Wiedereröffnung der Golfclubs
Golfclub Haßberge: “Wir sind schon froh, dass die Lockdownzeit in den Winter fiel”
Seit 8. März ist Individualsport im Freien wieder erlaubt. Eine Nachricht, die auch die Golfclubs der Region freuen dürfte. Unabhängig von Lockdown-Maßnahmen hatten sie in den letzten Monaten zwar ohnehin kaum Publikumsverkehr, weil sie sich in der Winterpause befanden – der Rückkehr zum Spielbetrieb steht nun aber erstmal nichts im Weg. Hans-Dieter Diehm ist Vorstandsmitglied des Golfclubs Haßberge. Er hat mit uns auf die Tage nach der Wiedereröffnung geblickt.
Der Golfclub Haßberge hat seit dem 8. März wieder geöffnet. Wie haben Sie die erste Woche der Wiederöffnung erlebt?
Hans-Dieter Diehm: Nachdem wir nach drei Monaten endlich wieder spielen konnten, gab es einen ordentlichen Ansturm. Allerdings haben wir ja seit letztem Jahr die Verpflichtung, höchstens eine begrenzte Anzahl von Leuten gleichzeitig auf den Platz zu lassen. Das heißt, wer wieder spielen wollte, musste nach wie vor eine Startzeit buchen. Aber jeder Tag seit dem 8. März war von früh bis spät ausgebucht. Selbst Leute, die vorher bei schlechtem Wetter nicht gespielt hätten, waren da.
Haben Sie selbst schon gespielt?
Hans-Dieter Diehm: Ja, gleich am Montag der Wiedereröffnung. Ich war froh, den Schläger mal wieder schwingen zu können. Ich habe mich sehr wohl gefühlt und besser gespielt als erwartet.
Inwieweit sind Sie froh, dass sich die Lockdowns auf die Wintermonate, in denen ohnehin kein Golf gespielt wird, bezogen?
Hans-Dieter Diehm: Die Golfsaison geht in der Regel von April bis Ende Oktober. In den Wintermonaten spielen nur die Hartgesottenen. Wir sind schon froh, dass die Lockdownzeit in den Winter fiel.
Befürchten Sie oder hoffen Sie auf Golftourismus aus Landkreisen, in denen aufgrund von Inzidenzwerten über 100 die Sportstätten wieder geschlossen werden?
Hans-Dieter Diehm: Ich weiß nicht, ob es so etwas wie Golftourismus geben wird. Wir haben eine Mitteilung vom Bayerischen Golfverband bekommen, dass, auch wenn die Inzidenz über 100 liegt, trotzdem gespielt werden darf – natürlich mit entsprechenden Hygienemaßnahmen und reduzierter Gruppenzahl.
Welche Auswirkungen, auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten, hatten die Schließungen der zurückliegenden Monate auf den Golfclub Haßberge?
Hans-Dieter Diehm: Letztes Jahr um diese Zeit mussten wir im ersten Lockdown das erste Mal schließen. Und bis Ende Mai 2020 geschlossen haben. Aus diesen Monaten fehlen uns natürlich Einnahmen aus Greenfeegebühren, Sponsorengelder oder Turnieren. Das hat wehgetan – genau wie die ausgefallenen Turniere selbst. Aber in den Tagen und Wochen danach hat sich die Lage wieder verbessert. So hatten wir zum Beispiel viel mehr Greenfee-Spieler, also Mitglieder anderer Golfvereine. Diese Besuche haben uns sehr gut getan.
Aus anderen Sportvereinen hört man, dass Mitgliederzahlen im zurückliegenden Jahr gesunken sind, weil Mitglieder im Lockdown scheinbar festgestellt haben, dass sie ihren Verein nicht allzu sehr vermissen. Verzeichnet auch der Golfclub Haßberge fallende Mitgliederzahlen?
Hans-Dieter Diehm: Bei uns haben sich die Mitgliederzahlen eigentlich positiv entwickelt. Wir haben mehr Mitglieder als in den Jahren zuvor. Und auch der Deutsche Golfverband meldet nach Jahren der Stagnation aus dem letzten Jahr einen bundesweiten Mitglieder-Anstieg von 1,4 Prozent.
Ist dieser Anstieg ein Zufall oder hängt er mit der Pandemie zusammen?
Hans-Dieter Diehm: Ein Zusammenhang mit der Pandemie könnte darin bestehen, dass sich die Leute, die ihre eigentliche Sportart nicht ausüben konnten, eine neue Sportart gesucht und mit Golf gefunden haben. Außerdem tun wir aber auch viel, um neue Mitglieder anzuziehen. So bewerben wir beispielsweise seit Jahren verschiedene Einstiegsmöglichkeiten wie unsere NoNiGo-Turniere, bei denen auch Noch-Nicht-Golfer eingeladen sind, den Golfsport kennen zu lernen.
Was erhoffen Sie sich für den Golfclub von kommenden politischen Beschlüssen bezüglich der Pandemie?
Hans-Dieter Diehm: Die derzeitigen Infektions-Zahlen deuten nicht unbedingt auf Lockerungen hin, aber ich hoffe, dass wir nach der Öffnung des Golfclubs auch unsere Golfclub-Gastronomie wieder öffnen können und, dass die Beschlüsse für Freizeitsport grundlegend etwas nachvollziehbarer werden. Die derzeitige Corona-Politik bezüglich Sportarten, die wie Golf im Freien stattfinden, ist nicht immer verständlich. Wir betreiben Freizeitsport, der einem Spaziergang über den Platz ähnelt. Viele unserer Mitglieder haben im Vorfeld für die Wiedereröffnung auf Wiesen geübt. Dort ist Golf erlaubt, auf dem Golfplatz nicht.
Weitere Informationen:
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Impfzentrum und Hausärzte beflügeln Impfquote
Kurve der Corona-Schutzimpfungen in der Region Bamberg steigt
Direkt zu Beginn der Koordinierungsgruppe Corona von Stadt Bamberg und Landkreis Bamberg gab es eine positive Nachricht: Die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte, die in der Region mit Impfstoff versorgt werden, haben in der vergangenen Woche deutlich zum Vorankommen bei den Corona-Schutzimpfungen beigetragen. Neben dem Impfzentrum Bamberg – inklusive seiner mobilen Impfteams – sowie den dezentralen Impfstationen im Landkreis hat sich damit eine stabile Impf-Infrastruktur etabliert.
Diese Woche werden voraussichtlich 6000 Menschen ihre Impfung erhalten. Das Impfzentrum hat seine Kapazitäten ausgebaut und kann prinzipiell bis zu 1.300 Impfungen pro Tag ermöglichen, sofern ausreichend Impfstoff geliefert wird.
Ebenfalls gute Nachrichten gibt es in Hinblick auf die Schnelltests: Die Schulen in Stadt und Landkreis sind aktuell gut ausgestattet und es wurden bereits neue Schnelltests nachgeordert. Darüber hinaus nimmt die Bevölkerung das bestehende Schnelltestangebot an den verschiedenen Teststellen in Stadt und Landkreis sehr gut an. Seit vergangenem Donnerstag fährt zudem der Bamberger Schnelltest-Bus verschiedene Stadtteile an und wird von den Bürgerinnen und Bürgern gerne genutzt: Ursprünglich auf 70 Tests pro Tag ausgelegt, wurden bereits 90 pro Tag durchgeführt.
Belegungszahlen in den Krankenhäusern sind wieder gestiegen
Generell gilt: Bei einer Inzidenz über 100 ist für den Großteil des Einzelhandels Terminshopping („Click & Meet“) möglich. Zusätzlich benötigen Kunden einen negativen Corona-Test. Dies kann ein PCR-Test (gilt für 48 Stunden) oder ein POC-Test/Schnelltest (gilt für 24 Stunden) sein. Ebenfalls möglich ist ein einfacher Selbsttest unter „Aufsicht“ des Verkaufspersonals. Jedes dieser negativen Testergebnisse – auch, wenn es zum Beispiel beim Arbeitgeber durchgeführt wurde – ist gültig und kann vorgezeigt werden.
Landrat Johann Kalb und Oberbürgermeister Andreas Starke sind sich einig: „Die Kombination einer guten Impf- und Testinfrastruktur ist in der aktuellen Pandemie-Lage das Mittel der Wahl. Wir hoffen weiterhin, dass die Versorgung mit Impfstoff in den kommenden Wochen anhält.“ Dies sei umso wichtiger, da die Anzahl der Neuinfektionen weiterhin zunimmt und die Belegungszahlen in den Krankenhäusern wieder gestiegen sind. Zudem liegt der Anteil von Mutationen mittlerweile bei drei Viertel aller Infektionen, in der Woche vorher waren es noch zwei Drittel.
Das Gesundheitsamt ist zwischenzeitlich technisch so ausgestattet und eingerichtet, dass die Luca-App nutzbar ist. Nun können Gastronomie, Einzelhandel und kulturelle Einrichtungen bereits beginnen, ihre jeweiligen Örtlichkeiten in der App zu registrieren.
Weitere Informationen
Hier kann man sich testen lassen:
Testzentrum am Sendelbach (ohne Anmeldung):
Am Sendelbach 15
96050 Bamberg
Schnelltests: Montag bis Sonntag, 15 bis 19 Uhr
PCR-Tests: Montag bis Donnerstag, 15 bis 19 Uhr
Schnelltestzentrum Bamberg:
Promenadenstraße 6a (ehemals Stadtwerke-Infopoint)
96047 Bamberg
Montag bis Samstag, 9 bis 15 Uhr
Termine nur nach Anmeldung unter https://corona-schnelltest-bamberg.de/
Abstrichstelle Scheßlitz:
Oberend 32 (alter Nettomarkt)
96110 Scheßlitz
Schnelltests und PCR-Tests: Montag bis Donnerstag, 9 bis 13 Uhr
Freitag 9 bis 12.30 Uhr
Schnelltest-Bus Bamberg (ohne Anmeldung, mit Ausweis):
Dienstag
9.30 bis 11 Uhr Gartenstadt/Kunigundenschule
12.30 bis 14 Uhr Kramersfeld-Bruckertshof/Wendeplatte an der Kemmerstraße
Mittwoch
9.30 bis 11.00 Uhr Gaustadt/Wendeplatte am Sylvanersee
12.30 bis 14.00 Uhr Gereuth/Wunderburg Grünfläche am Wolfgangsplatz
Donnerstag
9.30 bis 11.00 Uhr Bamberg Ost/Weißenburgstraße/Haltstelle Kantstraße
12.30 bis 14.00 Bamberg Ost/Unterer Parkplatz vor dem Fuchsparkstation
Freitag
9.30 bis 11.00 Uhr Bamberg-Südwest/Parkbucht nach der Haltestelle St. Urban
12.30 bis 14 Uhr Bamberg Bug/Parkplatz gegenüber Hotel Buger Hof
Zudem bieten im Landkreis Bamberg fast alle Gemeinden und zahlreiche Apotheken, auch in der Stadt, Schnelltests an. Informationen hierzu sind auf den Internetseiten des Landkreises und der Stadt Bamberg zu finden.
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Impf-Kampagne
Dr. Klaus Weiner, Leiter des Bamberger Impfzentrums, im Interview
Es hat ein wenig gedauert, aber so langsam beschleunigt sich die nationale Impfkampagne zur Bekämpfung des Corona-Virus. So auch in Oberfranken. Wir haben mit Dr. Klaus Weiner, dem ärztlichen Leiter des Bamberger Impfzentrums, über den Stand der Impfungen in Bamberg, den gebeutelten Impfstoff von AstraZeneca und die bundesweite Impfkampagne gesprochen.
Das Bamberger Landratsamt verzeichnet knapp 25.000 Erstimpfungen und knapp 15.000 Zweitimpfungen (Stand 6. April). Wie zufrieden sind Sie mit diesen Zahlen? Könnte man schon mehr Menschen geimpft haben oder ist man nah am möglichen Maximum?
Klaus Weiner: Trotz der durch uns nicht zu beeinflussenden Gegebenheiten, wie zeitweise unsichere Impfstoffversorgung, bis hin zu ausgebliebenen Lieferungen, ist es uns gelungen, einem Großteil der teils immobilen Bewohner in sämtlichen Pflegeeinrichtungen in Stadt und Landkreis sowie dem Pflegepersonal zeitnah ein Impfangebot zu machen. Ebenso konnte die überwiegende Mehrzahl der in der sogenannten Priorisierungsstufe 1 gelisteten anderen Impfwilligen mindestens mit der ersten, teilweise bereits mit der zweiten Impfdosis versehen werden. Darüber hinaus wird bereits die viel breitere Stufe 2 abgearbeitet. Insofern sind wir mit dem Geleisteten erstmal nicht unzufrieden. Was wir zur Verfügung hatten, wurde verimpft. Natürlich wäre unter etwas günstigeren Voraussetzungen ein höheres Tempo möglich gewesen. Den Mangel verwalten mussten wir – auch wenn die Politik den “Turbo” einfordert.
Woran liegt das zu langsame Vorankommen?
Klaus Weiner: Wie schon benannt: Durch teils schleppende Impfstoffversorgung, aber auch durch zeitraubenden bürokratischen Aufwand. Zu bedenken ist aber auch: Wir hatten eine Vielzahl von sehr alten Menschen mit all ihren Einschränkungen, wie erschwerte Kommunikation, Mobilität, mühevollem zeitraubenden Aus- und Ankleiden im Winter, zu versorgen.
Gibt es ein Ziel, wie viele Menschen im Bamberger Impfzentrum geimpft werden sollen? Wie groß ist sozusagen sein Einzugsgebiet?
Klaus Weiner: Unser Einzugsgebiet ist Stadt und Landkreis Bamberg mit etwa 200.000 Einwohnern. Unser Ziel ist kein anderes, als das von der Politik Versprochene: Allen Impfwilligen ein realistisch zeitnahes Impfangebot zu machen.
Wie viele Leute haben Sie bereits persönlich geimpft?
Klaus Weiner: Viele, sicher im vierstelligen Bereich.
Andere Impfzentren mussten bereits vorübergehend geschlossen werden, weil kein Impfstoff nachgeliefert wurde. Ist auch das Bamberger Impfzentrum dieser Gefahr ausgesetzt?
Klaus Weiner: Nein, zumal die Versorgungslage wohl zunehmend besser werden dürfte – laut Politik ab Mitte April.
Der Impfstoff von AstraZeneca stand zuletzt mehrfach in der Kritik aufgrund möglicher gefährlicher Nebenwirkungen. Können Sie die Kritik nachvollziehen?
Klaus Weiner: Die Verunsicherung und Ängste, hervorgerufen durch die Entwicklung der vergangenen Wochen, kann ich sehr gut nachvollziehen und verstehen. Potentiell sehr schwerwiegende Folgen im Bereich des Gerinnungssytems sind beschrieben. Es handelt sich um eine immunologisch bedingte Aktivierung der Blutplättchen. Eine seltene genetische Disposition scheint auch eine Rolle zu spielen. Diese Thrombose-Entstehung geschieht auf einem völlig anderen Weg als eine “normale” Thrombose-Entwicklung. Das ist der Kenntnisstand vom 11. April 2021. Aber: Sie ist sehr selten. Eine Eingrenzung auf bestimmte Altersgruppen konnte festgestellt werden. Es gibt eine gute Behandlungsmöglichkeit bei frühzeitiger Diagnose. Die Zulassungsorgane auf europäischer Seite, die EMA, und auf deutscher, das Paul-Ehrlich-Institut und die Ständige Impfkommission, haben reagiert und eine Neubewertung der Risikoabwägung vorgenommen. Dies ist ein Beweis für das Greifen unserer hohen Sicherheitsstandards. Die kommunikative Vermittlung aller bekannten Tatsachen und Begründung, der daraus folgenden Konsequenzen seitens genannter Organe, war jedoch nicht immer ausreichend und eindeutig. Sowohl Politik als auch Presse haben hier große Verantwortung.
Wird AstraZenaca in Bamberg verimpft?
Klaus Weiner: Ja, wir nutzen alle verfügbaren Impfstoffe.
Wie stehen die Impflinge dem Impfstoff gegenüber? Gibt es Bedenken?
Klaus Weiner: Natürlich gibt es diese. Wir haben hier einen besonders großen Aufklärungs- und Erklärungsbedarf.
Welche sind die Risiken bei BionTech, Johnson & Johnson und Moderna?
Klaus Weiner: Wie bei allen Impfstoffen sind sehr selten auftretende Allergien zu berücksichtigen. Die Anwendung von Johnson & Johnson ist in USA aktuell, Stand 13.April, gestoppt. Es erfolgt derzeit keine Auslieferung nach Europa. Der Grund sind einzeln aufgetretene Sinusvenenthrombosen, ähnlich wie bei AstraZeneca. Diese werden derzeit untersucht und bewertet. Aber zugelassen ist dieser Impfstoff in Deutschland ohnehin noch nicht.
Klären Sie vor der Impfung über Risiken auf?
Klaus Weiner: Selbstverständlich, ja.
Was passiert, wenn Impflinge einen bestimmten Impfstoff nicht und dafür einen anderen wollen? Sind Sie flexibel und verabreichen dann spontan einen anderen? Oder muss ein neuer Impftermin angesetzt werden?
Klaus Weiner: Eine Wahlmöglichkeit nach Wunsch ist nicht vorgesehen. Besteht aber eine medizinische Begründung, einen anderen Impfstoff als den vorgesehenen zu verabreichen, wird zeitgleich – vorbehaltlich der Verfügbarkeit – umgestellt. Ansonsten ist eine Neuterminierung notwendig.
Wie können sich Menschen, die womöglich nicht über Internetzugang verfügen, im Vorfeld informieren?
Klaus Weiner: Wer die Tagespresse aufmerksam verfolgt, hat zumindest eine grundlegende Ahnung.
Kann man sich auch darüber informieren, welcher Impfstoff der passendste bei welcher medizinischen Vorgeschichte ist?
Klaus Weiner: Grundsätzlich ja, aber unkritische Laienbewertung kann große Unsicherheit und Fehleinschätzung hinterlassen. Ein Arztgespräch ist darum unverzichtbar!
Die Bundesregierung hat das Versprechen abgegeben, allen Bürger*innen bis September ein Impfangebot zu machen. In der Bevölkerung machen sich im Angesicht des langsamen Impffortschritts aber immer stärkere Zweifel an der Einhaltung dieses Versprechens breit. Wie steht es um Ihre Zweifel oder Ihren Glauben an dieses Versprechen?
Klaus Weiner: Versprechen zu bewerten, sehe ich nicht als meine Aufgabe. Wir sind durch verbesserte Abläufe schneller geworden und könnten durch Erweiterung der Impfstraßen womöglich noch an Geschwindigkeit zulegen.
Wie müsste die Impfstrategie geändert werden, um sie zu beschleunigen?
Klaus Weiner: Ein Abbau bürokratischer Erschwernisse sowie allzu stringenter Handhabung der Priorisierungsvorgaben wäre eine Möglichkeit.
Was halten Sie von der jüngst begonnenen Ausweitung der Impf-Kampagne auf Arztpraxen?
Klaus Weiner: Ich finde sie absolut notwendig! Anders können zum Beispiel immobile, häuslich gepflegte, dringend Impfbedürftige nicht in erforderlicher Anzahl versorgt werden.
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Stadt Bamberg schließt sich Appell des Bundespräsidenten an
Gedenken an Verstorbene der Corona-Pandemie
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ruft die Bevölkerung dazu auf, am morgigen Sonntag all jener Menschen zu gedenken, die im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie verstorben sind. Auch die Stadt Bamberg folgt diesem Ansinnen.
Am „Zelt der Religionen“ am Markusplatz in Bamberg wird am morgigen Sonntag ein Kranz aufgestellt. Diesen Ort können die Bürgerinnen und Bürger aufsuchen, um Kerzen als Zeichen des Gedenkens zu entzünden. „Gerade in Zeiten wie diesen ist es von großer Bedeutung für unseren Zusammenhalt als Gesellschaft, dass wir mitfühlen und unsere Anteilnahme ausdrücken“, bekennen Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke und Zweiter Bürgermeister Jonas Glüsenkamp.
Sichtbares Zeichen des Gedenktages wird zudem Trauerbeflaggung am Alten Rathaus und am Rathaus Maxplatz sein. Außerdem sind die evangelischen und katholischen Kirchengemeinden im Stadtgebiet eingeladen, sich um 13 Uhr mit einem mehrminütigen Glockenläuten zu beteiligen. Zeitgleich findet im Konzerthaus Berlin die zentrale Gedenkfeier für die in der Corona-Pandemie Verstorbenen statt, die von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ausgerichtet und live im Fernsehen und Hörfunk übertragen wird.
Die Bamberger Stadtspitze hatte sich bereits im Januar 2021 an einer Aktion des Bundespräsidenten beteiligt: Steinmeier hatte die Menschen in ganz Deutschland ermuntert, abends ein Licht anzuzünden und ins Fenster zu stellen, um die gemeinsame Trauer zum Ausdruck zu bringen.
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Stadt und Landkreis Bamberg
Distanzunterricht und Notbetreuung werden fortgeführt
In Schulen und Kitas in Stadt und Landkreis Bamberg gilt auch für die kommende Woche Distanzunterricht und Notbetreuung. Darauf hat sich die gemeinsame Koordinierungsgruppe am heutigen Freitag verständigt.
Die 7‑Tagesinzidenz für den Landkreis Bamberg liegt mit 127,1 nun schon den fünften Tag in Folge über der 100er-Marke. „Damit gibt es für den Landkreis Bamberg keinen Entscheidungsspielraum“, so Landrat Johann Kalb.
Die Inzidenz für die Stadt Bamberg lag von Dienstag bis Donnerstag über 100, und am heutigen Freitag mit 94,3 knapp darunter. „Wir bleiben bei der Entscheidung von letzter Woche, um nicht mitten in der kommenden Woche die Notbremse ziehen zu müssen und Planbarkeit für die Eltern und Schulen zu gewährleisten“, so Bambergs Zweiter Bürgermeister Jonas Glüsenkamp. Deshalb hat sich auch die Stadt Bamberg nach Abstimmung mit dem Gesundheitsamt entschieden, die bereits bestehende Regelung fortzuführen.
Schwer absehbar, wie sich das Infektionsgeschehen weiter entwickelt
Ein wesentlicher Faktor ist dabei die Tatsache, dass alle Nachbarlandkreise Bambergs bei einer Inzidenz von über 100 liegen. Für das Gesundheitsamt ist es schwer absehbar, wie sich das Infektionsgeschehen weiter entwickelt. „Die Situation hat sich im Vergleich zur Vorwoche nicht verbessert“, so die Leiterin des Fachbereiches, Dr. Susanne Paulmann. Außerdem liegt den Mitgliedern des Krisenstabes daran, allen Beteiligten – soweit möglich – für die kommende Woche Klarheit über die Situation an Schulen und Kitas zu geben.
„Stadt und Landkreis arbeiten als Bildungsregion zusammen. Zahlreiche Schülerinnen und Schüler, insbesondere an den weiterführenden Schulen in der Stadt, kommen aus dem Umland“, sprach sich Bildungsreferent Dr. Matthias Pfeufer für ein gemeinsames Vorgehen aus.
Alle Abschlussklassen, die vierten Klassen der Grundschulen sowie die elften Klassen von Gymnasien und Fachoberschulen sind auch künftig unabhängig von der Inzidenz im Präsenz- beziehungsweise Wechselunterricht.
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Handwerkskammern und Bayerischer Handwerkstag kritisieren Testpflicht
„Misstrauensvotum der Politik“
Die bayerischen Handwerkskammern und der Bayerische Handwerkstag halten die Bundesregelung der Testpflicht für unnötig. Schon heute würden zahlreiche Handwerksbetriebe in Oberfranken die Selbstverpflichtung der Wirtschaft umsetzen und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern regelmäßig Test-Angebote machen. Die Handwerkskammer für Oberfranken sieht in der Testpflicht eine weitere finanzielle und bürokratische Belastung für die Betriebe.
Die Handwerkskammer für Oberfranken kritisiert die Testpflicht für Betriebe gemeinsam mit den anderen bayerischen Kammern und dem Bayerischen Handwerkstag (BHT) als „Misstrauensvotum der Bundesregierung gegenüber den Betrieben und ihren Beschäftigten“. Schon heute würden zahlreiche Handwerksbetriebe in Oberfranken die Selbstverpflichtung der Wirtschaft umsetzen und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern regelmäßig Test-Angebote machen. Zugleich gebe es bei den kleinen und mittleren Betrieben des Handwerks bereits ausgeklügelte Hygienekonzepte im Kampf gegen das Virus.
Das Bundeskabinett hat in seiner Sitzung am 13. April neben dem „Vierten Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite“ auch die Änderung der SARS-Covid-2-Arbeitschutzverordnung beschlossen. Damit wird es für Arbeitgeber die Verpflichtung geben, für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die nicht ausschließlich im Home-Office arbeiten, mindestens einmal pro Woche einen Corona-Test anzubieten. Beschäftigtengruppen mit erhöhtem Infektionsrisiko müssen die Möglichkeit bekommen, sich zweimal pro Woche zu testen. „Das bedeutet eine weitere finanzielle und bürokratische Belastung für unsere Betriebe“, bewertet der Geschäftsführer der Handwerkskammer für Oberfranken, Dr. Bernd Sauer, die Testpflicht. „Wir halten diese gesetzliche Verpflichtung nicht für notwendig und für nicht für sinnvoll.“
Handwerkskammer mit Selbsttests für Mitarbeiter*innen
Der Geschäftsführer und der Vizepräsident der Handwerkskammer für Oberfranken, Matthias Graßmann, stimmen mit ihren Kollegen der anderen bayerischen Kammern und des Bayerischen Handwerkstag (BHT) auch überein, dass diese gesetzliche Pflicht „ein Misstrauensvotum der Bundesregierung gegenüber den Betrieben und ihren Beschäftigten“ ist. Schon heute würden zahlreiche Handwerksbetriebe in Oberfranken die Selbstverpflichtung der Wirtschaft umsetzen und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern regelmäßig Test-Angebote machen. Zugleich gebe es bei den kleinen und mittleren Betrieben des Handwerks bereits ausgeklügelte Hygienekonzepte im Kampf gegen das Virus. Der Geschäftsführer: „Schließlich ist es auch im Interesse jedes Betriebsinhabers, dass seine Fachkräfte und auch seine Kunden gesund bleiben.“
Daneben sei die Testpflicht eine weitere bürokratische und finanzielle Belastung, zumal die Kosten alleine bei den Betrieben hängen bleiben. „Das ist das Gegenteil dessen, was unsere ohnehin schon stark belasteten Betriebe jetzt brauchen“, betont Sauer. „Wir empfinden dies ein Stück weit auch als Versuch, die beim Staat liegende Verantwortung für die Pandemiebekämpfung auf die Wirtschaft zu verlagern. Wir brauchen in dieser Situation allerdings nicht diese, damit einhergehende Misstrauenskultur, sondern einen Schulterschluss!“
Die Handwerkskammer für Oberfranken stellt ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern übrigens schon seit dem 1. April pro Woche einen Selbsttest zur Verfügung. „Damit kann jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter, der diesen Test für sich machen will, dies auch tun.“
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Stadt Hallstadt
Rund 570 PoC-Schnelltest durchgeführt
Die Schnellteststationen in Hallstadt sind gut angelaufen. Bei den ersten sechs Terminen wurden rund 570 Point-of-care (PoC) – Schnelltests durchgeführt. „Hier gilt mein ausdrücklicher Dank allen freiwilligen Helferinnen und Helfern und der BRK-Ortsgruppe Hallstadt. Nur durch ihren selbstlosen Einsatz können wir das Testkonzept so professionell umsetzen“, lobt Thomas Söder, der Bürgermeister der Stadt Hallstadt.
Eine zentrale Teststation
Künftig wird die Stadt eine zentrale Schnellteststation in Hallstadt öffnen. Der Hintergrund: Die PoC-Schnelltests können nur in einem gewissen Temperaturfenster gelagert und ausgewertet werden. Beides ist in der Schnellteststation in Dörfleins auf Dauer schwierig. „Wir müssen falsch positive oder falsch negative Ergebnisse unbedingt verhindern. Daher ist die korrekte Durchführung der Tests unerlässlich“, erklärte Lars Freyer von der BRK–Ortsgruppe Hallstadt, der der Stadt beratend zur Seite steht. Infolgedessen werden ab Sonntag, 11. April, alle Wunschabstriche in Hallstadt auf dem alten Feuerwehrgelände, Mainstraße 28, durchgeführt. Die Öffnungszeiten bleiben unverändert: mittwochs von 16 bis 19 Uhr und sonntags von 13 bis 16 Uhr.
40 Freiwillige Helfer*innen
Die 40 ehrenamtlichen Helfer*innen sind immer noch mit ganzem Einsatz bei der Sache. „Wir wollen einen Beitrag zur Eindämmung der Corona-Pandemie leisten und helfen, wo immer es möglich ist“, fasst Manuel Reitberger, einer der Freiwilligen, zusammen. Diesen Grundgedanken spüre man bei jedem Termin. Inzwischen hat jede*r eine feste Position übernommen – Anmeldung, Testen, Auswerten et cetera. Entsprechend ihrer Aufgabe legen die Freiwilligen bei jedem Termin ihre Schutzausrüstung an, bevor sie konzentriert an die Arbeit gehen. Immer wieder gibt es wertvolle Verbesserungsvorschläge von Seiten der Helfer*innen. So erfolgt die Anmeldung beispielsweise vollständig digitalisiert und erspart den zu testenden Personen beziehungsweise den Ehrenamtlichen unnötige Schreibarbeit. Es ist nicht mehr nötig, vorab das entsprechende Formular auszufüllen und mitzubringen.
Wie geht es weiter?
Mitte März Übertrug das Landratsamt Bamberg den Kommunen die Organisation und Durchführung der Schnellteststationen und legte landkreisweit einheitliche Öffnungszeiten fest. Daran hält die Stadt Hallstadt bis auf Weiteres fest. „Impfungen und Schnelltests können den Weg zurück in die Normalität ebnen. Wir helfen in Hallstadt dank unserer Ehrenamtlichen mit“, sagt Bürgermeister Thomas Söder.
Die Fakten im Überblick
Wann wird getestet?
Mittwochs von 16 bis 19 Uhr
Sonntags von 13 bis 16 Uhr
Wo wird getestet?
Altes Feuerwehrgelände
Mainstraße 28, Hallstadt
Wer darf sich in Hallstadt einmal pro Woche testen lassen?
Alle Hallstadter*innen und Dörfleinser*innen
Keine Altersbegrenzung (bei Minderjährigen Einverständnis eines Erziehungsberechtigten)
Ausschließlich symptomfreie Personen
Was muss mitgebracht werden?
Ausweisdokument
Wie läuft der Test ab?
Anmeldung/Registrierung
(der anschließende Test erfolgt anonymisiert)
Abstrich im vorderen Nasenbereich
Wartezeit: 15 Minuten
(draußen vor den Hallen)
Ergebnis und Bestätigungsformular
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Wegen Softwareproblemen hatte sich Auszahlungsstart verzögert
Corona-Hilfen kommen bei der Bamberger Wirtschaft an
Zur Bewältigung der Corona-Einschränkungen hat die Politik umfangreiche finanzielle Hilfsprogramme für die Wirtschaft beschlossen. Nach einem holprigen Start wegen Softwareproblemen können die Anträge inzwischen zügig abgearbeitet werden. Sonja Weigand, Präsidentin der IHK für Oberfranken, zeigt sich erleichtert, dass die Auszahlung mittlerweile zügig erfolgen konnte.
Bisher konnten im Rahmen der Novemberhilfe an Unternehmen in Stadt und Landkreis Bamberg bisher 13,2 Millionen Euro und im Rahmen der Überbrückungshilfe II rund 3,9 Millionen Euro bewilligt und großteils bereits ausgezahlt werden. „Das Geld kommt jetzt endlich da an, wo es dringend benötigt wird, bei den von der von der Pandemie betroffenen Unternehmen“, zeigt sich Sonja Weigand, IHK-Präsidentin und Vorsitzende des IHK-Gremiums Bamberg, erleichtert.
In Bayern ist zentral die IHK für München und Oberbayern für die Prüfung und Auszahlung der verschiedenen Corona-Hilfen verantwortlich. 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bearbeiten dort die Anträge, unterstützt von 250 externen Vollzeitkräften, unter anderem von Beamten des Freistaates, der Messe München und von Personaldienstleistern. Nach den Startschwierigkeiten konnten im Freistaat Bayern die Anträge schneller als in anderen Bundesländern bearbeitet werden. „Jetzt müssen ähnlich schnell auch die noch offenen Anträge für die Dezemberhilfe, die Neustarthilfe und die Überbrückungshilfe III geprüft und bewilligt werden. Weitere Verzögerungen hätten fatale Folgen für die Unternehmen, denn viele stehen finanziell mit dem Rücken an der Wand”, so Weigand.
Überbrückungshilfe II: 93,6 Prozent positiv beschieden
Mit der Überbrückungshilfe II bezuschusst der Bund die laufenden Fixkosten von Selbstständigen, Betrieben und anderen Organisationen im Zeitraum September bis Dezember 2020. In Stadt und Landkreis Bamberg wurden im Rahmen der Überbrückungshilfe II bislang rund 3,9 Millionen Euro an rund 320 betroffene Betriebe ausgezahlt. Gut 920.000 Euro gingen an das Gastgewerbe und 710.000 Euro an Unternehmen im Wirtschaftszweig “sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen”. Zu diesem Bereich gehören unter anderem Reisebüros, Event- und Messeveranstalter. 93,6 Prozent der Anträge aus dem Wirtschaftsraum Bamberg wurden positiv beschieden, 86,4 Prozent der beantragten Gelder bisher bewilligt und ausbezahlt. Die Antragsfrist für die Überbrückungshilfe II endete am 31. März 2021.
Novemberhilfe: 88,6 Prozent ausgezahlt
Bei der Novemberhilfe erstattet der Staat Betrieben, die während des Teil-Lockdowns im November schließen mussten, bis zu 75 Prozent der ausgefallenen Umsätze. Betroffen von den Einschränkungen sind vor allem Hotels, Gaststätten, Fitnessstudios, Freizeiteinrichtungen, die Reisebranche und Veranstalter. Insgesamt wurden in Stadt und Landkreis Bamberg bisher knapp 880 Anträge auf Novemberhilfe mit einer Gesamtfördersumme von 13,2 Millionen Euro bewilligt. Davon flossen Stand Mitte März 64 Prozent in das Gastgewerbe und 15,8 Prozent in den Bereich “Kunst, Unterhaltung und Erholung”. 91,1 Prozent der Anträge wurden positiv beschieden, 88,6 Prozent der beantragten Gelder bisher bewilligt und ausgezahlt. Anträge auf Novemberhilfe können noch bis Ende April gestellt werden.
Zeitnahe Verfügbarkeit von Tests und Impfungen nächster Schritt
„Seit über einem Jahr bestimmt die Corona-Pandemie das öffentliche Leben und auch die Geschäftstätigkeit vieler Unternehmen. Vielfach haben die staatlichen Hilfen geholfen, die Zahlungsfähigkeit vorübergehend abzusichern. Die Hilfen können aber nicht alle Verluste abdecken. Wir brauchen einen Weg zurück zur Normalität, damit die besonders betroffenen oder gar immer noch geschlossenen Unternehmen endlich ihre Wirtschaftstätigkeit wieder aufnehmen können“, so Weigand. Umso wichtiger sei es, mit dem Testen und vor allem dem Impfen voranzukommen, um den Unternehmerinnen und Unternehmern sowie den dort arbeitenden Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern Planungssicherheit und damit eine positive Zukunftsperspektive zu geben.
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Wiedereröffnung der Golfclubs
Golfclub Hauptsmoorwald: Sehnsucht nach Golf
Seit 8. März ist Individualsport im Freien wieder erlaubt. Eine Nachricht, die auch die Golfclubs der Region freuen dürfte. Unabhängig von Lockdown-Maßnahmen hatten sie in den Wintermonaten zwar ohnehin kaum Publikumsverkehr – der Rückkehr zum Spielbetrieb, wenn auch mit Einschränkungen, steht nun aber erstmal nichts im Weg. Daniela Reinfelder ist Präsidentin des Golfclubs Hauptsmoorwald. Sie hat mit uns auf die Tage nach der Wiedereröffnung geblickt.
Der Golfclub Hauptsmoorwald hat seit dem 8. März wieder geöffnet. Wie haben Sie die erste Woche der Wiederöffnung erlebt?
Daniela Reinfelder: Unglaublich positiv und sehr dankbar von Seiten der Mitglieder, aber auch vom gesamten Team.
Wie war der Andrang? Wie viele Leute wollten spielen, wie viele durften spielen?
Daniela Reinfelder: Der Andrang war da, aber es konnten alle, die spielen wollten, auch tatsächlich spielen. Die Anmeldung über unsere App beziehungsweise direkt über Campo Golf-App läuft reibungslos.
Wie sahen die Rückmeldungen der Leute nach den ersten Runden über den Platz seit Langem aus?
Daniela Reinfelder: Es waren alle begeistert.
Obwohl wegen der frostigen Nachttemperaturen derzeit noch auf den Wintergrüns gespielt werden muss, kann man erkennen, dass der Platz perfekt gepflegt ist. Die Freude des Wiederspielenkönnens war groß, denn die Sehnsucht nach Golf und Bewegung in der freien Natur, das Einatmen der guten Luft zwischen unseren Kiefern, ist schon etwas besonderes.
Haben Sie selbst schon gespielt?
Daniela Reinfelder: Ja habe ich und es war einfach nur super!
Inwieweit sind Sie froh, dass sich die Lockdowns auf die Wintermonate, in denen ohnehin kein Golf gespielt wird, bezogen?
Daniela Reinfelder: Sehr froh, denn der lange Winter hat zumindest die Lust auf Golf etwas geschmälert. Es ist einfach schöner auf einer grünen Wiese, als im Schnee Golf zu spielen.
Wie viele überregionale Besucher*innen hatten Sie seit dem 8. März?
Daniela Reinfelder: Bisher noch keine, denn die Schließung von Hotels und Gaststätten bedingt, dass noch gar keine Gäste in der Stadt sind.
Befürchten Sie oder hoffen Sie auf Golftourismus aus Landkreisen, in denen aufgrund höherer Inzidenzwerte kein Sport möglich ist?
Daniela Reinfelder: Nein, wir hoffen, dass grundsätzlich wieder viele Gäste kommen werden und die Regierung bei den kontaktlosen Außensportarten mit Augenmaß ein Weiterspielen ermöglicht, denn unsere Mitglieder halten sich streng an unser Hygienekonzept. Es ist auch gar nicht zu verstehen, warum der Spaziergänger ohne Schläger über unseren Platz laufen darf, zumindest auf den Wegen, und Golfer, die nur den eigenen Schläger in der Hand halten, eben nicht.
In welchem Umfang ist der Betrieb des Golfclubs derzeit möglich? Was geht, was nicht?
Daniela Reinfelder: Spielen ist jederzeit möglich, aber es finden keine Turniere statt und Unterricht nur in Einzelform. Wir hoffen, dass bald auch wieder Gruppen erlaubt sein werden, damit unsere Kooperation mit Schulen, der Universität und der Lebenshilfe im Sommer, wie gewohnt, stattfinden können.
Welche Auswirkungen, auch wirtschaftlich, hatten die Schließungen der zurückliegenden Monate auf den Golfclub Hauptsmoorwald?
Daniela Reinfelder: Wir sind in der glücklichen Lage, dass unsere Mitglieder uns grandios unterstützen, indem die Beiträge auch während der Coronazeit gezahlt wurden, denn der Platz muss dauerhaft gepflegt werden, damit nichts kaputt geht. Daher waren die Mindereinnahmen nur beim Greenfee, also bei den Gästen, und bei den Turnieren vorhanden. Aber durch die Lage im Winter waren die Ausfälle nicht gravierend.
Was erhoffen Sie sich für den Golfclub von kommenden politischen Beschlüssen bezüglich der Pandemie?
Daniela Reinfelder: Eine grundsätzliche Öffnung von Außensportarten ohne Kontakt unabhängig von den Inzidenzzahlen.
Was plant der Golfclub Hauptsmoorwald für das Jahr 2021?
Daniela Reinfelder: Grundsätzlich arbeiten wir einen schweren Brand der Lagerhalle auf, der wie jetzt die Kripo bestätigt hat aufgrund eines technischen Defektes ausgebrochen war. Wir müssen viele Maschinen, die in dieser Halle gestanden haben, ersetzen. Danke an alle, die uns mit Rat und Hilfe zur Seite gestanden haben. Es gilt die Verhandlungen mit den Versicherungen abzuschließen, aufzubauen und dann mit dem Blick nach vorne in eine wunderbare turnierreiche Saison zu starten. Wir hoffen, dass bald wieder unsere sportlichen, gesellschaftlichen und wunderbaren Sponsoren-Turniere stattfinden können und auch unsere persönlichen Highlights wie das Kinderkrebsturnier oder die Zusammenarbeit mit Goolkids im Sommer zum Tragen kommen werden. Golf spielen, Gutes zu tun und den Sport in das Bewusstsein von allen zu bringen, ist unser großes Ziel.
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Wegen Softwareproblemen verzögerte sich Auszahlungsstart spürbar
Corona-Hilfen kommen an
Im Rahmen der Novemberhilfe wurden bisher 55,6 Millionen Euro und im Rahmen der Überbrückungshilfe II 16,7 Millionen Euro im Einzugsgebiet der IHK für Oberfranken ausbezahlt, das entspricht gut 86 Prozent der beantragten Hilfen. Gabriele Hohenner, Hauptgeschäftsführerin der IHK für Oberfranken, zeigt sich erleichtert, dass die Auszahlung nach einem holprigen Start wegen fehlender Software zügig erfolgen konnte.
In Bayern ist die IHK für München und Oberbayern für die Prüfung und Auszahlung der verschiedenen Corona-Hilfen verantwortlich. Nach den Startschwierigkeiten, die vor allem der fehlenden Software geschuldet war, konnten letztendlich in Bayern Anträge schneller als in anderen Bundesländern bewilligt und ausgezahlt werden. „Diese Aufholjagt war wichtig für unsere Unternehmen, von denen viele mit dem Rücken zur Wand stehen”, so Hohenner. „Ziel muss es nun sein, dass auch die Anträge für die Dezemberhilfe, die Neustarthilfe und die Überbrückungshilfe III ähnlich schnell geprüft und bewilligt werden.” 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der IHK in München bearbeiten die Anträge, unterstützt von 250 externen Vollzeitkräften, unter anderem von Beamten des Freistaates, der Messe München und von Personaldienstleistern.
Überbrückungshilfe II
Mit der Überbrückungshilfe II bezuschusst der Bund die laufenden Fixkosten von Selbstständigen, Betrieben und anderen Organisationen im Zeitraum September bis Dezember 2020. Im Kammerbezirk der IHK für Oberfranken Bayreuth wurden im Rahmen der Überbrückungshilfe II bislang rund 16,7 Millionen Euro an rund 1.300 betroffene Betriebe ausgezahlt. 3,9 Millionen Euro gingen an das Gastgewerbe, 3,5 Millionen an Unternehmen im Wirtschaftszweig “sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen”. Zu diesem Bereich gehören unter anderem Reisebüros, Event- und Messeveranstalter. 90,9 Prozent der Anträge wurden positiv beschieden, 86,3 Prozent der beantragten Gelder bisher bewilligt. Die Antragsfrist für die Überbrückungshilfe II endete am 31. März 2021.
Novemberhilfe
Bei der Novemberhilfe erstattet der Staat den Betrieben, die während des Teil-Lockdowns im November schließen mussten, bis zu 75 Prozent der ausgefallenen Umsätze. Betroffen von den Einschränkungen waren vor allem Hotels, Gaststätten, Fitnessstudios, Freizeiteinrichtungen, die Reisebranche und Veranstalter. Insgesamt wurden bisher knapp 4.100 Anträge auf Novemberhilfe im Einzugsgebiet der IHK für Oberfranken Bayreuth mit einer Gesamtfördersumme von 55,6 Millionen Euro bewilligt. Davon flossen, Stand Mitte März, knapp zwei Drittel in das Gastgewerbe, gefolgt von 13,5 Prozent in den Bereich “Kunst, Untererhaltung und Erholung”. 92 Prozent der Anträge wurden positiv beschieden, 86,4 Prozent der beantragten Gelder bisher bewilligt. Anträge auf Novemberhilfe können noch bis Ende April gestellt werden.
Zeitnahe Verfügbarkeit von Tests und Impfungen nächster Schritt
Hohenner: „Seit gut einem Jahr bestimmt die Corona-Pandemie das öffentliche Leben und die Wirtschaftsentwicklung.” Vielen Unternehmen hätten die staatlichen Hilfen geholfen, ihre Zahlungsfähigkeit abzusichern. „Es muss uns aber allen klar sein, dass die Corona-Hilfen nie alle Verluste abdecken können. Umso wichtiger ist es, mit dem Testen und Impfen voranzukommen, um unseren Unternehmen eine Perspektive zu geben”, so die IHK-Hauptgeschäftsführerin.