbeit­ge­ber die Ver­pflich­tung geben, für alle Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter, die nicht aus­schließ­lich im Home-Office arbei­ten, min­des­tens ein­mal pro Woche einen Coro­na-Test anzu­bie­ten. Beschäf­tig­ten­grup­pen mit erhöh­tem Infek­ti­ons­ri­si­ko müs­sen die Mög­lich­keit bekom­men, sich zwei­mal pro Woche zu tes­ten. „Das bedeu­tet eine wei­te­re finan­zi­el­le und büro­kra­ti­sche Belas­tung für unse­re Betrie­be“, bewer­tet der Geschäfts­füh­rer der Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken, Dr. Bernd Sau­er, die Test­pflicht. „Wir hal­ten die­se gesetz­li­che Ver­pflich­tung nicht für not­wen­dig und für nicht für sinnvoll.“


Hand­werks­kam­mer mit Selbst­tests für Mitarbeiter*innen

Der Geschäfts­füh­rer und der Vize­prä­si­dent der Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken, Mat­thi­as Graß­mann, stim­men mit ihren Kol­le­gen der ande­ren baye­ri­schen Kam­mern und des Baye­ri­schen Hand­werks­tag (BHT) auch über­ein, dass die­se gesetz­li­che Pflicht „ein Miss­trau­ens­vo­tum der Bun­des­re­gie­rung gegen­über den Betrie­ben und ihren Beschäf­tig­ten“ ist. Schon heu­te wür­den zahl­rei­che Hand­werks­be­trie­be in Ober­fran­ken die Selbst­ver­pflich­tung der Wirt­schaft umset­zen und ihren Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern regel­mä­ßig Test-Ange­bo­te machen. Zugleich gebe es bei den klei­nen und mitt­le­ren Betrie­ben des Hand­werks bereits aus­ge­klü­gel­te Hygie­ne­kon­zep­te im Kampf gegen das Virus. Der Geschäfts­füh­rer: „Schließ­lich ist es auch im Inter­es­se jedes Betriebs­in­ha­bers, dass sei­ne Fach­kräf­te und auch sei­ne Kun­den gesund bleiben.“

Dane­ben sei die Test­pflicht eine wei­te­re büro­kra­ti­sche und finan­zi­el­le Belas­tung, zumal die Kos­ten allei­ne bei den Betrie­ben hän­gen blei­ben. „Das ist das Gegen­teil des­sen, was unse­re ohne­hin schon stark belas­te­ten Betrie­be jetzt brau­chen“, betont Sau­er. „Wir emp­fin­den dies ein Stück weit auch als Ver­such, die beim Staat lie­gen­de Ver­ant­wor­tung für die Pan­de­mie­be­kämp­fung auf die Wirt­schaft zu ver­la­gern. Wir brau­chen in die­ser Situa­ti­on aller­dings nicht die­se, damit ein­her­ge­hen­de Miss­trau­ens­kul­tur, son­dern einen Schul­ter­schluss!“
Die Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken stellt ihren Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern übri­gens schon seit dem 1. April pro Woche einen Selbst­test zur Ver­fü­gung. „Damit kann jede Mit­ar­bei­te­rin und jeder Mit­ar­bei­ter, der die­sen Test für sich machen will, dies auch tun.“

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