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ETA Hoffmann Theater

18. Sep­tem­ber im ETA Hoff­mann Theater

Jaros­lav Rudiš liest aus sei­nem Buch „Gebrauchs­an­wei­sung für Bier“

Mit zwei ele­men­ta­ren Din­gen des Lebens kennt sich der ers­te ETA Hoff­mann-Haus­au­tor Jaros­lav Rudiš bes­ser aus als jeder ande­re: Eisen­bah­nen und Bier. Am 18. Sep­tem­ber um 21 Uhr liest Jaros­lav Rudiš im Stu­dio des ETA Hoff­mann Thea­ters aus sei­nem Buch „Gebrauchs­an­wei­sung für Bier“.

Kein Wun­der, dass Rudiš in der lite­ra­ri­schen Sach­buch­rei­he des Piper-Ver­lags gleich zwei­mal vor­kommt: mit einer „Gebrauchs­an­wei­sung fürs Zug­rei­sen“ und mit einer „Gebrauchs­an­wei­sung für Bier“, aus der er am 18. Sep­tem­ber in Bam­berg liest.

Jaros­lav Rudiš, der aus dem Bier­pa­ra­dies Böh­men stammt, setzt dem gol­de­nen Gers­ten­saft ein Denk­mal. Von Alt­bier, alko­hol­frei bis Zwi­ckel – Rudiš pro­biert sie alle. Er besucht Klös­ter und Braue­rei­en, Bier­gär­ten und Pubs. Reist dafür nach Pil­sen, Bud­weis und Bam­berg, ins hei­li­ge Bier­drei­eck Mit­tel­eu­ro­pas, aber auch nach Bel­gi­en und Irland, Ita­li­en und sogar Island. Unter­wegs trifft er pas­sio­nier­te Bier­trin­ker und Bier­er­zäh­ler, Hop­fen­bau­er, Bier­brau­er und Bier­som­me­liers, unter denen es heu­te vie­le Frau­en gibt. Ein mit­rei­ßen­des Buch vol­ler Geschich­ten und Geschich­te, die das Bier erzählt. Jaros­lav Rudiš gehört zu den bedeu­tends­ten deutsch-tsche­chi­schen Autoren. 2017 wur­de er unter die drei­ßig wich­tigs­ten Per­sön­lich­kei­ten Tsche­chi­ens gewählt. Für sei­nen Bei­trag zur Ver­stän­di­gung von Tsche­chen und Deut­schen wur­de er von Bun­des­prä­si­dent Frank-Wal­ter Stein­mei­er mit dem Ver­dienst­or­den der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land aus­ge­zeich­net. Die Braue­rei sei­ner Hei­mat­stadt Lom­nice wid­me­te Rudiš 2023 eine Wei­zen­bier­sor­te mit sei­nem Gesicht auf dem Etikett.

Am 18. Sep­tem­ber um 21 Uhr liest Jaros­lav Rudiš im Stu­dio des ETA Hoff­mann Thea­ters aus sei­nem Buch „Gebrauchs­an­wei­sung für Bier“.

Die neue Spiel­zeit 2025/​/​26 des ETA Hoff­mann Theaters

“Viel zu erzählen”

„Viel zu erzäh­len“ lau­tet das Spiel­zeit­mot­to 2025 /​/​26 des ETA Hoff­mann Thea­ters unter der Lei­tung des neu­en Inten­dan­ten John von Düffel

Und eben weil es viel zu erzäh­len gibt, star­tet die neue Sai­son bereits am 18.//19.September – nicht nur aus Lie­be zu den gro­ßen Geschich­ten der Welt­li­te­ra­tur, son­dern auch, weil Erzäh­len ver­bin­det. Gleich die Spiel­zeit­er­öff­nung unter­streicht die Ver­bin­dung von Bam­berg und Prag, die nicht nur eine lite­ra­ri­sche und musi­ka­li­sche ist, son­dern auch eine der Brau­kunst. Und so geht es zum Auf­takt nicht nur um Franz Kaf­ka und sei­nen Erzähl­kos­mos, son­dern auch um das Bier und einen Autor, der davon viel erzäh­len kann: Jaros­lav Rudiš, der ers­te ETA Hoff­mann-Haus­au­tor, hat für sein Eröff­nungs­stück aus­gie­big in Bam­berg und Prag recher­chiert und eini­ge „letz­te Bie­re“ getrunken.

„Viel zu erzäh­len“ meint zugleich den Dia­log mit dem Publi­kum. In der neu­en Rei­he „Das leben­de Pro­gramm­heft“ wer­den The­men ver­tieft, Künstler*innen vor­ge­stellt, und es gibt reich­lich Gele­gen­heit zum direk­ten Aus­tausch. Denn Erzäh­len ver­bin­det durch sei­ne Gegen­sei­tig­keit. Inso­fern geht es immer auch um die Geschich­ten, die das Publi­kum mit­bringt. Sie ste­hen im Mit­tel­punkt der „Hain­bad-Revue“, mit der sich das neu for­mier­te Schau­spiel­ensem­ble des ETA Hoff­mann Thea­ters vor­stellt. Revue pas­sie­ren dabei die Songs und Sze­nen, die dem Thea­ter vom Publi­kum erzählt wer­den – die schöns­ten und pein­lichs­ten Hain­ba­d­er­leb­nis­se, die Lieb­lings­lie­der und Bege­ben­hei­ten aus die­sem Bam­ber­ger Frei­luft-Sozio­top an der Reg­nitz. Abon­ne­ments kön­nen ab sofort an der Thea­ter­kas­se erwor­ben wer­den.
Der Ein­zel­kar­ten­ver­kauf für Sep­tem­ber und Okto­ber star­tet am 13. Mai.

Ensem­ble­mit­glied des ETA Hoff­mann Thea­ters ausgezeichnet

Bam­ber­ger Schau­spie­ler erhält Baye­ri­schen Kunstförderpreis

Leon Töl­le, Ensem­ble­mit­glied am ETA Hoff­mann Thea­ter Bam­berg, erhält den Kunst­för­der­preis des Baye­ri­schen Staats­mi­nis­te­ri­ums für Wis­sen­schaft und Kunst in der Spar­te „Dar­stel­len­de Kunst und Tanz“.

Kunst­mi­nis­ter Mar­kus Blu­me gab kürz­lich die Preisträger*innen für das Jahr 2024 bekannt. „Es ist eine her­aus­ra­gen­de Leis­tung von Leon Töl­le, zu einer gro­ßen Offen­heit auf der Büh­ne bereit zu sein, immer wie­der neue Facet­ten sei­ner Per­sön­lich­keit in Insze­nie­run­gen ein­zu­brin­gen und über sich hin­aus­zu­wach­sen“, heißt es unter ande­rem in der Jury­be­grün­dung. Die Bam­ber­ger Inten­dan­tin Sibyl­le Broll-Pape freut sich sehr für Leon Töl­le „Leon Töl­le ist nach sei­nem Schau­spiel­stu­di­um zum Erst­en­ga­ge­ment nach Bam­berg gekom­men. Sein Mut, sich in jede Rol­le voll­kom­men ein­zu­brin­gen, und sei­ne Fähig­keit, das Publi­kum immer wie­der aufs Neue zu berüh­ren, machen ihn zu einem her­aus­ra­gen­den Talent“, so Broll-Pape. Die­ser Preis wür­di­ge nicht nur sei­ne bis­he­ri­gen Leis­tun­gen, son­dern auch sein enor­mes Poten­zi­al. „Ich bin sicher, dass wir von ihm noch Gro­ßes erwar­ten dür­fen.“ Töl­le ist aktu­ell am ETA Hoff­mann Thea­ter Bam­berg in Roland Schim­mel­p­fen­nigs „Anthro­po­lis“ sowie in Matthew Lopez´ „The Legend of Geor­gia McBri­de“ zu sehen.

Der Baye­ri­sche Kunstförderpreis

Seit 1965 ver­leiht der Frei­staat jedes Jahr den Kunst­för­der­preis in den vier Spar­ten „Musik“, „Bil­den­de Kunst“, „Dar­stel­len­de Kunst und Tanz“ sowie „Lite­ra­tur“. Die aus­ge­zeich­ne­ten Künst­le­rin­nen und Künst­ler der ver­schie­de­nen Spar­ten wer­den von Fach­ju­rys vor­ge­schla­gen. Die Preis­trä­ge­rin­nen und Preis­trä­ger, die am Beginn ihres Schaf­fens ste­hen, zeich­nen sich durch eine außer­ge­wöhn­li­che künst­le­ri­sche Bega­bung aus und kön­nen her­vor­ra­gen­de Leis­tun­gen vor­wei­sen. Der Preis ist mit jeweils 7.000 Euro (Ein­zel­per­so­nen) bzw. mit bis zu 12.000 Euro (Ensem­bles) dotiert. Zu den bis­he­ri­gen Kunst­för­der­preis­trä­ge­rin­nen und ‑preis­trä­gern gehö­ren unter ande­rem Axel Mil­berg, Vero­ni­ka Eber­le, Maxi­mi­li­an Hor­nung, Julia­ne Köh­ler, Bri­git­te Hob­mei­er, Nora Gom­rin­ger und Bene­dict Wells.

ETA Hoff­mann Theater

Ste­phan Ull­rich liest: Candide

Ste­phan Ull­rich, Schau­spie­ler am ETA Hoff­mann Thea­ter, geht nächs­te Woche in die nächs­te Run­de sei­ner Lite­ra­tur­rei­he „Ste­phan Ull­rich liest“. Dies­mal hat er einen fran­zö­si­schen Klas­si­ker ausgewählt.

In den ver­gan­ge­nen Jah­ren hat Ste­phan Ull­rich bereits unter ande­rem aus Wer­ken von Arthur Schnitz­ler, Hein­rich Mann, Hein­rich von Kleist oder James Joy­ce gele­sen. Am 22. Okto­ber, 20 Uhr, liest er erneut in der Treff­bar des ETA Hoff­mann Thea­ters. Auf dem Pro­gramm sei­ner Lese­rei­he steht dies­mal Vol­taires „Can­di­de oder der Optimismus“.

Vol­taire (eigent­lich Fran­çois-Marie Arou­et) schickt in die­sem Klas­si­ker der Auf­klä­rung sei­nen Hel­den Can­di­de auf eine Odys­see über den Glo­bus und schafft damit eine Art Welt­ki­no. Can­di­de, „der Rei­ne“ oder „der Treu­her­zi­ge“, ein aus­ge­mach­ter Tor, wird auf einem idyl­li­schen Schloss in West­fa­len gebo­ren. Dort erzieht ihn sein Leh­rer Pang­loss in dem Glau­ben, dass die Welt im Grun­de gut sei.

Weil Can­di­de aber mit der Toch­ter des Hau­ses in ver­fäng­li­cher Situa­ti­on ertappt wird, muss er sein Zuhau­se ver­las­sen. In der Fol­ge gerät er in den Krieg, erlei­det Schiff­bruch, wird Zeu­ge eines Erd­be­bens in Lis­sa­bon und setzt in die Neue Welt über. Dort sieht er das sagen­um­wo­be­ne „Eldo­ra­do“, und zurück in Euro­pa ver­schlägt es ihn über Paris und Vene­dig schließ­lich nach Konstantinopel.

Auf sei­nen Rei­sen erlebt Can­di­de die Här­te der Welt, Grau­sam­keit, Macht­gier und Feig­heit. Sein Glau­be an den Fort­schritt und sein Opti­mis­mus wer­den auf har­te Pro­ben gestellt. All das erzählt Vol­taire jedoch mit einem Augenzwinkern.

1759 zuerst anonym erschie­nen und in halb Euro­pa auf dem Index, in Genf sogar öffent­lich ver­brannt, wur­de Vol­taires phi­lo­so­phi­sche Sati­re trotz­dem ein gro­ßer Erfolg. Sie ver­bin­det Aben­teu­er­ro­man und phi­lo­so­phi­sche Kri­tik, fan­tas­ti­sche Erzäh­lung und sat­te Über­trei­bung. 1789 waren bereits 48 Aus­ga­ben erschie­nen. Ergänzt wird Vol­taires Roman durch sei­nen Brief­wech­sel mit Fried­rich dem Gro­ßen, der ihm schrieb: „Ich hal­te Sie für das größ­te Genie, das die Welt her­vor­ge­bracht hat!“

Die Lese­rei­he wird monat­lich fort­ge­setzt. Ein Ein­stieg ist jeder­zeit möglich.

Sai­son­er­öff­nung

ETA Hoff­mann Thea­ter: Anthro­po­lis (Unge­heu­er. Stadt. Theben)

Anfang Okto­ber eröff­net das ETA Hoff­mann Thea­ter sei­ne neue Spiel­zeit mit Roland Schim­mel­p­fen­nigs „Anthro­po­lis (Unge­heu­er. Stadt. The­ben)“. Im Fokus der hoch­ak­tu­el­len Insze­nie­rung steht Iokas­te, die ver­sucht, The­ben vor dem Krieg zu bewahren.

Die berühm­tes­ten Grün­dungs­my­then der euro­päi­schen Zivi­li­sa­ti­ons­ge­schich­te stam­men aus der grie­chi­schen Stadt The­ben, schreibt das ETA Hoff­mann Thea­ter in einer aktu­el­len Mit­tei­lung. Sie rei­chen von der Errich­tung der Stadt durch Kad­mos, den Bru­der der Euro­pa, über die bekann­te Geschich­te des König Ödi­pus bis hin zur Tra­gö­die sei­ner Toch­ter Anti­go­ne. Der Autor Roland Schim­mel­p­fen­nig wirft mit sei­nem Epos „Anthro­po­lis (Unge­heu­er. Stadt. The­ben)“ in einer Neu­über­tra­gung und Bear­bei­tung die­ser Stof­fe einen hoch­ak­tu­el­len Blick auf die the­ba­ni­schen Tra­gö­di­en und ihre Mythen.

Das ETA Hoff­mann Thea­ter rich­tet zur Spiel­zeit­er­öff­nung in sei­ner Insze­nie­rung des Stücks den Fokus auf Iokas­te. Sie war die Frau und Mut­ter des Ödi­pus und ver­such­te, ihre bei­den Söh­ne mit­ein­an­der zu ver­söh­nen und so The­ben vor einem bru­ta­len Angriffs­krieg zu bewah­ren. Die Pro­duk­ti­on ist eine Koope­ra­ti­on mit der Städ­ti­schen Musik­schu­le Bam­berg. Pre­mie­re ist am 2. Okto­ber um 19:30 Uhr.

Regie führt Sibyl­le Broll-Pape, für die Büh­ne und die Kos­tü­me ist Rai­ner Sinell ver­ant­wort­lich. Manue­la Har­tel steu­ert Video­an­tei­le bei und Ing­mar Kuren­bach Live-Musik. Die Cho­reo­gra­fie hat Tim Czer­wo­na­tis über­nom­men, die Dra­ma­tur­gie Petra Schiller.

Auf der Büh­ne zu sehen sein wer­den in den Spiel­rol­len Anto­nia Bockel­mann, Jean­ne Le Moign, Pit Pra­ger, Dani­el Seni­uk, Leon Töl­le, Ste­phan Ull­rich, Flo­ri­an Wal­ter, Bar­ba­ra Wurs­ter und der Kin­der­chor der Städ­ti­schen Musik­schu­le Bamberg.

ETA Hoff­mann Theater

Cal­derón-Spie­le: Das Spiel von Lie­be und Zufall

Am 29. Juni eröff­net das ETA Hoff­mann Thea­ter die dies­jäh­ri­gen Cal­derón-Spie­le in der Alten Hof­hal­tung mit „Das Spiel von Lie­be und Zufall“ von Pierre Car­let de Marivaux. Die Ver­wechs­lungs­ko­mö­die spielt mit Erwar­tun­gen, Rol­len­zu­schrei­bun­gen und Standesunterschieden.

Es ist eine ewi­ge Fra­ge: Wie fin­de ich das pas­sen­de Gegen­stück? Denkt man an heu­ti­ges Online-Dating, erscheint dies rela­tiv ein­fach. Denn hin­ter jedem Bild kann sich das per­fek­te Match ver­ber­gen. Oder aber es ver­lei­tet dazu, sich eben nicht fest­zu­le­gen. Doch was wäre, wenn es die Mög­lich­keit gäbe, das Gegen­über erst ein­mal zu über­prü­fen? Sil­via und Doran­te, von ihren Vätern aus­ge­wählt, um ein­an­der zu hei­ra­ten, den­ken sich in „Das Spiel von Lie­be und Zufall“ genau das.

Kur­zer­hand tau­schen sie also mit ihren Bediens­te­ten die Rol­len, um den jeweils ande­ren erst ein­mal inko­gni­to ken­nen­ler­nen zu kön­nen. So ent­spinnt sich in der Lie­bes­ko­mö­die von Pierre Car­let de Marivaux ein tur­bu­len­tes Ver­wechs­lungs­spiel, das die Fra­ge auf­wirft, wodurch die Lie­be zwi­schen zwei Per­so­nen eigent­lich ent­steht – durch Wesens­ver­wandt­schaf­ten oder doch eher durch rei­nen Zufall? Marivaux‘ Thea­ter­stück in drei Akten aus dem Jahr 1730 spielt gekonnt mit Erwar­tun­gen, Rol­len­zu­schrei­bun­gen und Stan­des­un­ter­schie­den. Am Ende gewinnt die Lei­den­schaft, denn sie ist stär­ker als alle Konventionen.

Das ETA Hoff­mann Thea­ter zeigt „Das Spiel von Lie­be und Zufall“ bei den dies­jäh­ri­gen Cal­derón-Spie­len in der Kulis­se der Alten Hof­hal­tung unter frei­em Him­mel. Regie führt Kath­rin Mayr, die Aus­stat­tung hat Han­nah Peter­sen über­nom­men und für die Dra­ma­tur­gie zeich­net Armin Brei­den­bach ver­ant­wort­lich. Die Spiel­rol­len fül­len Anto­nia Bockel­mann, Iris Hoch­ber­ger, Jean­ne Le Moign, Pit Pra­ger, Leon Töl­le und Eric Wehlan aus.

Pre­mie­re ist am 29. Juni, wei­te­re Vor­stel­lun­gen sind am 30. Juni und am 2., 3., 5., 6., 7., 9., 10., 11., 16., 17., 18., 19. und 20. Juli, jeweils um 20:30 Uhr.

ETA Hoff­mann Theater

ETA OFF: „nonoi­se“, Annet­te von Bam­berg, TiG und „CONd­ance Bam­berg“ zu Gast

Das @ETA Hoff­mann Thea­ter setzt sei­ne Rei­he „ETA OFF“ fort. Dies­mal ste­hen Musik­thea­ter, Kaba­rett, ein Zwei­per­so­nen-Stück und zeit­ge­nös­si­scher Tanz auf dem Programm.

Um ver­schie­de­ne Thea­ter und Kul­tur-Akteu­rin­nen und ‑Akteu­re Bam­bergs zusam­men­zu­brin­gen, hat das ETA Hoff­mann Thea­ter im zurück­lie­gen­den Okto­ber die Rei­he „ETA OFF“ begon­nen. Mit drei Ver­an­stal­tun­gen geht die Rei­he nun in der nächs­ten Woche weiter.

Am 8. und 9. April ist nonoi­se, das Pro­jekt-Ensem­ble des Bam­ber­ger Kom­po­nis­ten Jochen Neu­r­a­th, mit einer Insze­nie­rung von „Tris­tan“ zu Gast im ETA Hoff­mann Thea­ter. August von Pla­ten schuf 1825 in sei­nem Gedicht „Tris­tan“ eine Ver­knüp­fung von Lie­be und Tod, die vie­le Künstler:innen fol­gen­der Gene­ra­tio­nen wie Richard Wag­ner oder Tho­mas Mann beschäf­ti­gen soll­te. nonoi­se und Regis­seur Frank Düwel blei­ben bei der Insze­nie­rung der Vor­la­ge ihrer Linie treu, immer neue Ver­schrän­kun­gen von Musik und sze­ni­schen Auf­füh­run­gen zu ent­wi­ckeln. Die Tän­ze­rin Johan­na Kne­fel­kamp, aktu­el­le Kul­tur­preis­trä­ge­rin der Stadt Bam­berg, tritt dafür mit dem Musik-Trio Vier von Rebek­ka Wag­ner, Sophia Schulz und Ste­phan Gold­bach auf.

Annet­te von Bam­berg, TiG und CONd­ance Bamberg

Am 10. April spielt Annet­te von Bam­berg ihr Kaba­rett-Pro­gramm „Über 50 geht’s hei­ter wei­ter – jeden­falls für Frau­en!“ bei für „ETA OFF“. Dar­in ist jedoch nicht nur das männ­li­che Geschlecht Ziel ihres Spotts. Annet­te von Bam­berg zieht auch über sich sel­ber her.

Tags dar­auf, am 11. April, ist das Thea­ter im Gärt­ner­vier­tel mit „König Ödi­pus“ zu Gast. Die Insze­nie­rung von Nina Lorenz basiert auf der Neu­dich­tung von Bodo Wart­ke nach dem anti­ken Dra­ma von Sopho­kles. Die Auf­füh­rung spielt das Thea­ter als Zwei­per­so­nen-Stück mit Olga See­ha­fer und Ste­phan Bach sowie dem Per­kus­sio­nis­ten Jóhan­nes Klütsch. Die Geschich­te des Ödi­pus han­delt vom König The­bens, der unwis­send sei­nen Vater tötet und unwis­send sei­ne Mut­ter hei­ra­tet. Alle Anstren­gun­gen, dem Fluch zu ent­ge­hen, der ihm vom Ora­kel geweis­sagt wur­de, sind ver­geb­lich und füh­ren zu sei­ner fata­len Erfüllung.

Drei Tage spä­ter nimmt erneut Johan­na Kne­fel­kamp an „ETA OFF“ teil. Am 14. April zeigt ihr Tanz-Ensem­ble CONd­ance Bam­berg eine Ein­füh­rung in den zeit­ge­nös­si­schen Tanz. Dabei han­delt es sich glei­cher­ma­ßen um ein Tanz­thea­ter­stück, das einen Ein­blick in die Welt des zeit­ge­nös­si­schen Tan­zes gibt. Vor­ur­tei­le, Ste­reo­ty­pen, Fak­ten und Selbst­iro­nie wer­den ver­mischt und dre­hen sich um sich selbst. Kne­fel­kamp stellt mit Lau­ra Saum­we­ber und Gud­run Lan­ge das Gen­re in all sei­nen Facet­ten und sei­ner Aktua­li­tät ins Scheinwerferlicht.

Ins Thea­ter mit der VHS

„Maria Stuart“ im ETA Hoff­mann Theater

Am 17. April kann man über die VHS Bam­berg-Land eine Vor­stel­lung am ETA Hoff­mann Thea­ter besu­chen. Auf dem Pro­gramm steht dann eine Insze­nie­rung von Fried­rich Schil­lers „Maria Stuart“.

Die VHS Bam­berg-Land möch­te anhand einer Koope­ra­ti­on mit dem ETA Hoff­mann Thea­ter mehr Men­schen im Land­kreis für das Thea­ter begeis­tern, wie die Volks­hoch­schu­le mit­teilt. Dafür reser­viert die VHS sämt­li­che Plät­ze von Vor­stel­lun­gen ein­zel­ner Stü­cke in Bam­bergs Stadt­thea­ter und kann somit Kar­ten zu güns­ti­gen Prei­sen anbie­ten. Die­se Kar­ten zu bestel­len, ist ab sofort über das Ticket­por­tal der VHS mög­lich. Bei der Vor­stel­lung, um die es geht, han­delt sich um „Maria Stuart“ am 17. April.

In die­sem His­to­ri­en-Thril­ler, so die Mit­tei­lung der wei­ter, flieht Maria Stuart, katho­li­sche Köni­gin Schott­lands und ver­meint­li­che Mör­de­rin ihres Ehe­manns, aus Furcht vor Rache aus ihrem Land. In Eng­land erhofft sie sich poli­ti­sches Asyl von ihrer Groß­tan­te, der pro­tes­tan­ti­schen Eli­sa­beth. Aus Angst, dass Maria ihren Anspruch auf den eng­li­schen Thron gel­tend machen könn­te, lässt die­se sie jedoch sogleich auf Schloss Fothe­ring­hay einsperren.

Köni­gin­nen­dra­ma von Fried­rich Schiller

Doch Maria kann auf eine treue Anhän­ger­schaft zäh­len und weiß auch Frank­reich an ihrer Sei­te. Das Volk drängt Eli­sa­beth zur Hei­rat und ver­langt nach Jah­ren des Zögerns die Hin­rich­tung der Queen of Scots. Auch Eli­sa­beths Bera­ter pochen auf bal­di­ges Han­deln. Für Lord Bur­leigh zählt nur die Staats­rä­son. Graf Lei­ces­ter indes­sen spe­ku­liert selbst auf eine Hei­rat mit Eli­sa­beth, ist aber auch Maria gegen­über nicht abge­neigt und ver­langt ein Tref­fen der zwei Köni­gin­nen. Wäh­rend­des­sen plant der jun­ge Mor­ti­mer die gewalt­sa­me Befrei­ung von Maria Stuart. Von ihrem Umfeld zu Riva­lin­nen gemacht, nimmt ihre Geschich­te unwei­ger­lich ihr blu­ti­ges Ende.

Fried­rich Schil­lers berühm­tes Köni­gin­nen­dra­ma han­delt von zwei Herr­sche­rin­nen, die im Zen­trum einer von Män­nern domi­nier­ten Welt ste­hen, wel­che sie regie­ren, obwohl sie gleich­zei­tig von ihr regiert wer­den. Regis­seur Phil­ipp Arnold, der zuletzt am ETA Hoff­mann Thea­ter „Dan­tons Tod“ insze­nier­te, inter­es­siert sich für die Wesens­ver­wandt­schaft der bei­den gro­ßen Köni­gin­nen, für die Idee einer „Ver­schwes­terung“ in einer Gesell­schaft, die Frau­en gegen­ein­an­der aus­spielt. Was pas­siert, wenn man das fata­le Nar­ra­tiv auf­gibt, dass es nur eine von ihnen an der Spit­ze geben kann? Gibt es eine Mög­lich­keit, in einem Mit­ein­an­der zu leben, anstatt sich dem eige­nen Hass zu ergeben?

ETA Hoff­mann Theater

Per­for­mance: Wie man nach einem Mas­sa­ker huma­nis­tisch bleibt in 17 Schritten

Das ETA Hoff­mann Thea­ter zeigt am 14. Febru­ar die Per­for­mance „Wie man nach einem Mas­sa­ker huma­nis­tisch bleibt in 17 Schrit­ten“. Dar­in geht es um die Fol­gen des Mas­sa­kers der Hamas am 7. Oktober.

Nach dem bru­ta­len Über­fall der Hamas mit zahl­rei­chen Mas­sa­kern an der israe­li­schen Zivil­be­völ­ke­rung am 7. Okto­ber 2023 griff das israe­li­sche Mili­tär den Gaza­strei­fen an. Das etwa­ige Kal­kül der Ter­ro­ris­ten, dass der Gegen­schlag Isra­els zu wei­te­ren Eska­la­tio­nen im Nahen Osten und Leid im Gaza­strei­fen füh­ren wür­de, schien in der Fol­ge auf­zu­ge­hen. Der Aus­gang ist wei­ter ungewiss.

Unmit­tel­bar aus der Erfah­rung des Über­falls hat die israe­li­sche Autorin Maya Arad Yasur einen Text geschrie­ben, den Regis­seu­rin Sapir Hel­ler nun am ETA Hoff­mann Thea­ter sze­nisch umsetzt. Dabei ver­su­chen Yasur und Hel­ler, wie das Thea­ter mit­teil­te, eine Form der künst­le­ri­schen Aus­ein­an­der­set­zung mit dem Schmerz zu fin­den. Ent­stan­den ist die thea­tra­le Per­for­mance „Wie man nach einem Mas­sa­ker huma­nis­tisch bleibt in 17 Schrit­ten“, die nach der Mensch­lich­keit, der Empa­thie und der ver­blei­ben­den Hoff­nung fragt. Am 14. Febru­ar fin­det sie um 20 Uhr im Stu­dio des Thea­ters statt.

Im Anschluss an die Per­for­mance, vor­ge­tra­gen von Schau­spie­le­rin Jean­ne Le Moign, ver­an­stal­tet das ETA Hoff­mann Thea­ter ein Gespräch über den 7. Okto­ber und die Fol­gen – auch in Deutsch­land. Dar­in bespre­chen Armin Brei­den­bach, lei­ten­der Dra­ma­turg des Thea­ters, Bam­bergs Anti­se­mi­tis­mus­be­auf­trag­ter Patrick Nitz­sche, Mir­jam Elsel (Beauf­trag­te für inter­re­li­giö­sen Dia­log der Evan­ge­lisch-Luthe­ri­schen Kir­che in Bay­ern) und Regis­seu­rin Sapir Hel­ler Fra­gen wie: Wie kann man ange­sichts der Ereig­nis­se huma­nis­tisch blei­ben? Wie kön­nen wir ver­mei­den, dass Anti­se­mi­tis­mus und Ras­sis­mus die Gesell­schaft wei­ter spalten?

Gerichts­dra­ma

ETA Hoff­mann Thea­ter: Pre­mie­re „Pri­ma facie“

Am 31. Janu­ar zeigt das ETA Hoff­mann Thea­ter zum ers­ten Mal sei­ne Insze­nie­rung von „Pri­ma facie“. Das Gerichts­dra­ma in Mono­log­form von Suzie Mil­ler han­delt von der patri­ar­cha­len Macht des Rechtssystems.

Tes­sa Ens­ler hat es in „Pri­ma facie“ (zu deutsch: „dem ers­ten Anschein nach“) geschafft: Aus einer Arbei­ter­fa­mi­lie stam­mend, hat sie sich nach einem Abschluss mit Best­no­ten an einer Eli­te­uni zu einer der gefrag­tes­ten Straf­ver­tei­di­ge­rin­nen Lon­dons hoch­ge­ar­bei­tet. Ihre Spe­zia­li­tät sind Ver­fah­ren wegen sexua­li­sier­ter Über­grif­fe, die sie regel­mä­ßig gewinnt. Im Kreuz­ver­hör nimmt sie die Opfer in die Man­gel, prä­sen­tiert dem Gericht ver­meint­li­che Lücken in der Ankla­ge und ein Frei­spruch für die Ange­klag­ten folgt dem nächs­ten. Tes­sa ist stolz auf ihre Frei­spruch­ra­te, die Unschulds­ver­mu­tung ist für sie kei­ne Flos­kel, son­dern ein Fun­da­ment der Rechts­ord­nung einer demo­kra­ti­schen Gesellschaft.

Doch dann wird sie selbst ver­ge­wal­tigt und fin­det sich im Gerichts­saal auf der ande­ren Sei­te wie­der. Dort wird ihr Glau­be an das Jus­tiz­sys­tem zutiefst erschüt­tert und in Fra­ge gestellt. Der Täter ist kei­nes­wegs ein Unbe­kann­ter, son­dern ihr lang­jäh­ri­ger Arbeits­kol­le­ge und Flirt Juli­an. Obwohl sie genau weiß, was in einem Pro­zess auf sie zukommt, ent­schei­det sie sich zur Anzei­ge und stellt sich dem Gerichts­pro­zess. Was sie vor­her als Spiel gese­hen hat, in dem es nur um die juris­ti­sche Wahr­heit geht, wird nun zu ihrer eige­nen Erfah­rung weib­li­cher Ohn­macht in einem patri­ar­cha­len System.

Die Autorin Suzie Mil­ler, die selbst Anwäl­tin war, hat mit „Pri­ma facie“ einen auf­rüt­teln­den #metoo-Mono­log geschrie­ben, der ver­sucht, die patri­ar­cha­le Macht des Rechts­sys­tems zu ent­lar­ven. Das Stück wur­de 2019 in Aus­tra­li­en urauf­ge­führt. Im Früh­jahr 2022 spiel­te Jodie Comer („Kil­ling Eve“) die Rol­le von Tes­sa am Natio­nal Theat­re in Lon­don. Mehr als 300.000 Zuschauer:innen sahen das Stück im Kino durch die Aus­strah­lung des Natio­nal Theat­re live.

Nun bringt das ETA Hoff­mann Thea­ter das Gerichts­dra­ma auf die Büh­ne. Pre­mie­re ist am 31. Janu­ar, wei­te­re Auf­füh­run­gen sind am 1., 4., 16., 18., 21. und 22. Febru­ar. Regie führt Mona Saba­schus, die Aus­stat­tung macht Janin Lang, für die Dra­ma­tur­gie ist Armin Brei­den­bach ver­ant­wort­lich, die ein­zi­ge Spiel­rol­le über­nimmt Phi­li­ne Bührer.

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