Das Projekt „Neugestaltung Troppauplatz“ geht in die zweite Runde
Ein neuer Baum für den Troppauplatz
Im vergangenen Jahr wurde mit der Neugestaltung des Troppauplatzes begonnen und der Schulbrunnen der Heidelsteigschule errichtet, großzügig unterstützt von der Denk-Mal-Stiftung und der Stiftung Weltkulturerbe Bamberg. Umrahmt wird der Brunnen von Sitzgelegenheiten. Ab jetzt steht neben den Sitzgelegenheiten ein neuer Baum.
Der Brunnen am Troppauplatz ist der fünfte Trinkwasserbrunnen in Bamberg, an dem die Bürger im Sommer kostenlos frisches Trinkwasser zapfen können. Die gestalterischen Arbeiten der Brunnenstehle übernahm der Bamberger Künstler Thomas Gröhling in Zusammenarbeit mit Schülerinnen und Schülern der Heidelsteigschule. Bei der Umsetzung unterstützt wurden Sie vom Entsorgungs- und Baubetrieb der Stadt, dem Garten- und Friedhofsamt der Stadt und den Stadtwerken Bamberg, die auch künftig den Trinkwasserbrunnen betreuen.
Ab jetzt steht ein neuer Baum neben den Sitzgelegenheiten rund um den Brunnen, der für die nötige Beschattung im Sommer sorgen soll. Diese nachhaltige und klimafreundliche Belebung des Troppauplatzes wurde maßgeblich vom Bürgerverein Bamberg-Ost unterstützt, der den neuen Blauglockenbaum gespendet hat. „Der Bürgerverein Bamberg-Ost freut sich, dass es mit dem Glockenbaum zu einer weiteren Verschönerung des Troppauplatzes gekommen ist“, erklärte Heinz Kuntke, Vorsitzender des Bürgervereins Bamberg-Ost e.V.
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Audiorundgang mit dem TiG
W:ORTE: Flanieren mit Literatur und Musik im Ohr
Das Theater im Gärtnerviertel (TiG) bietet ab dem heutigen Samstag den kulturellen Audiorundgang „W:ORTE“ durch das Gärtnerviertel an. Per App kann man sich unterwegs literarische Texte, Gedichte und Musik – eingesprochen und eingespielt von Mitgliedern des Ensembles – anhören. Die Straßen werden zum Kunstort. TiG-Chefin Nina Lorenz hat mit dem Webecho einen Ausblick unternommen.
Frau Lorenz, wie sind Sie auf die Idee zum literarischen Wortweg gekommen?
Nina Lorenz: Die erste Idee kam von Lena Kalt und Lina Hofmann, beide Kostüm- und Bühnenbildnerinnen beim TiG, und sah so aus, Schaufensterinstallationen anzubieten und dazu eine Führung oder einen Audioguide zu gestalten. Diese Idee hat mich fasziniert und darauf aufbauend haben wir sie gemeinsam weiter entwickelt. Als klar war, dass Olga Seehafer und Jakob Fischer die musikalische Gesamtkomposition übernehmen, ein Großteil des Schauspielensembles die Texte einspricht und wir diese gemeinsam mit Toningenieur Michel Spek aufnehmen können, war der Audioweg geboren. Den schönen Titel W:ORTE hat Werner Lorenz entwickelt.
Sie beschreiben “W:ORTE” als Kunstprojekt. Um was geht es genau?
Nina Lorenz: Es geht um das Öffnen der Sinne – Hören, Sehen, Riechen, Fühlen.
Um das Gehen – in Bewegung kommen, sich die eigene Stadt ergehen, sie wahrnehmen aus einer anderen Perspektive, die durch Worte und Töne, durch Literatur und Musik angereichert wird.
Es geht auch darum, sich einzulassen auf den Sound der Stadt – um vielleicht ein Teil der Stadt zu werden, geleitet von der Kunst. Mit dem TiG-Ensemble im Ohr entstehen die Bilder nicht nur auf den Straßen, sondern auch im Kopf.
Wodurch unterscheidet sich der Rundgang von touristischen Rundgängen?
Nina Lorenz: Wir bieten keine klassische Stadtführung zu den Sehenswürdigkeiten Bambergs an, sondern gehen eher unbekanntere Wege und beleben diese mit Wort und Musik. Wir bleiben dem TiG-Prinzip treu, das bedeutet, wir erschließen mit jedem neuen Projekt neue Orte, lassen uns von ihnen inspirieren und verwandeln alltägliche Orte in Theaterstätten. In diesem Fall wird das Gärtnerviertel insgesamt und werden die Wege darin zu einem Kunstort.
Wie viele und welche Stationen hat der Weg?
Nina Lorenz: Der Weg hat insgesamt 19 Stationen, umfasst etwa anderthalb Stunden oder 6000 Schritte durchs Gärtnerviertel. Die Texte werden entweder an den Stationen direkt gehört und man verweilt dabei vor Gebäuden, Geschäften, Spielplätzen, Brücken, oder werden während des Gehens erlebbar gemacht. Man kann jederzeit den Rundgang unterbrechen und wieder aufnehmen, wie es für den eigenen Gehrhythmus am besten ist. Startpunkt ist das TiG-Büro in der Josephstraße 7.
Bitte nennen Sie drei Beispiele, was es wo zu hören beziehungsweise zu sehen gibt?
Nina Lorenz: Zu sehen gibt es immer was – die Stadt bildet den Rahmen dazu. Ebenso gibt es von Lena Kalt und Linda Hofmann gestaltete Schaufensterinstallationen. Zu hören gibt es zum Beispiel auf der Luitpoldstraße einen Monolog aus „Anna Karenina“ von Leo Tolstoi, als sich Anna auf dem Weg zum Bahnhof befindet. An der Landesjustizkasse Bamberg ist Kafka zu erleben und an der Gärtnerei Niedermaier ein Erlebnisbericht von Michael Niedermaier über den Versuch der Stadt Bamberg, 1970 eine mehrspurige Schnellstraße durch das Gärtnerviertel zu bauen und wie die Gärtner dies seinerzeit verhindert haben. Zwischendrin gibt es einen Song von „Be an Animal“ von und mit Olga Seehafer und Jakob Fischer und vieles mehr.
Unterwegs gibt es auch Schaufenster-Installationen. Was erwartet das Publikum hierbei?
Nina Lorenz: Die Installationen unterstützen die Geschichten, die an dieser Stelle erzählt werden und können im besten Falle die Fantasie anregen.
Folgt “W:ORTE” wie ein Theaterstück einer Handlung oder einem Spannungsbogen?
Nina Lorenz: Der Spannungsbogen entsteht durch die Musik und durch die dramaturgische Durchmischung von literarischen Texten, Gedichten, O‑Tönen von Bamberger Bürgerinnen und Bürgern und Musik. Im klassischen Sinne eine durchgehende Handlung ist nicht vorhanden. Jeder literarischer Beitrag ist in sich abgeschlossen. Dennoch ergibt alles in allem in Kombination mit der Musik einen Spannungsbogen und eine Darstellung von Leben in seinen unterschiedlichen Facetten.
Vor der Teilnahme an “W:ORTE” muss man die App Hearonymus herunterladen. Sie ist genau wie die Teilnahme kostenfrei. Die Finanzierung soll durch Spenden gesichert werden. Wieso setzen Sie auf Freiwilligkeit anstatt auf festgelegte Preise?
Nina Lorenz: Da es zur Zeit keinen Vorverkauf bei den Vorverkaufsstellen gibt, uns die technischen Möglichkeiten eines online Kartenverkaufes nicht zur Verfügung stehen, haben wir uns für die Finanzierung auf Spendenbasis nach dem Pay-as-you-wish-Verfahren entschieden. Wir sind außerordentlich froh über die Unterstützung von „Hearonymus Audioguide“, die es uns ermöglicht hat, den Audioweg über eine professionelle App anzubieten.
Wann ist “W:ORTE” für Sie ein Erfolg?
Nina Lorenz: Sobald die ersten Zuhörer*innen mit dem TiG-Ensemble im Ohr durch die Straßen ziehen – schon ab da ist es ein Erfolg für uns. Die Zuschauer*innen können nicht zu uns ins Theater kommen, aber wir können zu ihnen kommen – und wenn wir es schaffen, mit diesem Audioweg den Kontakt zu halten und zu zeigen, dass wir auch in der Pandemie weiterhin für da sind, machen wir das Kunsterlebnis auch in diesen schwierigen Zeiten möglich. Unser Publikum kann trotz Krise unsere Schauspieler*innen hören und fühlen. Das allein ist ein Riesenerfolg.
Weitere Informationen:
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IHK-Umfrage bei Bamberger Einzelhandel und Gastronomie
Mehr Dialog, weniger Bürokratie
„Bambergs Innenstadt wird als attraktiver Standort gesehen”, erläutert IHK-Präsidentin Sonja Weigand, die auch Vorsitzende des IHK-Gremiums Bamberg ist, die Ergebnisse einer Umfrage der IHK für Oberfranken unter Mitgliedsunternehmen aus der Bamberger Innenstadt. Allerdings sehen die befragten Unternehmen auch Verbesserungsansätze, unter anderem beim Vermeiden unnötiger Bürokratie und in Sachen Unterstützung durch die Stadt Bamberg und das Stadtmarketing Bamberg.
„Die Standortzufriedenheit ist erfreulich hoch, jedoch wird auch Verbesserungspotenzial bei konkreten Themen wie Aufenthaltsqualität oder Verkehrssituation gesehen”, so Frau Weigand. Mit Blick auf die wirtschaftlich hohe Belastung von Einzelhandel und Gastronomie durch die Pandemie sei es aus Sicht der betroffenen Betriebe zudem wichtig, Bürokratie bei kommunalen Maßnahmen zu reduzieren. Die Umfrageergebnisse nimmt die IHK daher zum Anlass, bei der Bamberger Kommunalpolitik für einen intensiveren Dialog mit der Wirtschaft zu werben.
Das Ergebnis der aktuellen IHK-Umfrage belegt, dass die Innenstadt Bambergs als attraktiver Erlebnis- und Einkaufsstandort wahrgenommen wird. Als UNESCO-Welterbestadt hat Bamberg eine hohe Anziehungskraft für Touristen, für Gäste gastronomischer Einrichtungen und Kunden im innerstädtischen Einzelhandel. Entsprechend zeigten sich rund 84 Prozent der befragten Unternehmen mit ihrem Standort in der Innenstadt zufrieden, nur etwa 13 Prozent zeigten sich unzufrieden. Verbesserungspotenzial sehen die Befragten unter anderem bei den Themen Kundenfrequenz und Aufenthaltsqualität.
Sorge bereitet den befragten Unternehmen hingegen die Verkehrs- und Parkplatzsituation in der Innenstadt. Während sich fast 79 Prozent der Befragten mit der Nähe zu den innerstädtischen Parkhäusern zufrieden zeigten, äußerten sich über 70 Prozent unzufrieden mit dem generellen Parkplatzangebot in der Innenstadt. Den Erhalt der Parkplätze außerhalb der Parkhäuser stuften daher 83 Prozent als wichtig beziehungsweise sehr wichtig ein. Das Angebot einer kostenfreien ersten Parkstunde nahmen die befragten Gastronomen und Einzelhändler als sehr positiven Impuls auf.
Mehr Dialog, weniger Bürokratie
Aus Sicht der Gastronomen und Einzelhändler liegt ein zentraler Verbesserungsansatz darin, unnötige Bürokratie bei kommunalen Maßnahmen zu vermeiden. „Gerade während der Pandemie sind die Betriebe auf schnelle und unbürokratische Unterstützung angewiesen. Zusätzliche Einschränkungen müssen unbedingt vermieden werden”, so Weigand.
Zudem wünschen sich die befragten Unternehmen noch mehr Unterstützung durch die städtischen Ämter und das Stadtmarketing. „Auch wenn die individuelle Betroffenheit der Betriebe unterschiedlich hoch ist, führt die momentane Situation bei allen zu enormen Belastungen. Gerade deshalb appellieren wir an die Kommunalverwaltung, ihren Ermessensspielraum zu Gunsten der Geschäftstätigkeit der Gewerbetreibenden zu nutzen”, so die IHK-Präsidentin. „Die Herausforderungen dieser Pandemie werden wir nur gemeinsam und im Dialog bewältigen können. Daher unterstützen wir seitens der IHK einen intensiven Austausch aller Beteiligten sehr gerne.”
Über die Umfrage
Während der Lockdown-Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung in Deutschland war ein dramatischer Frequenzrückgang in den Innenstädten zu verzeichnen. Auch der innerstädtische Einzelhandel und die Gastronomie in Bamberg haben durch die auferlegten Beschränkungen mit immensen Umsatzeinbrüchen zu kämpfen. Um ein Stimmungsbild der betroffenen Unternehmen einzufangen und vorhandene Probleme aufzuzeigen, hat die IHK für Oberfranken Bayreuth Mitgliedsunternehmen aus Einzelhandel und Gastronomie zu Standortqualität und Verkehrssituation in der Bamberger Innenstadt befragt und die Auswertung dem Bamberger Oberbürgermeister sowie den Stadtratsfraktionen zugeleitet. An der Umfrage haben sich rund 80 Mitgliedsunternehmen beteiligt.
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Bamberger Bildungsentwicklungsplan
Bildungsbüro veröffentlicht Studienband „Fokus Migration und Integration“
Das Ziel der Stadt Bamberg ist es, allen Menschen – unabhängig von Herkunft und sozialem Status – ein gutes und leicht zugängliches Bildungsangebot zu machen. Integration durch Bildung ist alternativlos. Zu dem Themenbereich „Fokus Migration und Integration“ des Bildungsplans legt das Bildungsbüro einen Querschnittsband vor, der aktuelle Daten und Informationen zum Bereich Integration durch Bildung in Bamberg zusammenfasst.
Die Themen Migration und Integration rücken seit Jahren mehr in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung, denn Bamberg ist vielfältig! Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern verlagern ihren Lebensmittelpunkt für eine gewisse Zeit oder dauerhaft aus verschiedenen Gründen nach Bamberg. Sie bilden eine heterogene Gruppe mit unterschiedlichen Voraussetzungen, was das kommunale Bildungssystem vor neue Herausforderungen stellt, aber auch neue Impulse und Chancen bietet. Ziel in der Stadt Bamberg ist es, allen Menschen – unabhängig von Herkunft und sozialem Status – ein gutes und leicht zugängliches Bildungsangebot zu machen. Integration durch Bildung ist alternativlos, denn Bildung ist in jedem Alter ein Schlüssel für die Teilhabe am wirtschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Leben und vereinfacht Aufstiegschancen.
Zu dem Themenbereich „Fokus Migration und Integration“ des Bildungsplans legt das Bildungsbüro einen Querschnittsband vor, der aktuelle Daten und Informationen zum Bereich Integration durch Bildung in Bamberg zusammenfasst. Er kann damit als Grundlage für zukünftige (bildungs-)politische Entscheidungen in der Stadt herangezogen werden. Anders als bei den bisherigen bei den bisherigen fünf Publikationen, die jeweils einen Bildungsabschnitt behandelten, betrachtet dieser Band das komplexe Thema Migration und Integration über den Lebensverlauf hinweg von der Kita bis zur beruflichen und non-formalen Bildung. „Uns war es von Beginn an wichtig, das Thema Migration nicht nebenbei in den fortlaufend erscheinenden Bänden abzuhandeln, sondern uns in einer eigenen Ausgabe intensiv mit der Thematik zu beschäftigen,“ so Dr. Ramona Wenzel, die verantwortliche Mitarbeiterin im Bildungsmonitoring.
Band benennt abschließend klare Handlungsfelder
Der Band fasst zunächst die demographischen Rahmenbedingungen der Bevölkerung mit Migrationshintergrund zusammen. Er gibt einen Einblick in die Situation in der frühkindlichen Bildung und stellt Angebote der Sprachförderung vor. Das Kapitel „Schulische Bildung“ befasst sich mit einem für die Integration zentralen Bildungsort und beleuchtet die Zusammensetzung der Schülerschaft mit Migrationshintergrund, das Übertrittsverhalten und die erworbenen Abschlüsse auch im Vergleich zur Schülerschaft ohne Migrationshintergrund. Während im Kapitel „Berufliche Bildung“ die Schüler- und Absolventenzahlen an den beruflichen Schulen beziehungsweise Unterstützungsmöglichkeiten der Ausbildungs- und Arbeitsmarktintegration in den Blick genommen werden, fokussiert ein weiteres Kapitel den Hochschulbereich. Auch Sprachförderung im Rahmen von Integrations- und Berufssprachkursen und die Angebote non-formaler und kultureller Bildung sowie ehrenamtliches Engagement werden betrachtet. Der ANKER-Einrichtung Oberfranken mit den ihr eigenen Strukturen als Herausforderung auch für den Bildungsbereich widmet sich das letzte Kapitel. Abschließend gibt der Band einen Ausblick auf die bevorstehenden Herausforderungen und benennt hierbei klare Handlungsfelder. Dazu gehören beispielsweise der (weitere) Ausbau von Platzkapazitäten in frühkindlichen und schulischen Bildungseinrichtungen als zentrale Orte des Spracherwerbs und der sozialen Integration. Weiteren Handlungsbedarf gibt es bei der Schulung des pädagogischen Personals für kultursensible Kommunikation und Interaktion in den sich ändernden Gruppen und Klassenzusammensetzungen oder bei der Einbindung und Stärkung der Eltern in den Bildungsprozess.
Die Veröffentlichung steht, wie alle bisherigen Bände, auf der Seite https://www.stadt.bamberg.de/Bildungsentwicklungsplan zum Download zur Verfügung.
Der abschließende Band des Bamberger Bildungsentwicklungsplans zum Themenbereich „Kulturelle Bildung und lebenslanges Lernen“ wird im Sommer 2021 erscheinen.
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Corona
Stadt Bamberg baut Testinfrastruktur aus
Oberbürgermeister Andreas Starke und Bürgermeister Jonas Glüsenkamp handeln und setzen für die Stadt Bamberg die Schnellteststrategie um. Der Bamberger Stadtrat gab in der gestrigen Vollsitzung der Stadtspitze dafür die Rückendeckung, um zeitnah die angestrebten Schnelltesteinrichtungen zu schaffen.
„Mit der Sozialstiftung als starkem Partner bauen wir für die Bürgerinnen und Bürger schrittweise ein umfassendes Schnelltestangebot auf“, betonen Starke und Glüsenkamp.
Konkret sehen die Pläne der Stadtspitze Folgendes vor:
1.Schnelltestzentrum Bamberg (ab 29.03.2021), ehemals ZOB-Infopoint der Stadtwerke
Promenadestraße 6a
96047 Bamberg
Montag bis Samstag: 9 – 15 Uhr
Von Karfreitag bis Ostermontag täglich von 9 bis 15 Uhr geöffnet.
Termine nur mit Anmeldung ab 27.03.2021 unter: https://corona-schnelltest-bamberg.de/
2. Abstrichstelle Galgenfuhr
Am Sendelbach 15
96050 Bamberg
Montag bis Samstag: 15 – 19 Uhr (ab 29.03.2021)
Von Karfreitag bis Ostermontag täglich von 15 – 19 Uhr geöffnet.
Ohne Termin. Die Abstrichstelle ist telefonisch erreichbar unter: 0951//2093970
3. Mobiles Schnelltestzentrum/Omnibus
Ein von den Stadtwerken zur Verfügung gestellter Stadtbus wird als mobiles Schnelltestzentrum ab Dienstag, 15.04.2021 die Stadtteile und Quartiere anfahren. Die Stationen, die Haltezeiten und die Routen werden rechtzeitig bekannt gegeben.
Oberbürgermeister Starke betont: „Mit diesen Maßnahmen erhöhen wir die Kapazität der Schnelltestmöglichkeiten deutlich.“ „Damit schaffen wir ein flexibles Testangebot für die Bürgerinnen und Bürger: von 9 bis 19 Uhr, Montag bis Samstag und bei Bedarf auch sonntags und dezentral in allen Stadtteilen“, ergänzt Bürgermeister Jonas Glüsenkamp.
Beide dankten sowohl der Sozialstiftung als auch der Geschäftsführerin der HTK Hygiene Technologie Kompetenzzentrum GmbH, Susan Lindner, für ihre Unterstützung zum Wohl der Bamberger Bürgerschaft. „Mit dem neuen Corona Schnelltestzentrum am ZOB können wir den Bürgerinnen und Bürgern ein sicheres Gefühl bei ihren täglichen Erledigungen geben. Wir leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Infektionsschutz in Bamberg“, so Susan Lindner.
Termine für das neue Schnelltestzentrum können ab Samstag, den 27.03.2021, über die Webseite www.corona-schnelltest-bamberg.de online vereinbart werden. Der Zugang zum Schnelltestzentrum ZOB ist ausschließlich mit Termin möglich, nur symptomfreie Personen dürfen das Schnelltestzentrum betreten. Hier werden ausschließlich Antigen-Schnelltests auf das Coronavirus SARS-CoV-2durchgeführt, keine PCR-Tests.
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Interdisziplinäres Forschungsteam veröffentlicht neue Erkenntnisse über die mittelalterlichen Bamberger Kaisergewänder
Kaiser Heinrich II. – ein Retter der Menschheit?
Eine Stickerei auf einem Bamberger Kaisergewand spielt auf den nahenden Weltuntergang um das Jahr 1000 an. Kaiser Heinrich II. inszeniert sich mit dieser Anspielung als Retter der Menschheit. Das ist eine von vielen Erkenntnissen des interdisziplinären Forschungsteams der Universität Bamberg, das die weltweit einmaligen Bamberger Kaisergewänder fünf Jahre lang untersucht hat.
Die Ergebnisse werden auf mehreren Wegen veröffentlicht: Das Diözesanmuseum Bamberg zeigt noch bis zum 30. September 2021 eine Sonderausstellung. Die Multimedia-Reportage „Expedition ins Mittelalter“ der Universität Bamberg präsentiert ausgewählte Fotos des Projekts. Im Buch „Kaisergewänder im Wandel – Goldgestickte Vergangenheitsinszenierung“ rekonstruiert Dr. Tanja Kohwagner-Nikolai, Projektmitarbeiterin der Universität Bamberg, die Veränderungsgeschichte der Mäntel. Und voraussichtlich Ende 2021 stellt die Bayerische Akademie der Wissenschaften als Kooperationspartnerin rund 600 kommentierte Fotos der Gewänder auf dem Portal „bavarikon“ online.
Endzeitfantasien um die erste Jahrtausendwende
Die Stickerei mit Bezug zu Endzeitfantasien befindet sich auf dem blauen Kunigundenmantel. Sie stellt den Leichnam Kaiser Neros dar, der von Wölfen zerrissen wird. „Diese Darstellung ist sehr selten und hat eine wichtige kunsthistorische Bedeutung“, erläutert Tanja Kohwagner-Nikolai. „Der Hintergrund ist, dass um die Jahrtausendwende viele Menschen Angst vor dem Weltuntergang hatten. Sie befürchteten, dass Kaiser Nero, der Christenverfolger, als Anti-Christ wiederkommen würde. Mit der Stickerei sagt Heinrich II. aus, dass Nero von den Wölfen endgültig vernichtet wurde und nicht wiederkommen kann. Wer an Christus glaubt und Heinrich folgt, kann auf Erlösung hoffen.“
Der blaue Kunigundenmantel blieb im Laufe der Jahrhunderte fast im Originalzustand erhalten – im Gegensatz zu anderen Bamberger Kaisergewändern. „Vor allem der weiße Kunigundenmantel und die Tunika wurden in den 1950er Jahren massiv verändert“, sagt Tanja Kohwagner-Nikolai. Die Kunsthistorikerin erklärt, dass die Restaurierung damals zu ästhetisch schönen Objekten führen sollte.
Alle „unschönen“ Reparaturen wurden entfernt: „Diese beiden Gewänder wurden in der Nachkriegszeit so stark verändert, dass wir heute wenig über ihr ursprüngliches Aussehen sagen können.“ Näher an ihrem Originalzustand sind dagegen die drei weiteren Bamberger Kaisergewänder: der Sternenmantel Heinrichs II., der Reitermantel und das Rationale – ein liturgisches Würdezeichen. Tanja Kohwagner-Nikolai, Sibylle Ruß, Anne Dauer, Ursula Drewello und Martina Pristl führten an den insgesamt sechs Objekten kunsthistorische, technologische und materialanalytische Untersuchungen durch.
„Die Mäntel sind eine Sensation“
Wie die Kaisergewänder von ihrer Entstehung bis zum heutigen Erscheinungsbild verändert wurden, erarbeitete das Forschungsteam unter Leitung von Prof. Dr. Stephan Albrecht. „Die Mäntel sind eine Sensation“, bemerkt der Inhaber des Lehrstuhls für Kunstgeschichte, insbesondere Mittelalterliche Kunstgeschichte, an der Universität Bamberg. „Sie sind weltweit die einzigen goldbestickten Gewänder, die aus dieser frühen Zeit erhalten sind – noch dazu in einem insgesamt erstaunlich hohen Erhaltungsgrad.“ Die Prachtgewänder entstanden zu Beginn des 11. Jahrhunderts und gelten als Stiftungen Kaiser Heinrichs II. (973 bis 1024) und seiner Gemahlin Kunigunde (um 980 bis 1033) an ihre Bistumsgründung Bamberg. Stephan Albrecht schildert, warum sie so selten sind: „Die Gewänder hatten Reliquiencharakter und wurden über Jahrhunderte hinweg repariert. Die meisten ähnlichen Mäntel wurden damals eingeschmolzen, um neue herzustellen.“
Das Forschungsprojekt „Kaisergewänder im Wandel – Goldgestickte Vergangenheitsinszenierung“ dauerte von 2015 bis 2020. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) förderte es mit 380.000 Euro. Es gehört zum Forschungsschwerpunkt „Kultur und Gesellschaft im Mittelalter“ der Universität Bamberg und ist Teil einer Multimedia-Reportage: https://forschungsprofil.uni-bamberg.de/mittelalter
Weitere Informationen zum Forschungsprojekt sind zu finden unter: https://www.uni-bamberg.de/restaurierungswissenschaft/forschung/aktuelle-forschungsprojekte/kaisergewaender/
Die Sonderausstellung „Die Bamberger Kaisergewänder unter der Lupe“ läuft noch bis zum 30. September 2021. Abhängig von der Corona-Inzidenz ist ein Besuch mit oder ohne Voranmeldung möglich. Informationen und Details sind zu finden unter: https://dioezesanmuseum-bamberg.de
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50 Jahre – 50 Rezepte
Deutsch-französisches Kochbuch zur Erinnerung an 50 Jahre Bamberg-Rodez
„Not macht erfinderisch“, dachten sich die Organisatoren des 50. Städtepartnerschaftsjubiläums Bamberg-Rodez. Nachdem die Folgen der Corona-Pandemie die geplanten persönlichen Begegnungen zum Partnerschaftsjubiläum unmöglich machten, initiierte Brigitte Riegelbauer, die Städtepartnerschaftsbeauftragte im Bamberger Rathaus, ein Kochbuch-Projekt mit dem Motto „Liebe geht durch den Magen“.
Übertragen auf die Städtepartnerschaft Bamberg-Rodez nutzte die deutsch-französische Fangemeinde die Möglichkeit, in Absprache mit ihren langjährigen Freunden hier wie dort Rezepte einzeln oder gemeinsam zu kochen, um auf diese Art und Weise während der Corona-Pandemie in Verbindung zu bleiben. Zum 50. Jubiläum der Partnerschaft ist so ein deutsch-französisches Kochbuch entstanden mit der Möglichkeit, die Küche des Partners kennenzulernen.
Passend zum Jubiläum laden 50 Rezepte zum Nachkochen ein. Auf Seiten Bambergs dürfen Klassiker wie Fränkisches Schweineschäufela und Sauerbraten nicht fehlen, abgerundet durch Petitessen wie Lebkuchen Bamberger Art oder Apfelkräpfla. Die cuisine à la Rodez kennt hingegen Boules de chou farci, übersetzt gefüllte Kohlkugeln, oder Coufidou ou daube aveyronnaise, den landestypischen Rindfleischeintopf, bei dem das Rindfleisch über Nacht in eine Mixtur aus Rotwein, Zwiebeln, Knoblauch, Nelken, Thymian, Lorbeerblatt sowie Salz und Pfeffer gelegt wird. Nicht fehlen dürfen auch hier Schmankerln wie der Pudding ähnliche Flan Pâtissier – übrigens ein Rezept des französischen Generalkonsuls aus München – oder der gehaltvolle Gâteau a la broche aveyronnais, ein Baumkuchen, für dessen Zubereitung unter anderem 1 Kilogramm Mehl, 1 Kilogramm Zucker und 24 Eier benötigt werden.
Das Kochbuch enthält die 50 Rezepte auf jeweils einer Doppelseite, jeweils bebildert und in einer deutschen und französischen Version. Grußworte von Oberbürgermeister Andreas Starke, Bürgermeister Christian Teyssedre, Kai Nonnenmacher vom Deutsch-Französischen Club e.V. und Martine Bringuier sowie Agnès Cuisset vom Partnerschaftskomitee Rodez-Bamberg runden das Büchlein ab.
Das deutsch-französische Kochbuch ist ein Gemeinschaftswerk. Neben dem Partnerschaftskomitee Rodez und dem Deutsch-Französischen Club Bamberg, die ihren Teil zum Gelingen beigetragen haben, geht der Dank vor allem an die vielen – von Schüler:innen bis zu Gründungsmitgliedern der Partnerschaft –, die ihre Kochrezepte veröffentlicht haben.
Das Kochbuch ist für einen Unkostenbeitrag von sechs Euro erhältlich und kann unter der E‑Mail-Adresse brigitte.riegelbauer@stadt.bamberg.de oder der Telefonnummer 0951 //87–1010 bestellt werden, solange der Vorrat reicht, da die Auflage limitiert ist.
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Stadtbau Bamberg errichtet ersten Bienenfutterautomaten
Bienenfutter in der Hauptsmoorstraße
Viele Insekten haben es in Deutschland aufgrund von Flächenversiegelung, Pestizideinsatz und Monokulturen auf Grünflächen immer schwerer zu überleben. Gerade in der Stadt können private und kommunale Gärtner jedoch einiges tun, um diese Defizite aufzufangen. Wenn sie richtig angelegt sind, bieten Gärten und öffentliche Grünflächen nämlich wertvollen Lebensraum für Hummeln, Bienen und andere Insekten. Daher geht die Stadtbau Bamberg jetzt neue Wege in der Anlage und Pflege ihrer Grünflächen.
An acht verschiedenen Standorten hat die städtische Wohnungsbaugesellschaft im vergangenen Jahr bienenfreundliche Blühwiesen angelegt. Auch am Föhrenhain wurde eine blütenreiche Wiese angesät, von der die Verantwortlichen sehr hoffen, dass sie sich auch in dieser Saison in voller Pracht zeigt.
Kapseln sind wiederverwendbar
Um auf das Thema Bienenrettung, für das sich bereits verschiedene Initiativen in Bamberg engagieren, in leuchtendem Gelb aufmerksam zu machen, installierte die Stadtbau nun den ersten Bienenfutter-Automaten in der Stadt. Pünktlich zum Frühlingsanfang steht in der Hauptsmoorstraße auf Höhe des Föhrenhains der erste Automat, aus dem Saatgutmischungen gezogen werden können.
Der ehemalige Kaugummiautomat funktioniert noch genauso wie früher. Einfach eine 50 Cent-Münze einwerfen und der Automat gibt eine Kapsel frei. Die Kapseln sind mit Samen bienenfreundlicher Blühpflanzen befüllt. Diese können überall im Freiland ausgebracht werden: im Garten oder in einen Pflanztopf auf dem Balkon. In den Kapseln befinden sich ausschließlich Samen heimischer Sorten, die an unser Klima angepasst sind.
Die Stadtbau bittet jedoch darum, die leeren Kapseln zurückzugeben, damit sie mehrfach verwendet werden können. Direkt unterhalb des Bienenautomaten in der Hauptsmoorstraße /Ecke Föhrenstraße befindet sich ein Rückgabebehälter. Nach dem Öffnen und der Aussaat sollte die Verpackungskapsel hier eingeworfen werden. Die gesammelten Kapseln werden dann von der Stadt wieder befüllt.
Mit dem Bienenfutterautomaten möchte die Stadtbau GmbH Bamberg auf die aktuelle Problematik unbelebter Grünflächen hinweisen und Werbung für mehr insektenfreundliches Grün auf privaten wie öffentlichen Flächen machen. „Seit letztem Jahr beschreiten wir bei unseren Außenanlagen einen zukunftsorientierten Weg Richtung mehr Ökologie und Vielfalt. Der Bienenautomat soll das auch außerhalb unserer Wohnanlagen sichtbar machen. Wir werden hier sehr gerne unserer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht und hoffen, dass das Konzept verstanden wird, Magnetwirkung entfaltet und zum Mitmachen einlädt“, so Geschäftsführer Veit Bergmann.
„Dies ist eine großartige Idee, für die ich der Stadtbau sehr dankbar bin. Ich wünsche mir, dass ganz viele Bambergerinnen und Bamberger zu Bienenrettern werden. Lassen Sie Ihren Garten oder ungenützte Grünflächen mit dem Saatgut erblühen und bitte bringen Sie die leeren Kapseln wieder zurück, so dass sie wieder gefüllt werden können“, bittet Bürgermeister Jonas Glüsenkamp die Bürgerinnen und Bürger.
Weitere Informationen zu den Bienenrettern, über die unter anderem der Bienenfutterautomat bezogen werden kann, sind zu finden unter https://www.bienenretter.de
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Grünes Bamberg will, dass der Winterdienst stärker differenziert
Streukisten sollen mit weniger Salz auskommen
Dass so viel Salz im Winterdienst auf Bambergs Straßen eingesetzt wird, muss nicht sein, meint Andreas Eichenseher von den Bamberger Grünen. Er beantragt, alternative Lösungen zu finden, und zeigt auch gleich mehrere Möglichkeiten auf, wie der Salzeinsatz reduziert werden kann, wie Grünes Bamberg mitteilt.
Die Lage ist einigermaßen komplex. Die Stadt hat überall im Stadtgebiet Kisten mit Streugut aufgestellt, aus denen Winterdienst-Mitarbeiter das Streugut nehmen, das sie auf den Wegen ausbringen. Es enthält zu einem Drittel Salz, zu zwei Dritteln Splitt. Das Salz soll verhindern, dass das Streugut in den Kisten bei Minustemperaturen zu Klumpen friert und nicht mehr verwendbar ist.
Aus diesen Kisten bedienen sich allerdings auch die Bürger*innen, um ihrer Räumpflicht auf den Gehwegen vor ihren Häusern nachzukommen. Das ist eigentlich nicht so gedacht, wird aber geduldet. Korrekt handeln die Bürger*innen damit nicht, denn eigentlich ist ihnen der Einsatz von Streusalz komplett verboten – außer bei ganz gefährlichem Blitzeis oder an Steillagen.
Andere Kommunen liefern praktikable Beispiele
„Ein Dilemma“, stellt Andreas Eichenseher fest. „Das Streugut mit Salzanteil aus den Kisten soll eigentlich nur für öffentliche Wege genutzt werden. Andererseits ist es auch okay, wenn Bürger*innen sich mit kleinen Mengen bedienen, um vor ihrem Haus für Sicherheit zu sorgen. Allerdings kommt so dann doch Salz auf die Gehwege – gegen den Willen und gegen das Ortsrecht der Stadt.“ In anderen Kommunen, so weiß der Grünen-Politiker, werden solche Kisten generell versperrt und sind nicht frei zugänglich.
Ein Kompromiss ist also gefragt. Und dafür hat Eichenseher in mehreren Städten nach Lösungen recherchiert. Laut seinem Antrag soll die Verwaltung nun prüfen, was in Bamberg umsetzbar ist. So hat er herausgefunden, dass in anderen Städten die Streugutmischungen mit deutlich weniger Salz auskommen, in Lüneburg etwa liegt das Mischverhältnis sogar bei nur 15 zu 1 (Streusand zu Salz). Andere Gemeinden befüllen die Behälter mit unterschiedlichen Materialien, manche davon sind versperrt und können nur vom städtischen Räumdienst genutzt werden (zum Beispiel für Radwege), andere sind offen für jedermann. Es gibt auch Erfahrungen mit nicht gefrierbarem Streugut oder damit, dass die Lieferfirma des Streuguts bei Anlieferung auf absolute Trockenheit achten muss, so dass das Material auch ohne Salzbeigabe nicht gefrieren kann.
Dem Bamberger Service Betrieb BSB steht also eine gewisse Tüftelarbeit bevor, um ein differenziertes Streusystem zu etablieren, das auch zu den vorhandenen Streufahrzeugen passt. Aber das wird sich lohnen, meint Eichenseher. „Streusalz verursacht Schäden an Stadtbäumen und anderen Pflanzen, es belastet das Grundwasser, tut den Pfoten von Vierbeinern nicht gut und verursacht nicht unerhebliche Schäden an Gebäuden und im Straßenbelag. Die damit verbundenen Folgekosten sind auch nicht zu vernachlässigen.“
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Interview mit Wolfgang Heyder
Bamberger Literaturfestival 2021
Bei der nächsten Ministerpräsident*innen-Konferenz am 22. März entscheidet sich, ob und unter welchen Bedingungen Kulturveranstaltungen wieder stattfinden können. Eine Frage, die auch für das Bamberger Literaturfestival 2021 (BamLit) interessant ist. Wir haben mit Wolfgang Heyder über die Planungen gesprochen.
Am 20. April ist mit der Lesung von Michel Friedman die Eröffnung geplant. Stand der Planungen ist, diese und alle folgenden Lesungen vor – wenn auch zahlenmäßig reduziertem – Publikum abzuhalten. Sollten Präsenz-Veranstaltungen aber doch nicht möglich sein, bliebe dem ausrichtenden Veranstaltungsservice Bamberg immer noch die Möglichkeit, Tickets für online gestreamte Lesungen anzubieten.
Wolfgang Heyder vom Veranstaltungsservice Bamberg schließt diese Veranstaltungs-Variante nicht aus, möchte in den BamLit- Planungen vorerst aber noch auf Präsenz-Tickets setzen. Wir haben mit ihm gesprochen.
Herr Heyder, für das Bamberger Literaturfestival planen Sie Lesungen vor Publikum. Was macht Sie optimistisch, dass das BamLit auf diese Art und Weise am 20. April im Kulturboden beginnen kann?
Wolfgang Heyder: So ist der Plan, ja. Vor Weihnachten hatte die Veranstaltergruppe entschieden, das Festival um zwei Monate zu verschieben und mit einem Hygienekonzept auszurichten, das knapp 30 Prozent Belegung der Örtlichkeiten möglich macht. Im Kulturboden in Hallstadt wären das beispielsweise etwa 90 Menschen. Aber zum jetzigen Zeitpunkt wissen wir natürlich noch nicht, ob es so stattfinden kann. Ende März wird bei der nächsten Ministerpräsidentinnen- und Ministerpräsidenten-Konferenz über die Möglichkeit von Kulturveranstaltungen entschieden. Bis dann ist noch ein bisschen Zeit, aber ich denke, der Optimismus, Lesungen vor Publikum haben zu können, stirbt zuletzt. Das Virus hält uns gefangen, aber man muss schon nach Lösungen suchen. Meine Kritik an der Politik ist allerdings, dass nur wenig Strategie im Suchen von Lösungen zu erkennen ist.
Werden Sie, wie bei verschiedenen Konzerten des Veranstaltungsservice, auch beim BamLit sowohl Präsenz-Tickets als auch Stream-Tickets anbieten?
Wolfgang Heyder: Nein, beim BamLit planen wir noch nicht mit Online-Tickets. Wir wollen zuerst schauen, unter welchen Bedingungen das Festival vor Publikum stattfinden kann, und wie hoch die Nachfrage nach Karten ist.
Wie verlaufen die Ticketvorverkäufe bisher?
Wolfgang Heyder: Das muss man jetzt relativ sehen, wegen der geringeren Auslastung. Drei oder vier Termine sind schon ausverkauft, bei vielen anderen gibt es noch Karten. Die Verkäufe haben sehr gut angefangen, aber zur Zeit bucht das Publikum eher verhalten – die Unsicherheit der Pandemie-Entwicklung könnte der Grund dafür sein. Andererseits haben wir uns aber auch mit der Werbung für das BamLit bisher zurückgehalten und haben entschieden, erst dann richtig loszulegen, wenn klarer ist, wie und unter welchen Bedingungen das Festival stattfinden kann.
Lässt sich anhand der Vorverkaufszahlen bei den Konzerten, bei denen Sie auch Online-Tickets anbieten, erkennen, welche Ticketart die Leute vorziehen?
Wolfgang Heyder: Ganz klar Präsenz-Tickets, keine Frage. Trotz der schwierigen Gesamtsituation dürsten die Menschen nach Präsenz-Veranstaltungen und den Emotionen, die da dran hängen – das haben wir schon bei Ticketverkäufen im letzten Sommer gemerkt. Andererseits haben die Streams, die wir gemacht haben, auch eine hohe Resonanz, eine für mich eigentlich sensationell hohe Resonanz gehabt.
Für das Konzert von Wolfgang Buck am 17. April gibt es sowohl Präsenz- als auch Onlinetickets. Wie steht der Musiker selbst zu dieser Aufteilung?
Wolfgang Heyder: Für dieses Konzert hatte der Vorverkauf schon begonnen, als der zweite Lockdown losging. Wobei allen Beteiligten schon vorher klar gewesen war, dass das Konzert nicht mit voller Publikumsauslastung stattfinden könnte. Wie so viele andere braucht auch Wolfgang Buck ein Publikum bei seinen Konzerten und ist auf die Interaktion mit den Leuten angewiesen, aber auch er sagte damals, dass wir das Stream-Angebot trotzdem ausprobieren. Wir hoffen alle, dass das nicht das Konzertmodell der Zukunft sein wird, aber in der momentanen Phase und ihren Unsicherheiten ist es sicher eine Option.
Was passiert mit dem BamLit, wenn die nächste Ministerpräsident*innen-Konferenz am 22. März, bei der Öffnungen im Kulturbereich besprochen werden sollen, keine Schritte in dieser Richtung beschließt? Wäre es denkbar, das gesamte BamLit online stattfinden zu lassen?
Wolfgang Heyder: Das muss die veranstaltende Gruppe aus unter anderem Veranstaltungsservice, Landratsamt, Stadtmarketing und Buchhandlung Osiander entscheiden. Wenn es aber überhaupt keine Möglichkeit geben sollte, die Lesungen auch nur vor dem kleinsten Publikum zu haben, wäre eine reine Online-Veranstaltung eine Option. Aber ich kann das nicht alleine entscheiden. Wir werden uns nach der MPK austauschen und schauen, in welche Richtung das BamLit gehen kann.
Haben sich einzelne Autor*innen des Festivals zur Möglichkeit gestreamter Online-Lesungen geäußert? Wie sehen hier die Meinungen aus?
Wolfgang Heyder: Es wollen alle Präsenz. Aber auch Autoren leiden sehr unter wegfallenden Auftrittsgagen und es gibt durchaus auch Aussagen von der einen oder dem anderen, eine Lesung auch online abhalten zu wollen.
Wie unterscheiden sich Gagen von Präsenz- und Online-Auftritten?
Wolfgang Heyder: Das ist ein Thema, das eigentlich noch nie diskutiert wurde oder diskutiert werden musste. Wir spüren aber, dass die Leute, die im Kulturbetrieb unterwegs sind, sehr flexibel sind, was zum Beispiel Verschiebungen oder Verlegungen von Auftritten oder eben die Reduzierung von Gagen betrifft.
Worauf haben Sie bei der diesjährigen BamLit-Programmgestaltung einen Schwerpunkt gelegt?
Wolfgang Heyder: Immer mehr Autoren haben in den letzten Jahren den Sachbuchbereich bedient. Dem haben wir in der Programmgestaltung Rechnung getragen. Zwei weitere wichtige Punkte waren außerdem schon immer, lokale Autoren einzubinden und eine große Bandbreite im Programm abzubilden, um möglichst viele Menschen zum Literaturfestival und zur Literatur zu kriegen und nach Möglichkeit jeden Abend ein anderes Publikum anzuziehen.