Ausweitung des bewirtschafteten Parkraums
Neue Parkscheinautomaten ermöglichen bargeldlose Bezahlung
In den letzten beiden Januar-Wochen installieren die Stadtwerke Bamberg neue Parkscheinautomaten und erhöhen damit die Benutzerfreundlichkeit. Kundinnen und Kunden werden an diesen Automaten neben Bargeld auch mit Debit- und Kreditkarte bezahlen können. Darüber informierte die Stadt Bamberg.
Unabhängig vom Parkschein-Automaten gibt es auch die Möglichkeit Handy-Parken zu nutzen. Abgezähltes Kleingeld ist zum Parken dann nicht mehr zwingend nötig. Sobald die neuen solarbetriebenen Automaten aufgestellt sind, beginnt die Umsetzung der neuen Zonengrenzen und Gebühren. Der Stadtrat hatte im Sommer 2023 die Parkgebühren angepasst, im März 2024 dann mit großer Mehrheit Grünes Licht für die Neuordnung der Tarifzonen gegeben.
Zuvor war festgestellt worden, dass ein erhöhter Anpassungsbedarf besteht. Gerade im Kernbereich der Innenstadt konkurrieren Handwerker, Dienstleister oder Bewohnerinnen und Bewohner um nur begrenzt vorhandene Stellplätze. In der Folge wächst der Parksuchverkehr und viele Autofahrer weichen in das Umfeld der Altstadt aus, was dort ebenfalls den Parkdruck erhöht. Dieser Entwicklung tritt die Stadt Bamberg entgegen, indem sie die Parkzone 1 auf einen Radius von 600 Metern um den Maxplatz ausweitet.
Umfangreicher Beteiligungsprozess
Im Vorfeld der Entscheidung des Stadtrats hatte ein umfangreicher Beteiligungsprozess mit Wirtschaft, Einzelhandel, Handwerk und Stadtmarketing, aber auch mit den Bürgervereinen stattgefunden. Hier erhielt jede Interessensvertretung die Möglichkeit, Einwände und Vorschläge vorzubringen. Diese sind dann auch in das finale Konzept eingeflossen.
Die Zone 1 soll zudem die Standorte der innerstädtischen Parkhäuser und Tiefgaragen beinhalten und die Verkehrsteilnehmenden gerade auch in diese Einrichtungen lenken. Die angrenzende Parkgebührenzone 2 wird in einigen Bereichen, wie am Bahnhof, an der Konzerthalle und im Hain, etwas ausgeweitet, da auch dort ein hoher Parkdruck festgestellt wurde. In Zahlen bedeutet das: Die Parkzone 1 umfasst künftig 572 statt bisher 161 Parkplätze (+411), während es in der Parkzone 2 dann 465 Parkplätze statt bisher 636 (-171) gibt. Daraus ergibt sich, dass künftig 240 Parkplätze, die vorher nur durch Parkscheiben geregelt waren, nun zusätzlich gebührenpflichtig werden (insgesamt sind es 1037 Parkplätze statt zuvor 797).
Die Gebühren für die Benutzung der gebührenpflichtigen Parkflächen betragen in der ersten Parkzone 1,30 Euro je angefangenen 30 Minuten und in der zweiten Parkzone 1,00 Euro je angefangenen 30 Minuten.
Für das Smartphone-Parken addieren die Anbieter unterschiedliche Zuschläge auf die kommunale Parkgebühr, worauf die Stadt Bamberg keinen Einfluss hat. Mehr Informationen zum Parken per Smartphone gibt es hier.
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Neujahrsempfang der Stadt Bamberg
Andreas Starke mit Appell zum Zusammenhalt
Oberbürgermeister Andreas Starke appellierte beim Neujahrsempfang am Samstag an die Stadtgesellschaft, enger zusammenzurücken und die Initiative zu ergreifen, um die Schwächeren zu unterstützen und die Demokratie zu stärken. Festrednerin Dr. Jutta Allmendinger, Mitglied des Deutschen Ethikrates und Professorin an der Humboldt-Universität in Berlin, widmete sich der Gleichstellung in Deutschland. Ihre Analyse: Es ist noch ein weiter Weg für eine echte Gleichberechtigung hierzulande.
Der OB fand mit Blick auf AfD deutliche Worte: „Die Rhetorik ist schrecklich, viele Inhalte sind es auch. Sie bieten scheinbar einfache Lösungen an, schüren Wut und Angst. Sie präsentieren Feindbilder und wecken Neid und Missgunst. Autokratische Systeme in Russland und China werden verharmlost. Sie untergraben das, was unser Land seit 1945 getragen hat, nämlich Demokratie und Rechtsstaat.“
Erstmals wurde der Neujahrsempfang im Livestream auf der Homepage der Stadt Bamberg übertragen. Denjenigen in der voll besetzten Konzerthalle und vor den Bildschirmen, die gerne mit Vorsätzen in ein neues Jahr starten, gab Starke einige Anregungen mit auf den Weg: Er forderte nicht nur dazu auf, an politischen Diskussionsrunden vor Ort teilzunehmen, wählen zu gehen oder sich selbst zur Wahl zu stellen. Ihm war es auch ein Anliegen, dass sich viele an den Ehrenamtlichen ein Beispiel nehmen: „In meinen Augen sind sie die echten Alltagshelden.“ Netzwerke bilden, Zivilcourage zeigen und auf Menschen zuzugehen, waren weitere Appelle. Starke empfahl darüber hinaus, sich nur mit Hilfe von seriösen Medien zu informieren.
„Ohne Murren“ Steuern zahlen
Zuletzt mahnte er, die staatlichen Stellen, die die demokratische Grundordnung achten, zu unterstützen. Und „ohne Murren“ Steuern zu zahlen. „Nur eine Stadt, die nicht in eine prekäre Lage abrutscht, kann Sicherheit und soziale Balance garantieren, kann Schulen sanieren und Kindergartenplätze schaffen, kann Kultur finanzieren oder erforderliche Straßenreparaturen vornehmen.“
Zweiter Bürgermeister Jonas Glüsenkamp führte in den Festvortrag ein und stellte die Festrednerin Prof. Dr. h. c. Jutta Allmendinger, Ph.D., vor. Angesichts der Musizierenden auf der Bühne des Keilberth-Saals skizzierte Allmendinger das Gleichstellungs-Ideal. Untersuchungen hätten vor Augen geführt, dass paritätisch besetzte Orchester besonders harmonisch musizieren. Bei allen Verbesserungen erscheine das Ideal schwer erreichbar: Immer mehr Frauen finden sich in Führungspositionen, ihr Lebens- und Renteneinkommen ist höher geworden und immer mehr Männer bekennen sich dazu, dass sie ihre Kinder aufwachsen sehen möchten.
Entweder Kinder – oder Karriere
Frauen stünden vor der Frage, sich entweder für die Familie oder für die Karriere zu entscheiden. Wer die Karriere wähle, müsse Kinder meist ausschließen. „Diese Rahmenbedingungen führen dazu, dass die Geburtenrate weiter sinkt.“ Es benötige strukturelle Veränderungen, um diesen Trend umzukehren. Kinderbetreuung, Tätigkeiten im Haushalt und Pflege bedürften gesellschaftlicher Wertschätzung. Es müsse eine verlässliche Infrastruktur für die Kinderbetreuung geschaffen werden. Dass nur knapp die Hälfte der Männer Elternzeit in Anspruch nimmt, sei ein viel zu niedriger Wert. „Gleichstellungspolitik muss deshalb Männerpolitik sein“, forderte Allmendinger.
Dritter Bürgermeister Wolfgang Metzner warb für die Spendenprojekte: Gesammelt wurde für den Förderverein Soroptimist International Club Bamberg Kunigunde sowie für den Förderverein Zelt der Religionen.
Die Orgel spielte Dekanatskantorin Marketa Schley-Reindlova, für die weitere musikalische Umrahmung sorgten verschiedene Ensembles des E.T.A. Hoffmann Gymnasiums mit ihren Lehrkräften Natalia Solotych, Katharina Rosenberg und Johannes Klehr. Als Gebärdendolmetscherin war Alexa Dölle auf der Bühne zu erleben. Die Kinderbetreuung übernahm das Team vom Mütterzentrum Känguruh. Zur Einführung in den Festvortrag wurde ein Film über Gleichstellung in Bamberg gezeigt. Dieser Beitrag kann hier gesehen werden. Der Live-Stream, erstellt von der Bamberg Congress + Event GmbH, ist von über 100 Personen aufgerufen worden.
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Vorschläge bis 1. März möglich
Wer erhält den Kultur-Förderpreis 2025?
Die Stadt Bamberg verleiht jährlich den Kulturpreis der Stadt für besondere Leistungen auf den Gebieten der Literatur, der Musik, der bildenden Kunst, der darstellenden Kunst, der kulturellen Bildung, der jungen Kultur oder des sonstigen Kulturschaffens. Die Auszeichnung erfolgt im jährlichen Wechsel als E.T.A‑Hoffmann-Preis oder als Kultur-Förderpreis.
Nach der letztjährigen Verleihung des E.T.A.-Hoffmann-Preises an die Künstlerin Nora Gomringer, wird im Jahr 2025 der Kultur-Förderpreis vergeben. Mit ihm werden laut Satzung natürliche oder juristische Personen oder Gruppen ausgezeichnet, die durch ihre innovativen Aktivitäten das kulturelle Angebot in und für Bamberg bereichert haben, oder junge Künstlerinnen und Künstler, die eine besondere Förderung verdienen und durch ihr Leben oder ihre Arbeit mit Bamberg besonders verbunden sind. 2023 erhielt den Kultur-Förderpreis die Tänzerin und Choreografin Johanna Knefelkamp, 2021 wurde der Preis an die KUFA vergeben.
Gerne nimmt die Stadt Bamberg bis 1. März 2025 Vorschläge aus der Bürgerschaft für die Preisvergabe entgegen. Bitte schicken Sie Ihre Vorschläge mit ausführlicher Begründung an das Kulturamt der Stadt Bamberg, Rathaus Maxplatz, Maximiliansplatz 3, 96047 Bamberg oder annemarie.renz-sagstetter@stadt.bamberg.de.
Eine Eigenbewerbung ist nicht möglich. Nähere Auskünfte zum Kulturpreis der Stadt Bamberg, die Kulturpreis-Satzung und die Namen der bisherigen Preisträgerinnen und Preisträger sind hier zu finden.
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Weltweiter Aktionstag gegen Gewalt an Frauen
„One Billion Rising“ 2025 in Bamberg
„One Billion Rising“ ist ein weltweiter Aktionstag für ein Ende der Gewalt an Frauen und Mädchen sowie für weltweite Solidarität und gegen Unterdrückung und Ausbeutung. Am 14. Februar um 14.25 Uhr tanzen auch in Bamberg wieder Frauen, Jugendliche und solidarische Männer auf dem Maxplatz für ein selbstbestimmtes und gewaltfreies Leben von Frauen und Mädchen überall auf der Erde.
Die Zahlen sind immer wieder aufrüttelnd und erschreckend: Jede dritte Frau wird im Laufe ihres Lebens vergewaltigt oder geschlagen, und dies meist in ihrem nahen Umfeld, oft in der Partnerschaft oder Familie. Jede dritte Frau. Das sind bei einer Weltbevölkerung von derzeit über sieben Milliarden Menschen, von der etwa die Hälfte Frauen sind, über eine Milliarde Frauen, auf Englisch „one billion“.
Am Valentinstag 2012 wurde die Kampagne „One Billion Rising“ von Eve Enssler ins Leben gerufen und am 14. Februar 2013 fand „One Billion Rising“ zum ersten Mal weltweit statt. In diesem Rahmen erheben sich mindestens ebenso viele Frauen, Mädchen und auch unterstützende Männer, in vielen Ländern der Erde, um ein Zeichen zu setzen gegen diese Gewalt. Ihre gemeinsamen Ziele sind, ein Bewusstsein zu schaffen für die schmerzvolle Realität vieler Frauen und Mädchen, ein weltweites Netz der Solidarität zu knüpfen und Veränderungen der jetzigen Zustände zu bewirken.
Die Tänzerinnen und Tänzer drücken gleichzeitig ihren Protest aus und bringen ihre Kraft, Energie und Lebendigkeit zum Ausdruck. Alle Interessierten sind eingeladen, am 14. Februar 2025 um 14.25 Uhr auf dem Maxplatz mitzutanzen.
„One Billion Rising“ Bamberg wird unterstützt von den Gleichstellungsstellen der Stadt, des Landkreises und der Uni Bamberg, dem Känguruh e.V. und dem Christopher Street Day Bamberg e.V.
Im Vorfeld der Aktion „One Billion Rising“ in Bamberg werden Übungstermine für den Tanz kostenfrei angeboten:
- 23. Januar 2025, 19 Uhr, Distel, Kunigundenruhstraße 8
- 26. Januar 2025, 14 Uhr, Blaue Frieda – Zentrum für interkulturelle Begegnung, Schützenstraße 2a
- 28. Januar 2025, 19 Uhr, Balthasar, Balthasargässchen 1
- 1. Februar 2025, 14.30 Uhr, Body & Soul, Kronacher Straße 61
- 3. Februar 2025, 15.30 Uhr, Kufa, Ohmstraße 3
- 12. Februar 2025, 18 Uhr, Jugendzentrum Bamberg, Margaretendamm 12a
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Beamtenanwärterin absolvierte Praktikum in Partnerstadt
„Villach verleiht Flügel“
Anna Adam, eine Studentin des nichttechnischen Verwaltungsdienstes der Stadt Bamberg, absolvierte im vergangenen Herbst ein dreimonatiges Praktikum in Bambergs Partnerstadt Villach. Die Zeit in Österreich war für die 22-jährige Beamtin eine großartige Bereicherung, sowohl privat als auch beruflich.
Nach der Vermittlung der Partnerschaftsbeauftragten beider Städte, Brigitte Riegelbauer in Bamberg und Sabrina Gertschnig in Villach, konnte das Auslands-Abenteuer starten: Anna Adam begann ihren dreimonatigen Dienst in der Kämmerei im Sachgebiet Steuern. „Durch mein Mitwirken beim Erlass einer Verwaltungsanordnung konnte ich die Verfahrensschritte beider Städte gut vergleichen und muss sagen, dass die Verwaltungsabläufe sich sehr ähneln.“ Die flexible Gleitzeitregelung der Stadt Villach machte es der jungen Beamtenanwärterin aber auch möglich, Land und Leute kennenzulernen.
So schwärmte sie von den atemberaubenden Ausblicken von der Gerlitzen, dem Pyramidenkogel oder der Villacher Alpenstraße sowie von Ausflügen nach Italien und Slowenien. „Ein Paraglider-Flug über die Stadt und die Umgebung war ein absolutes Highlight“, so die Auslandspraktikantin. Eine Herausforderung galt es aber bereits im Vorfeld ihres Österreich-Aufenthalts zu meistern: Eine zeitlich befristete Unterkunft in der Ferienregion Villach zu finden, war gar nicht so einfach. Aber letztendlich stand fest: Diese vielseitigen Erfahrungen und Erlebnisse haben die Anna Adam sowohl persönlich als auch beruflich gestärkt: „Die Organisation und Durchführung des Praktikums waren sehr förderlich für meine Selbstständigkeit und eine bereichernde Erfahrung.“
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Élysée-Vertrag und Städtepartnerschaft
Deutsch-französischer Abend am 21. Januar in der VHS
Zur Erinnerung an die Unterzeichnung des Élysée-Vertrages und als Auftaktveranstaltung zur Feier des 55-jährigen Partnerschaftsjubiläums zwischen Rodez und Bamberg findet am Dienstag, 21. Januar 2025, um 18.30 Uhr ein deutsch-französischer Abend statt. Dies teilen die Stadt Bamberg und die VHS Bamberg-Stadt mit.
Bürgerinnen und Bürger sind herzlich zum Mitfeiern in den Großen Saal der Volkshochschule im Alten E‑Werk eingeladen. Die Beiträge aus Rodez werden digital in die Volkshochschule übertragen. So kann getrennt, aber dennoch gemeinsam gefeiert werden.
Nach der Begrüßung durch Oberbürgermeister Andreas Starke und seinen französischen Kollegen, Bürgermeister Christian Teyssèdre, sprechen Tobias Hauk, Leiter des Bamberger Robert-Bosch-Werks, und Stephane Lecha, Leiter des Robert-Bosch-Werks in Rodez. Schülerinnen und Schüler des Lycée Foch und des Dientzenhofer Gymnasiums führen danach einen digitalen deutsch-französischen Dialog. Bernd Stangenberg, berichtet über seine Erinnerungen an den ersten Schüleraustausch 1974, an dem er selbst teilgenommen hat. Moderiert wird der Abend, der vom deutsch-französischen Bürgerfonds gefördert wird, von Markus Appel von Radio Bamberg.
Musikalisch umrahmt wird das Programm von Martin Erzfeld (Musikschule Bamberg) und Nicolas Dru (Musikschule Rodez) sowie dem Männerchor „Männersache“. Schülerinnen und Schüler des Collège St. Joseph Rodez lassen die Europahymne erklingen. Die Schammelsdorfer Garde sorgt außerdem für eine Tanzeinlage. Nach dem Programm gibt es beim „Come together“ deutsch-französische Spezialitäten und Zeit zum persönlichen Austausch. Um Anmeldung für diesen deutsch-französischen Abend bittet die Stadt Bamberg unter der E‑Mail-Adresse brigitte.riegelbauer@stadt.bamberg.de.
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Nächster Smart Talk am Donnerstag
Was unterscheidet smarte Städte von smarten Regionen?
Mit den Smart Talks arbeiten Smart City Bamberg und die VHS Bamberg Stadt regelmäßig daran, komplexe Themen zu digitalen Fragestellungen von verschiedenen Seiten zu beleuchten und für Interessierte verständlich darzustellen. Am kommenden Donnerstag, dem 16. Januar, diskutieren vier Expertinnen und Experten aus dem Smart City Förderprogramm darüber, worin sich die Zukunftsvisionen ihrer Städte und Regionen gerade in Hinblick auf Digitalisierung unterscheiden und worin Gemeinsamkeiten liegen.
Obwohl Stadt und Land beide vom technischen Fortschritt profitieren können, stehen sie doch vor unterschiedlichen Bedingungen und Herausforderungen. Hinzu kommt, dass Städte und die umgebenden Regionen meist eng zusammenhängen und gegenseitige Wechselwirkungen zwischen ihnen bestehen. Wie kann man diesen Herausforderungen also mit digitalen Mitteln entgegentreten? Und wie kann man die dort lebenden Menschen in die Entwicklung der Lösungen einbinden?
Diese und viele weitere Fragen werden im Smart Talk beantwortet. Der Smart Talk findet am 16. Januar 2025 ab 18.15 Uhr online via Zoom statt, ganz ohne Anmeldung oder Download.
Als Gäste stehen dieses Mal vier Expertinnen und Experten auf dem virtuellen Podium. Lena Schandra ist Leiterin des Projekts SmartesLand im Ilzer Land und kennt sich mit den Herausforderungen smarter Projekte in ländlichen Regionalverbänden aus. Sascha Götz ist Programmleiter von Smart City Bamberg. Er zeigt, wie eine Stadt wie Bamberg durch smarte Technologien zukunftsfähig gestaltet werden kann. Sandra Pfaff ist Netzwerkmanagerin der Smarten Region Würzburg, wo Stadt und Landkreis in einem gemeinsamen Ansatz gedacht und digital ausgestattet werden. Zu guter Letzt steht Jan Abt vom Deutschen Institut für Urbanistik in Berlin bereit, um mit seiner Expertise in der Stadt- und Regionalentwicklung eine übergreifenden Forschungsperspektive zu geben.
Die Smart Talks sind ein Kooperationsprojekt von Smart City Bamberg und der VHS Bamberg Stadt. Jedes Semester finden diese Podiumsdiskussionen statt, die komplexe Themen rund um Digitalisierung mit verschiedenen Expertinnen und Experten besprechen und herunter brechen, um sie für Alle verständlich zu machen. Alle Interessierten sind zu diesem Format herzlich eingeladen! Eine vorherige Anmeldung ist nicht nötig.
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Nach der Machbarkeitsstudie
Welche Zukunft hat das Kesselhaus?
Die Stadt Bamberg und ihr Kulturamt haben eine Machbarkeitsstudie anfertigen lassen, die die Möglichkeiten der Ertüchtigung des Gesamtgebäudes Kesselhaus als Kunst- und Kulturhaus mit angegliederter Gastronomie untersucht. Jede der festgestellten Umbauvarianten hätte allerdings hohe Kosten für die klammen Kassen der Stadt. Andererseits hat der Förderverein „Kunstraum JETZT“ Vorschläge zur Finanzierung eines Betreiberkonzepts.
Seit 2011 bespielen der Kunstverein Bamberg, der Berufsverband Bildender Künstlerinnen und Künstler Oberfranken, der Architekturtreff Bamberg und der Förderverein „Kunstraum JETZT“ das Kesselhaus als Ausstellungsort für zeitgenössische Kunst. Etwa 55.000 Besucher:innen haben seitdem dort 71 Ausstellungen und Veranstaltungen besucht.
2022 ließen die Stadt und das Kulturamt von einem Berliner Architekturbüro eine Machbarkeitsstudie über die zukünftige Nutzung des Kesselhauses für kulturelle und gastronomische Zwecke anfertigen. Diese fiel positiv aus und nennt drei Varianten einer möglichen künftigen Nutzung als Ausstellungsort. Alle drei Varianten sehen dabei einen Umbau des Gebäudes und eine Erweiterung der Ausstellungsfläche beziehungsweise des Betriebs vor. So soll vor allem die derzeit brachliegende Scheddach-Halle mit ihren markanten Zacken nutzbar gemacht, zudem Gastronomie untergebracht und der Leinritt verkehrsberuhigt werden. Sollte der Umbau gemäß der ersten Variante erfolgen, würde neben der Ertüchtigung der Scheddach-Halle auch die energetische Situation des Gebäudes erneuert und ein Bistro in einem Nebenraum eröffnet werden. Die Kosten, die die Studie für diesen Eingriff vorsieht, würden sich auf etwa 6,8 Millionen Euro belaufen.
Bei Variante 2 würden unter anderem eine Artothek, Räume für Kunstvermittlung, eine Gastronomie an der Längsseite des Gebäudes zum Leinritt und der Regnitz sowie eine Öffnung zum Wasser mit einer Terrassenanlage entstehen. Kosten hier: etwa 8,2 Millionen.Variante 3 wäre mit etwa 9,8 Millionen Euro die teuerste. Bei ihr würde zusätzlich ein neues Stockwerk entstehen mit Dachterrasse, einer Espressobar und neuen Veranstaltungsräumen.
Zwar ist die Stadt als Auftraggeber an der Studie beteiligt. Ob allerdings auch nur eine der drei Möglichkeiten umgesetzt werden kann, ist angesichts der kargen Bamberger Finanzlage und eines nicht allzu sehr an freier Kultur interessierten Finanzreferenten fraglich. Hinzu kommt, dass die zwischen Stadt und „Kunstraum JETZT“ geschlossene Nutzungsvereinbarung für das Haus im Jahr 2026 ausläuft.
Um bis dahin voranzukommen, hatte das Kulturamt 2024 zumindest schon einmal Gelder in Höhe von 220.000 Euro aus dem Haushalt für ein Vergabeverfahren für den Umbau des Hauses beantragt. Weil die Summe jedoch nicht berücksichtigt wurde, forderte das Kulturamt sie dieses Jahr wieder an – erneut ohne Erfolg, wie der erst im November vorgestellte Entwurf des Haushalts für 2025 zeigt.
Ein bisschen Hoffnung macht jedoch, dass in diesem Haushaltsentwurf wenigstens ein im letzten Haushaltsjahr ungenutzter Posten über 10.000 Euro zur Finanzierung eines „Workshop Kesselhaus“ wieder Platz gefunden hat. „Bei diesem Workshop“, sagt Christiane Toewe, Vorsitzende von „Kunstraum JETZT“ und selbst Künstlerin, „ließe sich mit Fachleuten und Vertretern der Stadt zum Beispiel über ein Betriebskonzept für das Haus diskutieren.“ Außerdem bietet sich geneigten Stadtratsmitgliedern im Dezember, wenn das Gremium über den Haushaltsentwurf abstimmt, eine weitere Möglichkeit, Vorschläge in das städtische Budget einzubringen.
Wir haben mit Christiane Toewe über den derzeitigen Stand der Zukunft des Kesselhauses gesprochen.
Frau Toewe, gab es einen auslösenden Grund, aus dem die Stadt und das Kulturamt 2022 die Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben haben?
Christiane Toewe: Wir als Verein wünschen uns, dass sich die Stadt zur zeitgenössischen Bildenden Kunst bekennt. Bamberg ist natürlich ein sehr geschichtsträchtiger Ort, aber wir leben im Hier und Jetzt und Jetzt-Strömungen der Kunst müssen präsentiert werden. Entsprechend fordern wir schon lange, dass dieses Haus ein Haus für Kunst und Kultur wird – was wir durch mittlerweile 71 Ausstellungen und Veranstaltungen aus unserer Sicht auch längst bewiesen haben. Mit der Studie sollte diese Möglichkeit und ein möglicher Ausbau zusätzlich untermauert werden. Und die Studie fiel in diesem Sinne aus.
Alle drei Umbauvarianten sehen die Nutzung der Scheddach-Halle vor. Gäbe es neben dem größeren Platzangebot weitere Vorteile dieses zusätzlichen Ausstellungsraums?
Christiane Toewe: Der Kesselraum ist markant, hat eine beeindruckende Höhe und ist für sich fast ein architektonisches Kunstwerk, aber zartere Werke gehen darin leicht unter. Darum ist der Scheddach-Raum so wichtig für uns. Denn der Lichteinfall erzeugt eine ganz andere Atmosphäre. Hinzu kommt ein ökologischer Aspekt: Man könnte die Dachschrägen mit Solarpanelen bestücken und hätte so eine Energiezentrale auf dem Haus.
Es war jedoch abzusehen, dass ein Umbau teuer wird – was die drei vorgeschlagenen Varianten bestätigen. Wieso hat sich die klamme Stadt trotzdem an der Studie beteiligt?
Christiane Toewe: Die Stadt fühlte sich vielleicht ein bisschen unter Zugzwang, nachdem wir viele Jahre lang bewiesen hatten, dass das Kesselhaus als Kunsthaus funktioniert und von der Bevölkerung angenommen wird. Andererseits hat zum Beispiel Oberbürgermeister Starke gesagt, wie gut er alle drei Varianten findet. Auch der Kultursenat hat einstimmig beschlossen, dass man am Ergebnis festhalten will und dass es umgesetzt werden soll. Das alles aber natürlich immer unter der Prämisse, dass genug Geld dafür vorhanden ist.
Haben Sie Hoffnungen, dass die Stadt die Millionen zahlt?
Christiane Toewe: Ja, denn wir denken, das Haus könnte ein Leuchtturmprojekt für Bamberg werden. Wenn man sich mit Stadträten unterhält, scheinen die Kosten der Ertüchtigung ohnehin nicht der Knackpunkt zu sein. Sie scheinen viel mehr Sorge vor den Betriebskosten des Hauses zu haben, weil dann kommen Kosten für Heizung, Aufsicht und so weiter dazu. Dagegen kann man mögliche Eintrittsgelder aufrechnen oder Einnahmen durch Vermietung.
Statt eines Architekturwettbewerbs könnte auch ein Vergabeverfahren ausgeschrieben werden. Das spart Zeit und Geld. Außerdem liegt das Haus im Sanierungsgebiet Sand, für das es Städtebauförderung gibt, bei der die Stadt nur einen Teil der Umbaukosten zahlen müsste. Für den Rest könnten wir der Stadt ein Betreiberkonzept nahelegen.
Was würde dieses Konzept beinhalten?
Christiane Toewe: Dafür könnte man neue Wege gehen. Ich war vor Kurzem mit einigen Industriellen aus Hamburg im Kesselhaus und sie sagten, sie würden sofort Sponsoring machen, wenn sie nicht so weit weg wären. Genau das wäre eine Idee, einen Sponsor zu finden, der, ähnlich wie bei der Brose Arena, dem Ganzen seinen Namen geben könnte und dafür die laufenden Kosten übernehmen würde. Das würde die Stadt und die Vereine entlasten und im Gegenzug könnte die jeweilige Firma dann jedes Jahr Events für ihre Kunden im Haus veranstalten. Auch bekommen wir sehr viele Anfragen für Hochzeiten im Kesselhaus oder Werbekampagnen. So könnte man ebenfalls Gelder generieren. Eine weitere Möglichkeit sehen wir darin, mit den Museen der Stadt Bamberg zusammenzuarbeiten. Zumal auch der Erhalt der Villa Dessauer gerade diskutiert wird.
Wie könnte die Stadt profitieren?
Christiane Toewe: Das Plus bei allen drei Varianten ist die Mehrfachnutzung der Scheddach-Halle. Das wäre ein großes Geschenk, das sich die Stadt selbst machen würde, weil alle möglichen Institutionen – Kunst, Theater, Musik oder Tanz – darin unterkommen könnten. In dem Gesamtkomplex wären außerdem viel mehr Ausstellungen und Veranstaltungen pro Jahr möglich. Auch wäre es unser Wunsch, Synergien zu nutzen. Wenn also, wie aktuell, zum Beispiel die Museen der Stadt eine Ausstellung zu Kaiser Heinrich zeigen, könnte der Kunstverein oder der BBK seine Mitglieder auffordern, auch etwas zu dem Thema beizutragen. Und zusätzlich ist es unsere Vorstellung, der Initiative „Kultur braucht Raum“, die seit Jahren für mehr Platz und Geld für die Kultur demonstriert, das Haus ebenfalls zur Verfügung zu stellen. Das würde Druck von der Straße nehmen.
Falls eine der der Varianten umgesetzt werden sollte: Wie geht es bis dahin weiter – Betrieb wie gehabt?
Christiane Toewe: Das werden wir im Vorstand mit allen beteiligten Vereinen besprechen. Die Gelder für ein Vergabeverfahren für den Umbau des Hauses sind uns im aktuellen Haushaltsentwurf wieder nicht bewilligt worden. Aber immerhin 10.000 Euro für einen Workshop. Hoffen wir auf 2025. Nun muss der Betrieb wie gehabt weiter gehen. Das macht uns allerdings ein bisschen Bauchweh. Denn es ist wahnsinnig viel Arbeit, Ausstellungen zu organisieren. Es steckt viel Vorarbeit drin und allein der Auf- beziehungsweise Abbau von Ausstellungen oder auch Werbung und Social Media benötigen viel Manpower. Hat man jemanden ausgewählt, geht es darum, die jeweiligen Arbeiten nach Bamberg zu holen und aufzubauen. Alle vier Vereine arbeiten dabei aber ehrenamtlich, um das Kulturangebot in Bamberg zu erweitern. Damit wird das Ehrenamt sehr strapaziert, manchmal auch überstrapaziert. Und, was die Situation demnächst noch schwieriger machen wird: Der Vorstand des Kunstvereins hört nächstes Jahr auf und stellt sich nicht mehr zur Wahl. Was dieser Vorstand jedoch seinerseits ehrenamtlich an Arbeit geleistet hat, ist kaum zu ersetzen. Auch aus diesem Grund wäre ein Betreiberkonzept wichtig, mit einer vollen Koordinatoren-Stelle und einem Hausmeister.
Was hätte die Kunst von einem Umbau des Kesselhauses? Könnten Sie bessere oder bekanntere Künstler:innen nach Bamberg holen?
Christiane Toewe: Wir bekommen wöchentlich Anfragen von Künstlern aus dem ganzen Bundesgebiet. Das Kesselhaus hat sich einen guten Ruf als geeignete Location für zeitgenössische Kunst erarbeitet. Es geht nicht darum, die Stars der Bildenden Kunst zu präsentieren, sondern eher Newcomer und frische Gegenwartskunst. Es herrscht nach wie vor das Missverständnis, dass das Kesselhaus ein Haus für moderne Kunst sein soll. Aus unserer Sicht ist es das nicht. Denn wir möchten eher zeitgenössische Kunst zeigen. Damit haben wir ein Alleinstellungsmerkmal in der Stadt. Außerdem könnten wir vor allem mehr Ausstellungen veranstalten, wenn wir die Sheddach-Halle oder einen weiteren Raum im Keller nutzen. Und der Garten könnte zusätzlich für Skulpturen ertüchtigt werden.
Variante 3 sieht auch eine Espressobar, diesen Skulpturengarten und ein neues Stockwerk vor. Haben Sie keine Sorge, dass man es mit seinen Plänen oder Forderungen auch übertreiben kann?
Christiane Toewe: Das ist nicht nur unsere Idee, sondern das Architekturbüro Sauerzapfe hat das Potenzial erkannt und vorgeschlagen. Außerdem frage ich, warum ausgerechnet die Bildende Kunst so ein Mauerblümchen-Dasein in Bamberg fristen muss. Ein neues Stockwerk wäre ohnehin nicht das Problem. Wenn man sich die Differenz zwischen 8,2 zu 9,8 Millionen ansieht, kostet das neue Stockwerk vergleichsweise wenig. Hinzukäme ja, dass zudem das gesamte Haus ertüchtigt wäre, übrigens auch mit Sanitäranlagen, Artothek, Werkhof, einer Öffnung zum Wasser mit ungeheurem Aufenthaltspotential und Küchen.
Beziehungsweise haben Sie mit Variante 3 absichtlich derart übertriebene Pläne aufgestellt, wohl wissend, dass die Stadt ablehnen wird, während Sie eigentlich insgeheim sowieso mit Variante 1 oder 2 zufrieden wären?
Christiane Toewe: Variante 1 wäre eigentlich sogar zu schwach. Sie brächte nur die Scheddach-Halle dazu, aber kaum weitere Möglichkeiten. Das wäre aus meiner Sicht fast rausgeschmissenes Geld. Wenn man schon rangeht, dann umfassend. Variante 2 und 3 wären zudem nachhaltiger, weil man dann in zehn Jahren oder so nicht wieder anfangen muss, um zum Beispiel den Keller auszubauen. Wenn man von Anfang an groß plant, wären die Chancen, dass das Haus noch mehr ein Leuchtturm wird, wahrscheinlicher und wir täten auch etwas für den Individual-Tourismus.
Was hätte die Stadt gerne im Kesselhaus?
Christiane Toewe: Ich denke, die Stadt ist zurzeit ganz zufrieden mit uns. Also mit dem ehrenamtlichen Betrieb. Wir haben einen Vertrag bis 2026, eine Nutzungsvereinbarung mit der Stadt. Dann müssen wir neu verhandeln, wie es weitergeht.
Was würde beim Umbau mit den herrlich dreckigen Wänden des Kesselraumes geschehen? Die Grafiken, die das Architekturbüro zu den drei Varianten erstellt hat, legen die Einrichtung eines langweiligen White Cubes nahe?
Christiane Toewe: Es gibt im Verein Stimmen für beides, aber der White Cube ist nur eine Visualisierung, wie der Umbau aussehen könnte. Außerdem würde das Architekturbüro, das den Architekturwettbewerb gewinnt, über die Neugestaltung entscheiden.
Wie groß wäre der Schlag für die Kunst in Bamberg, wenn keine der drei Varianten umgesetzt wird und es 2026 nach Ende der Nutzungsvereinbarung keine neue Übereinkunft mit der Stadt gibt und Sie das Kesselhaus verlieren würden?
Christiane Toewe: Das ist undenkbar. Es bräuchte eine Alternative, aber die ist nicht in Sicht. Das Kesselhaus ist für die notwendige kulturelle Entwicklung ein unverzichtbares Glied in der Kulturstadt Bamberg. Es soll in erster Linie ein fester Ort der zeitgenössischen Bildenden Kunst sein. Für die Qualität des Angebots ist letztlich auch der stadtnahe Standort verantwortlich. Diese Erkenntnis wird übrigens auch durch das von der Stadt Bamberg 2015 in Auftrag gegebene Museumsgutachten nachhaltig unterstrichen.
Glauben Sie auf der anderen Seite, dass es so kommt wie der Verein „Kunstraum JETZT“ hofft?
Christiane Toewe: Ja, das glaube ich. Vielleicht dauert es noch, aber ich bin davon überzeugt, dass eine der drei Varianten umgesetzt wird. Gerade erst hat die Stadt Bamberg uns beim Einbau einer neuen LED-Beleuchtung großzügig unterstützt.
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Kostenlose Abfuhr ausrangierter Christbäume ab Montag
Gehwege sind keine Müllhalde für ausrangierte Christbäume
Am Montag, 13. Januar 2025, beginnt in der Stadt Bamberg die kostenlose Abfuhr von ausrangierten Christbäumen und zwar im Stadtteil Gartenstadt. Die Abfuhrtouren in den zwölf Abfuhrbezirken enden am 30. Januar 2025 im südlichen Berggebiet und in Bug. Darüber informiert die Stadt Bamberg.
An vielen Orten im Stadtgebiet stößt man jedoch bereits jetzt auf ganze Ansammlungen von weggeworfenen Tannen und Fichten. Und das auch in Bereichen, in denen der Abfuhrtermin erst gegen Ende des Monats anberaumt ist. Das sieht nicht nur chaotisch aus, sondern ist auch ein echtes Ärgernis und Sicherheitsrisiko für die Öffentlichkeit.
An manchen „wilden Ablagestellen“ ist der Gehweg bereits eingeengt oder schon nahezu unpassierbar. Auch am Straßenrand sollten die Bäume nicht länger als unbedingt nötig liegen, denn bei einem starken Wind oder einfach nur durch Zeitablauf wird Geäst zunehmend verstreut und verteilt sich auf immer größerer Fläche im öffentlichen Straßenraum. Bereits in den ersten Januartagen wurden Christbäume auf Straßen geweht – eine Unfallgefahr für alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer.
Hinweise des Bamberg Service
- Das willkürliche Bereitstellen der Christbäume auf öffentlichem Grund vor dem eigentlichen Abholtermin ist nicht zulässig und stellt eine Ordnungswidrigkeit nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) dar.
- Die Abteilung Entsorgung bittet daher alle Bürgerinnen und Bürger eindringlich, sich an die aktuellen, veröffentlichten Abfuhrtermine für die Christbäume zu halten und die Bäume erst dann bereitzustellen, wenn im jeweiligem Abfuhrbezirk die Abholung auch unmittelbar anberaumt ist.
- Nur so können wirtschaftliche und zugleich umweltschonende Abfuhrtouren ermöglicht werden. Natürlich trägt dies letztendlich auch für ein sauberes Erscheinungsbild unserer Stadt bei.
- Falls die von Bamberg Service geplanten Termine für Sie nicht passend sind, so besteht die Möglichkeit zur Abgabe der Christbäume an der Kompostierungsanlage in der Rheinstraße.
Abfuhrtermine für die einzelnen Abfuhrbezirke
Montag 13.01.2025 Abfuhrbezirk 1
Dienstag 14.01.2025 Abfuhrbezirk 2
Mittwoch 15.01.2025 Abfuhrbezirk 3
Donnerstag 16.01.2025 Abfuhrbezirk 4
Montag 20.01.2025 Abfuhrbezirk 5
Dienstag 21.01.2025 Abfuhrbezirk 6
Mittwoch 22.01.2025 Abfuhrbezirk 7
Donnerstag 23.01.2025 Abfuhrbezirk 8
Montag 27.01.2025 Abfuhrbezirk 9
Dienstag 28.01.2025 Abfuhrbezirk 10
Mittwoch 29.01.2025 Abfuhrbezirk 11
Donnerstag 30.01.2025 Abfuhrbezirk 12
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Ankerzentrum
Stadtspitze kritisiert „glatten Wortbruch“ der Staatsregierung
Anders als vertraglich vereinbart, will die Bayerische Staatsregierung am Ankerzentrum festhalten. Die Stadt Bamberg sieht darin einen Wortbruch. Nun werde sich der Stadtrat Ende Januar mit der Thematik auseinandersetzen müssen.
Bis zum letzten Tag hat die Staatsregierung die von der Stadt Bamberg gesetzte Frist ausgereizt, um die geforderte definitive Aussage zur Schließung des Ankerzentrums zum 1.1.2026 abzugeben. Anders als vertraglich vereinbart, will die Staatsregierung am Ankerzentrum festhalten. Das stößt auf deutliche Kritik der Stadtspitze: „Wir sehen darin einen glatten Wortbruch. Die Bürgerschaft in Bamberg hatte sich darauf verlassen, dass sich der Freistaat vertragstreu verhält. Jetzt ist klar, dass die getroffenen Absprachen nicht eingehalten werden“, betont Oberbürgermeister Andreas Starke.
Der Oberbürgermeister beanstandet weiter, dass „in den vergangenen neun Jahren nichts unternommen worden ist, um eine Alternative für das Anker-Zentrum in Oberfranken zu schaffen.“ Die Stadt habe bei jeder sich bietenden Gelegenheit darauf hingewiesen, dass die vereinbarte Frist zur „unwiderruflichen“ Schließung des Ankerzentrums zum 1.1.2026 eingehalten werden muss. Trotz dieser Erklärungen wurde weder ein Neubau an anderer Stelle in Oberfranken, noch eine andere Struktur geplant. Dieses Versäumnis lastet die Stadt Bamberg der Staatsregierung an, weil dadurch Nachteile für die Bamberger Bürgerschaft ausgelöst werden. „Wer seine Hausaufgaben in München nicht macht, darf nicht mit den Fingern auf andere deuten“, sagt Starke.
Die Stadtspitze unterstreicht die Faktenlage: „Zuständig und verantwortlich für die Unterbringung von geflüchteten Menschen ist der Freistaat. Die Kosten für eine dezentrale Unterbringung sind immer durch den Freistaat zu tragen, so wie in allen anderen Städten auch.“
Die Stadt tritt auch dem Vorwurf entgegen, eine dezentrale Unterbringung nicht umsetzen zu können. „Wir können eine dezentrale Unterbringung in Bamberg organisieren“, stellt Starke klar und betont: „Der Freistaat setzt mit seinem Schreiben das Schwarze-Peter-Spiel der letzten Monate fort, das führt zu keiner Lösung der aktuellen Herausforderung. Der Stadtrat wird sich in seiner Vollsitzung am 29. Januar mit der Tatsache auseinandersetzen müssen, dass der Freistaat das Ankerzentrum nicht schließen will.“
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hatte gestern zur Zukunft des Ankerzentrums in Bamberg Stellung genommen. In seinem Schreiben an die Stadt Bamberg betonte Herrmann, ein leistungsfähiger Anker Oberfranken werde auch künftig erforderlich sein. Wenngleich die Zugänge 2024 unter den sehr hohen Zugangszahlen der Jahre 2022 und 2023 gelegen hätte, seien sie immer noch zu hoch. Die Einrichtung in Bamberg könne daher gegenwärtig ebenso wenig ersatzlos wegfallen wie alle anderen Standorte in Bayern.