Browse Tag

Bamberg - Page 27

Got­tes­dienst zum bun­des­wei­ten Caritas-Sonntag

„Die Cari­tas gehört zur Kirche“

Der Bam­ber­ger Erz­bi­schof Lud­wig Schick hat die Cari­tas als Erbe und Auf­trag der Kir­che gewür­digt und dazu auf­ge­ru­fen, die­sen Auf­trag zu erfül­len und zu erneuern.

Im Got­tes­dienst zum bun­des­wei­ten Cari­tas-Sonn­tag im Bam­ber­ger Dom sag­te Schick: „Die Kir­che hat die­sen Auf­trag immer als Auf­trag für die Welt gese­hen, damit sie heil und in Frie­den sei.“ Die Cari­tas gehö­re zur Kir­che seit Anfang an: „Jesus hat sie uns auf­ge­tra­gen. Wir sol­len sie so üben, wie er es getan hat.“ Der jähr­li­che Got­tes­dienst des Deut­schen Cari­tas-Ver­ban­des fand anläss­lich des 100. Jubi­lä­ums des Bam­ber­ger Diö­ze­san­ver­ban­des in Bam­berg statt. Als Ver­tre­ter des Deut­schen Cari­tas­ver­ban­des nahm des­sen Vize-Prä­si­dent Heinz-Josef Kess­mann an dem Got­tes­dienst teil.

„Cari­tas gelingt am bes­ten, wenn Frau­en und Män­ner, Jung und Alt, Katho­li­ken, Evan­ge­li­sche und Ortho­do­xe, Kir­che und Staat gemein­sam machen, was die Zivi­li­sa­ti­on der Lie­be aus­macht und for­dert“, so Schick in sei­ner Pre­digt. Immer wenn die Kir­che in der Geschich­te den kari­ta­ti­ven Auf­trag ver­nach­läs­sigt habe, sei es ihr nicht gut gegan­gen, mahn­te Schick und beton­te: „Die Cari­tas gehört zur Kir­che wie das Amen zum Gebet.“


Auf­ruf zur Unterstützung


Der Got­tes­dienst stand unter dem Cari­tas-Jah­res­the­ma „Das machen wir gemein­sam“ und eröff­ne­te die Cari­tas-Samm­lungs­wo­che, die in Bay­ern vom 27. Sep­tem­ber bis 3. Okto­ber dau­ert. 80 Pro­zent sei­nes Anteils am Ertrag der Samm­lung wird der Diö­ze­san-Cari­tas­ver­band Bam­berg in das Pro­jekt „Digi­ta­le Bil­dung und Teil­ha­be“ geben. Es unter­stützt gezielt Maß­nah­men vor Ort in den Stadt- und Kreis-Cari­tas­ver­bän­den, den Pfar­rei­en und den Fach­ver­bän­den. Die Maß­nah­men sol­len Men­schen die Nut­zung erleich­tern, denen der Zugang zu digi­ta­len Ange­bo­ten erschwert ist.

Erz­bi­schof Schick erbat der Cari­tas ihren Segen und rief zur Unter­stüt­zung und zu Spen­den auf. Wegen der Coro­na-Pan­de­mie fin­det in vie­len Pfar­rei­en kei­ne Haus­samm­lung statt, bei der Ehren­amt­li­che von Tür zu Tür gehen und um Spen­den bit­ten. An vie­len Orten wer­den aus­schließ­lich Fly­er mit ange­häng­tem Zahl­schein oder Spen­den­tüt­chen in die Brief­käs­ten der Haus­hal­te ver­teilt. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen gibt es unter https://caritas100.de/spenden/jubilaeumsspende/

Zei­chen gegen Hass, Aus­gren­zung und Into­le­ranz setzen

26. Inter­kul­tu­rel­le Wochen unter dem Mot­to „#Viel­falt geht“

Die Inter­kul­tu­rel­len Wochen des Migran­tin­nen- und Migran­ten­bei­rats der Stadt Bam­berg bie­ten allen Bam­ber­ge­rin­nen und Bam­ber­gern die Gele­gen­heit, die kul­tu­rel­le Viel­falt der Stadt zu fei­ern, Begeg­nung jen­seits eth­ni­scher, reli­giö­ser und kul­tu­rel­ler Gren­zen wahr­zu­neh­men sowie Vor­ur­tei­len, Hass, Ras­sis­mus oder Aus­gren­zung ent­ge­gen­zu­wir­ken. Das ist auch bei der heu­te begin­nen­den 26. Auf­la­ge unter dem Mot­to „#Viel­falt geht“ so.

Bei der offi­zi­el­len Vor­stel­lung des Pro­gramms im Rat­haus Max­platz wür­dig­te Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke die Ver­an­stal­tung als „ganz wich­ti­gen Bei­trag zur För­de­rung der Inte­gra­ti­on und Pfle­ge der Demo­kra­tie.“ Er dank­te ins­be­son­de­re Mitra Sha­ri­fi und Dr. Mar­co Depiet­ri, Vor­sit­zen­de des Migran­tin­nen- und Migran­ten­bei­rats, für ihr Enga­ge­ment. Zugleich for­der­te er alle Bür­ge­rin­nen und Bür­ger auf, die zahl­rei­chen Ange­bo­te wahr­zu­neh­men: „Es ist für jeden etwas dabei, die kul­tu­rel­le Viel­falt ist eine Berei­che­rung für unse­re Stadt“, so Starke.

Auf­takt­ver­an­stal­tung heu­te um 14 Uhr


Bür­ger­meis­ter Jonas Glüsen­kamp freu­te sich, dass nach der Pau­se durch die Coro­na-Pan­de­mie nun zivil­ge­sell­schaft­li­che Initia­ti­ven wie­der sicht­bar und erleb­bar wer­den. Der Dank von Mitra Sha­ri­fi ging an die vie­len Akteu­re, die sich im Rah­men der Inter­kul­tu­rel­len Wochen ein­brin­gen und das viel­fäl­ti­ge Ange­bot ehren­amt­lich ermög­li­chen. Dr. Mar­co Depiet­ri hofft, dass sich mög­lichst vie­le am „Radeln gegen Ras­sis­mus und für Viel­falt“ betei­li­gen: Die Auf­takt­ver­an­stal­tung der Inter­kul­tu­rel­len Wochen star­tet heu­te gegen 14 Uhr auf dem Max­platz. Besucht wer­den im Rah­men der Fahr­rad­tour der Inter­kul­tu­rel­le Gar­ten auf der ERBA, das Bür­ger­haus Gereuth, das Anker­zen­trum und der Park­platz Volks­park, wo eini­ge Kurz­bei­trä­ge vom „Bünd­nis gegen Ras­sis­mus“ ver­folgt wer­den kön­nen. Das Ende der Ver­an­stal­tung wird gegen 18 Uhr sein.

Das Anwer­be­ab­kom­men mit der Tür­kei jährt sich in die­sem Jahr zum 60. Mal: Die Inter­kul­tu­rel­len Wochen sol­len die Gele­gen­heit bie­ten, die­ses Kapi­tel Revue pas­sie­ren zu las­sen und ins­be­son­de­re die Leis­tun­gen der Ein­wan­de­rin­nen und Ein­wan­de­rer anzu­er­ken­nen. Dar­über hin­aus bie­ten die Inter­kul­tu­rel­len Wochen ein brei­tes Ange­bot für Begeg­nung. So lädt am 3. Okto­ber die Tür­kisch-Isla­mi­sche Gemein­de zum „Tag der offe­nen Moschee“ in die Cobur­ger Stra­ße 27 ein. In Koope­ra­ti­on mit dem Ver­ein „Freund statt fremd“ kön­nen geflüch­te­te Fami­li­en und Ein­zel­per­so­nen am 22. Okto­ber eine Pro­be der Bam­ber­ger Sym­pho­ni­ker besu­chen und den Orches­ter­be­trieb ken­nen ler­nen. Die SMV Hei­del­steig­schu­le, Schu­le ohne Ras­sis­mus und Schu­le mit Cou­ra­ge, lädt zur Aus­stel­lung unter dem Mot­to „#Gemein­sam statt ein­sam“ vom 10. bis 12. Novem­ber, jeweils von 10 bis 15 Uhr, in der Auf­er­ste­hungs­kir­che ein. Dass bekannt­lich Lie­be durch den Magen geht, davon zeugt eine gan­ze Rei­he von Ver­an­stal­tun­gen: Mexi­ka­ni­scher Koch­abend (8. Okto­ber), syri­scher Koch­abend (15. Okto­ber), Bun­ter Früh­stücks­treff (22. Okto­ber), frän­ki­scher Koch­abend (22. Okto­ber), Inter­ku­li­na­ri­sches (29. Okto­ber) und Inter­kul­tu­rel­les Kochen (12. Novem­ber) laden dazu ein, ein­mal über den Tel­ler­rand zu gucken. Wei­te­re Ver­an­stal­tun­gen sind zu fin­den unter http://www.mib.stadt.bamberg.de

Otto­pro­zes­si­on im Zei­chen der Bundestagswahl

Erz­bi­schof Schick for­dert Wer­te-Fun­da­ment für die Politik

Zwei Tage vor der Bun­des­tags­wahl hat Erz­bi­schof Lud­wig Schick für die Poli­tik ein gemein­sa­mes Fun­da­ment an Wer­ten und Tugen­den gefor­dert. Bei allen nöti­gen und ange­kün­dig­ten Ver­än­de­run­gen müs­se auch die Fra­ge gestellt wer­den: „Was muss blei­ben und was soll Bestand haben, damit der anste­hen­de Wan­del gelingt und nicht ins Cha­os führt?“, sag­te Schick am Frei­tag­abend bei der Otto­pro­zes­si­on in Bamberg.

„Seit Jah­ren erle­ben wir in der Poli­tik auch Sprung­haf­tig­keit, Unüber­legt­heit und Ver­un­si­che­rung der Bevöl­ke­rung“, so der Erz­bi­schof. Im ver­gan­ge­nen Bun­des­tags­wahl­kampf sei­en Wer­te und ein Wer­te­ka­non kaum vor­ge­kom­men. „Wir lösen aber die kon­kre­ten Pro­ble­me nicht ohne ein gemein­sa­mes Fun­da­ment an Wer­ten und Tugen­den. Die Fra­ge: ‚Was muss blei­ben?‘ soll­te auch in der Poli­tik öfter dis­ku­tiert werden.“

Zum not­wen­di­gen Wer­te­ka­non gehör­ten Ver­söh­nungs­be­reit­schaft und Frie­den, Gewalt­lo­sig­keit und Tole­ranz. Die Gewalt­tat von Idar-Ober­stein habe gezeigt, was gesche­he, wenn Recht­ha­be­rei, Wut und Zorn das Gespräch in Geduld und gegen­sei­ti­ger Akzep­tanz im christ­li­chen Geist ver­dräng­ten. „Jesus Chris­tus muss blei­ben und sein Evan­ge­li­um der Ver­söh­nung und des Frie­dens, des Respekts und der Wert­schät­zung, der Gerech­tig­keit und der Barm­her­zig­keit sowie der Ein­heit, die Viel­falt zulässt.“

Der hei­li­ge Otto, einer der drei Bam­ber­ger Bis­tums­pa­tro­ne, hat sich als Bischof von Bam­berg und Mis­sio­nar der Pom­mern für Ver­söh­nung, Frie­de und Ein­heit in Kir­che und Welt ein­ge­setzt. Die Otto­pro­zes­si­on vom Otto­platz zur Jakobs­kir­che soll jedes Jahr ein Zei­chen sein gegen Gewalt, Krieg und Ter­ror und für Ver­söh­nung und Frieden.

Seit Juli 2020 rund 4.100 Anträ­ge aus der Regi­on bewilligt

Regi­on Bam­berg: Gut 115 Mil­lio­nen Euro Corona-Wirtschaftshilfen

115,2 Mil­lio­nen Euro an Coro­na-Wirt­schafts­hil­fen wur­den laut IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth seit Juli 2020 an 4.108 Antrag­stel­ler aus der Regi­on Bam­berg ausbezahlt.

„Die mona­te­lan­gen Schlie­ßun­gen in etli­chen Bran­chen war für vie­le Unter­neh­men exis­tenz­be­dro­hend. Die Coro­na­hil­fen konn­ten aber Schlim­me­res ver­hin­dern”, so Son­ja Weig­and, Prä­si­den­tin der IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth und Vor­sit­zen­de des IHK-Gre­mi­ums Bamberg.

Etwa 69,2 Mil­lio­nen Euro flos­sen an Antrag­stel­ler aus dem Land­kreis, wei­te­re 46 Mil­lio­nen Euro an Antrag­stel­ler aus der Stadt Bam­berg. Die­se Sum­me umfasst die Aus­zah­lun­gen aus der Novem­ber- und der Dezem­ber­hil­fe, den Über­brü­ckungs­hil­fen I bis III mit III Plus sowie der Neu­start­hil­fe und der Neu­start­hil­fe Plus. Die IHK Mün­chen und Ober­bay­ern war im Auf­trag der Baye­ri­schen Staats­re­gie­rung für die Abwick­lung der Wirt­schafts­hil­fen zustän­dig. Zu den 115,2 Mil­lio­nen Euro kom­men noch die Gel­der aus der Sofort­hil­fe, die zu Beginn der Pan­de­mie über die Regie­rung von Ober­fran­ken aus­be­zahlt wurden.

Im Land­kreis kam ein über­durch­schnitt­lich hoher Teil der Coro­na-Wirt­schafts­hil­fen, näm­lich 60,2 Pro­zent, dem Wirt­schafts­ab­schnitt Kunst, Unter­hal­tung und Erho­lung zugute.

In der Stadt und im Land­kreis gin­gen ins­ge­samt 48 Mil­lio­nen Euro an Antrag­stel­ler aus die­sem Sek­tor, das ent­spricht 41,7 Pro­zent. Wei­te­re 40,5 Mil­lio­nen Euro kamen Gas­tro­no­mie- und Beher­ber­gungs­be­trie­ben zugu­te, 8,2 Mil­lio­nen Euro dem Han­del und 5,0 Mil­lio­nen Euro dem Ver­ar­bei­ten­den Gewer­be. Wei­te­re 13,5 Mil­lio­nen Euro flos­sen an Antrag­stel­ler in ande­ren Wirt­schafts­zwei­gen. Weig­and: „Die­se Beträ­ge zei­gen, wie weit­rei­chend die Aus­wir­kun­gen der Pan­de­mie waren.”

Über 136.000 Impf­do­sen verabreicht 

Impf­zen­trum zieht in das Dr.-Pfleger-Zentrum um

Als Dr. Klaus Wei­ner am Mitt­woch um 13.00 Uhr die Nadel zur Sei­te leg­te, war es die letz­te Impf­do­sis gegen das Coro­na­vi­rus, die im Impf­zen­trum in der Bro­se Are­na an der Forch­hei­mer Stra­ße ver­ab­reicht wur­de. Nun folgt der Umzug, ab mor­gen erfol­gen die Imp­fun­gen in der Emil-Kemmer-Straße.

Exakt 136.055 Dosen waren es bis zu die­sem Moment ges­tern Mit­tag, die seit der ers­ten Imp­fung Ende Dezem­ber 2020 hier an den Mann und an die Frau gebracht wur­den. Das wich­tigs­te Kapi­tel der Pan­de­mie­be­kämp­fung wur­de in Stadt und Land­kreis Bam­berg also zu gro­ßen Tei­len in der Bro­se Are­na geschrie­ben. Mit dem 23. Sep­tem­ber 2021 ist die­ses Kapi­tel Geschich­te: Das Impf­zen­trum Bam­berg hat sei­ne Kof­fer gepackt und ist umge­zo­gen. Nötig wur­de der Umzug des Impf­zen­trums, weil der Miet­ver­trag mit Beginn des Spiel­be­triebs in der Bro­se Are­na aus­ge­lau­fen ist. Ab dem mor­gi­gen Frei­tag fin­den die Imp­fun­gen im ehe­ma­li­gen Dr.-Robert-Pfleger-Zentrum in der Emil-Kem­mer-Stra­ße 3 statt. Betrie­ben wird es wei­ter­hin von der MVZ Bamberg/​Forchheim gGmbH.

Für Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke war der Betrieb des Impf­zen­trums in der Bro­se Are­na eine ein­zi­ge Erfolgs­ge­schich­te: „Bin­nen kür­zes­ter Zeit wur­de im ver­gan­ge­nen Dezem­ber das Foy­er der Bro­se Are­na in ein hoch­mo­der­nes und effi­zi­ent orga­ni­sier­tes Impf­zen­trum umge­wan­delt.“ Am 15. Janu­ar 2021 war es dann soweit und die ers­ten aus der Per­so­nen­grup­pe der Über-80-Jäh­ri­gen erhiel­ten ihre Erst­imp­fung. „Ich dan­ke aus­drück­lich allen Ver­ant­wort­li­chen und allen Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern, die hier von Beginn an mit gro­ßer Moti­va­ti­on und Pro­fes­sio­na­li­tät eine äußerst ver­ant­wor­tungs­vol­le Arbeit geleis­tet haben – und dies am neu­en Stand­ort wei­ter­hin tun wer­den“, so der Oberbürgermeister.

„Um die Pan­de­mie auch wei­ter­hin gut bewäl­ti­gen zu kön­nen, brau­chen wir auch in Zukunft ein leis­tungs­fä­hi­ges Impf-Netz­werk“, so Land­rat Johann Kalb. „Jeder, der sich zum eige­nen und zum Schutz sei­ner nahe­ste­hen­den Per­so­nen imp­fen las­sen möch­te, muss zeit­nah ein Ange­bot bekom­men. So kom­men wir gut durch die Pandemie.“


Bis zu 1.233 Imp­fun­gen an einem Tag

Zum Start des Impf­zen­trums ging man von bis zu 600 Imp­fun­gen am Tag aus. Nach­dem zunächst ver­min­der­te Impf­stoff­lie­fe­run­gen zu bekla­gen waren, ver­ste­tig­ten sich die Zah­len im Früh­jahr und die Kapa­zi­tät wur­de auf die gefor­der­ten 1.000 Imp­fun­gen pro Tag aus­ge­wei­tet. Am 5. Juni wur­de die Rekord­zahl von 1.233 Erst- und Zweit­imp­fun­gen an einem ein­zi­gen Tag erreicht. Ab Anfang Sep­tem­ber wur­den nun auch die ers­ten Auf­fri­schungs­imp­fun­gen durch­ge­führt. Am Ende lau­tet die Gesamt­bi­lanz in der Bro­se Are­na: 72.028 Erst­imp­fun­gen, 63.548 Zweit­imp­fun­gen und 479 Auffrischungsimpfungen.

Das Team umfasst einen Pool von 49 Ärz­tin­nen und Ärz­ten, 48 Medi­zi­ni­schen Fach­kräf­ten und 46 Ver­wal­tungs­mit­ar­bei­te­rin­nen ‑mit­ar­bei­tern, die in Voll­zeit, Teil­zeit und auf ehren­amt­li­cher Basis im Impf­zen­trum tätig sind.

Dr. Tobi­as Pfaf­fen­dorf, der als Geschäfts­füh­rer das Impf­zen­trum ver­ant­wor­tet, zeig­te sich begeis­tert vom Geleis­te­ten. „Das Team unter der Lei­tung von Frau Die­tel-Cur­tis hat sich in kür­zes­ter Zeit fle­xi­bel auf die wech­seln­den Anfor­de­run­gen ein­ge­stellt. Und das immer wie­der aufs Neue. Es freut mich zu sehen, dass sich eine gro­ße Anzahl von Mit­ar­bei­tern, die sich zu Beginn kaum kann­ten, zu einem gut funk­tio­nie­ren­den Team zusam­men­ge­fun­den haben. Sie haben eine außer­ge­wöhn­li­che Leis­tung erbracht!“

Auch wenn es jetzt am neu­en Stand­ort im ver­klei­ner­ten Team wei­ter­geht, so haben sich doch vie­le Mit­ar­bei­ter bereit erklärt, kurz­fris­tig bei Bedarf wie­der mit an Bord zu kom­men um das Pro­jekt „Impf­zen­trum Bam­berg Stadt und Land­kreis“ erfolg­reich zu been­den. Aktu­ell ist der Betrieb bis Ende April 2022 geplant.

Ab Frei­tag, 24. Sep­tem­ber, kann man sich nun am neu­en Stand­ort dort zu den gewohn­ten Öff­nungs­zei­ten unbü­ro­kra­tisch imp­fen las­sen, ohne Ter­min­ver­ein­ba­rung im Vor­feld. Es fin­det jeweils ein ärzt­li­ches Auf­klä­rungs­ge­spräch vor Ort statt. Die erfor­der­li­chen Unter­la­gen kön­nen eben­falls vor Ort aus­ge­füllt werden.

Öff­nungs­zei­ten

Mo-Frei­tag: 8:30–13 Uhr

Mitt­woch: 13:30–19 Uhr

Jeden 2. Sams­tag von 9–13 Uhr

https://www.impfzentrum-bamberg.de/

Damit der Nach­wuchs sicher unter­wegs ist

Schü­le­rin­nen und Schü­ler üben bei der Verkehrssicherheitswoche

Die­se Akti­ons­ta­ge zum Schul­start haben Tra­di­ti­on: Grund­schü­le­rin­nen und ‑schü­ler ler­nen auf den gro­ßen Park­plät­zen hin­ter der Bro­se-Are­na, wor­auf im Stra­ßen­ver­kehr zu ach­ten ist. Es gilt einen Fahr­rad­par­cours zu bewäl­ti­gen, den toten Win­kel ein­zu­schät­zen und ein Bus­fahr­trai­ning zu absolvieren.

Der Start an der Bus-Sta­ti­on macht direkt Ein­druck auf die war­ten­den Schü­le­rin­nen und Schü­ler. Denn Stadt­wer­ke-Bus­fah­rer Harald Wes­se­ly lenkt das gro­ße Gefährt beim Brem­sen vor der Hal­te­stel­le ein, und dabei macht der Bus ein Hüt­chen platt. Die Schul­kin­der haben nun mit eige­nen Augen gese­hen, war­um man nicht direkt am Bord­stein oder Stra­ßen­rand ste­hen soll­te. Außer­dem ler­nen die Zweit­kläss­le­rin­nen und Zweit­kläss­ler, wie man am bes­ten ein- und aus­stei­gen soll­te, die Schul­ta­sche im Ste­hen und Sit­zen depo­niert wird oder wie man sich beim War­ten an der Hal­te­stel­le so auf­stellt, dass die oder der nächs­te nicht die Schul­ta­sche ins Gesicht bekommt.


Die Tücken des „toten Winkels“


Die Kin­der der drit­ten Klas­sen „wackeln“ wäh­rend­des­sen auf ihren Fahr­rä­dern durch einen Par­cours. Denn das „Schne­cken­ren­nen“ gewinnt, wer es am lang­sams­ten schafft, ohne abzu­set­zen. „Das ist eine gute Vor­be­rei­tung für die Fahr­rad­prü­fung in der vier­ten Klas­se“, erklärt Klaus Fuß, Ver­kehrs­er­zie­her bei der Poli­zei­in­spek­ti­on Bam­berg-Stadt. Eine Sta­ti­on wei­ter ler­nen die gro­ßen Grund­schul­kin­der der vier­ten Klas­sen, was ein „toter Win­kel“ ist und war­um die­ser so tückisch sein kann.

Bam­bergs Zwei­ter Bür­ger­meis­ter und Sozi­al­re­fe­rent Jonas Glüsen­kamp nahm sich Zeit und schau­te bei einem Orts­ter­min vor­bei. „Die Ver­kehrs­si­cher­heits­wo­che ist ein tol­les und wich­ti­ges Koope­ra­ti­ons­pro­jekt. Ich wün­sche mir, dass auch die Erwach­se­nen gera­de in den ers­ten Schul­wo­chen beson­ders auf­merk­sam im Stra­ßen­ver­kehr sind und Rück­sicht nehmen.“

Ins­ge­samt 20 Klas­sen je Jahr­gangs­stu­fe neh­men 2021 an der Akti­ons­wo­che teil, die die­ses Jahr zum 12. Mal statt­fin­det. Orga­ni­siert wur­de sie vom städ­ti­schen Amt für Bil­dung, Schu­len und Sport gemein­sam mit den Stadt­wer­ken Bam­berg und der Poli­zei­in­spek­ti­on Bam­berg-Stadt. Außer­dem betei­li­gen sich die Kreis­ver­kehrs­wacht Bam­berg, die Spar­kas­se Bam­berg, das Bus­un­ter­neh­men Basel, die Fahr­schu­le Lisow­ski und die Bro­se Arena.

IG BAU star­tet „Lock­ruf in die Wahlkabine“ 

Spit­zen-Arbeits­pen­sum: Bau­ar­bei­ter in der Regi­on Bam­berg arbei­ten knapp 1.500 Stun­den pro Jahr

Die Indus­trie­ge­werk­schaft Bau­en-Agrar-Umwelt weist dar­auf hin, dass die Bau­ar­bei­ter ein enor­mes Pen­sum im Ver­gleich zu ande­ren Beschäf­tig­ten leis­ten, und ruft zum Gang an die Wahl­ur­ne am kom­men­den Sonn­tag auf. Es gehe dar­um, die Pro­ble­me, die den Men­schen auf den Nägeln bren­nen, klar auf den Punkt zu bringen.

Bau­ar­bei­ter leis­ten „Spit­zen-Arbeits­pen­sum“: Pro Kopf arbei­ten Bau­be­schäf­tig­te im Land­kreis Bam­berg im Schnitt 1.473 Stun­den im Jahr, in der Stadt Bam­berg sind es 1.493 Stun­den. Das sind 179 Stun­den im Kreis bezie­hungs­wei­se 177 Stun­den in der Stadt mehr als Beschäf­tig­te hier quer durch alle Beru­fe durch­schnitt­lich bei der Arbeit verbringen.

Dar­auf hat die Indus­trie­ge­werk­schaft Bau­en-Agrar-Umwelt hin­ge­wie­sen. Die IG BAU Ober­fran­ken beruft sich dabei auf den aktu­el­len Arbeits­markt-Moni­tor des Wirt­schafts- und Sozi­al­wis­sen­schaft­li­chen Insti­tuts (WSI) der Hans-Böck­ler-Stif­tung. Die Wis­sen­schaft­ler haben dar­in eine Arbeits­zeit­ana­ly­se für 2019 – dem Jahr vor der Coro­na-Pan­de­mie – gemacht.

„Der Bau gehört dem­nach zu den Bran­chen mit einem Spit­zen­pen­sum bei der Arbeits­zeit“, sagt Gerald Nick­las. Der Bezirks­vor­sit­zen­de der IG BAU Ober­fran­ken geht davon aus, dass die Zahl der Arbeits­stun­den, die Bau­ar­bei­ter leis­ten, aktu­ell eher sogar noch zuge­nom­men hat: „In der Pan­de­mie hat es einen enor­men Auf­trags­stau im Bau­ge­wer­be gege­ben. Für vie­le Bau­be­schäf­tig­te sind Über­stun­den ohne­hin an der Tagesordnung.“


„Sie sind kör­per­lich ein­fach Jah­re frü­her am Ende“


Der Arbeits­markt-Moni­tor des WSI lie­fert auch den Ver­gleich mit dem öffent­li­chen Dienst, dem Erzie­hungs­be­reich und dem Gesund­heits­sek­tor: Dem­nach wer­den auf dem Bau im Land­kreis Bam­berg sogar 353 Stun­den pro Kopf im Jahr mehr gear­bei­tet als in die­sen Bran­chen, in der Stadt sind es 207 Stun­den. „Das liegt vor allem dar­an, dass auf dem Bau gilt: ent­we­der ganz oder gar nicht. Voll­zeit plus Über­stun­den – das ist die Regel: Den ‚Halb­tags­mau­rer‘ gibt es nicht. Bei oft lan­gen Anfahr­ten zur Bau­stel­le von 60 Kilo­me­tern und mehr funk­tio­niert kein Teil­zeit­mo­dell“, so Gerald Nicklas.

Das bedeu­te, dass Bau­be­schäf­tig­te „enorm lan­ge und enorm hart am Stück arbei­ten“. Die kör­per­li­che Belas­tung im Lau­fe eines Berufs­le­bens sei auf dem Bau gewal­tig: „Kaum ein Dach­de­cker schafft es bis zur Ren­te. Nur jeder Zehn­te arbei­tet noch zwi­schen dem 60. und 65. Lebens­jahr. Im Schnitt müs­sen Bau­ar­bei­ter vor 59 in Ren­te gehen, obwohl sie eigent­lich bis 67 durch­hal­ten müss­ten. Sie sind kör­per­lich ein­fach Jah­re frü­her am Ende und müs­sen dann zum Teil star­ke Abstri­che bei der Ren­te in Kauf neh­men“, sagt Gerald Nick­las von der IG BAU Oberfranken.

Zur gerin­ge­ren Ren­te kom­me dann auch noch eine gerin­ge­re Lebens­er­war­tung. Bei Män­nern sei dies beson­ders dras­tisch. So lebe ein Beam­ter sta­tis­tisch zum Bei­spiel 5,6 Jah­re län­ger als ein Arbei­ter. Ent­spre­chend län­ger bekom­me er auch sei­ne Pen­si­on. Das gehe aus einer aktu­el­len Unter­su­chung des Deut­schen Insti­tuts für Wirt­schafts­for­schung (DIW) her­vor. „Hart arbei­ten und dann am Ende für eine kür­ze­re Zeit weni­ger Ren­te bekom­men – damit muss Schluss sein“, for­dert Gerald Nicklas.

„Der Bau in der Regi­on Bam­berg ist typisch für das hohe Pen­sum an Arbeits­stun­den, das im Bau­ge­wer­be geleis­tet wird. Wer mehr und här­ter arbei­tet, soll­te am Ende aller­dings auch eine höhe­re Ren­te bekom­men als heu­te. Die neue Bun­des­re­gie­rung muss des­halb die Ren­te ab Herbst anpa­cken und auf neue Füße stel­len: Wir müs­sen end­lich Alters­ar­mut effek­ti­ver ver­hin­dern. Und auch eine gerin­ge­re Lebens­er­war­tung muss aus­ge­gli­chen wer­den“, for­dert der Bun­des­vor­sit­zen­de der IG BAU, Robert Fei­ger. Er spricht sich für eine „grund­le­gen­de Ren­ten­re­form“ aus: „Bei der Ren­te muss die Reset-Tas­te gedrückt wer­den. Not­wen­dig ist eine Ren­ten­kas­se, in die alle ein­zah­len – Arbei­ter, Ange­stell­te, Selb­stän­di­ge, Beam­te, Par­la­men­ta­ri­er und Minis­ter: der Polier genau­so wie die Pro­fes­so­rin und der Politiker.“

Damit das pas­sie­re, sei eine Bot­schaft wich­tig: „Eine siche­re und gute Ren­te kann man wäh­len“, so Fei­ger. Der IG BAU-Chef appel­liert des­halb, „einen kri­ti­schen Blick in die Wahl­pro­gram­me der Par­tei­en zu wer­fen und genau zuzu­hö­ren, was von denen kommt, die in den Bun­des­tag und ins Kanz­ler­amt wol­len“. Die Zie­le der Par­tei­en zur Ren­te sei­en sehr unter­schied­lich. Die Gewerk­schaft hat des­halb jetzt einen „Lock­ruf in die Wahl­ka­bi­ne“ gemacht – Wahl-Clips mit der Auf­for­de­rung: „… iXen gehen!“. Es sind Film-Spots mit skur­ri­len Sze­nen und kurio­sen Cha­rak­ter­ty­pen – wie dem „Mara­thon-Schuf­ter“ auf einer Bau­stel­le, der mit 78 Jah­ren noch Säcke auf dem Bau schlep­pen muss. Dazu der Kom­men­tar: „Deutsch­land, dei­ne Rent­ner. Solan­ge sie noch atmen, sol­len sie auch arbeiten.“

Die IG BAU macht damit einen „Weck­ruf zur Wahl“: „Es geht dar­um, die Pro­ble­me, die den Men­schen auf den Nägeln bren­nen, klar auf den Punkt zu brin­gen – mit einem Augen­zwin­kern. Ob per Brief­wahl am Küchen­tisch oder am 26. Sep­tem­ber in der Wahl­ka­bi­ne: Wich­tig ist, dass die Men­schen wäh­len gehen“, sagt der IG BAU-Bun­des­vor­sit­zen­de Robert Feiger.

Der Wahl-Clip „Ren­te“ mit einem „Mara­thon-Schuf­ter“ ist zu fin­den unter https://igbau.de/Rente-wählen

End­lich mit Rol­la­tor Busfahren

Kurs für Senio­ren sorgt für mehr Sicher­heit im Straßenverkehr

15 Damen und Her­ren haben das Ange­bot des Senio­ren­bü­ros der Stadt Bam­berg, der Poli­zei­in­spek­ti­on Bam­berg-Stadt und wei­te­rer Akteu­re begeis­tert ange­nom­men. Die Kurs­teil­neh­me­rin­nen und Kurs­teil­neh­mer füh­len sich dank ver­schie­de­ner Übun­gen nun siche­rer im Umgang mit dem Rollator.

Das Strah­len der Dame Ende 70 ist trotz Mas­ke unüber­seh­bar: „Ist das toll, heu­te habe ich viel Neu­es gelernt. Zum Bei­spiel, dass ich kei­ne Angst haben muss, dass der Bus ein­fach los­fährt, obwohl ich noch nicht ganz drin bin.“ Harald Wes­se­ly, Fah­rer bei den Stadt­wer­ken Bam­berg, nickt. Gemein­sam mit Franz Wer­ner, Ver­kehrs­er­zie­her bei der Poli­zei­in­spek­ti­on Bam­berg-Stadt, stellt er direkt die Situa­ti­on nach: Der Poli­zist steht mit Rol­la­tor in der hin­te­ren Bus­tür, der Bus­fah­rer drückt den Knopf – die Türen wol­len schlie­ßen, sprin­gen aber sofort wie­der auf, als sie den Rol­la­tor berüh­ren. Die Bot­schaft: Hier wird nie­mand eingeklemmt.


„Nie­mals mit dem Rol­la­tor vor­aus aussteigen!“


Natür­lich wird beim Kurs „Sicher unter­wegs mit Geh­hil­fe, Rol­la­tor und zu Fuß“ nicht in ers­ter Linie zuge­schaut, son­dern geübt. Gemein­sam mit sei­nem Kol­le­gen Klaus Fuß erklärt Ver­kehrs­er­zie­her Franz Wer­ner, was beim Bus­fah­ren mit Rol­la­tor zu beach­ten ist. „Nie­mals mit dem Rol­la­tor vor­aus aus­stei­gen! Da besteht die Gefahr, vor­ne über zu stür­zen.“ Statt­des­sen: Rück­wärts aus­stei­gen, vor­wärts ein­stei­gen. Wie das genau geht, darf jeder selbst üben. Ste­fa­nie Hahn, Senio­ren­be­auf­trag­te der Stadt Bam­berg, merkt an: „Wir krie­gen von den Stadt­wer­ken die Rück­mel­dung, dass im Real­be­trieb ein Unter­schied erkenn­bar ist. Dort sieht man, wer das siche­re Ein- und Aus­stei­gen gelernt hat.“

Apro­pos Sicher­heit: Bei den Gleich­ge­wichts­übun­gen mit den Fach­leu­ten von Salu­dis, Zen­trum für reha­bi­li­ta­ti­ve Medi­zin der Sozi­al­stif­tung, kann es schon mal ein biss­chen wacke­lig wer­den. Doch genau dar­um geht es – den Gleich­ge­wichts­sinn trai­nie­ren, ohne die eige­nen Gren­zen zu über­schrei­ten. Zum Bei­spiel, um mit ein paar Schrit­ten zum Rol­la­tor zu gehen. Die­sen konn­ten die Senio­rin­nen und Senio­ren am Ser­vice­wa­gen vom Medi­team durch­che­cken las­sen. Ist die Höhe rich­tig ein­ge­stellt? Wie lässt sich die Geh­hil­fe am bes­ten auf­klap­pen? Und war­um sind Klin­gel und Reflek­to­ren sinnvoll?

Bam­bergs Zwei­ter Bür­ger­meis­ter und Sozi­al­re­fe­rent, Jonas Glüsen­kamp, zeig­te sich ange­tan und rief gleich­zei­tig auf: „Das ist ein wirk­lich tol­les Ange­bot. Haben Sie kei­ne Scham, sich zu mel­den! Wir füh­ren bereits eine War­te­lis­te.“ Denn der zwei­te Kurs­ter­min im Okto­ber ist bereits aus­ge­bucht. Doch das Orga­ni­sa­ti­ons­team prüft gera­de, ob sich ein wei­te­res Trai­ning rea­li­sie­ren lässt. Bis dahin darf man ruhig auch mal sei­ne Mit­men­schen ein­bin­den: „Es fin­det sich im Bus immer jemand, der Hil­fe anbie­tet“, stellt eine Senio­rin fest.

Bam­ber­ger Lite­ra­tur­fes­ti­val „Bam­Lit“

Lite­ra­tur-Event für Bam­berg und Umgebung

Vom 27. Sep­tem­ber bis zum 18. Okto­ber fin­det die sechs­te Aus­ga­be des Bam­ber­ger Lite­ra­tur­fes­ti­vals in Bam­berg und Umge­bung statt. Beim „Bam­Lit“ 2021 lesen unter ande­rem Michel Fried­man, Hubert Ach­leit­ner, Anne Sie­gel und Sven Rege­ner. Auch loka­le Autoren wie David Saam und Paul Maar sind dabei. Anfang Sep­tem­ber haben wir mit Gaby Heyder, Geschäfts­füh­re­rin des Co-Aus­rich­ters Ver­an­stal­tungs­ser­vice Bam­berg, über den Stand der Vor­be­rei­tun­gen gesprochen.

Frau Heyder, Covi­d19-bedingt gab es einen lan­gen Still­stand im Kul­tur­be­trieb. Schlägt sich der Wie­der­be­ginn des Betriebs, rund drei Wochen vor Start des „Bam­Lit“, bereits in einem aus­ge­präg­ten Publi­kums­zu­spruch nie­der oder ist das poten­ti­el­le Publi­kum noch zurückhaltend?

Gaby Heyder: Unse­re Wer­bung kon­zen­triert sich vor­wie­gend auf den Sep­tem­ber. Aber es gibt schon anhal­ten­de Nach­fra­ge aus dem April und Mai, der je nach Autorin oder Autor unter­schied­lich aus­fällt. Hohe Nach­fra­ge gibt es zum Bei­spiel bei Sven Rege­ner und Dani­el Kehl­mann und da sind wir froh, dass wir jetzt für deren Lesun­gen noch Kon­ti­gen­te frei­ge­ben kön­nen. Bis auf die Absa­ge von Mari­an­ne Koch konn­ten wir das kom­plet­te Pro­gramm wie ursprüng­lich geplant über­neh­men. Aber tages­ak­tu­ell bit­ten wir das Publi­kum sich auf bamlit.de zu informieren.


Hat Ihnen das Ret­tungs- und Zukunfts­pro­gramm Neu­start Kul­tur der Bun­des­re­gie­rung bei der Finan­zie­rung des „Bam­Lit“ 2021 geholfen?

Gaby Heyder: Nein, da gab es kei­ne finan­zi­el­le Unter­stüt­zung. Das „Bam­Lit“ ist eine Gesell­schaft, die Bam­ber­ger Lite­ra­tur­fes­ti­val UG, mit den Gesell­schaf­tern Ver­an­stal­tungs­ser­vice Bam­berg GmbH, Stadt­mar­ke­ting und der Osi­an­der­sche Buch­hand­lung Gmbh. Wir arbei­ten ehren­amt­lich im Auf­trag des Land­krei­ses, der offi­zi­el­ler Ver­an­stal­ter ist. Und wir hof­fen auch mit der sechs­ten Aus­ga­be kei­nen Ver­lust zu machen, trotz der Ver­le­gun­gen von Janu­ar über April bis hin in den Sep­tem­ber und Oktober.


Der Schwer­punkt Ihres Kul­tur­be­triebs liegt seit über 30 Jah­ren auf Kon­zer­ten und Musik-Events. Wann und war­um haben Sie sich ent­schie­den, auch im Lite­ra­tur­be­reich tätig zu werden?

Gaby Heyder: Paul Maar wies bei einem Neu­jahrs­emp­fang der Stadt Bam­berg 2015 dar­auf hin, dass im rei­chen Kul­tur­ange­bot der Stadt ein Lite­ra­tur­fes­ti­val feh­le. Dies nah­men Klaus Stier­in­ger vom Stadt­mar­ke­ting, das Team von Hüb­scher, heu­te Osi­an­der, Land­rat Johann Kalb und mein Mann, Wolf­gang Heyder, zum Anlass, ab 2016 das „Bam­Lit“ auszurichten.

Spielt die lite­ra­ri­sche Gat­tung eine tra­gen­de Rol­le oder ver­su­chen Sie sti­lis­tisch breit zu streuen?

Gaby Heyder: Unser Schwer­punkt liegt in die­sem Jahr bei Sach­bü­chern, ansons­ten wird inhalt­lich immer breit gestreut. Bekann­te Namen wie zum Bei­spiel Michel Fried­mann sol­len sich mit Lokal­grö­ßen Mar­ke Chris­ti­an Fied­ler ergän­zen. In der Coro­na-Zeit haben eini­ge Autorin­nen und Autoren bereits neue Wer­ke her­aus­ge­bracht, mit denen sie dann sogar ganz aktu­ell nach Bam­berg kommen.

Gaby Heyder, Geschäfts­füh­re­rin des Ver­an­stal­tungs­ser­vice Bam­berg. Foto: Privat

Den Bam­ber­ger Lite­ra­tur­schaf­fen­den wird somit beim „Bam­Lit“ viel Raum gege­ben. Sind deren Auf­trit­te sozu­sa­gen das Bin­de­glied zwi­schen Fes­ti­val und Stadt und Landkreis?

Gaby Heyder: Nicht unbe­dingt das Bin­de­glied, aber sie ste­hen für Lokal­ko­lo­rit und pas­sen gut zu den Schwer­punk­ten, die wir hat­ten, wie das The­ma Kri­mi, oder in die­sem Jahr haben, wie das The­ma Bier.


Das dies­jäh­ri­ge „Bam­Lit“ glie­dert sich der­zeit in 36 Erwach­se­nen­le­sun­gen und knapp 20 Kin­der­le­sun­gen. Ein ziem­lich gro­ßer Anteil.

Gaby Heyder: So hof­fen wir, jun­ge Lese­rin­nen und Leser zu span­nen­den Lesun­gen in Stadt und Land­kreis zu locken und ihre Freu­de am Lesen zu wecken. Das Kin­der­pro­gramm ist kom­plett ein­tritts­frei. Die inten­si­ve Koope­ra­ti­on mit Schu­len und Büche­rei­en läuft, die Pro­gno­sen zur Durch­führ­bar­keit sind aber noch vage.


Wel­che Bedeu­tung fällt den jewei­li­gen Loca­ti­ons bei den ein­zel­nen Lesun­gen zu?

Gaby Heyder: Durch­aus eine tra­gen­de Rol­le, denn ver­schie­de­ne Loca­ti­ons zie­hen auch ein unter­schied­li­ches Publi­kum an. Wir haben viel aus­pro­biert und fest­ge­stellt, dass Lesun­gen Flair brau­chen. Und dann hat sich gezeigt, dass es durch­aus Orte wie das Bis­tums­haus, das Thea­ter oder die Sze­nen­flä­chen im Ertl-Zen­trum gibt, die her­vor­ra­gend zu unse­rem Kon­zept passen.


Den Auf­takt macht am 27. Sep­tem­ber die Lesung von Michel Fried­man mit „Zei­ten­wen­de – Der Angriff auf Demo­kra­tie und Men­schen­wür­de“. Kei­ne leich­te Kost gleich zu Beginn, aber dient die Lesung auch, um den Wert des Fes­ti­vals in Sachen Info­tain­ment zu unterstreichen?

Gaby Heyder: Genau­so ist es. In eine ähn­li­che Rich­tung zielt der Auf­tritt von Wolf­gang Hirn mit sei­nem The­ma „Die Welt­wirt­schaft von mor­gen“ oder auch Fritz Habe­kuß mit „Zukunfts­fra­ge Arten­ster­ben: Wie wir die Öko­kri­se über­win­den“. Nicht zu ver­ges­sen Ralph Cas­pers vom KIKA mit „Wie wir Kin­dern in Trau­er hel­fen kön­nen“ und die Mati­nee-Lesung mit Ohren­kuss in der KUFA. Aber natür­lich gibt es auch das typi­sche Unter­hal­tungs­pro­gramm mit dem „Bob Dylan Abend“ oder „Heinz Erhardt Pri­vat“ mit sei­ner Tochter.

Bam­Lit

27. Sep­tem­ber bis 18. Oktober

https://www.bamlit.de

TiG – Thea­ter im Gärtnerviertel

Expe­ri­men­tier­freu­di­ges Thea­ter an unge­wöhn­li­chen Orten

Am 24. Sep­tem­ber eröff­net das TiG – Thea­ter im Gärt­ner­vier­tel sei­ne neue Spiel­zeit mit Fried­rich Schil­lers Klas­si­ker “Die Jung­frau von Orleans”. Ste­phan Bach, Jona­than Bam­berg, Valen­tin Bartzsch, Ursu­la Gumb­sch und Mar­tin Haber­mey­er spie­len, TiG-Lei­te­rin Nina Lorenz führt Regie. Mit ihr haben wir uns zum Inter­view getroffen.

Frau Lorenz, in wel­chem Zustand star­tet das TiG in die Spiel­zeit 2021/​/​2022?

Nina Lorenz: Wir haben einen ereig­nis­rei­chen Som­mer hin­ter uns und haben mit unse­rem TiG-Som­mer­thea­ter­fes­ti­val ver­sucht, die Mona­te Juni, Juli und August best­mög­lich zu nut­zen, um meh­re­re Pro­duk­tio­nen und viel Live-Thea­ter anzu­bie­ten. Für die neue Spiel­zeit 2021/​/​2022 sind wir gut gerüs­tet und hof­fen, unse­ren Spiel­plan auf­recht hal­ten zu kön­nen. Jedoch, es hängt nicht von uns allei­ne ab.


Wel­che Ände­run­gen gab es in den zurück­lie­gen­den ein­ein­halb Jahren?

Nina Lorenz: Die Ände­run­gen haben sich auf das Nicht-Spie­len kön­nen belau­fen. Das waren har­te Ein­schnit­te, auch finan­zi­ell. Ansons­ten ist das Ensem­ble kon­stant geblie­ben, kei­ner muss­te gehen und neue Gesich­ter sind dazu gekommen.


Wie hat sich die Spon­so­ren- und För­der­la­ge entwickelt?

Nina Lorenz: Die Spon­so­ren haben uns die Treue gehal­ten, eben­so ist der Freun­de­ver­ein des TiG eine groß­ar­ti­ge Unter­stüt­zung. Ein Teil der gestell­ten För­der­an­trä­ge wur­de aller­dings gekürzt, was gera­de in die­sen Zei­ten umso schwe­rer wiegt.


Nach einem Jahr, in dem kul­tu­rel­le Insti­tu­tio­nen durch die Poli­tik mehr oder weni­ger igno­riert wur­den – sind Sie nach wie vor über­zeugt, mit dem Thea­ter das Rich­ti­ge zu tun oder hat die Pan­de­mie Zwei­fel auf­kom­men lassen?

Nina Lorenz: Nein, die Pan­de­mie hat kei­ne Zwei­fel auf­kom­men las­sen. Kunst und Kul­tur und spe­zi­ell Thea­ter sind wich­tig und nicht weg­zu­den­ken aus unse­rer Gesell­schaft. Thea­ter bie­tet den gemein­sa­men Atem und das gemein­sa­me Erle­ben, ist ein­ma­lig und immer live. Der Aus­tausch zwi­schen dem Publi­kum und den Schauspieler*innen auf der Büh­ne schafft einen gemein­sa­men Raum und bes­ten­falls kön­nen wir durch die­sen Aus­tausch Din­ge bewe­gen und Per­spek­ti­ven verändern.


Heißt es jetzt also “jetzt erst recht”?

Nina Lorenz: Es heißt, weitermachen!


War­um haben Sie für die Spiel­zeit­er­öff­nung am 24. Sep­tem­ber “Die Jung­frau von Orleans” ausgewählt?

Nina Lorenz: In der „Jung­frau von Orleans“ geht es um Glau­bens­krie­ge und einen gro­ßen Fana­tis­mus der Figur der Johan­na. Ihr mit­leid­lo­ses und blin­des Han­deln macht sie zu einem Werk­zeug der Mäch­ti­gen, der Poli­ti­ker und der Prag­ma­ti­ker. Sie wird benutzt und tak­tisch ein­ge­setzt. Damit sind wir sehr nah dran an der heu­ti­gen Zeit und Asso­zia­tio­nen zu sich radi­ka­li­sie­ren­den Jugend­li­chen, die still in den hei­li­gen Krieg zie­hen oder sich als rechts­ra­di­ka­le Got­tes-Kämp­fer sehen und für ihre ver­meint­lich rich­ti­ge Sachen kämp­fen, stel­len sich ein, da kann man auch an die Mor­de des NSU den­ken. Das Leben der Jean­ne d‘Arc wur­de von vie­len Sei­ten benutzt und für eige­ne Zwe­cke aus­ge­nutzt und miss­braucht, bis heu­te, bis zu Marie Le Pen. Aus die­sem Grun­de ist die­ser Stoff, die­ses Stück, hoch aktu­ell. Und es erzählt vom Krieg, den Grau­sam­kei­ten und dem Grau­en im Krieg. Auch das hat bis heu­te nicht aufgehört.


“Die Jung­frau von Orleans” ist eines der am häu­figs­ten gespiel­ten Stü­cke von Fried­rich Schil­ler. Was wird die Insze­nie­rung des TiG bie­ten, das noch nicht zu sehen war?

Nina Lorenz: Wir set­zen mit der Insze­nie­rung unse­re eige­nen Akzen­te und ver­knüp­fen das Gan­ze mit der Musik. Live an der Orgel beglei­tet Ingrid Kas­per die Insze­nie­rung, in Koope­ra­ti­on mit der Kir­chen­mu­sik St. Ste­phan sind der musi­ca-viva-chor bam­berg, der Chor der Kan­to­rei, der Jugend­kan­to­rei und der Gos­pel­chor St. Ste­phan zu erle­ben. Der Spiel­ort ist St. Ste­phan Bam­berg – wir spie­len im Haupt­schiff der Kir­che, dür­fen den Altar über­bau­en und zen­tral in der Kir­che spie­len. Eine groß­ar­ti­ge Mög­lich­keit, die uns die Gemein­de St. Ste­phan bietet!


Wie sehen Ihre Pla­nun­gen aus, falls stei­gen­de Inzi­den­zen Kul­tur­auf­füh­run­gen erneut gefähr­den sollten?

Nina Lorenz: Vie­le Mög­lich­kei­ten haben wir nicht. Bei „Die Jung­frau“ wür­den wir nicht noch­mal um ein Jahr ver­schie­ben, son­dern dar­aus einen Film machen. Aber das hof­fen wir nicht.


Nach wel­chen Gesichts­punk­ten haben Sie den wei­te­ren Spiel­plan zusammengestellt?

Nina Lorenz: Der neue Spiel­plan beinhal­tet Stü­cke, die, coro­nabe­dingt, im letz­ten Jahr aus­fal­len muss­ten, wie „Die Jung­frau von Orleans“ und „Die Drei­gro­schen­oper“ von Ber­told Brecht, die ab März 2022 geplant ist. Spiel­ort bleibt die Mal­erwerk­statt der Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken, dar­über freu­en wir uns sehr. Für die wei­te­ren Stü­cke pla­nen wir, heu­ti­ge Autor*innen zu Wort kom­men zu lassen.


Auf was kann sich das Publi­kum in der kom­men­den Spiel­zeit gefasst machen?

Nina Lorenz: Auf span­nen­des, leben­di­ges, expe­ri­men­tier­freu­di­ges Thea­ter an unge­wöhn­li­chen Spielorten.


TiG – Thea­ter im Gärtnerviertel

„Die Jung­frau von Orleans“

24. Sep­tem­ber, 20 Uhr
St. Ste­phan Bam­berg, Ste­phans­platz 5


Wei­te­re Infor­ma­tio­nen unter:

https://tig-bamberg.de/

1 25 26 27 28 29 60