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Bamberg - Page 50

Coro­na

Imp­fun­gen für Kita-Per­so­nal und Lehr­kräf­te beginnen

Der gemein­sa­me Kri­sen­stab von Stadt und Land­kreis Bam­berg hat sich in sei­ner heu­ti­gen Sit­zung vor allem mit dem Infek­ti­ons­ver­lauf in Stadt und Land­kreis Bam­berg und der Erwei­te­rung der Impf­ka­pa­zi­tä­ten befasst. Erfreu­lich sei­en der leicht fal­len­de Ver­lauf des Infek­ti­ons­ge­sche­hens und die geplan­ten Imp­fun­gen von Lehr­kräf­ten und Erzie­he­rin­nen und Erzie­hern mit Astra­Ze­ne­ca-Impf­stoff, wie Stadt und Land­kreis Bam­berg mitteilen.

Bür­ger­meis­ter Glüsen­kamp mach­te gleich zu Beginn deut­lich: „Es ist ein gro­ßer Gewinn, dass Erzie­he­rin­nen und Erzie­her, Leh­re­rin­nen und Leh­rer nun in der Prio-Grup­pe 2 geimpft wer­den kön­nen, denn der Impf­stoff von Astra­Ze­ne­ca bie­tet einen nahe­zu hun­dert­pro­zen­ti­gen Schutz gegen schwe­re und töd­li­che Ver­läu­fe einer Coro­na-Erkran­kung.“ Posi­tiv sei auch, dass der ers­te dezen­tra­le Impf­ter­min in einer Land­kreis­ge­mein­de bereits in der nächs­ten Woche statt­fin­den sol­le.
Auch wenn der Febru­ar weni­ger Tage habe als der Janu­ar, so sei­en die gemel­de­ten Neu­in­fek­tio­nen gegen­über dem Vor­mo­nat rück­läu­fig. Ins­ge­samt so hieß es, sei das Infek­ti­ons­ge­sche­hen in Hei­men und Gemein­schafts­un­ter­künf­ten ruhig bezie­hungs­wei­se am Abklin­gen, so dass die 138 neu­en Infek­ti­ons­fäl­le der ver­gan­ge­nen Woche zu 60 Pro­zent auf Ein­zel­per­so­nen und 26 Pro­zent auf Haus­hal­te zurück­zu­füh­ren sei­en.
„Das son­ni­ge mil­de Früh­lings­wet­ter darf uns des­halb nicht davon abhal­ten, wei­ter­hin ver­ant­wor­tungs­voll mit­ein­an­der umzu­ge­hen: Abstand hal­ten, Lüf­ten, Mas­ke tra­gen und Men­schen­an­samm­lun­gen mei­den“, dar­an erin­ner­te Dr. Susan­ne Paul­mann, Lei­te­rin des Fach­be­reichs Gesund­heits­we­sen beim Land­rats­amt Bam­berg. Der Ver­tre­ter der Bam­ber­ger Poli­zei im Kri­sen­stab wies in die­sem Zusam­men­hang dar­auf hin, dass wei­ter­hin alle Ver­stö­ße gegen die Mas­ken­pflicht und das Alko­hol­kon­sum­ver­bot in den aus­ge­wie­se­nen Berei­chen der Bam­ber­ger Innen­stadt streng mit Anzei­gen geahn­det wür­den. Die­se könn­ten Geld­bu­ßen von 250 bis 500 Euro nach sich ziehen.


Mög­li­cher Start für Imp­fun­gen von über 80-Jäh­ri­gen zuhau­se Anfang April

Dr. Tobi­as Pfaf­fen­dorf von der Sozi­al­stif­tung Bam­berg berich­te­te, dass die Pla­nun­gen für das dezen­tra­le Imp­fen in den defi­nier­ten sechs Spren­geln im Land­kreis Bam­berg auf Hoch­tou­ren lie­fen. Bereits nächs­te Woche könn­te es den ers­ten Impf­tag im Land­kreis geben. Ziel des dezen­tra­len Imp­fens ist es, den Impf­stoff mög­lichst zu den Men­schen zu brin­gen. Die Kapa­zi­tät des gemein­sa­men Impf­zen­trums von Stadt und Land­kreis Bam­berg kann dadurch deut­lich erwei­tert wer­den. Es sei zu erwar­ten, dass die Lie­fer­men­gen stei­gen wer­den, so dass auch die täg­li­chen Impf­zah­len mit dem zusätz­li­chen dezen­tra­len Kon­zept wei­ter erhöht wer­den könn­ten. Land­rat Kalb begrüß­te die­se Ent­wick­lung: „Es wird in den sechs Spren­geln Koor­di­na­to­ren geben, die zusam­men mit dem Impf­zen­trum die Impf­ter­mi­ne in unse­ren Land­kreis­ge­mein­den vor­be­rei­ten. Wir kom­men mit dem Impf­stoff zu den Men­schen vor Ort.“
Zudem gin­ge laut Dr. Pfaf­fen­dorf die Koor­di­na­ti­on mit den Haus­ärz­te­ver­bän­den für die Imp­fun­gen von bett­lä­ge­ri­gen Pati­en­ten in deren Zuhau­se kon­struk­tiv vor­an. Hier hät­ten wei­ter­ge­hen­de Stu­di­en des Her­stel­lers Biontech-Pfi­zer gezeigt, dass sowohl ein vor­sich­ti­ger Trans­port als auch die Ent­nah­me von Ein­zel­do­sen nun gesi­chert mög­lich sei­en. Ein mög­li­cher Start für Imp­fun­gen von über 80-Jäh­ri­gen zuhau­se könn­te schon Anfang April mög­lich sein.

Geni­al digi­tal: Ers­ter digi­ta­ler Weltfrauentag 

Inter­na­tio­na­ler Welt­frau­en­tag mit bun­tem digi­ta­lem Programm

Am 8. März ist Welt­frau­en­tag. Ein Tag, an dem Frau­en (und Män­ner) für mehr Gleich­be­rech­ti­gung auf die Stra­ßen gehen. Ein Tag, an dem in vie­len Län­dern mit ver­schie­dens­ten Aktio­nen auf die Situa­ti­on von Frau­en auf­merk­sam gemacht wird. Doch in Zei­ten von Coro­na sind Ver­an­stal­tun­gen mit vie­len Men­schen tabu. Die Stadt Bam­berg ent­schied sich zu einem digi­ta­len Weltfrauentag.

Für die Gleich­stel­lungs­be­auf­trag­ten der Stadt Bam­berg, Gabrie­le Kepic und Nina Eichels­dör­fer, stand schnell fest, dass der dies­jäh­ri­ge Welt­frau­en­tag dann eben digi­tal began­gen wer­den soll, denn „in Zei­ten sozia­ler Iso­la­ti­on wol­len wir anläss­lich die­ses wich­ti­gen Tages Momen­te der Gemein­schaft anbie­ten.“ Her­aus­ge­kom­men ist – ein­mal mehr – ein bun­tes Pro­gramm mit einem viel­ver­spre­chen­den Film zum Strea­men, mit digi­ta­len Work­shops, ver­schie­de­nen Online­ak­tio­nen und digi­ta­lem Theater.

So zeigt die Stadt Bam­berg in Koope­ra­ti­on mit dem Licht­spiel­ki­no vom 4. bis 10. März mit Wal­chen­see Fore­ver einen Film, in dem Jan­na Ji Won­ders auf ein­drucks­vol­le Wei­se die Geschich­te ihrer Fami­lie erzählt, die ein gan­zes Jahr­hun­dert umspannt. Sie kon­zen­triert sich dabei vor allem auf die Sicht der Frau­en, von denen jede auf ihre Wei­se den patri­ar­cha­len Struk­tu­ren ihrer Zeit trotzt. Um den Geheim­nis­sen ihrer Fami­lie und ihrer Rol­le in der Gene­ra­ti­ons­ket­te auf die Spur zu kom­men, führt uns Won­ders vom Fami­li­en­ca­fé am baye­ri­schen Wal­chen­see über Mexi­ko nach San Fran­cis­co zum „Sum­mer of Love“, zu indi­schen Ashrams, einem Harem und immer wie­der zurück an den Walchensee.

Link zum Film: https://www.lichtspielkino.de/previews/online-preview-walchensee-forever-event

Die Kos­ten lie­gen bei einem Akti­ons­preis von 3 Euro pro Film­ab­ruf, solan­ge der Vor­rat reicht, danach bei 8,90 Euro pro Filmabruf.


Jede Men­ge Spaß ver­spricht der digi­ta­le Thea­ter-Vor­trag am 8. März um 19.30 Uhr mit Hei­ke Bau­er-Banz­haf, Bam­ber­ger Autorin, Schau­spie­le­rin und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­coach im Gespräch mit Ger­die Preuß, Kiosk­be­sit­ze­rin und All­tags­phi­lo­so­phin. „Was hat­ten wir frü­her einen Stress! Heu­te kom­men wir aus dem Lachen nicht mehr raus!“ Zum Glück gibt es Ger­die Preuß, die zu allem ihren Senf gibt und mit viel Humor die Tücken zwi­schen Home­of­fice, Not­ki­ta, Super­markt und Social Media aufs Korn nimmt. Hei­ke Bau­er-Banz­haf fin­det mit ihrem Alter Ego „Ger­die Preuß“ auch im bun­des­deut­schen Coro­na-All­tag immer etwas zu lachen.

Link zur Ver­an­stal­tung: https://www.stadt.bamberg.de/gleichstellung

Wie wich­tig es ist, den Inter­na­tio­na­len Welt­frau­en­tag gera­de auch in Pan­de­mie­zei­ten zu bege­hen, zeigt die Ent­wick­lung der Gleich­be­rech­ti­gung im Coro­na-Jahr: Vie­le Fami­li­en rut­schen gera­de in Rol­len­mus­ter aus Zei­ten vor der Frau­en­be­we­gung. War bis­lang bei einem Zwei-Ver­die­ner-Paar die Betreu­ung aus­ge­la­gert, bricht die­se nun weg. Wenn ein Job für die Betreu­ung der Kin­der geop­fert wer­den muss, dann ist es meist der der Frau­en, denn noch immer ver­die­nen Män­ner 21 Pro­zent mehr Geld und arbei­ten zu 90 Pro­zent in Voll­zeit. Jede drit­te Frau in Deutsch­land aber arbei­tet in Teil­zeit (in West­deutsch­land 46 Pro­zent, in Ost­deutsch­land 27 Pro­zent). Das glei­che Prin­zip gilt, wenn älte­re Men­schen gepflegt wer­den müs­sen. Auch hier sind es meist die Frau­en, die die Pfle­ge über­neh­men. Glei­ches gilt für die Haus­ar­beit und die Betreu­ung der Kin­der bei den Schul­auf­ga­ben – in der Regel sind es die Frau­en. Am här­tes­ten trifft es die Allein­er­zie­hen­den, und das sind zu über 90 Pro­zent Frau­en. Auch ohne Coro­na sind sie die Grup­pe, die am stärks­ten von Armut betrof­fen ist und das größ­te Risi­ko hat, in die Alters­ar­mut abzu­rut­schen. Coro­na ver­schärft ihre ohne­hin schon brenz­li­ge Situa­ti­on. „Umso wich­ti­ger ist es für uns, wenn sich mög­lichs­te vie­le, Frau­en wie Män­ner, zu mehr Gleich­be­rech­ti­gung beken­nen und unser digi­ta­les Ange­bot zum Inter­na­tio­na­len Welt­frau­en­tag nut­zen“, so Kepic.

Das Pro­gramm zum Inter­na­tio­na­len Welt­frau­en­tag 2021 ist zu fin­den unter

https://www.stadt.bamberg.de/

Foto-Rei­he “Im Lockdown”

New­co­mer-Preis für Foto­gra­fin Jana Mar­ga­re­te Schuler

Für ihre Foto-Rei­he “Im Lock­down” ist die Foto­gra­fin Jana Mar­ga­re­te Schul­er mit dem New­co­mer-Preis 2020 des Baye­ri­schen Jour­na­lis­ten-Ver­bands (BJV) aus­ge­zeich­net wor­den. Mit Empa­thie und in war­men Far­ben zeigt die 28-jäh­ri­ge Bam­ber­ge­rin all­täg­li­che Sze­nen aus ihrem Bekann­ten­kreis, in denen aber immer das nicht-all­täg­li­che The­ma der Pan­de­mie mitschwingt.

Frau Schul­er, was muss ein Motiv haben, damit Sie es Ihnen foto­gra­fier­wür­dig erscheint?

Jana Mar­ga­re­te Schul­er: Grund­sätz­lich sind auf mei­nen Bil­dern immer Men­schen zu sehen, auch wenn vie­le Leu­te bei Doku­men­tar­fo­to­gra­fie erst­mal an Natur­fo­tos oder Tie­re den­ken. Ich mag es, ein­zel­ne Per­so­nen zu por­trai­tie­ren, ger­ne auch über län­ge­re Zeit in ihrem All­tag zu beglei­ten. Oft sagen die dann vor­her: Ach, aber mein Leben ist doch nichts Beson­de­res. Das ist ers­tens Quatsch und zwei­tens geht es nicht dar­um, etwas mög­lichst Exo­ti­sches oder Auf­re­gen­des abzu­bil­den, son­dern einen klei­nen, per­sön­li­chen Ein­blick in das Leben ande­rer Men­schen zu erschaf­fen. Wir sind ja alle von Grund auf neu­gie­rig und was für den einen ganz nor­mal ist, ist für jemand ande­ren viel­leicht ganz ungewöhnlich.


Was woll­ten Sie mit der Foto-Rei­he “Im Lock­down” zeigen?

Jana Mar­ga­re­te Schul­er: Ich habe ersucht, die all­täg­li­chen Momen­te ein­zu­fan­gen, die durch die Pan­de­mie eben doch ganz anders sind als zuvor. Es geht um das Zwi­schen­mensch­li­che und unse­ren Umgang mit den Ver­än­de­run­gen im eige­nen Leben – das ein­fach wei­ter­geht, obwohl uns die gan­ze Situa­ti­on doch so absurd vorkommt.

Hat das Pro­jekt Ihnen auch per­sön­lich gehol­fen, durch die Lock­down-Zei­ten zu kommen?

Jana Mar­ga­re­te Schul­er: Auf jeden Fall hat es gehol­fen, nicht in eine foto­gra­fi­sche Star­re zu ver­fal­len. Zu Beginn der Pan­de­mie sind alle mei­ne Auf­trä­ge weg­ge­bro­chen und ich dach­te erst­mal: Oh Gott, ich kann ein­fach nichts mehr foto­gra­fie­ren, kann nicht mehr in ande­re Städ­te fah­ren, es gibt kei­ne Ver­an­stal­tun­gen, ich habe nur einen win­zi­gen Kreis an Per­so­nen in mei­nem Umfeld und kann sogar mei­ne Fami­lie nur auf Abstand sehen. Und dann habe ich ange­fan­gen, genau das zu fotografieren.

Jana Mar­ga­re­te Schul­er. Foto: Privat

Wie vie­le Fotos sind dafür ent­stan­den? Nach wel­chen Gesichts­punk­ten haben Sie aus ihnen die Rei­he zusammengestellt?

Jana Mar­ga­re­te Schul­er: Puh, es sind vie­le Fotos ent­stan­den. Viel­leicht 100, viel­leicht 400. Ich foto­gra­fie­re eine Situa­ti­on auch immer auf ver­schie­de­ne Art und Wei­sen. Bei der Aus­wahl habe ich ver­sucht, die Situa­tio­nen zu zei­gen, die ich am reprä­sen­ta­tivs­ten fand. Außer­dem habe ich noch eini­ge Freun­de gefragt: Wel­che Bil­der wür­det ihr euch ger­ne anschau­en, wel­che Situa­tio­nen spre­chen euch an?


Inwie­weit zei­gen Sie aber eigent­lich bana­le Situa­tio­nen, die erst durch den Coro­na-Hin­ter­grund eine Auf­wer­tung oder Rele­vanz erfahren?

Jana Mar­ga­re­te Schul­er: Eigent­lich sind alle Situa­tio­nen wirk­lich nur durch die Pan­de­mie rele­vant. Das macht für mich den Charme der Bil­der aus, es sind so unglaub­lich unspek­ta­ku­lä­re Situa­tio­nen, die plötz­lich zu etwas Skur­ri­lem werden.


Auf Ihrer Home­page schrei­ben Sie, dass Sie eine visu­el­le Geschich­ten­er­zäh­le­rin sind. Was hat es damit auf sich?

Jana Mar­ga­re­te Schul­er: Mir geht es dar­um, ech­te Men­schen abzu­bil­den, einen Ein­blick in ihr Leben zu bekom­men und ihre Geschich­te zu sehen. Die Fotos sol­len etwas erzäh­len, von einer Per­son oder einem The­ma, das mich beschäf­tigt. Ich möch­te nicht nur Bil­der machen, auf denen per­fekt gestyl­te Models mit ange­streng­tem Lächeln im Gesicht ein unrea­lis­ti­sches Bild der Wirk­lich­keit vermitteln.


Wie sieht Ihre Her­an­ge­hens­wei­se aus? Arran­gie­ren Sie Ihre Moti­ve oder set­zen Sie auf Momentaufnahmen?

Jana Mar­ga­re­te Schul­er: Es ist meis­tens eine Mischung. Die­se Serie besteht aus Moment­auf­nah­men, bei man­chen Lang­zeit­pro­jek­ten arran­gie­re ich aber auch, um die Geschich­te in eine bestimm­te Rich­tung zu len­ken. Es ist ja doch immer ein Zusam­men­spiel von Foto­graf und Foto­gra­fier­ten. Lei­der bin ich als Foto­graf nie kom­plett unsicht­bar, auch wenn ich es zum Foto­gra­fie­ren oft wirk­lich ger­ne wäre!


Vie­le Ihrer Foto­gra­fien haben eine ruhi­ge, erdi­ge Farb­pa­let­te, kaum grel­le Far­ben und oft star­ke, aber wei­che Schat­ten. War­um bevor­zu­gen Sie die­se natu­ra­lis­ti­sche Gestaltung?

Jana Mar­ga­re­te Schul­er: Wäh­rend frü­her die Wahl des Films den Look der Bil­der bestimmt hat, pas­siert das inzwi­schen in der Post­pro­duk­ti­on, also der Bear­bei­tung der Bil­der am Com­pu­ter. Mei­ne Farb­ge­bung ent­spricht mei­nem visu­el­len Geschmack, ich mag die Ästhe­tik von natür­li­chem Licht, war­men Töne und wei­chen Kanten.


Bedie­nen Sie damit einen der­zei­ti­gen Trend in der Fotografie?

Jana Mar­ga­re­te Schul­er: Das ist nicht so leicht zu sagen. Ich wür­de schon sagen, dass es eine moder­ne Art der Doku­men­tar­fo­to­gra­fie ist – frü­her wur­den Repor­ta­gen zum Bei­spiel ger­ne schwarz­weiß und sehr kon­trast­reich gestal­tet. Es wur­de außer­dem meis­tens mit Weit­win­kel­ob­jek­ti­ven foto­gra­fiert, also mit einem sehr gro­ßen Bild­win­kel, damit auf einem Bild mög­lichst viel zu sehen war – genau das Gegen­teil von mei­nen Por­trait­lin­sen. Wäh­rend aber bei­spiels­wei­se direk­tes Blitz­licht zur Zeit ein sehr belieb­ter Look ist, arbei­te ich viel lie­ber mit natür­li­chem Licht oder einer Blitz­tech­nik, mit der das Licht natür­lich aussieht.


Auf wel­ches Foto aus “Im Lock­down” sind Sie beson­ders stolz?

Jana Mar­ga­re­te Schul­er: “Stolz” ist viel­leicht nicht das rich­ti­ge Wort, aber ich mag beson­ders ger­ne das Bild, auf dem mei­ne Mit­be­woh­ner auf der Wie­se im Hain auf­ein­an­der­lie­gen. Es war eine Moment­auf­nah­me und ver­mit­telt für mich gleich­zei­tig Ruhe und Resi­gna­ti­on. Außer­dem hat es Bezug zu einem Coro­na­trend, dem neu­en Volks­sport der Deut­schen: Spazierengehen.

Foto: Jana Mar­ga­re­te Schuler

Wie lief der Kon­takt mit dem DJV Bay­ern und die Aus­zeich­nung mit dem “New­co­mer Award” ab?

Jana Mar­ga­re­te Schul­er: Ich war erst­mal wirk­lich über­rascht, als ich den Anruf bekom­men habe, weil sich mein Pro­jekt doch sehr von den oft gro­ßen, rele­van­ten und poli­ti­schen The­men unter­schei­det, die sonst beim Pres­se­fo­to Bay­ern aus­ge­zeich­net wer­den. Für die Jury war wohl genau das inter­es­sant: Dass in den Bil­dern Empa­thie mit­schwingt, dass sich vie­le Men­schen damit iden­ti­fi­zie­ren kön­nen. Alle, mit denen ich im Rah­men des Wett­be­werbs seit­dem Kon­takt hat­te, waren super­nett und sym­pa­thisch, wes­we­gen es natür­lich beson­ders scha­de ist, dass man sich nicht per­sön­lich ken­nen­ler­nen kann. Auch die Preis­ver­lei­hung ist nor­ma­ler­wei­se ein rich­tig gro­ßes Ding im Land­tag, muss­te aber die­ses Jahr online stattfinden.


Was bedeu­tet Ihnen die­ser Preis?

Jana Mar­ga­re­te Schul­er: Für mich ist es sehr wert­voll, selbst­stän­dig das arbei­ten zu kön­nen, was ich lie­be. Aber gera­de als Selbst­stän­di­ger ist man sehr viel auf sich allei­ne gestellt, wer­kelt so vor sich hin, macht sein Ding. Wenn dann die Jury von so einem wich­ti­gen Preis in der jour­na­lis­ti­schen Foto­gra­fie mit der Ver­ga­be des New­co­mer Awards zeigt ´Das ist rich­tig gut, was du da machst. Das inter­es­siert nicht nur dich selbst, das soll­ten mög­lichst vie­le Men­schen sehen!‘ dann ist das ein unglaub­lich wich­ti­ges Feed­back. Manch­mal sage ich auch: Per­fekt, dass jetzt in so vie­len Zei­tun­gen mei­ne Bil­der gedruckt wer­den, dann hat mei­ne Fami­lie end­lich einen Beweis, dass ich auch wirk­lich etwas Anstän­di­ges arbei­te. Das ist natür­lich, größ­ten­teils, Spaß, aber so eine Aus­zeich­nung ist schon auch ein tol­les Aus­hän­ge­schild, weil sie greif­bar ist. Es ist tat­säch­lich für vie­le Men­schen noch unge­wohnt, dass man ein­fach kom­plett frei als Foto­gra­fin arbei­tet, ohne fes­te Kun­den, ohne Stu­dio und ohne Anstellung.


Was sind Ihre der­zei­ti­gen oder nächs­ten Projekte?

Jana Mar­ga­re­te Schul­er: Ohje, ich habe immer unglaub­lich vie­le Pro­jek­te par­al­lel lau­fen und in mei­nem Kopf schwir­ren noch tau­send wei­te­re Ideen und Plä­ne her­um. Ich beglei­te seit einem hal­ben Jahr immer wie­der eine Frau mit Behin­de­rung in ihrem Kampf gegen Brust­krebs, foto­gra­fie­re einen älte­ren Künst­ler, der unter Par­kin­son lei­det, habe ein Foto­pro­jekt zum The­ma Schwan­ger­schaft in der Pan­de­mie begon­nen und im Som­mer Per­so­nen in ver­schie­de­nen Ecken Deutsch­lands besucht, die sich ehren­amt­lich um NS-Gedenk­stät­ten küm­mern. Mit den aktu­el­len Infek­ti­ons-Zah­len müs­sen aller­dings aus Sicher­heits­grün­den eini­ge Lang­zeit­pro­jek­te pau­sie­ren und ich wid­me mich haupt­säch­lich Per­so­nen in und um Bam­berg für Por­trait­se­ri­en, bei denen der Abstand ein­ge­hal­ten wer­den kann und ich kei­ne gro­ßen Rei­sen auf mich neh­men muss. So habe ich zum Bei­spiel die Künst­le­rin Bar­ba­ra Boll­er­hoff in ihrem schö­nen Ate­lier besucht, die Täto­wie­re­rin Anna Gojow­sky in ihrem neu­en Tat­too-Stu­dio und ver­schie­de­ne Per­so­nen, die in der Imke­rei ihre Lei­den­schaft gefun­den haben. Manch­mal brau­che ich natür­lich auch eine Aus­zeit von der Foto­gra­fie – dann fah­re ich mit mei­nem Feu­er­wehr­bus Nor­bert raus in die Natur und woh­ne ein paar Tage dort. Oder ich ste­he mit Gitar­re in der Hand in irgend­ei­ner Fuß­gän­ger­zo­ne und mache Stra­ßen­mu­sik. Auf den Tag, an dem mir auch nur eine Minu­te lang­wei­lig ist, war­te ich jeden­falls noch!

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen unter

https://janamargarete.com/

Ver­dienst­me­dail­le für ehren­amt­li­che KommunalpolitikerInnen

„Sie über­neh­men Ver­ant­wor­tung für andere“

Der Bam­ber­ger Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke über­reich­te kom­mu­na­le Ver­dienst­me­dail­len an vier ehren­amt­li­che Kom­mu­nal­po­li­ti­ke­rin­nen und Kom­mu­nal­po­li­ti­ker des Bam­ber­ger Stadt­ra­tes, wie die Stadt Bam­berg mitteilt.

Die­se erhiel­ten vor Beginn der jüngs­ten Stadt­rats­sit­zung die Dank­ur­kun­de des Frei­staats Bay­ern für beson­de­re Ver­diens­te um die kom­mu­na­le Selbst­ver­wal­tung. Micha­el Bosch (Stadt­rat von 2002 bis 2020), Elfrie­de Eich­fel­der (Stadt­rä­tin von 2002 bis 2020), Wolf­gang Gra­der (Stadt­rat seit 2002), und Dr. Chris­ti­an Lan­ge (Stadt­rat seit 2002 und 2. Bür­ger­meis­ter von 2014–2020), wur­den damit für ihr lang­jäh­ri­ges Wir­ken für das Gemein­wohl ausgezeichnet.

Die Dank­ur­kun­de, die Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke im Auf­trag des baye­ri­schen Staats­mi­nis­ters des Innern, für Sport und Inte­gra­ti­on über­reich­te, schafft eine Platt­form, um geschätz­ten Per­so­nen, die sich unei­gen­nüt­zig in den Dienst der Gesell­schaft stel­len, Dan­ke zu sagen. „Dan­ke dafür, dass Sie unse­re Gesell­schaft mit­ge­stal­ten, vie­le wich­ti­ge Ent­schei­dun­gen maß­geb­lich mit beein­flus­sen und sich mit gan­zer Schaf­fens­kraft zum Woh­le der Stadt Bam­berg und ihrer Bür­ge­rin­nen und Bür­ger ein­set­zen“, so OB Star­ke im Hegel­saal der Kon­zert- und Kon­gress­hal­le. Star­ke wei­ter: „Ich möch­te im Namen der Stadt Bam­berg – aber auch ganz per­sön­lich – herz­lich dan­ken. Sehen Sie die­se Aus­zeich­nung bit­te als Aner­ken­nung dafür, dass Sie Ver­ant­wor­tung für ande­re und das Gemein­wohl übernehmen.“

Live-Stream mit Men­tal­trai­ner Tho­mas Baschab

Wei­ter men­tal stark durch den Lockdown

Nach dem Erfolg der ers­ten Rei­he lädt die VR Bank Bam­berg-Forch­heim eG zu einem zwei­ten Live­stream mit dem Men­tal­trai­ner Tho­mas Baschab ein. Am kom­men­den Diens­tag wird Baschab zei­gen, wie man mit posi­ti­ver Ener­gie und men­ta­ler Stär­ke sei­ne Poten­zia­le nut­zen, Zie­le errei­chen und Träu­me leben kann.

„Vie­le der über 2.000 Zuschaue­rin­nen und Zuschau­er, die Mit­te Febru­ar den Live­stream mit Tho­mas Baschab mit­er­lebt haben, haben uns begeis­ter­te Rück­mel­dun­gen gege­ben“, berich­tet Gre­gor Schel­ler, Vor­stands­vor­sit­zen­der der VR Bank Bam­berg-Forch­heim eG, freu­dig. „Die kon­kret umsetz­ba­ren Tipps von Tho­mas Baschab, wie man sein Den­ken auch in schwie­ri­gen Zei­ten auf die posi­ti­ven Din­ge rich­ten kann, statt sich von Ängs­ten schwä­chen zu las­sen, kamen sehr gut an“, so Schel­ler. „Nach­dem uns Coro­na und der anhal­ten­de Lock­down viel Kraft abver­lan­gen, wol­len wir unse­re Kun­din­nen und Kun­den sowie alle Bür­ge­rin­nen und Bür­ger in der Regi­on wei­ter­hin gut unter­stüt­zen, damit sie stark und zuver­sicht­lich durch die­se Zeit kom­men. Dafür ste­hen wir als Regio­nal­bank“, führt Herr Schel­ler wei­ter aus.

Daher lädt die VR Bank Bam­berg-Forch­heim eG zu einem zwei­ten Live­stream mit dem Men­tal­trai­ner von Olym­pia­sie­gern und Welt­meis­tern, Tho­mas Baschab, ein. Am Diens­tag, 2. März um 19 Uhr wird Baschab unter dem Mot­to „Men­tal stark durch den Lock-down 2.0“ zei­gen, wie man mit posi­ti­ver Ener­gie und men­ta­ler Stär­ke sei­ne Poten­zia­le nut­zen, Zie­le errei­chen und Träu­me leben kann.


Prak­ti­sche Anlei­tun­gen für men­ta­le Stärke

„Wenn es gut läuft, ist es leicht, men­tal gut drauf zu sein“, weiß Men­tal­trai­ner Tho­mas Baschab. Gera­de im Coa­ching von Spit­zen­sport­lern erlebt er das immer wie­der anschau­lich. „Eine gute men­ta­le Ver­fas­sung ist die Vor­aus­set­zung dafür, im rich­ti­gen Moment das Rich­ti­ge zu tun und sein Poten­zi­al voll zu nut­zen – zum Bei­spiel als Sport­ler im ent­schei­den­den Moment Höchst­leis­tun­gen zu errei­chen“, erklärt Baschab. „In einer Kri­se ist das hin­ge­gen eine beson­de­re Her­aus­for­de­rung.“ Er wird daher den Zuschau­ern des VR Bank-Live­streams kon­kre­te Hil­fe­stel­lun­gen geben, wie sie schwie­ri­ge Pha­sen bes­ser bewäl­ti­gen kön­nen. „Die Teil­neh­mer wer­den nicht nur hören, son­dern auch selbst erle­ben, was men­ta­le Metho­den bei ihnen aus­lö­sen kön­nen“, kün­digt Tho­mas Baschab an. Sei­ne anschau­li­chen Bei­spie­le wird er nicht nur live vor­füh­ren, son­dern die Zuschau­er moti­vie­ren, ein­fa­che prak­ti­sche Übun­gen direkt zu Hau­se vor dem Bild­schirm zu testen.


Erfolg­rei­cher Men­tal­coach für Spitzensportler

Mit sei­nen unge­wöhn­li­chen Metho­den und sei­nem begeis­tern­den Semi­nar­stil – einer sehr authen­ti­schen Mischung aus Tief­gang und Humor – bringt Tho­mas Baschab seit über 30 Jah­ren Men­schen auf Erfolgs­kurs. Er gilt als einer der gefrag­tes­ten und erfolg­reichs­ten Trai­ner Deutsch­lands. Ein­drucks­voll ver­mit­telt er, wie man Zie­le errei­chen kann, die man bis­her für uner­reich­bar gehal­ten hat. Bekannt gewor­den ist Tho­mas Baschab als Men­tal­coach, ‑trai­ner, Key­note-Spea­k­er, Autor und als Manage­ment­trai­ner für Top-Unter­neh­men sowie als Men­tal­coach zahl­rei­cher Spitzensportler.


Kos­ten­freie Teil­nah­me für alle Interessierten

Die Teil­nah­me am Live-Stream mit Tho­mas Baschab ist kos­ten­frei und ohne Vor­anmel­dung mög­lich unter https://www.vrbank-bamberg-forchheim.de/live

Bild­hau­er Adel­bert Heil über Peter Maser

Ein unbe­kann­ter Erfin­der und Fahrzeugbauer

Vor 240 Jah­ren leb­te vor den Toren Bam­bergs der ehe­ma­li­ge Jesu­it Peter Maser. Er war ein geschick­ter Mecha­ni­ker und Erfin­der eines pedal­ge­trie­be­nen Fahr­zeugs. Bild­hau­er Adel­bert Heil hat ihm nun ein künst­le­ri­sches Denk­mal gesetzt und Masers Fahr­zeu­gen zum ers­ten Mal seit einem Vier­tel­jahr­tau­send wie­der eine Gestalt gegeben.

Nach der zeit­wei­li­gen Auf­lö­sung des Bam­ber­ger Jesui­ten­or­dens 1773 war Peter Maser Ver­wal­ter von Schloss See­hof gewor­den. In frei­en Stun­den betä­tig­te er sich außer­dem als Erfin­der. Um 1780, als an Auto­mo­bil oder Fahr­rad noch nicht zu den­ken war, bau­te er ein Gefährt mit Pedal­an­trieb.
Aller Wahr­schein­lich­keit nach. Denn Peter Maser und sei­ne Schöp­fung haben näm­lich kaum Ein­gang in die Geschichts­schrei­bung gefun­den. Selbst den ein­ge­fleisch­tes­ten Bam­berg­ken­ne­rin­nen und ‑ken­nern ist der Mann unbekannt.

Tat­säch­lich gibt es nur weni­ge wei­ter­füh­ren­de geschicht­li­che Quel­len, die Auf­schluss über Masers Leben und Arbei­ten geben. Fried­rich Nico­lai, Auf­klä­rer und Ver­le­ger aus Ber­lin, bereis­te zu die­ser Zeit das Land, um Mate­ri­al über loka­le Gege­ben- und Gepflo­gen­hei­ten und bemer­kens­wer­te Per­sön­lich­kei­ten zu sam­meln. All das fass­te er in sei­nem 12-bän­di­gen Werk “Beschrei­bung einer Rei­se durch Deutsch­land und die Schweiz im Jah­re 1781” zusam­men. Am 23. Mai 1781 erreich­te Nico­lai Schloss See­hof. Dort fiel ihm Peter Maser auf, der auf einem vier­räd­ri­gen, pedal­ge­trie­be­nen Gefährt, an des­sen vor­de­rem Ende zudem ein geschnitz­ter Pfer­de­kopf prang­te, im Park des Schlos­ses umher­fuhr. Eine Begeg­nung, die er sofort für sein Werk festhielt.

Die­se Berich­te über Bam­berg und Umge­bung gel­ten als Fund­gru­be für kul­tur­his­to­ri­sche und sozi­al­wis­sen­schaft­li­che Anga­ben über das aus­ge­hen­de 18. Jahr­hun­derts, aber die Beschrei­bung des Erfin­ders Maser geriet über die Jah­re in Ver­ges­sen­heit. Außer­dem hat­te es Nico­lai ver­säumt, eine Zeich­nung des Gefährts anzu­fer­ti­gen.
Auch etwa­ige, von Maser ange­fer­tig­te Bau­skiz­zen des Fahr­zeugs und sei­nes neu­ar­ti­gen Antriebs­sys­tems, genau wie das Fahr­zeug selbst, fie­len wahr­schein­lich Säku­la­ri­sa­ti­on und Puri­fi­ka­ti­on zum Beginn des 19. Jahr­hun­derts zum Opfer.

Fast ein Vier­tel­jahr­tau­send soll­te es dau­ern, bis der Bild­hau­er und Bergan­za­preis­trä­ger Adel­bert Heil in der Staats­bi­blio­thek Bam­berg auf Nico­lais Werk stieß und die Absicht ent­wi­ckel­te, die Gefähr­te Masers nachzubauen.

Über­schrift zu Maser aus den Bam­ber­ger Blät­tern 1924, Foto: Staats­bi­blio­thek Bamberg

Heils Nach­for­schun­gen nach Zeich­nun­gen des Gefährts Masers im Bam­ber­ger Stadt­ar­chiv, dem Staats­ar­chiv, dem Ger­ma­ni­schen Natio­nal­mu­se­um in Nürn­berg sowie im Deut­schen Muse­um in Mün­chen blie­ben jedoch erfolg­los.
So fer­tig­te er vier Bron­ze­skulp­tu­ren nach den vor­ge­fun­de­nen Beschrei­bun­gen an. Bei die­sen han­delt es sich um die ers­ten Dar­stel­lun­gen der Pedal­fahr­zeu­ge seit Peter Masers Zei­ten. Wir haben mit Adel­bert Heil über den unbe­kann­ten Erfin­der gesprochen.


Herr Heil, hat Peter Maser mit sei­ner Erfin­dung des Pedal­an­triebs in gewis­ser Wei­se auch das Fahr­rad erfunden?

Adel­bert Heil: Nein, das Fahr­rad hat er nicht erfun­den, aber auf dem Weg zur Erfin­dung des Fahr­rads hat er mit dem Pedal­an­trieb etwas vor­weg­ge­nom­men, was etwa 70 Jah­re spä­ter bei der Welt­aus­stel­lung 1867 zum Tra­gen kam. Fast 100 Jah­re vor­her hat­te der fran­zö­si­sche Fahr­zeug­bau­er Elie Richard 1690 in La Rochel­le einen pedal­ge­trie­be­nen Rei­se­wa­gen gebaut. Eine eigen­ar­ti­ge Tat­sa­che in der Geschich­te des Fahr­rads besteht dar­in, dass fast alle Ver­bes­se­run­gen zwei- ja zuwei­len drei­mal erfun­den wer­den muss­ten, bevor sie all­ge­mein ver­wen­det wur­den. So hat eine 1817 durch Karl von Drais in Mann­heim ent­wi­ckel­te zwei­räd­ri­ge Lauf­ma­schi­ne noch kei­ne Peda­le. Die Ent­wick­lung des Fahr­rads hat auch eine inter­es­san­te frän­ki­sche Kom­po­nen­te: Der in Obern­dorf bei Schwein­furt gebo­re­ne Orgel­bau­er und Erfin­der Phil­ipp Moritz Fischer bau­te 1853 an sei­ne Trais-Lauf­ma­schi­ne eine Tret­kur­bel. Wirk­lich vor­an ging es mit der Ent­wick­lung aber erst durch den fran­zö­si­sche Wagen­bau­er Pierre Mich­aux, der bei der Welt­aus­stel­lung 1867 ein pedal­ge­trie­be­nes zwei­räd­ri­ges Velo­ci­ped prä­sen­tier­te.
Ich bin übri­gens auch nicht der Ers­te, der auf Peter Maser auf­merk­sam macht. Auch schon vor knapp 100 Jah­ren hat man sich mit ihm, wenn auch abseits von grö­ße­rer Auf­merk­sam­keit, beschäf­tigt. So schrieb der Hoch­schul­pro­fes­sor Dr. Wil­helm Heß in den Bam­ber­ger Blät­tern vom 24. Febru­ar 1924 bereits über Maser und sein Fahrzeug.


Ist bekannt, was Peter Maser dazu getrie­ben hat, die­se Fahr­zeu­ge zu ent­wer­fen und herzustellen?

Adel­bert Heil: Das habe ich mich auch oft gefragt. Der Wunsch nach zug­tier­un­ab­hän­gi­gen Gefähr­ten muss damals ein­fach in der Luft gele­gen haben. Und anschei­nend war Maser ein Tüft­ler, der fähig war, die­se Idee zu verwirklichen.


Spiel­ten womög­lich wirt­schaft­li­che Absich­ten, also ein Gefährt für den Ver­kauf zu ent­wi­ckeln, eine Rol­le dabei?

Adel­bert Heil: Nein, das war eine Lieb­ha­be­rei. Maser war durch sei­ne Anstel­lung als Ver­wal­ter von Schloss See­hof finan­zi­ell abge­si­chert und hat­te Zeit, sich sei­nen Erfin­dun­gen zu wid­men. Und sei­ner Kunst – er hat ja auch gebild­hau­ert und Mosai­ken gefertigt.


War­um haben Sie sich der künst­le­ri­schen Dar­stel­lung der Fahr­zeu­ge von Peter Maser angenommen?

Adel­bert Heil: Seit Kin­des­bei­nen an inter­es­sie­ren mich die The­men “Auto” und “Mobi­li­tät”. Die Auto­mo­bi­li­tät hat unser Leben, und damit auch mei­nes, im 20. Jahr­hun­dert sehr geprägt. Nicht nur zum Schlech­ten, auch sehr zum Guten.


Wor­an haben Sie sich in Erman­ge­lung einer bild­li­chen Dar­stel­lung der Gefähr­te bei deren Gestal­tung orientiert?

Adel­bert Heil: Zunächst an Nico­lais schrift­li­chen Auf­zeich­nun­gen. Er schreibt: „Vor­ne am Wagen sind der Kopf und der Vor­der­leib eines Pfer­des zu sehen. Die nied­ri­gen Vor­der­rä­der sind zum Len­ken und der Fah­ren­de hat einen Zaum an des Pfer­des Kopf in den Hän­den. An dem­sel­ben ist inwen­dig ein Hebel ver­mit­telt, anhand des­sen sich der Wagen sehr leicht len­ken lässt. Der­je­ni­ge, wel­cher im vier­räd­ri­gen Wagen sitzt, tritt mit den Füßen wech­sel­wei­se eine dop­pel­te Kur­bel und kann auf einem ebe­nen Wege selbst fahren.“


Ihre Skulp­tu­ren der Krea­tio­nen von Peter Maser emp­fin­den nicht nur sei­ne Gefähr­te nach – Sie haben sie zusätz­lich mit Figu­ren, sozu­sa­gen Pas­sa­gie­ren, ausgestattet.

Adel­bert Heil: Ja, um zu zei­gen, wie die Hand­ha­bung des Fahr­zeugs hät­te aus­se­hen kön­nen, habe ich Figu­ren auf ihm plat­ziert. Ich weiß nicht, wie Peter Maser aus­sah, aber ich bin sicher, dass er den Bild­hau­er Fer­di­nand Tietz und sei­ne Figu­ren im Schloss­park See­hofs kann­te. Es gibt dort an der Kas­ka­de den stei­ner­nen Her­ku­les und sei­ne hin­ter ihm ste­hen­de, den Lor­beer­kranz hal­ten­de Fama. Irgend­wann hat­te ich die Vor­stel­lung, Maser steht vor der Brun­nen­an­la­ge und hat die Visi­on von Her­ku­les mit Fama in sei­nem Fahr­zeug, was den kunst­ge­schicht­li­chen Topos des Tri­um­ph­wa­gens bedient oder aus heu­ti­ger Sicht ein Bild des Sie­ges­zu­ges der Auto­mo­bi­li­tät abgibt.


Wün­schen Sie sich, dass Ihre Dar­stel­lung der Gefähr­te, die nun die ers­te Dar­stel­lung die­ser Art ist, von jetzt an als Refe­renz für die Fahr­zeu­ge gilt?

Adel­bert Heil: Das wäre viel ver­langt, aber solan­ge es noch nie­mand ande­rer macht – war­um nicht.


Lie­ßen sich die Gefähr­te anhand Ihrer Dar­stel­lung nach­bau­en und auch fahren?

Adel­bert Heil: Ja, auch des­we­gen habe ich sie, zwar noch als Minia­tur­mo­del­le, nach­ge­baut. Aber ich ste­he in Kon­takt mit einer Mit­tel­schu­le, denen ich vor­ge­schla­gen habe, die Fahr­zeu­ge in Ori­gi­nal­grö­ße zu bauen.


Bis vor Kur­zem waren die Skulp­tu­ren im Bam­ber­ger Bür­ger­la­bor zu sehen. Wann und wo wer­den Sie sie wie­der ausstellen?

Adel­bert Heil: Vor­aus­sicht­lich gibt es am Sonn­tag den 23. Mai, dem 240. Jah­res­tag des Tref­fens zwi­schen Maser und Nico­lai, eine Aus­stel­lung im Park von Schloss See­hof, an eben jener Stel­le, wo sich Nico­lai und Maser begegneten.

Unab­hän­gi­ge Kom­mis­si­on zur Auf­ar­bei­tung sexu­el­len Missbrauchs 

„Opfern bei­ste­hen, Täter bestra­fen und Miss­brauch verhindern“

Das Erz­bis­tum Bam­berg hat gemäß der Ver­ein­ba­rung zwi­schen Deut­scher Bischofs­kon­fe­renz und dem Miss­brauchs­be­auf­trag­ten der Bun­des­re­gie­rung eine Unab­hän­gi­ge Kom­mis­si­on zur Auf­ar­bei­tung von sexu­el­lem Miss­brauch ein­ge­rich­tet. „Wir wol­len mit allen unse­ren Mög­lich­kei­ten einen Bei­trag leis­ten, Miss­brauchs­fäl­le in Zukunft zu ver­hin­dern, und dort, wo sie gesche­hen sind, die Täter benen­nen und bestra­fen, vor allem aber den Betrof­fe­nen bei­ste­hen“, sag­te Erz­bi­schof Lud­wig Schick.

Ziel die­ser Kom­mis­si­on ist laut Ver­ein­ba­rung „die Erfas­sung von Tat­sa­chen, Ursa­chen und Fol­gen von sexu­el­lem Miss­brauch an Kin­dern und Jugend­li­chen in der katho­li­schen Kir­che, die Iden­ti­fi­ka­ti­on von Struk­tu­ren, die sexu­el­len Miss­brauch ermög­licht oder erleich­tert oder des­sen Auf­de­ckung erschwert haben sowie den admi­nis­tra­ti­ven Umgang mit Täte­rIn­nen und Betrof­fe­nen.“ Die Auf­ar­bei­tung soll das gesche­he­ne Leid aner­ken­nen, einen Refle­xi­ons­pro­zess anre­gen, die Betrof­fe­nen an den Pro­zes­sen betei­li­gen und ihnen im Rah­men der recht­li­chen Mög­lich­kei­ten Zugang zu den sie betref­fen­den Infor­ma­tio­nen und Unter­la­gen ermöglichen.

Erz­bi­schof Schick berief sie­ben Mit­glie­der, die am Don­ners­tag zu einer kon­sti­tu­ie­ren­den Sit­zung zusam­men gekom­men sind. Sie wäh­len in der nächs­ten Sit­zung eine/​n Vorsitzende/​n.

Gene­ral­vi­kar Georg Kes­tel rief noch ein­mal dazu auf, dass Betrof­fe­ne im Erz­bis­tum sich bei der Kom­mis­si­on mel­den möch­ten zur Mit­ar­beit und Bil­dung eines Betroffenenbeirates.

Unab­hän­gig davon bleibt Rechts­an­wäl­tin Eva Has­ten­teu­fel-Knörr Miss­brauchs­be­auf­trag­te des Erz­bis­tums und zusam­men mit Mar­lies Fischer und Ute Stau­fer vom Sozi­al­dienst katho­li­scher Frau­en und dem ehe­ma­li­gen Ober­staats­an­walt Joseph Düsel Ansprech­part­ner für Opfer, Betrof­fe­ne und Wissensträger/​innen.

Video-Wett­be­werb für Jugendliche

„New begin­ning. New visi­on. New city.“

In Koope­ra­ti­on mit der Orga­ni­sa­ti­on der Welt­erbe­städ­te (OWHC) ver­an­stal­tet das Zen­trum Welt­erbe Bam­berg einen Video-Wett­be­werb für Jugend­li­che im Alter von 14 bis 21 Jah­ren, wie die Stadt Bam­berg mit­teilt, der Ideen für die Zukunft der Welt­erbe­stadt lie­fern soll.

Wie hat sich Bam­berg in den letz­ten Mona­ten ver­än­dert? Wie könn­te unser Leben vor Ort in Zukunft aus­se­hen? Jugend­li­che, die fil­mi­sche Ideen zu die­sen Fra­gen haben, kön­nen sie für ein inter­na­tio­na­les Publi­kum umset­zen und dabei die Beson­der­hei­ten ihrer Stadt prä­sen­tie­ren. Das Mot­to lau­tet dabei „New begin­ning. New visi­on. New city.“ (Neu­an­fang. Zukunfts­vi­si­on. Neue Stadt.).

Bei­trä­ge kön­nen von Ein­zel­per­so­nen oder Teams in den Alters­grup­pen von 14 bis 17 Jah­ren und 18 bis 21 Jah­ren ein­ge­reicht wer­den. Die Vide­os soll­ten höchs­tens fünf Minu­ten lang und in eng­li­scher, fran­zö­si­scher oder spa­ni­scher Spra­che gedreht sein (gespro­che­ner Text oder Unter­ti­tel). Auf­nah­men kön­nen mit Kame­ra, Com­pu­ter oder Han­dy in den For­ma­ten .wmv, .avi, .mov oder .mpg pro­du­ziert wer­den und müs­sen You­Tube-kom­pa­ti­bel sein.
Bei­trä­ge kön­nen bis spä­tes­tens 9. Mai 2021 als Video oder You­Tube-Link samt aus­ge­füll­tem Anmel­de­for­mu­lar beim Zen­trum Welt­erbe Bam­berg ein­ge­reicht werden.

Als Prei­se auf loka­ler Eben win­ken den Gewin­ne­rIn­nen Ende Mai Kino­gut­schei­ne. Auf inter­na­tio­na­ler Ebe­ne bewer­tet dann eine Fach­ju­ry die bes­ten Vide­os nach Inhalt, Qua­li­tät, Ori­gi­na­li­tät und Krea­ti­vi­tät und kürt schließ­lich die Gesamt­sie­ger in den bei­den Alters­grup­pen. Es win­ken Geld­prei­se in Höhe von 1.500 und 3.000 Kana­di­schen Dol­lar. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen sind zu fin­den unter https://welterbe.bamberg.de/de/aktuelles

Live-Stream

Podi­ums­dis­kus­si­on „Und nun? Die Coro­na-Kri­se und ihre Folgen“

Am Ascher­mitt­woch star­te­te der Wirt­schafts­club Bam­berg die „Bam­ber­ger Run­de“, ein For­mat, in dem Ent­schei­der, Visio­nä­re, Mit­glie­der des Wirt­schafts­club Bam­berg und auch die Poli­tik zu Wort kom­men. Nach dem Auf­takt mit Andre­as Star­ke und Johann Kalb bil­den am mor­gi­gen Frei­tag Ver­tre­ter aus der Wirt­schaft die Diskussionsrunde.

Rund 15.000 Besu­cher sahen beim Live­stream ver­gan­ge­ne Woche zu, als Mode­ra­tor Mischa Salz­mann den Bam­ber­ger Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke und Land­rat Johann Kalb begrüß­te. Die bei­den gaben neben einem Blick auf die aktu­el­le Situa­ti­on rund um Coro­na Aus­kunft über den Stand gro­ßer Pro­jek­te wie das Medi­cal Val­ley auf dem Lag­ar­de-Gelän­de oder den Bahn­aus­bau. Auch unter ande­rem Bür­ger­meis­ter Jonas Glüsen­kamp und Stadt­rä­tin und Unter­neh­me­rin Anne Rudel schil­der­ten in Video­bot­schaf­ten ihre Gedan­ken zur Zukunft der Region.


Live­stream über Home­page des Wirtschaftsclub

Am mor­gi­gen Frei­tag folgt die Fort­set­zung der Dis­kus­si­ons­rei­he. Unter dem Titel „Und nun? Die Coro­na-Kri­se und ihre Fol­gen“ wird die Lage aus Unter­neh­mer- und Ban­ken­sicht in den Fokus genom­men. Die Run­de bil­den dies­mal Poli­ti­ker und Ver­tre­ter aus der Wirtschaft.

Hier sol­len Punk­te, die seit Wochen in aller Mun­de sind, ange­spro­chen wer­den. „Wie sieht mitt­ler­wei­le die wirt­schaft­li­che Situa­ti­on in und nach der Kri­se für Unter­neh­men in der Regi­on Bam­berg aus?“ „Sind die Gel­der der Hilfs­pro­gram­me ange­kom­men?“ Auch die zu erwar­ten­den Kon­se­quen­zen sol­len dis­ku­tiert und Mög­lich­kei­ten eru­iert wer­den, was für Unter­neh­men getan wer­den kann, die immer noch stark leiden? 

Die Ver­ant­wort­li­chen des Wirt­schafts­club Bam­berg erwar­ten eine emo­tio­na­le und inter­es­san­te Dis­kus­si­on zur aktu­el­len Lage mit Andre­as Schwarz (MdB SPD), Hol­ger Dre­mel (MdL CSU), Karl-Hein­rich Ertl (ERTL-Shop­ping), Dr. Ste­fan Gol­ler (Refe­rat Wirt­schaft), Alex­an­der Brehm (Vor­stand VR Bank Bam­berg-Forch­heim), Wolf­gang Heyder (Ver­an­stal­tungs­ser­vice Bam­berg). Mode­riert wird die Run­de wie­der von Mischa Salz­mann, dem Geschäfts­füh­rer von Radio Bamberg.

Der kos­ten­freie Live­stream star­tet am Frei­tag, dem 26. Febru­ar, ab 19:30 Uhr und ist anzu­se­hen über die Home­page des Wirt­schafts­club Bam­berg http://www.wirtschaftsclub-bamberg.de/live

Stadt­rat folgt ein­stim­mi­ger Jury-Entscheidung 

Johan­na Kne­fel­kamp-Sto­rath wird Kunst­sti­pen­dia­tin 2021

Johan­na Kne­fel­kamp-Sto­rath erhält 2021 das von der Stadt Bam­berg und dem Land­kreis Bam­berg aus­ge­lob­te Kunst­sti­pen­di­um. Der Bam­ber­ger Stadt­rat folg­te in sei­ner gest­ri­gen Sit­zung der Emp­feh­lung der Jury unter Vor­sitz von Kul­tur­re­fe­ren­tin Ulri­ke Siebenhaar.

Das Kunst­sti­pen­di­um Bam­berg, im jähr­li­chen Wech­sel zwi­schen Stadt und Land­kreis aus­ge­schrie­ben, wird 2021 zum sieb­ten Mal ver­ge­ben und ist mit ins­ge­samt 9.000 Euro dotiert. Es soll in der Regi­on wohn­haf­ten Künst­le­rin­nen und Künst­lern ermög­li­chen, sich eini­ge Mona­te lang auf die künst­le­ri­sche Arbeit zu kon­zen­trie­ren, um ein Pro­jekt zu begin­nen, fort­zu­set­zen oder fer­tig­zu­stel­len. Für das Sti­pen­di­um 2021 hat­ten sich drei­zehn Kunst­schaf­fen­de jeden Alters und aller Kunst­spar­ten bewor­ben. „Die Kraft und der Esprit der Bewer­bung von Johan­na Kne­fel­kamp-Sto­rath hat uns sofort begeis­tert. Sie ist eine Sti­pen­dia­tin, die ganz neu­es Ter­rain betritt und Außer­ge­wöhn­li­ches wagt. Ich freue mich über das ein­stim­mi­ge Votum der Jury und auf die Prä­sen­ta­ti­on der Künst­le­rin am Ende des Sti­pen­di­ums“, beton­te Kul­tur­re­fe­ren­tin Ulri­ke Siebenhaar.

Die Jury – bestehend aus Kul­tur­re­fe­ren­tin Ulri­ke Sie­ben­haar, Land­rat Johann Kalb, Olga See­ha­fer (Kunst­sti­pen­dia­tin Bam­berg 2020), Vie­ra Janá­rče­ko­vá (E.T.A.-Hoffmann-Preisträgerin 2020) und Nina Lorenz (Ver­tre­te­rin des amtie­ren­den Kul­tur­för­der­preis­trä­gers TiG – Thea­ter im Gärt­ner­vier­tel) – ent­schied sich ein­stim­mig für die Bewer­bung von Johan­na Kne­fel­kamp-Sto­rath (Dar­stel­len­de Kunst /​zeit­ge­nös­si­scher Tanz).
Johan­na Kne­fel­kamp-Sto­rath zeig­te sich nach der Ent­schei­dung über­glück­lich: „Oh, wow, ich bin begeis­tert und füh­le mich geehrt und gestärkt, dass mei­ne Hei­mat­stadt sich hin­ter mei­ne Kunst­form stellt. Als Kunst­dis­zi­plin hat Tanz bis­her wenig Raum in Bam­berg gefun­den. Ein­fach toll, dass es jetzt soweit ist! Das fühlt sich rich­tig gut an.“


Die Jury begrün­de­te die Ent­schei­dung wie folgt: 

„Zeit­ge­nös­si­scher Tanz ist in Bam­berg eine unter­re­prä­sen­tier­te Kunst­form. Johan­na Kne­fel­kamp-Sto­rath setzt sich mit ihrem inter­na­tio­na­len Netz­werk und ihren eige­nen Pro­jekt­an­sät­zen für die Eta­blie­rung einer neu­en Tanz­sze­ne in Bam­berg ein.

Mit Hil­fe des Kunst­sti­pen­di­ums möch­te Johan­na Kne­fel­kamp-Sto­rath ihr explo­ra­ti­ves Vor­ha­ben ver­wirk­li­chen, in dem sie die Dis­zi­pli­nen Tanz, Thea­ter und Musik mit den Medi­en Film und Video ver­eint, ohne dass die Dar­stel­lung zu sehr ent­frem­det wirkt. Die­ses Vor­ha­ben möch­te die Künst­le­rin in zwei unter­schied­li­chen Pro­jek­ten aus­pro­bie­ren und erfor­schen, die von der Jury als sehr gute, viel­ver­spre­chen­de Vor­ha­ben gewer­tet wer­den und bei die­ser gro­ße Neu­gier geweckt haben:

- In „our heri­ta­ge“ geht es um die tän­ze­ri­sche Begeg­nung zwi­schen Bam­ber­ger Jugend­li­chen und nie­der­län­di­schen Zeit­zeu­gen des Zwei­ten Welt­krie­ges. Die aktu­el­len Coro­na-beding­ten Rege­lun­gen und Auf­la­gen ver­lan­gen viel Umden­ken in der Erar­bei­tung einer gemein­sa­men Tanz­vor­stel­lung. Dadurch, dass die Betei­lig­ten sich erst­mal nicht per­sön­lich begeg­nen dür­fen, möch­te die Künst­le­rin inner­halb die­ses Pro­jek­tes umsich­tig und krea­tiv auf das Ele­ment der Medi­en und des Inter­nets zurück­grei­fen. In Zusam­men­ar­beit mit einem Fil­me­ma­cher soll pro­biert wer­den, meh­re­re klei­ne­re Bewe­gungs-und Tanz­fil­me zu schaf­fen, die ein Ken­nen­ler­nen der jeweils ande­ren Gene­ra­ti­on und deren Geschich­te ermöglichen.

- Wäh­rend der Ent­wick­lung einer Solo­vor­stel­lung möch­te die Künst­le­rin das Medi­um Film/​Video unter­su­chen. Inwie­weit kann ein Video die Dar­stel­len­de Kunst auf der Büh­ne unter­stüt­zen, ohne zu stö­ren oder gar die Auf­merk­sam­keit des Zuschau­ers zu beein­träch­ti­gen? Inwie­weit könn­te über das Video eine Art tan­zen­der Gegen­part ent­ste­hen? Inwie­weit kann man als Per­for­mer impro­vi­sie­rend auf das Video reagie­ren, ohne dass der Kon­text ver­lo­ren geht? Das Solo soll das The­ma Iden­ti­tät und Weib­lich­keit bear­bei­ten und steht in Ver­bin­dung mit der Hei­mat der Künst­le­rin, der Stadt Bam­berg. Die Kon­zept­idee beruht dar­auf, das Solo an unter­schied­li­chen Orten zei­gen zu kön­nen, zum Bei­spiel öffent­li­chen Plät­zen wie dem Hain, das P+R Hein­richs­damm, auf der Alten­burg, am Hexen­mahn­mahl. Je nach Geneh­mi­gung und Ausarbeitung.“

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