vbw-Pressemitteilung zum Tag der Inklusion
vbw betont die Bedeutung von Teilhabe am Arbeitsleben
Anlässlich des Tags der Inklusion am 3. Dezember betont die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. die Bedeutung der Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Arbeitsleben.
„Teilhabe ist nicht nur wesentlich für ein selbstbestimmtes Leben, sondern auch betriebs- und volkswirtschaftlich ein wichtiges Handlungsfeld“, erklärt Bertram Brossardt, vbw-Hauptgeschäftsführer. Die Wirtschaft engagiere sich bereits in erheblichem Maße für die Inklusion. Die bayerischen Arbeitgeberverbände unterstützten Unternehmen bei der Prävention, um Beeinträchtigungen möglichst gut vorzubeugen, sowie der Reintegration und Inklusion von Schwerbehinderten in den Arbeitsmarkt. „Menschen mit Behinderung leisten einen wichtigen Beitrag zur Sicherung des Arbeitskräfte- und Fachkräftebedarfs: Sie sind gut qualifiziert und werden gebraucht.“
Fast 73 Prozent der rund 165.000 schwerbehinderten Beschäftigten in Bayern waren im Jahr 2023 bei einem privaten Arbeitgeber angestellt. 28 Prozent der schwerbehinderten Beschäftigten waren im verarbeitenden Gewerbe tätig. Das ist branchenübergreifend der größte Anteil. „Im Freistaat hat sich die Zahl der Arbeitsplätze schwerbehinderter Beschäftigter bei Betrieben mit über 20 Arbeitsplätzen besonders kräftig erhöht: Sie stieg zwischen 2013 und 2023 um 20,5 Prozent. Diese Zahlen verdeutlichen, dass die Bereitschaft zur Einstellung schwerbehinderter Menschen keineswegs nur das Ergebnis von staatlicher Regulierung ist. Das Engagement für Inklusion, das gerade die bayerische Wirtschaft lebt, zeigt Wirkung“, sagt Brossardt.
Für die vbw ist die Sensibilisierung für das Thema entscheidend für eine erfolgreiche Inklusion. „Wir brauchen mehr Informationen und Anreize statt Regulierung. Arbeitgeber müssen umfassend über die Chancen der Beschäftigung schwerbehinderter Personen sowie die damit verbundenen rechtlichen Vorgaben informiert werden“, so Brossardt. Hier seien vor allem die Spezialisten in den Arbeitsagenturen, bei den Reha-Trägern sowie beim Inklusionsamt gefordert. Sie leisteten bereits jetzt sehr gute Arbeit. „Außerdem übernehmen die Einheitlichen Ansprechstellen für Arbeitgeber in Bayern (EAA) eine Lotsenfunktion für die Unternehmen. So soll die Einstellung behinderter Menschen deutlich erleichtert werden. Die gemeinsamen Bemühungen zur Verbreitung des Bewusstseinswandels, dass ‚behindert‘ nicht automatisch ‚leistungsgemindert‘ bedeutet, sind voranzutreiben. Dabei können positive Beispiele aus der Praxis hilfreich sein. Klar ist: Erfolgreiche Inklusion funktioniert nur mit den Unternehmen, nicht gegen sie“, so Brossardt abschließend.
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Rund 300 Gäste feierten im Ziegelbau
Emotionale Sportgala des Förderkreis goolkids
Zum siebten Mal fand am vergangenen Samstag (25. Oktober) die goolkids-Sportgala statt. Die Klammer des Abends bildete Initiator Robert Bartsch. Zu Beginn blickte ein Einspielfilm, mit Bartsch als Erzähler, auf die Anfänge des Förderkreises zurück. Und am Ende der Gala überraschte das Team von goolkids seinen Gründer mit dem Video „Danke, Robert!“. Unter großer Rührung, sowohl im Publikum als auch auf der Bühne, verdeutlichte der Film noch einmal das Ausmaß von Bartsch‘ Engagement der vergangenen zehn Jahre. Die Gäste reagierten mit stehenden Ovationen. Doch der Abend hatte noch viele weitere tolle und emotionale Momente zu bieten.
Dem Einspieler folgte die Begrüßung durch Moderator Matthias „Stego“ Steger und anschließend ein Grußwort von Oberbürgermeister Andreas Starke.
Danach betraten die goolkids-Vorstände Anna Niedermaier und Wolfgang Heyder gemeinsam mit Wilfried Kämper vom Namensgeber Magnat die Bühne, zeigten sich selbst begeistert von der Entwicklung in den vergangenen zehn Jahren und gaben einen kurzen Abriss über die unterschiedlichen Projekte unter dem gookids-Dach.
Zum Projekt Inklusions-Fußball, das in Zusammenarbeit von goolkids mit dem FV 1912 Bamberg läuft, kam der stellvertretende 12-er-Kapitän Andreas Güßregen zu einem kurzen Interview mit Moderator Steger auf die Bühne, zum Fitness-Projekt RehaFit Trainer Franz Bezold gemeinsam mit drei seiner AthletInnen. Initiator Robert Bartsch informierte über das Sammelcenter, das quasi direkt mit goolkids vor zehn Jahren startete und dazu dient, bedürftige Kinder mit Sportklamotten zu versorgen. In diesem Zusammenhang überreichte er Lilo Fischer, „ohne die das Sammelcenter nicht möglich wäre“, einen Blumenstrauß und dankte ihr von ganzem Herzen. Von ihr erhielt er umgehend die Zusage, solange es ihr gesundheitlich möglich ist, für goolkids da zu sein.
Stehende Ovationen für Gründer Robert Bartsch
Dr. Schönberger stellte im Namen des Bamberg Gutschein-Teams die Aktion „3 x Glück“ vor, bei der ein Teil des Erlöses gekaufter Gutscheine an vier Projekte geht. Begünstigte sind neben dem Förderkreis goolkids die Stiftung Zirkus Giovanni, der Förderverein der Lebenshilfe Bamberg „Hand in Hand“ und das Kinder- und Jugendhospiz Sternenzelt.
goolkids-Sozialpädagogin Lisca Dogan gab ein Feedback über Projekte wie „Rollstuhlsport macht Schule“ und die Inklusionsmesse und blickte auf den Benefiz-Lauftreff am 6. Dezember, bevor die AthletInnen, die bei den Special Olympics Medaillen gewannen, und ihr Trainer Udo Pörschke mit „Stego“ sprachen und Hans Martin Lechner vom Lions Club Residenz über den Bamberger Adventskalender informierte. Um auch weiterhin das Projekt „Rollstuhlsport macht Schule“ sichern zu können, überreichte Mathias Polz, Marketingleiter der Sparkasse Bamberg, einen Scheck.
Die Band Heaven sorgte für die musikalische Unterhaltung der Gala und versteigerte außerdem ein Wohnzimmerkonzert, für welches Matthias Stegers Kumpel den Zuschlag erhielt.
Emotional wurde es, als Johannes Grasser zum Botschafter ernannt wurde. Der junge Mann, lebt seit seiner Geburt mit Tetraspastik und stellt sich dennoch zeit seines Lebens neuen körperlichen Herausforderungen, sei es ein Sprung mit dem Rollstuhl vom Sprungbrett im Schwimmbad, oder das Klettern auf den Zuckerhut in Rio de Janeiro. Mittlerweile ist er als Speaker aktiv und hat vor einem Jahr das Buch „Mich bremst niemand aus“ veröffentlicht. Bei der Ernennung und den jeweiligen Wortbeiträgen von Moderator, goolkids-Vorstandschaft und Johannes Graser selbst hatten alle auf der Bühne Anwesenden mit ihren Emotionen zu kämpfen und im Saal war es still wie den restlichen Abend nicht mehr.
Im Anschluss ging es an die Verleihung von goolkids-Förderpreisen und die Ehrungen von Spielerin und Spieler des Jahres, Mannschaft des Jahres bei den Damen und Mannschaft des Jahres bei den Herren sowie des Funktionärs des Jahres.
Die vier goolkids-Förderpreise gingen an den MTV Bamberg, das Projekt „Wir Helden“, Heiner´s Traumelf und den FV 1912 Bamberg. Mit diesen Auszeichnungen würdigt goolkids Inklusions-Projekte und hofft, dadurch weitere derartige Projekte anzuregen.
Anschließend wurden je drei nominierte FußballerInnen beziehungsweise Mannschaften in Einspielern vorgestellt, bevor die Siegenden verkündet wurden. Bei den Damen räumte die SpVgg Ebing ab, stellte mit Caroline Eberth die Spielerin des Jahres sowie mit der 2. Mannschaft die Mannschaft des Jahres. Spieler des Jahres wurde Nico Imhof vom VfL Mürsbach, Mannschaft des Jahres bei den Herren der SC Kemmern, und als Funktionär des Jahres wurde Sascha Dorsch vom FC Eintracht Bamberg ausgezeichnet.
Zum Ende trat nochmals die goolkids-Vorstandschaft sowie Robert Bartsch auf die Bühne, um ihren Dank auszusprechen an Alle im Backoffice, an Moderator Matthias Steger und an alle Sponsoren, die diesen Abend ermöglichten. In diesem Zuge überraschte das goolkids-Team Initiator Robert Bartsch mit einem Einspielfilm über ihn mit Szenen aus den vergangenen zehn Jahren mit dem Titel „Danke, Robert“.
„Der Abend war eine emotionale Zeitreise mit wunderbaren Menschen und Höhepunkten!“, zeigte sich Bartsch bewegt. „Wir haben als Team weit mehr erreicht als im ersten Schritt gedacht war. Dass unser Streben nach mehr Inklusion im Sport so gut ankommt, hätte ich vorher nie erwartet”, ergänzte er im Rückblick auf seine Vision von vor rund 10 Jahren. „Doch gerade für eine inklusive Sportwelt gibt es noch viel zu tun. Aber durch unseren positiven Anfang werden wir die nächsten Meilensteine höchst motiviert anpacken.“
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Wenn aus einer Idee eine Bewegung wird
Zehn Jahre goolkids
Es begann mit einer Vision: Menschen mit und ohne Behinderung sollten nicht in getrennten Welten leben, sondern auf Augenhöhe, Seite an Seite, in der Mitte der Gesellschaft. Sport, so glaubte der Gründer von goolkids, Robert Bartsch, kann dafür der Schlüssel sein – eine Brücke, die verbindet, Vorurteile abbaut und Freude schenkt. Zehn Jahre später ist aus dieser Idee eine Bewegung geworden, die weit über Bamberg hinausstrahlt.
„In denjenigen zehn Jahren, in denen sich der Förderkreis goolkids in Bamberg und Umgebung für Inklusion und Integration einsetzt, ist es uns gelungen, den Wert der Teilhabe in der Gesellschaft bekannter zu machen und viele inklusive Veranstaltungen zu organisieren“, sagt Gründer Bartsch rückblickend. Was damals klein begann, hat sich zu einem Netzwerk entwickelt, das Politik, Wirtschaft, Schulen und Sportvereine miteinander verbindet.
Ein Jahrzehnt voller Meilensteine
Das Spektrum der Projekte ist beeindruckend und unterstreicht das soziale Engagement: Die Inklusionsmesse informiert seit Jahren über Angebote in der Region. Turniere wie die Franken- und MITeinander-Cups begeistern Sportler:innen mit und ohne Behinderung gleichermaßen. Benefizläufe oder Golfturniere bringen Menschen zusammen, die vielleicht sonst nie miteinander ins Gespräch gekommen wären.
Vor allem aber zeigen Projekte wie „Rollstuhlsport macht Schule“, wie nachhaltig Inklusion wirken kann. In Klassenzimmern und Turnhallen erleben Kinder und Jugendliche, was es bedeutet, im Rollstuhl einen Hindernisparcours zu bewältigen. Sie spielen Rollstuhlbasketball, lachen, schwitzen und vergessen nach wenigen Minuten, dass sie gerade in eine ganz andere Lebensrealität eintauchen: „So lernen die Kinder nicht nur ein soziales Miteinander schätzen, sondern verstehen auch, wie erstrebenswert eine vielfältige und diversitätsfreundliche Gesellschaft ist“, erklärt Robert Bartsch.
Besondere Sternstunden erlebten die goolkids-Athlet:innen bei den Special Olympics: „Jüngst konnten sich Athlet:innen von unserem Kooperationsverein FV 1912 Bamberg für die Special Olympics Landesspiele in Erlangen qualifizieren und dort Medaillen gewinnen“, erzählt er. Für viele sei es das erste Mal gewesen, bei einem großen sportlichen Wettbewerb dabei zu sein – und das Strahlen in den Gesichtern wirke noch lange nach.
Ein weiteres Kapitel, das unvergessen bleibt, war die Host-Town-Rolle während der Special Olympics World Games 2023 in Berlin. Bamberg empfing eine Delegation aus Bahrain, trainierte, feierte und lebte tatsächlich im wahrsten Sinne des Wortes „gelebte Teilhabe“. „Wie wir damals gemeinsam trainiert und gefeiert haben, werden unsere Athlet:innen sicher niemals vergessen“, ist sich Bartsch dessen ganz sicher. Solche Erlebnisse sind es, die nicht nur den Verein, sondern eine ganze Region prägen.
Die Sportgala: Ein Fest der Begegnung
Der Höhepunkt des Jubiläumsjahres wird zweifellos die große Sportgala am 25. Oktober im Welcome Kongresshotel. Unter dem Motto „10 Jahre goolkids“ feiert Bamberg einen Abend, der Herz und Haltung verbindet: „Wir wollen den Gästen zeigen, wie wir Inklusion leben und was wir den Menschen geben wollen“, beschreibt der Gründer die Idee hinter dem großangelegten Event.
Die Gala ist dabei jedoch weitaus mehr als nur ein Rückblick. Es gibt ein festliches Drei-Gänge-Buffet, Musik der Band Heaven und eine Moderation durch Matthias „Stego“ Steger von Radio Bamberg, der mit Humor und Leidenschaft durch den Abend führt. Emotionale Momente sind hierbei garantiert, wenn die goolkids-Förderpreise verliehen und die besten Fußballer:innen der Region geehrt werden – unterstützt von anpfiff.info.
Ein ganz besonderer Höhepunkt wird dabei die Ernennung von Jonny Grasser zum Inklusionsbotschafter. Grasser, der bereits beim Neujahrsempfang für Begeisterung sorgte, steht wie kaum ein anderer dafür, dass Barrieren vor allem in den Köpfen existieren – und schließlich auch überwunden werden können und sollen.
Doch die Gala ist nicht nur eine Bühne für Sportler:innen. Sie ist auch ein Ort der Begegnung für Sponsoren, Partner und Gäste – auch das ist von besonderer Bedeutung. „Die Sportgala ist ein großes Fest und eine große Anerkennung für die teilnehmenden Sportler:innen. Doch sie bietet auch die Chance, sowohl beeindruckende Menschen als auch höchst emotionale Leistungen hautnah kennenzulernen“, betont Bartsch.
Das mediale Interesse sorgt dafür, dass die Botschaft von goolkids weit über die Region hinaus getragen und auf diese Weise für noch mehr Leute greif- und erfahrbar wird. Außerdem: „Wer teilnimmt und sich einen Tisch reserviert, unterstützt zudem Inklusions-Projekte aus dem Bereich Jugendsport für Inklusion und Integration.“
Persönliche Vision und kollektive Kraft
Wer den Gründer von goolkids, Robert Bartsch, nach seiner Rolle fragt, bekommt eine bescheidene Antwort. „Persönlich sehe ich mich eher als Ideengeber und möchte ganz einfach die Menschen zusammenbringen.“ Ihm gehe es nicht um die eigene Person, sondern um die Vision, dass Menschen mit und ohne Behinderung selbstverständlich gemeinsam Sport treiben.
Doch natürlich braucht jede Bewegung Motoren – Menschen, die Ideen entwickeln, Türen öffnen, Partner gewinnen. Ohne die Leidenschaft eines gemeinsamen Gründerteams wäre goolkids nicht da, wo es heute steht. „Ich glaube, dass meine Vision und vor allem das große Engagement aller Beteiligten von goolkids zusammen den Weg weiter gehen können“, betont Robert Bartsch.
Geschichten, die alle berühren
Wenn von zehn Jahren goolkids die Rede ist, sind es vor allem die vielen persönlichen Geschichten, die hängen bleiben. Sie machen deutlich, dass Inklusion kein theoretisches Konzept ist, sondern gelebte Realität. Sie berührt uns alle und wir alle haben immer wieder Berührungspunkte mit ihr. Da ist das junge Mädchen, das bei den Landesspielen in Erlangen ihr sportliches Debüt feierte – und gleich die Goldmedaille holte. Da ist der Athlet, der eigentlich nur „dabei sein wollte“ und plötzlich mit Silber um den Hals vor Glück weinte. „Wenn sich dann diese Sportler zusammen mit ihrem hoch engagierten Trainer in den Armen liegen, dann geht einem das Herz auf“, erinnert sich der Gründer. Diese Emotionen sind es, die alle Anstrengungen lohnenswert und mit nichts anderem vergleichbar machen.
Herausforderungen und Zukunftsziele
Trotz aller Erfolge bleibt die Arbeit von goolkids kein Selbstläufer und am Ende des Tages eben weiterhin knochenharte ehrenamtliche Arbeit: „Da wir ein ehrenamtlicher Verein sind, bestand und besteht eine immens hohe Herausforderung darin, Geldgeber und Förderer zu finden“, schildert er. Öffentliche Mittel gibt es nicht, stattdessen haben Stiftungen wie Aktion Mensch, die Oberfranken-Stiftung oder die RAPS-Stiftung wichtige Projektförderungen ermöglicht. Inzwischen stehen auch viele Unternehmen aus der Region hinter goolkids: REWE, die VR-Bank, die Sparkasse Bamberg oder der Wirtschaftsclub Bamberg – um nur einige zu nennen, denn da gehören noch viele weitere dazu. Ohne diese Partner könnten viele Ideen nicht umgesetzt werden: „Herzlichen Dank an dieser Stelle!“, sagt der Vereinsgründer mit Nachdruck.
Die größte Aufgabe bleibt jedoch nach wie vor die gesellschaftliche Haltung. Noch immer stoßen Menschen mit Behinderung im Alltag auf Barrieren – seien es fehlende Rampen, Vorbehalte in Sportvereinen oder mangelndes Verständnis: „Inklusion, also alle Menschen ohne Vorbehalte einzubeziehen, ist unser großes Ziel“, fasst Bartsch zusammen. Und er verweist auf eine Zahl, die zum Nachdenken anregt: Mehr als zwölf Prozent der Bevölkerung in der Region Bamberg leben mit einer Beeinträchtigung. Hätten Sie diese Zahl erwartet?
Das Ziel der kommenden Jahre lautet daher: Strukturen schaffen, die über einzelne Projekte hinaus wirken. Inklusion soll kein Leuchtturm sein, sondern Alltag. Sportvereine sollen lernen, Berührungsängste abzubauen und Teilhabe selbstverständlich zu machen. „Wir wünschen uns eine Gesellschaft, in der Sport für alle zugänglich ist“, formuliert es der Gründer.
Es ist weit mehr als Sport
Zehn Jahre goolkids – das ist die Geschichte einer Idee, die zur Bewegung wurde. Einer Initiative, die nicht nur sportliche Erfolge feierte und weiterhin feiert, sondern vor allen Dingen Herzen öffnet, Vorurteile abbaut und Perspektiven verändert.
Die Jubiläumsgala wird diese Reise würdigen. Sie wird zurückblicken auf bewegende Momente, großartige sportliche Leistungen und Menschen, die durch ihren Mut und ihre Leidenschaft andere inspiriert haben. Doch noch wichtiger: Sie wird nach vorn blicken – auf eine Zukunft, in der Inklusion kein Ziel mehr ist, sondern gelebte Normalität für die Gesamtgesellschaft.
Oder, wie es der Gründer selbst formuliert: „Es liegt mir sehr am Herzen, dass Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam sportlich aktiv sein können. Dass wir eine inklusive Gesellschaft werden, in der Teilhabe etwas Selbstverständliches ist.“
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Stegaurach beschließt tarifliche Festanstellung von zwei langjährigen integra-Mitarbeitern
Gemeinde Stegaurach setzt ein starkes Zeichen für Inklusion
Die Gemeinde Stegaurach beweist seit zwei Jahrzehnten, dass Inklusion kein Lippenbekenntnis ist, sondern konkret gelebt werden kann. Bereits vor 20 Jahren hat der Gemeinderat mit integra MENSCH, einem Bereich der Lebenshilfe Bamberg, zwei Arbeitsplätze im kommunalen Bauhof eingerichtet. Nun folgt der nächste logische Schritt: die Übernahme zweier Beschäftigter in reguläre sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse – ermöglicht durch das „Budget für Arbeit“.
Ein starkes Zeichen sendete dabei der Gemeinderat mit einem einstimmigen Beschluss: Über Parteigrenzen hinweg wurde die Maßnahme als wegweisend unterstützt. „Das ist doch auf jeden Fall eine Aufwertung für den Menschen“, brachte es Gemeinderat Gert Lechner (CSU) auf den Punkt. Die beiden Mitarbeitenden – Christian Fuchs und Donald Wohnfurter – waren bereits über viele Jahre hinweg über das integra MENSCH-Patenschaftsmodell im Bauhof beschäftigt. Mit dem Schritt in die reguläre Anstellung erhalten sie nun tariflichen Lohn, volle Arbeitnehmerrechte und echte berufliche Perspektiven. Bundesweit gelingt dieser Übergang bislang weniger als einem Prozent der Werkstattbeschäftigten – umso bemerkenswerter ist der Erfolg des Stegauracher Modells.
Ein entscheidender Partner auf diesem Weg ist der Bezirk Oberfranken, der das Projekt von Beginn an engagiert begleitet. Bei der offiziellen Vertragsunterzeichnung am 25. Juni unterstrich Bezirkstagspräsident Henry Schramm die Bedeutung des „Budgets für Arbeit“: „Wer wie Christian Fuchs oder Donald Wohnfurter mit einem Werkstattanspruch auf den allgemeinen Arbeitsmarkt wechselt, bekommt durch das Budget für Arbeit eine echte Chance auf Selbstständigkeit. Wir unterstützen diese Entwicklung mit aller Kraft – denn Teilhabe am Arbeitsleben ist ein Menschenrecht.“
Das Förderinstrument gleicht behinderungsbedingte Unterstützungsbedarfe durch Lohnkostenzuschüsse aus – und ermöglicht Arbeitgebern Planungssicherheit. Das bewährte Patensystem von integra MENSCH sorgt weiterhin für persönliche Unterstützung und stabile Strukturen im betrieblichen Alltag.
Bauhofleiter Stefan Reck hebt den Mehrwert für das Team hervor: „Christian und Donald sind eine echte Bereicherung. Sie sind engagiert, zuverlässig und bringen gute Laune mit.“
Auch für die Betroffenen selbst bedeutet die Anstellung einen großen Schritt in Richtung Selbstbestimmung und gesellschaftlicher Teilhabe. „Ich bin stolz, dass ich jetzt richtig dazugehöre“, sagt Christian Fuchs. „Ich verdiene mein eigenes Geld und habe tolle Kollegen.“
„Wir wollen Vorbild sein und anderen Kommunen zeigen, dass Inklusion im Arbeitsleben funktioniert – wenn man sie ernst nimmt. Die einstimmige Entscheidung unseres Gemeinderats zeigt, dass unsere gesamte Gemeinde diesen Weg gemeinsam geht“, zieht Bürgermeister Thilo Wagner (FW-FL) ein klares Fazit. Ein starkes Zeichen für Inklusion setzt auch die Berufsschule Bamberg: Gemeinsam mit der Regierung von Oberfranken wurde für Franziska Herold der Übergang in das Budget für Arbeit realisiert. Sie ist seit sechs Jahren im Sekretariat tätig und übernimmt dort – unterstützt von ihren Kolleginnen – vielfältige Aufgaben. Ihre neue Anstellung bedeutet nicht nur finanzielle Unabhängigkeit, sondern auch eine klare Anerkennung ihrer Leistung.
„Stegaurach ist ein leuchtendes Beispiel dafür, was möglich ist, wenn Inklusion gelebt wird“
Was möglich ist, wenn Inklusion konsequent umgesetzt wird, zeigt auch das Klinikum der Sozialstiftung Bamberg. Raed Almhimeed, ein aus Syrien geflüchteter Konditor, verlor bei einem Bombenangriff einen Arm und ein Bein. Doch statt aufzugeben, fand er mit Unterstützung von Pflegedirektorin Ilona Baumann und integra MENSCH einen neuen, individuell angepassten Arbeitsplatz. Heute nimmt er mit einem Tablet in den Patientenzimmern Essenswünsche auf – eine Tätigkeit, die er mit großer Freundlichkeit, Zuverlässigkeit und sozialer Kompetenz ausführt. Seine Geschichte steht beispielhaft für das, was möglich ist, wenn Engagement und Kreativität auf echte Teilhabe abzielen.
Immer mehr Arbeitgeber folgen diesem Beispiel: So haben auch die Kita St. Vitus in Hirschaid und der Malerbetrieb Roy in Gerach ihre integra-Patenschaften in sozialversicherungspflichtige Anstellungen auf Basis des Budgets für Arbeit überführt. Damit ermöglichen sie ihren Mitarbeitenden, eigenständig für ihren Lebensunterhalt zu sorgen – ein bedeutender Schritt hin zu echter gesellschaftlicher Teilhabe.
Kuno Eichner, Einrichtungsleiter von integra MENSCH, zeigt sich bewegt: „Stegaurach ist ein leuchtendes Beispiel dafür, was möglich ist, wenn Inklusion gelebt wird. Was hier entstanden ist, ist weit mehr als ein Arbeitsverhältnis – es ist ein Zeichen von echter Wertschätzung, Vertrauen und Miteinander – für die Menschen, um die es geht und für die Idee einer inklusiven Gesellschaft. Ich bin tief beeindruckt von allen, die diesen Weg mit Überzeugung und Herzblut möglich machen.“
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Inklusionsfußball-Turnier
1. Franken Cup von goolkids bringt Spaß und Begegnung
Bei strahlendem Sonnenschein richtete der Förderkreis goolkids e.V. am Wochenende auf der Anlage des FV 1912 Bamberg in der Armeestraße den ersten Franken Cup aus. Viele Tore gab es während des gesamten Turniers zu bejubeln, das Finale dagegen blieb in der regulären Spielzeit torlos und wurde im Siebenmeterschießen entschieden.
Seit zehn Jahren setzt sich goolkids in Bamberg und Umgebung durch Sport für Inklusion und Integration sozial benachteiligter Kinder und Jugendlicher sowie von Menschen mit Behinderung ein. Da sich der Fußball dafür als besonders wirkungsvoll erwiesen hat, wie es zum Beispiel Anfang des Jahres der bereits achte MITeinanderCup des Förderkreises zeigte, haben sich die Verantwortlichen entschlossen, ein weiteres Inklusionsfußball-Turnier in die Stadt zu bringen.
„Denn Sport verbindet Menschen und fördert den Teamgeist“, sagt Robert Bartsch, Gründer und Leiter von goolkids über den Franken Cup. Auch auf die Möglichkeit neuer Freundschaften, die zwischen Jugendlichen unterschiedlicher Herkunft entstehen können, legt goolkids großen Wert. Und am wichtigsten: Solche inklusiven Veranstaltungen fördern die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung.
Inklusion als gesamtgesellschaftliche Aufgabe
Der Gastgeber FV 1912 Bamberg empfing am 31. Mai für den ersten Franken Cup Inklusions-Mannschaften aus der fränkischen Region. Mit dabei waren der FV 1912 selbst mit goolkids Bamberg, zwei Mannschaften des 1. FC Nürnberg, die Brügg’nbauer, ebenfalls aus Nürnberg, und Heiners Traumelf aus Baiersdorf/Altenkunstadt.
Um 11 Uhr erfolgte der erste Anstoß. Der Spielmodus des Turniers sah vor, dass die Teams auf inklusivem Spielniveau allesamt aus mindestens genauso vielen Spieler:innen mit Behinderung bestehen müssen wie ohne. Dabei kann es sich um geistige, psychische, körperliche, organische oder sonstige Beeinträchtigungen handeln.
Jede Mannschaft setzte sich aus sechs Feldspieler:innen plus Torwart zusammen. In einer Vorrunde spielten alle Mannschaften gegeneinander jeweils zehn Minuten um die Platzierungen für die Finalrunde. Doch auch wenn sich für das Endspiel nur zwei Mannschaften qualifizierten, standen in den Spielen nicht so sehr Wettbewerb oder Tabellenpunkte im Vordergrund. Vielmehr möchte goolkids mit dem Franken Cup die Begegnung und das Miteinander fördern. „Für uns ist die Inklusion von Menschen mit Behinderung in Sportvereine eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe“, sagt Robert Bartsch. Doch so wichtig diese Aufgabe auch sei, verdiene sie noch mehr Aufmerksamkeit.
Siebenmeterschießen musste entscheiden
Am frühen Nachmittag waren nach leidenschaftlich und einsatzfreudig geführten Spielen die Halbfinalisten aus der Vorrunde hervorgegangen. Dort traten die beiden Nürnberger Mannschaften sowie Heiners Traumelf und die Brügg’nbauer gegeneinander an. Im ersten Spiel der Runde der letzten Vier setze sich der 1. FC Nürnberg A gegen den 1. FC Nürnberg B mit 2:1 durch. Heiners Traumelf unterlag kurz darauf den Brügg’nbauer mit 0:3.
Alles war bereitet für das Endspiel zwischen Nürnberg und den Brügg’nbauern. Obwohl insgesamt im Turnier fast 60 Tore gefallen waren, blieb das Finale in der regulären Spielzeit torlos. Ein Siebenmeterschießen musste entscheiden. Diese höchst spannende Angelegenheit und damit den ersten Franken Cup gewannen die Brügg’nbauer mit 4:3.
Und auch wenn Spaß und Inklusion im Vordergrund standen – ohne Pokal und ein paar sportlichen Geschenken ließen der FV 1912 und goolkids die teilnehmenden Mannschaften nicht gehen. So konnten alle Teams am Ende ihre silber glänzende Trophäe mit nach Hause nehmen.
Christian Bauer, 1. Vorstand des FV 1912 Bamberg, sagte zum Abschluss des Franken Cups: „Dieses Turnier bedeutet unserem Verein für die noch junge Inklusionsabteilung sehr viel. Zusammen mit goolkids setzen wir uns schon seit Jahren für Inklusion und Integration ein. Diese Entwicklung hat mit dem 1. Franken Cup nun einen weiteren Höhepunkt gefunden.“
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3. Inklusionsmesse in Bamberg
„Gemeinsam stark – Inklusion über das Sichtbare hinaus“:
An diesem Samstag, 10. Mai, veranstaltet der Förderkreis goolkids in Kooperation mit der Behindertenbeauftragten der Stadt Bamberg die 3. Inklusionsmesse Bamberg.
Wie fährt man Fahrrad, wenn man im Rollstuhl sitzt? Kann man sich trotz Behinderung selbstständig machen? Welche Sportangebote für Menschen mit Behinderung gibt es in Bamberg? Wie kann man als Mensch mit Behinderung mobil bleiben? Auf solche und weitere Fragen geht unter dem Motto „Gemeinsam stark – Inklusion über das Sichtbare hinaus“ die 3. Inklusionsmesse Bamberg ein.
Die Veranstaltung findet im Rahmen des jährlichen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung statt. Bundesweit bietet dabei unter anderem „Aktion Mensch“ Aktivitäten zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung an.
„Die Teilhabe von Menschen mit Behinderung ist eine wichtige gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, sagen die Verantwortlichen von goolkids. Diese Teilhabe setzt allerdings ein Ausmaß an Barrierefreiheit voraus, das noch nicht erreicht ist. Auch für sogenannte unsichtbare Behinderungen, wie chronische, aber nicht sofort erkennbare psychische oder physische Erkrankungen, möchten goolkids und Nicole Orf, die Behindertenbeauftragte der Stadt Bamberg, mehr Aufmerksamkeit schaffen und haben darum das Messemotto „Gemeinsam stark – Inklusion über das Sichtbare hinaus!“ gewählt. Denn: „Für ein respektvolles und schönes Miteinander innerhalb unserer Gesellschaft brauchen wir mehr Inklusion, denn diese geht alle etwas an!“
Breites Beratungsangebot und Vortragsprogramm
Entsprechend gibt die Inklusionsmesse einen Überblick über das Beratungs- und Unterstützungsangebot zur Teilhabe von Menschen mit Behinderung in der Region Bamberg. Insbesondere in den Themenbereichen Freizeit, Beruf oder Selbsthilfe im Alltag bietet die Messe Einblicke. Auch kann sich das Publikum über die Möglichkeiten des Fahrzeugumbaus informieren oder rollstuhlgerechte elektrische Fahrräder ausprobieren.
Auf dem Programm stehen außerdem Fachvorträge, Informationsangebote, Sportangebote und eine Podiumsdiskussion. An dieser nehmen unter anderem Bürgermeister Jonas Glüsenkamp, Vertreter:innen der ARGE und der Selbsthilfegruppe Autismus teil. Die Moderation übernimmt Heike Bauer-Banzhaf, der Titel der Diskussion lautet „Menschen mit nicht sichtbaren Einschränkungen – über sensorische und andere Barrieren“.
Auch ein vielseitiges Vortragsprogramm haben goolkids und die Stadt Bamberg auf die Beine gestellt. So werden zum Beispiel Dr. Bernhard Conrads und Johannes Grasser zu Gast sein. Conrads war 30 Jahre lang Bundesgeschäftsführer der Lebenshilfe und arbeitete als Vorstands- und Kuratoriumsmitglied von „Aktion Mensch“. Anfang der 1990er war Conrads außerdem an der Gründung von Special Olympics Deutschland beteiligt. Das Thema seines Vortrags lautet „Kunst, Kultur und Sport als Türöffner für gelingende Inklusion“.
Der Bamberger Johannes Grasser hat seit seiner Geburt eine Tetraspastik mit Lähmungen vor allem in den Beinen. Eine Behinderung, die ihn eigentlich an den Rollstuhl fesseln und Sport fast unmöglich machen sollte. Trotzdem lässt er sich nicht davon abhalten, täglich mehrere Stunden Sport zu treiben. Vor einigen Jahren unternahm er sogar eine Klettertour auf dem Zuckerhut in Brasilien. Auch als Buchautor oder Sprecher ist Johannes Grasser unterwegs. Mit einem seiner Vorträge nimmt er an der Inklusionsmesse teil und spricht über sein Leben und darüber, wie man mit Rückschlägen umgeht.
Im Vorfeld der Landesspiele Erlangen 2025 (14. bis 18. Juli) ist zudem Special Olympics Bayern zu Gast. Die Sportorganisation setzt sich für Menschen mit geistiger Behinderung in Bayern ein und gibt auf der Messe einen Ausblick auf die Landesspiele.
Abgerundet wird das Messe-Programm mit Aktivitäten wie Rollstuhlbasketball, Dreiradfahren, Kinderschminken, Basteln und Tischtennis.
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„MITeinander-Cup“ feiert die Vielfalt
goolkids lässt alle Barrieren aus der Halle fliegen
Der „MITeinander-Cup“ des Förderkreises goolkids, das beliebte Turnier für Inklusion und Integration, geht an diesem Samstag, dem 22. Februar, ab 10.30 Uhr in der Sporthalle der Berufsschule in der Ohmstraße in seine achte Ausgabe.
Auch im zehnten Jahr seines Bestehens möchte goolkids ein buntes Sportfest mit Fußball, Rollstuhlbasketball und vielen Begegnungen feiern. Im MIT- statt im Gegeneinander verschwinden an diesem Tag die Grenzen zwischen Beteiligten mit und ohne Handicap.
Seit zehn Jahren setzt sich der Förderkreis goolkids e.V. in Bamberg und Umgebung für Inklusion und Integration sozial benachteiligter Kinder und Jugendlicher sowie von Menschen mit Behinderung ein. Neben zahlreichen weiteren Veranstaltungen wie der Inklusionsmesse, einem Benefiz-Golfturnier oder einer großen Sportgala steht im Jubiläumsjahr erneut auch der „MITeinander-Cup“ auf dem Programm.
Geht es im Sport immer nur darum, am besten zu sein und stets gewinnen zu wollen? Nein! Beim „MITeinander-Cup“ zeigen junge Freizeitsportler:innen mit und ohne Handicap, dass bei einem Fußballturnier auch der Spaß und vor allem das Miteinander im Vordergrund stehen können.
In diesem Jahr findet dieses sportliche Fest der Integration und Inklusion bereits zum achten Mal statt und hat sich damit trotz zwischenzeitlicher Pause längst etabliert. Tatsächlich haben sich dieses Jahr sogar mehr Teams beworben als Startplätze zur Verfügung stehen. Tatkräftige Unterstützung beim Turnier bekommt goolkids auf jeden Fall insbesondere von der Offenen Jugendarbeit Bamberg „ja:ba“ sowie von der Lebenshilfe Bamberg.
Dieses Zusammenwirken zeigt sich auch im Modus des „MITeinander-Cups“. „Es können sich kleine Mannschaften aber auch einzelne Spieler anmelden – mit und ohne Handicap und auch egal welcher Herkunft“, sagt Robert Bartsch, Gründer von goolkids. „Das heißt, wir stellen die Teams erst vor Ort final zusammen. Jede Mannschaft bildet einen Kern, den wir dann kunterbunt auffüllen. Auf diese Weise können die jungen Leute auch neue Freundschaften knüpfen.“
Die teilnehmenden Mannschaften kommen teilweise von weit her, unter anderem aus Ingolstadt oder Hilpoltstein. Mit den Teams von „Frankenpower“ aus Haßfurt, „Heiners Traum11“ oder der SpVgg Etzelskirchen begrüßt goolkids zudem gute alte Freunde beim „MITeinander-Cup“. Stammgast ist mittlerweile außerdem der amtierende bayerische Inklusionsmeister 1.FC Nürnberg, der bis vor kurzem noch als SV Altensittenbach spielte.
Rollstuhlbasketball, ein DJ, Medaillen und der Fairness-Pokal als Schmankerl
Beim „MITeinander-Cup“ geht es nicht in erster Linie darum, die meisten Tore zu schießen oder zu gewinnen. Glänzende Medaillen und ein exklusives „MITeinander-Cup“-Shirt erhalten am Ende nämlich alle Teilnehmer:innen. Das Besondere bei diesem Turnier besteht neben dem inklusiven Kennenlernen zusätzlich darin, dass „es auch einen Fairness-Pokal gibt“, erklärt Lisca Dogan, als Projektleiterin bei goolkids die fachliche Hand hinter dem Inklusions-Projekt ginaS. „Am Ende der Spiele stimmen die Spieler und Schiedsrichter um Referee Carlos Brodmerkel dafür ab, welches Team das fairste war.“ Der Fairness-Pokal wird auch dieses Jahr unter dem Namen „Wolfgang-Eichfelder-Pokal“ verliehen, zu Ehren des verstorbenen Wolfgang „Eichi“ Eichfelder. Dieser betreute die Inklusions-Mannschaft von goolkids einst als Trainer.
Ein weiteres Highlight wird das Einlagespiel im Rollstuhlbasketball. Das Spiel wird dabei durch Prominente und vor allem durch Aktive vom „RSV Bamreuth“ verstärkt, einer Kooperation zwischen Bayreuther und Bamberger Rollstuhlbasketballern. Aber Zuschauer:innen können sich ebenso melden, um den Reiz dieses Spiels selbst zu erleben und mitzuspielen. Inklusion wird live vor Ort – und der Erfahrung von goolkids nach zum Spaß aller Beteiligten – veranschaulicht. „Die bewegenden Momente der vergangenen „MITeinander-Cups“ haben eindrucksvoll gezeigt“, sagt Robert Bartsch, „dass gerade der Sport Jugendliche aller Nationen und Gruppen ganz ohne Barrieren zusammenführen kann.“
Die Moderation des „MITeinander-Cups“ übernehmen das Team der ja:ba und DJ Daniel Kaumanns, ein weiterer langjähriger Freund von goolkids und früher Trainer der Inklusions-Mannschaft. Er sorgt für die passende musikalische Stimmung. Und wer einmal eine Pause vom Fußballschauen oder ‑spielen braucht, kann bei einer großen Tombola Preise gewinnen, wie zum Beispiel hochwertige neue Fußbälle oder Sportausrüstung, oder geht an die reichhaltige Theke, wo alle Speisen und Getränke zu freundlichen Preisen den Tag abrunden.
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2. Sitzung in diesem Jahr
20 Jahre Beirat für Menschen mit Behinderung
Der „Beirat für Menschen mit Behinderung der Stadt Bamberg“ hielt seine 2. Sitzung in diesem Jahr ab, die auch mit Ehrungen anlässlich des 20jährigen Jubiläums verbunden war.
Bei der 2. Sitzung 2024 erinnerte der Vorsitzende Volker Hoffmann an 20 Jahre Engagement für Barrierefreiheit: „Inklusion meint die Schaffung struktureller Voraussetzungen, die es allen Menschen ermöglichen, selbstbestimmte und geachtete Glieder der Gesellschaft zu sein.“
In einer Gedenkminute wurde an zwölf bereits verstorbene Mitglieder gedacht, darunter die erste Vorsitzende Jutta Sturm-Heidler.
Seit der ersten Sitzung am 19. Oktober 2004 vertreten zehn Mitglieder der ARGE (Bamberger Arbeitsgemeinschaft chronisch kranker und behinderter Menschen e.V.) die Interessen von Betroffenen. Dem „Beirat für Menschen mit Behinderung“ gehören auch vier Verbandsvertreter und aktuell neun Stadträte an. Volker Hoffmann nannte Beispiele, die noch verbessert werden müssen: Barrierefreier Domplatz, Zugänglichkeit aller öffentlichen Gebäude, zuverlässige Bus-Anzeigen und ‑Ansagen, blindengerechte Ampeln und barrierefreie Haltestellen. Baureferent Thomas Beese stellte die Listen von barrierefreien Bushaltestellen – erst circa 10 Prozent – und rund 110 Ampeln – 56 mit taktilen Elementen und 47 mit akustischer Anlage – vor.
Der Beirat beschloss einhellig, dass die barrierefreie Gestaltung bei der Sanierung E.T.A‑Hoffmann-Haus ausdrücklich gewünscht wird, denn der Architekt legte eine sehr gute Planung vor, der zu Folge eine Barrierefreiheit zu 90 Prozent möglich sei.
Volker Hoffmann freute sich über die Beteiligung mit Roll-up und Plakat beim Familienfest am 28. September auf dem Maxplatz. Er hob zudem die gute Arbeit für den „Aktionsplan Inklusion“ hervor: Nach der im Frühjahr durchgeführten Fragebogen-Aktion – mit einem Rücklauf von über 30 Prozent – fanden schon vier Workshops mit Betroffenen statt, der nächste Workshop folgt Anfang 2025.
Am Ende der Beirat-Sitzung konnten alle Mitglieder eine Pralinen-Schachtel mit Braille-Schrift auswählen und der Vorsitzende erhielt ebenfalls Geschenke für sein langjähriges Engagement.
Für 20-jähriges engagiertes Mitwirken im Beirat für Menschen mit Behinderung überreichte der Vorsitzende Volker Hoffmann Gutschein und Blume an Gerhard Weibbrecht (Gehörlosen-OV) und die Behindertenbeauftragte Nicole Orf.
Der Beirat trifft sich wieder am 9. April 2025 um 16 Uhr im Rathaus Maxplatz.
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Ein Tag für mehr Inklusion!
3. Dezember: Internationaler Tag der Menschen mit Behinderungen
Der Internationale Tag der Menschen mit Behinderungen erinnert seit 1993 immer am 3. Dezember daran, dass die Gleichberechtigung von Menschen mit Behinderungen eine Aufgabe der ganzen Gesellschaft ist. Darauf machen ARGE-Vorsitzender Rudolf Zahn und der Vorsitzende des Beirats für Menschen mit Behinderung der Stadt Bamberg aufmerksam.
Für unser Zusammenleben heute und in Zukunft bleibt es das Ziel, eine Welt zu schaffen, in der Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam und gleichberechtigt leben und sich entwickeln können: durch Barrierefreiheit und Teilhabe. Das betonen der ARGE-Vorsitzende Rudolf Zahn und der Beirat-Vorsitzende Volker Hoffmann in einem gemeinsamen Statement.
Der Beirat für Menschen mit Behinderung der Stadt Bamberg begann seine Arbeit am 19. Oktober 2004. In diesem vertreten unter anderem zehn ARGE-Mitglieder Betroffene und ihre Angehörigen. Die Selbsthilfegruppen der Bamberger Arbeitsgemeinschaft chronisch kranker und behinderter Menschen e.V. setzen sich seit 1992 für Barrierefreiheit ein, die ARGE hat derzeit über 20 Mitglieder.
Ziel: Verbesserung der Situation von Menschen mit Behinderungen
Die Vereinten Nationen riefen 1981 ein „Internationales Jahr der Behinderten“ aus, das zur Entwicklung eines umfassenden Aktionsplans führte. Die Jahre 1983 bis 1993 wurden zum „Jahrzehnt der behinderten Menschen“ ausgerufen. Die UN-Generalversammlung ernannte den 3. Dezember zum „Internationalen Tag der Behinderten“ (International Day of Disabled Persons).
Seit 1993 steht der Aktionstag für die Verbesserung der Situation von Menschen mit Behinderungen, denn etwa 1,3 Milliarden Menschen haben eine schwere Einschränkung laut WHO – das sind fast 15 Prozent der Weltbevölkerung.
Im Jahr 2024 lautet das Motto „Stärkung der Führung von Menschen mit Behinderungen für eine inklusive und nachhaltige Zukunft“ (Amplifying the leadership of persons with disabilities for an inclusive and sustainable future).
In Deutschland gilt seit Januar 2024 das „Gesetz zur Förderung eines inklusiven Arbeitsmarktes“, das Arbeitgeber stärker für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen motivieren soll. Seit 26. März 2009 ist die UN-BRK auch in Deutschland verpflichtend.
Der Internationale Tag der Menschen mit Behinderungen erinnert jährlich daran, dass die Gleichberechtigung von Menschen mit Behinderungen eine Aufgabe der ganzen Gesellschaft ist. Der Aktionstag ist eine Chance, Fortschritte zu würdigen und auf bestehende Hürden aufmerksam zu machen. Denn für unser Zusammenleben heute und auch in Zukunft bleibt es das Ziel, eine Welt zu schaffen, in der Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam und gleichberechtigt leben und sich entwickeln können: durch Barrierefreiheit und Teilhabe.
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Inklusionsprojekt
Rollstuhlsport im Bundespolizeiausbildungszentrum
Drei Tage war der Förderkreis „goolkids“ mit dem Projekt „Rollstuhlsport macht Schule“ im Bundespolizeiaus- und ‑fortbildungszentrum Bamberg zu Gast. Dabei sollten sich Polizeianwärter:innen mit dem Thema Inklusion auseinandersetzen.
Vom 22. bis 24. Oktober 2024 fand im Bundespolizeiaus- und ‑fortbildungszentrum Bamberg (BPOLAFZ BA) das Projekt „Rollstuhlsport macht Schule“ statt. Dieses sollte das Bewusstsein für Inklusion und Barrierefreiheit in der Gesellschaft weiterhin stärken, wie die Polizei mitteilt.
Nachdem vor fast genau zwei Jahren eine neue Vereinbarung zur Inklusion schwerbehinderter im Bundesministeriums des Innern unterzeichnet wurde, knüpfte das BPOLAFZ BA nun an dieses Thema mit seinen Auszubildenden an. Alle haben das Recht, ein gleichberechtigter Teil der Gesellschaft zu sein, so die Mitteilung weiter, diese zu gestalten und zu prägen.
Die integrative Veranstaltung organisierte das Zentrum zusammen mit dem Förderkreis „goolkids“. So konnten sich Polizeianwärter:innen des ersten Ausbildungsjahres mit der Materie auseinandersetzen. Bereits zu Beginn der Veranstaltung betonte „goolkids“-Leiter Robert Bartsch und Lisca Dogan als Projektleitende des Vereins, die Bedeutung eines respektvollen und gleichberechtigten Miteinanders. Mit der Aktion möchte das BPOLAFZ BA zudem ein Zeichen für mehr Toleranz, Respekt und Zusammenhalt setzen.