Browse Tag

Florian Herrnleben - Page 4

Kolum­ne

Flo­ri­an Herrn­le­ben über das jähr­lich grü­ßen­de Murmeltier!

Was wird aus Bam­bergs Unte­rer Brü­cke? Flo­ri­an Herrn­le­ben hat sich für sei­ne aktu­el­le Stadt­echo-Kolum­ne ein paar Gedan­ken gemacht.

Die Unte­re Brü­cke, Bam­bergs archi­tek­to­nischs­tes Schmuck­stück, direkt nach Rat­haus am ZOB und Herold­haus, soll in die­sem Jahr nicht wie­der gesperrt wer­den müs­sen. Zumin­dest dahin­ge­hend ist man sich einig bei den füh­ren­den Köp­fen vom Max­platz. Die pein­li­che Sicht­bar­wer­dung in Bau­zaun­op­tik von völ­li­ger Hilf- und Macht­lo­sig­keit gegen das wochen­end­nächt­li­che Par­ty­volk möch­te man sich und der Stadt über die kom­men­de Frei­luft­sai­son hin­weg ersparen.

Das Dilem­ma dabei: Man will aber auch nicht noch ein­mal (oder sagt man in Bam­berg inzwi­schen eher „nicht schon wie­der“) durch die über­re­gio­na­le Bericht­erstat­tung gezerrt wer­den als Bal­ler­mann Fran­kens, so über­for­dert beim Ver­scheu­chen der Betrun­ke­nen um das Alte Rat­haus wie ein Vier­jäh­ri­ger beim Pac-Man-Spie­len. Mit den Beschwer­den von Anwoh­nern kann man im Rat­haus seit Jah­ren gut wei­ter­schla­fen, aber nega­ti­ve Bericht­erstat­tung… da sind sie empfindlich!

Des­halb rein in die städ­ti­sche Ideen­schmie­de, die ja übri­gens – davon bin ich bis heu­te fest über­zeugt – unter­halb der omi­nö­sen Tabak­scheu­ne beher­bergt ist, neben dem Büro derer, die sich so Sprü­che aus­den­ken wie „Kei­ne Leis­tung ohne Gegen­leis­tung“ und „Wir haben eine eige­ne Rechts­auf­fas­sung“. Aber ande­res The­ma! – Jeden­falls hat­te man ja nun ein gutes hal­bes Jahr Zeit, um Ideen zu ent­wi­ckeln, dem Par­ty­volk auf der Unte­ren Brü­cke und even­tu­ell auch ein wenig den leid­ge­plag­ten Anwoh­nern gerecht zu werden.

Die Bes­ten der Best­be­zahl­tes­ten, die alter­na­tiv­lo­ses­ten Opti­mal­be­set­zun­gen, die Erfah­rens­ten und Erfah­renstin­nen soll­ten kei­ne Zeit ver­lie­ren, nach­dem man 2021 schmerz­lich ler­nen muss­te, dass es in Bam­berg kei­nen Neu­bau einer Brü­cke braucht, um sich bun­des­weit in zwei­fel­haf­te Brü­cken­be­kannt­heits­wer­te zu torkeln.

Und dann! Tad­a­dat­aaaaaaa! Fan­fa­re, Trom­mel­wir­bel! Da kam sie! Die kras­ses­te Rat­haus-Idee unse­rer Prä­mi­en­pre­mi­ums nach mona­te­lan­gem Nach­den­ken: „Wir rich­ten eine Bus­hal­te­stel­le ein und fah­ren die, die da ein­stei­gen, ein­fach woan­ders hin. Hafen, Osten, Süd­flur, egal!“ – „Haupt­sa­che, ein nicht so pri­vi­le­gier­ter Stadt­teil?!“, frag­te ich mich, um im alt­be­kann­ten Sprech der Stadt­spit­ze zu bleiben.

Ich ent­wi­ckel­te übri­gens in die­sem Zusam­men­hang auch aus aktu­el­lem Anlass die aus mei­ner Sicht berech­tig­te Sor­ge, dass unse­re offen­sicht­lich für Nacht­kul­tur zustän­di­ge Kul­tur­re­fe­ren­tin noch ein­mal auf die Idee kommt, bei den Eigen­tü­mern des Herold­hau­ses anzu­fra­gen, ob im dor­ti­gen (gar nicht mehr vor­han­de­nen) Leer­stand viel­leicht eine Par­ty­zo­ne für fei­er­wü­ti­ge Zwei­pro­mil­ler ein­ge­rich­tet wer­den könn­te, nach­dem es mit den diver­sen reli­giö­sen Gemein­schaf­ten – sagen wir – eher sub­op­ti­mal gelau­fen ist. Aber inzwi­schen erin­nert sie sich anschei­nend wie­der an die brenz­li­gen The­men aus ihrer Zeit als Pres­se­spre­che­rin. Jeden­falls liegt noch kei­ne Anfra­ge vor.

Zurück auf die Par­ty­brü­cke: Für alle, die an der Pro­mil­le­fahrt wegen der zu erwar­ten­den Bier­prei­se am Ziel und dem feh­len­den Blick auf Klein Vene­dig nicht teil­neh­men möch­ten, ob Rich­tung Osten, Nor­den oder Hain, hän­gen sie „net­te Pla­ka­te“ mit freund­li­chen Appel­len auf. Die hel­fen bestimmt, so die Über­zeu­gung nach einem Jahr Kra­wall und Radau, weil sie ja „Bit­te“ drauf­ge­flos­kelt haben!

„Und oben drü­ber schrei­ben wir in gro­ßer Schrift ‚Gute Nacht­ru­he!‘ – Ver­stehs­te? ‚GUTE NACHT-RUHE‘!“ – Wort­spie­le die­ser Qua­li­tät wir­ken nach 4 Uhr und bei mehr als zwei Pro­mil­le wie von E.T.A. Hoff­mann per­sön­lich aufs Pla­kat gemalt. Ja, ich bin mir sicher: Der freund­li­che Appell, der hei­li­gen Kuni nur lei­se die halb­ver­dau­ten Essens­res­te vor die Füße zu splat­tern, wirkt garan­tiert Wunder.

Es besteht übri­gens eine gewis­se Wahr­schein­lich­keit, dass sie bald fest­stel­len, dass die Brüs­tun­gen der Brü­cke seit Jahr­zehn­ten viel zu nied­rig und nicht absturz­si­cher sind. Dann wird schnell ein unbe­que­mer Edel­stahl­hand­lauf auf gan­zer Län­ge hin­ge­dü­belt, so dass da bald blö­der­wei­se nie­mand mehr sit­zen mag.

Und das Mur­mel­tier grüßt künf­tig vom Gabelmann.

Ihr Flo­ri­an Herrnleben

Kolum­ne

Flo­ri­an Herrn­le­ben über Bam­bergs Kopfstand

In Flo­ri­an Herrn­le­bens aktu­el­ler Stadt­echo-Kolum­ne geht es um Flo­ri­an Herrn­le­bens Wir­kung auf Bam­berg. Die Stadt steht Kopf.

Das Rauch­bier in den Fäs­sern wird sau­er, am Max­platz steht der Brun­nen plötz­lich rechts hin­ten und nim­mer links vor­ne, auf allen Leber­käs­bröt­la ist plötz­lich Ket­chup, der Bam­ber­ger Rei­ter rei­tet zum Schön­leins­platz, tauscht mit dem Luit­pold und hat plötz­lich ein Namens­schild­chen, beim Blues- und Jazz­fes­ti­val gibt’s Bam­ber­ger Bier und bei der Sand­ker­wa kei­ne ober­baye­ri­schen Dirndl mehr, even­tu­ell ist auch Tucher nach Bam­berg umge­zo­gen, Bro­se dafür wei­ter nach Nürn­berg, die Bedie­nun­gen im Schlen­kerla sagen „Bit­te“ und „Dan­ke“, Bam­berg­Facts bekommt den Pulitzer-Preis.

Tou­ris­ten ste­hen nim­mer im Weg, über­all wach­sen Schäu­fer­la an den Bäu­men, vega­ne Schäu­fer­la, selbst­ver­ständ­lich, Rad- und Auto­fah­rer lie­gen sich lie­bend in den Armen und tei­len sich ger­ne Park­plät­ze, in der Mate­rn­stra­ße geht’s run­ter und die geht’s Sut­te rauf, zwei­spu­rig, Staats­an­wäl­te kom­men nim­mer zu Durch­su­chun­gen, son­dern zum Kaf­fee­trin­ken ins Rat­haus, Prü­fungs­be­rich­te ste­hen zum Down­load auf der Web­sei­te der Stadt Bam­berg, nie­mand muss mehr whist­le­b­lo­wen, es gibt gel­be Säcke, und zwar ohne Ende, qua­si uner­schöpf­lich, man darf wie­der abbau­ba­re Bio­müll­beu­tel in den Bio­müll­ei­mer wer­fen und die Ton­ne wird mit­ge­nom­men, Hel­mut Mül­ler wird auf einem Las­ten­fahr­rad gesich­tet und Chris­ti­an Hader in einem Cadil­lac Escala­de Fullsize-SUV.

Die Obe­re Brü­cke wird umbe­nannt in Unte­re Brü­cke, und die Unte­re in Obe­re, Stadt­füh­rer erzäh­len nur noch die abso­lu­te Wahr­heit, die Sym­pho­ni­ker spie­len beim Gau­di­wurm den Narr­hall­amarsch, es gibt genug Park­plät­ze für Anwoh­ner, Hall­stadt und Bam­berg fei­ern gemein­sam ein jähr­li­ches Stra­ßen­fest der ewi­gen Freund­schaft im Gewer­be­ge­biet, Gau­stadt wird eigen­stän­di­ges König­reich mit Danie­la der Ers­ten, auf dem Erba-Erd­hü­gel spie­len und toben glück­li­che und gesun­de Kin­der, vier­köp­fi­ge Fami­li­en fin­den freie Woh­nun­gen, groß genug, dass kein Kind auf dem Bal­kon schla­fen muss, Quer­den­ker spa­zie­ren hin­ten links im Land­kreis zehn­mal um einen Acker statt ein­mal quer durch die Stadt, am Wil­de-Rose-Kel­ler gibt’s Run­ning-Sushi und Cock­tail-Hap­py-Hour, der Brun­nen am Schön­leins­platz spru­delt, kein Mit­ar­bei­ter im Rat­haus muss mehr Über­stun­den machen, erhält aber trotz­dem mehr Geld.

Alle Stadt­tei­le rei­ßen sich um die nächs­te Moschee, Bug bekommt nicht nur eine neue, son­dern direkt eine zwei­te Brü­cke und Wil­densorg einen eige­nen Bäcker, es gibt eine Berg­ver­bin­dung per Seil­bahn ent­lang der Dom­tür­me, im Bam­ber­ger Osten fin­den plötz­lich nicht mehr nur Ver­an­stal­tun­gen, son­dern Events statt, die Fuß­bal­ler holen den DFB-Pokal und wer­den Deut­scher Meis­ter, Bay­reuth ver­zich­tet end­lich auf den ober­frän­ki­schen Regie­rungs­sitz und über­lässt ihn der wahr­lich schöns­ten Stadt Oberfrankens.

Bam­berg! Steht! Kopf!

Und das alles, weil so ein Klein­stadt­ka­ba­ret­tist in sei­nem Blog mal kurz vier Fake­ac­counts hoch­ge­nom­men hat.

Kolum­ne

Flo­ri­an Herrn­le­ben übers Bam­ber­ger Fake-Gate

In der aktu­el­len Stadt­echo-Kolum­ne von Flo­ri­an Herrn­le­ben geht es um gewis­se Facebook-Fakeaccounts.

Neu­es Jahr, neu­es Glück. Und altes Pro­blem, nur schlim­mer. Ich will nicht her­um­lü­gen: Es ist Mit­te Dezem­ber, der Redak­ti­ons­schluss für das Stadt­echo und damit für die Kolum­ne des all­seits belieb­ten wie zot­te­li­gen Stadt­echo-Kolum­nis­ten, der immer lie­ber drei Tage zu spät abgibt als zwei Tage zu früh, um eini­ger­ma­ßen aktu­ell zu sein, wur­de um fast eine gan­ze Woche vor­ge­zo­gen, weil angeb­lich Weih­nach­ten vor der Tür steht und das mit Druck und Ver­tei­lung sonst über die Fei­er­ta­ge nicht hin­haut, sagt der Chef­re­dak­teur. Jaja­ja. Ver­damm­te Axt! Ihr könnt gern mal aus­rech­nen, wo ich grad im Moment zeit­lich unter­wegs bin, wenn ihr das lest.

Ich sag es euch: Gera­de eben war die letz­te Stadt­rats­sit­zung 2021, man hat den Haus­halt durch­ge­prü­gelt und die aktu­el­len Coro­na­zah­len aus­wen­dig gelernt. Unterm Strich hat man über vier Stun­den lang um den hei­ßen Brei geredet:

Bam­berg befin­det sich momen­tan in der größ­ten Kri­se seit… seit… Ja, seit Okto­ber oder Novem­ber, als ich das mit dem VGH-Urteil über die hops­ge­gan­ge­ne Zweck­ent­frem­dungs­sat­zung the­ma­ti­siert hab. Nur trifft es dies­mal nicht die Stadt­ver­wal­tung, son­dern sehr dezi­diert die SPD und ihren Frak­ti­ons­chef. Für alle, die es nicht mit­be­kom­men haben, weil sie bei­spiels­wei­se unter einem Stein im Hauptsmoor­wald woh­nen: Es kam wie im ver­gan­ge­nen Jahr kurz vor Weih­nach­ten erneut recht dicke. Wie­der FT, wie­der BR, dies­mal „quer“, wie­der Flo­ri­an Herrnleben.

Euer all­seits belieb­ter und vor allem gut­aus­se­hen­der Klein­stadt-Kaba­ret­tist und ‑Kolum­nist hat­te über sei­nen Blog nur ein paar Face­book-Fake­ac­counts auf­flie­gen las­sen, die – diplo­ma­tisch gesagt – ten­den­zi­ös pro Rat­haus, Star­ke und SPD und con­tra Pres­se argu­men­tiert haben. Die Inhal­te der Kom­men­ta­re, die Spiel­wie­sen der drei Hal­lo­dris wie Bam­berg Facts und das Pro­fil von Klaus Stier­in­ger lie­ßen den Ver­dacht auf­kei­men, dass eine gewis­se Nähe zu den vir­tu­ell-digi­ta­len Play­back­sän­gern bestehen könnte.

Es hät­te eini­ger­ma­ßen glimpf­lich aus­ge­hen kön­nen, weil man das The­ma mit dem bekann­ten König­stra­ßen­re­flex „Wer ist schon die­ser Herrn­le­ben?!“ wohl am liebs­ten hät­ten aus­sit­zen wol­len, wenn nicht…. Ja, wenn nicht vier Her­ren der BR-Sen­dung „quer“ in Bam­berg, genau­er gesagt in der König­stra­ße vor­bei­ge­schaut hät­ten. Unser Klau­si gab zu, die Fake­ac­counts zu ken­nen, gut zu ken­nen, und „ok“ zu fin­den. – Hin­ter­her ist man immer schlau­er und wer von uns ist schon TV-Pro­fi, aber: Es war, soviel kann man jetzt schon sagen, nicht die geschick­tes­te aller Ant­wor­ten für einen ech­ten Politiker.

Ers­te Reak­ti­on nach die­sem even­tu­ell aus­bau­fä­hi­gen BR-Auf­tritt: Der SPD-Frak­ti­ons­chef macht – Stand heu­te – für ein paar Wochen bis Mona­te den Pre­ka­ri­ats-Hel­mut, um dann anschlie­ßend wei­ter­zu­scheu­ern. Man­gels Glas­ku­gel ver­mag ich aber nicht zu beur­tei­len, was ihr Mit­te oder Ende Janu­ar, wenn ihr das Heft hier zum Lesen zwi­schen den Fly­ern in eurem Lieb­lings­ca­fé her­vor­ge­kramt habt, im tages­ak­tu­el­len FT fin­det. Es könn­te gewis­se inhalt­li­che Dis­kre­pan­zen zwi­schen dem Schrieb hier und den Tat­sa­chen geben.

Aber das, und das möch­te ich abschlie­ßend beto­nen, liegt nicht an mir und dass ich irgend­was fal­sches behaup­ten wol­len wür­de, son­dern dar­an, dass ich Mit­te Dezem­ber was für Janu­ar ablie­fern soll, was dann auch noch stimmt, wenn ihr es lest. Ver­damm­ter Redaktionsschluss!

Gutes Neu­es!

Kolum­ne

Flo­ri­an Herrn­le­ben über 2021

In sei­ner aktu­el­len Stadt­echo-Kolum­ne wirft Flo­ri­an Herrn­le­ben einen Blick zurück auf das Jahr 2021 und auf eini­ge der poli­ti­schen Errun­gen­schaf­ten – zwin­ker, zwin­ker -, die es in Bam­berg mit sich brachte.

Und schon ist ein Jahr vor­bei. Und es endet, wie es begon­nen hat: Coro­na, ein The­ma, das ich auf­grund sei­ner Omni­prä­senz in mei­nen Ver­laut­ba­run­gen eher schmal gehal­ten hab, um ande­ren Inhal­ten Raum zu geben, schießt mit einer Unauf­halt­sam­keit durch Bam­berg wie sonst nur Staats­an­walt­schaf­ten durch das Rat­haus. Es jäh­ren sich aber nicht nur die Inzi­den­zen. Auch der an die Pres­se durch­ge­sto­che­ne BKPV-Bericht über die eher – sagen wir – libe­ra­le Aus­le­gung der Tarif­ge­set­ze im öffent­li­chen Rat­haus-Dienst fei­ert sei­nen ers­ten Geburts­tag in mei­nem Gift­schrank. Die Ver­ant­wor­tung, die mir der Typ im Bat­man-Kos­tüm mit Über­ga­be des Prüf­be­richts über­tra­gen hat, war nicht ohne. Aber wir haben viel erreicht, denk ich. Sowohl mit mei­nen Ver­laut­ba­run­gen im Stadt­echo, als auch mit Herrn­le­bens Über­stun­de im Internetz.

Ich habe ver­sucht, euch Tarif­ge­set­ze zu erklä­ren, hab das Arbeits­zeit­ge­setz erläu­tert und näher­zu­brin­gen ver­sucht, dass es total unrea­lis­tisch oder wenigs­tens nicht all­zu geset­zes­treu ist, wenn arme Rat­haus­see­len Woche für Woche 60 Stun­den arbei­ten müs­sen. Und so haben wir gelernt, die Stadt Bam­berg womög­lich eine Bohr­in­sel betrei­ben müss­te, weil nur „off­shore“ das Arbeits­zeit­ge­setz nicht greift.

Wir haben aus­ge­rech­net, dass unser Vor­zei­ge-Rat­haus­mit­ar­bei­ter Schor­schi wohl nachts zwi­schen dem 1. und 2. Weih­nachts­fei­er­tag Über­stun­den schiebt, um im stau­bi­gen Hei­zungs­kel­ler des Rat­hau­ses Atom­müll von links nach rechts zu schich­ten, um die not­wen­di­gen Zuschlä­ge zu erhal­ten. Oder anders, im Tarif­recht­ler­deutsch: Weih­nachts­zu­schlag, Sonn­tags­zu­schlag, Nacht­zu­schlag, Über­stun­den­zu­schlag, Staub­be­las­tungs­zu­schlag, nicht kli­ma­be­ding­ter Hit­ze­ein­wir­kungs­zu­schlag plus Strah­lungs­ex­po­si­ti­ons­zu­schlag kön­nen zusam­men locker 100 Pro­zent Lohn­zu­schlag ergeben.

Wir haben gelernt, dass es ein Ober­bür­ger­meis­ter not­falls im Allein­gang schafft, weg­ge­fal­le­ne Über­stun­den­pau­scha­len mit Eil­ver­fü­gun­gen, Höher­grup­pie­run­gen und Beför­de­run­gen zu kom­pen­sie­ren, wenn man sie einem neu­en Per­so­nal­se­nat in der ers­ten Sit­zung der Legis­la­tur unter­ju­belt und alle ande­ren Stadt­rä­te mit dem Abhän­gen von Bay­er­lein-Schmie­re­rei­en ablenkt. Wir haben gelernt, dass man den §353b des Straf­ge­setz­bu­ches (Ver­let­zung des Dienst­ge­heim­nis­ses und einer beson­de­ren Geheim­hal­tungs­pflicht) gleich­zei­tig doof und gut fin­den kann, weil man des­halb einer­seits selbst einen Straf­be­fehl wegen Adress­da­ten­schutz drü­ber­ge­bre­zelt bekommt, weil er aber auch ande­rer­seits als Grund­la­ge zur Ver­fol­gung von Whist­le­b­lo­wern nutzt. Nichts beschreibt die absur­de Bam­ber­ger Recht­auf­fas­sung besser.

Über­haupt! Den Begriff “Eige­ne Rechts­auf­fas­sung” haben wir auch ganz neu in unse­ren Wort­schatz auf­ge­nom­men. Wir haben gelernt, dass ach-wie-wit­zi­ge Ertrin­ke-Foto­pos­tings in Face­book zeit­gleich zur gro­ßen Flut gar nicht ach-so-gut ankom­men bei Leu­ten in Nord­rhein-West­fa­len, denen gan­ze Häu­ser weg­ge­spült wur­den. Wir haben gelernt, dass auch der VGH die Rechts­au­fas­sung der Stadt Bam­berg nur bedingt teilt, und vor allem dann nicht, wenn das Auto­gramm unse­res Rat­haus­chefs fehlt oder der Sta­pel Papier nicht ver­nünf­tig zusam­men­geta­ckert ist. Und zuletzt haben wir noch gelernt, dass man Sit­zungs­vor­la­gen nur soweit trau­en soll­te wie der Reiß­fes­tig­keit von gel­ben Säcken.

Ne, ja! Also! War ein span­nen­des Jahr, die­ses 2021!

Nur was die Bewäl­ti­gung der Pan­de­mie betrifft, da haben wir nix, also über­haupt gar nix gelernt.

Fro­hes Fest, kommt gut rüber und bleibt gesund!

Ihr Flo­ri­an Herrnleben

Kolum­ne

Flo­ri­an Herrn­le­ben über Zweckentfremdungen

Jeden Monat das Glei­che. Wochen­lang bin ich am Über­le­gen, was ich den geneig­ten Stadt­echo-Lesern im nächs­ten Monat auf die Fuß­mat­te vor die Tür legen kann. Und Monat für Monat stol­pern – mal mehr, mal weni­ger öffent­lich­keits­wirk­sam – die Stadt­ver­wal­tung und ihre Obers­ten im letz­ten Moment kurz vor Redak­ti­ons­schluss über klei­ne, fie­se Pol­ler, die sich – im Unter­schied zu den Uns­ri­gen in der Sand­stra­ße zuver­läs­sig – unbe­merkt in den Weg gelif­tet haben. Da lässt sich unse­re Rat­haus­ober­schicht nicht lum­pen, auch auf unse­ren OB ist da Verlass.

In den ver­gan­ge­nen Tagen mach­te eine feh­len­de Unter­schrift unse­res Chef­un­ter­zeich­ners die Run­de. Wie (zufäl­lig, Zwin­kers­mi­ley ins Rat­haus) bekannt wur­de, bekam die Stadt vom Baye­ri­schen Ver­wal­tungs­ge­richts­hof zum wie­der­hol­ten Male die Levi­ten gele­sen, weil man das Aus­fer­ti­gen von offi­zi­el­len Doku­men­ten eher ent­spannt ange­gan­gen war. “Da, druck des amoll aus! Des is etz unner Gesetz!” reicht halt vor Gericht nicht. Kon­kret ging es um die soge­nann­te Zweck­ent­frem­dungs­sat­zung, die man­gels kor­rek­ter Aus­fer­ti­gung für den Zeit­raum 2019/​2020 für unwirk­sam erklärt wurde.

Zweck­ent­frem­dungs­sat­zung? – Klingt erst­mal mit­tel­mä­ßig sper­rig, aber Insi­dern dürf­te bekannt sein, dass es sich dabei nicht um Rege­lun­gen zu Über­stun­den­pau­scha­len han­delt, die man – zweck­ent­frem­det – für recht­lich nicht mög­li­che Höher­grup­pie­run­gen ver­wen­den woll­te. Auch geht es nicht um ein Steh­ca­fé am Schön­leins­platz, das man – auch zweck­ent­frem­det – als Out­door-Sit­zungs­saal für die ganz wich­ti­gen Ent­schei­dun­gen nutzt. Es sind auch nicht die AGB eines ehe­mals unab­hän­gi­gen Bam­ber­ger Face­book­por­tals, das man nun als SPD-Wer­be­platt­form missbraucht.

Nein, die in den letz­ten Tagen so oft erwähn­te “Zweck­ent­frem­dungs­sat­zung” soll die Situa­ti­on auf dem ange­spann­ten Immo­bi­li­en­markt in Bam­berg verbessern.

Weil in Bam­berg inzwi­schen 16 Qua­drat­me­ter-Wohn­klos für Stu­den­ten bekannt­lich ger­ne mal 1.600 Euro kalt pro Monat kos­ten und man mun­kelt, dass es Sinn macht, bereits mit dem Säug­ling bei einem Mak­ler vor­stel­lig zu wer­den, damit der ihn auf die War­te­lis­te für eine aus­rei­chend gro­ße Woh­nung zur Fami­li­en­grün­dung 25 Jah­re spä­ter setzt, hat die Stadt Bam­berg der Zweck­ent­frem­dung von Wohn­raum den Kampf ange­sagt: Kei­ne undis­ku­tier­te, “zweck­ent­frem­den­de” Umwand­lung in eine Gewer­be­im­mo­bi­lie, schon gar nicht in eine Ferienwohnung.

In mei­ner libe­ral-christ­lich-öko­lo­gisch-sozia­len Brust schla­gen meh­re­re Her­zen. Ist so viel Markt­ein­griff in Ord­nung? Feri­en­woh­nungs­be­trei­ber: Selbst schuld, Augen auf bei der Berufs­wahl? Darf man sehen­den Auges Immo­bi­li­en­prei­se bis auf Münch­ner Niveau stei­gen las­sen? Wel­cher Rat­haus­prä­mi­en­pre­mi­um soll sich das noch leis­ten kön­nen? Darf man den Innen­stadt­be­woh­nern Woche für Woche Hor­den von Tou­ris­ten durch die Vor­gär­ten jagen und ihnen gleich­zei­tig die Chan­ce neh­men, ein paar Euro dar­an mit­zu­ver­die­nen? Wer bezahlt denn die denk­mal­kon­for­me Restau­rie­rung des Sand­stein­so­ckels am Alt­bau, wenn der sich in Fol­ge der jah­re­lan­gen Pene­tra­ti­on durch Magen­säu­re und Bla­sen­in­halt zu zer­set­zen beginnt, weil man ein Sau­fe­vent nach dem ande­ren in der Innen­stadt fei­ern muss? Ist es sozi­al, den Markt zuse­hends ver­knap­pen zu las­sen, so dass Woh­nun­gen jen­seits der 100 Qua­drat­me­ter inzwi­schen so viel kos­ten wie ganz hin­ten im Land­kreis, Rich­tung Unter­fran­ken, Grund­stü­cke mit 10.000 Qua­drat­me­ter samt Haus? Letz­te Fra­ge: Darf die Stadt auf pri­va­te Immo­bi­li­en­be­sit­zer zei­gen, wenn sie in den letz­ten – sagen wir – 15 Jah­ren unter SPD-Regent­schaft am Chef­ses­sel genau wie vie­le Sozi­al­woh­nun­gen durch ihre Töch­ter hat bau­en lassen?

Die ers­te, stüm­per­haf­te Aus­fer­ti­gung der Zweck­ent­frem­dungs­sat­zung flog der Stadt schon um die Ohren. Ob der zwei­te Ver­such erfolg­rei­cher war, wer­den wohl wie­der Gerich­te ent­schei­den. Aber zum Glück ist die Stadt­flucht ja bereits in vol­lem Gan­ge, da sind sich vie­le Exper­ten einig. Auch Bam­bergs Ein­woh­ner­zah­len wer­den wohl in die­sem Jahr zum zwei­ten Mal sin­ken. Viel­leicht brau­chen wir die Zweck­ent­frem­dungs­sat­zung bald gar nicht mehr und wir haben dann eine zweck­ent­frem­de­te, aber immer­hin unter­schrie­be­ne Zweck­ent­frem­dungs­sat­zung. Juhu!

Kolum­ne

Flo­ri­an Herrn­le­ben über Das, was bis­her geschah

Ich kann nicht mal direkt sagen, wor­an es liegt, dass ich das Gefühl hab´, seit mei­ner letz­ten Kolum­ne für die August­aus­ga­be zieht sich die Zeit wie Kau­gum­mi unten am Schuh sams­tag­abends in der Sand­stra­ße. Aus acht Wochen wur­den gefühl­te acht Jahre.

Viel­leicht liegt es an der sprich­wört­li­chen Über­flu­tung der kom­plet­ten Stadt mit gäh­nend lang­wei­li­gen Wahl­pla­ka­ten, die einem in einer Art Water­boar­ding mit den immer und immer glei­chen Flos­keln die jeweils eige­nen Wahr­hei­ten ein­zu­häm­mern ver­su­chen. In einer Stadt, die aus­sieht wie eine abge­ranz­te und zuge­kleis­ter­te Bahn­hofs­un­ter­füh­rung, muss die Zeit wohl eher schlep­pend ver­ge­hen. Es stimmt uns aber bereits jetzt auf die kom­men­den Jahr­zehn­te ein, die wir uns ver­kehrs­tech­nisch durch die Stadt schlep­pen wer­den. Ach nein? – Haha! Es glaubt doch hof­fent­lich nie­mand ernst­haft dran, dass der Bahn­durch­bruch rei­bungs­los, gar unbe­merkt, ohne Ver­zö­ge­run­gen, zusam­men­ge­fasst ohne Grün­de für mich zum Läs­tern ver­läuft. Aber ande­res The­ma, da kom­men wir irgend­wann drauf.

Alle Nase lang wer­de ich aktu­ell gefragt, ob denn nun die Luft drau­ßen sei aus dem Über­stun­den­skan­dal oder – wie ihn Rat­haus­ge­treue nen­nen – aus dem soge­nann­ten Skandal.

Aber schaut! – Nicht nur die Pres­se und ich haben uns zum Som­mer­schlaf unter die Bier­bank eines hei­mi­schen Bier­kel­lers gelegt. Die Staats­an­walt­schaft in Hof, der ich auch in den letz­ten Wochen regel­mä­ßig auf den Wecker gegan­gen bin wie ein Fünf­jäh­ri­ger auf der Fahrt in den Urlaub hin­ten im Auto (“Habt ihr schon was? Wann habt ihr denn was? Darf ich was fra­gen?”), hat sich wahr­schein­lich auch lie­ber an einen Strand geflackt als sich die drei­stel­ligs­te, zusam­men­ge­scrab­bel­te Rechts­auf­fas­sung der Stadt zu den inzwi­schen all­seits bekann­ten Gehalts­gud­dis vor­schwur­beln las­sen zu müs­sen. Des­halb, und nur des­halb ging wohl nix vor­wärts. Des­halb wur­de nix geschrie­ben. – In der Halb­zeit­pau­se fällt halt kein Tor, so ein­fach ist es.

Um euch den Ein­stieg in die nächs­ten Wochen, in denen aller­lei zu erwar­ten ist, ein wenig zu erleich­tern, hab ich mich zu einer klei­nen Zusam­men­fas­sung des Gesche­he­nen ent­schlos­sen. 2019: Der Baye­ri­schen Kom­mu­na­le Prü­fungs­ver­band hat in sei­nem Bericht rei­hen­wei­se – sagen wir – wacke­li­ge Mehr­auf­wands-Prä­mi­en-Zah­lun­gen an man­che Mit­ar­bei­ter moniert. Die­ser Bericht schlug nicht ganz zufäl­lig Ende letz­ten Jah­res bei ver­schie­de­nen Pres­se­ver­tre­tern und mir auf. Wir haben es ein wenig breit­ge­tre­ten, die Staats­an­walt­schaft Hof hat die Ermitt­lun­gen auf­ge­nom­men, dem OB und ande­ren hoch­ran­gi­gen Rat­haus­mit­ar­bei­tern einen Besuch abge­stat­tet und Per­so­nal­un­ter­la­gen zum Sor­tie­ren in Kis­ten gepackt und mit­ge­nom­men. Auch die Regie­rung von Ober­fran­ken sowie eine unab­hän­gi­ge Kanz­lei fan­den inzwi­schen, dass die Rat­haus­ober­schicht man­che Tarif­ge­set­ze vor allem immer dann arg fle­xi­bel aus­ge­legt hat­te, wenn es nicht um die unters­te Unter­schicht im Rat­haus ging. Am Max­platz hat man 2020 trotz­dem kräf­tig per Eil­ver­fü­gung wei­ter­be­för­dert, nach der Stadt­rats­wahl ein paar Pos­ten ver­scha­chert und Refe­ra­te umge­baut. Der Stadt­rat hat sich – nach einer halb­jäh­ri­gen Schock­star­re – im Früh­som­mer 2021 wenigs­tens mal dazu ent­schie­den, offi­zi­ell und höf­lich beim OB nach­zu­fra­gen, ob denn was Außer­ge­wöhn­li­ches pas­siert sein könn­te in den ver­gan­ge­nen Mona­ten, weil irgend­wie stän­dig was im FT steht. Der OB hat dann grob zusam­men­ge­fasst gesagt, dass es wich­ti­ger ist, gemein­sam in die Zukunft zu schau­en, und zwar „nach­her auf dem Bier­kel­ler“. In der Aus­sicht auf „Bier und Brot­zeit aufs Haus“ gab es kei­ne Rück­fra­gen, außer „Sind Tische reser­viert?“ und „Wer sitzt nach­her neben wem?“

Jetzt geht es jeden­falls wie­der los und für die ent­schei­den­den Fra­gen habt ihr ja mich. Ich kann hof­fent­lich dafür sor­gen, dass die Zeit bis Weih­nach­ten schnel­ler, unter­halt­sa­mer und gehalt­vol­ler ver­geht als die letz­ten acht Wochen.

Kolum­ne

Flo­ri­an Herrn­le­ben über FREIEN EINTRITT!!1!1!!!

EINTRITT FREI!11!!1! – Seit Jah­ren stand kaum ein Slo­gan mehr für die Event­tra­di­ti­on in der Bam­berg Innen­stadt. Wenn 100.000 bis 1.000.000 Men­schen nur wegen des City­ma­na­gers nach Bam­berg pil­ger­ten, um die zur kos­ten­lo­sen Welt­ret­tung für alle in Gold geman­tel­ten Pre­mi­ume­vents zu bestaunen.

Büh­ne vor­ne am Max­platz, Bier­bän­ke davor, und drum­her­um in der immer exakt sel­ben Rei­hen­fol­ge: Würs­tel­bu­de, Bier­bu­de, Würs­tel­bu­de, Bier­bu­de. Band vom Kum­pel vom Din­gens spielt, der größ­te Unter­schied zwi­schen all den Events war im Wesent­li­chen das Datum. Und sind wir mal ehr­lich: Wich­tig ist die Anwe­sen­heit sei­ner Hei­lig­keit. – Wir hat­ten uns so an das Kon­zept gewöhnt, das doch für alle Ver­an­stal­tun­gen auf dem Max­platz für alle Ewig­keit in Stein gemei­ßelt wor­den zu sein schien.

Und nun? “EINTRITT FREI!!!1!!” fällt!? Das die König­stra­ße jähr­lich in gro­ßen Let­tern auf Ban­nern über­span­nen­de hei­ligs­te Cre­do wird plötz­lich über Bord gewor­fen? Neee! Wegen die­ser bes­se­ren Grip­pe? – Nicht für Super­klau­si. Wo ande­re (aber die sind ja auch nicht ganz so klug) ein Preis­schild an die Ticket­bu­de nageln müs­sen, kramt unser Stadt­mar­ke­ting­chef in der Scrabb­le­kis­te für Stadt­mar­ke­ting­chefs und puz­zel­te sich den Begriff „Schutz­ge­bühr“ zusammen.

Nun ist Schutz­ge­bühr kein wirk­lich – wie der Namen ver­mu­ten las­sen könn­te – geschütz­ter Begriff. Man erwar­tet eine Gebühr, die vor Miss­brauch schützt, wie bei der Bestel­lung eines dicken Ver­sand­ka­ta­lo­ges. Begrün­det mit dem begrenz­ten Platz­an­ge­bot wegen Coro­na. Am Ende reser­viert jemand und kommt nicht. Ihr kennt mich, ich hab immer größ­tes Ver­ständ­nis für alle. Das kann ich nachvollziehen.

Unser oft zitier­ter Schorsch Dot­ter­weich, heu­te ein Land­kreis­be­woh­ner, packt also – so rein bei­spiels­hal­ber – sowohl Frau als auch fünf­jäh­ri­gen Sohn und sie­ben­jäh­ri­ge Toch­ter ins Auto, um die pro­kla­mier­te EINTRITT-FREI!1!!1!-Kultur des Bam­ber­ger Stadt­mar­ke­tings zu besu­chen. Damit sich der Trip lohnt, wol­len sie direkt zwei Kon­zer­te auf dem Bam­ber­ger Max­platz besu­chen. Die kos­ten­lo­sen Tickets hat er natür­lich im Vor­aus bereits über den Shop des Stadt­mar­ke­tings gekauft. 4 Per­so­nen a 10 Euro a 2 Kon­zer­te. Macht mal ent­spann­te 80 Euro. Aber man kriegt es ja wie­der. Schutz­ge­bühr! Zum Glück.

Also! Auf nach Bam­berg! Nach­dem sie ihr Auto wie­der nicht direkt hin­ten auf dem Max­platz (Frech­heit!) abstel­len kön­nen, und auch nicht ein­se­hen, war­um Park­ge­büh­ren nicht bei der Schutz­ge­bühr dabei gewe­sen sein sol­len, haben sie sich eben auf einen Anwoh­ner­park­platz im süd­li­chen Insel­be­reich gestellt. Machen sie eh schon immer. Direkt der nächs­te Knal­ler: Obwohl Schorsch Dot­ter­weich mit sei­nen 80 Euro Schutz­ge­bühr ja den Ein­zel­han­del und damit die Wirt­schaft in Bam­berg nach­hal­tig stärkt, muss er sich auch noch undank­bar beschimp­fen las­sen von so einem eng­stir­ni­gen alten Anwoh­ner, weil es angeb­lich sein Park­platz wäre. Dabei ist der doch selbst schuld, wenn er in der Innen­stadt woh­nen muss.

Am Max­platz ange­kom­men, bekom­men sie 80 Euro in Form von Ver­zehr­gut­schei­nen. Cool. Jetzt heißt es ran­hal­ten, denn die Din­ger ver­fal­len am Abend, heißt es. Schorsch stellt sich, noch bevor das ers­te Kon­zert rich­tig los­geht, vier Seid­la in den Schä­del. Die Frau fährt und trinkt Was­ser, die Kin­der Limo. Nach­dem die Kin­der schon – die 80 Euro müs­sen ja weg – nach jeweils zwei Paar Brat­würs­te, einer gan­zen Piz­za und vier Crê­pes das Jam­mern anfan­gen, spült Schorsch sich halt mit noch mal zwei Seid­la die vier ande­ren Seid­la hin­un­ter. Die Frau hat kei­nen Appe­tit mehr auf die Fres­sa­li­en am Max­platz. Die Stim­mung kippt. Den Kin­dern ist schlecht. Die Musik gefällt ihnen gar nicht. Aber bevor nicht wirk­lich der letz­te Gut­schein ver­braucht ist, geht hier aber nie­mand heim. Wer weiß schon, wo das übri­ge Geld landet!

Zum Glück war der EINTRITT FREI!1!!!!

Kolum­ne

Flo­ri­an Herrn­le­ben über Unte­re Brü­cken und Unterbürgermeister

Waren das noch Zei­ten, als sich nur ein paar ein­zeln Ver­spreng­te zum Pro­sec­co­s­töß­chen in der König­stra­ße getrof­fen haben. Aus den zwei, drei vor­bild­haf­ten Irr­lich­tern sind inzwi­schen ein paar Hun­dert auf der unte­ren Brü­cke gewor­den, die Wochen­en­de für Wochen­en­de nicht nur mit Pro­sec­co anstoßen.

Da hel­fen Ver­zicht auf To-go-Ver­kauf und Alko­hol­ver­bot herz­lich wenig. Wäh­rend die Poli­zei frü­hes­tens in dem Moment ein­greift, wo mehr Pro­mil­le als Men­schen auf den Brü­cken­mau­ern tan­zen, kneift der Stadt­rat – wie so oft, wenn es um nahe­lie­gen­de Ange­le­gen­hei­ten von Anwoh­nern geht – mit aller Gewalt die Augen zu und setzt auf Dia­log (a.k.a. Blahblah).


Aber das ist nichts Neu­es. Die Innen­stadt wur­de über Jah­re hin­weg zum gesetz­lo­sen Raum. Das ewig bemüh­te “Selbst schuld, wenn man da woh­nen muss” hat sich fest in die Gehir­ne des gemei­nen Par­ty- und Eventstadt­rats ein­ge­brannt. Man hat sich auf der Insel bereits dar­an gewöhnt, dass sich nach den Sauf- und Fres­se­vents auf dem Max­platz Schnei­sen der Ver­wüs­tung – gesäumt von halb­ver­dau­ten Essens­res­ten und Urin – aus der Innen­stadt nach drau­ßen zie­hen. Die Anwoh­ner, schon gar nicht ein­zel­ne, zäh­len bei kon­kre­ten Pro­ble­men nicht. Selbst schuld!

Und nicht nur hier. Schaut man auf die Dis­kus­sio­nen rund um den Ent­schei­dungs­pro­zess in der Erlich­stra­ße, fühlt man sich in sei­nem Ver­dacht nur bestä­tigt. Auf Basis einer wild aus­ge­leg­ten Unter­schrif­ten­lis­te an einem Kiosk sol­len poli­ti­sche Mei­nungs­bil­dung erfolgt und Ent­schei­dun­gen getrof­fen wor­den sein, wie­der getreu dem Mot­to: Das Indi­vi­du­um ist selbst schuld, wenn es da wohnt, wo ande­re einen Gang hoch­schal­ten wol­len, ent­we­der auf dem Fahr­rad oder im Voll­rausch. “Soll es halt weg­zie­hen, wenn es hier­her­ge­zo­gen ist. Oder ster­ben, wenn es schon immer hier lebt!”

Und wäh­rend da vie­le den nächs­ten Fahr­rad-Lob­by­is­ten-Skan­dal ver­mu­ten, zuckt unser Andi ent­spannt mit den Schul­tern und ver­weist auf gute, alte Kaf­fee-Kiosk-Tra­di­tio­nen: “Stellt euch net oooh, wecher den­na boäh Fahr­rä­der dohindn! Jah­re­lang ham­mer unser Per­so­nal ohne gro­ße Unter­schrif­ten­lis­ten vom Ron­do aus nauf- und nun­der­grup­piert und beföd­dert! – Hod ah kann gstört!”

Apro­pos! Es kommt Bewe­gung in die Sache, seit der zwei­te Bür­ger­meis­ter laut und deut­lich von unrecht­mä­ßi­gen Ver­gü­tun­gen spricht, die – er sei sehr froh dar­über – vom Baye­ri­schen Kom­mu­na­len Prü­fungs­ver­band auf­ge­deckt wur­den. Man könn­te fast mei­nen, dass da jeman­dem das mona­te­lan­ge Schön­ge­schwur­bel der städ­ti­schen Pres­se­stel­le gewal­tig auf den Keks gegan­gen ist. Aber auch nur fast, denn eigent­lich hat er ja auch nur das per Face­book­kom­men­tar in die Welt hin­aus gepos­tet, was die Welt schon weiß.

Man darf den Kom­men­tar unter dem Face­book­pos­ting eines ein­schlä­gig bekann­ten Klein­stadt­ka­ba­ret­tis­ten nicht über­be­wer­ten, aber im Rat­haus scheint die Stim­mung nicht ganz so and­i­son­nen­oran­ge wie offi­zi­ell pro­pa­giert. Es könn­te der Auf­takt zu einer grö­ße­ren, öffent­li­chen Dis­kus­si­on um poli­ti­sche Kon­se­quen­zen im Über­stAn­di-Skan­dal sein. Ob unser aller Andi bis zum Ende der Legis­la­tur im Amt bleibt? Und wenn nicht, was gibt für ihn den Aus­schlag dazu, die zur Tra­di­ti­on gewor­de­nen Raz­zi­en im Rat­haus lie­ber aus der Fer­ne zu beob­ach­ten. Wird unser Andi zum bemit­lei­dens­wer­ten Bau­ern­op­fer zwi­schen kru­den Rechts­auf­fas­sun­gen und haar­sträu­ben­den Pres­se­sprech­flos­keln, zum Box­sack von Münch­ner Prü­fungs­klein­ka­riert­heit und über­am­bi­tio­nier­ter Staats­an­walt­schaft? Span­nen­de Wochen ste­hen uns bevor!

Aber auf Indi­vi­du­en, das haben wir gelernt, kann kei­ne Rück­sicht genom­men wer­den. Selbst schuld!

Kolum­ne

Flo­ri­an Herrn­le­ben über Die letz­ten Monate

Herbst 2020. Die SPD fei­er­te noch ihren OB, die Grü­nen fan­den ihr Pos­ten­ge­scha­che­re noch top, die CSU stol­per­te durch ihre neue Rol­le in der Oppo­si­ti­on, die Wahl­da­ten­schutz­num­mer schien ver­eist, Zula­gen waren gestri­chen, Wer­der Bre­men pen­del­te noch irgend­wo zwi­schen Platz 7 und 10 der Bun­des­li­ga­ta­bel­le. Alles supi in Bamberg!

War es auch mei­ne letz­te Print­ko­lum­ne zeit­lich um den kur­zen Wel­len­bre­cher­lock­down im… äh… Novem­ber 2020, als ich mir vom Christ­kind den Bericht des Baye­ri­schen Kom­mu­na­len Prü­fungs­ver­bands unter den Christ­baum gewünscht hat­te? Ja, oder? – Die stadt­rä­ti­schen und ‑rätin­ni­schen Reak­tio­nen folg­ten auf den Fuß: Was ich da wie­der behaup­ten wür­de? Ewi­gen Ver­mu­tun­gen wür­de ich hin­ter­her­hum­peln! Und über­haupt, es wäre doch nur eine per­sön­li­che Lie­bes­ge­schich­te zwi­schen mir und unse­rem Chef­sa­chen­chef. Kann ja auch nicht sein, dass so ein daher­ge­lau­fe­ner Hans­wurst, so ein Ein­hei­mi­scher, so ein unpro­mo­vier­ter Urein­woh­ner mehr weiß und mit­be­kommt als die Gesalbt… Gewählten!

Ich muss­te gar nicht bis zum Hei­li­gen Abend war­ten. Schon deut­lich vor­her lag der Bericht – rotes Schleif­chen drum­her­um – bei mir im Vor­gar­ten (Ich hab kei­nen Vor­gar­ten, aber ich weiß, dass sich nun Leser den­ken: “Ahhh! Im Vor­gar­ten also! Ein Hinweis!”).

Wäh­rend die einen Rats­her­rin­nen und ‑damen (wit­zi­ger­wei­se erheb­li­che Schnitt­men­ge zu oben) fast belei­digt waren, dass halb Bam­berg über einen Bericht sprach, der anfangs nur für Mit­glie­der des Rech­nungs­prü­fungs­aus­schus­ses, ein paar Jour­na­lis­ten und einen Klein­stadt­ka­ba­ret­tis­ten bestimmt war, und sie daste­hen und zugu­cken, so wie der König Max im Brun­nen, woll­ten die, die den Bericht offi­zi­ell hat­ten, ihn lie­ber nicht ver­ste­hen und schei­ter­ten vor­sorg­lich an Initia­len und Num­mern. (Idee: Einen kön­nen wir nun Rich­tung Bun­des­tag hochloben.)

Lan­ge Rede, aber sechs Mona­te spä­ter hat nahe­zu jede Zei­tung im süd­deut­schen Raum zumin­dest schon ein­mal über die Bam­ber­ger Über­stAn­dis berich­tet, die Schorschs, Gund­as und Lies­beths die­ser Stadt wis­sen auch Bescheid, der Rech­nungs­prü­fungs­aus­schuss (bis­lang das Hirsch­knock der Stadt­rats­gre­mi­en) hat öffent­lich getagt und eine Koope­ra­ti­on aus Staats­an­walt­schaft Hof und Kri­po Coburg hat unser Rat­haus auf links gestülpt. Das The­ma scheint allgegenwärtig.

Apro­pos! Der Betriebs­aus­flug der Hofer Staats­an­wäl­te war auch nur einer der vier Kinn­ha­ken inner­halb weni­ger Stun­den. Auf die Ein­la­dung zu einem klei­nen Daten­schutz­ge­richts­ter­min für unse­ren OB vor dem Amts­ge­richt Bam­berg, die der FT anschlie­ßend groß­flä­chig bekannt mach­te, folg­te ein Abstim­mungs­fi­as­ko im Stadt­rat, bei dem sich mehr oder weni­ger ein­zig die CSU hin­ter ihr rot-grü­nes Ober-Bür­ger­meis­ter-Duo stell­te. Deren eige­ne Frak­tio­nen (neu­er Name der Koope­ra­ti­on: “Bam­berg Fracts”) mach­ten das, was man bei einem ange­zähl­ten Ober­bür­ger­meis­ter der eige­nen Par­tei­en­ko­ali­ti­on macht: Man tritt ihm von hin­ten in die Knie­keh­len. Dass der SPD-Front­mann (Angeb­li­ches Grün­dungs­mit­glied der Selbst­hil­fe­grup­pe “Anony­me Sta­ya­wa­ke­l­er”) kei­nen Bock auf Brü­cken­sper­run­gen hat, war klar. Dass die Grü­nen auf Dia­log – not­falls mit Was­ser­wer­fern und Schlag­stö­cken – ste­hen, ver­wun­dert mich aller­dings. Und zuletzt besie­gel­te Wer­der Bre­men am dar­auf­fol­gen­den Wochen­en­de auch noch sei­nen Abstieg in die 2. Fuß­ball­bun­des­li­ga und bescher­te unse­rem OB (gleich­zei­tig beken­nen­der Bre­men­fan) schon ein­mal eine klei­ne Visi­on auf sei­ne per­sön­li­chen kom­men­den Wochen und Monate.

Natür­lich steht es jedem frei, immer und immer wie­der gebets­müh­len­ar­tig zu behaup­ten, dass alle Vor­wür­fe halt­los sind. Der BKPV-Bericht, die weg‑, her‑, hin- und zurück­ge­stri­che­nen Zula­gen, die Affä­re „Adress­gate“, sogar der Abstieg von Wer­der Bre­men, alles könn­te eine Erfin­dung, eine Kam­pa­gne der Medi­en (#lue­gen­pres­se) sein, um das Sys­tem zu schwä­chen und zugrun­de zu richten.

Ich bin gespannt, was die nächs­ten Mona­te brin­gen. Wet­ten wür­de ich aktu­ell nur dar­auf, dass Wer­der Bre­men wahr­schein­lich irgend­wann wie­der aufsteigt.

Kolum­ne

Flo­ri­an Herrn­le­ben über sei­nen Wunschzettel

Hoch die Hän­de, Jahr zu Ende. Wir haben es geschafft. Auch wenn es alt­be­kannt ger­ne heißt, dass ja nix Bes­se­res nach­kommt, ist mehr Apo­ka­lyp­se als abge­sag­te Sand­ker­wa und Steh­bier­ver­bot vorm Schlen­kerla für die Zukunft Bam­bergs kaum vor­stell­bar. Die zurück­lie­gen­den Mona­te waren hart und kaum zu toppen.

Da müss­ten unse­re Rauch­bier­braue­rei­en schon von der Rade­ber­ger-Grup­pe auf­ge­kauft wer­den, um die Dot­ter­weichs, Dechants und Eich­fel­ders die­ser Stadt spä­tes­tens zu Weih­nach­ten auf die Stech­pal­me zu bringen.

Aber lasst uns posi­ti­ve Effek­te her­aus­pi­cken: End­lich mal wirk­li­che Ruhe und Besinn­lich­keit in den eige­nen vier Wän­den. Statt gro­ßem Auf­ko­chen reicht es heu­er, der Ver­wandt­schaft, die man nicht besu­chen darf (und wahr­schein­lich auch noch nie besu­chen woll­te), die alten Plätz­chen vom letz­ten Jahr aus den gro­ßen Blech­do­sen – mit etwas fri­schem Scho­ko­guss auf­ge­motzt – per Post zu schicken.

Bam­bergs Innen­stadt­be­woh­ner freu­en sich, dass sie selbst am glüh­wein­se­ligs­ten Advents­sams­tag mal einen Anwoh­ner­park­platz bekom­men, der sonst unge­ahn­det von einem HAS-Auto zuge­parkt wäre, ohne 38 Mal im Kreis zu fah­ren und ohne Gedrän­ge in der Innen­stadt mit der größ­ten Ein-Euro-Shop-Dich­te nörd­lich der Alpen mal aus­gie­big shop­pen zu kön­nen. Ach­ja. Weihnachten.

Für eini­ge Mit­ar­bei­ter der Stadt Bam­berg schien bis vor kur­zem das gan­ze Jahr Weih­nach­ten zu sein.

Man hört von Prä­mi­en, Pau­scha­len, Zula­gen und Auf­wands­ent­schä­di­gun­gen. Ursprüng­lich hat­te mich das gar nicht inter­es­siert. Viel­mehr woll­te ich mich ein klein wenig über die Stadt­spit­ze auf­re­gen, die mit dem Timing eines besof­fe­nen Sym­pho­ni­kers und der Fein­füh­lig­keit einer mit­te-60-jäh­ri­gen Bam­ber­ger Gast­ro­ser­vice­kraft bewie­sen hat, dass man, wäh­rend man der Kul­tur­sze­ne in Bam­berg irgend­et­was zwi­schen 2,5 und 25 Pro­zent weg­streicht, das Gehalt der Kul­tur­re­fe­ren­tin als Zei­chen der Wert­schät­zung um irgend­et­was zwi­schen 2,5 und 25 Pro­zent erhö­hen kann. Als die Refe­ren­tin beteu­er­te, dass da „die Tarif­au­to­ma­tik greift“, hab ich aber Mit­leid bekom­men. Die­se Tarif­au­to­ma­tik stell’ ich mir seit­her wie ein zäh­ne­flet­schen­des Mons­ter vor, dass aus­’m Maul nach ver­go­re­nem Bier aus Kulm­bach riecht und – ZACK! – ganz über­ra­schend zugreift. Kei­ne Chan­ce sich zu weh­ren! – Aber gut. Kei­ne Neid­de­bat­ten. Wir hät­ten ja alle Pres­se­spre­chen­de wer­den können.

Zurück zu den kur­sie­ren­den, viel inter­es­san­te­ren Gerüch­ten rund um irgend­wel­che angeb­li­chen Dau­er­zu­la­gen, für die die Stadt Bam­berg irgend­wann in den letz­ten Mona­ten gehö­rig vom kom­mu­na­len Prü­fungs­ver­band auf die Fin­ger bekom­men haben soll. In einer Nacht- und Nebel­ak­ti­on muss­ten die gestri­chen wer­den, heißt es. Seit­dem – so sagt man – schram­men eini­ge Stadt­an­ge­stell­te der obers­ten Ebe­nen am Exis­tenz­mi­ni­mum und hecheln dem Weih­nachts­ge­halts­scheck unterm Christ­baum ent­ge­gen, der in die­sen Tagen ver­schickt wer­den dürf­te. Ver­ständ­lich. Die Prü­fungs­trup­pe wird nicht wegen eines Brat­wurst­gut­scheins und einer Kugel­schrei­ber­mi­ne für den Pri­vat­ge­brauch böse geschaut haben. Der Rech­nungs­prü­fungs­aus­schuss hüllt sich in Schwei­gen. Man­che wuss­ten von nix. Man­che wis­sen von nix. Und eine gewis­se Ahnungs­lo­sig­keit neh­me ich eini­gen Stadt­rä­ten auch bedin­gungs­los ab. Mal schau­en, was das nächs­te Jahr da noch an die Öffent­lich­keit schwemmt.

Jetzt war­ten mir erst­mal gespannt aufs Christ­kind. Was es uns wohl unter den Weih­nachts­baum legt? Den gebeu­tel­ten Mit­ar­bei­tern der obers­ten Ver­wal­tungs­ebe­ne hof­fent­lich schö­ne Weih­nachts­ge­haltschecks. Den Kul­tur­schaf­fen­den ein biss­chen Brot. Uns allen Welt­frie­den. Ich per­sön­lich hab mir den arg gehei­men Bericht vom kom­mu­na­len Prü­fungs­ver­band gewünscht, damit ich euch bald davon erzäh­len kann.

Fro­hes Fest! Bleibt gesund!
Euer Flo­ri­an Herrnleben