Browse Tag

Caritas Bamberg - Page 2

Pfle­ge­ein­rich­tung der Caritas

Ers­ter Bau­ab­schnitt am Pfle­ge­zen­trum St. Otto beendet

Am 23. März wur­de die Fer­tig­stel­lung des Roh­baus beim ers­ten Bau­ab­schnitt am Alten­pfle­ge­zen­trum St. Otto der Cari­tas began­gen. Bis Ende 2025 soll ent­lang der Otto­stra­ße in zwei Bau­ab­schnit­ten ein Ersatz­neu­bau für den an die­ser Stra­ße gele­ge­nen Gebäu­de­flü­gel entstehen.

Um dem Pfle­ge­not­stand und sei­nen man­geln­den Pfle­ge­plät­zen etwas ent­ge­gen­set­zen zu kön­nen, erwei­tert der Cari­tas­ver­band der Erz­diö­ze­se der­zeit die Pfle­ge­ein­rich­tung St. Otto bau­lich. Der ers­te Bau­ab­schnitt des Roh­baus wur­de nun beendet.

„Es ist toll, dass wir heu­te Richt­fest fei­ern konn­ten“, zitiert eine Mit­tei­lung der Cari­tas Bam­bergs Bür­ger­meis­ter Jonas Glüsen­kamp aus einem Gruß­wort zum Richt­fest. Unter Ver­weis auf die Infla­ti­on dank­te er „dem Cari­tas­ver­band für die Erz­diö­ze­se Bam­berg für die Inves­ti­ti­ons­be­reit­schaft in die­sen schwie­ri­gen Zei­ten. Es freut mich sehr, dass es hier so gut vor­an­geht und wir in nähe­rer Zukunft die Eröff­nung fei­ern können.“

Ein­rich­tungs­lei­te­rin Bar­ba­ra Blecha lob­te zudem, dass die Bau­ar­bei­ten weit weni­ger stö­rend als befürch­tend ver­lau­fen sei­en. Im Gegen­teil sei es für Bewoh­ner und Mit­ar­bei­ter inter­es­sant gewe­sen, den Abbau des alten und das Ent­ste­hen des neu­en Gebäu­des zu verfolgen.

Der ers­te Bau­ab­schnitt umfasst im Erd­ge­schoss neue Räu­me für die Ver­wal­tung und in den zwei dar­über lie­gen­den Stock­wer­ken vier Ein­zel­zim­mer und vier Dop­pel­zim­mer mit ins­ge­samt 12 Pfle­ge­plät­zen. Die­ser Bau­ab­schnitt soll bis Novem­ber 2023 fer­tig sein. Anschlie­ßend soll der Rest des alten Gebäu­des ent­lang der Otto­stra­ße abge­bro­chen und der zwei­te Bau­ab­schnitt beginnen.

Nach der end­gül­ti­gen Fer­tig­stel­lung vor­aus­sicht­lich Ende 2025 soll das Cari­tas-Pfle­ge­zen­trum St. Otto ins­ge­samt 105 Pfle­ge­plät­ze haben. Davon wer­den sich 66 Plät­ze in Ein­zel­zim­mern und 40 Plät­ze in Dop­pel­zim­mern befin­den. Hin­zu soll eine Tages­pfle­ge mit 16 Plät­zen kommen.

Als zusätz­li­ches Ange­bo­te soll das Pfle­ge­zen­trum dann auch einen Pfle­ge­be­reich für geron­to­psych­ia­trisch erkrank­te Men­schen und einen Pfle­ge­be­reich für jün­ge­re Men­schen bereit­hal­ten. Der Diö­ze­san-Cari­tas­ver­band gab an, 15,6 Mil­lio­nen Euro in die Bau­maß­nah­me zu investieren.

Noch bis 12. März

Erz­bis­tum Bam­berg beginnt Frühjahrssammlung

Der Cari­tas­ver­band für die Erz­diö­ze­se Bam­berg hat sei­ne all­jähr­li­che Früh­jahrs­samm­lung begon­nen. Der Spen­den­er­lös soll unter ande­rem dem Kli­ma­schutz zugu­te kommen.

„Armut ist nichts, für das man sich schä­men muss“, zitiert eine Mit­tei­lung des Erz­bis­tums Dom­vi­kar Gerd-Richard Neu­mei­er aus einer Pre­digt. 13 Mil­lio­nen Men­schen sei­en in Deutsch­land armuts­ge­fähr­det. Als Pfar­rer sei Neu­mann im Ange­sicht des­sen immer froh gewe­sen, Spen­den aus der Cari­tas-Samm­lung für Bedürf­ti­ge vor Ort ver­wen­den zu kön­nen. So lau­tet das Mot­to der Früh­jahrs­samm­lung des Erz­bis­tums: „Wenn jeder gibt, was er zu viel hat“.

Micha­el Groß, Geschäfts­füh­rer der Cari­tas im Nürn­ber­ger Land, sag­te, dass Spen­den und Kir­chen­steu­er­mit­tel benö­tigt wer­den, „um dort­hin zu gehen, wo kei­ner hin­geht“. Als durch die Cari­tas sel­ber finan­ziert nann­te er den Hos­piz­dienst, die Quar­tiers­ar­beit und die Flücht­lings­hil­fe. Vor kur­zem neu gegrün­det habe sein Cari­tas­ver­band zudem eine Bera­tungs­stel­le für Obdach­lo­se und von Woh­nungs­not bedroh­te Menschen.

Auch stell­te Groß den Bezug zwi­schen der Cari­tas-Samm­lung und der Cari­tas-Kam­pa­gne „Für Kli­ma­schutz, der allen nutzt“ her. Men­schen mit gerin­gem Ein­kom­men feh­len oft die Mit­tel, so Groß, um Ener­gie zu spa­ren. Sie leb­ten oft in schlecht gedämm­ten Woh­nun­gen und müss­ten bil­li­ge und wenig ener­gie­ef­fi­zi­en­te Haus­halts­ge­rä­te kaufen.

Die­sen Men­schen will der Diö­ze­san-Cari­tas­ver­band aus sei­nem Anteil am Erlös der Früh­jahrs­samm­lung 83 Pro­zent zur Ver­fü­gung zu stel­len. So sol­len Haus­hal­te mit gerin­gem Ein­kom­men beim Ener­gie­spa­ren bera­ten und ihnen Zuschüs­se zur Anschaf­fung strom­spa­ren­der Haus­halts­ge­rä­te ermög­licht werden.

Bis 12. März bit­ten im Erz­bis­tum Pfar­rei­en und die Cari­tas bei der dies­jäh­ri­gen Früh­jahrs­samm­lung um Spen­den für die kari­ta­ti­ve und sozia­le Arbeit. Bei der Samm­lung 2022 wur­den knapp 433.000 Euro gespen­det, davon 70.000 Euro bei der Kirchenkollekte.

Cari­tas-Tages­pfle­ge in Ebermannstadt

„Der Gute Hir­te“ fei­ert zehn­jäh­ri­ges Bestehen

Letz­te Woche hat die Tages­pfle­ge­ein­rich­tung der „Der Gute Hir­te“ in Eber­mann­stadt ihr zehn­jäh­ri­ges Bestehen began­gen. Aktu­ell nut­zen mehr als 50 Per­so­nen das Ange­bot der Einrichtung.

Seit ihrer Grün­dung 2012 haben bereits etwa 1.000 Men­schen die Diens­te der Eber­mann­städ­ter Tages­pfle­ge „Der Gute Hir­te“ in Anspruch genom­men. Wie die Cari­tas Bam­berg bekannt­gab, fei­er­ten am 6. Sep­tem­ber nun Pfle­ge­be­dürf­ti­ge, Ange­hö­ri­ge, Tages­gäs­te und Ehren­amt­li­che das zehn­jäh­ri­ge Jubi­lä­um der Einrichtung.

Mit Got­tes­dienst und Blas­ka­pel­le begann der Fest­tag. Dann begrüß­te Anni­ka Sau­er, Lei­te­rin der Cari­tas-Tages­pfle­ge, die Gäs­te und bedank­te sich bei ihrem Team. Die­ses habe trotz gro­ßer Bean­spru­chung durch Pfle­ge­kräf­te­man­gel und Pan­de­mie das Jubi­lä­um mit Begeis­te­rung vorbereitete.

Cari­tas­vor­stand Peter Ehmann ging in sei­ner anschlie­ßen­den Rede auf die Ent­ste­hung der Tages­pfle­ge ein. Zudem hob er die Ver­diens­te des lang­jäh­ri­gen Vor­sit­zen­den Dr. Ger­hard Haber­mann, der vor fünf Jah­ren starb, her­vor. Des­sen Geschick und Weit­sicht sei­en maß­geb­lich für die Grün­dung der Tages­pfle­ge gewesen.

Auch bei Anni­ka Sau­er bedank­te sich Ehmann. Als Lei­te­rin der Tages­pfle­ge tra­ge sie die Ver­ant­wor­tung für die Ver­sor­gung von etwa 400 Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten mit Ruhe, Umsicht und Wertschätzung.

Die Tages­pfle­ge, so Ehmann wei­ter, sei vor allem eine Fami­li­en­ein­rich­tung. Sie ermög­li­che es Tages­gäs­ten, trotz kör­per­li­cher und psy­chi­schen Ein­schrän­kun­gen im hei­mat­li­chen und fami­liä­ren Umfeld zu blei­ben. Aktu­ell wür­den auf­grund eines fle­xi­blen Buchungs­sys­tem mehr als 50 Per­so­nen aus Eber­mann­stadt und umlie­gen­den Gemein­den die 20 Tages­plät­ze, die „Der Gute Hir­te“ bie­tet, nutzen.

Spa­ten­stich zum Teilneubau

Pfle­ge­zen­trum St. Otto wird erweitert

Die Bam­ber­ger Cari­tas plant, ihr Pfle­ge­zen­trum St. Otto in der Otto­stra­ße um einen Teil­neu­bau zu erwei­tern. Im neu­en Gebäu­de­teil sol­len auch psy­chisch kran­ke und jün­ge­re Pfle­ge­be­dürf­ti­ge unterkommen.

„Wir wol­len einen Bei­trag zur Behei­ma­tung der Bewoh­ne­rin­nen und Bewoh­ner leis­ten, die zum Teil seit vie­len Jah­ren in unse­rer Ein­rich­tung leben“, zitiert eine Mit­tei­lung den Diö­ze­san-Cari­tas­di­rek­tor Micha­el End­res beim Spa­ten­stich des Teil­neu­baus des Dr.-Robert-Pfleger-Rehabilitations- und Alten­pfle­ge­zen­trums St. Otto. Moder­ne Gebäu­de, fuhr End­res fort, unter­stütz­ten zusätz­lich die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter bei ihrer anspruchs­vol­len Tätig­keit in der Pflege.

Nach­dem im ver­gan­ge­nen Jahr der rech­te Teil des Gebäu­de­trakts in der Otto­stra­ße abge­ris­sen wur­de, beginnt dort nun der Roh­bau des ers­ten Bau­ab­schnitts des neu­en teil­baus. Dabei soll ein Ersatz­neu­bau für den Gebäu­de­flü­gel ent­lang der Otto­stra­ße ent­ste­hen. Die­se Maß­nah­me sei, so End­res, auch des­halb not­wen­dig, weil der Gebäu­de­teil den gesetz­li­chen Anfor­de­run­gen nicht mehr genüge.

Micha­el End­res sprach in sei­ner Rede auch sozi­al­po­li­ti­sche Anlie­gen an. Pfle­ge in Anspruch zu neh­men, dür­fe kei­ne Fra­ge des Geld­beu­tels sein. Die Bewoh­ne­rin­nen und Bewoh­ner bräuch­ten eine stär­ke­re finan­zi­el­le Unter­stüt­zung. Hier müs­se die Gesell­schaft mehr inves­tie­ren. Dies gel­te auch für den Bedarf an qua­li­fi­zier­tem Pfle­ge­per­so­nal. Die Coro­na-Pan­de­mie habe gezeigt, dass die Rah­men­be­din­gun­gen nicht aus­reich­ten und der Markt nicht alles regeln kön­ne. Man müs­se Arbeits­be­din­gun­gen schaf­fen, „die mensch­li­che Zuwen­dung mög­lich machen.“

Ende 2025 soll der Bau an St. Otto abge­schlos­sen sein, und 105 Plät­ze im Pfle­ge­heim und 16 Plät­ze in der Tages­pfle­ge zur Ver­fü­gung ste­hen. Als zusätz­li­che Ange­bo­te des künf­ti­gen Pfle­ge­zen­trums soll es einen Bereich für geron­to­psych­ia­trisch ver­än­der­te Men­schen, also für Men­schen über 60 mit psy­chi­schen Erkran­kun­gen, mit 18 Plät­zen und einen klei­nen Bereich eigens für jün­ge­re Pfle­ge­be­dürf­ti­ge geben. Die­se sechs Plät­ze umfas­sen­de Abtei­lung soll den Cha­rak­ter einer Wohn­ge­mein­schaft haben.

Der Cari­tas­ver­band für die Erz­diö­ze­se Bam­berg inves­tiert als Bau­herr und Eigen­tü­mer der Immo­bi­lie 15,6 Mil­lio­nen Euro. Davon über­nimmt das Erz­bis­tum 5,5 Mil­lio­nen im Rah­men einer Förderung.

Foto­aus­stel­lung in Vierzehnheiligen

„Der Cari­tas ein Gesicht geben“

„Der Cari­tas ein Gesicht geben“ will eine Foto­aus­stel­lung, die zum 100jährigen Bestehen des Cari­tas­ver­ban­des der Erz­diö­ze­se Bam­berg 2021 ent­stan­den ist. Foto­graf Mar­cus Bau­er por­trä­tiert in groß­for­ma­ti­gen Auf­nah­men Men­schen aus Diens­ten, Ein­rich­tun­gen und Tätig­keits­fel­dern der Cari­tas. Bis 28. Juli ist die Aus­stel­lung jetzt in den Bil­dungs- und Tagungs­häu­sern Vier­zehn­hei­li­gen zu sehen.

Zur Eröff­nung der Aus­stel­lung „Der Cari­tas ein Gesicht geben“ am ver­gan­ge­nen Don­ners­tag im Tagungs­haus nahe der Basi­li­ka Vier­zehn­hei­li­gen bei Bad Staf­fel­stein gaben Mar­cus Bau­er und Horst Engel­hardt vom Diö­ze­san-Cari­tas­ver­band eine Ein­füh­rung in die Por­trät­rei­he. Diö­ze­san-Cari­tas­di­rek­tor Micha­el End­res blick­te in einem Gruß­wort auf das Jubi­lä­um des Diö­ze­san-Cari­tas­ver­ban­des. Für die musi­ka­li­sche Umrah­mung sorg­te Paul Schrei­ner, Erzie­her im Heil­päd­ago­gi­schen Zen­trum der Cari­tas in Lichtenfels.

Die Por­trä­tier­ten der Aus­stel­lung sind Mit­ar­bei­ter, Bewoh­ner, Kli­en­ten, Ehren­amt­li­chen oder Schü­ler. Mit ihrem jewei­li­gen Lebens­al­ter ste­hen sie für 100 Jah­re Cari­tas. Die 100-jäh­ri­ge Ella P. aus dem Cari­tas-Alten- und Pfle­ge­heim St. Mar­tin in Bay­reuth und die ein­jäh­ri­ge Julia M., Krip­pen­kind aus der Kreuz­berg-Kin­der­ta­ges­stät­te in Alten­kunst­adt, sind nur zwei Bei­spie­le. Auch zeigt die Aus­stel­lung Auf­nah­men von Kin­dern und Jugend­li­chen aus Ein­rich­tun­gen des Heil­päd­ago­gi­schen Zen­trums der Cari­tas in Lichtenfels.

In Inter­views erzähl­ten die Por­trä­tier­ten zudem, wie sie mit der Cari­tas in Ver­bin­dung ste­hen. Die­se Gesprä­che kann das Publi­kum mit Hil­fe von an den Bild­ta­feln ange­brach­ten QR-Codes auf dem Smart­phone anhö­ren. Auf die­se Wei­se geben die Men­schen der Cari­tas ein Gesicht und die Cari­tas möch­te den Men­schen Gesicht, Bedeu­tung und Wür­de geben.

Die Aus­stel­lung hat von Mon­tag bis Frei­tag, jeweils von 8 bis 17 Uhr geöff­net, sams­tags und sonn­tags nur auf Anfra­ge. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zur Aus­stel­lung gibt es hier.

Cari­tas-Bera­tungs­stel­le für Kin­der, Jugend­li­che und Eltern

„Wild­fang“ will Kin­der aus sucht­be­las­te­ten Fami­li­en stärken

Im April star­tet die neue Grup­pe „Wild­fang“ der Cari­tas in Bam­berg. Die­se Erzie­hungs­be­ra­tung bie­tet ein Prä­ven­ti­ons­pro­gramm für Kin­der aus sucht­be­las­te­ten Fami­li­en an.

„Sucht domi­niert das gesam­te Fami­li­en­le­ben“, sagt Diplom­psy­cho­lo­gin Astrid Heyl von der Bera­tungs­stel­le für Kin­der, Jugend­li­che und Eltern der Cari­tas Bam­berg-Forch­heim. Zusam­men mit einem Kol­le­gen aus der Wild­nis­päd­ago­gik lei­tet sie das Pro­gramm „Wild­fang“.

„Oft über­neh­men Kin­der in sucht­be­las­te­ten Fami­li­en Tei­le der Eltern­rol­le. Sie küm­mern sich um klei­ne­re Geschwis­ter, erle­di­gen Auf­ga­ben im Haus­halt.“ Paren­ti­fi­zie­rung nen­nen dies die Exper­ten. „Sie ver­su­chen auch, die Eltern zu schüt­zen, und ent­schul­di­gen sie beim Arbeit­ge­ber, erfin­den Aus­re­den, war­um sie nicht kom­men können.“

Obwohl sie in solch schwie­ri­gen Ver­hält­nis­sen leben, hät­ten die Kin­der eine hohe Bin­dung an die Eltern. „Sie ver­su­chen sogar, sie zum Bei­spiel vom Trin­ken abzu­brin­gen.“ Vie­le Eltern sei­en aber auch gewillt, trotz Sucht­ten­den­zen ihre Kin­der so gut wie mög­lich zu ver­sor­gen. „Dies zeigt sich bei den Eltern, die ihre Kin­der bei uns anmel­den und sich dem Sucht­the­ma stellen.“

Cha­rak­te­ris­tisch sei auch, dass die Kin­der gegen­über Drit­ten nicht über die Sucht der Eltern spre­chen. Daher bie­tet das Prä­ven­ti­ons­pro­gramm „Wild­fang“ den Kin­dern eine wich­ti­ge neue Erfah­rung. „Erst­mals erle­ben sie sich unter ihres­glei­chen“, sagt Astrid Heyl. „Sie mer­ken, es gibt ja ande­re Kin­der, die in der glei­chen Situa­ti­on sind wie ich. Und sie kön­nen über ihre Pro­ble­me sprechen.“

Rund 3 Mil­lio­nen Kin­der mit sucht­kran­ken Eltern

Wich­tig ist der Erzie­hungs­be­ra­tung, dass die Kin­der für ein paar Stun­den aus ihrem All­tag her­aus­kom­men, dass sie Kind sein dür­fen und Spaß haben. „Wir legen gro­ßen Wert auf Akti­vi­tä­ten, drin­nen wie drau­ßen“, betont Heyl. „Die Aktio­nen stär­ken das Selbst­wert­ge­fühl der Kin­der und sie kön­nen Natur erle­ben. Daher gehen wir viel in den Wald.“

In Deutsch­land leben rund 3 Mil­lio­nen Kin­der und Jugend­li­che mit sucht­kran­ken Eltern zusam­men. Das ist etwa jedes 5. Kind. Mehr als 30 Pro­zent der Kin­der aus sucht­be­las­te­ten Fami­li­en wer­den selbst sucht­krank. Sie sind die größ­te bekann­te Sucht-Risi­ko­grup­pe. „Daher spre­chen wir auch über Sucht und über Sucht­mit­tel“, sagt Astrid Heyl. „Wir wol­len vor­beu­gen, dass die Kin­der selbst sucht­krank wer­den. Infor­ma­ti­on und Auf­klä­rung als auch das Stär­ken von Res­sour­cen sind einen wich­ti­ges Ele­ment der Suchtprävention.“

Die nächs­te Grup­pe „Wild­fang“ star­tet im April und bie­tet dann über den Zeit­raum von zwei Mona­ten regel­mä­ßi­ge Grup­pen­ter­mi­ne. Gedacht ist sie für 8- bis 12-jäh­ri­ge Kin­der. Anmel­de­schluss ist am 31. März 2022.

Imp­f­un­wil­li­ge Eltern

Cari­tas Bam­berg: 2G und 3G kann Jugend­li­che vor Pro­ble­me stellen

Die Cari­tas Bam­berg weist auf Benach­tei­li­gun­gen für Kin­der und Jugend­li­che hin, wenn Eltern die­se nicht imp­fen lassen.

„Jugend­li­che sind bei einer Ent­schei­dung für oder gegen eine Coro­na-Imp­fung stark von der Ein­stel­lung zum Imp­fen ihrer Eltern abhän­gig.“ Dar­auf macht Ursu­la Kund­mül­ler, stell­ver­tre­ten­de Direk­to­rin der Cari­tas Bam­berg, auf­merk­sam.

Der Cari­tas Bam­berg sei es daher wich­tig, dass durch die Maß­nah­men zur Bekämp­fung der Pan­de­mie kei­ne unnö­ti­gen Här­ten für Jugend­li­che mit imp­f­un­wil­li­gen Eltern ent­ste­hen. Kund­mül­ler for­dert des­halb die Poli­tik auf, die­je­ni­gen Jugend­li­chen nicht zu ver­ges­sen, denen durch die Eltern der Zugang zu einer Imp­fung ver­wehrt ist und auch zu regel­mä­ßi­gen Schnell­tests in der Schule.

Dazu zählt Kund­mül­ler auch Jugend­li­che, die die Schul­pflicht erfül­len, aber noch kei­nen Aus­bil­dungs­platz haben oder die als nicht beschul­bar ein­ge­stuft sind. Sie nennt psy­chisch kran­ke Jugend­li­che, die zu Hau­se auf den Beginn einer The­ra­pie war­ten. Die­se Jugend­li­chen kön­nen, wenn sie noch klei­ne Imp­fung hat­ten, kein Schwimm­bad und kei­ne Sport­stät­te besu­chen, da dort 2Gplus ver­langt wird.

„Gesetz­ge­ber und Regie­run­gen soll­ten bei ihren Coro­na-Ver­ord­nun­gen auch die­se eher klei­nen Grup­pen im Blick haben“, sagt Kund­mül­ler. „Die Behör­den müs­sen für sol­che Ein­zel­fäl­le sen­si­bi­li­siert werden.“

Außer­dem spricht die Direk­to­rin der Cari­tas Bam­berg die Fra­ge an, wie es für Jugend­li­che in den Weih­nachts­fe­ri­en wei­ter­ge­hen soll. Der Schul­aus­weis kön­ne, da dann weder Unter­richt noch Tests statt­fän­den, nicht mehr als Test­nach­weis gelten.

„Hier muss die Poli­tik schnells­tens Klar­heit schaf­fen. Sonst sind Jugend­li­che, deren Erzie­hungs­be­rech­tig­te sie nicht imp­fen las­sen, vom öffent­li­chen Leben aus­ge­schlos­sen.“
Sor­gen macht sich Kund­mül­ler auch um die Arbeit der Bera­tungs­stel­len. „Die Bera­tungs­stel­len ste­hen jetzt im Zwie­spalt zwi­schen dem Schutz ihrer Ange­stell­ten vor Anste­ckung und dem Ziel, für Rat­su­chen­de mög­lichst unkom­pli­ziert zugäng­lich zu sein. Wenn der Dienst­ge­ber dort der 3G-Regel als Vor­aus­set­zung für das Betre­ten der Bera­tungs­stel­le nach­kommt“, so Kund­mül­ler, „kann sich ein unge­impf­ter Jugend­li­cher bei der Erzie­hungs­be­ra­tung nicht mehr in einem ver­trau­li­chen Gespräch von Ange­sicht zu Ange­sicht Hil­fe holen.“

Außer­dem sieht Ursu­la Kund­mül­ler von der Cari­tas Bam­berg auch unge­impf­te Kin­der und Jugend­li­che Fami­li­en mit gerin­gem Ein­kom­men in der Pan­de­mie benach­tei­ligt. „38 Pro­zent der Kin­der, die in Fami­li­en leben, wel­che Sozi­al-Leis­tun­gen bezie­hen, wach­sen einer Stu­die von 2015 zufol­ge in einem Haus­halt ohne Auto auf. Die öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­tel dür­fen sie aber ohne Imp­fung nicht benut­zen. Wenn sie nicht zen­tral woh­nen, kom­men bedürf­ti­ge Fami­li­en daher nicht ein­mal dann ins Impf­zen­trum, wenn sie es wollten.“

Die Kon­se­quenz sei: Über­for­der­te Eltern gehen nicht mehr in die Apo­the­ke oder zum Arzt. „Das kann dann bis zu einer Gefähr­dung des Kin­des­wohls eskalieren.“

Leicht zugäng­li­che Impf­an­ge­bo­te ohne Ter­min­ver­ein­ba­rung und an mög­lichst vie­len Orten schlägt Ursu­la Kund­mül­ler als Lösung vor. „Zudem soll­ten die Men­schen per­sön­lich und indi­vi­du­ell auf die Mög­lich­keit des Imp­fens ange­spro­chen wer­den.“ Kund­mül­ler nennt Bei­spie­le, dass Mit­ar­bei­ter von Kom­mu­nen gezielt Bevö­ke­rungs­tei­le mit migrant­si­chem Hin­ter­grund auf­ge­sucht haben, um sie über die Imp­fung gegen das Coro­na-Virus zu informieren.