vbw ruft dazu auf, beim Bürgerentscheid mit „Ja“ zu stimmen
Olympia-Bürgerentscheid am 26. Oktober
Für die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Sommerspiele in der Landeshauptstadt München sprechen aus Sicht der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. zahlreiche gute Gründe. Daher ruft die vbw dazu auf, beim Bürgerentscheid am 26. Oktober mit „Ja“ zu stimmen.
„Olympia ist weit mehr als ein sportliches Großereignis. Es ist eine einmalige Chance, den Standort international sichtbar zu machen und wirtschaftlich voranzubringen. Ein Ja ist ein klares Bekenntnis für Fortschritt, Innovation und Stärke“, sagte vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.
Die vbw unterstützt die Bewerbung um die Olympischen Spiele ausdrücklich, denn die Spiele wären eine starke Werbung für den Wirtschaftsstandort. „Mit ihrem Milliardenpublikum steigern sie die internationale Sichtbarkeit, fördern das Image und erhöhen die Attraktivität für Fachkräfte und Investoren. Gleichzeitig bringt Olympia starke Impulse bei Infrastruktur, ÖPNV, Stadtentwicklung, Nachhaltigkeit, Wohnraum und Barrierefreiheit“, so Brossardt. Auch die Wirtschaft profitiert direkt: Mehr Touristen vor, während und nach den Spielen bedeuteten volle Betten, lebendige Innenstädte und steigende Umsätze. Bayern zeige seinen Mehrwert – kulinarisch, kulturell und wirtschaftlich – und überzeuge zugleich Investoren von seiner Attraktivität. „Die Bauwirtschaft und weitere Branchen erleben einen Schub. Nachhaltige Bauweisen und Innovationen „made in Bavaria“ beweisen: Fortschritt und Verantwortung gehen Hand in Hand. Ein Effekt, der über die Spiele hinauswirkt.“
Aus Sicht der vbw werden von den Spielen vor allem auch die Menschen profitieren. „Gemeinsame Erlebnisse heben die Stimmung, fördern Optimismus und stärken den gesellschaftlichen Zusammenhalt“, führt Brossardt aus und ergänzt: „Ein Nein zu Olympia schadet uns selbst und überlässt sämtliche Vorteile den Wettbewerbern. Das wäre schlichtweg eine verschenkte Chance. Ein Ja würde uns alle motivieren, Blockaden im Kopf zu überwinden, wieder mehr Fortschritt zu wagen und die Zukunft mutig anzupacken“.
Das könnte Sie auch interessieren...
vbw zum Tag der Deutschen Einheit
35 Jahre Wiedervereinigung
Am 3. Oktober jährte sich die deutsche Wiedervereinigung zum 35. Mal. Zum Tag der Deutschen Einheit betont die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., dass mit dem Datum untrennbar Werte wie Freiheit, Demokratie und die Soziale Marktwirtschaft verbunden sind.
„Dieses historische Ereignis ist noch immer ein Geschenk und Pflicht zugleich. Unsere demokratische Grundordnung wird aber durch das Erstarken radikaler Parteien immer mehr bedroht. Mehr denn je zeigt sich: Eine pluralistische Gesellschaft, Freiheit und Wohlstand sind nicht selbstverständlich, sondern müssen immer wieder erarbeitet werden“, erklärt vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. „Dafür tritt die bayerische Wirtschaft ein. Wir bekennen uns uneingeschränkt zu den universellen Menschenrechten und den Werten des Grundgesetzes der vereinten Bundesrepublik Deutschland.“
Die vbw sieht den Tag der Deutschen Einheit auch für Europa von großer Bedeutung. „Viele unserer europäischen Nachbarn hatten bei der Wiedervereinigung Bedenken darüber, welche Rolle Deutschland einnehmen würde. Die Bundesrepublik hat sich in den letzten 35 Jahren als verlässliche Partnerin und wichtige Stütze Europas erwiesen. Gerade in der jetzigen geopolitischen Lage ist es von großer Bedeutung, dass wir in Europa zusammenstehen und uns aus einer Position der Stärke, wirtschaftlich wie gesellschaftlich, diesen Herausforderungen stellen. Dazu tragen wir als geeintes Deutschland bei“, sagt Brossardt.
Damit Deutschland auch morgen erfolgreich ist, pocht die vbw auf eine Stärkung der Sozialen Marktwirtschaft. „Die Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft waren die Grundlage dafür, dass der enorme Kraftakt des wirtschaftlichen Aufbaus in den ostdeutschen Ländern und das Zusammenwachsen von Ost und West gelingen konnten. Nur mit diesem Wirtschaftssystem können wir auch in Zukunft unsere Wettbewerbsfähigkeit und damit auch den Wohlstand unserer Bürgerinnen und Bürger in Bayern und in Deutschland und ganz Europa sichern“, erläutert Brossardt abschließend.
Das könnte Sie auch interessieren...
vbw-Rohstoffpreisindex
Anstieg der Rohstoffpreise im Juli
Der Rohstoffpreisindex der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. ist im Juli 2025 um 1,6 Prozent gegenüber dem Vormonat angestiegen und verharrt damit weiterhin auf einem hohen Niveau, bei 151,5 Punkten.
„Der sichere und bezahlbare Bezug wichtiger Rohstoffe bleibt eine ständige Herausforderung für die heimischen Unternehmen“, so vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.
Der Teilindex für Industriemetalle stieg im Juli um 1,4 Prozent an. Das insbesondere für die bayerische M+E Industrie sehr wichtige Aluminium war mit einem Anstieg um 3,5 Prozent mitverantwortlich für diese Entwicklung. Zur M+E Industrie zählen große Industriezweige wie die Automobilindustrie, der Maschinenbau und die Elektroindustrie. Überdurchschnittlich stieg im Juli der Teilindex, der die Preise für Seltene Erden abbildet. Gegenüber dem Vormonat Juni nahm er um 2,0 Prozent zu. Grund dafür waren unter anderem Neodym und Praseodym mit Preisanstiegen von 7,4 und 7,0 Prozent. Mit einem Plus von 3,2 Prozent legte auch der Teilindex für Edelmetalle deutlich stärker zu als der Gesamtindex. Neben Silber (+4,7 Prozent) verteuerten sich im Juli insbesondere Platin (+11,7 Prozent) und Palladium (+13,2 Prozent). Der Preis für Gold (-0,4 Prozent) ging hingegen das erste Mal seit Dezember 2024 wieder leicht zurück. „Die chinesischen Exportkontrollen für Seltene Erden und Magnete bleiben spürbar und treiben die Preise in die Höhe. Hier brauchen die Unternehmen dringend Stabilität“, erläutert Brossardt.
Die vbw fordert, den verlässlichen und bezahlbaren Bezug von Rohstoffen politisch und in der unternehmerischen Planung dringend zu priorisieren. „Für die bayerischen Unternehmen ist das ein Schwerpunktthema. Unser Industriestandort benötigt die sichere Rohstoffverfügbarkeit zu bezahlbaren Preisen. Einerseits gilt es, die Abhängigkeit von einzelnen Rohstofflieferanten und ‑ländern zu verringern. Andererseits müssen wir die Rohstoffeffizienz durch gezielte Forschung vorantreiben sowie die Gewinnung von Sekundärrohstoffen durch eine ganzheitliche Kreislaufwirtschaft stärken“, sagt Brossardt abschließend.
In den vbw Rohstoffpreisindex fließen die Weltmarktpreise von 42 Rohstoffarten ein. Es handelt sich um Preise auf US-Dollar Basis. Diese werden gewichtet mit dem Importanteil des jeweiligen Rohstoffes nach Bayern. Der komplette vbw-Rohstoffpreisindex ist hier zu finden.
Das könnte Sie auch interessieren...
Klimaneutrale Transformation der Gas-Infrastruktur beschleunigen
Drei Jahre nach Ende russischer Gasimporte ist die Versorgung stabil
Anlässlich des dritten Jahrestags der Energieversorgung ohne russisches Gas zieht die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. eine positive Bilanz.
„Das gute Krisenmanagement nach dem Ende russischer Erdgaslieferungen macht sich weiterhin bemerkbar. Obwohl seit September 2022 kein russisches Pipeline-Erdgas mehr zur Verfügung stand, gab es keine Versorgungsengpässe und der Wärmebedarf konnte in den vergangenen Wintern zu jeder Zeit gedeckt werden“, sagt vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.
Auch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat zum 1. Juli 2025 die zuvor geltende Alarmstufe des Notfallplans Gas in Deutschland aufgehoben. Seither gilt wieder die Frühwarnstufe und die Gefahr einer angespannten Gasversorgung wird im Augenblick als gering eingeschätzt. „Aktuell sind unsere Speicher zu circa 60,5 Prozent gefüllt. Damit sind wir für den kommenden Herbst und Winter auf einem guten Weg. Aber die Herausforderungen im Energiesektor bleiben. Damit wir auch die nächste Heizperiode ohne Erdgas-Engpässe überstehen, muss weiterhin sparsam umgegangen werden“, mahnt Brossardt.
Trotz der aktuell stabilen Gasversorgung müssen aus Sicht der vbw Maßnahmen getroffen werden, um die klimaneutrale Transformation der Gas-Infrastruktur zu beschleunigen „Es braucht dringend einen konkreten und ökonomisch sinnvollen Plan zum Bau wasserstofffähiger Gaskraftwerke, der rasch mit den ersten Ausschreibungen umgesetzt wird. Beim Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft brauchen wir mehr Dynamik. Neben globalen Partnerschaften für den Import von Wasserstoff braucht es in Bayern und Deutschland ebenfalls Erzeugungskapazitäten sowie einen raschen und bedarfsgerechten Ausbau der Infrastruktur“, erklärt Brossardt abschließend.
Das könnte Sie auch interessieren...
vbw und bayme äußern sich zum Schulstart 2025
Bildungsqualität in Bayern hoch
Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. und die bayerischen Metall- und Elektro- Arbeitgeberverbände bayme vbm haben sich zum Beginn des neuen Schuljahres zur Bildungsqualität in Bayern geäußert.
bayme vbm vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt betont zu Beginn des neuen Schuljahres die hohe Qualität des Bildungsstandortes Bayern: „Unser Schulsystem ist traditionell stark und der Nachwuchs findet im Freistaat beste Voraussetzungen, um früh die Grundlagen für eine erfolgreiche berufliche Zukunft zu schaffen. Wir dürfen jetzt aber nicht nachlassen und müssen dafür Sorge tragen, dass das Bildungsniveau weiter auf diesem hohen Level bleibt.“ Denn der PISA-Schock 2023 habe auch vor bayerischen Klassenzimmern nicht halt gemacht. Dass die Bayerische Staatsregierung zügig reagiere und mit ihrem Maßnahmenkatalog einen Schwerpunkt insbesondere auf Sprachförderung in den frühen Bildungsphasen gelegt habe, sei der richtige Schritt gewesen. „Ausgehend davon müssen wir nun alle weiteren Bildungsphasen systematisch in den Blick nehmen.“
Dabei müssten laut bayme vbm vbw gerade auch die sprachlichen und mathematischen Basiskompetenzen durchweg und gezielt gefördert werden. „Bildung ist die wichtigste Ressource, die wir als rohstoffarmer Wirtschaftsstandort haben. Eine zentrale Stellschraube ist die Vermittlung einer gesicherten Sprachkompetenz“, führt Brossardt aus. „Mit der Einführung von verbindlichen Sprachtests eineinhalb Jahre vor der Einschulung und der gestärkten Förderung von Kernkompetenzen in der Grundschule wurden bereits wichtige Weichen gestellt. Als nächsten Schritt brauchen wir nun einen Maßnahmenplan für die weiterführenden Schulen.“
In dem Zuge fordert die vbw, auch die dritte und vierte Jahrgangsstufe sowie den Übertritt in die weiterführenden Schulen beweglicher zu gestalten. „Wir müssen sicherstellen, dass ein grundlegendes Kompetenzniveau erreicht wird und dafür, wenn erforderlich, auch die individuellen Lernzeiten flexibilisieren. Im Zuge des demografischen Wandels sind unsere Unternehmen auf jede junge Nachwuchskraft angewiesen. Wir können es uns nicht leisten, dass Kinder und Jugendliche im Bildungssystem den Anschluss verlieren“, so Brossardt.
Das könnte Sie auch interessieren...
Bayern erneut auf Platz zwei
vbw lobt Qualität des Schulsystems im Freistaat
Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. begrüßt das mit Platz zwei wieder sehr gute Abschneiden des bayerischen Bildungssystems beim Bildungsmonitor 2025 der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM).
„Wir freuen uns, dass sich Bayern erneut Platz zwei gesichert hat. Das zeigt die konstante Stärke und hohe Qualität unseres Bildungssystems. Gute Schulbildung schafft die Grundlage für den späteren beruflichen Erfolg der Jugendlichen und die Arbeitskräfte- und Fachkräftesicherung unserer bayerischen Unternehmen“, kommentiert vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt das heute veröffentlichte Ergebnis. „Mit Blick auf das bundesweit insgesamt abnehmende Bildungsniveau dürfen wir uns auf dem Ergebnis aber nicht ausruhen, sondern müssen die Qualität unserer Bildungsangebote konsequent weiterentwickeln. Die bayerische Staatsregierung hat mit ihrer Offensive nach dem PISA-Schock aus dem Jahr 2023 hier bereits die richtigen Weichen gestellt.“
Bayern hat sich im bundesweiten Vergleich unter anderem in den Kategorien Berufliche Bildung, Schulqualität, Internationalisierung, Ausgabenorientierung und Digitalisierung hervorgetan. Hier erreichten sie jeweils den zweiten Platz. Brossardt führt aus „Dass wir gerade auch bei der Digitalisierung und der beruflichen Bildung so gut abschneiden, ist für unsere Unternehmen im Freistaat essentiell. Digitale Kompetenz ist am Arbeitsmarkt inzwischen eine Schlüsselfertigkeit. Den Grundstein für souveränen Umgang mit digitalen Inhalten legen wir im Schulunterricht.“
Im Bereich der beruflichen Bildung schnitt Bayern ebenfalls gut ab. Mit 79,6 Prozent liegt die Ausbildungsstellenquote über dem Bundesdurchschnitt von 67,1 Prozent. „Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt ist für Azubis in Bayern weiter ausgezeichnet. Das bestätigte auch unsere aktuelle bayme vbm Sommerumfrage zur Ausbildungssituation in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie“, erklärt Brossardt. Zwar sei die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Vorjahresvergleich gesunken, einem Jugendlichen auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle stünden aber weiterhin etwa anderthalb gemeldete Ausbildungsplätze gegenüber. „Wir erleichtern das Matching, indem wir Schule und Unternehmen bei der Berufs- und Studienorientierung noch enger miteinander verzahnen.“
Aufholbedarf besteht im Freistaat laut der Erhebung indes bei der frühen Förderinfrastruktur. Brossardt erklärt „Beim Ausbau von Betreuungsangeboten in Kitas und Grundschulen sehen wir noch Luft nach oben. Hier ist die Bayerische Staatsregierung gefragt, zügig Maßnahmen zu ergreifen, damit eine frühe und zielgerichtete Förderung der Kinder in der Fläche gelingen kann.“
Das könnte Sie auch interessieren...
vbw zum Sozialpartnerdialog zur Arbeitszeit
Keine Lücke im Arbeitsschutz
Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. begrüßt den nun fortgesetzten Sozialpartnerdialog zur Arbeitszeit.
„Es ist richtig und wichtig, dass das deutsche Arbeitszeitgesetz mit dem europäischen Rechtsrahmen in Einklang gebracht werden soll. Dabei gilt es ausdrücklich hervorzuheben, dass der EU-Rechtsrahmen keine Schutzlücken für Arbeitnehmer lässt“, erklärt vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. „Er hat das erklärte Ziel Sicherheit, Arbeitshygiene und Gesundheitsschutz der Arbeitnehmer zu gewähren. Diesem Ziel wird die Richtlinie vollumfänglich gerecht.“ Zusätzlich werde das bestehende deutsche Arbeitsschutzgesetz weiterhin die Gefährdungsbeurteilung unter Einbeziehung der Arbeitszeitgestaltung sicherstellen. Aus arbeitsschutzrechtlicher Sicht ändere sich durch die Umstellung auf eine durchschnittliche wöchentliche Höchstarbeitszeit nichts.
Für die vbw ist eine gesetzliche Öffnung der Arbeitszeit, anstatt rein tariflicher Möglichkeiten, notwendig. Dazu Brossardt: „Diskutiert wird, ob nicht Öffnungsklauseln für die Tarif- und Betriebsparteien ausreichen. Das tun sie nicht. Sie tragen den Bedürfnissen der Unternehmen nicht im gleichen Umfang Rechnung wie eine gesetzliche Regelung. In vielen Branchen sind tarifvertragliche Lösungen nicht zu erreichen. Außerdem verfügen nur sehr wenige der Kleinbetriebe mit hohem Flexibilisierungsbedarf über Betriebsräte, mit denen die notwendigen abweichenden Regelungen vereinbart werden könnten.“
Die Vorteile einer Umstellung der deutschen Arbeitszeitregelung auf den EU-Rahmen, der eine maximale wöchentliche Höchstarbeitszeit von 48 Stunden vorsieht, hat aus Sicht der vbw klare Vorteile. „Ein Arbeitnehmer in Deutschland arbeitet im Schnitt 1.343 Stunden, das sind zum Beispiel 391 Stunden weniger als in Italien und 460 Stunden weniger als in Polen. Zwar lagen wir bei Vollzeitbeschäftigten mit 40,2 Wochenstunden nur knapp unter dem EU-Durchschnitt von 40,3. Wir haben aber die dritthöchste Teilzeitquote in Europa – und mit rund 18,4 Stunden eine sehr kurze Arbeitszeit derer, die in Teilzeit arbeiten. Hinzu kommen der relativ hohe Krankenstand und die vergleichsweise hohe Anzahl an Feiertagen“, so Brossardt.
Die vbw betont, dass mit der Umstellung auf eine wöchentlichen Höchstarbeitszeit mehr Flexibilität entsteht. „Wo die betrieblichen Notwendigkeiten dafür Raum lassen, kann eine flexible Verteilung der Arbeitszeit im Einvernehmen von Arbeitnehmer und Arbeitgeber die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stärken und somit einen wichtigen Hebel für die Steigerung des Erwerbumfangs darstellen – das gilt insbesondere für die Beschäftigungsmöglichkeiten von Frauen. Von daher begrüßen wir, wenn das deutsche Arbeitszeitgesetz sich künftig am europäischen Rahmen orientiert“, sagt Brossardt abschließend.
Das könnte Sie auch interessieren...
vbw zum Mercosur-Abkommen
Europäische Unternehmen könnten jährlich vier Milliarden Euro einsparen
Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. begrüßt die erfolgte Verabschiedung des Textes des EU-Mercosur-Freihandelsabkommens durch die EU-Kommission.
„Das Abkommen ist seit Monaten fertig. Angesichts der Belastungen im Welthandel unter anderem durch Trumps erratische Politik müssen Rat und EU-Parlament jetzt zustimmen. Das Abkommen ist nicht nur ein klares Signal an die US-Administration. Mit dem Mercosur-Abkommen würde eine riesige Freihandelszone mit 780 Millionen Einwohnern entstehen“, erläutert vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Mit dem Wegfall von Zöllen für 91 Prozent aller Waren könnten europäische Unternehmen pro Jahr etwa vier Milliarden Euro einsparen. Das Abkommen biete der EU große Chancen zur Markterschließung, verbessere die Rohstoffsicherheit und sichere der EU weltweiten Einfluss für höhere Standards im Bereich der Nachhaltigkeit und Beschäftigung. „Zudem ist die EU der erste Partner, mit dem das südamerikanische Staatenbündnis ein Handelsabkommen schließt – damit erzielen wir gegenüber China einen deutlichen Wettbewerbsvorsprung.“
Ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten birge umfassende wirtschaftliche Potenziale. „2024 ging nur ein knappes Prozent der bayerischen Exporte in die Mercosur-Staaten. Aber unsere stark unter der derzeitigen wirtschaftlichen Schwäche leidenden Unternehmen könnten vom Abbau der bestehenden Zölle und von einem erleichterten Marktzugang deutlich profitieren. Das gilt insbesondere für die Automobilindustrie, den Maschinen- und Anlagenbau sowie die Chemie- und Pharmaindustrie“, sagt Brossardt und ergänzt „Die Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay stellen die fünfgrößte Wirtschaftsregion der Welt dar. Die Märkte sind dank einer jungen und mindestens bis Mitte des Jahrhunderts wachsenden Bevölkerung und demokratischer Strukturen mit engen Verbindungen zu Europa sehr attraktiv.“
Laut vbw müsse Europa mit Blick auf die Aggression Russlands, die industrielle Expansion Chinas und die transatlantische Komplikation Einigkeit und Stärke demonstrieren. „Wir sind überzeugt, dass jedes Freihandelsabkommen unseren europäischen Wirtschaftsraum stärker macht und davon alle Branchen profitieren können. Bisher wurde das Mercosur-Abkommen öffentlich nicht besonders gut verkauft. Mit dem eingeleiteten Ratifizierungsprozess ist ein weiterer wichtiger Schritt vollzogen. Es gilt den Vertrag über 25 Jahre nach Beginn der Verhandlungen wie geplant bis Ende des Jahres abzuschließen“, resümiert Brossardt.
Das könnte Sie auch interessieren...
„sprungbrett AzubiMentoring“ – Integration durch Ausbildung stärken
Programm für geflüchtete und zugewanderte Azubis startet in zweite Runde
Zum Start des zweiten Projektdurchlaufs von „sprungbrett AzubiMentoring“ betont die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. die Vorteile für die erfahrenen Auszubildenden, die im Projekt eine Mentorenrolle einnehmen.
„Unsere Unternehmen sind für die Sicherung des Fachkräftebedarfs auf gut qualifizierte und engagierte junge Nachwuchskräfte angewiesen. Neben sprachlichen und mathematischen Basiskompetenzen spielen dabei auch die ‚soft skills‘ der Jugendlichen eine entscheidende Rolle, also etwa Kommunikationsfähigkeit, die Fähigkeit zur Selbstreflexion, Konflikt- und Kulturkompetenz“, führt vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt aus. Indem sie sich im Programm als Mentorinnen und Mentoren für Azubis mit Migrationshintergrund engagieren, schulten sie diese Fähigkeiten und erhöhten dadurch langfristig ihre Chancen, im Unternehmen eine verantwortungsvolle Rolle einzunehmen. Gleichzeitig trage das Mentoringprogramm dazu bei, die Integration der geflüchteten und zugewanderten Azubis in den Betrieb zu erleichtern. Von diesen Synergieeffekten profitierten alle Beteiligten.
Die vbw startete das Projekt im vergangenen Jahr, um Jugendliche mit Flucht- und Zuwanderungshintergrund dabei zu unterstützen, sprachliche und kulturelle Hürden zu überwinden und ihnen einen erfolgreichen Ausbildungsabschluss zu ermöglichen. Dabei werden den Jugendlichen während ihrer Ausbildung erfahrene Azubis zur Seite gestellt, die sie begleiten und beraten. „Die Auszubildenden aus höheren Lehrjahren werden auf ihre Mentorenrolle entsprechend vorbereitet und dafür qualifiziert. Mithilfe einer fünfteiligen digitalen Workshopreihe werden sie dabei unterstützt, in ihre Rolle zu finden, sodass sie den neuen Azubi entsprechend an die Hand nehmen können“, erklärt Brossardt das Konzept. Die Unternehmen selbst seien ebenfalls eng in das Programm eingebunden. So fänden in den Betrieben während der zweijährigen Projektlaufzeit insgesamt zwei Durchläufe statt.
„Langfristig möchten wir den Unternehmen mit Initiativen wie dieser das Handwerkszeug mitgeben, um ihre eigenen Programme aufzubauen und sie nach ihren Bedürfnissen zu gestalten. Hierfür stellen wir Ihnen ab Dezember 2025 eine Handreichung zur Verfügung, die wir auf Basis der Erkenntnisse aus dem sprungbrett AzubiMentoring erstellt haben“, betont Brossardt abschließend. Mit Hilfe dieser Schritt-für-Schritt Anleitung könnten die Betriebe mit geringem Aufwand selbstständig Mentorenprogramme wie dieses aufbauen. So steigerten sie die Erfolge der Azubis, verbesserten die Zufriedenheit der Jugendlichen während der Ausbildungszeit und gewännen langfristig als Arbeitgeber an Attraktivität.
Hauptförderer des Projektes sind die vbw sowie das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie. Projektträger ist SCHULEWIRTSCHAFT Bayern im Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft e. V. Weitere Informationen zum Projekt sind hier zu finden.
Das könnte Sie auch interessieren...
bayme vbm vbw zum Ausbildungsstart 2025
Weiter gute Chancen für Jugendliche auf Ausbildungsplatz
Zum Start des neuen Ausbildungsjahres am 1. September machen die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. und die bayerischen Metall- und Elektroarbeitgeberverbände bayme vbm klar, dass Jugendliche trotz der momentanen Konjunktur- und Strukturkrise gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz haben.
„Auch wenn die Zahl der branchenübergreifend gemeldeten Ausbildungsstellen im Freistaat bis Ende August 2025 um 5,4 Prozent gesunken ist, standen laut aktuellen Berechnungen der Bundesagentur für Arbeit einem Jugendlichen auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle weiterhin etwa 1,5 gemeldete Ausbildungsplätze gegenüber“, erklärt bayme vbm vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Gleichzeitig sei die Übernahmesituation hervorragend. So blieben zum Beispiel in der bayerischen Metall- und Elektro Industrie fast 91 Prozent der Azubis 2025 nach der erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung in einem befristeten oder unbefristeten Beschäftigungsverhältnis im Betrieb. Die Sicherung des Nachwuchskräftebedarfs bleibe für die Unternehmen zentrale Zukunftsaufgabe, darum investierten sie weiter in Ausbildung.
Insbesondere Pre- und Onboarding-Maßnahmen würden immer wichtiger, um die Azubis bestmöglich auf den Ausbildungsstart vorzubereiten und in den ersten Tagen eng zu begleiten. Die Betriebe organisierten zum Beispiel Einführungstage, häufig unter Einbeziehung älterer Azubis. Dabei können die neuen Auszubildenden das Unternehmen und die Beschäftigten kennenlernen und sich austauschen. Sie würden von Anfang an intensiv einbezogen und in ihre neuen Aufgaben eingearbeitet. „Der erste Eindruck zählt. Deshalb ist es für die weitere Zusammenarbeit entscheidend, dass die Begeisterung der Jugendlichen gleich zu Anfang geweckt und die Motivation konstant hochgehalten wird. Der Weg zum Erfolg im Betrieb führt über eine positive Einstellung zur Ausbildung und eine enge Bindung zum Unternehmen“, so Brossardt.
Ein erfolgreicher Ausbildungsverlauf sei für die Betriebe wiederum die Grundlage für ihre Fachkräftesicherung. Darum sei laut bayme vbm vbw neben einem guten Einstieg für die Azubis eine effektive Berufsorientierung im Vorfeld unabdingbar. „Praxisnahe, ganzheitliche und frühzeitige Berufsorientierung senkt die Abbrecherquote und informiert die Jugendlichen drüber, wo sie der Arbeitsmarkt tatsächlich braucht. Hier müssen Unternehmen und Schulen noch enger zusammenarbeiten und dadurch die Potenziale heben“, fordert Brossardt.