DRK schrieb Geschichte in Bamberg
Vor 100 Jahren gründete sich im Rokokosaal der Dachverband des Deutschen Roten Kreuzes
100 Jahre ist es her, dass die entscheidende Sitzung zur Gründung des Deutschen Roten Kreuzes in Bamberg im Rokokosaal stattfand. Die Präsidentin des DRK, Gerda Hasselfeldt, hat sich nun ins Goldene Buch der Stadt Bamberg eingetragen. Oberbürgermeister Andreas Starke beschrieb das Rote Kreuz als „Synonym für ein funktionierendes Rettungswesen.“
Es ist der 25. Januar 1921, ein Dienstag. Im Rokokosaal des historischen Brückenrathauses wird, wenige Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkrieges, der Dachverband des Deutschen Roten Kreuzes gegründet. Dieser vertritt seitdem die Belange des gesamten Roten Kreuzes in Deutschland, die Selbstständigkeit der einzelnen Landesverbände bleibt weitgehend erhalten. Dies gilt bis heute, jeder Einzelverband hat einen eigenen Charakter. So dankte Oberbürgermeister Andreas Starke im Namen der Stadt auch explizit den Bamberger Vertreterinnen und Vertretern. „Sie prägen das soziale Gesicht der Stadt“, sagte der OB bei dem Empfang, der coronabedingt auf ein Minimum beschränkt war und unter strengen Auflagen stattfand.
Umso mehr freute sich DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt, dass das der Termin zum Gedenken an den Gründungstag „in diesem besonderen Saal“ überhaupt möglich war. Im Zuge dessen bekam Friedel Weyrauch aus dem Landesverband Hessen die Dank-Medaille des DRK verliehen für über 40 Jahre ehrenamtliche Arbeit mit Menschen mit Suchtproblemen.
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Ferienprogramm seitens des Stadtjugendamts Bamberg
Jede Menge Spaß in den Pfingstferien
Ein bisschen Abwechslung in den Pfingstferien gesucht? Wie wäre es mit einem Tag auf einem Eselhof, einem Parcour oder einem Quidditch-Turnier a la Harry Potter? Das und noch vieles mehr bietet das zweiwöchige Ferienprogramm der Kommunalen Jugendarbeit des Stadtjugendamts Bamberg, das erstmals für die Pfingstferien auf die Beine gestellt wurde.
Insgesamt 51 Angebote sind in dem Programm gebündelt und sorgen dafür, dass keine Langeweile aufkommt. Es gibt eintägige, aber auch mehrtägige Veranstaltungen und Altbewährtes, wie die Stollenführung oder Klettern im Hochseilgarten, werden durch spannende neue Aktionen, wie Bouldern oder eine Schnitzeljagd mit GPS, erweitert.
„Tolle Sache“, findet Bürgermeister und Sozialreferent Jonas Glüsenkamp und betont wie wichtig dieses Angebot gerade in Pandemie-Zeiten sei, in denen „den Kindern und Jugendlichen mit Homeschooling und Aussetzen zahlreicher Freizeitaktivitäten zugemutet wurde.“ Die Hoffnung, dass das Programm stattfinden kann ist groß. „Wir sind zuversichtlich, dass mit vorhandenen Hygienekonzepten wie im vergangenen Jahr die zahlreichen Veranstaltungen durchgeführt werden können“, betont Stadtjugendpfleger Sebastian Wehner.
Angebote für Kinder ab 5 Jahren
Das Ferienprogramm wird bereits seit Jahrzehnten von der Kommunalen Jugendarbeit des Stadtjugendamts Bamberg auf die Beine gestellt. Gemeinsam mit zahlreichen Vereinen, Verbänden und engagierten Personen wird jedes Jahr ein abwechslungsreiches Programmheft zusammengestellt. Dadurch werden den Kindern und Jugendlichen in Bamberg vielfältige Freizeitangebote für die schulfreie Zeit in den Schulferien zur Verfügung gestellt und gleichzeitig den Veranstaltern eine Plattform geboten, sich selbst und ihre Angebote vorzustellen und bewerben zu können. Die Angebote richten sich an Kinder ab 5 Jahre.
Weitere Informationen
https://www.stadt.bamberg.de/kommunale-jugendarbeit
Das Ferienprogramm liegt bei den bekannten städtischen Behörden aus und ist zudem unter https://www.stadt.bamberg.de/ferienprogramm zu finden.
Buchbar sind die einzelnen Angebote unter https://fepronet.de/bamberg. Buchungsstart ist Montag, der 26. April.
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Impfzentrum und Hausärzte beflügeln Impfquote
Kurve der Corona-Schutzimpfungen in der Region Bamberg steigt
Direkt zu Beginn der Koordinierungsgruppe Corona von Stadt Bamberg und Landkreis Bamberg gab es eine positive Nachricht: Die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte, die in der Region mit Impfstoff versorgt werden, haben in der vergangenen Woche deutlich zum Vorankommen bei den Corona-Schutzimpfungen beigetragen. Neben dem Impfzentrum Bamberg – inklusive seiner mobilen Impfteams – sowie den dezentralen Impfstationen im Landkreis hat sich damit eine stabile Impf-Infrastruktur etabliert.
Diese Woche werden voraussichtlich 6000 Menschen ihre Impfung erhalten. Das Impfzentrum hat seine Kapazitäten ausgebaut und kann prinzipiell bis zu 1.300 Impfungen pro Tag ermöglichen, sofern ausreichend Impfstoff geliefert wird.
Ebenfalls gute Nachrichten gibt es in Hinblick auf die Schnelltests: Die Schulen in Stadt und Landkreis sind aktuell gut ausgestattet und es wurden bereits neue Schnelltests nachgeordert. Darüber hinaus nimmt die Bevölkerung das bestehende Schnelltestangebot an den verschiedenen Teststellen in Stadt und Landkreis sehr gut an. Seit vergangenem Donnerstag fährt zudem der Bamberger Schnelltest-Bus verschiedene Stadtteile an und wird von den Bürgerinnen und Bürgern gerne genutzt: Ursprünglich auf 70 Tests pro Tag ausgelegt, wurden bereits 90 pro Tag durchgeführt.
Belegungszahlen in den Krankenhäusern sind wieder gestiegen
Generell gilt: Bei einer Inzidenz über 100 ist für den Großteil des Einzelhandels Terminshopping („Click & Meet“) möglich. Zusätzlich benötigen Kunden einen negativen Corona-Test. Dies kann ein PCR-Test (gilt für 48 Stunden) oder ein POC-Test/Schnelltest (gilt für 24 Stunden) sein. Ebenfalls möglich ist ein einfacher Selbsttest unter „Aufsicht“ des Verkaufspersonals. Jedes dieser negativen Testergebnisse – auch, wenn es zum Beispiel beim Arbeitgeber durchgeführt wurde – ist gültig und kann vorgezeigt werden.
Landrat Johann Kalb und Oberbürgermeister Andreas Starke sind sich einig: „Die Kombination einer guten Impf- und Testinfrastruktur ist in der aktuellen Pandemie-Lage das Mittel der Wahl. Wir hoffen weiterhin, dass die Versorgung mit Impfstoff in den kommenden Wochen anhält.“ Dies sei umso wichtiger, da die Anzahl der Neuinfektionen weiterhin zunimmt und die Belegungszahlen in den Krankenhäusern wieder gestiegen sind. Zudem liegt der Anteil von Mutationen mittlerweile bei drei Viertel aller Infektionen, in der Woche vorher waren es noch zwei Drittel.
Das Gesundheitsamt ist zwischenzeitlich technisch so ausgestattet und eingerichtet, dass die Luca-App nutzbar ist. Nun können Gastronomie, Einzelhandel und kulturelle Einrichtungen bereits beginnen, ihre jeweiligen Örtlichkeiten in der App zu registrieren.
Weitere Informationen
Hier kann man sich testen lassen:
Testzentrum am Sendelbach (ohne Anmeldung):
Am Sendelbach 15
96050 Bamberg
Schnelltests: Montag bis Sonntag, 15 bis 19 Uhr
PCR-Tests: Montag bis Donnerstag, 15 bis 19 Uhr
Schnelltestzentrum Bamberg:
Promenadenstraße 6a (ehemals Stadtwerke-Infopoint)
96047 Bamberg
Montag bis Samstag, 9 bis 15 Uhr
Termine nur nach Anmeldung unter https://corona-schnelltest-bamberg.de/
Abstrichstelle Scheßlitz:
Oberend 32 (alter Nettomarkt)
96110 Scheßlitz
Schnelltests und PCR-Tests: Montag bis Donnerstag, 9 bis 13 Uhr
Freitag 9 bis 12.30 Uhr
Schnelltest-Bus Bamberg (ohne Anmeldung, mit Ausweis):
Dienstag
9.30 bis 11 Uhr Gartenstadt/Kunigundenschule
12.30 bis 14 Uhr Kramersfeld-Bruckertshof/Wendeplatte an der Kemmerstraße
Mittwoch
9.30 bis 11.00 Uhr Gaustadt/Wendeplatte am Sylvanersee
12.30 bis 14.00 Uhr Gereuth/Wunderburg Grünfläche am Wolfgangsplatz
Donnerstag
9.30 bis 11.00 Uhr Bamberg Ost/Weißenburgstraße/Haltstelle Kantstraße
12.30 bis 14.00 Bamberg Ost/Unterer Parkplatz vor dem Fuchsparkstation
Freitag
9.30 bis 11.00 Uhr Bamberg-Südwest/Parkbucht nach der Haltestelle St. Urban
12.30 bis 14 Uhr Bamberg Bug/Parkplatz gegenüber Hotel Buger Hof
Zudem bieten im Landkreis Bamberg fast alle Gemeinden und zahlreiche Apotheken, auch in der Stadt, Schnelltests an. Informationen hierzu sind auf den Internetseiten des Landkreises und der Stadt Bamberg zu finden.
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Initiative für geschlechtergerechte Berufs- und Studienwahl
Universität Bamberg ist jetzt Partnerorganisation von „Klischeefrei“
Die Otto-Friedrich-Universität Bamberg hat eine Vereinbarung mit der Organisation „Klischeefrei“ unterzeichnet. Diese verfolgt das Ziel, eine geschlechtergerechte Berufs- und Studienwahl bundesweit zu etablieren.
„Die Universität Bamberg setzt sich dafür ein, dass ihr Studienfachspektrum allen Menschen frei von Rollenstereotypen offensteht“, sagt Prof. Dr. Kai Fischbach, Präsident der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, bei der Unterzeichnung der „Klischeefrei“-Vereinbarung. Bei „Klischeefrei“ handelt es sich um eine Initiative, die junge Menschen dabei unterstützen möchte, einen Beruf zu finden, der zu ihren Stärken und zu ihrer Lebensplanung passt – und das frei von Geschlechterklischees. „Wir möchten junge Menschen dabei unterstützen, ihre individuellen Potenziale zu erkennen und die für sie richtige Studienwahl zu treffen“, sagt Kai Fischbach.
Die Universität berät frei von Klischees
„Bis ins späte 19. Jahrhundert wurden Frauen vom Studium ausgeschlossen, in allen Fächern. Das hat sich zum Glück geändert“, erklärt Prof. Dr. Christine Gerhardt, Vizepräsidentin für Diversität und Internationales der Universität Bamberg. Doch noch immer zeigen Statistiken, dass bei der Studienwahl Geschlechterstereotype eine Rolle spielen: „Studentinnen entscheiden sich häufiger für ein Fach aus den Literatur‑, Kultur- und Sprachwissenschaften, wohingegen Studenten zu den MINT-Fächern tendieren. Die Universität Bamberg setzt sich dafür ein, diese Klischees aufzubrechen, sodass Studieninteressierte ihr Fach noch freier und ohne Widerstände nach ihren persönlichen Stärken auswählen können“, so die Vizepräsidentin.
Eine besondere Bedeutung kommt dabei der Zentralen Studienberatung zu, welche auch als Hauptansprechstelle für die Initiative „Klischeefrei“ an der Universität fungiert. Dr. Katharina Kanitz leitet die Zentrale Studienberatung und betont: „Wir bieten allen Studieninteressierten und Studierenden eine ergebnisoffene sowie eine möglichst klischeefreie Beratung an. Dabei bekommen die Menschen, die bei uns Unterstützung und Hilfe suchen, verlässliche Informationen, unabhängig von den Interessen der Universität oder anderen Einrichtungen. So können wir Studierende und Studieninteressierte auf der Grundlage einer professionellen und unabhängigen Beratung bei einer reflektierten Entscheidung unterstützen.“
Veranstaltungen sollen Vorurteile gegenüber Studienfächern abbauen
Die Universität engagiert sich auch auf anderen Ebenen gegen Geschlechterstereotype bei der Studienwahl. An der Fakultät Wirtschaftsinformatik und Angewandte Informatik (WIAI) gibt es dafür zum Beispiel jährlich den „Girls’ Day“, an dem Mädchen ab 14 Jahren teilnehmen können. Im Rahmen mehrerer informatischer Workshops haben die Mädchen Gelegenheit zu einem Schnupperstudium im Bereich Informatik. Das Mentoring-Programm „make IT“ bietet darüber hinaus allen ab der 10. Klasse die Möglichkeit, sich über ein halbes Jahr lang einen Eindruck vom Uni-Alltag allgemein sowie von den Studiengängen der WIAI zu bilden, Fragen zu stellen und eventuelle Ängste und Vorurteile gegenüber dem Fach abzubauen.
Neben der Universität Bamberg sind bereits 32 weitere Hochschulen Partnerorganisationen der Initiative „Klischeefrei“. Außerdem engagieren sich dafür verschiedene andere Institutionen, wie etwa Behörden, Ministerien, Schulen oder Unternehmen. Um eine geschlechtersensible Berufs- und Studienwahl bundesweit zu etablieren, wurde ein Forum zentraler Akteurinnen und Akteure mit einer Servicestelle als Kern der Initiative „Klischeefrei“ gebildet. Dem Forum gehören die zuständigen Bundesministerien, die Bundesagentur für Arbeit, Sozialpartner und Vertretungen aus Ländern, Wissenschaft, Praxis und Wirtschaft an.
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Klimawandel
Weißtannen im Klimawandel-Test
Mit einer Versuchsfläche unterstützt die Stadt Bamberg ein bundesweites Projekt der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft vor dem Hintergrund des Klimawandels.
Der Weipelsdorfer Wald der Bürgerspitalstiftung Bamberg ist einer von sieben Standorten in Bayern, in denen eine Versuchsfläche für die Anpflanzung von Weißtannen eingerichtet wurde. Damit unterstützt die Stadt Bamberg ein bundesweites Projekt zur Etablierung der Weißtanne unter Leitung der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft Deutschland e. v. (ANW).
Hintergrund: Die klimastabile und ebenso leistungsstarke Weißtanne ist in Zeiten des Klimawandels eine Option, einer rohenden Verknappung von weißem Nadelholz zu begegnen. Die Weißtanne ist aus wirtschaftlicher Sicht die einzige Alternative zur Fichte, die in unseren Breiten zweifellos zu den Verlierern der Klimaerwärmung gehört.
Im Rahmen des Projektes Weißtanne 2.0, das vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) gefördert wird, soll einerseits die Weißtanne in unseren Wäldern auf größerer Fläche neu eingebracht werden. Parallel hierzu werden deutschlandweit 58 eingezäunte, 0,25 Hektar große Beobachtungsflächen angelegt. Auf diesen Flächen werden Weißtannenpflanzen zweier verschiedener Herkünfte gepflanzt und deren Wuchsverhalten langfristig wissenschaftlich untersucht.
Verglichen wird die heimische Weißtanne, die an die bisherigen örtlichen Gegebenheiten angepasst ist, mit Weißtannenpflanzen aus Rumänien. Diese wachsen in einer Region, in der derzeit ein Klima vorherrscht, das nach einigen Klimamodellen zukünftig in Deutschland erwartet wird. Von den sieben Versuchsflächen in Bayern ist befindet sich nun eine im Weipelsdorfer Wald. Neben einer Erweiterung des Genpools erhofft sich das Projektkonsortium einen Erkenntnisgewinn zur Anpassungsfähigkeit der Weißtanne unter den Zeichen des Klimawandels.
„Die Stadt Bamberg freut sich, einen Beitrag zum zukunftsorientierten Thema ‚nachhaltige Sicherung eines gesunden Mischwaldes‘ leisten zu können“, so Forstamtsleiter Johannes Hölzel.
Warum Weißtannen?
Nach der bisherigen landläufigen Meinung ist die Weißtanne eine Baumart der Mittelgebirge. Wie Forschungsergebnisse aber zeigen, ist die Weißtanne in der Lage, auf vielfältigen Standorten auch im Flachland gesund und mit Zukunftsperspektive zu wachsen. Dies gilt auch bei den zu erwartenden klimatischen Veränderungen. Die Weißtanne ist somit eine wirtschaftlich interessante Baumart für zukunftstaugliche Mischwälder.
Gleichzeitig hat die Weißtanne auch eine sehr hohe ökologische Bedeutung. Sie wurzelt viel tiefer als die Fichte, wird von den Fichtenborkenkäfern geschmäht und kann ein sehr hohes Alter erreichen. Damit trägt sie in hohem Maße zur dauerhaften Stabilisierung des Ökosystems Wald bei, sehr zum Nutzen der vielfältigen Pflanzen- und Tierwelt und des Menschen.
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Impf-Kampagne
Dr. Klaus Weiner, Leiter des Bamberger Impfzentrums, im Interview
Es hat ein wenig gedauert, aber so langsam beschleunigt sich die nationale Impfkampagne zur Bekämpfung des Corona-Virus. So auch in Oberfranken. Wir haben mit Dr. Klaus Weiner, dem ärztlichen Leiter des Bamberger Impfzentrums, über den Stand der Impfungen in Bamberg, den gebeutelten Impfstoff von AstraZeneca und die bundesweite Impfkampagne gesprochen.
Das Bamberger Landratsamt verzeichnet knapp 25.000 Erstimpfungen und knapp 15.000 Zweitimpfungen (Stand 6. April). Wie zufrieden sind Sie mit diesen Zahlen? Könnte man schon mehr Menschen geimpft haben oder ist man nah am möglichen Maximum?
Klaus Weiner: Trotz der durch uns nicht zu beeinflussenden Gegebenheiten, wie zeitweise unsichere Impfstoffversorgung, bis hin zu ausgebliebenen Lieferungen, ist es uns gelungen, einem Großteil der teils immobilen Bewohner in sämtlichen Pflegeeinrichtungen in Stadt und Landkreis sowie dem Pflegepersonal zeitnah ein Impfangebot zu machen. Ebenso konnte die überwiegende Mehrzahl der in der sogenannten Priorisierungsstufe 1 gelisteten anderen Impfwilligen mindestens mit der ersten, teilweise bereits mit der zweiten Impfdosis versehen werden. Darüber hinaus wird bereits die viel breitere Stufe 2 abgearbeitet. Insofern sind wir mit dem Geleisteten erstmal nicht unzufrieden. Was wir zur Verfügung hatten, wurde verimpft. Natürlich wäre unter etwas günstigeren Voraussetzungen ein höheres Tempo möglich gewesen. Den Mangel verwalten mussten wir – auch wenn die Politik den “Turbo” einfordert.
Woran liegt das zu langsame Vorankommen?
Klaus Weiner: Wie schon benannt: Durch teils schleppende Impfstoffversorgung, aber auch durch zeitraubenden bürokratischen Aufwand. Zu bedenken ist aber auch: Wir hatten eine Vielzahl von sehr alten Menschen mit all ihren Einschränkungen, wie erschwerte Kommunikation, Mobilität, mühevollem zeitraubenden Aus- und Ankleiden im Winter, zu versorgen.
Gibt es ein Ziel, wie viele Menschen im Bamberger Impfzentrum geimpft werden sollen? Wie groß ist sozusagen sein Einzugsgebiet?
Klaus Weiner: Unser Einzugsgebiet ist Stadt und Landkreis Bamberg mit etwa 200.000 Einwohnern. Unser Ziel ist kein anderes, als das von der Politik Versprochene: Allen Impfwilligen ein realistisch zeitnahes Impfangebot zu machen.
Wie viele Leute haben Sie bereits persönlich geimpft?
Klaus Weiner: Viele, sicher im vierstelligen Bereich.
Andere Impfzentren mussten bereits vorübergehend geschlossen werden, weil kein Impfstoff nachgeliefert wurde. Ist auch das Bamberger Impfzentrum dieser Gefahr ausgesetzt?
Klaus Weiner: Nein, zumal die Versorgungslage wohl zunehmend besser werden dürfte – laut Politik ab Mitte April.
Der Impfstoff von AstraZeneca stand zuletzt mehrfach in der Kritik aufgrund möglicher gefährlicher Nebenwirkungen. Können Sie die Kritik nachvollziehen?
Klaus Weiner: Die Verunsicherung und Ängste, hervorgerufen durch die Entwicklung der vergangenen Wochen, kann ich sehr gut nachvollziehen und verstehen. Potentiell sehr schwerwiegende Folgen im Bereich des Gerinnungssytems sind beschrieben. Es handelt sich um eine immunologisch bedingte Aktivierung der Blutplättchen. Eine seltene genetische Disposition scheint auch eine Rolle zu spielen. Diese Thrombose-Entstehung geschieht auf einem völlig anderen Weg als eine “normale” Thrombose-Entwicklung. Das ist der Kenntnisstand vom 11. April 2021. Aber: Sie ist sehr selten. Eine Eingrenzung auf bestimmte Altersgruppen konnte festgestellt werden. Es gibt eine gute Behandlungsmöglichkeit bei frühzeitiger Diagnose. Die Zulassungsorgane auf europäischer Seite, die EMA, und auf deutscher, das Paul-Ehrlich-Institut und die Ständige Impfkommission, haben reagiert und eine Neubewertung der Risikoabwägung vorgenommen. Dies ist ein Beweis für das Greifen unserer hohen Sicherheitsstandards. Die kommunikative Vermittlung aller bekannten Tatsachen und Begründung, der daraus folgenden Konsequenzen seitens genannter Organe, war jedoch nicht immer ausreichend und eindeutig. Sowohl Politik als auch Presse haben hier große Verantwortung.
Wird AstraZenaca in Bamberg verimpft?
Klaus Weiner: Ja, wir nutzen alle verfügbaren Impfstoffe.
Wie stehen die Impflinge dem Impfstoff gegenüber? Gibt es Bedenken?
Klaus Weiner: Natürlich gibt es diese. Wir haben hier einen besonders großen Aufklärungs- und Erklärungsbedarf.
Welche sind die Risiken bei BionTech, Johnson & Johnson und Moderna?
Klaus Weiner: Wie bei allen Impfstoffen sind sehr selten auftretende Allergien zu berücksichtigen. Die Anwendung von Johnson & Johnson ist in USA aktuell, Stand 13.April, gestoppt. Es erfolgt derzeit keine Auslieferung nach Europa. Der Grund sind einzeln aufgetretene Sinusvenenthrombosen, ähnlich wie bei AstraZeneca. Diese werden derzeit untersucht und bewertet. Aber zugelassen ist dieser Impfstoff in Deutschland ohnehin noch nicht.
Klären Sie vor der Impfung über Risiken auf?
Klaus Weiner: Selbstverständlich, ja.
Was passiert, wenn Impflinge einen bestimmten Impfstoff nicht und dafür einen anderen wollen? Sind Sie flexibel und verabreichen dann spontan einen anderen? Oder muss ein neuer Impftermin angesetzt werden?
Klaus Weiner: Eine Wahlmöglichkeit nach Wunsch ist nicht vorgesehen. Besteht aber eine medizinische Begründung, einen anderen Impfstoff als den vorgesehenen zu verabreichen, wird zeitgleich – vorbehaltlich der Verfügbarkeit – umgestellt. Ansonsten ist eine Neuterminierung notwendig.
Wie können sich Menschen, die womöglich nicht über Internetzugang verfügen, im Vorfeld informieren?
Klaus Weiner: Wer die Tagespresse aufmerksam verfolgt, hat zumindest eine grundlegende Ahnung.
Kann man sich auch darüber informieren, welcher Impfstoff der passendste bei welcher medizinischen Vorgeschichte ist?
Klaus Weiner: Grundsätzlich ja, aber unkritische Laienbewertung kann große Unsicherheit und Fehleinschätzung hinterlassen. Ein Arztgespräch ist darum unverzichtbar!
Die Bundesregierung hat das Versprechen abgegeben, allen Bürger*innen bis September ein Impfangebot zu machen. In der Bevölkerung machen sich im Angesicht des langsamen Impffortschritts aber immer stärkere Zweifel an der Einhaltung dieses Versprechens breit. Wie steht es um Ihre Zweifel oder Ihren Glauben an dieses Versprechen?
Klaus Weiner: Versprechen zu bewerten, sehe ich nicht als meine Aufgabe. Wir sind durch verbesserte Abläufe schneller geworden und könnten durch Erweiterung der Impfstraßen womöglich noch an Geschwindigkeit zulegen.
Wie müsste die Impfstrategie geändert werden, um sie zu beschleunigen?
Klaus Weiner: Ein Abbau bürokratischer Erschwernisse sowie allzu stringenter Handhabung der Priorisierungsvorgaben wäre eine Möglichkeit.
Was halten Sie von der jüngst begonnenen Ausweitung der Impf-Kampagne auf Arztpraxen?
Klaus Weiner: Ich finde sie absolut notwendig! Anders können zum Beispiel immobile, häuslich gepflegte, dringend Impfbedürftige nicht in erforderlicher Anzahl versorgt werden.
Kunstraum JETZT!
Vertragsverlängerung Kesselhaus
Das Kesselhaus bleibt ein Ort für Kultur. Der Bamberger Verein Kunstraum JETZT! hat eine Nutzungsvertragsverlängerung über weitere fünf Jahre unterschrieben. Die erste Ausstellung ist bereits enthüllt und beschäftigt sich mit der Frage, wie das Kesselhaus ausgebaut werden könnte.
Das Kesselhaus kann damit für weitere fünf Jahre genutzt werden. Mitte März unterzeichnete der Vorstand die bereits vor zwei Jahren beantragte Vertrags-Verlängerung mit der Stadt. Zur gleichen Zeit eröffnete Vorstandssprecher Ulrich Kahle die erste Ausstellung im neuen Jahr: Acht Künstler*innen haben, in Plakatform, ihre Ideen zu Möglichkeiten der zukünftigen Gestaltung des Kesselhauses beigetragen. Die teilweise konkreten, teilweise abstrakten Ergebnisse hängen aneinandergereiht Richtung Leinritt an der Außenwand der Sheddach-Halle des Kesselhauses. Diese bisher ungenutzte Halle möchte der Kunstraum JETZT! zum weiteren zentralen Ausstellungsort im Kesselhaus umgestalten. Wir haben mit Ulrich Kahle gesprochen.
Herr Kahle, vor zwei Wochen haben Sie den Nutzungsvertrag des Kesselhauses bis 2026 verlängert. Wie haben Sie sich dabei gefühlt?
Ulrich Kahle: Ich habe eine gewisse Genugtuung gespürt. Um Planungssicherheit zu haben, hatten wir die Vertragsverlängerung ja schon im Oktober 2019 beantragt. Da es seitdem aber keine entsprechenden Schritte gab, haben wir von Ausstellung zu Ausstellung, also in gewisser Weise von der Hand in Mund gelebt. Aber jetzt haben wir wieder Planungsluft für ein gutes Stück Zukunft.
Gab es Momente, in denen Sie nicht mehr an diese Verlängerung geglaubt haben?
Ulrich Kahle: Nee, denn die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber es gab und gibt Stimmen oder Lager in dieser Stadt, die diese Vertragsverlängerung nicht so gerne sehen. Auf der anderen Seite hat der Oberbürgermeister sich über den Vertrag und die Plakatausstellung echt positiv geäußert.
Andere kulturelle Akteure, wie FRANZ KAfkA, konnten sich mit der Stadt nicht einigen. Trübt das die Freude über den Vertrag?
Ulrich Kahle: Ich interpretiere die Vorgänge zwischen FRANZ KAfkA und der Stadt nicht. Aber wenn KAfkA wieder etwas im Kesselhaus machen wollen, werden wir die Letzten sein, nein zu sagen. Wir sind für Kooperationen offen. So tritt etwa im Mai das Theater im Gärtnerviertel im Kesselhaus auf.
Welche Vertrags-Bedingungen muss der Verein Kunstraum JETZT! erfüllen?
Ulrich Kahle: Der Vertrag sieht eigentlich nur vor, dass nicht mehr als 99 Personen auf einmal im Kesselhaus sind. Das hat ausschließlich baurechtliche Gründe. Ausnahme-Genehmigungen für mehr Publikum wurden uns aber mündlich zugesichert. Ansonsten gibt es keine Vorgaben. Wie wir das Kesselhaus nutzen, ist unsere Sache.
Was hat sich die Stadt verpflichtet zu liefern?
Ulrich Kahle: Seitens der Stadt gibt es keine weiteren Zusicherungen. Das ist leicht erklärbar: Corona macht die Stadtkassen leer und wieweit sich die Kasse durch andere Aktionen selbst geleert hat, stelle ich dahin – das mögen andere klären. Kultur ist seit jeher eine freiwillige Leistung, die Geld kostet und bei der man am ehesten streichen kann.
Was soll das Kesselhaus in den kommenden fünf Jahren sein?
Ulrich Kahle: Wir möchten die Entwicklung weitertreiben, die wir schon immer vorhatten: Wir wollen das Kesselhaus als Kulturort verfestigen und verstetigen. Es gibt keinen mit diesem stillgelegten Industriebaukörper vergleichbaren alternativen Gegenwarts-Kunst-Raum in Bamberg. Daran wollen wir festhalten. Das Kesselhaus weiter zu betreiben, ist unser vordingliches Ziel. Und langfristig wollen wir die Eignung des Kesselhauses durch Umbaumaßnahmen verbessern, mehr Raum schaffen für verschiedenste Veranstaltungen neben der Kunst – Musik, Theater, Diskussionsplattformen.
Die Plakatausstellung zu Gestaltungsvarianten des Kesselhauses ist ein erstes neues Ausstellungsformat und markiert außerdem zehn Jahre Ausstellungsbetrieb im Kesselhaus. Wie hätte die Jubiläumsausstellung ohne Corona ausgesehen?
Ulrich Kahle: Wir hätten bestimmt zunächst ein Fest gemacht. Möglicherweise wäre dann vielleicht auch so eine Ausstellung zustande gekommen. Jetzt, in der Pandemiesituation, war es aber ein bewusstes Ziel, den eingeladenen Künstlern ein Honorar in der Pandemiedurststrecke verschaffen zu können, was wir dann mit dem Thema der Kesselhausaspekte kurzerhand verbinden konnten.
Die Ausstellung zeigt Zukunftsideen des Kesselhauses. Welche Vorgaben haben Sie für die Plakatgestaltung gemacht? Umsetzbarkeit scheint kein Kriterium gewesen zu sein.
Ulrich Kahle: Die einzige Vorgabe war: „Was fällt euch zur Zukunft des Kesselhauses ein?“ Mehr nicht.
Auch Ihr Verein hat zwei Plakate beigesteuert. Diese werden in der Zukunftsgestaltung des Kesselhaus konkreter.
Ulrich Kahle: Ja, das ist ein Fingerzeig, wo es mit dem Kesselhaus hingehen könnte – so realistisch wie möglich visualisiert, um den Leuten klarzumachen, welches Potenzial in diesem Gebäude steckt. Der Idealentwurf ist der Umbau der Shedhalle zu einer Kunsthalle.
Ist in diesen Entwürfen die mögliche Reaktion der Stadt – machbar oder zu teuer – schon miteingerechnet?
Ulrich Kahle: Nein, so weit sind wir noch nicht gekommen. Wobei die Stadt bislang eigentlich nicht bereit war, dazu etwas zu sagen. Aber wir versuchen schon unser Möglichstes, realistische Wege aufzuzeigen. Aber es ist eben ein bisschen problematisch in diesen Zeiten. Wenn der Bund 24 Millionen für die Renovierung von St. Michael bereitstellt, wird er nicht nochmal zwei Millionen fürs weit unscheinbarere Kesselhaus am Fuß des Michelsberg bereitstellen. Aber das sind Dinge, die man abwarten kann. Uns rennt ja die Zeit nicht davon, da wir in den nächsten fünf Jahren im Kesselhaus eine Menge machen können machen können, um ihm Aufmerksamkeit zu verschaffen.
Glauben Sie, dass in diesen fünf Jahren schon Entscheidungen fallen, wie und ob das Kesselhaus umgebaut werden könnte?
Ulrich Kahle: (lacht) Schwierig, aber warum nicht? Ich sehe, abgesehen von den Finanzen, keine Gründe, warum das nicht möglich sein sollte.
Deutet sich bereits an, was nach Ablauf der fünf Jahre mit dem Kesselhaus passieren könnte?
Ulrich Kahle: Wir sind zuversichtlich, dann weiter zu sein und uns um die nächste Vertragsverlängerung zu bemühen. Denn wir sehen gemeinsam mit vielen Mitstreitern realistischerweise keinen anderen Standort, der die räumlichen Qualitäten des Kesselhauses bietet und eine bessere Lage hat.
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Stadt und Landkreis Bamberg
Distanzunterricht und Notbetreuung werden fortgeführt
In Schulen und Kitas in Stadt und Landkreis Bamberg gilt auch für die kommende Woche Distanzunterricht und Notbetreuung. Darauf hat sich die gemeinsame Koordinierungsgruppe am heutigen Freitag verständigt.
Die 7‑Tagesinzidenz für den Landkreis Bamberg liegt mit 127,1 nun schon den fünften Tag in Folge über der 100er-Marke. „Damit gibt es für den Landkreis Bamberg keinen Entscheidungsspielraum“, so Landrat Johann Kalb.
Die Inzidenz für die Stadt Bamberg lag von Dienstag bis Donnerstag über 100, und am heutigen Freitag mit 94,3 knapp darunter. „Wir bleiben bei der Entscheidung von letzter Woche, um nicht mitten in der kommenden Woche die Notbremse ziehen zu müssen und Planbarkeit für die Eltern und Schulen zu gewährleisten“, so Bambergs Zweiter Bürgermeister Jonas Glüsenkamp. Deshalb hat sich auch die Stadt Bamberg nach Abstimmung mit dem Gesundheitsamt entschieden, die bereits bestehende Regelung fortzuführen.
Schwer absehbar, wie sich das Infektionsgeschehen weiter entwickelt
Ein wesentlicher Faktor ist dabei die Tatsache, dass alle Nachbarlandkreise Bambergs bei einer Inzidenz von über 100 liegen. Für das Gesundheitsamt ist es schwer absehbar, wie sich das Infektionsgeschehen weiter entwickelt. „Die Situation hat sich im Vergleich zur Vorwoche nicht verbessert“, so die Leiterin des Fachbereiches, Dr. Susanne Paulmann. Außerdem liegt den Mitgliedern des Krisenstabes daran, allen Beteiligten – soweit möglich – für die kommende Woche Klarheit über die Situation an Schulen und Kitas zu geben.
„Stadt und Landkreis arbeiten als Bildungsregion zusammen. Zahlreiche Schülerinnen und Schüler, insbesondere an den weiterführenden Schulen in der Stadt, kommen aus dem Umland“, sprach sich Bildungsreferent Dr. Matthias Pfeufer für ein gemeinsames Vorgehen aus.
Alle Abschlussklassen, die vierten Klassen der Grundschulen sowie die elften Klassen von Gymnasien und Fachoberschulen sind auch künftig unabhängig von der Inzidenz im Präsenz- beziehungsweise Wechselunterricht.
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Einstimmiger Stadtratsbeschluss
Posthalle wird zum Raum für Kultur
Die ehemalige Posthalle auf dem Lagarde-Gelände soll nachhaltig saniert und für eine kulturelle Nutzung gesichert werden. Das hat der Bamberg Stadtrat einstimmig beschlossen und zugleich die Stadtbau Bamberg mit der Umsetzung in Zusammenarbeit mit dem städtischen Kulturreferat beauftragt. „Das Kulturquartier ist das Herzstück des ehemaligen Lagarde-Geländes. Mit der Posthalle und dem angrenzenden Kulturhof wird ein neuer und attraktiver Treffpunkt für alle Bambergerinnen und Bamberger geschaffen“, freut sich Andreas Starke, Oberbürgermeister der Stadt Bamberg über diesen wichtigen Schritt im Rahmen der Konversion.
Bisher war lediglich angedacht, die Posthalle nur rudimentär zu sanieren, um kurzfristig eine Nutzung zu ermöglichen. Im Konsens mit den Kulturschaffenden wurde jetzt umgeplant. Zum einen ist das Gebäude derzeit in einem baulichen Zustand, der eine kulturelle Nutzung baurechtlich nicht zulässt. Um eine Verkehrssicherheit zu gewährleisten, müssen Einbauten abgerissen und entsorgt werden. Aktuell verfügt das Gebäude auch über keine Wasser‑, Strom‑, Wärme- und Medienversorgung. Zum anderen könnten dort bei einer notdürftigen Sanierung nur wenige Veranstaltungen stattfinden. Um eine Refinanzierung der Herstellungskosten zu ermöglichen und ein realistisches Betriebskonzept zu entwickeln, „ist eine nachhaltige Sanierung der Posthalle sinnvoll“, so der OB.
Ergänzung um gastronomische Nutzung in Form eines Kulturcafés
Wegen der andauernden Corona-Pandemie ist davon auszugehen, dass in 2021 größere Veranstaltungen dort nicht stattfinden können. „Eine Überarbeitung des Konzeptes mit einer nachhaltigen Nutzung des gesamten Gebäudekomplexes ist sicher die bessere und auch langfristig wirtschaftlichere Lösung“, erklärt Kulturreferentin Ulrike Siebenhaar. Die Neuausrichtung erlaube zudem auch die hilfreiche Förderung der baulichen Maßnahmen durch Städtebauförderung. Zudem sollen weitere Fördermöglichkeiten ausgelotet und verhandelt werden, kündigte die Kulturreferentin an.
Die Entwicklung der Posthalle Lagarde für kommerzielle und nichtkommerzielle Nutzung bildet einen wichtigen Baustein im Konzept „Kultur- und Kreativquartier Lagarde“. Ergänzt wird dieser Kulturtreffpunkt um eine gastronomische Nutzung in Form eines Kulturcafés. Ein weiterer Teilbereich soll angemessen und kulturverträglich gewerblich genutzt werden.
„Die Posthalle soll ein Ort sein für Kreative, Künstler und Kulturliebhaber sowie Treffpunkt für kulturell und künstlerisch engagierte Bürger sein. Es soll sich aber auch hin zu einem zentralen Begegnungsort in Bamberg-Ost entwickeln, mit Strahlkraft über den Stadtteil und die Stadtgrenzen hinweg“, wagt Kulturreferentin Ulrike Siebenhaar einen Blick in die Zukunft. Damit werde auch ein Vorschlag des Bürgervereins Bamberg-Ost aufgegriffen.
Die neuen Zielsetzungen sind auch mit den beteiligten Investorengruppen im Umfeld der Posthalle abgestimmt. Der Stadtrat hat die Verwaltung nun offiziell damit beauftragt, die Weiterentwicklung der Posthalle voranzutreiben und zugunsten der Stadt zu nutzen.
Und was passiert mit der Reithalle?
Die benachbarte „Reithalle“ ist ein eingetragenes Einzeldenkmal entsprechend der Denkmalliste des Freistaates Bayern und befindet sich im Eigentum der Stadt Bamberg. Es handelt sich um ein städtebauliches Kleinod und muss sehr sensibel entwickelt werden. Es gab und gibt über die Jahre hinweg einige sehr gute und durchaus tragfähige Konzepte und Ideen dafür, die auch als Ergänzung oder elementarer Bestandteil des Kulturquartiers Lagarde hervorragend geeignet scheinen. Dazu zählen sicherlich auch die Pläne für eine Veranstaltungshalle oder gar einen Kammermusiksaal, wie es nach wie vor die Bamberger Symphoniker – Bayerische Staatsphilharmonie favorisieren würden. Bedauerlicherweise stehen für keine dieser Ideen in den nächsten Jahren Gelder, die wohl mindestens im mittleren zweistelligen Millionenbereich liegen, zur Verfügung – auch nicht beim Freistaat Bayern.
Der Freistaat Bayern ist jedoch aktiv auf die Stadt Bamberg zugegangen und hat Gespräche zur Weiterentwicklung des Justizstandortes auf der Lagarde initiiert. Dabei wird auch eine mögliche neue Nutzung der Reithalle untersucht. Ergebnisse dazu liegen noch nicht vor. Die Verwaltung wird in Bezug auf mögliche Nutzungsszenarien wieder im zuständigen Konversionssenat im Mai berichten.
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Corona
Startschuss für den Bamberger Schnelltest-Bus
Am morgigen Donnerstag nimmt der neue Bamberger Schnelltest-Bus seinen Betrieb auf: Von Dienstag bis Freitag fährt das mobile Schnelltest-Zentrum acht Stationen im Bamberger Stadtgebiet an – von der Gartenstadt bis Bug. „Wir wollen damit die Testkapazitäten für den Gesundheitsschutz erhöhen und vor Ort ein bürgerfreundliches Angebot machen“, erläutert Andreas Starke, Oberbürgermeister der Stadt Bamberg, diese zusätzliche kostenlose Testmöglichkeit.
Wichtig in diesem Zusammenhang ist folgendes: Es ist nicht notwendig, sich für einen Test anzumelden, aber man sollte sich ausweisen können. Der Bus hält pro Station anderthalb Stunden vor Ort und kann circa 30 Tests durchführen. Betrieben wird die mobile Teststation von der HTK, der Hygiene Technologie Kompetenzzentrum GmbH, einem Tochterunternehmen der Sozialstiftung Bamberg, das bereits das Schnelltestzentrum am ZOB betreibt.
Startschuss ist am Donnerstag, 15. April, um 9.30 Uhr mit Oberbürgermeister Andreas Starke und Bürgermeister Jonas Glüsenkamp in Bamberg-Ost in der Weißenburgstraße – Haltestelle „Kantstraße“.
Wer also einen Test benötigt, kann sich gerne ab morgen zu den angegebenen Zeiten an den jeweiligen Haltestationen einfinden:
Dienstag
9.30 bis 11.00 Uhr Gartenstadt/Kunigundenschule
12.30 bis 14.00 Uhr Kramersfeld-Bruckertshof/Wendeplatte an der Kemmerstraße
Mittwoch
9.30 bis 11.00 Uhr Gaustadt/Wendeplatte am Sylvanersee
12.30 bis 14.00 Uhr Gereuth/Wunderburg Grunfläche am Wolfgangsplatz
Donnerstag
9.30 bis 11.00 Uhr Bamberg-Ost/ Weißenburgstraße/“Haltestelle Kantstraße“
12.30 bis 14.00 Uhr Bamberg-Ost/Unterer Parkplatz vor dem Fuchsparkstadion
Freitag
9.30 bis 11.00 Uhr Bamberg-Südwest/Parkbucht nach der Haltestelle St. Urban,
12.30 bis 14.00 Uhr Bamberg Bug/Parkplatz gegenüber Hotel Buger Hof