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Bamberg - Page 38

„Kul­tur auf der Jahnwiese“ 

Jun­ge Künst­ler star­ten wie­der durch!

Auf der Jahn­wie­se als Bam­bergs schöns­ter und größ­ter Open-Air-Flä­che fin­det vom 8. bis 11. Juli das neue Fes­ti­val „Kul­tur auf der Jahn­wie­se“ des ehren­amt­li­chen Ver­eins Bam­ber­ger Fes­ti­vals e.V. statt. Ein brei­tes Thea­ter­pro­gramm für Klein und Groß und regio­na­le und teils über­re­gio­na­le New­co­mer­bands erwar­ten das Publikum.

Das Fes­ti­val star­tet am Don­ners­tag mit einem Thea­ter­abend der Impro­thea­ter­grup­pe Pip­per­la­pupp, wel­che mit der Singer/​Songwriter Johan­na Dup­ke einen tol­len Warm-Up dabei hat.

Der Frei­tag fin­det ganz unter dem Mot­to „Die bes­ten Bands Ober­fran­kens“ statt, denn das Band­för­der­pro­jekt „Rock in Ober­fran­ken“ des Bezirk Ober­fran­ken hat hier zusam­men mit den Ver­an­stal­tern fünf Top-New­co­mer der letz­ten Jah­re ein­ge­la­den. Dar­un­ter auch die Bands Pants­down (Alter­na­ti­ve Rock aus Coburg) und Mon­key Cir­cus (Alter­na­ti­ve Rock aus Lich­ten­fels), die in den letz­ten Jah­ren den Band­wett­be­werb gewon­nen haben.

Der Fes­ti­val-Sams­tag bie­tet beim zwei­ten Wild Tunes Fes­ti­val ein bun­tes Musik­pro­gramm für alle Geschmä­cker, denn hier fin­den sich Bands von Hard­core, Indie, Punk, Rock bis Hip Hop der Musik­sze­ne wie­der. Neben den zahl­rei­chen New­co­mern wie Rock­band der Lebens­hil­fe Slee­ping Ann, den Indie-Rockern der Band Rooms in Bruck­lyn oder den Alter­na­ti­ve-Punk­s/­Col­lege-Rockern City Crows ist der Hip-Hop-Head­li­ner Fer­ge X Fisher­man aus Nürn­berg ein wei­te­rer Höhe­punkt des Festivals.

Der Sonn­tag bie­tet beson­ders für Fami­li­en einen ruhi­gen und kul­tu­rel­len Aus­klang. Von 10 bis 13 Uhr spie­len die zwei Bam­ber­ger Urge­stei­ne Rup­pert Aumül­ler und Nor­bert Schramm unter dem Namen „Dou­ble Fea­ture“ zum musi­ka­li­schen Früh­schop­pen. Danach ist ab 15:30 Uhr Ein­lass für das Thea­ter­stück „Momo“ von Micha­el Ende, wel­ches von der Thea­ter­grup­pe e.g.o.n. des Jugend­kul­tur­treffs IMMER HIN insze­niert wird, und für Klein und Groß geeig­net ist. Das Stück erzählt die Geschich­te des Mäd­chens Momo, das den Men­schen dabei hilft, die gestoh­le­ne Zeit zurück zu bringen.

Besu­cher kön­nen sich im Vor­ver­kauf (übri­ge Plät­ze auch vor Ort) für eine Sitz­ge­le­gen­heit ent­schei­den. Zur Aus­wahl ste­hen chil­li­ge Lie­ge­stüh­le für bis zu drei Per­so­nen, eine gemüt­li­che Wie­sen­flä­che für bis zu vier Per­so­nen und der eige­nen Pick­nick­de­cke sowie Bier­tisch­gar­ni­tu­ren für bis zu acht Per­so­nen. Es wird emp­foh­len sich im Vor­feld für eine der drei Sitz­mög­lich­kei­ten zu ent­schei­den und recht­zei­tig online durch Kauf eines Grup­pen­ti­ckets zu reser­vie­ren. Die Ticket­ge­bühr wird am Abend gegen einen gleich­wer­ti­gen Wert­gut­schein umge­tauscht, der dann am Essens- oder Geträn­ke­stand ein­ge­tauscht wer­den kann. Das voll­stän­di­ge Hygie­ne­kon­zept, Infos zum Pro­gramm und der Reser­vie­rung fin­det man auf unter https://www.bambergerfestivals.de/

Umgang mit der Krise 

Spiel als COVID-19-Strategie

Eine Pan­de­mie ist kein Spiel. Und doch sehen wir Ver­hal­tens­mus­ter im Umgang mit der Coro­na-Pan­de­mie, die wir aus Spie­len ken­nen, wie drei Wis­sen­schaft­ler der Uni­ver­si­tät Bam­berg her­aus­ge­fun­den haben: Men­schen hor­ten Res­sour­cen, ori­en­tie­ren sich an Rang­lis­ten und Gra­fi­ken, schlüp­fen in Rol­len, redu­zie­ren die Situa­ti­on auf ein Gut-Böse-Sche­ma und rich­ten sich nach pro­mi­nen­ten Heldenfiguren.

Sind Men­schen mit unge­wis­sen Situa­tio­nen kon­fron­tiert, dann hel­fen ihnen bereits bekann­te Ver­hal­tens­wei­sen und Denk­mus­ter, soge­nann­te Skrip­te, trotz­dem hand­lungs­fä­hig zu blei­ben. Die Bam­ber­ger Psy­cho­lo­gen Dr. Mari­us Raab, Niklas Döb­ler und Prof. Dr. Claus-Chris­ti­an Car­bon vom Lehr­stuhl für All­ge­mei­ne Psy­cho­lo­gie und Metho­den­leh­re, stel­len in ihrer neu­en Publi­ka­ti­on fest: Den Men­schen feh­len in der Pan­de­mie Erfah­run­gen und damit die Skrip­te aus ähn­li­chen Situa­tio­nen, um mit dem aktu­el­len Gesche­hen umzu­ge­hen. Des­halb grei­fen sie auto­ma­tisch auf Erfah­run­gen aus Spie­len zurück und bil­den Ana­lo­gien – schlie­ßen also von Bekann­tem auf das Unbekannte.


Die Gefahr: Bei den meis­ten Spie­len gibt es neben Gewin­nern auch Verlierer

„Spiel­ele­men­te und ‑mecha­ni­ken für Ana­lo­gien zu nut­zen, um eine anste­cken­de und poten­zi­ell töd­li­che Krank­heit zu ver­ste­hen, birgt Gefah­ren“, sagt Mari­us Raab, Erst­au­tor der Stu­die und wis­sen­schaft­li­cher Mit­ar­bei­ter am Lehr­stuhl für All­ge­mei­ne Psy­cho­lo­gie und Metho­den­leh­re. Zum einen sei­en die Ana­lo­gien meist sehr ober­fläch­lich und ver­mit­tel­ten kein Ver­ständ­nis für einen bes­se­ren Umgang mit der Dyna­mik von COVID-19. Das Hor­ten von knap­pen Res­sour­cen wie Spiel­geld etwa kön­ne in man­chen Brett­spie­len eine sinn­vol­le Stra­te­gie sein. „Das Hor­ten von Toi­let­ten­pa­pier und Hefe hin­ge­gen bringt kei­nen Vor­teil, auch nicht der hor­ten­den Per­son selbst“, sagt Niklas Döb­ler, Dok­to­rand am Lehr­stuhl. Zum ande­ren beru­hen die Ana­lo­gien nach Ein­schät­zung der Psy­cho­lo­gen meist auf wett­be­werbs­ori­en­tier­ten Spie­len, in denen das Ziel ist zu gewin­nen. Dadurch gebe es zwangs­läu­fig auch Ver­lie­re­rin­nen und Ver­lie­rer. „Gesell­schaft­li­che Kri­sen sind aber Auf­ga­ben, die nur als Gemein­schaft gewon­nen wer­den kön­nen“, so Raab.


Die soge­nann­te „Gami­fi­zie­rung“ kann Gesund­heits­maß­nah­men nach­voll­zieh­ba­rer machen

Die Wis­sen­schaft­ler schla­gen vor, die­se spon­ta­ne Ten­denz zur Anwen­dung von Spiel-Ana­lo­gien stra­te­gisch zu nut­zen, um Gesund­heits­maß­nah­men effek­ti­ver und nach­voll­zieh­ba­rer zu gestal­ten. „Spiel­me­ta­phern kön­nen aktiv auf­ge­grif­fen wer­den, um die Wech­sel­wir­kun­gen und die Eigen­dy­na­mik der Pan­de­mie bes­ser zu ver­ste­hen“, erklärt Claus-Chris­ti­an Car­bon. Dabei soll­ten sich die Men­schen an Spie­len ori­en­tie­ren, die auf Koope­ra­ti­on set­zen, nicht auf Wett­be­werb. So kön­ne man zum Bei­spiel die Rang­lis­ten der Inzi­den­zen, R‑Werte und Todes­zah­len um Zah­len erwei­tern, die anzei­gen, wie vie­le Stun­den sich Men­schen ehren­amt­lich enga­giert haben. Damit tritt der Aspekt der gemein­schaft­li­chen Pan­de­mie­be­kämp­fung in den Vor­der­grund. „Die­se Idee der soge­nann­ten stra­te­gi­schen Gami­fi­zie­rung geht klar über die Coro­na-Pan­de­mie hin­aus und ist für alle glo­ba­len Her­aus­for­de­run­gen nutz­bar“, meint Mari­us Raab. Rich­tig ein­ge­setzt – also nicht über­ge­stülpt, son­dern direkt auf das spon­ta­ne Ver­hal­ten der Men­schen bezo­gen – könn­ten so Zukunfts­auf­ga­ben wie etwa der Kli­ma­wan­del oder die Auto­ma­ti­sie­rung der Arbeits­welt bes­ser ver­stan­den werden.

Die Publi­ka­ti­on ist unter dem Titel „A Game of COVID. Stra­te­gic thoughts about a ludi­fied pan­de­mic” in der wis­sen­schaft­li­chen Zeit­schrift „Fron­tiers in Psy­cho­lo­gy” erschie­nen und online abruf­bar unter https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fpsyg.2021.607309/full

In deut­scher Spra­che haben die drei Wis­sen­schaft­ler das The­ma außer­dem in der aktu­el­len Fol­ge ihres Pod­casts „Die Bam­ber­ger Psy­cho­ka­lyp­se” auf­ge­ar­bei­tet: https://psychokalypse.podigee.io/57-k13v2

Wie­der im Spiel!

ETA Hoff­mann Thea­ter stellt die Spiel­zeit 2021/​/​22 vor

Das ETA Hoff­mann Thea­ter Bam­berg hat heu­te die neue Spiel­zeit vor­ge­stellt. Über sei­ne sieb­te Spiel­zeit unter der Inten­danz von Sibyl­le Broll-Pape schreibt das Thea­ter sich: „Wie­der im Spiel!“

Vol­ler Enthu­si­as­mus und Vor­freu­de wur­de sich den The­men und Stof­fen gewid­met, wel­che die Kraft haben, das vol­le Leben und die gro­ßen gesell­schaft­li­chen Fra­gen auf die Büh­ne – ins Spiel – zu bringen.

Für die neue Spiel­zeit nimmt das ETA Hoff­mann Thea­ter 11 Neu­pro­duk­tio­nen ins Pro­gramm, davon drei Urauf­füh­run­gen. In Rai­nald Goetz´ „Reich des Todes“ (Regie: Sibyl­le Broll-Pape) sieht man einer Demo­kra­tie beim Wan­del in zer­stö­re­ri­sche Auto­kra­tie zu. Mär­chen­haft geht der Spät­ka­pi­ta­lis­mus in Phil­ipp Gärt­ners „Gold“ (Regie: Wil­ke Weer­mann) unter. Das Weih­nachts­stück 2021 wird „Herr Bel­lo und das blaue Wun­der“ des berühm­ten Bam­ber­ger Kin­der­buch­au­tors Paul Maar sein, nach­dem es 2020 noch nicht zur Auf­füh­rung kom­men konn­te. Regie führt Jana Vet­ten. Mit dem Auf­trags­werk „Der end­los tip­pen­de Affe“ (Regie: Mir­jam Loibl) schreibt der Autor Björn SC Deig­ner nach „Der Reichs­kanz­ler von Atlan­tis“ und „Die Poli­zey“ zum drit­ten Mal ein Stück für das Bam­ber­ger Ensem­ble. Mit Edu­ar­do de Filip­pos „Die Kunst der Komö­die“ steht ein ful­mi­nan­tes Lust­spiel auf der Gro­ßen Büh­ne auf dem Pro­gramm. Regie führt Sebas­ti­an Schug, in Bam­berg bekannt durch sei­ne Insze­nie­run­gen von „Mut­ter Cou­ra­ge und ihre Kin­der“, „Ham­let“ und zuletzt „Bun­bu­ry. Ernst sein ist alles.“ Mit „Gott ist 3 Frau­en (Gi3F)“ (Urauf­füh­rung: Jakob Weiss) ent­wirft Miros­la­va Svo­li­ko­va fein und leicht eine Schöp­fungs­ge­schich­te, die das mensch­li­che Irren und Stre­ben zwin­kernd begut­ach­tet. Olga Grjas­no­was „Gott ist nicht schüch­tern“ (Regie: Sibyl­le Broll-Pape) kar­to­gra­phiert ein Bild des Ara­bi­schen Frühlings.

Mit Han­nes Wei­lers Bear­bei­tung von E.T.A. Hoff­manns „Der Sand­mann“ wirft das Thea­ter einen Blick auf den künst­li­chen Men­schen. Hein­rich von Kleists Lust­spiel „Der zer­broch­ne Krug“ (Regie: Fabi­an Ger­hardt) zieht sei­ne Komik aus der Tat­sa­che, dass jemand über sich selbst zu Gericht sit­zen und sich gleich­zei­tig erfin­de­risch aus Schlin­gen befrei­en muss.

Vom 13. Bis 28. Mai kom­men­den Jah­res wer­den die 38. Baye­ri­schen Thea­ter­ta­ge in Bam­berg aus­ge­tra­gen. Den Auf­takt macht ein neu­es Stück der renom­mier­ten Thea­ter­au­torin The­re­sia Wal­ser. Sibyl­le Broll-Pape wird die Urauf­füh­rung am 13. Mai 2022 auf die Büh­ne brin­gen. Zum Abschluss der Spiel­zeit ste­hen wie­der die Cal­derón-Frei­licht­spie­le in der Alten Hof­hal­tung an. Zu sehen gibt es dort Wil­liam Shake­speares meis­ter­haf­te Fami­li­en- und Lie­bes­tra­gö­die „Romeo und Julia“ in der Insze­nie­rung von Mat­thi­as Köhler.

Neu­grün­dung

„Euro­pa in Bamberg“

Ges­tern wur­de der Ver­ein „Euro­pa in Bam­berg“ gegrün­det. Er ver­steht sich als über­par­tei­li­ches Bünd­nis zur För­de­rung inter­na­tio­na­ler Soli­da­ri­tät, Tole­ranz und Völ­ker­ver­stän­di­gung in Sin­ne der Euro­päi­schen Idee.

Ziel des Ver­eins ist es, als Bürger*innen Bewe­gung lokal in Bam­berg zum Erhalt der euro­päi­schen Visi­on und zur För­de­rung eines euro­päi­schen Geis­tes bei­zu­tra­gen. Ange­strebt wer­den dazu der Aus­tausch und die Begeg­nung von Europäer*innen und euro­pä­isch gesinn­ten Men­schen durch Aktio­nen, Infor­ma­ti­on und Dis­kus­si­on sowie die akti­ve Ver­net­zung von Akteur*innen, die die­ses Ziel för­dern wollen.

Die Initiator*innen des Bünd­nis­ses, die sich seit über einem Jahr unter den Bedin­gun­gen der Pan­de­mie für die­se Ver­eins­grün­dung enga­giert haben, sind Rudolf Schu­bert, Michae­la Rei­mann, Alex­an­dra von Rohr, Dr. Mar­co Depiet­ri und Gerald Fenn. Sie bil­den das ers­te fünf­köp­fi­ge Vor­stands­gre­mi­um des neu gegrün­de­ten Ver­eins und tra­gen gemein­sam zum Gelin­gen des Pro­jekts bei.

„Euro­pa, das sind wir alle“, davon sind die Gründer*innen nach­hal­tig über­zeugt. „Euro­pa lebt nicht allein durch die Insti­tu­tio­nen in Brüs­sel, nicht nur durch die Poli­tik der Mit­glied­staa­ten, son­dern durch die akti­ve Gestal­tung des All­tags im Sin­ne der Euro­päi­schen Idee durch uns als Bür­ge­rin­nen und Bür­ger,“ ergänzt Michae­la Rei­mann, die zusam­men mit Rudolf Schu­bert die ers­te Dop­pel­spit­ze im Vor­stand bildet. 

Der laut sei­ner Sat­zung über­par­tei­li­che und welt­an­schau­lich neu­tra­le Ver­ein erfreut sich schon bei der Grün­dung brei­ter Unter­stüt­zung. So zäh­len Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke, Zwei­ter Bür­ger­meis­ter Jonas Glüsen­kamp und Drit­ter Bür­ger­meis­ter Wolf­gang Metz­ner zu den 21 Grün­dungs­mit­glie­dern, wei­ter­hin ist der Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de der Frak­ti­on Volt/​ÖDP/​BM, Dr. Hans-Gün­ter Brün­ker, ein Unterstützer. 

„Gemein­sam wol­len wir Euro­pa eine Stim­me geben“ ergänzt Co-Vor­sit­zen­der Rudolf Schu­bert. „Wir wol­len für leben­di­ge Aktio­nen sor­gen, die Euro­pa sicht­bar machen. Vor allem aber wol­len wir das Zusam­men­le­ben aller Men­schen in Bam­berg, unab­hän­gig von ihrer Her­kunft för­dern. Getreu dem euro­päi­schen Mot­to der ‚Ein­heit in Vielfalt‘.“

Der Ver­ein freut sich auf Anfra­gen inter­es­sier­ter Bür­ge­rin­nen und Bür­ger, aber auch jeg­li­cher Orga­ni­sa­tio­nen, die sich gegen­über der Euro­päi­schen Idee offen zeigen.

Wei­te­re Informationen

www.europa-in-bamberg.de

Exper­ten­dis­kus­si­on

Bleibt die Syn­ago­ga im Dom?

Die umstrit­te­ne Figu­ren­grup­pe Eccle­sia und Syn­ago­ga am Bam­ber­ger Dom ist The­ma eines öffent­li­chen Exper­ten­fo­rums am kom­men­den Mitt­woch, dem 7. Juli, um 19 Uhr in Bam­berg. An dem Gespräch neh­men unter ande­ren der Bam­ber­ger Erz­bi­schof Lud­wig Schick und der Prä­si­dent des Zen­tral­rats der Juden in Deutsch­land, Josef Schus­ter, teil.

Die Dis­kus­si­on unter dem Titel „Eccle­sia und Syn­ago­ga am Bam­ber­ger Dom: Ein schwie­ri­ges Erbe?“ in der Aula der Uni­ver­si­tät Bam­berg mit beschränk­ter Teil­neh­mer­zahl kann online ver­folgt werden.

Die Bam­ber­ger „Syn­ago­ga“ gilt auf­grund ihrer Anmut und bild­haue­ri­schen Per­fek­ti­on als eine der schöns­ten mit­tel­al­ter­li­chen Kathe­dral­fi­gu­ren. Der Vor­schlag ihrer Ent­fer­nung aus dem Bam­ber­ger Dom rief vor einem Jahr vor allem Ent­rüs­tung, aber auch Zustim­mung her­vor. Im Erz­bis­tum Bam­berg hat sich eine Exper­ten­grup­pe mit der lan­gen Tra­di­ti­on des Anti­ju­da­is­mus in der christ­li­chen Kir­che und ihrer Bild­bot­schaf­ten befasst.

Das Figu­ren­paar der sieg­rei­chen Eccle­sia als Sinn­bild der christ­li­chen Kir­che und der besieg­ten Syn­ago­ga mit Augen­bin­de als Zei­chen des Juden­tums ist an bedeu­ten­den Kathe­dra­len des Mit­tel­al­ters zu fin­den wie in Paris, Reims, Straß­burg oder Bam­berg. In Bam­berg besteht der Son­der­fall, dass die Figu­ren nicht nur als Kopien an einem Por­tal zu sehen sind, son­dern die Ori­gi­na­le im Dom selbst auf­ge­stellt sind. Die­se Her­ab­wür­di­gung des Juden­tums in einem katho­li­schen Kir­chen­raum hat die Dis­kus­si­on jüngst ins Rol­len gebracht – ver­bun­den mit der For­de­rung, die Figu­ren der Eccle­sia und Syn­ago­ga in das benach­bar­te Diö­ze­san­mu­se­um zu versetzen.

Gleich­zei­tig wur­de dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die Bot­schaft der Figu­ren – und auch der Kopien am Fürs­ten­por­tal – aus dem his­to­ri­schen und theo­lo­gi­schen Zusam­men­hang erklärt wer­den müss­te. Letz­te­res ist ein gro­ßes Anlie­gen des Erz­bis­tums, von einer Ent­fer­nung distan­zie­ren sich Erz­bi­schof und Dom­ka­pi­tel deut­lich. Erz­bi­schof Lud­wig Schick betont mit Ver­weis auf die Erklä­rung „Nos­t­ra Aet­a­te“ im Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil 1965: „Die lan­ge Tra­di­ti­on des christ­li­chen Anti­ju­da­is­mus und auch das Bild der besieg­ten Syn­ago­ga haben zur Feind­bild­prä­gung bei­getra­gen. Die Kir­che von Bam­berg ist sich des­sen bewusst und ruft dazu auf, jeder Form des Anti­se­mi­tis­mus aus­drück­lich ent­ge­gen zu tre­ten und die Ver­bun­den­heit mit Jüdin­nen, Juden und dem Juden­tum zu fördern.“


Bei­trag des Erz­bis­tums Bam­berg zu „1700 Jah­re jüdi­sches Leben in Deutschland“

Mit der Podi­ums­dis­kus­si­on soll die Öffent­lich­keit an den Fra­ge­stel­lun­gen zum Umgang mit den Figu­ren, die kein ein­fa­ches Kul­tur­er­be dar­stel­len, ein­ge­bun­den wer­den. Dis­kus­si­ons­gäs­te sind neben Erz­bi­schof Lud­wig Schick und dem Zen­tral­rats­prä­si­den­ten der Juden, Josef Schus­ter, der Gene­ral­kon­ser­va­tor des Baye­ri­schen Lan­des­am­tes für Denk­mal­pfle­ge, Mathi­as Pfeil, sowie Lud­wig Unger für den baye­ri­schen Anti­se­mi­tis­mus-Beauf­trag­ten. Von der Uni­ver­si­tät Bam­berg sind betei­ligt der Lehr­stuhl für Juda­is­tik, Susan­ne Tal­abar­don, sowie der Lehr­stuhl Kunst­ge­schich­te des Mit­tel­al­ters, Ste­phan Albrecht.

Gleich­gül­tig­keit gegen­über juden­feind­li­chen Dar­stel­lun­gen hält Bir­git Kast­ner, Lei­te­rin der Haupt­ab­tei­lung Kunst und Kul­tur des Erz­bis­tums Bam­berg, für genau­so bedenk­lich wie die Vor­stel­lung, durch eine Ent­fer­nung einer Figur Geschich­te opti­mie­ren zu kön­nen. In ihrer Ein­füh­rung zur Dis­kus­si­on wird sie die Bedeu­tung der Figu­ren und ihre Geschich­te erläu­tern. Mode­riert wird die Dis­kus­si­on von Bar­ba­ra Schnei­der vom Baye­ri­schen Rundfunk.

Die­se Ver­an­stal­tung ist ein­ge­bun­den in das bun­des­wei­te Fest­jahr #2021JLID, das der Ver­ein „321−2021: 1700 Jah­re jüdi­sches Leben in Deutsch­land e.V.“ mit sei­ner Geschäfts­stel­le in Köln orga­ni­siert und koor­di­niert. Hin­ter­grund ist, dass der römi­sche Kai­ser Kon­stan­tin am 11. Dezem­ber 321 ein Edikt erließ. Die­ses Gesetz besag­te, dass Juden städ­ti­sche Ämter in den Kuri­en, den römi­schen Stadt­rä­ten, beklei­den durf­ten und soll­ten. Das Edikt Kon­stan­tins, das in einer Abschrift in der Biblio­thek des Vati­kans auf­be­wahrt wird, ist somit das frü­hes­te schrift­li­che Zeug­nis über jüdi­sches Leben in Mit­tel- und Nord­eu­ro­pa. Es belegt, dass jüdi­sche Gemein­den bereits seit der Spät­an­ti­ke wich­ti­ger inte­gra­ti­ver Bestand­teil der euro­päi­schen Kul­tur sind. Im Jahr 2021 leben Jüdin­nen und Juden also nach­weis­lich seit min­des­tens 1700 Jah­ren auf dem Ter­ri­to­ri­um des heu­ti­gen Deutschlands.

Im Fest­jahr #2021JLID koor­di­niert der Ver­ein 321 mit gro­ßer Unter­stüt­zung des Bun­des, ver­schie­de­ner Bun­des­län­der und Kom­mu­nen sowie aus der Zivil­ge­sell­schaft bun­des­weit rund 1000 Aktio­nen und Kul­tur­events, die dazu bei­tra­gen sol­len, kul­tu­rel­le, poli­ti­sche und inter­re­li­giö­se Debat­ten inner­halb der Gesell­schaft anzu­sto­ßen und deut­li­che Zei­chen gegen den wach­sen­den Anti­se­mi­tis­mus zu set­zen. Ein Über­blick über das bun­des­wei­te Jah­res­pro­gramm fin­det sich hier: https://2021jlid.de/programm/

Die Ver­an­stal­tung am 7. Juli kann live ver­folgt wer­den unter dem Link https://erzbistum-bamberg.webex.com/erzbistum-bamberg/j.php?MTID=m127a956e640c036adba4dad4091a8e8e

Immer grö­ße­re Zahl nicht wahr­ge­nom­me­ner Impftermine

Del­ta-Vari­an­te domi­niert Pandemie-Geschehen

Die Del­ta-Vari­an­te des Coro­na-Virus domi­niert immer stär­ker das Pan­de­mie-Gesche­hen in Stadt und Land­kreis Bam­berg. Impf­an­ge­bo­te wer­den nicht ange­nom­men, bereits ver­ein­bar­te Erst- und Zweit­impf­ter­mi­ne in zuneh­men­der Zahl nicht wahr­ge­nom­men. Die Zahl der Coro­na-Pati­en­ten in Klin­ken steigt leicht auf sieben.

In die­sen Gemenge­la­ge mah­nen Land­rat Johann Kalb und Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke nach der wöchent­li­chen Sit­zung Koor­di­nie­rungs­grup­pe: „Die Pan­de­mie ist noch nicht aus­ge­stan­den. Wir dür­fen uns durch die der­zeit nied­ri­gen Inzi­denz­wer­te nicht in einer trü­ge­ri­schen Sicher­heit wie­gen. Es hängt wei­ter vom Ver­hal­ten jedes Ein­zel­nen ab, wie sich die Pan­de­mie ent­wi­ckelt und wel­che Ein­schrän­kun­gen sich für unter­schied­li­che Lebens­be­rei­che dar­aus ergeben.“

„Nur die voll­stän­di­ge Imp­fung bie­tet den best­mög­li­chen Schutz. Das gilt ganz beson­ders für die Del­ta-Vari­an­te“, appel­lier­te Pro­fes­sor Dr. Micha­el Sack­mann an die Bevöl­ke­rung, ver­ein­bar­te Impf­ter­mi­ne wahr­zu­neh­men. Er rech­ne­te damit, dass die Del­ta-Vari­an­te schon im Juli das Pan­de­mie-Gesche­hen auch in der Regi­on Bam­berg bestim­men wird.

Dr. Lothar Schna­bel berich­te­te für das Impf­zen­trum, dass die Zahl der nicht ange­nom­me­nen Impf­an­ge­bo­te und der nicht wahr­ge­nom­me­nen Erst- und Zweit-Impf­ter­mi­ne kon­ti­nu­ier­lich steigt. „Das ist für den Schutz der Betrof­fe­nen unver­ant­wort­lich. Und es ist unfair den Men­schen gegen­über, die auf eine Imp­fung war­ten.“ Dr. Mat­thi­as Drey­er sag­te aus Sicht der nie­der­ge­las­se­nen Ärz­te: „Die Zahl der Abmel­dun­gen über­steigt die Zahl der Neu­an­mel­dun­gen. Mehr als ein Drit­tel der Per­so­nen, die auf unse­ren Vor­merk­lis­ten ste­hen, neh­men ein kon­kre­tes Impf­an­ge­bot nicht an.“

Dem Impf­zen­trum Bam­berg lie­gen laut Dr. Schna­bel aktu­ell noch rund 33.000 Impf­wün­sche vor. Bei der Ein­la­dung Impf­wil­li­ger stellt sich nach sei­nen Infor­ma­tio­nen jedoch immer häu­fi­ger her­aus, dass die­se bereits durch Haus- oder Betriebs­ärz­te geimpft wur­den, eine Abmel­dung im Impf­por­tal jedoch nicht vor­ge­nom­men wur­de. „Das ver­zerrt das Bild über die Zahl der tat­säch­lich noch vor­han­de­nen Impf­wil­li­gen und es ver­zö­gert die Ter­min­ver­ga­be an Men­schen, die noch nicht geimpft sind.“ Dr. Schna­bel rech­net bei gleich­blei­ben­der Impf­stoff­men­ge damit, dass alle der­zei­ti­gen bekann­ten, offe­nen Impf­wün­sche bis Ende Juli durch­ge­führt wer­den kön­nen. Bereits Geimpf­te, die sich außer­halb des Impf­zen­trums haben imp­fen las­sen, soll­ten sich drin­gend abmel­den. Noch nicht ange­mel­de­te Per­so­nen, die sich imp­fen las­sen möch­ten, soll­ten sich zeit­nah registrieren.

Auf­grund der stei­gen­den Zahl von nicht ange­tre­ten Impf­ter­mi­nen bie­tet das Impf­zen­trum zeit­lich fle­xi­blen Impf­wil­li­gen an, sich auf eine Hop-On-Lis­te auf­neh­men zu las­sen (Annah­me tele­fo­nisch mon­tags bis sonn­tags, 9.30 – 12.30 Uhr; Tel. 09519423010). Die­se Per­so­nen wer­den am Nachmittag/​frühen Abend ver­stän­digt, um nicht ver­brauch­ten Impf­stoff nicht ver­fal­len zu las­sen. Eine vor­he­ri­ge Regis­trie­rung ist vorausgesetzt.

„Um best­mög­lich auf einen mög­li­chen neu­en Anstieg der Inzi­denz­wer­te jetzt oder im Herbst vor­be­rei­tet zu sein und dann die Infek­tio­nen nied­rig hal­ten zu kön­nen, ist die Imp­fung das bes­te Mit­tel“, warb der Vor­sit­zen­de des ärzt­li­chen Kreis­ver­ban­des, Dr. Georg Knob­lach, sich imp­fen zu las­sen. Je höher die Impf­quo­te, des­to gerin­ger wer­de das Infek­ti­ons­ge­sche­hen erwartet.

Der­zeit sind in Stadt und Land­kreis Bam­berg mehr als 105.000 Men­schen erst­ge­impft. Das ent­spricht einer Quo­te von 47 Pro­zent der gesam­ten Bevöl­ke­rung. Rech­net man Kin­der und Jugend­li­che, für die die Stän­di­ge Impf­kom­mis­si­on (STIKO) eine Imp­fung der­zeit nicht emp­fiehlt (rund 16 Pro­zent der Bevöl­ke­rung), so liegt eine berei­nig­te Impf­quo­te der der­zeit impf­ba­ren Ein­woh­ner bei 55 Prozent. 

FC Ein­tracht Bamberg

Sieg im Test­spiel beim TSV Neudrossenfeld

In sei­nem zwei­ten Sai­son­vor­be­rei­tungs­spiel sieg­te Fuß­ball Bay­ern­li­gist FC Ein­tracht Bam­berg ges­tern beim Lan­des­li­gis­ten TSV Neu­dros­sen­feld mit 2:0.

„Die ers­ten 20 Minu­ten waren wie ein Aus­flug in den Frei­zeit­park. Jeder hat sich ein­mal ein biss­chen umge­se­hen“, lau­tet die Bilanz von Trai­ner Juli­an Kol­beck mit einem leich­ten Schmun­zeln. Und damit hat­te er auch sicher­lich Recht. Wäh­rend Neu­dros­sen­feld sofort im Spiel war, gab es beim FC Ein­tracht noch viel Sand im Getrie­be. Dies änder­te sich erst mit der Trink­pau­se Mit­te der ers­ten 45 Minu­ten. Danach waren die „Dom­rei­ter“ wacher, der Ball lief flüs­si­ger und das Gesche­hen spiel­te sich zuse­hends in der Hälf­te der Gäs­te ab. Nach einem schnel­len Pass in die Tie­fe war es Jakob Tran­zis­ka, der sich gegen zwei Geg­ner durch­setz­te und den her­aus­ei­len­den Tor­hü­ter Oli­ver Habe­litz „tun­nel­te“. Der FCE war nun im Spiel­fluss und hat­te das Gesche­hen in der Hand, wenn­gleich man der Heim­mann­schaft eine star­ke Leis­tung attes­tie­ren muss. „Neu­dros­sen­feld hat mich beein­druckt“, erkann­te Juli­an Kol­beck. Der Bam­ber­ger Übungs­lei­ter wei­ter: „Ein rich­tig gute Trup­pe, die einen klas­se Fuß­ball spielt. Vor allem Dani­el Gareis schien über­all auf dem Platz zu sein und bot eine klas­se Vorstellung”.

Bei den Gäs­ten fiel auch nach dem Sei­ten­wech­sel der Defen­siv­ver­bund auf. „Heim­keh­rer“ Chris­to­pher Ket­te­ler zeig­te – obwohl leicht ange­schla­gen – in Ver­tre­tung des Bam­ber­ger Spiel­füh­rers Marc Reisch­mann erst­mals als Kapi­tän auf dem Feld erneut eine star­ke Vor­stel­lung und schob zusam­men mit Innen­ver­tei­di­ger-Kol­le­ge Felix Popp das Angriffs­spiel an. Nach den Ein­wechs­lun­gen von Lukas Schmitt­sch­mitt, Tobi­as Linz, Moritz Kau­be und Simon Koll­mer zur Pau­se gab es einen zusätz­li­chen Schub bei den „Dom­rei­tern“. Aber auch die Haus­her­ren hiel­ten dage­gen, so dass sich in der zwei­ten Hälf­te eine aus­ge­gli­che­ne Par­tie ent­wi­ckel­te. Sowohl Kee­per Fabi­an Dell­er­mann auf Sei­ten der Bam­ber­ger als auch Tobi­as Grü­ner auf Sei­ten des TSV zeig­ten ihre Klas­se. So blieb es in der 90. Minu­te Jakob Tran­zis­ka vor­be­hal­ten, das Spiel end­gül­tig zu ent­schei­den. Wie­der war es ein schnel­ler Pass in die Tie­fe, Kee­per Grü­ner kam einen Schritt zu spät und Tran­zis­ka netz­te zum 2:0 ein. Trai­ner Kol­becks Bilanz fiel ent­spre­chen zufrie­den aus: „Unter dem Strich ein guter Test gegen einen guten Geg­ner aus der Lan­des­li­ga, der uns viel abver­langt hat. Wir woll­ten den nächs­ten Schritt gehen im Spiel mit dem Ball, das ist uns pha­sen­wei­se gut gelun­gen. Und das schö­ne ist, am Ende steht wie­der die Null.“

Wei­ter geht es für den FC Ein­tracht Bam­berg am Sams­tag, dem 3. Juli, gegen den 1. FC Ober­haid. In die neue Sai­son der Bay­ern­li­ga star­ten die Dom­rei­ter vor­aus­sicht­lich am 24. Juli beim 1. FC Sand.


Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum FCE

https://www.fce2010.de/

FCE nur ein­mal im Losglück

FC Ein­tracht U15-Bay­ern­li­ga-Meis­ter, aber kein Aufsteiger

Der Traum vom größ­ten Erfolg der jün­ge­ren Ver­eins­ge­schich­te ist für die U15 des FC Ein­tracht Bam­berg zumin­dest vor­erst nicht in Erfül­lung gegan­gen: Bei der Aus­lo­sung des Baye­ri­schen Fuß­ball­ver­bands (BFV) heu­te Vor­mit­tag in Mün­chen hat­te das Team von Mat­thi­as Räder lei­der nur ein­mal das Glück auf sei­ner Sei­te, er ist Meis­ter der Bay­ern­li­ga Nord, auf­stei­gen wird aller­dings der ASV Neumarkt.

Die ers­te Zie­hung gewann der FCE gegen die SpVgg Bay­reuth, damit steht die U15 wenigs­tens als Meis­ter der Bay­ern­li­ga Nord fest. In der zwei­ten Run­de ging es dann um den Auf­stieg in die Regio­nal­li­ga Bay­ern, die höchs­te Liga in die­ser Alters­klas­se. Doch hier nah­men dann die BFV-Funk­tio­nä­re die Los­ku­gel des ASV Neu­markt, Meis­ter der Bay­ern­li­ga Süd, aus der Trom­mel. Die Fol­ge: Die U15 des FCE tritt auch in der kom­men­den Sai­son in der Bay­ern­li­ga Nord an.


Der Traum lebt weiter

Coach Mat­thi­as Räder reagier­te nach der Aus­lo­sung eini­ger­ma­ßen gefasst: „Nach die­ser tur­bu­len­ten Coro­na-Sai­son bin ich froh, dass wir uns letzt­lich Meis­ter nen­nen dür­fen. Und das abso­lut ver­dient: Wir waren die bes­te Mann­schaft in die­ser Liga!“ Das Los­glück in der ers­ten Run­de mag man auch als ein Stück sport­li­che Gerech­tig­keit sehen: Nach Punk­ten wäre der FCE am Ende als Meis­ter der Bay­ern­li­ga Nord fest­ge­stan­den, das Sport­ge­richt des BFV zog den Bam­ber­gern aller­dings drei Zäh­ler wegen eines Wech­sel­feh­lers in der Par­tie gegen den FC Schwein­furt 05 ab. Wegen die­ser Ent­schei­dung kam es nach dem Coro­na-beding­ten Abbruch der Sai­son erst zu dem Umstand, dass der FCE und die SpVgg Bay­reuth punkt­gleich auf Rang 1 stan­den. „Dem ASV Neu­markt wün­sche ich jetzt alles Gute für die Regio­nal­li­ga“, betont Räder, macht aber kei­nen Hehl dar­aus, dass er die Ent­schei­dung gegen die Ober­pfäl­zer ger­ne auf dem Platz getrof­fen hät­te. Der BFV hat­te im Früh­jahr beschlos­sen, den kom­plet­ten Jugend­spiel­be­trieb in Bay­ern wegen der Pan­de­mie abzu­bre­chen und aus­ste­hen­de Ent­schei­dun­gen um Auf- und Abstie­ge am grü­nen Tisch zu treffen.

Auch FCE-Jugend­ko­or­di­na­tor Abi Bas­ka­ran zeig­te sich nach den Los­zie­hun­gen als Rea­list: „Natür­lich hät­ten wir ger­ne in der nächs­ten Sai­son gegen Mann­schaf­ten wie FC Bay­ern Mün­chen, 1. FC Nürn­berg oder FC Augs­burg gespielt. Aber das war ein rei­nes Glücks­spiel – noch mehr als ein Elf­me­ter­schie­ßen. Inso­fern bin ich froh, dass wir wenigs­ten Bay­ern­li­ga­meis­ter gewor­den sind. Den Neu­mark­tern viel Glück. Und viel­leicht stei­gen wir ja dann nächs­tes Jahr auf, wenn die Ent­schei­dun­gen hof­fent­lich end­lich wie­der auf dem Fuß­ball­platz getrof­fen wer­den.“ Den Traum vom größ­ten Erfolg der jün­ge­ren Ver­eins­ge­schich­te haben die FCE-Ver­ant­wort­li­chen also noch nicht abge­schrie­ben. Und Träu­me kann man sich zu einem gro­ßen Teil erar­bei­ten. Sicher gehört auf dem Feld dann auch eine Por­ti­on Glück dazu – aber weit­aus weni­ger als bei einem Los. Das neue Trai­ner­team der U15 um Lar­sen Schu­bert wird ab August ver­su­chen, einen Weg zu finden.

„Seel­sor­ger geben der See­le Heimat“

Erz­bi­schof Lud­wig Schick weiht den frü­he­ren Alten­pfle­ger Sebas­ti­an Heim zum Priester

Bei der Pries­ter­wei­he im Bam­ber­ger Dom hat Erz­bi­schof Lud­wig Schick die Seel­sor­ge als „die wesent­li­che Auf­ga­be“ der Kir­che betont. „Jeder Mensch hat eine See­le und braucht Seel­sor­ge, und wir brau­chen Seel­sor­ger, die der See­le Hei­mat geben“, so der Erz­bi­schof am Sams­tag in sei­ner Pre­digt zur Wei­he des 34-jäh­ri­gen Sebas­ti­an Heim.

„Die See­le fin­det ihre Hei­mat bei Gott. Bei ihm, dem Ursprung, Sinn und Ziel aller Men­schen und der gan­zen Schöp­fung, fin­det sie Ruhe und Heil. Seel­sor­ger sind See­len­füh­rer zu Gott. Des­halb brau­chen wir Beru­fun­gen zum pries­ter­li­chen Dienst“, so der Erz­bi­schof. Für die Seel­sor­ge sei die Kir­che gegrün­det und bestellt. „Damit die Seel­sor­ger ihre genui­ne Auf­ga­ben erfül­len kön­nen, müs­sen sie sich auch aus ande­ren Akti­vi­tä­ten in Poli­tik und Gesell­schaft, die ande­ren Mit­glie­dern der Kir­che auf­ge­tra­gen sind, her­aus­hal­ten. Der seel­sorg­li­che Dienst muss immer in Hei­lig­keit und Gerech­tig­keit, in Selbst­lo­sig­keit und Hoch­ach­tung vor jedem ande­ren Men­schen erfüllt wer­den“, füg­te Schick hinzu.

Die Pan­de­mie habe deut­lich gemacht, dass die Men­schen nicht nur einen Leib, son­dern auch eine See­le haben. Die alten Men­schen, die nicht besucht wer­den konn­ten, hät­ten zwar für ihren Leib alles erhal­ten, aber dabei sei die See­le krank gewor­den. Auch die Ange­hö­ri­gen, die ihre Lie­ben in den Hei­men und Kran­ken­häu­sern nicht besu­chen durf­ten, hat­ten Scha­den an der See­le genom­men. Durch die Abstands- und Hygie­ne­re­geln sei­en vie­le See­len, auch von Kin­dern und Jugend­li­chen, geschä­digt wor­den, und vie­le lit­ten dar­un­ter. „Lasst uns auf unse­re See­le ach­ten, schät­zen wir Seel­sor­ge, beten und wer­ben wir um gute Seel­sor­ge­rin­nen und Seel­sor­ger“, so Schick.

Sebas­ti­an Heim hat zehn Jah­re als Alten­pfle­ger in der Cari­tas-Sozi­al­sta­ti­on Coburg gear­bei­tet, bevor er sich ent­schied, Pries­ter zu wer­den. Als Minis­trant und Pfarr­ge­mein­de­rat war er zudem schon jah­re­lang im Gemein­de­le­ben aktiv. Er wur­de 1986 in Coburg gebo­ren und wuchs in Neundorf/​Gemeinde Weit­rams­dorf auf. 2014/​2015 absol­vier­te er das Pro­pä­deu­ti­kum in Bam­berg und begann danach das Stu­di­um im über­diö­ze­sa­nen Pries­ter­se­mi­nar in Lan­ters­ho­fen. Das Pas­to­ral­prak­ti­kum mach­te er seit 2019 im Seel­sor­ge­be­reich Neu­bau in Neun­kir­chen am Brand. Im Sep­tem­ber 2020 emp­fing er die Dia­ko­nen­wei­he. Sei­ne Pri­miz fei­ert Heim am 2. Juli um 9.30 Uhr in sei­ner Hei­mat­ge­mein­de Neundorf.

Chris­to­pher Street Day 

Que­e­re Bamberger*innen zei­gen am 3. Juli ihre bun­te Vielfalt

Die „Que­er Com­mu­ni­ty Uni Bam­berg“ und der „Ufer­los – Schwu­le und Les­ben in Bam­berg e. V.“ ver­an­stal­ten am Sams­tag, dem 3. Juli 2021 ab 16 Uhr, eine „Chris­to­pher Street Day“-Demonstration in Bamberg.

Der Chris­to­pher Street Day (CSD) ist seit den 1970er Jah­ren ein Tag oder ein Zeit­raum, wäh­rend dem que­e­re Men­schen für sich und für ihre Belan­ge auf die Stra­ße gehen, Öffent­lich­keit her­stel­len und ihre For­de­run­gen auf Akzep­tanz und Nicht-Dis­kri­mi­nie­rung erheben.


Per­so­nen aus dem LGBTQIA+ Spek­trum ste­hen wei­ter vor gro­ßen Herausforderungen

„Die ernied­ri­gen­de Debat­te zum Selbst­be­stim­mungs­ge­setz im Bun­des­tag hat inter, trans, non-binä­ren und agen­der Per­so­nen deut­lich gezeigt, dass sie für zahl­rei­che Politiker*innen Bürger*innen zwei­ter Klas­se sind.“, pran­gert Leo­nie Acker­mann, CSD-Organisator*in und Vor­stand des AStA Bam­berg e.V., an. Acker­mann ist selbst non-binär. „Die mehr­heit­li­che Ableh­nung zwei­er Anträ­ge, die bei­spiels­wei­se die teu­re und ent­wür­di­gen­de Begut­ach­tungs­pflicht abge­schafft und durch eine ein­fa­che, selbst­be­stimm­te Erklä­rung zu Geschlecht und Namen ersetzt hät­ten, ist ein Schlag ins Gesicht. Unse­re Dis­kri­mi­nie­rung und Ent­mün­di­gung wird nicht nur in Kauf genom­men, Politiker*innen haben die Büh­ne des Bun­des­tags gleich­zei­tig genutzt, um trans­feind­li­che Droh­ku­lis­sen aufzubauen.“

Ufer­los-Vor­stand Mar­tin Claß kri­ti­siert, dass Regen­bo­gen­fa­mi­li­en im Abstam­mungs­recht noch immer dis­kri­mi­niert wer­den: „Bei gemischt-geschlecht­li­chen ver­hei­ra­te­ten cis-Paa­ren wird der Ehe­mann auto­ma­tisch als Eltern­teil in die Geburts­ur­kun­de ein­ge­tra­gen, und zwar unab­hän­gig davon, ob er auch bio­lo­gisch der Vater ist oder nicht. Wird ein Kind hin­ge­gen in eine Part­ner­schaft gebo­ren, die nicht aus einem cis-Mann und einer cis-Frau besteht, wird die Per­son, die das Kind nicht gebo­ren hat, nicht auto­ma­tisch als Eltern­teil ein­ge­tra­gen und hat ‑wenn kei­ne Ehe besteht- auch nicht die Mög­lich­keit, die Eltern­schaft ein­fach anzu­er­ken­nen.“ Gegen die­se Dis­kri­mi­nie­rung zieht aktu­ell die deutsch­land­wei­te Initia­ti­ve NODOPTION mit betrof­fe­nen Fami­li­en vor Gericht, um das zu ändern.

Außer­dem ver­ur­tei­len sowohl der AStA Bam­berg e.V. als auch der Ufer­los e.V. die Aus­höh­lung von LGBTQIA+ Rech­ten in ein­zel­nen Mit­glieds­staa­ten der Euro­päi­schen Uni­on, wie Polen und Ungarn. Im Rah­men des Chris­to­pher Street Day 2021 in Bam­berg wer­den daher Spen­den für die Hát­tér Socie­ty gesam­melt. Die Orga­ni­sa­ti­on setzt sich seit 1995 für die Rech­te von Schwu­len, Les­ben, Bise­xu­el­len, Trans- und Inter-Per­so­nen in Ungarn ein.


Akti­ons­wo­che macht unter­schied­li­che Facet­ten quee­ren Lebens sichtbar

Die Organisator*innen haben in der Woche vor dem CSD ein bun­tes Rah­men­pro­gramm auf die Bei­ne gestellt, das am 27. Juni mit einem quee­ren Got­tes­dienst in der Auf­er­ste­hungs­kir­che beginnt. Neben einem Vor­trag zu Ase­xua­li­tät und einer Lesung der Ber­li­ner Autorin Trau­de Bühr­mann zum The­ma „End­lich wie­der in die Welt hin­aus – in Wort und Bild durch Les­ben­Pri­des“, brin­gen zwei inter­na­tio­na­le Gäs­te Per­spek­ti­ven aus Bela­rus und Nord­ma­ze­do­ni­en nach Bam­berg. Am Frei­tag­abend wer­den aktu­el­le poli­ti­sche Her­aus­for­de­run­gen für que­e­re Men­schen in einer Podi­ums­dis­kus­si­on thematisiert.

Den krö­nen­den Abschluss bil­det die Demons­tra­ti­on am 3. Juli, die um 16 Uhr am Bahn­hof star­tet und auf dem Max­platz endet. Sowohl zu Beginn als auch zum Abschluss wird den Teilnehmer*innen ein viel­fäl­ti­ger Mix aus Rede­bei­trä­gen und künst­le­ri­schen Bei­trä­gen geboten.

Alle Ver­an­stal­tun­gen zum CSD 2021 in Bam­berg außer dem Got­tes­dienst und der Demons­tra­ti­on wer­den online statt­fin­den. Das Pro­gramm wird von der „Part­ner­schaft für Demo­kra­tie in der Stadt Bam­berg“ im Rah­men des Bun­des­pro­gramms “Demo­kra­tie leben!” durch das BMFSFJ gefördert.

Alle wei­te­ren Infor­ma­tio­nen zum Pro­gramm fin­den sich auf https://queereuni.de/csdbamberg und Instagram.

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