ETA Hoffmann Theater
Performance: Wie man nach einem Massaker humanistisch bleibt in 17 Schritten
Das ETA Hoffmann Theater zeigt am 14. Februar die Performance „Wie man nach einem Massaker humanistisch bleibt in 17 Schritten“. Darin geht es um die Folgen des Massakers der Hamas am 7. Oktober.
Nach dem brutalen Überfall der Hamas mit zahlreichen Massakern an der israelischen Zivilbevölkerung am 7. Oktober 2023 griff das israelische Militär den Gazastreifen an. Das etwaige Kalkül der Terroristen, dass der Gegenschlag Israels zu weiteren Eskalationen im Nahen Osten und Leid im Gazastreifen führen würde, schien in der Folge aufzugehen. Der Ausgang ist weiter ungewiss.
Unmittelbar aus der Erfahrung des Überfalls hat die israelische Autorin Maya Arad Yasur einen Text geschrieben, den Regisseurin Sapir Heller nun am ETA Hoffmann Theater szenisch umsetzt. Dabei versuchen Yasur und Heller, wie das Theater mitteilte, eine Form der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Schmerz zu finden. Entstanden ist die theatrale Performance „Wie man nach einem Massaker humanistisch bleibt in 17 Schritten“, die nach der Menschlichkeit, der Empathie und der verbleibenden Hoffnung fragt. Am 14. Februar findet sie um 20 Uhr im Studio des Theaters statt.
Im Anschluss an die Performance, vorgetragen von Schauspielerin Jeanne Le Moign, veranstaltet das ETA Hoffmann Theater ein Gespräch über den 7. Oktober und die Folgen – auch in Deutschland. Darin besprechen Armin Breidenbach, leitender Dramaturg des Theaters, Bambergs Antisemitismusbeauftragter Patrick Nitzsche, Mirjam Elsel (Beauftragte für interreligiösen Dialog der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern) und Regisseurin Sapir Heller Fragen wie: Wie kann man angesichts der Ereignisse humanistisch bleiben? Wie können wir vermeiden, dass Antisemitismus und Rassismus die Gesellschaft weiter spalten?
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Gerichtsdrama
ETA Hoffmann Theater: Premiere „Prima facie“
Am 31. Januar zeigt das ETA Hoffmann Theater zum ersten Mal seine Inszenierung von „Prima facie“. Das Gerichtsdrama in Monologform von Suzie Miller handelt von der patriarchalen Macht des Rechtssystems.
Tessa Ensler hat es in „Prima facie“ (zu deutsch: „dem ersten Anschein nach“) geschafft: Aus einer Arbeiterfamilie stammend, hat sie sich nach einem Abschluss mit Bestnoten an einer Eliteuni zu einer der gefragtesten Strafverteidigerinnen Londons hochgearbeitet. Ihre Spezialität sind Verfahren wegen sexualisierter Übergriffe, die sie regelmäßig gewinnt. Im Kreuzverhör nimmt sie die Opfer in die Mangel, präsentiert dem Gericht vermeintliche Lücken in der Anklage und ein Freispruch für die Angeklagten folgt dem nächsten. Tessa ist stolz auf ihre Freispruchrate, die Unschuldsvermutung ist für sie keine Floskel, sondern ein Fundament der Rechtsordnung einer demokratischen Gesellschaft.
Doch dann wird sie selbst vergewaltigt und findet sich im Gerichtssaal auf der anderen Seite wieder. Dort wird ihr Glaube an das Justizsystem zutiefst erschüttert und in Frage gestellt. Der Täter ist keineswegs ein Unbekannter, sondern ihr langjähriger Arbeitskollege und Flirt Julian. Obwohl sie genau weiß, was in einem Prozess auf sie zukommt, entscheidet sie sich zur Anzeige und stellt sich dem Gerichtsprozess. Was sie vorher als Spiel gesehen hat, in dem es nur um die juristische Wahrheit geht, wird nun zu ihrer eigenen Erfahrung weiblicher Ohnmacht in einem patriarchalen System.
Die Autorin Suzie Miller, die selbst Anwältin war, hat mit „Prima facie“ einen aufrüttelnden #metoo-Monolog geschrieben, der versucht, die patriarchale Macht des Rechtssystems zu entlarven. Das Stück wurde 2019 in Australien uraufgeführt. Im Frühjahr 2022 spielte Jodie Comer („Killing Eve“) die Rolle von Tessa am National Theatre in London. Mehr als 300.000 Zuschauer:innen sahen das Stück im Kino durch die Ausstrahlung des National Theatre live.
Nun bringt das ETA Hoffmann Theater das Gerichtsdrama auf die Bühne. Premiere ist am 31. Januar, weitere Aufführungen sind am 1., 4., 16., 18., 21. und 22. Februar. Regie führt Mona Sabaschus, die Ausstattung macht Janin Lang, für die Dramaturgie ist Armin Breidenbach verantwortlich, die einzige Spielrolle übernimmt Philine Bührer.
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Stück von Matthew Lopez
ETA Hoffmann Theater zeigt „Das Vermächtnis (The Inheritance) – Teil 2“
Jüngst hat das ETA Hoffmann Theater für „Das Vermächtnis (The Inheritance) – Teil 1“ eine Einladung zu den Bayerischen Theatertagen erhalten. Nun bringt es den zweiten Teil der Inszenierung des Stücks von Matthew Lopez auf die Bühne.
„Das Vermächtnis“ von Matthew Lopez erzählt eine Geschichte über Solidarität, Gemeinschaft und die Bedeutung einer queeren Wahlfamilie. Intendantin Sibylle Broll-Pape hat das Stück für die Aufführung am ETA Hoffmann Theater in zwei Teile geteilt. Für die Inszenierung des ersten Teils wurde das Theater Ende des letzten Jahres zu den 39. Bayerischen Theatertagen eingeladen.
Wie das Theater mitteilte, steht am 26. Januar nun die Premiere des zweiten Teils, „Das Vermächtnis (The Inheritance) – Teil 2“, an. Auch in der Fortsetzung des Gesellschaftsepos’ stürzen die Hauptfiguren Eric und Toby auf der Suche nach Sinn im Leben und ihrem Beitrag für die Welt in tiefe Existenzkrisen. Der aufkeimende Populismus der Trump-Ära und die Frage nach persönlicher Haltung dazu spalten ihren Freundeskreis und konfrontieren Eric mit dem Gegensatz zwischen individuellem Glück und gesellschaftlicher Verantwortung. Toby hingegen kann in seinem Verlangen nach Adam weder den Drogen noch seiner Vergangenheit entfliehen. So reißt er nicht nur sich, sondern auch den Sexarbeiter Leo, welcher Adam erstaunlich ähnlich sieht, ins Verderben.
Als Eric einige Monate später unerwartet auf den kranken und vom Leben auf der Straße gezeichneten Leo trifft, weiß er, dass er ihm helfen muss. Er bringt ihn zum Haus von Walter. Dort nahm dieser während einer Aids-Epidemie einst Männer auf, um ihnen ein Zuhause gegeben und sie bis zum Tod zu begleiten. Eric stellt sich seiner Verantwortung und tritt Walters Vermächtnis an.
In „Das Vermächtnis“ entwirft Matthew Lopez ein breit gefächertes Tableau an homosexuellen Figuren, wie es sie laut ETA Theater so noch nie zuvor auf der Bühne gegeben hat. Sie alle verbindet die große Sehnsucht nach Liebe, einem glücklichen Leben und einem sicheren Platz in der Welt.
Regie führt erneut Sibylle Broll-Pape, Trixy Royeck hat das Bühnenbild und die Kostüme entworfen, die Dramaturgie stammt von Petra Schiller. Die Spielrollen übernehmen Daniel Seniuk, Marek Egert, Leon Tölle, Tim Czerwonatis, Eric Wehlan, Pit Prager, Florian Walter, Stephan Ullrich und Barbara Wurster.
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Für „Das Vermächtnis“
ETA Hoffmann Theater erhält Einladung zu Bayerischen Theatertagen
Mit der Inszenierung von „Das Vermächtnis (The Inheritance) – Teil 1“ ist das ETA Hoffmann Theater zu den 39. Bayerischen Theatertagen eingeladen worden. Dabei handelt es sich bereits um die zweite Auszeichnung für das Theater in diesem Jahr.
Vom 29. Mai bis 16. Juni 2024 werden in Ingolstadt die 39. Bayerischen Theatertage stattfinden. Die Veranstaltung ist das größte Theaterfestival Bayerns. Wie das ETA Hoffmann Theater mitteilte, hat es für die Inszenierung von „Das Vermächtnis (The Inheritance) – Teil 1“ nun eine Einladung nach zu den Bayerischen Theatertagen erhalten. Regie führte die scheidende Intendantin Sibylle Broll-Pape. Den genauen Spieltermin für das Bamberger Gastspiel wird noch bekanntgegeben.
„Das Vermächtnis“ von Matthew Lopez erzählt eine Geschichte über Solidarität, Gemeinschaft und die Bedeutung einer queeren Wahlfamilie. Sibylle Broll-Papes Inszenierung, mit der das Bamberger Theater die Spielzeit 2023 //2024 eröffnete, sorgte laut ETA Hoffmann Theater beim Publikum für Standing Ovations und erntete Lob von der Fachpresse. „Wenn man während einer Vorstellung eine Stecknadel fallen hören könnte, weiß man, hier geschieht Magisches. Es gibt mehrere solcher Momente in Sibylle Broll-Papes Inszenierung“, habe etwa die Süddeutsche Zeitung geschrieben.
Dem schloss sich die Fachjury der Bayerischen Theatertage, bestehend aus Theaterschaffenden und Kulturjournalist:innen, an und wählte „Das Vermächtnis (The Inheritance) – Teil 1“ als eine der herausragenden Inszenierungen in Bayern für die 39. Bayerischen Theatertage aus. Nach der Auszeichnung mit dem Preis der Deutschen Theaterverlage im Sommer ist die Einladung nach Ingolstadt bereits die zweite Ehrung des ETA Hoffmann Theaters in diesem Jahr.
In Bamberg ist der erste Teil von Matthew Lopez´ Bühnenepos wieder am 12. und 13. Januar 2024 zu sehen. Der zweite Teil feiert am 26. Januar Premiere. Als Doppelevent mit beiden Teilen hintereinander soll das Werk dann erstmals am 24. Februar gezeigt werden.
Bayerische Theatertage
Bereits zum fünften Mal veranstaltet das Stadttheater Ingolstadt die Bayerischen Theatertage. Aus mehr als 60 Bewerbungen lud eine Fachjury, bestehend aus Friederike Engel (Leiterin der Tafelhalle, Nürnberg), Andrea Erl (Künstlerische Leiterin Theater Mummpitz, Nürnberg), Christoph Leibold (Bayerischer Rundfunk), Gabriele Rebholz (Dramaturgin, Stadttheater Ingolstadt), Thomas Schwarzer (Deutscher Bühnenverein, Landesverband Bayern) und Ingrid Trobitz (stellvertretende Intendantin, Residenztheater München) die ihrer Meinung nach sehenswertesten Inszenierungen der Saison nach Ingolstadt ein. Neben dem Theaterprogramm gibt es ein Eröffnungsfest, Workshops und Late-Night-Programme, Podiumsdiskussionen.
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ETA Hoffmann Theater
Neue Intendanz: John von Düffel unterschreibt Fünfjahresvertrag
Im Sommer 2025 übernimmt der Dramaturg und Autor John von Düffel die Leitung des ETA Hoffmann Theaters. Ende Oktober hatte sich der Bamberger Stadtrat auf den 57-Jährigen festgelegt. Gestern fand die offizielle Vertragsunterzeichnung im Rathaus statt.
„Ich bin sehr gespannt auf die Inszenierungen von John von Düffel und bin überzeugt davon, dass unser Theater mit John von Düffel einen kompetenten Intendanten bekommt“, zitiert eine Mitteilung des Rathauses Oberbürgermeister Andreas Starke aus der gestrigen (21. Dezember) Vertragsunterzeichnung von Düffels.
Der neue Intendant des ETA Hoffmann Theaters ist in Bamberg unterdessen kein Unbekannter. 2008 hatte er die Poetikdozentur an der Universität inne und habe die Welterbestadt seither ins Herz geschlossen. „Es ist eine große Freude für mich, in dieser wunderbaren Stadt wirken zu können“, sagte von Düffel nach der Vertragsunterzeichnung. Diese Freude werde mit jedem Kennenlernen des „Ausnahmeensembles“, aber auch der Bühnen- und Kostümbildner:innen des Theaters immer größer. „Dieses Theater ist ein absoluter Schatz“, sagte der designierte Intendant und unterstrich die „hervorragende Arbeit, die unter der derzeitigen Intendantin Sibylle Broll-Pape in den letzten Jahren geleistet wurde“.
Das Lokale mit dem Überregionalen versöhnen
Mit John von Düffel erhalte das ETA Hoffmann Theater einen Intendanten, der in der deutschen Theater- und Literaturszene hohe Wertschätzung genießt, so die Mitteilung des Rathauses weiter. 1989 hat von Düffel über Erkenntnistheorie promoviert, seitdem war er als Autor und Dramaturg an Theatern in Stendal, Oldenburg, Basel und Bonn tätig. Von 2000 bis 2009 arbeitete er am Thalia Theater Hamburg, danach wirkte er bis heute als Dramaturg am Deutschen Theater Berlin. Parallel unterrichtet er als Professor für Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin.
Seine zahlreichen Theaterstücken und Bühnenbearbeitungen weisen eine große Vielseitigkeit auf. Von Romanen, antiken Stoffen bis hin zum Kindertheater und leichten Musiktheater war alles dabei. So brachte er auch die Bully-Herbig-Erfolgskomödie „Schuh des Manitu“ als Musical auf die Bühne. Zudem veröffentlichte er die Romane „Vom Wasser“ (1998), „Houwelandt“ (2004) und „Das Wenige und das Wesentliche“ (2022).
Ab Sommer 2024 wird John von Düffel in Bamberg seine erste eigene Theatersaison, die von 2025 und 2026, vorbereiten. Wie er bereits vor einigen Wochen ankündigte, wolle er darin das Lokale mit dem Überregionalen versöhnen und das Thema Musik stärker im Programm verankern.
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Aufführungen im Dezember: „Hänsel & Greta“, „Die Welt im Rücken“, DADA-Krippenspiel
Kim de l’Horizon, Tim Czerwonatis und Wildwuchstheater: Im Dezember bringt das ETA Hoffmann Theater unter anderem eine Wiederaufführung, ein Solostück und ein Monumentaltheaterwerk auf die Bühne.
Ab dem 6. Dezember zeigt das ETA Hoffmann Theater erneut Kim de l’Horizons „Hänsel & Greta & The Big Bad Witch“. Kim de l’Horizon, für den Roman „Blutbuch“ mit dem Deutschen und dem Schweizer Buchpreis ausgezeichnet, verhandelt Fragen der Zeit in einem Märchen-Remix. Mal gereimt, mal in einer Mischung aus Slang und Neuerfundendem machen sich Hänsel und Greta auf die Suche nach Verbündeten im Kampf ums Überleben der Welt. Regie führt Wilke Weermann. Weitere Aufführungs-Termine sind am 8., 9., 14. und die letzte Vorstellung am 17. Dezember.
„Die Welt im Rücken“ von Thomas Melle erzählt vom Umgang des Autors mit seiner bipolaren Störung, von persönlichen Dramen und langsamer Besserung. Das Buch stand auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2016 und hat Presse und Leserschaft gleichermaßen begeistert. Tim Czerwonatis hat auf Basis des Romans eine Stückfassung erarbeitet, die er am 15. Dezember im ETA Hoffmann Theater aufführt. Die einzige Rolle spielt Marek Egert.
Man könnte es als eine Art Mysterienspiel bezeichnen. Oder: Das DADA- Krippenspiel ist seit 1916 nicht nur das größte Monumentaltheaterwerk, sondern das größte und gewaltigste Theaterstück überhaupt, das jemals von der Theaterindustrie der ganzen Welt geschafften wurde – so das Bamberger Wildwuchstheater in der eigenen Beschreibung seines Weihnachtsstückes. In der Reihe „ETA OFF“ gastiert das Wildwuchs mit dem Stück am 19. Dezember im ETA Hoffmann Theater.
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Zur Unterstützung der freien Szene
ETA Hoffmann Theater: „ETA OFF“ geht in die zweite Runde
Um Theater und Kultur-AkteurInnen Bambergs zusammenzubringen und zu unterstützen, hat das ETA Hoffmann Theater die Reihe „ETA OFF“ geschaffen. Dafür treten Ende des Monats in der zweiten Runde der Veranstaltung der Klangkünstler Dominik Tremmel und das Wildwuchs Theater mit „DADA Weihnachten“ auf.
Nachdem das ETA Hoffmann Theater im Oktober seine Reihe „ETA OFF“ im Oktober mit Auftritten von Ernst von Leben, Mäc Härder und dem Wildwuchs Theater begonnen hatte, folgt nun die zweite Runde des Projekts zur Unterstützung der freien Kultur-Szene.
Am 27. November ist Dominik Tremmel zu Gast bei „ETA OFF“. Sein Programm „material//strom“, eine Mischung aus Performance, Konzert und Soundinstallation, stellt er um 20 Uhr auf der Studiobühne des Theaters vor. Geräten, Materialien und Gegenständen, die eigentlich nicht als Musikinstrumente vorgesehen sind, entlockt Tremmel dabei verschiedenste Töne und Geräusche. Hölzer erzeugen schrille Rückkopplungen oder eine Fahrradfelge wird zum Orchester, wenn Strom durch sie hindurch fließt. Und durch den Künstler selbst. „material//strom“ bewegt sich zwischen experimentellem Noise, melodischen Ambientflächen und beatlastigen Soundwänden.
Am 30. November, 20 Uhr, kehrt das Wildwuchs Theater zu „ETA OFF“ zurück. Aufführen wird das Ensemble das Stück „DADA Weihnachten“ nach Hugo Ball. Das Team von Wildwuchs beschreibt das „DADA-Krippenspiel“ so: Es ist seit 1916 nicht nur das größte Monumentaltheaterwerk, sondern das größte und gewaltigste Theaterstück überhaupt, das jemals von der Theaterindustrie der ganzen Welt geschafften wurde. Außerdem sei das Wildwuchs Theater stets bemüht gewesen, seinem Publikum das Beste, Schönste und Größte auf dem Gebiet des Theaters zu zeigen. Alles bis heute Geschaffene aber wird in den Schatten gestellt durch das DADA-Krippenspiel. Genauer erklären können man das Krippenspiel jedoch nicht, man müsse dabei gewesen sein. Den Live-Soundtrack liefert, so viel kann gesagt werden, der Musiker Lachpillenonkel.
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Weihnachtsmärchen
ETA Hoffmann Theater: Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch
Nächstes Wochenende hat am ETA Hoffmann Theater „Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch“ Premiere. Das Weihnachtsmärchen von Michael Ende ist für Kinder ab sechs Jahren.
Es ist 17 Uhr am Silvesternachmittag und der Magier Prof. Dr. Beelzebub Irrwitzer und seine Tante, die Geldhexe Tyrannja Vamperl, haben ihren Soll an schlechten Taten für das Jahr noch nicht erfüllt. Wenn sie es bis Mitternacht nicht schaffen, werden sie vom höllischen Gerichtsvollzieher Maledictus Made gepfändet. Rettung verspricht der sagenhafte satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch.
Das Getränk mit dem komplizierten Namen verkehrt alle guten Wünsche in ihr Gegenteil. Liebe wird zu Hass, aus Frieden wird Krieg, und Gesundheit wird zu Krankheit. Doch der „Hohe Rat der Tiere“ hat den naiven Kater Maurizio di Mauro und den gewitzten Raben Jakob Krakel entsandt, um die Irrwitzer und Vamperl zu bespitzeln. Werden sie es schaffen, das Schlimmste zu verhindern? Ein irrwitziger Wettlauf gegen die Zeit beginnt, in dem die ungleichen Tiere sich erst einmal zusammenraufen müssen. Denn nur gemeinsam können sie das drohende Unheil abwenden.
Michael Endes Roman „Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch“ erschien 1989 und wurde, genau wie seine weiteren Kinderbücher „Die unendliche Geschichte“ oder „Jim Knopf und der Lokomotivführer“, ein internationaler Erfolg. Das ETA Hoffmann Theater zeigt die Geschichte als Weihnachtsmärchen für Kinder ab sechs Jahren. Premiere ist am 11. November um 16 Uhr. Weitere Aufführungen gibt es den ganzen Monat über.
Regie führt Philine Bührer, das Bühnenbild stammt von Birgit Leitzinger, die Kostüme von Katharina Gottschlig, Armin Breidenbach sorgt für die Dramaturgie. In den Spielrollen sind Jeremias Beckford, Antonia Bockelmann, Iris Hochberger, Pit Prager und Barbara Wurster zu sehen.
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ETA Premiere
Klassiker am ETA Hoffmann Theater: „Die Leiden des jungen Werther“
Am 10. November bringt das ETA Hoffmann Theater mit „Die Leiden des jungen Werther“ von Johann Wolfgang Goethe einen der ganz großen Klassiker auf die Bühne. Die Inszenierung als Ein-Personen-Stück ist eine Übernahme aus dem Schleswig-Holsteinischen Landestheater.
In „Die Leiden des jungen Werther“ ist Werther gerade frisch von zu Hause ausgezogen, als er Lotte kennenlernt. Unsterblich verliebt er sich in sie und die ganze Welt gerät für ihn ins Wanken. Er wandelt umher wie ein Träumender, der nicht weiß, ob Tag oder Nacht ist. Allerdings ist Lotte bereits vergeben und soll ihren Verlobten Albert heiraten. Werther wird daraufhin ein unglücklicher Teil einer Dreiecksbeziehung und schwankt zwischen Hoffnung, Leidenschaft, Unsicherheit und Enttäuschung. Als Außenseiter findet er auch einen von ihm sehnlichst erwünschten Platz in der Gesellschaft nicht – und so nimmt das Johann Wolfgang Goethes Geschichte einen tödlichen Ausgang.
Wie sollen junge Menschen mit einer Situation umgehen, wie Werther sie erlebt? Wo sollte man die Grenzen zwischen Freundschaft, Seelenverwandtschaft und Liebe ziehen? Wer trägt die Verantwortung für sich und andere, für Leben, Liebe und Tod? Goethes Sturm-und-Drang-Roman „Die Leiden des jungen Werther“ avancierte bald nach seinem Erscheinen 1774 zu einem Bestseller. Goethe selbst schrieb dazu: „Die Wirkung des Büchleins war groß, ja ungeheuer”.
Viele zeitgenössische Rezensenten verteufelten das Werk jedoch auch als Anstiftung zum Suizid. Jugendliche hingegen stilisierten Werther rasch zum tragischen Popstar seiner Zeit. Und obwohl er nun schon 250 Jahre alt ist, vermag uns dieser „erste moderne Roman deutscher Sprache“, wie er genannt wird, immer noch zu fesseln.
Das ETA Hoffmann Theater zeigt eine vom Schleswig-Holsteinischen Landestheater übernommene Inszenierung als Ein-Personen-Stück. Premiere ist am 10. November, weitere Termine folgen am 16., 17., 18., 24. und 25 November.
Regie, Bühnen- und Kostümbild stammen von Moritz Nikolaus Koch, die Dramaturgie von Martin Apelt und Petra Schiller (hier im Stadtecho-Fragebogen). Die einzige Rolle spielt Marek Egert.
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Nachfolge von Sibylle Broll-Pape
ETA Hoffmann Theater: John von Düffel wird neuer Intendant
Der Dramaturg und Autor John von Düffel wird neuer Intendant des ETA Hoffmann Theaters. Gestern Abend legte sich der Stadtrat auf den 57-Jährigen fest, der im Sommer 2025 die Nachfolge von Sibylle Broll-Pape übernehmen wird.
„Ich bin überzeugt, dass wir mit John von Düffel einen kompetenten Intendanten gefunden haben, der das Theater erfolgreich weiterentwickeln wird“, zitiert eine Mitteilung des Rathauses Oberbürgermeister Andreas Starke nach der Personal-Entscheidung im Stadtrat gestern Abend (25. Oktober).
Kulturreferentin Ulrike Siebenhaar freute sich zudem über ein großes Bewerbungs-Interesse an der Stelle. 68 Einzelpersonen und Teams haben sich laut Rathaus um die Leitungsstelle für das Theater beworben. „Das zeigt den hohen Stellenwert, den sich das ETA Hoffmann Theater mittlerweile erarbeitet hat“, sagte Siebenhaar. Ein Verdienst, der ganz wesentlich mit Sibylle Broll-Pape zusammenhängt und für den wir ihr gar nicht genug danken können.“ Sibylle Broll-Pape hat das Theater seit 2015 als Intendantin geführt und in dieser Zeit verschiedene nationale Preise gewonnen.
Eine knapp 20-köpfige Findungskommission, bestehend aus Theaterfachleuten, Kulturwissenschaftlern, Personalvertretern und PolitikerInnen aller Stadtrats-Fraktionen, Wählergruppierungen und Ausschussgemeinschaften des Stadtrats, sichtete die Bewerbungen und führte die Vorstellungsgespräche, ehe nun die finale Entscheidung im Stadtrat getroffen wurde.
Werdegang John von Düffels
Mit John von Düffel fiel die Wahl auf einen Mann, der in der deutschen Theater- und Literaturszene hohe Wertschätzung genieße, so das Rathaus weiter.
1989 hat von Düffel über Erkenntnistheorie promoviert, seitdem war er als Autor und Dramaturg an Theatern in Stendal, Oldenburg, Basel und Bonn tätig. Von 2000 bis 2009 arbeitete er am Thalia Theater Hamburg. Danach wirkte er bis heute als Dramaturg am Deutschen Theater Berlin und unterrichtet parallel als Professor für Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin.
Seine zahlreichen Theaterstücken und Bühnenbearbeitungen zeigen eine große Vielseitigkeit. Von Romanen, antiken Stoffen bis hin zum Kindertheater und leichten Musiktheater ist alles dabei. So brachte er zum Beispiel auch die Bully-Herbig-Erfolgskomödie „Schuh des Manitu“ als Musical auf die Bühne.
Seine Romane „Vom Wasser“ (1998), „Houwelandt“ (2004) verkauften sich gut, genau wie sein neuestes Buch über Askese „Das Wenige und das Wesentliche“ (2022). In Bamberg hat John von Düffel bereits Spuren hinterlassen, als er 2008 die Poetikprofessur an der Universität innehatte. Schon damals habe die Stadt ihn und seine Frau Katja angezogen.
Schwerpunkt Kinder- und Jugendtheater
Wenn John von Düffel im Sommer 2024 nach Bamberg zurückkehrt, um die Theatersaison 2025 //2026 vorzubereiten, will er viele Pläne und Ideen mit nach Franken bringen. „Ich will das Lokale mit dem Überregionalen versöhnen, ebenso wie die Unterhaltung mit dem Ernst. Das Schwere muss man nicht immer schwer erzählen, sondern es kann auch leichtfüßig und spielerisch daherkommen“, sagte von Düffel bei seiner Vorstellung im Stadtrat und verwies auf musikalische Formate wie das Musical oder die Oper.
Ihm sei zudem sehr an einer Kooperation mit der Freien Szene gelegen, aber auch mit anderen Stadttheatern und Kulturträgern. „Einen Schwerpunkt möchte ich auf das Kinder- und Jugendtheater legen und das Haus zum Mehrgenerationentheater erweitern“, sagte von Düffel.
Von hoher Bedeutung sei für ihn auch die Vermittlung von Literatur, aber in Verbindung mit dem Alltag der Konsumenten. Deshalb wählte er den lateinischen Satz „Tua res agitur“ als Leitbild. Dieses „Deine Sache wird verhandelt“ soll verdeutlichen, das er Themen, welche die Stadt bewegen, im Theater aufgreifen will.
„Ich bin überwältigt, dass mir die Stadt Bamberg das Vertrauen schenkt, mein Konzept in den nächsten Jahren am ETA Hoffmann Theater umsetzen zu dürfen. Es wird eine große Freude für mich sein, hier wirken zu können“, sagte John von Düffel nach seiner Wahl.