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Inklusion

vbw-Pres­se­mit­tei­lung zum Tag der Inklusion

vbw betont die Bedeu­tung von Teil­ha­be am Arbeitsleben

Anläss­lich des Tags der Inklu­si­on am 3. Dezem­ber betont die vbw – Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. die Bedeu­tung der Teil­ha­be von Men­schen mit Behin­de­rung am Arbeitsleben.

„Teil­ha­be ist nicht nur wesent­lich für ein selbst­be­stimm­tes Leben, son­dern auch betriebs- und volks­wirt­schaft­lich ein wich­ti­ges Hand­lungs­feld“, erklärt Bert­ram Bros­sardt, vbw-Haupt­ge­schäfts­füh­rer. Die Wirt­schaft enga­gie­re sich bereits in erheb­li­chem Maße für die Inklu­si­on. Die baye­ri­schen Arbeit­ge­ber­ver­bän­de unter­stütz­ten Unter­neh­men bei der Prä­ven­ti­on, um Beein­träch­ti­gun­gen mög­lichst gut vor­zu­beu­gen, sowie der Reinte­gra­ti­on und Inklu­si­on von Schwer­be­hin­der­ten in den Arbeits­markt. „Men­schen mit Behin­de­rung leis­ten einen wich­ti­gen Bei­trag zur Siche­rung des Arbeits­kräf­te- und Fach­kräf­te­be­darfs: Sie sind gut qua­li­fi­ziert und wer­den gebraucht.“

Fast 73 Pro­zent der rund 165.000 schwer­be­hin­der­ten Beschäf­tig­ten in Bay­ern waren im Jahr 2023 bei einem pri­va­ten Arbeit­ge­ber ange­stellt. 28 Pro­zent der schwer­be­hin­der­ten Beschäf­tig­ten waren im ver­ar­bei­ten­den Gewer­be tätig. Das ist bran­chen­über­grei­fend der größ­te Anteil. „Im Frei­staat hat sich die Zahl der Arbeits­plät­ze schwer­be­hin­der­ter Beschäf­tig­ter bei Betrie­ben mit über 20 Arbeits­plät­zen beson­ders kräf­tig erhöht: Sie stieg zwi­schen 2013 und 2023 um 20,5 Pro­zent. Die­se Zah­len ver­deut­li­chen, dass die Bereit­schaft zur Ein­stel­lung schwer­be­hin­der­ter Men­schen kei­nes­wegs nur das Ergeb­nis von staat­li­cher Regu­lie­rung ist. Das Enga­ge­ment für Inklu­si­on, das gera­de die baye­ri­sche Wirt­schaft lebt, zeigt Wir­kung“, sagt Brossardt.

Für die vbw ist die Sen­si­bi­li­sie­rung für das The­ma ent­schei­dend für eine erfolg­rei­che Inklu­si­on. „Wir brau­chen mehr Infor­ma­tio­nen und Anrei­ze statt Regu­lie­rung. Arbeit­ge­ber müs­sen umfas­send über die Chan­cen der Beschäf­ti­gung schwer­be­hin­der­ter Per­so­nen sowie die damit ver­bun­de­nen recht­li­chen Vor­ga­ben infor­miert wer­den“, so Bros­sardt. Hier sei­en vor allem die Spe­zia­lis­ten in den Arbeits­agen­tu­ren, bei den Reha-Trä­gern sowie beim Inklu­si­ons­amt gefor­dert. Sie leis­te­ten bereits jetzt sehr gute Arbeit. „Außer­dem über­neh­men die Ein­heit­li­chen Ansprech­stel­len für Arbeit­ge­ber in Bay­ern (EAA) eine Lot­sen­funk­ti­on für die Unter­neh­men. So soll die Ein­stel­lung behin­der­ter Men­schen deut­lich erleich­tert wer­den. Die gemein­sa­men Bemü­hun­gen zur Ver­brei­tung des Bewusst­seins­wan­dels, dass ‚behin­dert‘ nicht auto­ma­tisch ‚leis­tungs­ge­min­dert‘ bedeu­tet, sind vor­an­zu­trei­ben. Dabei kön­nen posi­ti­ve Bei­spie­le aus der Pra­xis hilf­reich sein. Klar ist: Erfolg­rei­che Inklu­si­on funk­tio­niert nur mit den Unter­neh­men, nicht gegen sie“, so Bros­sardt abschließend.

Rund 300 Gäs­te fei­er­ten im Ziegelbau

Emo­tio­na­le Sport­ga­la des För­der­kreis goolkids

Zum sieb­ten Mal fand am ver­gan­ge­nen Sams­tag (25. Okto­ber) die gool­kids-Sport­ga­la statt. Die Klam­mer des Abends bil­de­te Initia­tor Robert Bartsch. Zu Beginn blick­te ein Ein­spiel­film, mit Bartsch als Erzäh­ler, auf die Anfän­ge des För­der­krei­ses zurück. Und am Ende der Gala über­rasch­te das Team von gool­kids sei­nen Grün­der mit dem Video „Dan­ke, Robert!“. Unter gro­ßer Rüh­rung, sowohl im Publi­kum als auch auf der Büh­ne, ver­deut­lich­te der Film noch ein­mal das Aus­maß von Bartsch‘ Enga­ge­ment der ver­gan­ge­nen zehn Jah­re. Die Gäs­te reagier­ten mit ste­hen­den Ova­tio­nen. Doch der Abend hat­te noch vie­le wei­te­re tol­le und emo­tio­na­le Momen­te zu bieten.

Dem Ein­spie­ler folg­te die Begrü­ßung durch Mode­ra­tor Mat­thi­as „Ste­go“ Ste­ger und anschlie­ßend ein Gruß­wort von Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Starke.

Danach betra­ten die gool­kids-Vor­stän­de Anna Nie­der­mai­er und Wolf­gang Heyder gemein­sam mit Wil­fried Käm­per vom Namens­ge­ber Magnat die Büh­ne, zeig­ten sich selbst begeis­tert von der Ent­wick­lung in den ver­gan­ge­nen zehn Jah­ren und gaben einen kur­zen Abriss über die unter­schied­li­chen Pro­jek­te unter dem gookids-Dach.

Zum Pro­jekt Inklu­si­ons-Fuß­ball, das in Zusam­men­ar­beit von gool­kids mit dem FV 1912 Bam­berg läuft, kam der stell­ver­tre­ten­de 12-er-Kapi­tän Andre­as Güß­re­gen zu einem kur­zen Inter­view mit Mode­ra­tor Ste­ger auf die Büh­ne, zum Fit­ness-Pro­jekt Reha­Fit Trai­ner Franz Bezold gemein­sam mit drei sei­ner Ath­le­tIn­nen. Initia­tor Robert Bartsch infor­mier­te über das Sam­mel­cen­ter, das qua­si direkt mit gool­kids vor zehn Jah­ren star­te­te und dazu dient, bedürf­ti­ge Kin­der mit Sport­kla­mot­ten zu ver­sor­gen. In die­sem Zusam­men­hang über­reich­te er Lilo Fischer, „ohne die das Sam­mel­cen­ter nicht mög­lich wäre“, einen Blu­men­strauß und dank­te ihr von gan­zem Her­zen. Von ihr erhielt er umge­hend die Zusa­ge, solan­ge es ihr gesund­heit­lich mög­lich ist, für gool­kids da zu sein. 


Ste­hen­de Ova­tio­nen für Grün­der Robert Bartsch

Dr. Schön­ber­ger stell­te im Namen des Bam­berg Gut­schein-Teams die Akti­on „3 x Glück“ vor, bei der ein Teil des Erlö­ses gekauf­ter Gut­schei­ne an vier Pro­jek­te geht. Begüns­tig­te sind neben dem För­der­kreis gool­kids die Stif­tung Zir­kus Gio­van­ni, der För­der­ver­ein der Lebens­hil­fe Bam­berg „Hand in Hand“ und das Kin­der- und Jugend­hos­piz Sternenzelt.

gool­kids-Sozi­al­päd­ago­gin Lis­ca Dogan gab ein Feed­back über Pro­jek­te wie „Roll­stuhl­sport macht Schu­le“ und die Inklu­si­ons­mes­se und blick­te auf den Bene­fiz-Lauf­treff am 6. Dezem­ber, bevor die Ath­le­tIn­nen, die bei den Spe­cial Olym­pics Medail­len gewan­nen, und ihr Trai­ner Udo Pörsch­ke mit „Ste­go“ spra­chen und Hans Mar­tin Lech­ner vom Lions Club Resi­denz über den Bam­ber­ger Advents­ka­len­der infor­mier­te. Um auch wei­ter­hin das Pro­jekt „Roll­stuhl­sport macht Schu­le“ sichern zu kön­nen, über­reich­te Mathi­as Polz, Mar­ke­ting­lei­ter der Spar­kas­se Bam­berg, einen Scheck.

Die Band Hea­ven sorg­te für die musi­ka­li­sche Unter­hal­tung der Gala und ver­stei­ger­te außer­dem ein Wohn­zim­mer­kon­zert, für wel­ches Mat­thi­as Ste­gers Kum­pel den Zuschlag erhielt.

Emo­tio­nal wur­de es, als Johan­nes Gras­ser zum Bot­schaf­ter ernannt wur­de. Der jun­ge Mann, lebt seit sei­ner Geburt mit Tetras­pas­tik und stellt sich den­noch zeit sei­nes Lebens neu­en kör­per­li­chen Her­aus­for­de­run­gen, sei es ein Sprung mit dem Roll­stuhl vom Sprung­brett im Schwimm­bad, oder das Klet­tern auf den Zucker­hut in Rio de Janei­ro. Mitt­ler­wei­le ist er als Spea­k­er aktiv und hat vor einem Jahr das Buch „Mich bremst nie­mand aus“ ver­öf­fent­licht. Bei der Ernen­nung und den jewei­li­gen Wort­bei­trä­gen von Mode­ra­tor, gool­kids-Vor­stand­schaft und Johan­nes Gra­ser selbst hat­ten alle auf der Büh­ne Anwe­sen­den mit ihren Emo­tio­nen zu kämp­fen und im Saal war es still wie den rest­li­chen Abend nicht mehr.

Im Anschluss ging es an die Ver­lei­hung von gool­kids-För­der­prei­sen und die Ehrun­gen von Spie­le­rin und Spie­ler des Jah­res, Mann­schaft des Jah­res bei den Damen und Mann­schaft des Jah­res bei den Her­ren sowie des Funk­tio­närs des Jahres.

Die vier gool­kids-För­der­prei­se gin­gen an den MTV Bam­berg, das Pro­jekt „Wir Hel­den“, Heiner´s Traum­elf und den FV 1912 Bam­berg. Mit die­sen Aus­zeich­nun­gen wür­digt gool­kids Inklu­si­ons-Pro­jek­te und hofft, dadurch wei­te­re der­ar­ti­ge Pro­jek­te anzuregen.

Anschlie­ßend wur­den je drei nomi­nier­te Fuß­bal­le­rIn­nen bezie­hungs­wei­se Mann­schaf­ten in Ein­spie­lern vor­ge­stellt, bevor die Sie­gen­den ver­kün­det wur­den. Bei den Damen räum­te die SpVgg Ebing ab, stell­te mit Caro­li­ne Eberth die Spie­le­rin des Jah­res sowie mit der 2. Mann­schaft die Mann­schaft des Jah­res. Spie­ler des Jah­res wur­de Nico Imhof vom VfL Mürs­bach, Mann­schaft des Jah­res bei den Her­ren der SC Kem­mern, und als Funk­tio­när des Jah­res wur­de Sascha Dorsch vom FC Ein­tracht Bam­berg ausgezeichnet.

Zum Ende trat noch­mals die gool­kids-Vor­stand­schaft sowie Robert Bartsch auf die Büh­ne, um ihren Dank aus­zu­spre­chen an Alle im Back­of­fice, an Mode­ra­tor Mat­thi­as Ste­ger und an alle Spon­so­ren, die die­sen Abend ermög­lich­ten. In die­sem Zuge über­rasch­te das gool­kids-Team Initia­tor Robert Bartsch mit einem Ein­spiel­film über ihn mit Sze­nen aus den ver­gan­ge­nen zehn Jah­ren mit dem Titel „Dan­ke, Robert“.

„Der Abend war eine emo­tio­na­le Zeit­rei­se mit wun­der­ba­ren Men­schen und Höhe­punk­ten!“, zeig­te sich Bartsch bewegt. „Wir haben als Team weit mehr erreicht als im ers­ten Schritt gedacht war. Dass unser Stre­ben nach mehr Inklu­si­on im Sport so gut ankommt, hät­te ich vor­her nie erwar­tet”, ergänz­te er im Rück­blick auf sei­ne Visi­on von vor rund 10 Jah­ren. „Doch gera­de für eine inklu­si­ve Sport­welt gibt es noch viel zu tun. Aber durch unse­ren posi­ti­ven Anfang wer­den wir die nächs­ten Mei­len­stei­ne höchst moti­viert anpacken.“

Wenn aus einer Idee eine Bewe­gung wird

Zehn Jah­re goolkids

Es begann mit einer Visi­on: Men­schen mit und ohne Behin­de­rung soll­ten nicht in getrenn­ten Wel­ten leben, son­dern auf Augen­hö­he, Sei­te an Sei­te, in der Mit­te der Gesell­schaft. Sport, so glaub­te der Grün­der von gool­kids, Robert Bartsch, kann dafür der Schlüs­sel sein – eine Brü­cke, die ver­bin­det, Vor­ur­tei­le abbaut und Freu­de schenkt. Zehn Jah­re spä­ter ist aus die­ser Idee eine Bewe­gung gewor­den, die weit über Bam­berg hinausstrahlt.

„In den­je­ni­gen zehn Jah­ren, in denen sich der För­der­kreis gool­kids in Bam­berg und Umge­bung für Inklu­si­on und Inte­gra­ti­on ein­setzt, ist es uns gelun­gen, den Wert der Teil­ha­be in der Gesell­schaft bekann­ter zu machen und vie­le inklu­si­ve Ver­an­stal­tun­gen zu orga­ni­sie­ren“, sagt Grün­der Bartsch rück­bli­ckend. Was damals klein begann, hat sich zu einem Netz­werk ent­wi­ckelt, das Poli­tik, Wirt­schaft, Schu­len und Sport­ver­ei­ne mit­ein­an­der verbindet.


Ein Jahr­zehnt vol­ler Meilensteine

Das Spek­trum der Pro­jek­te ist beein­dru­ckend und unter­streicht das sozia­le Enga­ge­ment: Die Inklu­si­ons­mes­se infor­miert seit Jah­ren über Ange­bo­te in der Regi­on. Tur­nie­re wie die Fran­ken- und MIT­ein­an­der-Cups begeis­tern Sportler:innen mit und ohne Behin­de­rung glei­cher­ma­ßen. Bene­fiz­läu­fe oder Golf­tur­nie­re brin­gen Men­schen zusam­men, die viel­leicht sonst nie mit­ein­an­der ins Gespräch gekom­men wären.

Vor allem aber zei­gen Pro­jek­te wie „Roll­stuhl­sport macht Schu­le“, wie nach­hal­tig Inklu­si­on wir­ken kann. In Klas­sen­zim­mern und Turn­hal­len erle­ben Kin­der und Jugend­li­che, was es bedeu­tet, im Roll­stuhl einen Hin­der­nis­par­cours zu bewäl­ti­gen. Sie spie­len Roll­stuhl­bas­ket­ball, lachen, schwit­zen und ver­ges­sen nach weni­gen Minu­ten, dass sie gera­de in eine ganz ande­re Lebens­rea­li­tät ein­tau­chen: „So ler­nen die Kin­der nicht nur ein sozia­les Mit­ein­an­der schät­zen, son­dern ver­ste­hen auch, wie erstre­bens­wert eine viel­fäl­ti­ge und diver­si­täts­freund­li­che Gesell­schaft ist“, erklärt Robert Bartsch.

Das gool­kids-Team wäh­rend der Spe­cial Olym­pics World Games, Foto: goolkids.de

Beson­de­re Stern­stun­den erleb­ten die goolkids-Athlet:innen bei den Spe­cial Olym­pics: „Jüngst konn­ten sich Athlet:innen von unse­rem Koope­ra­ti­ons­ver­ein FV 1912 Bam­berg für die Spe­cial Olym­pics Lan­des­spie­le in Erlan­gen qua­li­fi­zie­ren und dort Medail­len gewin­nen“, erzählt er. Für vie­le sei es das ers­te Mal gewe­sen, bei einem gro­ßen sport­li­chen Wett­be­werb dabei zu sein – und das Strah­len in den Gesich­tern wir­ke noch lan­ge nach.

Ein wei­te­res Kapi­tel, das unver­ges­sen bleibt, war die Host-Town-Rol­le wäh­rend der Spe­cial Olym­pics World Games 2023 in Ber­lin. Bam­berg emp­fing eine Dele­ga­ti­on aus Bah­rain, trai­nier­te, fei­er­te und leb­te tat­säch­lich im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes „geleb­te Teil­ha­be“. „Wie wir damals gemein­sam trai­niert und gefei­ert haben, wer­den unse­re Athlet:innen sicher nie­mals ver­ges­sen“, ist sich Bartsch des­sen ganz sicher. Sol­che Erleb­nis­se sind es, die nicht nur den Ver­ein, son­dern eine gan­ze Regi­on prägen.


Die Sport­ga­la: Ein Fest der Begegnung

Der Höhe­punkt des Jubi­lä­ums­jah­res wird zwei­fel­los die gro­ße Sport­ga­la am 25. Okto­ber im Wel­co­me Kon­gress­ho­tel. Unter dem Mot­to „10 Jah­re gool­kids“ fei­ert Bam­berg einen Abend, der Herz und Hal­tung ver­bin­det: „Wir wol­len den Gäs­ten zei­gen, wie wir Inklu­si­on leben und was wir den Men­schen geben wol­len“, beschreibt der Grün­der die Idee hin­ter dem groß­an­ge­leg­ten Event.

Die Gala ist dabei jedoch weit­aus mehr als nur ein Rück­blick. Es gibt ein fest­li­ches Drei-Gän­ge-Buf­fet, Musik der Band Hea­ven und eine Mode­ra­ti­on durch Mat­thi­as „Ste­go“ Ste­ger von Radio Bam­berg, der mit Humor und Lei­den­schaft durch den Abend führt. Emo­tio­na­le Momen­te sind hier­bei garan­tiert, wenn die gool­kids-För­der­prei­se ver­lie­hen und die bes­ten Fußballer:innen der Regi­on geehrt wer­den – unter­stützt von anpfiff.info.

Ein ganz beson­de­rer Höhe­punkt wird dabei die Ernen­nung von Jon­ny Gras­ser zum Inklu­si­ons­bot­schaf­ter. Gras­ser, der bereits beim Neu­jahrs­emp­fang für Begeis­te­rung sorg­te, steht wie kaum ein ande­rer dafür, dass Bar­rie­ren vor allem in den Köp­fen exis­tie­ren – und schließ­lich auch über­wun­den wer­den kön­nen und sollen.

Doch die Gala ist nicht nur eine Büh­ne für Sportler:innen. Sie ist auch ein Ort der Begeg­nung für Spon­so­ren, Part­ner und Gäs­te – auch das ist von beson­de­rer Bedeu­tung. „Die Sport­ga­la ist ein gro­ßes Fest und eine gro­ße Aner­ken­nung für die teil­neh­men­den Sportler:innen. Doch sie bie­tet auch die Chan­ce, sowohl beein­dru­cken­de Men­schen als auch höchst emo­tio­na­le Leis­tun­gen haut­nah ken­nen­zu­ler­nen“, betont Bartsch.

Teil­neh­men­de der Podi­ums­dis­kus­si­on wäh­rend der dies­jäh­ri­gen Inklu­si­ons­mes­se. Foto: Claus Riegl

Das media­le Inter­es­se sorgt dafür, dass die Bot­schaft von gool­kids weit über die Regi­on hin­aus getra­gen und auf die­se Wei­se für noch mehr Leu­te greif- und erfahr­bar wird. Außer­dem: „Wer teil­nimmt und sich einen Tisch reser­viert, unter­stützt zudem Inklu­si­ons-Pro­jek­te aus dem Bereich Jugend­sport für Inklu­si­on und Integration.“


Per­sön­li­che Visi­on und kol­lek­ti­ve Kraft

Wer den Grün­der von gool­kids, Robert Bartsch, nach sei­ner Rol­le fragt, bekommt eine beschei­de­ne Ant­wort. „Per­sön­lich sehe ich mich eher als Ideen­ge­ber und möch­te ganz ein­fach die Men­schen zusam­men­brin­gen.“ Ihm gehe es nicht um die eige­ne Per­son, son­dern um die Visi­on, dass Men­schen mit und ohne Behin­de­rung selbst­ver­ständ­lich gemein­sam Sport treiben.

Doch natür­lich braucht jede Bewe­gung Moto­ren – Men­schen, die Ideen ent­wi­ckeln, Türen öff­nen, Part­ner gewin­nen. Ohne die Lei­den­schaft eines gemein­sa­men Grün­der­teams wäre gool­kids nicht da, wo es heu­te steht. „Ich glau­be, dass mei­ne Visi­on und vor allem das gro­ße Enga­ge­ment aller Betei­lig­ten von gool­kids zusam­men den Weg wei­ter gehen kön­nen“, betont Robert Bartsch.


Geschich­ten, die alle berühren

Wenn von zehn Jah­ren gool­kids die Rede ist, sind es vor allem die vie­len per­sön­li­chen Geschich­ten, die hän­gen blei­ben. Sie machen deut­lich, dass Inklu­si­on kein theo­re­ti­sches Kon­zept ist, son­dern geleb­te Rea­li­tät. Sie berührt uns alle und wir alle haben immer wie­der Berüh­rungs­punk­te mit ihr. Da ist das jun­ge Mäd­chen, das bei den Lan­des­spie­len in Erlan­gen ihr sport­li­ches Debüt fei­er­te – und gleich die Gold­me­dail­le hol­te. Da ist der Ath­let, der eigent­lich nur „dabei sein woll­te“ und plötz­lich mit Sil­ber um den Hals vor Glück wein­te. „Wenn sich dann die­se Sport­ler zusam­men mit ihrem hoch enga­gier­ten Trai­ner in den Armen lie­gen, dann geht einem das Herz auf“, erin­nert sich der Grün­der. Die­se Emo­tio­nen sind es, die alle Anstren­gun­gen loh­nens­wert und mit nichts ande­rem ver­gleich­bar machen.


Her­aus­for­de­run­gen und Zukunftsziele

Trotz aller Erfol­ge bleibt die Arbeit von gool­kids kein Selbst­läu­fer und am Ende des Tages eben wei­ter­hin kno­chen­har­te ehren­amt­li­che Arbeit: „Da wir ein ehren­amt­li­cher Ver­ein sind, bestand und besteht eine immens hohe Her­aus­for­de­rung dar­in, Geld­ge­ber und För­de­rer zu fin­den“, schil­dert er. Öffent­li­che Mit­tel gibt es nicht, statt­des­sen haben Stif­tun­gen wie Akti­on Mensch, die Ober­fran­ken-Stif­tung oder die RAPS-Stif­tung wich­ti­ge Pro­jekt­för­de­run­gen ermög­licht. Inzwi­schen ste­hen auch vie­le Unter­neh­men aus der Regi­on hin­ter gool­kids: REWE, die VR-Bank, die Spar­kas­se Bam­berg oder der Wirt­schafts­club Bam­berg – um nur eini­ge zu nen­nen, denn da gehö­ren noch vie­le wei­te­re dazu. Ohne die­se Part­ner könn­ten vie­le Ideen nicht umge­setzt wer­den: „Herz­li­chen Dank an die­ser Stel­le!“, sagt der Ver­eins­grün­der mit Nachdruck.

Im Rah­men der Inklu­si­ons­ta­ge an Schu­len kön­nen Schü­le­rIn­nen ein Gefühl für die Her­aus­for­de­run­gen vonn Roll­stuhl­fah­re­rIn­nen bekom­men. Foto: Claus Riegl

Die größ­te Auf­ga­be bleibt jedoch nach wie vor die gesell­schaft­li­che Hal­tung. Noch immer sto­ßen Men­schen mit Behin­de­rung im All­tag auf Bar­rie­ren – sei­en es feh­len­de Ram­pen, Vor­be­hal­te in Sport­ver­ei­nen oder man­geln­des Ver­ständ­nis: „Inklu­si­on, also alle Men­schen ohne Vor­be­hal­te ein­zu­be­zie­hen, ist unser gro­ßes Ziel“, fasst Bartsch zusam­men. Und er ver­weist auf eine Zahl, die zum Nach­den­ken anregt: Mehr als zwölf Pro­zent der Bevöl­ke­rung in der Regi­on Bam­berg leben mit einer Beein­träch­ti­gung. Hät­ten Sie die­se Zahl erwartet?

Das Ziel der kom­men­den Jah­re lau­tet daher: Struk­tu­ren schaf­fen, die über ein­zel­ne Pro­jek­te hin­aus wir­ken. Inklu­si­on soll kein Leucht­turm sein, son­dern All­tag. Sport­ver­ei­ne sol­len ler­nen, Berüh­rungs­ängs­te abzu­bau­en und Teil­ha­be selbst­ver­ständ­lich zu machen. „Wir wün­schen uns eine Gesell­schaft, in der Sport für alle zugäng­lich ist“, for­mu­liert es der Gründer.


Es ist weit mehr als Sport

Zehn Jah­re gool­kids – das ist die Geschich­te einer Idee, die zur Bewe­gung wur­de. Einer Initia­ti­ve, die nicht nur sport­li­che Erfol­ge fei­er­te und wei­ter­hin fei­ert, son­dern vor allen Din­gen Her­zen öff­net, Vor­ur­tei­le abbaut und Per­spek­ti­ven verändert.

Die Jubi­lä­ums­ga­la wird die­se Rei­se wür­di­gen. Sie wird zurück­bli­cken auf bewe­gen­de Momen­te, groß­ar­ti­ge sport­li­che Leis­tun­gen und Men­schen, die durch ihren Mut und ihre Lei­den­schaft ande­re inspi­riert haben. Doch noch wich­ti­ger: Sie wird nach vorn bli­cken – auf eine Zukunft, in der Inklu­si­on kein Ziel mehr ist, son­dern geleb­te Nor­ma­li­tät für die Gesamtgesellschaft.

Oder, wie es der Grün­der selbst for­mu­liert: „Es liegt mir sehr am Her­zen, dass Men­schen mit und ohne Behin­de­rung gemein­sam sport­lich aktiv sein kön­nen. Dass wir eine inklu­si­ve Gesell­schaft wer­den, in der Teil­ha­be etwas Selbst­ver­ständ­li­ches ist.“

Ste­gau­rach beschließt tarif­li­che Fest­an­stel­lung von zwei lang­jäh­ri­gen integra-Mitarbeitern

Gemein­de Ste­gau­rach setzt ein star­kes Zei­chen für Inklusion

Die Gemein­de Ste­gau­rach beweist seit zwei Jahr­zehn­ten, dass Inklu­si­on kein Lip­pen­be­kennt­nis ist, son­dern kon­kret gelebt wer­den kann. Bereits vor 20 Jah­ren hat der Gemein­de­rat mit inte­gra MENSCH, einem Bereich der Lebens­hil­fe Bam­berg, zwei Arbeits­plät­ze im kom­mu­na­len Bau­hof ein­ge­rich­tet. Nun folgt der nächs­te logi­sche Schritt: die Über­nah­me zwei­er Beschäf­tig­ter in regu­lä­re sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Arbeits­ver­hält­nis­se – ermög­licht durch das „Bud­get für Arbeit“.

Ein star­kes Zei­chen sen­de­te dabei der Gemein­de­rat mit einem ein­stim­mi­gen Beschluss: Über Par­tei­gren­zen hin­weg wur­de die Maß­nah­me als weg­wei­send unter­stützt. „Das ist doch auf jeden Fall eine Auf­wer­tung für den Men­schen“, brach­te es Gemein­de­rat Gert Lech­ner (CSU) auf den Punkt. Die bei­den Mit­ar­bei­ten­den – Chris­ti­an Fuchs und Donald Wohn­fur­ter – waren bereits über vie­le Jah­re hin­weg über das inte­gra MENSCH-Paten­schafts­mo­dell im Bau­hof beschäf­tigt. Mit dem Schritt in die regu­lä­re Anstel­lung erhal­ten sie nun tarif­li­chen Lohn, vol­le Arbeit­neh­mer­rech­te und ech­te beruf­li­che Per­spek­ti­ven. Bun­des­weit gelingt die­ser Über­gang bis­lang weni­ger als einem Pro­zent der Werk­statt­be­schäf­tig­ten – umso bemer­kens­wer­ter ist der Erfolg des Ste­gau­ra­cher Modells.

Ein ent­schei­den­der Part­ner auf die­sem Weg ist der Bezirk Ober­fran­ken, der das Pro­jekt von Beginn an enga­giert beglei­tet. Bei der offi­zi­el­len Ver­trags­un­ter­zeich­nung am 25. Juni unter­strich Bezirks­tags­prä­si­dent Hen­ry Schramm die Bedeu­tung des „Bud­gets für Arbeit“: „Wer wie Chris­ti­an Fuchs oder Donald Wohn­fur­ter mit einem Werk­statt­an­spruch auf den all­ge­mei­nen Arbeits­markt wech­selt, bekommt durch das Bud­get für Arbeit eine ech­te Chan­ce auf Selbst­stän­dig­keit. Wir unter­stüt­zen die­se Ent­wick­lung mit aller Kraft – denn Teil­ha­be am Arbeits­le­ben ist ein Menschenrecht.“

Das För­der­instru­ment gleicht behin­de­rungs­be­ding­te Unter­stüt­zungs­be­dar­fe durch Lohn­kos­ten­zu­schüs­se aus – und ermög­licht Arbeit­ge­bern Pla­nungs­si­cher­heit. Das bewähr­te Paten­sys­tem von inte­gra MENSCH sorgt wei­ter­hin für per­sön­li­che Unter­stüt­zung und sta­bi­le Struk­tu­ren im betrieb­li­chen Alltag.

Bau­hof­lei­ter Ste­fan Reck hebt den Mehr­wert für das Team her­vor: „Chris­ti­an und Donald sind eine ech­te Berei­che­rung. Sie sind enga­giert, zuver­läs­sig und brin­gen gute Lau­ne mit.“

Auch für die Betrof­fe­nen selbst bedeu­tet die Anstel­lung einen gro­ßen Schritt in Rich­tung Selbst­be­stim­mung und gesell­schaft­li­cher Teil­ha­be. „Ich bin stolz, dass ich jetzt rich­tig dazu­ge­hö­re“, sagt Chris­ti­an Fuchs. „Ich ver­die­ne mein eige­nes Geld und habe tol­le Kollegen.“

„Wir wol­len Vor­bild sein und ande­ren Kom­mu­nen zei­gen, dass Inklu­si­on im Arbeits­le­ben funk­tio­niert – wenn man sie ernst nimmt. Die ein­stim­mi­ge Ent­schei­dung unse­res Gemein­de­rats zeigt, dass unse­re gesam­te Gemein­de die­sen Weg gemein­sam geht“, zieht Bür­ger­meis­ter Thi­lo Wag­ner (FW-FL) ein kla­res Fazit. Ein star­kes Zei­chen für Inklu­si­on setzt auch die Berufs­schu­le Bam­berg: Gemein­sam mit der Regie­rung von Ober­fran­ken wur­de für Fran­zis­ka Herold der Über­gang in das Bud­get für Arbeit rea­li­siert. Sie ist seit sechs Jah­ren im Sekre­ta­ri­at tätig und über­nimmt dort – unter­stützt von ihren Kol­le­gin­nen – viel­fäl­ti­ge Auf­ga­ben. Ihre neue Anstel­lung bedeu­tet nicht nur finan­zi­el­le Unab­hän­gig­keit, son­dern auch eine kla­re Aner­ken­nung ihrer Leistung.


„Ste­gau­rach ist ein leuch­ten­des Bei­spiel dafür, was mög­lich ist, wenn Inklu­si­on gelebt wird“

Was mög­lich ist, wenn Inklu­si­on kon­se­quent umge­setzt wird, zeigt auch das Kli­ni­kum der Sozi­al­stif­tung Bam­berg. Raed Almhi­meed, ein aus Syri­en geflüch­te­ter Kon­di­tor, ver­lor bei einem Bom­ben­an­griff einen Arm und ein Bein. Doch statt auf­zu­ge­ben, fand er mit Unter­stüt­zung von Pfle­ge­di­rek­to­rin Ilo­na Bau­mann und inte­gra MENSCH einen neu­en, indi­vi­du­ell ange­pass­ten Arbeits­platz. Heu­te nimmt er mit einem Tablet in den Pati­en­ten­zim­mern Essens­wün­sche auf – eine Tätig­keit, die er mit gro­ßer Freund­lich­keit, Zuver­läs­sig­keit und sozia­ler Kom­pe­tenz aus­führt. Sei­ne Geschich­te steht bei­spiel­haft für das, was mög­lich ist, wenn Enga­ge­ment und Krea­ti­vi­tät auf ech­te Teil­ha­be abzielen.

Immer mehr Arbeit­ge­ber fol­gen die­sem Bei­spiel: So haben auch die Kita St. Vitus in Hirschaid und der Maler­be­trieb Roy in Gerach ihre inte­gra-Paten­schaf­ten in sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Anstel­lun­gen auf Basis des Bud­gets für Arbeit über­führt. Damit ermög­li­chen sie ihren Mit­ar­bei­ten­den, eigen­stän­dig für ihren Lebens­un­ter­halt zu sor­gen – ein bedeu­ten­der Schritt hin zu ech­ter gesell­schaft­li­cher Teilhabe.

Kuno Eich­ner, Ein­rich­tungs­lei­ter von inte­gra MENSCH, zeigt sich bewegt: „Ste­gau­rach ist ein leuch­ten­des Bei­spiel dafür, was mög­lich ist, wenn Inklu­si­on gelebt wird. Was hier ent­stan­den ist, ist weit mehr als ein Arbeits­ver­hält­nis – es ist ein Zei­chen von ech­ter Wert­schät­zung, Ver­trau­en und Mit­ein­an­der – für die Men­schen, um die es geht und für die Idee einer inklu­si­ven Gesell­schaft. Ich bin tief beein­druckt von allen, die die­sen Weg mit Über­zeu­gung und Herz­blut mög­lich machen.“

Inklu­si­ons­fuß­ball-Tur­nier

1. Fran­ken Cup von gool­kids bringt Spaß und Begegnung

Bei strah­len­dem Son­nen­schein rich­te­te der För­der­kreis gool­kids e.V. am Wochen­en­de auf der Anla­ge des FV 1912 Bam­berg in der Armee­stra­ße den ers­ten Fran­ken Cup aus. Vie­le Tore gab es wäh­rend des gesam­ten Tur­niers zu beju­beln, das Fina­le dage­gen blieb in der regu­lä­ren Spiel­zeit tor­los und wur­de im Sie­ben­me­ter­schie­ßen entschieden.

Seit zehn Jah­ren setzt sich gool­kids in Bam­berg und Umge­bung durch Sport für Inklu­si­on und Inte­gra­ti­on sozi­al benach­tei­lig­ter Kin­der und Jugend­li­cher sowie von Men­schen mit Behin­de­rung ein. Da sich der Fuß­ball dafür als beson­ders wir­kungs­voll erwie­sen hat, wie es zum Bei­spiel Anfang des Jah­res der bereits ach­te MIT­ein­an­der­Cup des För­der­krei­ses zeig­te, haben sich die Ver­ant­wort­li­chen ent­schlos­sen, ein wei­te­res Inklu­si­ons­fuß­ball-Tur­nier in die Stadt zu bringen.

„Denn Sport ver­bin­det Men­schen und för­dert den Team­geist“, sagt Robert Bartsch, Grün­der und Lei­ter von gool­kids über den Fran­ken Cup. Auch auf die Mög­lich­keit neu­er Freund­schaf­ten, die zwi­schen Jugend­li­chen unter­schied­li­cher Her­kunft ent­ste­hen kön­nen, legt gool­kids gro­ßen Wert. Und am wich­tigs­ten: Sol­che inklu­si­ven Ver­an­stal­tun­gen för­dern die gesell­schaft­li­che Teil­ha­be von Men­schen mit Behinderung.


Inklu­si­on als gesamt­ge­sell­schaft­li­che Aufgabe

Der Gast­ge­ber FV 1912 Bam­berg emp­fing am 31. Mai für den ers­ten Fran­ken Cup Inklu­si­ons-Mann­schaf­ten aus der frän­ki­schen Regi­on. Mit dabei waren der FV 1912 selbst mit gool­kids Bam­berg, zwei Mann­schaf­ten des 1. FC Nürn­berg, die Brügg’nbauer, eben­falls aus Nürn­berg, und Hein­ers Traum­elf aus Baiersdorf/​Altenkunstadt.

Um 11 Uhr erfolg­te der ers­te Anstoß. Der Spiel­mo­dus des Tur­niers sah vor, dass die Teams auf inklu­si­vem Spiel­ni­veau alle­samt aus min­des­tens genau­so vie­len Spieler:innen mit Behin­de­rung bestehen müs­sen wie ohne. Dabei kann es sich um geis­ti­ge, psy­chi­sche, kör­per­li­che, orga­ni­sche oder sons­ti­ge Beein­träch­ti­gun­gen handeln.

Jede Mann­schaft setz­te sich aus sechs Feldspieler:innen plus Tor­wart zusam­men. In einer Vor­run­de spiel­ten alle Mann­schaf­ten gegen­ein­an­der jeweils zehn Minu­ten um die Plat­zie­run­gen für die Final­run­de. Doch auch wenn sich für das End­spiel nur zwei Mann­schaf­ten qua­li­fi­zier­ten, stan­den in den Spie­len nicht so sehr Wett­be­werb oder Tabel­len­punk­te im Vor­der­grund. Viel­mehr möch­te gool­kids mit dem Fran­ken Cup die Begeg­nung und das Mit­ein­an­der för­dern. „Für uns ist die Inklu­si­on von Men­schen mit Behin­de­rung in Sport­ver­ei­ne eine wich­ti­ge gesell­schaft­li­che Auf­ga­be“, sagt Robert Bartsch. Doch so wich­tig die­se Auf­ga­be auch sei, ver­die­ne sie noch mehr Aufmerksamkeit.

Sie­ben­me­ter­schie­ßen muss­te entscheiden

Am frü­hen Nach­mit­tag waren nach lei­den­schaft­lich und ein­satz­freu­dig geführ­ten Spie­len die Halb­fi­na­lis­ten aus der Vor­run­de her­vor­ge­gan­gen. Dort tra­ten die bei­den Nürn­ber­ger Mann­schaf­ten sowie Hein­ers Traum­elf und die Brügg’nbauer gegen­ein­an­der an. Im ers­ten Spiel der Run­de der letz­ten Vier set­ze sich der 1. FC Nürn­berg A gegen den 1. FC Nürn­berg B mit 2:1 durch. Hein­ers Traum­elf unter­lag kurz dar­auf den Brügg’nbauer mit 0:3.

Alles war berei­tet für das End­spiel zwi­schen Nürn­berg und den Brügg’nbauern. Obwohl ins­ge­samt im Tur­nier fast 60 Tore gefal­len waren, blieb das Fina­le in der regu­lä­ren Spiel­zeit tor­los. Ein Sie­ben­me­ter­schie­ßen muss­te ent­schei­den. Die­se höchst span­nen­de Ange­le­gen­heit und damit den ers­ten Fran­ken Cup gewan­nen die Brügg’nbauer mit 4:3.

Und auch wenn Spaß und Inklu­si­on im Vor­der­grund stan­den – ohne Pokal und ein paar sport­li­chen Geschen­ken lie­ßen der FV 1912 und gool­kids die teil­neh­men­den Mann­schaf­ten nicht gehen. So konn­ten alle Teams am Ende ihre sil­ber glän­zen­de Tro­phäe mit nach Hau­se nehmen.

Chris­ti­an Bau­er, 1. Vor­stand des FV 1912 Bam­berg, sag­te zum Abschluss des Fran­ken Cups: „Die­ses Tur­nier bedeu­tet unse­rem Ver­ein für die noch jun­ge Inklu­si­ons­ab­tei­lung sehr viel. Zusam­men mit gool­kids set­zen wir uns schon seit Jah­ren für Inklu­si­on und Inte­gra­ti­on ein. Die­se Ent­wick­lung hat mit dem 1. Fran­ken Cup nun einen wei­te­ren Höhe­punkt gefunden.“

3. Inklu­si­ons­mes­se in Bamberg

„Gemein­sam stark – Inklu­si­on über das Sicht­ba­re hinaus“:

An die­sem Sams­tag, 10. Mai, ver­an­stal­tet der För­der­kreis gool­kids in Koope­ra­ti­on mit der Behin­der­ten­be­auf­trag­ten der Stadt Bam­berg die 3. Inklu­si­ons­mes­se Bamberg.

Wie fährt man Fahr­rad, wenn man im Roll­stuhl sitzt? Kann man sich trotz Behin­de­rung selbst­stän­dig machen? Wel­che Sport­an­ge­bo­te für Men­schen mit Behin­de­rung gibt es in Bam­berg? Wie kann man als Mensch mit Behin­de­rung mobil blei­ben? Auf sol­che und wei­te­re Fra­gen geht unter dem Mot­to „Gemein­sam stark – Inklu­si­on über das Sicht­ba­re hin­aus“ die 3. Inklu­si­ons­mes­se Bam­berg ein.

Die Ver­an­stal­tung fin­det im Rah­men des jähr­li­chen Pro­test­tags zur Gleich­stel­lung von Men­schen mit Behin­de­rung statt. Bun­des­weit bie­tet dabei unter ande­rem „Akti­on Mensch“ Akti­vi­tä­ten zur Gleich­stel­lung von Men­schen mit Behin­de­rung an.

„Die Teil­ha­be von Men­schen mit Behin­de­rung ist eine wich­ti­ge gesamt­ge­sell­schaft­li­che Auf­ga­be“, sagen die Ver­ant­wort­li­chen von gool­kids. Die­se Teil­ha­be setzt aller­dings ein Aus­maß an Bar­rie­re­frei­heit vor­aus, das noch nicht erreicht ist. Auch für soge­nann­te unsicht­ba­re Behin­de­run­gen, wie chro­ni­sche, aber nicht sofort erkenn­ba­re psy­chi­sche oder phy­si­sche Erkran­kun­gen, möch­ten gool­kids und Nico­le Orf, die Behin­der­ten­be­auf­trag­te der Stadt Bam­berg, mehr Auf­merk­sam­keit schaf­fen und haben dar­um das Mes­se­mot­to „Gemein­sam stark – Inklu­si­on über das Sicht­ba­re hin­aus!“ gewählt. Denn: „Für ein respekt­vol­les und schö­nes Mit­ein­an­der inner­halb unse­rer Gesell­schaft brau­chen wir mehr Inklu­si­on, denn die­se geht alle etwas an!“


Brei­tes Bera­tungs­an­ge­bot und Vortragsprogramm

Ent­spre­chend gibt die Inklu­si­ons­mes­se einen Über­blick über das Bera­tungs- und Unter­stüt­zungs­an­ge­bot zur Teil­ha­be von Men­schen mit Behin­de­rung in der Regi­on Bam­berg. Ins­be­son­de­re in den The­men­be­rei­chen Frei­zeit, Beruf oder Selbst­hil­fe im All­tag bie­tet die Mes­se Ein­bli­cke. Auch kann sich das Publi­kum über die Mög­lich­kei­ten des Fahr­zeug­um­baus infor­mie­ren oder roll­stuhl­ge­rech­te elek­tri­sche Fahr­rä­der ausprobieren.

Auf dem Pro­gramm ste­hen außer­dem Fach­vor­trä­ge, Infor­ma­ti­ons­an­ge­bo­te, Sport­an­ge­bo­te und eine Podi­ums­dis­kus­si­on. An die­ser neh­men unter ande­rem Bür­ger­meis­ter Jonas Glüsen­kamp, Vertreter:innen der ARGE und der Selbst­hil­fe­grup­pe Autis­mus teil. Die Mode­ra­ti­on über­nimmt Hei­ke Bau­er-Banz­haf, der Titel der Dis­kus­si­on lau­tet „Men­schen mit nicht sicht­ba­ren Ein­schrän­kun­gen – über sen­so­ri­sche und ande­re Barrieren“.

Auch ein viel­sei­ti­ges Vor­trags­pro­gramm haben gool­kids und die Stadt Bam­berg auf die Bei­ne gestellt. So wer­den zum Bei­spiel Dr. Bern­hard Con­rads und Johan­nes Gras­ser zu Gast sein. Con­rads war 30 Jah­re lang Bun­des­ge­schäfts­füh­rer der Lebens­hil­fe und arbei­te­te als Vor­stands- und Kura­to­ri­ums­mit­glied von „Akti­on Mensch“. Anfang der 1990er war Con­rads außer­dem an der Grün­dung von Spe­cial Olym­pics Deutsch­land betei­ligt. Das The­ma sei­nes Vor­trags lau­tet „Kunst, Kul­tur und Sport als Tür­öff­ner für gelin­gen­de Inklusion“.

Der Bam­ber­ger Johan­nes Gras­ser hat seit sei­ner Geburt eine Tetras­pas­tik mit Läh­mun­gen vor allem in den Bei­nen. Eine Behin­de­rung, die ihn eigent­lich an den Roll­stuhl fes­seln und Sport fast unmög­lich machen soll­te. Trotz­dem lässt er sich nicht davon abhal­ten, täg­lich meh­re­re Stun­den Sport zu trei­ben. Vor eini­gen Jah­ren unter­nahm er sogar eine Klet­ter­tour auf dem Zucker­hut in Bra­si­li­en. Auch als Buch­au­tor oder Spre­cher ist Johan­nes Gras­ser unter­wegs. Mit einem sei­ner Vor­trä­ge nimmt er an der Inklu­si­ons­mes­se teil und spricht über sein Leben und dar­über, wie man mit Rück­schlä­gen umgeht.

Im Vor­feld der Lan­des­spie­le Erlan­gen 2025 (14. bis 18. Juli) ist zudem Spe­cial Olym­pics Bay­ern zu Gast. Die Sport­or­ga­ni­sa­ti­on setzt sich für Men­schen mit geis­ti­ger Behin­de­rung in Bay­ern ein und gibt auf der Mes­se einen Aus­blick auf die Landesspiele.

Abge­run­det wird das Mes­se-Pro­gramm mit Akti­vi­tä­ten wie Roll­stuhl­bas­ket­ball, Drei­rad­fah­ren, Kin­der­schmin­ken, Bas­teln und Tischtennis.

„MIT­ein­an­der-Cup“ fei­ert die Vielfalt

gool­kids lässt alle Bar­rie­ren aus der Hal­le fliegen

Der „MIT­ein­an­der-Cup“ des För­der­krei­ses gool­kids, das belieb­te Tur­nier für Inklu­si­on und Inte­gra­ti­on, geht an die­sem Sams­tag, dem 22. Febru­ar, ab 10.30 Uhr in der Sport­hal­le der Berufs­schu­le in der Ohm­stra­ße in sei­ne ach­te Ausgabe.

Auch im zehn­ten Jahr sei­nes Bestehens möch­te gool­kids ein bun­tes Sport­fest mit Fuß­ball, Roll­stuhl­bas­ket­ball und vie­len Begeg­nun­gen fei­ern. Im MIT- statt im Gegen­ein­an­der ver­schwin­den an die­sem Tag die Gren­zen zwi­schen Betei­lig­ten mit und ohne Handicap.

Seit zehn Jah­ren setzt sich der För­der­kreis gool­kids e.V. in Bam­berg und Umge­bung für Inklu­si­on und Inte­gra­ti­on sozi­al benach­tei­lig­ter Kin­der und Jugend­li­cher sowie von Men­schen mit Behin­de­rung ein. Neben zahl­rei­chen wei­te­ren Ver­an­stal­tun­gen wie der Inklu­si­ons­mes­se, einem Bene­fiz-Golf­tur­nier oder einer gro­ßen Sport­ga­la steht im Jubi­lä­ums­jahr erneut auch der „MIT­ein­an­der-Cup“ auf dem Programm.

Geht es im Sport immer nur dar­um, am bes­ten zu sein und stets gewin­nen zu wol­len? Nein! Beim „MIT­ein­an­der-Cup“ zei­gen jun­ge Freizeitsportler:innen mit und ohne Han­di­cap, dass bei einem Fuß­ball­tur­nier auch der Spaß und vor allem das Mit­ein­an­der im Vor­der­grund ste­hen können.

In die­sem Jahr fin­det die­ses sport­li­che Fest der Inte­gra­ti­on und Inklu­si­on bereits zum ach­ten Mal statt und hat sich damit trotz zwi­schen­zeit­li­cher Pau­se längst eta­bliert. Tat­säch­lich haben sich die­ses Jahr sogar mehr Teams bewor­ben als Start­plät­ze zur Ver­fü­gung ste­hen. Tat­kräf­ti­ge Unter­stüt­zung beim Tur­nier bekommt gool­kids auf jeden Fall ins­be­son­de­re von der Offe­nen Jugend­ar­beit Bam­berg „ja:ba“ sowie von der Lebens­hil­fe Bamberg.

Die­ses Zusam­men­wir­ken zeigt sich auch im Modus des „MIT­ein­an­der-Cups“. „Es kön­nen sich klei­ne Mann­schaf­ten aber auch ein­zel­ne Spie­ler anmel­den – mit und ohne Han­di­cap und auch egal wel­cher Her­kunft“, sagt Robert Bartsch, Grün­der von gool­kids. „Das heißt, wir stel­len die Teams erst vor Ort final zusam­men. Jede Mann­schaft bil­det einen Kern, den wir dann kun­ter­bunt auf­fül­len. Auf die­se Wei­se kön­nen die jun­gen Leu­te auch neue Freund­schaf­ten knüpfen.“

Die teil­neh­men­den Mann­schaf­ten kom­men teil­wei­se von weit her, unter ande­rem aus Ingol­stadt oder Hil­polt­stein. Mit den Teams von „Fran­ken­power“ aus Haß­furt, „Hein­ers Traum11“ oder der SpVgg Etzels­kir­chen begrüßt gool­kids zudem gute alte Freun­de beim „MIT­ein­an­der-Cup“. Stamm­gast ist mitt­ler­wei­le außer­dem der amtie­ren­de baye­ri­sche Inklu­si­ons­meis­ter 1.FC Nürn­berg, der bis vor kur­zem noch als SV Alten­sit­ten­bach spielte.


Roll­stuhl­bas­ket­ball, ein DJ, Medail­len und der Fair­ness-Pokal als Schmankerl

Beim „MIT­ein­an­der-Cup“ geht es nicht in ers­ter Linie dar­um, die meis­ten Tore zu schie­ßen oder zu gewin­nen. Glän­zen­de Medail­len und ein exklu­si­ves „MITeinander-Cup“-Shirt erhal­ten am Ende näm­lich alle Teilnehmer:innen. Das Beson­de­re bei die­sem Tur­nier besteht neben dem inklu­si­ven Ken­nen­ler­nen zusätz­lich dar­in, dass „es auch einen Fair­ness-Pokal gibt“, erklärt Lis­ca Dogan, als Pro­jekt­lei­te­rin bei gool­kids die fach­li­che Hand hin­ter dem Inklu­si­ons-Pro­jekt ginaS. „Am Ende der Spie­le stim­men die Spie­ler und Schieds­rich­ter um Refe­ree Car­los Brod­mer­kel dafür ab, wel­ches Team das fairs­te war.“ Der Fair­ness-Pokal wird auch die­ses Jahr unter dem Namen „Wolf­gang-Eich­fel­der-Pokal“ ver­lie­hen, zu Ehren des ver­stor­be­nen Wolf­gang „Eichi“ Eich­fel­der. Die­ser betreu­te die Inklu­si­ons-Mann­schaft von gool­kids einst als Trainer.

Ein wei­te­res High­light wird das Ein­la­ge­spiel im Roll­stuhl­bas­ket­ball. Das Spiel wird dabei durch Pro­mi­nen­te und vor allem durch Akti­ve vom „RSV Bam­reuth“ ver­stärkt, einer Koope­ra­ti­on zwi­schen Bay­reu­ther und Bam­ber­ger Roll­stuhl­bas­ket­bal­lern. Aber Zuschauer:innen kön­nen sich eben­so mel­den, um den Reiz die­ses Spiels selbst zu erle­ben und mit­zu­spie­len. Inklu­si­on wird live vor Ort – und der Erfah­rung von gool­kids nach zum Spaß aller Betei­lig­ten – ver­an­schau­licht. „Die bewe­gen­den Momen­te der ver­gan­ge­nen „MIT­ein­an­der-Cups“ haben ein­drucks­voll gezeigt“, sagt Robert Bartsch, „dass gera­de der Sport Jugend­li­che aller Natio­nen und Grup­pen ganz ohne Bar­rie­ren zusam­men­füh­ren kann.“

Die Mode­ra­ti­on des „MIT­ein­an­der-Cups“ über­neh­men das Team der ja:ba und DJ Dani­el Kau­manns, ein wei­te­rer lang­jäh­ri­ger Freund von gool­kids und frü­her Trai­ner der Inklu­si­ons-Mann­schaft. Er sorgt für die pas­sen­de musi­ka­li­sche Stim­mung. Und wer ein­mal eine Pau­se vom Fuß­ball­schau­en oder ‑spie­len braucht, kann bei einer gro­ßen Tom­bo­la Prei­se gewin­nen, wie zum Bei­spiel hoch­wer­ti­ge neue Fuß­bäl­le oder Sport­aus­rüs­tung, oder geht an die reich­hal­ti­ge The­ke, wo alle Spei­sen und Geträn­ke zu freund­li­chen Prei­sen den Tag abrunden.

2. Sit­zung in die­sem Jahr

20 Jah­re Bei­rat für Men­schen mit Behinderung

Der „Bei­rat für Men­schen mit Behin­de­rung der Stadt Bam­berg“ hielt sei­ne 2. Sit­zung in die­sem Jahr ab, die auch mit Ehrun­gen anläss­lich des 20jährigen Jubi­lä­ums ver­bun­den war.

Bei der 2. Sit­zung 2024 erin­ner­te der Vor­sit­zen­de Vol­ker Hoff­mann an 20 Jah­re Enga­ge­ment für Bar­rie­re­frei­heit: „Inklu­si­on meint die Schaf­fung struk­tu­rel­ler Vor­aus­set­zun­gen, die es allen Men­schen ermög­li­chen, selbst­be­stimm­te und geach­te­te Glie­der der Gesell­schaft zu sein.“

In einer Gedenk­mi­nu­te wur­de an zwölf bereits ver­stor­be­ne Mit­glie­der gedacht, dar­un­ter die ers­te Vor­sit­zen­de Jut­ta Sturm-Heidler.

Seit der ers­ten Sit­zung am 19. Okto­ber 2004 ver­tre­ten zehn Mit­glie­der der ARGE (Bam­ber­ger Arbeits­ge­mein­schaft chro­nisch kran­ker und behin­der­ter Men­schen e.V.) die Inter­es­sen von Betrof­fe­nen. Dem „Bei­rat für Men­schen mit Behin­de­rung“ gehö­ren auch vier Ver­bands­ver­tre­ter und aktu­ell neun Stadt­rä­te an. Vol­ker Hoff­mann nann­te Bei­spie­le, die noch ver­bes­sert wer­den müs­sen: Bar­rie­re­frei­er Dom­platz, Zugäng­lich­keit aller öffent­li­chen Gebäu­de, zuver­läs­si­ge Bus-Anzei­gen und ‑Ansa­gen, blin­den­ge­rech­te Ampeln und bar­rie­re­freie Hal­te­stel­len. Bau­re­fe­rent Tho­mas Bee­se stell­te die Lis­ten von bar­rie­re­frei­en Bus­hal­te­stel­len – erst cir­ca 10 Pro­zent – und rund 110 Ampeln – 56 mit tak­ti­len Ele­men­ten und 47 mit akus­ti­scher Anla­ge – vor.
Der Bei­rat beschloss ein­hel­lig, dass die bar­rie­re­freie Gestal­tung bei der Sanie­rung E.T.A‑Hoffmann-Haus aus­drück­lich gewünscht wird, denn der Archi­tekt leg­te eine sehr gute Pla­nung vor, der zu Fol­ge eine Bar­rie­re­frei­heit zu 90 Pro­zent mög­lich sei.
Vol­ker Hoff­mann freu­te sich über die Betei­li­gung mit Roll-up und Pla­kat beim Fami­li­en­fest am 28. Sep­tem­ber auf dem Max­platz. Er hob zudem die gute Arbeit für den „Akti­ons­plan Inklu­si­on“ her­vor: Nach der im Früh­jahr durch­ge­führ­ten Fra­ge­bo­gen-Akti­on – mit einem Rück­lauf von über 30 Pro­zent – fan­den schon vier Work­shops mit Betrof­fe­nen statt, der nächs­te Work­shop folgt Anfang 2025.

Am Ende der Bei­rat-Sit­zung konn­ten alle Mit­glie­der eine Pra­li­nen-Schach­tel mit Braille-Schrift aus­wäh­len und der Vor­sit­zen­de erhielt eben­falls Geschen­ke für sein lang­jäh­ri­ges Engagement.

Für 20-jäh­ri­ges enga­gier­tes Mit­wir­ken im Bei­rat für Men­schen mit Behin­de­rung über­reich­te der Vor­sit­zen­de Vol­ker Hoff­mann Gut­schein und Blu­me an Ger­hard Weib­brecht (Gehör­lo­sen-OV) und die Behin­der­ten­be­auf­trag­te Nico­le Orf.

Anläss­lich des Jubi­lä­ums hat­te es vor Kur­zem auch einen Dan­ke­schön-Emp­fang im Rat­haus gegeben.

Der Bei­rat trifft sich wie­der am 9. April 2025 um 16 Uhr im Rat­haus Maxplatz.

Ein Tag für mehr Inklusion!

3. Dezem­ber: Inter­na­tio­na­ler Tag der Men­schen mit Behinderungen

Der Inter­na­tio­na­le Tag der Men­schen mit Behin­de­run­gen erin­nert seit 1993 immer am 3. Dezem­ber dar­an, dass die Gleich­be­rech­ti­gung von Men­schen mit Behin­de­run­gen eine Auf­ga­be der gan­zen Gesell­schaft ist. Dar­auf machen ARGE-Vor­sit­zen­der Rudolf Zahn und der Vor­sit­zen­de des Bei­rats für Men­schen mit Behin­de­rung der Stadt Bam­berg aufmerksam.

Für unser Zusam­men­le­ben heu­te und in Zukunft bleibt es das Ziel, eine Welt zu schaf­fen, in der Men­schen mit und ohne Behin­de­rung gemein­sam und gleich­be­rech­tigt leben und sich ent­wi­ckeln kön­nen: durch Bar­rie­re­frei­heit und Teil­ha­be. Das beto­nen der ARGE-Vor­sit­zen­de Rudolf Zahn und der Bei­rat-Vor­sit­zen­de Vol­ker Hoff­mann in einem gemein­sa­men State­ment.

Der Bei­rat für Men­schen mit Behin­de­rung der Stadt Bam­berg begann sei­ne Arbeit am 19. Okto­ber 2004. In die­sem ver­tre­ten unter ande­rem zehn ARGE-Mit­glie­der Betrof­fe­ne und ihre Ange­hö­ri­gen. Die Selbst­hil­fe­grup­pen der Bam­ber­ger Arbeits­ge­mein­schaft chro­nisch kran­ker und behin­der­ter Men­schen e.V. set­zen sich seit 1992 für Bar­rie­re­frei­heit ein, die ARGE hat der­zeit über 20 Mitglieder.


Ziel: Ver­bes­se­rung der Situa­ti­on von Men­schen mit Behinderungen

Die Ver­ein­ten Natio­nen rie­fen 1981 ein „Inter­na­tio­na­les Jahr der Behin­der­ten“ aus, das zur Ent­wick­lung eines umfas­sen­den Akti­ons­plans führ­te. Die Jah­re 1983 bis 1993 wur­den zum „Jahr­zehnt der behin­der­ten Men­schen“ aus­ge­ru­fen. Die UN-Gene­ral­ver­samm­lung ernann­te den 3. Dezem­ber zum „Inter­na­tio­na­len Tag der Behin­der­ten“ (Inter­na­tio­nal Day of Dis­ab­led Per­sons).
Seit 1993 steht der Akti­ons­tag für die Ver­bes­se­rung der Situa­ti­on von Men­schen mit Behin­de­run­gen, denn etwa 1,3 Mil­li­ar­den Men­schen haben eine schwe­re Ein­schrän­kung laut WHO – das sind fast 15 Pro­zent der Weltbevölkerung.

Im Jahr 2024 lau­tet das Mot­to „Stär­kung der Füh­rung von Men­schen mit Behin­de­run­gen für eine inklu­si­ve und nach­hal­ti­ge Zukunft“ (Ampli­fy­ing the lea­der­ship of per­sons with disa­bi­li­ties for an inclu­si­ve and sus­tainable future).
In Deutsch­land gilt seit Janu­ar 2024 das „Gesetz zur För­de­rung eines inklu­si­ven Arbeits­mark­tes“, das Arbeit­ge­ber stär­ker für die Beschäf­ti­gung von Men­schen mit Behin­de­run­gen moti­vie­ren soll. Seit 26. März 2009 ist die UN-BRK auch in Deutsch­land verpflichtend.

Der Inter­na­tio­na­le Tag der Men­schen mit Behin­de­run­gen erin­nert jähr­lich dar­an, dass die Gleich­be­rech­ti­gung von Men­schen mit Behin­de­run­gen eine Auf­ga­be der gan­zen Gesell­schaft ist. Der Akti­ons­tag ist eine Chan­ce, Fort­schrit­te zu wür­di­gen und auf bestehen­de Hür­den auf­merk­sam zu machen. Denn für unser Zusam­men­le­ben heu­te und auch in Zukunft bleibt es das Ziel, eine Welt zu schaf­fen, in der Men­schen mit und ohne Behin­de­rung gemein­sam und gleich­be­rech­tigt leben und sich ent­wi­ckeln kön­nen: durch Bar­rie­re­frei­heit und Teilhabe.

Inklu­si­ons­pro­jekt

Roll­stuhl­sport im Bundespolizeiausbildungszentrum

Drei Tage war der För­der­kreis „gool­kids“ mit dem Pro­jekt „Roll­stuhl­sport macht Schu­le“ im Bun­des­po­li­zei­aus- und ‑fort­bil­dungs­zen­trum Bam­berg zu Gast. Dabei soll­ten sich Polizeianwärter:innen mit dem The­ma Inklu­si­on auseinandersetzen.

Vom 22. bis 24. Okto­ber 2024 fand im Bun­des­po­li­zei­aus- und ‑fort­bil­dungs­zen­trum Bam­berg (BPOLAFZ BA) das Pro­jekt „Roll­stuhl­sport macht Schu­le“ statt. Die­ses soll­te das Bewusst­sein für Inklu­si­on und Bar­rie­re­frei­heit in der Gesell­schaft wei­ter­hin stär­ken, wie die Poli­zei mitteilt.

Nach­dem vor fast genau zwei Jah­ren eine neue Ver­ein­ba­rung zur Inklu­si­on schwer­be­hin­der­ter im Bun­des­mi­nis­te­ri­ums des Innern unter­zeich­net wur­de, knüpf­te das BPOLAFZ BA nun an die­ses The­ma mit sei­nen Aus­zu­bil­den­den an. Alle haben das Recht, ein gleich­be­rech­tig­ter Teil der Gesell­schaft zu sein, so die Mit­tei­lung wei­ter, die­se zu gestal­ten und zu prägen.

Die inte­gra­ti­ve Ver­an­stal­tung orga­ni­sier­te das Zen­trum zusam­men mit dem För­der­kreis „gool­kids“. So konn­ten sich Polizeianwärter:innen des ers­ten Aus­bil­dungs­jah­res mit der Mate­rie aus­ein­an­der­set­zen. Bereits zu Beginn der Ver­an­stal­tung beton­te „goolkids“-Leiter Robert Bartsch und Lis­ca Dogan als Pro­jekt­lei­ten­de des Ver­eins, die Bedeu­tung eines respekt­vol­len und gleich­be­rech­tig­ten Mit­ein­an­ders. Mit der Akti­on möch­te das BPOLAFZ BA zudem ein Zei­chen für mehr Tole­ranz, Respekt und Zusam­men­halt setzen.

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