Autor liest in Bamberg erstmals aus seinem noch nicht veröffentlichten neuen Roman
Erinnerung, Wahrheit, Wahrnehmung: Ingo Schulze startet Poetikprofessur
Im vollbesetzten ETA-Hoffmann-Theater begann am Mittwoch die Bamberger Poetikprofessur 2026. Zum zweiten Mal luden die Otto-Friedrich-Universität und die Stadt gemeinsam zu der beliebten Vorlesungsreihe ein, die heuer bereits ihr 40. Jubiläum feiert, wie die Stadt Bamberg mitteilt.
Zahlreiche Literaturinteressierte waren gekommen, um den Schriftsteller und Essayisten Ingo Schulze zu erleben, der in diesem Jahr als Poetikprofessor in Bamberg auftritt. Er stellte erstmals Auszüge aus seinem noch nicht erschienen Roman „Das Wasser im August“ vor.
Theaterintendant John von Düffel, selbst einst Poetikprofessor in Bamberg, begrüßte die Gäste in seinem Haus und hob die besondere Bedeutung des Abends hervor: „Wir erleben heute eine ganz besondere Lesung aus einem Buch, das noch nie vorher gelesen wurde.“
Universitätspräsident Prof. Dr. Kai Fischbach unterstrich die enge Verbindung zwischen Universität und Stadtgesellschaft. „Universität in der Stadt zu sein, das ist für uns nicht nur unser Wahlspruch, sondern auch unsere Herzensangelegenheit“, sagte Fischbach. Veranstaltungen wie die Poetikprofessur seien eine Einladung an die Bürgerinnen und Bürger, mit der Universität in Kontakt zu kommen und im Austausch zu bleiben.
Auch der frisch vereidigte Oberbürgermeister Sebastian M. Niedermaier würdigte die Bedeutung der Veranstaltungsreihe für Bamberg. „Literatur spiegelt nicht nur unsere gesellschaftlichen Debatten wider, sondern stärkt die Vielfalt der Meinungen und fördert somit das kritische Bewusstsein – ein wesentlicher Baustein für eine lebendige Demokratie“, erklärte Niedermaier. Die Bamberger Poetikprofessur verstehe sich als offenes Forum des Austauschs zwischen Öffentlichkeit, Literatur und Wissenschaft. Niedermaier lud die Stadtgesellschaft ein, die Chance zum kritischen Diskurs zu nutzen.
Die Voraussetzungen des Erzählens
Im anschließenden Gespräch mit Prof. Dr. Friedhelm Marx, dem Lehrstuhlinhaber für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft in Bamberg und Organisator der Poetikprofessur, gab Ingo Schulze erste Einblicke in „Das Wasser im August“, der im Sommer erscheinen wird. Schulze schilderte dabei auch seinen literarischen Ansatz: „Ich wollte versuchen, einfach mal zu zeigen, wie so etwas entsteht.“ Die Poetikvorlesungen würden deshalb nicht nur vom Schreiben selbst, sondern auch von den Voraussetzungen und Hintergründen des Erzählens handeln.
Im Mittelpunkt des Abends stand schließlich eine erste öffentliche Lesung aus dem noch unveröffentlichten Roman. Die Zuhörenden erhielten exklusive Einblicke in eine vielschichtige Erzählung über Erinnerung, Wahrheit und Wahrnehmung. Schulze las Passagen, in denen sich Gegenwart und Vergangenheit überlagern und die Frage nach der Zuverlässigkeit des Erzählens immer wieder neu gestellt wird.
Weitere öffentliche Vorträge
Die Bamberger Poetikprofessur wird in den kommenden Wochen mit drei öffentlichen Vorträgen an der Universität Bamberg fortgesetzt. Unter dem Titel „Drei Reisen mit einem Manuskript“ spricht Ingo Schulze am 20. Mai über „Im Westen – London“, am 10. Juni über „Im Osten – China“ sowie am 24. Juni über „Im Süden – Indien“. Die Vorträge beginnen jeweils um 18 Uhr im Hörsaal U2/00.25 (An der Universität 2). Der Eintritt ist frei.
Den Abschluss bildet am 25. und 26. Juni 2026 ein internationales Forschungskolloquium mit Ingo Schulze im Internationalen Künstlerhaus Villa Concordia.
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Stadt Bamberg und Otto-Friedrich-Universität laden zu Lesung und Vorträgen
Bamberger Poetikprofessur mit Ingo Schulze startet im Theater
Mit einer öffentlichen Auftaktlesung startet am morgigen Mittwoch, dem 6. Mai 2026, die Bamberger Poetikprofessur in ihre 39. Auflage. Zum zweiten Mal wird die renommierte Reihe gemeinsam von der Stadt Bamberg und der Otto-Friedrich-Universität Bamberg ausgerichtet. Poetikprofessor im Sommersemester 2026 ist der vielfach ausgezeichnete Schriftsteller Ingo Schulze.
Den Auftakt bildet am morgigen Mittwoch um 19 Uhr eine Lesung mit anschließendem Gespräch im ETA-Hoffmann-Theater. Ingo Schulze stellt dabei im Austausch mit Prof. Dr. Friedhelm Marx seinen neuen Roman „Das Wasser im August“ vor. Im Anschluss lädt die Stadt Bamberg zu einem Empfang ein. Kostenlose Platzkarten sind an der Theaterkasse erhältlich.
Unter dem Titel „Drei Reisen mit einem Manuskript“ folgen drei öffentliche Poetikvorträge an der Universität Bamberg:
Mittwoch, 20. Mai 2026, 18 Uhr: „Im Westen – London“
Mittwoch, 10. Juni 2026, 18 Uhr: „Im Osten – China“
Mittwoch, 24. Juni 2026, 18 Uhr: „Im Süden – Indien“
Die Vorträge finden im Hörsaal U2/00.25 (An der Universität 2) statt und sind kostenfrei zugänglich. Den Abschluss der Poetikprofessur bildet ein internationales Forschungskolloquium am 25. Und 26. Juni 2026 im Internationalen Künstlerhaus Villa Concordia, an dem Ingo Schulze teilnehmen wird. Alle Bambergerinnen und Bamberger sind herzlich zu den Veranstaltungen eingeladen.
Die Bamberger Poetikprofessur zählt zu den bedeutendsten Poetikdozenturen im deutschsprachigen Raum. In diesem Jahr feiert sie zudem ihren 40. Geburtstag an der Universität Bamberg. Zu den bisherigen Gästen zählen unter anderem Jenny Erpenbeck, Peter Stamm, Clemens Setz, Jan Wagner, Yoko Tawada, Lutz Seiler und Alina Bronsky. Weitere Informationen gibt es hier.
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18. September im ETA Hoffmann Theater
Jaroslav Rudiš liest aus seinem Buch „Gebrauchsanweisung für Bier“
Mit zwei elementaren Dingen des Lebens kennt sich der erste ETA Hoffmann-Hausautor Jaroslav Rudiš besser aus als jeder andere: Eisenbahnen und Bier. Am 18. September um 21 Uhr liest Jaroslav Rudiš im Studio des ETA Hoffmann Theaters aus seinem Buch „Gebrauchsanweisung für Bier“.
Kein Wunder, dass Rudiš in der literarischen Sachbuchreihe des Piper-Verlags gleich zweimal vorkommt: mit einer „Gebrauchsanweisung fürs Zugreisen“ und mit einer „Gebrauchsanweisung für Bier“, aus der er am 18. September in Bamberg liest.
Jaroslav Rudiš, der aus dem Bierparadies Böhmen stammt, setzt dem goldenen Gerstensaft ein Denkmal. Von Altbier, alkoholfrei bis Zwickel – Rudiš probiert sie alle. Er besucht Klöster und Brauereien, Biergärten und Pubs. Reist dafür nach Pilsen, Budweis und Bamberg, ins heilige Bierdreieck Mitteleuropas, aber auch nach Belgien und Irland, Italien und sogar Island. Unterwegs trifft er passionierte Biertrinker und Biererzähler, Hopfenbauer, Bierbrauer und Biersommeliers, unter denen es heute viele Frauen gibt. Ein mitreißendes Buch voller Geschichten und Geschichte, die das Bier erzählt. Jaroslav Rudiš gehört zu den bedeutendsten deutsch-tschechischen Autoren. 2017 wurde er unter die dreißig wichtigsten Persönlichkeiten Tschechiens gewählt. Für seinen Beitrag zur Verständigung von Tschechen und Deutschen wurde er von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Die Brauerei seiner Heimatstadt Lomnice widmete Rudiš 2023 eine Weizenbiersorte mit seinem Gesicht auf dem Etikett.
Am 18. September um 21 Uhr liest Jaroslav Rudiš im Studio des ETA Hoffmann Theaters aus seinem Buch „Gebrauchsanweisung für Bier“.
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Die neue Spielzeit 2025//26 des ETA Hoffmann Theaters
“Viel zu erzählen”
„Viel zu erzählen“ lautet das Spielzeitmotto 2025 //26 des ETA Hoffmann Theaters unter der Leitung des neuen Intendanten John von Düffel
Und eben weil es viel zu erzählen gibt, startet die neue Saison bereits am 18.//19.September – nicht nur aus Liebe zu den großen Geschichten der Weltliteratur, sondern auch, weil Erzählen verbindet. Gleich die Spielzeiteröffnung unterstreicht die Verbindung von Bamberg und Prag, die nicht nur eine literarische und musikalische ist, sondern auch eine der Braukunst. Und so geht es zum Auftakt nicht nur um Franz Kafka und seinen Erzählkosmos, sondern auch um das Bier und einen Autor, der davon viel erzählen kann: Jaroslav Rudiš, der erste ETA Hoffmann-Hausautor, hat für sein Eröffnungsstück ausgiebig in Bamberg und Prag recherchiert und einige „letzte Biere“ getrunken.
„Viel zu erzählen“ meint zugleich den Dialog mit dem Publikum. In der neuen Reihe „Das lebende Programmheft“ werden Themen vertieft, Künstler*innen vorgestellt, und es gibt reichlich Gelegenheit zum direkten Austausch. Denn Erzählen verbindet durch seine Gegenseitigkeit. Insofern geht es immer auch um die Geschichten, die das Publikum mitbringt. Sie stehen im Mittelpunkt der „Hainbad-Revue“, mit der sich das neu formierte Schauspielensemble des ETA Hoffmann Theaters vorstellt. Revue passieren dabei die Songs und Szenen, die dem Theater vom Publikum erzählt werden – die schönsten und peinlichsten Hainbaderlebnisse, die Lieblingslieder und Begebenheiten aus diesem Bamberger Freiluft-Soziotop an der Regnitz. Abonnements können ab sofort an der Theaterkasse erworben werden.
Der Einzelkartenverkauf für September und Oktober startet am 13. Mai.
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Ensemblemitglied des ETA Hoffmann Theaters ausgezeichnet
Bamberger Schauspieler erhält Bayerischen Kunstförderpreis
Leon Tölle, Ensemblemitglied am ETA Hoffmann Theater Bamberg, erhält den Kunstförderpreis des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst in der Sparte „Darstellende Kunst und Tanz“.
Kunstminister Markus Blume gab kürzlich die Preisträger*innen für das Jahr 2024 bekannt. „Es ist eine herausragende Leistung von Leon Tölle, zu einer großen Offenheit auf der Bühne bereit zu sein, immer wieder neue Facetten seiner Persönlichkeit in Inszenierungen einzubringen und über sich hinauszuwachsen“, heißt es unter anderem in der Jurybegründung. Die Bamberger Intendantin Sibylle Broll-Pape freut sich sehr für Leon Tölle „Leon Tölle ist nach seinem Schauspielstudium zum Erstengagement nach Bamberg gekommen. Sein Mut, sich in jede Rolle vollkommen einzubringen, und seine Fähigkeit, das Publikum immer wieder aufs Neue zu berühren, machen ihn zu einem herausragenden Talent“, so Broll-Pape. Dieser Preis würdige nicht nur seine bisherigen Leistungen, sondern auch sein enormes Potenzial. „Ich bin sicher, dass wir von ihm noch Großes erwarten dürfen.“ Tölle ist aktuell am ETA Hoffmann Theater Bamberg in Roland Schimmelpfennigs „Anthropolis“ sowie in Matthew Lopez´ „The Legend of Georgia McBride“ zu sehen.
Der Bayerische Kunstförderpreis
Seit 1965 verleiht der Freistaat jedes Jahr den Kunstförderpreis in den vier Sparten „Musik“, „Bildende Kunst“, „Darstellende Kunst und Tanz“ sowie „Literatur“. Die ausgezeichneten Künstlerinnen und Künstler der verschiedenen Sparten werden von Fachjurys vorgeschlagen. Die Preisträgerinnen und Preisträger, die am Beginn ihres Schaffens stehen, zeichnen sich durch eine außergewöhnliche künstlerische Begabung aus und können hervorragende Leistungen vorweisen. Der Preis ist mit jeweils 7.000 Euro (Einzelpersonen) bzw. mit bis zu 12.000 Euro (Ensembles) dotiert. Zu den bisherigen Kunstförderpreisträgerinnen und ‑preisträgern gehören unter anderem Axel Milberg, Veronika Eberle, Maximilian Hornung, Juliane Köhler, Brigitte Hobmeier, Nora Gomringer und Benedict Wells.
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ETA Hoffmann Theater
Stephan Ullrich liest: Candide
Stephan Ullrich, Schauspieler am ETA Hoffmann Theater, geht nächste Woche in die nächste Runde seiner Literaturreihe „Stephan Ullrich liest“. Diesmal hat er einen französischen Klassiker ausgewählt.
In den vergangenen Jahren hat Stephan Ullrich bereits unter anderem aus Werken von Arthur Schnitzler, Heinrich Mann, Heinrich von Kleist oder James Joyce gelesen. Am 22. Oktober, 20 Uhr, liest er erneut in der Treffbar des ETA Hoffmann Theaters. Auf dem Programm seiner Lesereihe steht diesmal Voltaires „Candide oder der Optimismus“.
Voltaire (eigentlich François-Marie Arouet) schickt in diesem Klassiker der Aufklärung seinen Helden Candide auf eine Odyssee über den Globus und schafft damit eine Art Weltkino. Candide, „der Reine“ oder „der Treuherzige“, ein ausgemachter Tor, wird auf einem idyllischen Schloss in Westfalen geboren. Dort erzieht ihn sein Lehrer Pangloss in dem Glauben, dass die Welt im Grunde gut sei.
Weil Candide aber mit der Tochter des Hauses in verfänglicher Situation ertappt wird, muss er sein Zuhause verlassen. In der Folge gerät er in den Krieg, erleidet Schiffbruch, wird Zeuge eines Erdbebens in Lissabon und setzt in die Neue Welt über. Dort sieht er das sagenumwobene „Eldorado“, und zurück in Europa verschlägt es ihn über Paris und Venedig schließlich nach Konstantinopel.
Auf seinen Reisen erlebt Candide die Härte der Welt, Grausamkeit, Machtgier und Feigheit. Sein Glaube an den Fortschritt und sein Optimismus werden auf harte Proben gestellt. All das erzählt Voltaire jedoch mit einem Augenzwinkern.
1759 zuerst anonym erschienen und in halb Europa auf dem Index, in Genf sogar öffentlich verbrannt, wurde Voltaires philosophische Satire trotzdem ein großer Erfolg. Sie verbindet Abenteuerroman und philosophische Kritik, fantastische Erzählung und satte Übertreibung. 1789 waren bereits 48 Ausgaben erschienen. Ergänzt wird Voltaires Roman durch seinen Briefwechsel mit Friedrich dem Großen, der ihm schrieb: „Ich halte Sie für das größte Genie, das die Welt hervorgebracht hat!“
Die Lesereihe wird monatlich fortgesetzt. Ein Einstieg ist jederzeit möglich.
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Saisoneröffnung
ETA Hoffmann Theater: Anthropolis (Ungeheuer. Stadt. Theben)
Anfang Oktober eröffnet das ETA Hoffmann Theater seine neue Spielzeit mit Roland Schimmelpfennigs „Anthropolis (Ungeheuer. Stadt. Theben)“. Im Fokus der hochaktuellen Inszenierung steht Iokaste, die versucht, Theben vor dem Krieg zu bewahren.
Die berühmtesten Gründungsmythen der europäischen Zivilisationsgeschichte stammen aus der griechischen Stadt Theben, schreibt das ETA Hoffmann Theater in einer aktuellen Mitteilung. Sie reichen von der Errichtung der Stadt durch Kadmos, den Bruder der Europa, über die bekannte Geschichte des König Ödipus bis hin zur Tragödie seiner Tochter Antigone. Der Autor Roland Schimmelpfennig wirft mit seinem Epos „Anthropolis (Ungeheuer. Stadt. Theben)“ in einer Neuübertragung und Bearbeitung dieser Stoffe einen hochaktuellen Blick auf die thebanischen Tragödien und ihre Mythen.
Das ETA Hoffmann Theater richtet zur Spielzeiteröffnung in seiner Inszenierung des Stücks den Fokus auf Iokaste. Sie war die Frau und Mutter des Ödipus und versuchte, ihre beiden Söhne miteinander zu versöhnen und so Theben vor einem brutalen Angriffskrieg zu bewahren. Die Produktion ist eine Kooperation mit der Städtischen Musikschule Bamberg. Premiere ist am 2. Oktober um 19:30 Uhr.
Regie führt Sibylle Broll-Pape, für die Bühne und die Kostüme ist Rainer Sinell verantwortlich. Manuela Hartel steuert Videoanteile bei und Ingmar Kurenbach Live-Musik. Die Choreografie hat Tim Czerwonatis übernommen, die Dramaturgie Petra Schiller.
Auf der Bühne zu sehen sein werden in den Spielrollen Antonia Bockelmann, Jeanne Le Moign, Pit Prager, Daniel Seniuk, Leon Tölle, Stephan Ullrich, Florian Walter, Barbara Wurster und der Kinderchor der Städtischen Musikschule Bamberg.
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ETA Hoffmann Theater
Calderón-Spiele: Das Spiel von Liebe und Zufall
Am 29. Juni eröffnet das ETA Hoffmann Theater die diesjährigen Calderón-Spiele in der Alten Hofhaltung mit „Das Spiel von Liebe und Zufall“ von Pierre Carlet de Marivaux. Die Verwechslungskomödie spielt mit Erwartungen, Rollenzuschreibungen und Standesunterschieden.
Es ist eine ewige Frage: Wie finde ich das passende Gegenstück? Denkt man an heutiges Online-Dating, erscheint dies relativ einfach. Denn hinter jedem Bild kann sich das perfekte Match verbergen. Oder aber es verleitet dazu, sich eben nicht festzulegen. Doch was wäre, wenn es die Möglichkeit gäbe, das Gegenüber erst einmal zu überprüfen? Silvia und Dorante, von ihren Vätern ausgewählt, um einander zu heiraten, denken sich in „Das Spiel von Liebe und Zufall“ genau das.
Kurzerhand tauschen sie also mit ihren Bediensteten die Rollen, um den jeweils anderen erst einmal inkognito kennenlernen zu können. So entspinnt sich in der Liebeskomödie von Pierre Carlet de Marivaux ein turbulentes Verwechslungsspiel, das die Frage aufwirft, wodurch die Liebe zwischen zwei Personen eigentlich entsteht – durch Wesensverwandtschaften oder doch eher durch reinen Zufall? Marivaux‘ Theaterstück in drei Akten aus dem Jahr 1730 spielt gekonnt mit Erwartungen, Rollenzuschreibungen und Standesunterschieden. Am Ende gewinnt die Leidenschaft, denn sie ist stärker als alle Konventionen.
Das ETA Hoffmann Theater zeigt „Das Spiel von Liebe und Zufall“ bei den diesjährigen Calderón-Spielen in der Kulisse der Alten Hofhaltung unter freiem Himmel. Regie führt Kathrin Mayr, die Ausstattung hat Hannah Petersen übernommen und für die Dramaturgie zeichnet Armin Breidenbach verantwortlich. Die Spielrollen füllen Antonia Bockelmann, Iris Hochberger, Jeanne Le Moign, Pit Prager, Leon Tölle und Eric Wehlan aus.
Premiere ist am 29. Juni, weitere Vorstellungen sind am 30. Juni und am 2., 3., 5., 6., 7., 9., 10., 11., 16., 17., 18., 19. und 20. Juli, jeweils um 20:30 Uhr.
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ETA Hoffmann Theater
ETA OFF: „nonoise“, Annette von Bamberg, TiG und „CONdance Bamberg“ zu Gast
Das @ETA Hoffmann Theater setzt seine Reihe „ETA OFF“ fort. Diesmal stehen Musiktheater, Kabarett, ein Zweipersonen-Stück und zeitgenössischer Tanz auf dem Programm.
Um verschiedene Theater und Kultur-Akteurinnen und ‑Akteure Bambergs zusammenzubringen, hat das ETA Hoffmann Theater im zurückliegenden Oktober die Reihe „ETA OFF“ begonnen. Mit drei Veranstaltungen geht die Reihe nun in der nächsten Woche weiter.
Am 8. und 9. April ist nonoise, das Projekt-Ensemble des Bamberger Komponisten Jochen Neurath, mit einer Inszenierung von „Tristan“ zu Gast im ETA Hoffmann Theater. August von Platen schuf 1825 in seinem Gedicht „Tristan“ eine Verknüpfung von Liebe und Tod, die viele Künstler:innen folgender Generationen wie Richard Wagner oder Thomas Mann beschäftigen sollte. nonoise und Regisseur Frank Düwel bleiben bei der Inszenierung der Vorlage ihrer Linie treu, immer neue Verschränkungen von Musik und szenischen Aufführungen zu entwickeln. Die Tänzerin Johanna Knefelkamp, aktuelle Kulturpreisträgerin der Stadt Bamberg, tritt dafür mit dem Musik-Trio Vier von Rebekka Wagner, Sophia Schulz und Stephan Goldbach auf.
Annette von Bamberg, TiG und CONdance Bamberg
Am 10. April spielt Annette von Bamberg ihr Kabarett-Programm „Über 50 geht’s heiter weiter – jedenfalls für Frauen!“ bei für „ETA OFF“. Darin ist jedoch nicht nur das männliche Geschlecht Ziel ihres Spotts. Annette von Bamberg zieht auch über sich selber her.
Tags darauf, am 11. April, ist das Theater im Gärtnerviertel mit „König Ödipus“ zu Gast. Die Inszenierung von Nina Lorenz basiert auf der Neudichtung von Bodo Wartke nach dem antiken Drama von Sophokles. Die Aufführung spielt das Theater als Zweipersonen-Stück mit Olga Seehafer und Stephan Bach sowie dem Perkussionisten Jóhannes Klütsch. Die Geschichte des Ödipus handelt vom König Thebens, der unwissend seinen Vater tötet und unwissend seine Mutter heiratet. Alle Anstrengungen, dem Fluch zu entgehen, der ihm vom Orakel geweissagt wurde, sind vergeblich und führen zu seiner fatalen Erfüllung.
Drei Tage später nimmt erneut Johanna Knefelkamp an „ETA OFF“ teil. Am 14. April zeigt ihr Tanz-Ensemble CONdance Bamberg eine Einführung in den zeitgenössischen Tanz. Dabei handelt es sich gleichermaßen um ein Tanztheaterstück, das einen Einblick in die Welt des zeitgenössischen Tanzes gibt. Vorurteile, Stereotypen, Fakten und Selbstironie werden vermischt und drehen sich um sich selbst. Knefelkamp stellt mit Laura Saumweber und Gudrun Lange das Genre in all seinen Facetten und seiner Aktualität ins Scheinwerferlicht.
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Ins Theater mit der VHS
„Maria Stuart“ im ETA Hoffmann Theater
Am 17. April kann man über die VHS Bamberg-Land eine Vorstellung am ETA Hoffmann Theater besuchen. Auf dem Programm steht dann eine Inszenierung von Friedrich Schillers „Maria Stuart“.
Die VHS Bamberg-Land möchte anhand einer Kooperation mit dem ETA Hoffmann Theater mehr Menschen im Landkreis für das Theater begeistern, wie die Volkshochschule mitteilt. Dafür reserviert die VHS sämtliche Plätze von Vorstellungen einzelner Stücke in Bambergs Stadttheater und kann somit Karten zu günstigen Preisen anbieten. Diese Karten zu bestellen, ist ab sofort über das Ticketportal der VHS möglich. Bei der Vorstellung, um die es geht, handelt sich um „Maria Stuart“ am 17. April.
In diesem Historien-Thriller, so die Mitteilung der weiter, flieht Maria Stuart, katholische Königin Schottlands und vermeintliche Mörderin ihres Ehemanns, aus Furcht vor Rache aus ihrem Land. In England erhofft sie sich politisches Asyl von ihrer Großtante, der protestantischen Elisabeth. Aus Angst, dass Maria ihren Anspruch auf den englischen Thron geltend machen könnte, lässt diese sie jedoch sogleich auf Schloss Fotheringhay einsperren.
Königinnendrama von Friedrich Schiller
Doch Maria kann auf eine treue Anhängerschaft zählen und weiß auch Frankreich an ihrer Seite. Das Volk drängt Elisabeth zur Heirat und verlangt nach Jahren des Zögerns die Hinrichtung der Queen of Scots. Auch Elisabeths Berater pochen auf baldiges Handeln. Für Lord Burleigh zählt nur die Staatsräson. Graf Leicester indessen spekuliert selbst auf eine Heirat mit Elisabeth, ist aber auch Maria gegenüber nicht abgeneigt und verlangt ein Treffen der zwei Königinnen. Währenddessen plant der junge Mortimer die gewaltsame Befreiung von Maria Stuart. Von ihrem Umfeld zu Rivalinnen gemacht, nimmt ihre Geschichte unweigerlich ihr blutiges Ende.
Friedrich Schillers berühmtes Königinnendrama handelt von zwei Herrscherinnen, die im Zentrum einer von Männern dominierten Welt stehen, welche sie regieren, obwohl sie gleichzeitig von ihr regiert werden. Regisseur Philipp Arnold, der zuletzt am ETA Hoffmann Theater „Dantons Tod“ inszenierte, interessiert sich für die Wesensverwandtschaft der beiden großen Königinnen, für die Idee einer „Verschwesterung“ in einer Gesellschaft, die Frauen gegeneinander ausspielt. Was passiert, wenn man das fatale Narrativ aufgibt, dass es nur eine von ihnen an der Spitze geben kann? Gibt es eine Möglichkeit, in einem Miteinander zu leben, anstatt sich dem eigenen Hass zu ergeben?