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St. Michael

Bür­ger­fest am Michaelsberg

Bam­berg fei­ert St. Michael

Am 9. und 10. Mai sind im Rah­men eines Bür­ger­fests am Micha­els­berg alle ein­ge­la­den, Ein­bli­cke in die Sanie­rung zu erhal­ten und die Eröff­nung zu fei­ern, wie die Stadt Bam­berg mitteilt.

Ein gan­zes Wochen­en­de im Zei­chen von Geschich­te, Kul­tur und Gemein­schaft: Anläss­lich der Wie­der­eröff­nung der Kir­che St. Micha­el ver­an­stal­ten Bür­ger­spi­tal­stif­tung und Stadt Bam­berg am kom­men­den Wochen­en­de ein gro­ßes „Bür­ger­fest am Micha­els­berg“. Alle Bam­ber­ge­rin­nen und Bam­ber­ger sowie Gäs­te der Welt­erbe­stadt sind herz­lich ein­ge­la­den, die ehe­ma­li­ge Klos­ter­an­la­ge neu zu ent­de­cken und die­ses beson­de­re Ereig­nis gemein­sam zu feiern.

Das Bür­ger­fest bie­tet eine ein­ma­li­ge Gele­gen­heit, die wie­der­eröff­ne­te Kir­che St. Micha­el in all ihren Facet­ten zu erle­ben – als Ort der Geschich­te, des Glau­bens, der Kul­tur und der Begeg­nung. Bereits am Sams­tag um 10 Uhr beginnt das Fest­wo­chen­en­de mit einem Eröff­nungs­got­tes­dienst in der Kir­che St. Michael.

Anschlie­ßend sind span­nen­de Hin­ter­grün­de zur Sanie­rung des belieb­ten Got­tes­hau­ses zu erfah­ren. An bei­den Tagen wer­den zahl­rei­che kos­ten­freie Füh­run­gen ange­bo­ten: am Sams­tag, dem 9. Mai, von 11.30 bis 18.30 Uhr, und am Sonn­tag, dem 10. Mai, von 10.30 bis 16 Uhr. Fach­leu­te des Baye­ri­schen Lan­des­amts für Denk­mal­pfle­ge geben span­nen­de Ein­bli­cke in die unter­schied­li­chen Gewer­ke der Sanie­rung – von Gemäl­den und Skulp­tu­ren über Wand- und Decken­ge­stal­tung bis hin zu Reli­qui­en, Tex­ti­li­en, Holz- und Metall­ar­bei­ten sowie Naturstein.

Auch das städ­ti­sche Immo­bi­li­en­ma­nage­ment infor­miert über zen­tra­le Aspek­te der Bau­maß­nah­men, etwa zu Natur­stein­fas­sa­den und Glas­ar­bei­ten. Ergän­zend beleuch­ten Exper­ten wie Ste­fan Steng­lein und Ben Schrö­der The­men rund um Sta­tik und Glo­cken, wäh­rend Prof. Dr. Dr. Ulrich Thei­ßen-Piber­nik Füh­run­gen zur Orgel anbietet.

Der BAMBERG Tou­ris­mus & Kon­gress Ser­vice erwei­tert das Pro­gramm mit the­ma­ti­schen Rund­gän­gen unter dem Titel „Dem Him­mel so nah“, die den Micha­els­berg aus neu­en Per­spek­ti­ven erschließen.


Viel­fäl­ti­ges Pro­gramm für die gan­ze Familie

Auch außer­halb der Kir­che erwar­tet die Besu­che­rin­nen und Besu­cher ein abwechs­lungs­rei­ches Pro­gramm: Auf dem Ost­pla­teau lädt eine „Fami­li­en­wie­se“ mit Hüpf­bur­gen, krea­ti­ven Mit­mach­ak­tio­nen, Bas­ket­ball und Luft­bal­lon­tie­ren zum Ver­wei­len ein. Kin­der und Jugend­li­che kön­nen sich spie­le­risch mit The­men der Denk­mal­pfle­ge aus­ein­an­der­set­zen, etwa beim Gestal­ten mit Lehm­far­ben oder bei Aktio­nen rund um den „Him­mels­gar­ten“.

Auf einer Büh­ne auf dem Ost­pla­teau sorgt die Städ­ti­sche Musik­schu­le Bam­berg und das „Trumpet Vol­un­t­a­ry“ für musi­ka­li­sche Unter­hal­tung, mode­riert durch Mar­kus Appel von Radio Bam­berg. Für Sonn­tag um 14 Uhr ist zudem ein Gruß­wort des neu­en Ober­bür­ger­meis­ters Sebas­ti­an M. Nie­der­mai­er vorgesehen.


Wis­sen, Kunst und Natur erleben

Im Kreuz­gar­ten bie­ten Kurz­fil­me zur Gene­ral­sa­nie­rung span­nen­de Ein­bli­cke in die Bau­pha­se, wäh­rend Sitz­ge­le­gen­hei­ten und musi­ka­li­sche Beglei­tung zum Ent­span­nen einladen.

Ein umfang­rei­ches Vor­trags­pro­gramm im Kreuz­gar­ten des ehe­ma­li­gen Klos­ters ver­tieft zen­tra­le The­men rund um St. Micha­el – geplant sind fol­gen­de Themen:

Gene­ral­sa­nie­rung St. Micha­el „Im Schutz des Engels“: Vor­trag vom Stif­tungs­re­fe­ren­ten Bert­ram Felix und von Bau­lei­te­rin Karin Hamper

Neue Glo­cken für St. Micha­el: Vor­trag von Ben Schrö­der und Ste­fan Stenglein

Welt­erbe Bam­berg – St. Micha­el: Vor­trag von Dr. Simo­na von Eyb, Lei­te­rin Zen­trum Welt­erbe Bamberg

Ver­bor­gen unter Putz und Erde – Archäo­lo­gie in St. Micha­el: Vor­trag vom Stadt­ar­chäo­lo­gen Dr. Ste­fan Pfaffenberger

His­to­ri­sches und Aktu­el­les zum Forst­be­trieb: Herr Klaus Schulz und Johan­nes Höl­zel (ehem. und aktu­el­ler Forstamtsleiter)


Kuli­na­rik, Hand­werk und regio­na­le Vielfalt

Zahl­rei­che Infor­ma­ti­ons- und Ver­kaufs­stän­de laden zum Aus­tausch ein – es betei­li­gen sich unter ande­rem das Baye­ri­sche Lan­des­amt für Denk­mal­pfle­ge, das Zen­trum Welt­erbe Bam­berg sowie regio­na­le Anbie­ter. Auch The­men wie Bie­nen­hal­tung und nach­hal­ti­ge Forst­wirt­schaft wer­den anschau­lich vermittelt.

Für das leib­li­che Wohl ist bes­tens gesorgt: Regio­na­le Anbie­ter bie­ten eine brei­te Aus­wahl an Spei­sen und Geträn­ken. Ergänzt wird das Ange­bot durch Kaf­fee und Kuchen sowie den Sil­va­ner vom Micha­els­berg aus dem Bam­ber­ger Stiftsladen.


Tag der Städtebauförderung

Eben­falls am Sams­tag, 9. Mai 2026, fin­det deutsch­land­weit wie­der der Tag der Städ­te­bau­för­de­rung statt, wel­cher seit 2015 all­jähr­lich gefei­ert wird. Das Bür­ger­fest am Micha­els­berg ist ein Bei­trag der Stadt Bam­berg zu dem bun­des­wei­ten Akti­ons­ta­ges. Die­ses Jahr fei­ern rund 600 Kom­mu­nen die Städ­te­bau­för­de­rung als eines der wich­tigs­ten Instru­men­te der Stadt­ent­wick­lung. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen gibt es hier.

Das detail­lier­te Pro­gramm für das Bür­ger­fest ist online hier nach­zu­le­sen. Vor Ort steht ein Lage­plan mit allen Infor­ma­tio­nen zur Verfügung.

Das vol­le Preis­geld von 20.000 Euro kommt der Stif­tung Welt­erbe zu Gute

Felix gibt Denk­mal­preis der Ober­fran­ken­stif­tung weiter

Regie­rungs­prä­si­dent Flo­ri­an Luder­schmid ehr­te beim Fest­akt zur Wie­der­eröff­nung der Kir­che St. Micha­el den Bam­ber­ger Finanz- und Stif­tungs­re­fe­ren­ten Bert­ram Felix und über­reich­te ihm den Denk­mal­preis der Ober­fran­ken­stif­tung. Felix kün­dig­te an, das damit ver­bun­de­ne Preis­geld von 20.000 Euro voll­stän­dig wei­ter­zu­ge­ben, wie die Stadt Bam­berg mitteilt.

„Ein Mensch, der mit kla­rem Blick, uner­müd­li­chem Ein­satz und tie­fem Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein die Welt­erbe­stadt Bam­berg geprägt hat.“ Mit die­sen Wor­ten ehr­te Regie­rungs­prä­si­dent Flo­ri­an Luder­schmid beim Fest­akt zur Wie­der­eröff­nung der umfas­send sanier­ten Kir­che St. Micha­el den Bam­ber­ger Finanz- und Stif­tungs­re­fe­ren­ten Bert­ram Felix und über­reich­te ihm den Denk­mal­preis der Ober­fran­ken­stif­tung. Die­se hohe Aus­zeich­nung wür­digt das her­aus­ra­gen­de Enga­ge­ment von Felix für die Gene­ral­sa­nie­rung der ehe­ma­li­gen Klos­ter­kir­che und der gesam­ten Anla­ge auf dem Micha­els­berg, aber auch für wei­te­re Denk­mä­ler in Bam­berg wie zum Bei­spiel das Schloss Geyerswörth.

Bert­ram Felix zeig­te sich sicht­lich bewegt über den Preis, mach­te jedoch anschlie­ßend deut­lich, dass er die­sen nicht als per­sön­li­che Ehrung ver­steht: „Ich neh­me die­sen Preis stell­ver­tre­tend für ein außer­ge­wöhn­li­ches Team ent­ge­gen. Ohne die fach­lich und mensch­lich her­aus­ra­gen­den Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter im Stif­tungs­ma­nage­ment und im gesam­ten Klos­ter­team wäre es nie­mals mög­lich gewe­sen, die Kir­che in den ver­gan­ge­nen 14 Jah­ren grund­le­gend zu sanie­ren und zu einem Glanz­licht zu verwandeln.“

Unmit­tel­bar nach der Preis­ver­lei­hung kün­dig­te Felix an, das damit ver­bun­de­ne Preis­geld von 20.000 Euro voll­stän­dig wei­ter­zu­ge­ben: Es soll der Stif­tung Welt­erbe zugu­te­kom­men und dadurch zum Erhalt und zur Pfle­ge von St. Micha­el bei­tra­gen. „Das ist auch als gro­ßer Dank und Aner­ken­nung für unser Stif­tungs­ma­nage­ment mit Clau­dia Schel­bert an der Spit­ze zu ver­ste­hen. Das Team hat gera­de in den ver­gan­ge­nen Wochen die Eröff­nung von St. Micha­el mit unglaub­li­cher Ener­gie und viel per­sön­li­chem Ein­satz vor­be­rei­tet“, betont Felix.

Die Ober­fran­ken­stif­tung hebt mit dem Denk­mal­preis regel­mä­ßig Per­sön­lich­kei­ten her­vor, die sich in beson­de­rer Wei­se um den Erhalt des kul­tu­rel­len Erbes ver­dient gemacht haben. Mit der Aus­zeich­nung von Bert­ram Felix wird zugleich die enor­me Gemein­schafts­leis­tung gewür­digt, die hin­ter der Sanie­rung von St. Micha­el steht, einem Pro­jekt, das weit über die Regi­on hin­aus als bei­spiel­haft für gelun­ge­ne Denk­mal­pfle­ge gilt. Das brach­te auch Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke zum Aus­druck, als er eben­falls beim Fest­akt die Medail­le „Denk­mal­stadt Bam­berg“ an Bert­ram Felix verlieh.

Erz­bi­schof Gössl zur Wie­der­eröff­nung von St. Michael

„Es ist eine Pracht!“

Mit einem fest­li­chen Pon­ti­fi­kal­amt ist am Sams­tag nach 13-jäh­ri­ger Bau­zeit die Bam­ber­ger Micha­els­kir­che wie­der­eröff­net wor­den. Erz­bi­schof Gössl bezeich­net die sanier­te Kir­che St. Micha­el als Zei­chen für not­wen­di­ge Umkehr und Refor­men in Kir­che und Gesellschaft.

Erz­bi­schof Her­wig Gössl begann sei­ne Pre­digt mit den Wor­ten „Es ist eine Pracht!“, und er dank­te allen, die dafür gesorgt haben, dass die­se Pracht erhal­ten geblie­ben ist. Er deu­te­te das sanier­te Got­tes­haus als Sym­bol für Got­tes blei­ben­de Zuwen­dung zu den Men­schen und für die damit immer­zu not­wen­di­gen und mög­li­chen Erneue­rungs­pro­zes­se in Kir­che, Gesell­schaft und im per­sön­li­chen Leben jedes Menschen.

Das Leit­wort der Kir­chen­vä­ter „Eccle­sia sem­per refor­man­da – Die Kir­che muss sich immer erneu­ern“ betref­fe nicht nur die Struk­tu­ren, son­dern auch das gan­ze Leben. Es gehe dar­um, anzu­er­ken­nen, „dass wir unse­re dunk­len, schmut­zi­gen Stel­len haben“, die der Rei­ni­gung und Erneue­rung bedür­fen, per­sön­lich, als Kir­che und als Gesell­schaft. Auch wenn die Men­schen heu­te viel­fach acht­sa­mer und rück­sichts­vol­ler mit­ein­an­der umgin­gen als frü­her, sei es umso erschre­cken­der, dass es immer wie­der zu Rück­fäl­len in die dun­kels­ten Machen­schaf­ten kom­me, die das Leben so uner­träg­lich machen und die Freu­de am Leben neh­men, so Gössl.

„Mein Ein­druck ist, dass vie­le Men­schen heu­te ger­ne einen ober­fläch­li­chen, äuße­ren Glanz zur Schau stel­len, aber sich sehr davor hüten, tie­fer zu bli­cken“, sag­te der Erz­bi­schof. Vie­le bedroh­li­che Ris­se zögen sich durch die Fami­li­en, durch die Gesell­schaft, nur müh­sam über­tüncht, um den Schein auf­recht zu erhal­ten. „Wie oft fehlt der rich­ti­ge Halt, sodass unse­re Lebens­kon­struk­tio­nen brü­chig wer­den und aku­te Ein­sturz­ge­fahr besteht.“

„Die Kir­che muss sich immer erneu­ern, indem sie zum Urbild zurück­fin­det und an ihm Maß nimmt: an Jesus Chris­tus“, füg­te der Erz­bi­schof hin­zu. „Durch ihn fin­den wir Halt in Gott und kön­nen die dunk­len Schat­ten des Lebens bekämp­fen. So kön­nen wir leuch­ten und strah­len von innen her durch den, der uns aus der Fins­ter­nis in sein wun­der­ba­res Licht geru­fen hat.“

Ein wei­te­rer Aspekt der Pre­digt lag auf der Ver­ant­wor­tung für die Schöp­fung. Der soge­nann­te Him­mels­gar­ten der Micha­els­kir­che mit sei­nen rund 600 Pflan­zen­mo­ti­ven sei „eine wich­ti­ge Erin­ne­rung dar­an, dass die Schöp­fung Got­tes kost­ba­res Geschenk an uns ist, das es zu schüt­zen und zu bewah­ren gilt“. Gössl beton­te, dem Men­schen sei „nicht Aus­beu­tung und Ver­brauch“ auf­ge­tra­gen, son­dern „hüten und hegen“. Die Schön­heit der Natur ver­wei­se auf den Schöp­fer und sei zugleich Auf­trag zum ver­ant­wort­li­chen Handeln.

Die eigent­li­che Pracht der Kir­che frei­lich sei­en die Men­schen, die sich in ihr ver­sam­meln und die trotz ihrer Schwä­chen und Sün­den von Gott geliebt sind. Dar­an erin­ne­re der hei­li­ge Bischof Otto, der die­se fro­he Bot­schaft den Men­schen in Pom­mern ver­kün­de­te und der so bis heu­te zu einem Brü­cken­bau­er zwi­schen Ost und West, zwi­schen Polen und Deutsch­land wurde.

Die baro­cke Micha­els­kir­che zählt zu den bedeu­tends­ten Sakral­bau­ten Fran­kens und prägt neben dem Dom das Stadt­bild Bam­bergs. In der Kir­che befin­det sich das Grab des hei­li­gen Bischofs Otto, der die Bene­dik­ti­ner­ab­tei 1117 bis 1121 nach einem Erd­be­ben erneu­ern ließ. Die Kir­che und das frü­he­re Klos­ter auf dem Micha­els­berg wur­den 1803 säku­la­ri­siert und sind seit­dem Eigen­tum der Bür­ger­spi­tal­stif­tung der Stadt Bam­berg. Die Kir­che war seit Herbst 2012 wegen gra­vie­ren­der Bau­schä­den geschlos­sen und umfas­send saniert wor­den. Im ver­gan­ge­nen Jahr hat­te die Stadt auch sechs neue Glo­cken gie­ßen las­sen. Mit der Wie­der­eröff­nung steht die Micha­els­kir­che nun wie­der – zunächst mit ein­ge­schränk­ten Öff­nungs­zei­ten – Besu­che­rin­nen und Besu­chern offen. Am 9. und 10. Mai ist ein Bür­ger­fest geplant.

Kir­che wur­de mit Pon­ti­fi­kal­amt und Fest­akt wie­der eröffnet

„Die Kro­ne Bam­bergs“: St. Micha­el beein­druckt alle Gäste

„Klock, klock, klock“: Mit drei­mal drei Schlä­gen sei­nes Bischofs­stabs gegen die Pfor­te öff­ne­te Erz­bi­schof Her­wig Gössl die Kir­che St. Micha­el heu­te Vor­mit­tag. Damit wur­de das Got­tes­haus nach 14 Jah­ren Sper­rung und auf­wen­di­ger Sanie­rung wie­der sei­ner ursprüng­li­chen Bestim­mung über­ge­ben. Am mor­gi­gen Sonn­tag gibt es einen ers­ten Got­tes­dienst für alle Gläubigen.

Mit einem Pon­ti­fi­kal­amt und einem Fest­akt wur­de die Kir­che nach 14 Jah­ren fei­er­lich wie­der eröff­net. „Ein his­to­ri­scher Moment für Bam­berg und das Erz­bis­tum: Mit der Wie­der­eröff­nung der Kir­che ist ein Juwel des Welt­erbes geschaf­fen wor­den“, sagt der Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Starke.

Unter dem Klang der fünf alten und sechs neu­en Glo­cken sowie beglei­tet von einer fei­er­li­chen Pro­zes­si­on mit 19 Kon­ze­le­bran­ten nahm Erz­bi­schof Gössl die Kir­che sym­bol­träch­tig wie­der in Besitz. Nach der Öff­nung der Pfor­te zog der lit­ur­gi­sche Dienst in das Got­tes­haus ein, das sich den Gläu­bi­gen in neu­em Glanz prä­sen­tier­te. Die Seg­nung des Weih­was­sers, die Bespren­gung der Gemein­de sowie das fei­er­li­che Beweih­räu­chern (Inzens) der Kir­chen­wän­de knüpf­ten bewusst an die jahr­hun­der­te­al­te Tra­di­ti­on der Kirch­wei­he an und mach­ten die spi­ri­tu­el­le Bedeu­tung des Ortes ein­drucks­voll erleb­bar. Höhe­punk­te des Pon­ti­fi­kal­amts waren zudem die Wie­der­ent­zün­dung des Ewi­gen Lichts sowie die Rück­kehr der Reli­quie des hei­li­gen Otto in den Kirchenraum.


Ein Sym­bol für Got­tes blei­ben­de Zuwendung

Erz­bi­schof Her­wig Gössl begann sei­ne Pre­digt mit den Wor­ten „Es ist eine Pracht!“, und er dank­te allen, die dafür gesorgt haben, dass die­se Pracht erhal­ten geblie­ben ist. Er deu­te­te das sanier­te Got­tes­haus als Sym­bol für Got­tes blei­ben­de Zuwen­dung zu den Men­schen und für die damit immer­zu not­wen­di­gen und mög­li­chen Erneue­rungs­pro­zes­se in Kir­che, Gesell­schaft und im per­sön­li­chen Leben jedes Menschen.

Ein wei­te­rer Aspekt der Pre­digt lag auf der Ver­ant­wor­tung für die Schöp­fung. Der Him­mels­gar­ten der Micha­els­kir­che mit sei­nen 585 Pflan­zen­mo­ti­ven sei „eine wich­ti­ge Erin­ne­rung dar­an, dass die Schöp­fung Got­tes kost­ba­res Geschenk an uns ist, das es zu schüt­zen und zu bewah­ren gilt“. Gössl beton­te, dem Men­schen sei „nicht Aus­beu­tung und Ver­brauch“ auf­ge­tra­gen, son­dern „hüten und hegen“. Die Schön­heit der Natur ver­wei­se auf den Schöp­fer und sei zugleich Auf­trag zum ver­ant­wort­li­chen Handeln.

Nach einer Pau­se bil­de­te ein Fest­akt am Nach­mit­tag einen zwei­ten Höhe­punkt an die­sem Tag. Die­ser begann mit einem kur­zen Film, der die Gene­ral­sa­nie­rung und ihre außer­ge­wöhn­li­chen Her­aus­for­de­run­gen anschau­lich mach­te. Anschlie­ßend begrüß­te Finanz- und Stif­tungs­re­fe­rent Bert­ram Felix vie­le nam­haf­te Ver­tre­ter aus Kir­che, Poli­tik, Wirt­schaft, Gesell­schaft und Denk­mal­pfle­ge. „Nach 14 Jah­ren inten­si­ver Arbeit ist die heu­ti­ge Eröff­nung für mich und alle an dem Pro­jekt betei­lig­ten Per­so­nen ein fast schon magi­scher Mei­len­stein. Es ist uns gelun­gen, mit St. Micha­el einen uner­mess­li­chen Schatz für Bam­berg dau­er­haft zu sichern. Wir ver­die­nen uns damit den Welt­erbe­ti­tel noch ein­mal neu“, beton­te Felix.


Putz­bro­cken gibt den Anstoß

In sei­ner Fest­re­de spann­te Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke einen ein­drucks­vol­len Bogen von den dra­ma­ti­schen Ereig­nis­sen des Jah­res 2012 bis zur heu­ti­gen Wie­der­eröff­nung. Die Fest­gäs­te wur­den mit einem akus­ti­schen Knall dar­an erin­nert, dass ein zwei Kilo­gramm schwe­rer Putz­bro­cken vor knapp 14 Jah­ren von der Decke fiel. Die­ser Vor­fall im Novem­ber 2012 habe wie ein „Warn­schuss“ gewirkt und deut­lich gemacht, dass aku­ter Hand­lungs­be­darf bestand. Die not­wen­di­ge Schlie­ßung der Kir­che sei unaus­weich­lich gewe­sen, zugleich aber der Aus­gangs­punkt für eine „äußerst gelun­ge­ne und erfolg­rei­che Gene­ral­sa­nie­rung die­ser groß­ar­ti­gen Kir­che“, so Starke.

Star­ke hob die her­aus­ra­gen­de Bedeu­tung von St. Micha­el für Bam­berg her­vor: Die ehe­ma­li­ge Klos­ter­an­la­ge sei weit mehr als ein sakra­les Gebäu­de – sie sei ein prä­gen­des Wahr­zei­chen der Welt­erbe­stadt und für vie­le „die Kro­ne Bam­bergs“. Zugleich beton­te er die enor­me Gemein­schafts­leis­tung hin­ter dem Pro­jekt: Rund 43 Mil­lio­nen Euro Inves­ti­tio­nen, tau­sen­de Betei­lig­te, jahr­zehn­te­lan­ges Enga­ge­ment und eine brei­te Unter­stüt­zung durch För­der­mit­tel­ge­ber, Fach­leu­te und Bür­ger­schaft hät­ten die Sanie­rung mög­lich gemacht.

OB Star­ke blickt für die ursprüng­lich im Jahr 1015 erbau­te Klos­ter­kir­che weit vor­aus: „Die nächs­ten 1.000 Jah­re begin­nen jetzt.“ St. Micha­el sol­le wie­der ein Ort des Glau­bens, der Begeg­nung und der Iden­ti­fi­ka­ti­on für kom­men­de Gene­ra­tio­nen sein.


Hohe Aus­zeich­nung für Felix

Im Rah­men des Fest­akts wur­de Finanz- und Stif­tungs­re­fe­rent Bert­ram Felix für sein außer­ge­wöhn­li­ches Enga­ge­ment mit der Medail­le „Denk­mal­stadt Bam­berg“ aus­ge­zeich­net. Als maß­geb­li­cher Pro­jekt­ver­ant­wort­li­cher habe er die Gene­ral­sa­nie­rung über vie­le Jah­re hin­weg mit gro­ßer Fach­kom­pe­tenz und per­sön­li­chem Ein­satz geprägt, beton­te Star­ke. „Was Sie bei die­sem Pro­jekt geleis­tet haben, kann man Ihnen gar nicht hoch genug anrech­nen“, so das Stadt­ober­haupt, der sich bei Bert­ram Felix herz­lich bedankte.

Die Gene­ral­sa­nie­rung von St. Micha­el bezeich­ne­te Mar­tin Schöf­fel, Staats­se­kre­tär im Baye­ri­schen Staats­mi­nis­te­ri­um der Finan­zen und für Hei­mat, in sei­nem Gruß­wort als „der­zeit größ­tes Kir­chen­sa­nie­rungs­pro­jekt Deutsch­lands“. Die Maß­nah­me ret­te ein ober­frän­ki­sches Wahr­zei­chen und einen zen­tra­len Teil der Bam­ber­ger UNESCO-Welt­erbe­stät­te. „Die Arbei­ten ver­ei­nen wis­sen­schaft­lich fun­dier­te Restau­rie­rung, hand­werk­li­che Prä­zi­si­on und ein Netz­werk aus Fach­leu­ten, Uni­ver­si­tä­ten und For­schungs­kol­lo­qui­en. Das hoch­kom­ple­xe Pro­jekt hat nicht nur tech­ni­sche, son­dern auch kon­ser­vie­rungs­wis­sen­schaft­li­che Maß­stä­be gesetzt und gilt als Vor­bild für künf­ti­ge Sanie­run­gen. Finan­ziert als Gemein­schafts­auf­ga­be von Frei­staat, Bund, regio­na­len För­de­rern sowie Bür­ge­rin­nen und Bür­gern konn­te die­ses ein­zig­ar­ti­ge Kul­tur­gut für kom­men­de Gene­ra­tio­nen gesi­chert wer­den. Ich dan­ke allen Betei­lig­ten für Ihren groß­ar­ti­gen Ein­satz“, erklär­te Schöffel.

Ein Kraft­akt sei die umfas­sen­de Bau­maß­nah­me für die Stadt Bam­berg und die Bür­ger­spi­tal­stif­tung gewe­sen, beton­te Regie­rungs­prä­si­dent Flo­ri­an Luder­schmid. „Für uns als För­der­ge­ber war beson­ders wich­tig, dass St. Micha­el ein leben­di­ger, zugäng­li­cher, ein­la­den­der Ort bleibt. Der heu­ti­ge Tag mar­kiert einen Neu­an­fang. Die Klos­ter­kir­che St. Micha­el tritt wie­der in ech­te Bezie­hung zu ihrer Stadt. Las­sen Sie uns die­sen Ort nun wie­der mit Leben fül­len – in Respekt vor sei­ner Geschich­te und mit Offen­heit für das, was hier ent­ste­hen kann“, so Luder­schmid. Auch er brach­te eine Aus­zeich­nung für Felix mit: Der Regie­rungs­prä­si­dent zeich­ne­te den Finanz- und Stif­tungs­re­fe­ren­ten mit dem Denk­mal­preis der Ober­fran­ken­stif­tung aus.


Ein „ech­tes Leuchtturmprojekt“

Gene­ral­kon­ser­va­tor Pro­fes­sor Mat­thi­as Pfeil wür­dig­te in sei­nem Gruß­wort die Sanie­rung als her­aus­ra­gen­des Bei­spiel moder­ner Denk­mal­pfle­ge. Aus einem zunächst schein­bar „übli­chen“ Scha­dens­fall habe sich ein Pro­jekt von außer­ge­wöhn­li­cher Trag­wei­te ent­wi­ckelt: Die Gene­ral­sa­nie­rung sei zu einem „ech­ten Leucht­turm­pro­jekt“ gewor­den, das Maß­stä­be für zukünf­ti­ge Gene­ra­tio­nen setze.

Dabei sei ins­be­son­de­re das Prin­zip der behut­sa­men Inter­ven­ti­on ent­schei­dend gewe­sen: Ziel sei es gewe­sen, die his­to­ri­sche Sub­stanz zu erhal­ten und Ein­grif­fe auf das not­wen­di­ge Maß zu beschrän­ken. Oder, so Pfeil zuge­spitzt: „Die bes­te denk­mal­pfle­ge­ri­sche Maß­nah­me ist oft die, die man spä­ter nicht sieht.“


Ein­trag ins Gol­de­ne Buch

Musi­ka­lisch umrahmt wur­de der Fest­akt vom Kam­mer­mu­sik­ensem­ble der Bam­ber­ger Sym­pho­ni­ker mit Wer­ken unter ande­rem von Mozart, Haydn und Dvořák. Den Abschluss bil­de­ten die Ein­tra­gung der Ehren­gäs­te in das Gol­de­ne Buch der Stadt Bam­berg sowie ein gemein­sa­mer Empfang.

Via Live­stream konn­ten alle inter­es­sier­ten Bür­ge­rin­nen und Bür­ger die bei­den Ver­an­stal­tun­gen im Netz ver­fol­gen, bei der auf Grund der beeng­ten Raum­ver­hält­nis­se nur gela­de­ne Gäs­te zuge­las­sen waren. Am mor­gi­gen Sonn­tag, dem 26. April 2026, gibt es einen ers­ten Got­tes­dienst für alle Gläu­bi­gen. Außer­dem sind alle Men­schen aus der Regi­on in zwei Wochen zu einem gro­ßen Bür­ger­fest rund um die sanier­te Kir­che St. Micha­el am 9. und 10. Mai 2026 eingeladen.

Auf­grund des erwar­tet gro­ßen Inter­es­ses wird emp­foh­len, zu Fuß zu kommen

Eröff­nungs­got­tes­dienst St. Micha­el: Stadt­wer­ke bie­ten Zusatz­fahrt an

Anläss­lich des Eröff­nungs­got­tes­diens­tes in der gene­ral­sa­nier­ten Kir­che St. Micha­el bie­ten die Stadt­wer­ke Bam­berg am Sonn­tag, 26. April 2026, um 8.10 Uhr eine Zusatz­fahrt der Linie 910 zum Michels­berg an, wie die Stadt Bam­berg mitteilt.

Der öffent­li­che Got­tes­dienst beginnt an die­sem Tag um 10 Uhr, zele­briert von Dom­pfar­rer Dr. Mar­kus Koh­mann. Der Ein­lass ist ab 9 Uhr mög­lich, der Zugang erfolgt über das Haupt­por­tal sowie bar­rie­re­frei über den Konventbau.

Die wei­te­ren regu­lä­ren Bus­se der Linie 910 fah­ren sonn­tags zwi­schen 9.10 Uhr und 18.10 Uhr im Stun­den­takt vom ZOB zum Michels­berg. Auf­grund der engen Gas­sen kann auf der Linie nur ein soge­nann­ter Midi-Bus ein­ge­setzt wer­den, der cir­ca 85 Fahr­gäs­te fas­sen kann. Da mit einem hohen Besu­cher­auf­kom­men gerech­net wird, emp­feh­len die Stadt und Stadt­wer­ke Bam­berg des­halb allen, die „gut zu Fuß sind“, das schö­ne Wet­ter zu nut­zen und einen Spa­zier­gang zum Michels­berg zu machen.

Im Anschluss an den Got­tes­dienst lädt ein Früh­schop­pen im Klos­ter­in­nen­hof zum Ver­wei­len und Aus­tausch ein: Mit Kaf­fee und Kuchen, Sil­va­ner aus dem Bam­ber­ger Stifts­la­den, Bier­spe­zia­li­tä­ten und alko­hol­frei­en Geträn­ken des Frän­ki­schen Braue­rei­mu­se­ums sowie einem Grill­an­ge­bot des Lions-Clubs Bam­berg-Michels­berg ist für das leib­li­che Wohl rund­um gesorgt. Bis 17 Uhr bleibt die Kir­che am Sonn­tag zur frei­en Besich­ti­gung geöffnet.

Gene­ral­sa­nie­rung biegt auf die Ziel­ge­ra­de ein

Gerüs­te fal­len: St. Micha­el zeigt wie­der sein pracht­vol­les Gesicht

Es ist ein wei­te­rer Mei­len­stein auf dem Weg zur Wie­der­eröff­nung: Die auf­wen­di­ge Gene­ral­sa­nie­rung der ehe­ma­li­gen Abtei­kir­che St. Micha­el geht in ihre fina­le Pha­se, wie die Stadt Bam­berg mitteilt.

Stück für Stück wird das gro­ße Bau­ge­rüst abge­baut – und die ein­drucks­vol­le Gestalt des Welt­erbe-Denk­mals tritt nach und nach wie­der her­vor. Schon im Win­ter sol­len wei­te Tei­le der Fas­sa­den wie­der sicht­bar sein, bevor im Früh­jahr 2026 die Wie­der­eröff­nung zele­briert wird. Der­zeit lau­fen die Arbei­ten an meh­re­ren Stel­len parallel:


Tür­me

Die Gerüs­te an den mar­kan­ten Tür­men wer­den in den nächs­ten Tagen Meter für Meter nach unten abge­baut. Bevor die end­gül­ti­ge Abrüs­tung erfol­gen kann, müs­sen die gro­ßen Anker­lö­cher der Last­kon­so­len ver­schlos­sen wer­den. Die­se mas­si­ven Stahl­tei­le tru­gen das enor­me Gewicht der ein­ge­rüs­te­ten Tür­me und Helme.


West­fas­sa­de

Auch hier fällt Lage für Lage. Der mitt­le­re Teil der Fas­sa­de wird in den kom­men­den Wochen freigelegt.


Lang­haus Südseite

Am Oberg­aden des Kir­chen­schiffs und am Quer­schiff sind Putz, Farb­ge­bung und Fens­ter fer­tig­ge­stellt. Das Gerüst wird nun ent­fernt, auch um die neu­en Flä­chen vor Wit­te­rungs­ein­flüs­sen zu schüt­zen. Damit wird der Blick auf die Kir­che von der Stadt aus wie­der frei. 


Lang­haus Nordseite

Ein bis zwei Wochen nach der Süd­sei­te folgt auch die rück­wär­ti­ge Seite.


Innen­raum

Hier sind die gro­ßen Gerüs­te bereits gefal­len. Altä­re, Skulp­tu­ren, Kan­zel, Beicht­stüh­le und Epi­ta­phe wer­den nun nach und nach ein­ge­rüs­tet, um den Fein­schliff der Restau­rie­rungs­ar­bei­ten zu ermöglichen.


„Mit dem Gerüst­ab­bau wird die Schön­heit von St. Micha­el wie­der erleb­bar. Vie­le Jah­re lang war die Kir­che hin­ter Bau­zäu­nen und Pla­nen ver­bor­gen – jetzt kehrt sie mit ihrer gan­zen Pracht ins Stadt­bild zurück“, erklärt Stif­tungs­re­fe­rent Bert­ram Felix. „Für die Bür­ger­spi­tal­stif­tung ist es eine gro­ße Freu­de zu sehen, wie das Welt­erbe-Denk­mal zu neu­em Glanz erwacht.“

Bis zum Win­ter wird die Micha­els­kir­che wie­der weit­ge­hend unver­hüllt über Bam­berg thro­nen – als sicht­ba­rer Vor­bo­te der nahen­den Wie­der­eröff­nung im Jahr 2026.

Stadt erar­bei­tet sich finan­zi­el­le Unterstützung

Sanie­rung der Kapel­len und Epi­ta­phe der Kir­che St. Micha­el wird mit 90 Pro­zent gefördert

Ein bedeu­ten­der Schritt für die Zukunft des Welt­erbes: Bay­erns Staats­mi­nis­ter für Wis­sen­schaft und Kunst, Mar­kus Blu­me, über­gab am Mitt­woch im Refek­to­ri­um der Kir­che St. Micha­el den För­der­be­scheid über 800.000 Euro für die Sanie­rung der Hei­lig-Grab-Kapel­le, der Mari­en­ka­pel­le sowie der his­to­ri­schen Epi­ta­phe an Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke und Stif­tungs­re­fe­rent Bert­ram Felix.

„Ich freue mich, dass wir zum Erhalt die­ser bei­den bedeut­sa­men Kul­tur­denk­mä­ler bei­tra­gen und sie so in Zukunft wie­der in neu­em altem Glanz erstrah­len kön­nen“, beton­te Kunst­mi­nis­ter Blume.

Die ehe­ma­li­ge Bene­dik­ti­ner­ab­tei auf dem Micha­els­berg gehört für Blu­me zu den Wahr­zei­chen Bam­bergs. „Die dor­ti­ge Mari­en­ka­pel­le – die klei­ne Six­ti­ni­sche Kapel­le Bam­bergs – und die Hei­lig-Grab-Kapel­le mit einer ein­zig­ar­ti­gen Toten­tanz­dar­stel­lung sind ganz beson­de­re archi­tek­to­ni­sche und kunst­his­to­ri­sche Juwe­len. Sie spie­geln die Bedeu­tung Bam­bergs als Stadt des Glau­bens und der Kunst ein­drucks­voll wider“, mach­te der Minis­ter in Anwe­sen­heit der Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Mela­nie Huml deutlich.

Ins­ge­samt belau­fen sich die Kos­ten für die Maß­nah­men auf rund 4 Mil­lio­nen Euro. Der Bund stellt im Rah­men des Pro­gramms Kul­tur­In­vest 2 Mil­lio­nen Euro zur Ver­fü­gung (50 %). Das Land Bay­ern betei­ligt sich mit 800.000 Euro (20 %) aus dem Ent­schä­di­gungs­fonds Bay­ern, die Ober­fran­ken­stif­tung steu­ert 400.000 Euro (10 %) bei. Stadt Bam­berg und Bür­ger­spi­tal­stif­tung über­neh­men jeweils wei­te­re 400.000 Euro (jeweils 10 %).

Restau­rie­rung mit höchs­ter Fachkompetenz

Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke zeig­te sich erfreut: „Mit die­ser För­de­rung sichern wir nicht nur ein­zig­ar­ti­ge Kunst­schät­ze, son­dern bewah­ren zugleich ein Stück Bam­ber­ger Iden­ti­tät. Ich dan­ke dem Bund, dem Frei­staat und allen För­de­rern für die­ses star­ke Signal.“ Auch Stif­tungs­re­fe­rent Bert­ram Felix beton­te: „Für die Bür­ger­spi­tal­stif­tung ist die­ses Pro­jekt eine Her­zens­an­ge­le­gen­heit. Wir sor­gen dafür, dass die wert­vol­len Fres­ken, Stu­cka­tu­ren und Natur­stein­denk­mä­ler mit höchs­ter Fach­kom­pe­tenz restau­riert wer­den – für heu­te und für kom­men­de Generationen.“

Die Arbei­ten erfol­gen in enger Abstim­mung mit dem Lan­des­amt für Denk­mal­pfle­ge sowie den ört­lich zustän­di­gen Behör­den und sol­len bis Ende 2026 abge­schlos­sen sein.

Aus­zeich­nung in Gold

Baye­ri­scher Denk­mal­pfle­ge­preis für Sanie­rung von St. Michael

Die Sanie­rung von St. Micha­el wird ver­gol­det. Das anspruchs­vol­le Bau­pro­jekt erhielt den Baye­ri­schen Denk­mal­pfle­ge­preis 2024 in Gold. Bür­ger­meis­ter Star­ke mach­te zudem Ver­spre­chen über das Resul­tat der Instandsetzung.

Jüngst bezu­schuss­te der baye­ri­sche Staat die Sanie­rung des ehe­ma­li­gen Klos­ters St. Micha­el mit mehr als zwei Mil­lio­nen Euro, nun hat die Sanie­rung selbst einen Preis erhal­ten. So nahm letz­te Woche (19. Sep­tem­ber) Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as laut einer Mit­tei­lung des Rat­hau­ses im Namen des Inge­nieur­bü­ros „B+D Inge­nieu­re“ und des Bau­herrn Bür­ger­spi­tal­stif­tung den Baye­ri­schen Denk­mal­pfle­ge­preis 2024 in Gold in Schloss Schleiß­heim bei Mün­chen ent­ge­gen. Er sag­te: „Die­se Aner­ken­nung ist hoch­ver­dient und macht auch uns als Auf­trag­ge­ber stolz.“

Für das Inge­nieur­bü­ro ist es bereits der drit­te Denk­mal­pfle­ge­preis in Gold. 2016 erhielt es ihn für die Instand­set­zung von Schloss Wei­ßen­stein in Pom­mers­fel­den und 2022 für die Sanie­rung der Römer­brü­cke in Kinding.

Bereits zum neun­ten Mal hat nun die Baye­ri­sche Inge­nieu­re­kam­mer-Bau den in der Bran­che bedeu­ten­den Preis zusam­men mit dem Baye­ri­schen Lan­des­amt für Denk­mal­pfle­ge ver­ge­ben. 48 Bau­wer­ke aus ganz Bay­ern prüf­te die Jury.

In den bei­den Kate­go­rien öffent­li­che und pri­va­te Bau­wer­ke wur­de je ein­mal Gold, Sil­ber und Bron­ze aus­ge­lobt. Bam­berg hat also die höchs­te Aus­zeich­nung erfah­ren. Die Prei­se über­reich­ten Nor­bert Geb­be­ken, Prä­si­dent der Inge­nieu­re­kam­mer-Bau, und der baye­ri­sche Bau­mi­nis­ter Chris­ti­an Bernreiter.

„Der Erhalt his­to­ri­scher Bau­sub­stanz ist Vor­bild für den nach­hal­ti­gen Ein­satz von Roh­stof­fen“, sag­te Geb­be­ken. „Das ist res­sour­cen­scho­nen­des Bau­en par excel­lence.“ Und Bern­rei­ter beton­te: „Unse­re his­to­ri­schen Gebäu­de und Denk­mä­ler sind es wert, für die Nach­welt erhal­ten zu werden.“

Ober­bür­ger­meis­ter Star­ke ist unter­des­sen über­zeugt, dass sich die Mühen und Inves­ti­tio­nen in den Erhalt von Klos­ter St. Micha­el loh­nen. „Davon wer­den sich alle über­zeu­gen kön­nen, wenn die ehe­ma­li­ge Abtei­kir­che nach der Sanie­rung im Früh­jahr 2026 wie­der eröff­net wird. Ich ver­spre­che ihnen schon heu­te: Das Resul­tat wird abso­lut beein­dru­ckend sein.“

Geschich­te der Sanierung

Die Geschich­te einer der größ­ten Kir­chen­sa­nie­run­gen Deutsch­lands und der nun erfolg­ten Aner­ken­nung durch den Denk­mal­pfle­ge­preis begann am 6. Novem­ber 2012. Damals lös­ten sich in der Nacht aus dem Gewöl­be des Kir­chen­schiffs von St. Micha­el Putz- und Stein­stü­cke und schlu­gen in einer unbe­setz­ten Kir­chen­bank ein.

Es folg­ten eine Sper­rung für die Öffent­lich­keit und zahl­rei­che Fach­gut­ach­ten und Exper­ti­sen. Bald stand fest: Die Kir­che ist ein Sanie­rungs­fall. An nahe­zu jedem Bau­teil bestand Hand­lungs­be­darf. Holz­bau­tei­le waren maro­de, teil­wei­se vom Haus­schwamm befal­len, Gewöl­ben senk­ten sich ab und Ris­se bil­de­ten sich im Mauerwerk.

Die Auf­ga­ben­stel­lung war also klar. Prio­ri­tät hat­te die Wie­der­her­stel­lung der Stand­si­cher­heit des Denk­mals. Eine Viel­zahl von Maß­nah­men, begin­nend mit dem Ein­bau eines Kor­setts als ers­te Siche­rung im Bereich der Oberg­aden­wän­de, wur­den zwi­schen 2016 und 2019 ergriffen.

Die Behe­bung aller Schä­den, die Neu­ein­de­ckung aller Dach­be­rei­che, Grün­dungs­ver­bes­se­run­gen und die Sta­bi­li­sie­rung der Wän­de und Gewöl­be wur­den 2019 im Zeit- und Kos­ten­rah­men abgeschlossen.

Die sta­ti­sche Instand­set­zung und Schaf­fung einer intak­ten Bau­werks­hül­le schuf die Mög­lich­keit, im Jahr 2020 mit den Sanie­rungs­ar­bei­ten im Innen­raum und an den Natur­stein­fas­sa­den zu beginnen.

2,3 Mil­lio­nen Euro

Frei­staat för­dert Dach­sa­nie­rung von St. Michael

Das Dach des Kon­vent­baus der ehe­ma­li­gen Klos­ter­an­la­ge St. Micha­el muss saniert wer­den. Dabei kann sich Bam­berg nun auf den Frei­staat ver­las­sen, der das Pro­jekt mit mehr als zwei Mil­lio­nen Euro unterstützt.

Die Sanie­rungs­pro­jek­te in Bam­berg neh­men kein Ende. Nun ist das Dach des Kon­vent­baus der ehe­ma­li­gen Klos­ter­an­la­ge St. Micha­el dran. Finan­zi­el­le Unter­stüt­zung hat die Stadt Bam­berg laut einer Mit­tei­lung nun vom baye­ri­schen Frei­staat erhalten.

Pas­send zum Anlass ging es hoch hin­aus auf den nörd­li­chen Kirch­turm der ehe­ma­li­gen Klos­ter­an­la­ge. Dort über­gab der Baye­ri­sche Staats­mi­nis­ter für Wis­sen­schaft und Kunst, Mar­kus Blu­me, am Mitt­woch (18. Sep­tem­ber) den Zuwen­dungs­be­scheid für die Mit­tel des Ent­schä­di­gungs­fonds Bay­ern für die Dach- und Trag­werks­in­stand­set­zung des Kon­vent­baus an Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke. Der Frei­staat Bay­ern för­de­re damit die drin­gend not­wen­di­ge Sanie­rung des Dachs mit 2,3 Mil­lio­nen Euro.

Star­ke zeig­te sich dank­bar für die Unter­stüt­zung und beton­te die Bedeu­tung der Bau­maß­nah­men. „St. Micha­el ist nicht nur ein archi­tek­to­ni­sches und kul­tu­rel­les Wahr­zei­chen unse­rer Stadt, son­dern ein natio­na­les Kul­tur­er­be. Die För­de­rung des Frei­staats Bay­ern ist ein wich­ti­ger Bau­stein, um die Zukunft die­ser bedeu­ten­den his­to­ri­schen Stät­te zu sichern.“

Die Dach­sa­nie­rung des Kon­vent­baus ist Teil eines Sanie­rungs­pro­jekts, das die gesam­te ehe­ma­li­ge Klos­ter­an­la­ge und die Kir­che St. Micha­el umfasst. „Wir haben uns eines der ambi­tio­nier­tes­ten Bau­vor­ha­ben zum Erhalt baye­ri­schen Kul­tur­er­bes vor­ge­nom­men“, sag­te Finanz­re­fe­rent Bert­ram Felix.

Der Umfang des lau­fen­den Groß­sa­nie­rungs­pro­jekts von St. Micha­el beinhal­tet meh­re­re Gebäu­de. Dar­un­ter die Instand­set­zung der Kir­che der Anla­ge. Mit einem geplan­ten Inves­ti­ti­ons­vo­lu­men des der­zei­ti­gen Groß­bau­ab­schnitts von rund 50 Mil­lio­nen Euro gehört es zu den größ­ten Denk­mal­sa­nie­rungs­pro­jek­ten in ganz Deutsch­land. Das Gesamt­pro­jekt hat ein Volu­men von 80 Mil­lio­nen Euro.

Der Frei­staat hat zudem in Aus­sicht gestellt, die Sanie­rung in meh­re­ren Tran­chen zu unter­stüt­zen. Bereits für die Erneue­rung der Innen­raum­scha­le der Kir­che St. Micha­el wur­de ein Betrag von 3,5 Mil­lio­nen Euro bewil­ligt. Zur Finan­zie­rung des 50 Mil­lio­nen-Euro-Bau­ab­schnitts hat der Frei­staat Bay­ern eine För­der­hö­he von ins­ge­samt sie­ben Mil­lio­nen Euro in Aus­sicht gestellt.

Sanie­rung seit mehr als zehn Jahren

Klos­ter­an­la­ge St. Micha­el: Obers­te Gerüst­la­gen wer­den abgebaut

Die Wie­der­eröff­nung von Bam­bergs Klos­ter­an­la­ge St. Michel ist ein Stück näher gerückt. Ab die­ser Woche wer­den die obers­ten vier Gerüst­la­gen an den rund 73 Meter hohen Tür­men des Gebäu­des abgebaut.

Die Sanie­rung der Klos­ter­an­la­ge St. Michel kommt vor­an. Wie die Stadt mit­teilt, sind die Arbei­ten an den bei­den Tür­men der Kir­che abge­schlos­sen. Ihre Bau­ge­rüs­te wer­den nun ent­fernt und dann soll das Ergeb­nis sicht­bar sein.

Der Abbau soll etwa vier Wochen dau­ern. Stein­re­stau­ra­tor und Stein­metz-Meis­ter Rudolf Span­gel erklärt die Her­aus­for­de­run­gen: „Der Rück­bau von rund acht Metern Gerüst­hö­he ist sehr kom­plex, da das Gerüst an drei Sei­ten über dem Kir­chen­dach und Kon­vent-Gebäu­de schwebt und die Last über Kon­so­len in die Turm­wän­de ein­ge­lei­tet wird.“ Das Gerüst muss auf­grund sei­ner Sta­tik zudem an bei­den Tür­men gleich­zei­tig zurück­ge­baut werden.

Danach wird am Süd- und Nord­turm die obers­te Turm­stu­be mit der neu kon­zi­pier­ten Schall-Luke im Bereich der Glo­cken­stu­ben und der restau­rier­ten Sand­stein­fas­sa­de weit­hin zu sehen sein. „Die Hand­wer­ker haben hier teil­wei­se ein­zel­ne, über 200 Kilo­gramm schwe­re Stei­ne in der bis zu 1,20 Meter dicken Mau­er aus­ge­tauscht und neu ver­fugt“, berich­tet Finanz- und Stif­tungs­re­fe­rent Bert­ram Felix. „Die Län­ge der neu­en Fugen sum­miert sich auf ins­ge­samt fünf Kilometer.“

Auch betont Felix, dass der Zeit­plan der Sanie­rung gehal­ten wer­den kön­ne. Im ers­ten Halb­jahr 2026 soll die Kir­che wie­der für die Öffent­lich­keit zugäng­lich sein – nach dann 14-jäh­ri­ger Instandsetzung.

100 Fens­ter müs­sen ein­ge­baut werden

2024 sol­len zudem wei­te­re Bau­ab­schnit­te der Fas­sa­den­sa­nie­rung abge­schlos­sen wer­den. Neben der sta­ti­schen Sanie­rung, die bereits 2019 weit­ge­hend been­det wer­den konn­te, han­delt es sich dabei auch um die Natur­stein-Instand­set­zung der bei­den Tür­me und der West-Fas­sa­de sowie die Arbei­ten am Lang­haus. „Bis Ende des Jah­res soll dann das kom­plet­te Gerüst am West­werk ver­schwin­den“, sagt Felix. Danach gehe es an den Ein­bau von mehr als 100 Fens­tern in das Gebäude.

Auch im Innen­raum gehe es „sehr gut vor­an“, sagt Felix. „Hier lau­fen noch Natur­stein­ar­bei­ten und restau­ra­to­ri­sche Arbei­ten an der Aus­stat­tung schwer­punkt­mä­ßig der­zeit am Chor­ge­stühl des Hoch­chors. Auch Put­zer und Maler sind sehr inten­siv in der Kir­che unterwegs.“

Die bis­he­ri­gen und lau­fen­den Bau­ar­bei­ten an und in der Kir­che, die gesamt 34 Mil­lio­nen Euro kos­ten, sol­len bis Ende 2025 abge­schlos­sen sein. Bis zur Eröff­nung wird danach jedoch noch ein Vier­tel­jahr ver­ge­hen, denn erst wenn die Kir­che staub­frei ist, kann die jetzt aus­ge­bau­te und dann gene­ral­über­hol­te Orgel sorg­fäl­tig into­niert wer­den. Vor kur­zem begon­nen wur­de zudem der Bau­ab­schnitt mit der Dach­trag­werks­sa­nie­rung mit Dach­haut und der Über­ar­bei­tung der Nord-Ost-Fas­sa­de des Prälatenbaus.

För­de­rung

2012 war das Gebäu­de gesperrt wor­den, weil ein Stein aus dem Decken­ge­wöl­be her­un­ter­ge­fal­len war. Nach umfang­rei­chen Unter­su­chun­gen ent­schied sich der Eigen­tü­mer, die Bür­ger­spi­tal­stif­tung, unter­stützt von der Stadt Bam­berg, damals zu einer Gene­ral­in­stand­set­zung der kom­plet­ten Klos­ter­an­la­ge mit Gebäu­den und Außenflächen.

Alle Arbei­ten des Sanie­rungs­pro­jekts wer­den laut Bert­ram Felix erst 2035 abge­schlos­sen sein und dann vor­aus­sicht­lich 110 Mil­lio­nen Euro gekos­tet haben. Von den Kos­ten müs­sen die Stadt und die Stif­tung aber ledig­lich jeweils 10 Pro­zent bezah­len. Die rest­li­chen 80 Pro­zent kom­men aus einer Anschub­fi­nan­zie­rung des Bun­des und der finan­zi­el­len Unter­stüt­zung baye­ri­scher För­der­ge­ber – der Ober­fran­ken­stif­tung, dem Baye­ri­schen Lan­des­amt für Denk­mal­pfle­ge und der Regie­rung von Oberfranken.

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