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Bamberg - Page 53

Bilanz 2020 weist ein Über­nach­tungs-Minus von 41,4 Pro­zent aus

Schmerz­li­ches Jahr für den Bam­ber­ger Tourismus

Nur weni­ge Bran­chen haben die Aus­wir­kun­gen der Coro­na-Maß­nah­men so dras­tisch erfah­ren müs­sen wie der Tou­ris­mus. Nach den offi­zi­el­len Über­nach­tungs­zah­len des Sta­tis­ti­schen Lan­des­am­tes ver­zeich­net Bam­berg ein Minus von 41,4 Pro­zent bei den Über­nach­tun­gen im ver­gan­ge­nen Jahr im Ver­gleich zu 2019, wie die Stadt Bam­berg mitteilt.

Im Früh­jahr 2020 wur­de das Rei­sen mit als ers­tes ver­bo­ten und alle ent­spre­chen­den Betrie­be geschlos­sen, und auch im Jahr 2021 wird das Rei­sen wohl zu den letz­ten Berei­chen des öffent­li­chen Lebens gehö­ren, die wie­der frei agie­ren kön­nen. Die Umsatz­ein­bu­ßen im Gast­ge­wer­be und im Bereich der tou­ris­ti­schen Dienst­leis­tun­gen sind immens, vie­le Anbie­ter ver­su­chen sich mit Über­brü­ckungs­hil­fen, Novem­ber­hil­fen und Kurz­ar­beit wei­ter über Was­ser zu halten.

Nun lie­gen die offi­zi­el­len Über­nach­tungs­zah­len des Sta­tis­ti­schen Lan­des­am­tes für das Jahr 2020 vor und war­ten mit der ers­ten offi­zi­el­len Gesamt­sta­tis­tik für das ver­gan­ge­ne Jahr auf. Sie machen unmiss­ver­ständ­lich deut­lich, wie sehr die Bran­che unter den Ein­schrän­kun­gen gelit­ten hat.

Ver­zeich­ne­te Bam­berg im Jahr 2019 noch 753.220 Über­nach­tun­gen, so fällt die Zahl der Über­nach­tun­gen für 2020 auf 441.424 zurück, ein Minus von 41,4 Pro­zent. Die­ser Rück­gang unter­streicht in sei­ner Höhe noch ein­mal die dra­ma­ti­sche Situa­ti­on für die Bran­che ins­ge­samt. Mit Bekannt­ga­be der Jah­res­sta­tis­tik legt der Bam­berg Tou­ris­mus & Kon­gress Ser­vice (TKS) gleich­zei­tig auf dem Tou­ris­mus­blog „Tou­ris­mus in Bam­berg – Die Bilanz des Jah­res 2020“ sei­nen Jah­res­be­richt vor und zeigt unter ande­rem die Ver­lus­te in den unter­schied­li­chen Geschäfts­be­rei­chen die­ses wirt­schaft­lich täti­gen städ­ti­schen Betriebs auf. Ganz mas­siv ist der Rück­gang im Bereich der Grup­pen­rei­sen, die 2020 so gut wie ganz­jäh­rig nicht mög­lich waren. Hier beklagt der TKS Ver­lus­te von rund 90 Pro­zent. Auch wenn der Som­mer durch den Zuspruch vie­ler Gäs­te, vor allem aus dem Inland, weni­ger dra­ma­tisch ver­lau­fen ist als der Rest des Jah­res, so fällt auch die Gesamt­bi­lanz bei den Stadt­füh­run­gen, dem stärks­ten Umsatz­brin­ger des TKS, mit einem Ver­lust von 76 Pro­zent äußerst nega­tiv aus. Nur 2.747 Füh­run­gen gab es zuletzt im Wen­de­jahr 1989, der Umsatz von 220.670 Euro fällt ent­spre­chend mager aus. Auch der Umsatz durch den Ver­kauf in der Tou­rist Info liegt mit 288.267 Euro nur bei 55 Pro­zent eines nor­ma­len Jahres.


Vie­le Wirt­schafts­zwei­ge lei­den mit 

„Alles in allem ein ver­hee­ren­des Jahr für den Tou­ris­mus in Bam­berg“, so der städ­ti­sche Tou­ris­mus­re­fe­rent Dr. Ste­fan Gol­ler. „Beson­ders schmerz­lich ist die­se Ent­wick­lung für die vie­len Anbie­ter tou­ris­ti­scher Dienst­leis­tun­gen und für das Gast­ge­wer­be, aber auch für Kul­tur­anbie­ter, die nor­ma­ler­wei­se auch mas­siv von aus­wär­ti­gen Besu­che­rin­nen und Besu­chern pro­fi­tie­ren. Letzt­lich lei­den aber vie­le wei­te­re Wirt­schafts­zwei­ge eben­falls unter dem Ver­lust der Tou­ris­ten, vom Bäcker bis zum Taxi­un­ter­neh­men, vom Ein­zel­han­del bis zur Ver­an­stal­tungs­bran­che. In einem nor­ma­len Jahr erwirt­schaf­tet der Tou­ris­mus in Bam­berg über 330 Mio. Euro Bruttoumsatz.“

Micha­el Heger, Lei­ter des TKS, ver­brei­tet den­noch Zuver­sicht: „Es geht jetzt für unse­re vie­len Part­ner in Bam­berg und im Bam­ber­ger Land dar­um, die nächs­ten Wochen wirt­schaft­lich durch­zu­ste­hen, bis nach Ostern die Pan­de­mie hof­fent­lich stär­ker in ihre Schran­ken ver­wie­sen wer­den kann und ers­te Locke­run­gen auch das Rei­sen betref­fen kön­nen. Stu­di­en zei­gen, dass die Rei­se­lust der Deut­schen unge­bro­chen ist. Es wird auch 2021 den Trend zum siche­ren Urlaub im eige­nen Land geben und davon wer­den wir in Bam­berg und im Bam­ber­ger Land wie­der pro­fi­tie­ren kön­nen. Wir ste­hen mit unse­ren Ange­bo­ten und den digi­ta­len Buchungs­mög­lich­kei­ten trotz Kurz­ar­beit und Home-Office jeder­zeit bereit, wenn wir sei­tens Poli­tik und Pan­de­mie­la­ge grü­nes Licht bekommen.“

Der aus­führ­li­che Jah­res­be­richt mit Infor­ma­tio­nen zu den Sta­tis­ti­ken und zu den wich­tigs­ten Ent­wick­lun­gen des Jah­res 2020 im TKS und im Bam­berg-Tou­ris­mus ist zu fin­den auf https://blog.bamberg.info/tag/tourismusstatistik/

Trend­aus­wer­tung Kon­junk­tur Bamberg

Deut­lich trü­be­re Aussichten

Der Jah­res­wech­sel stand auch für die Wirt­schaft in Stadt und Land­kreis Bam­berg unter schwie­ri­gen Vor­zei­chen, wie die IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth mit­teilt. In der aktu­el­len IHK-Kon­junk­tur­um­fra­ge ver­mel­den die befrag­ten Bam­ber­ger Unter­neh­men eine deut­lich schlech­te­re aktu­el­le Geschäfts­la­ge als noch im Herbst 2020.

Zu den Erwar­tun­gen an die kom­men­den zwölf Mona­te hin­ge­gen äußern sich die Befrag­ten etwas opti­mis­ti­scher. „Wie die gesam­te Wirt­schaft lei­den auch die Unter­neh­men der Regi­on Bam­berg stark unter der Coro­na-Pan­de­mie. Bran­chen­über­grei­fend sind vie­le Betrie­be zum Nichts­tun ver­dammt oder ver­zeich­nen wegen der staat­li­chen Beschrän­kun­gen hohe Umsatz­ein­bu­ßen. Alle set­zen ihre Hoff­nun­gen auf Locke­run­gen für die Geschäfts­welt, die für kräf­ti­gen Rücken­wind sor­gen kön­nen. Die jüngs­ten Ent­schei­dun­gen der Poli­tik geben aber nur wenig Anlass zur Hoff­nung. Kla­re Per­spek­ti­ven feh­len nach wie vor“, so Son­ja Weig­and, IHK-Prä­si­den­tin und Vor­sit­zen­de des IHK-Gre­mi­ums Bam­berg. Der Kon­junk­tur­kli­ma-index für die Regi­on Bam­berg gibt aktu­ell um acht Punk­te nach und liegt nun bei 91 Zählern.

Das Auf und Ab der Geschäfts­la­ge setzt sich auch im neu­en Jahr fort. Nach­dem im letz­ten Früh­jahr die Wer­te mas­siv ein­ge­bro­chen waren, erhol­te sich die Geschäfts­la­ge im Herbst zunächst wie­der, um zu Jah­res­be­ginn erneut deut­lich nach­zu­ge­ben. 43 Pro­zent der Betrie­be aus Stadt und Land­kreis Bam­berg bewer­ten ihre aktu­el­le Geschäfts­la­ge schlecht, nur 27 Pro­zent nen­nen sie gut. Damit rutscht die Lage­be­ur­tei­lung im Sal­do merk­lich in den nega­ti­ven Bereich. „Das Ergeb­nis sagt viel über den tat­säch­li­chen Zustand der Wirt­schaft aus und ist durch­aus alar­mie­rend. Immer mehr unse­rer Mit­glieds­un­ter­neh­men kämp­fen inzwi­schen um ihre Exis­tenz“, so Weig­and. Knapp die Hälf­te der Befrag­ten berich­tet auch von einer nega­ti­ven Umsatz­ent­wick­lung. Dies betrifft sowohl Umsät­ze im In- und im Aus­land. Dem­zu­fol­ge lei­det bei die­sen Unter­neh­men auch die Kapa­zi­täts­aus­las­tung oder befin­det sich auf einem nied­ri­gen Niveau.


Die Hoff­nung bleibt bestehen

Die Bam­ber­ger Unter­neh­men schrei­ben die kom­men­den Mona­te aber noch nicht ab. Ein Vier­tel der Befrag­ten rech­net mit einer Ver­bes­se­rung der Geschäfts­la­ge, wei­te­re 49 Pro­zent gehen von kei­ner gra­vie­ren­den Ver­än­de­rung aus, 26 Pro­zent befürch­ten eine Ver­schlech­te­rung. Dies zeigt die Zuver­sicht, die eine über­wie­gend gro­ße Zahl den­noch ver­spürt. Ähn­lich sta­bi­le Erwar­tun­gen for­mu­lie­ren die Fir­men auch bei der Ein­schät­zung der künf­ti­gen Umsatz­ent­wick­lung im In- und Aus­land. „Die Wirt­schaft traut sich wei­ter­hin viel zu. Grund­vor­aus­set­zung für eine Erho­lung sind aber nach­hal­ti­ge Locke­run­gen der Coro­na-Beschrän­kun­gen für die Betrie­be, damit die Unter­neh­men wie­der Pla­nungs­si­cher­heit erlan­gen. Wir sind zuver­sicht­lich, sonst wären wir kei­ne Unter­neh­mer. Etli­che Unter­neh­men aber wer­den die­se Kri­se wohl nicht über­ste­hen, weil für sie die Geschäfts­tä­tig­keit zu lan­ge ein­ge­schränkt oder unmög­lich war und die öffent­lich zuge­sag­ten Hil­fen nicht oder ein­fach zu spät ankom­men“, erläu­tert die Präsidentin.


Deut­li­che Spu­ren auf dem Arbeitsmarkt

Der der­zei­ti­ge Lock­down hat nach Ein­schät­zung der befrag­ten Unter­neh­me­rin­nen und Unter­neh­mer nega­ti­ve Fol­gen für den Arbeits­markt. Dazu kommt im Raum Bam­berg die ohne­hin schwie­ri­ge Lage der Auto­mo­bil­zu­lie­fer­indus­trie. Tei­le der Wirt­schaft sind daher gezwun­gen, ihre Beleg­schaft zu redu­zie­ren. „Unter­neh­men kön­nen nicht in ihrem Geschäft ein­ge­schränkt oder gar gänz­lich geschlos­sen wer­den, ohne dass dies nach­hal­ti­ge Aus­wir­kun­gen auf den Arbeits­markt hat“, betont Weig­and. Ein gewis­ser Erho­lungs­ef­fekt ist aber auch für den Arbeits­markt zu erwar­ten, sobald das Geschäfts­le­ben in allen Bran­chen wie­der durch­star­ten kann.

Sor­gen macht sich die IHK-Prä­si­den­tin auch um die Zukunft des Wirt­schafts­stand­or­tes. „Die Basis und die Stär­ke des Wirt­schafts­stand­or­tes Ober­fran­ken sind die vie­len, soli­den, fami­li­en­ge­führ­ten mit­tel­stän­di­schen Unter­neh­men. Schon in wirt­schaft­lich guten Zei­ten ist es für zahl­rei­che Unter­neh­mer schwer, die Nach­fol­ge in der eige­nen Fami­lie zu regeln. Jetzt, in so schwie­ri­gen Zei­ten, ist die­se Her­aus­for­de­rung noch ungleich grö­ßer. Ver­lie­ren wir die­se Unter­neh­men, wird dem Wirt­schafts­stand­ort Pro­spe­ri­tät und damit Wett­be­werbs­fä­hig­keit ver­lo­ren gehen“, so Son­ja Weigand.

Stadt­bü­che­rei Bamberg

„Büche­rei­en sind mehr als nur Bücherlager”

Die Stadt­bü­che­rei Bam­berg und ihre Zweig­stel­len hat­ten 2020 zwar weni­ger Öff­nungs­ta­ge als 2019, dafür aber einen höhe­ren Tages­schnitt an Ent­lei­hun­gen. Chris­tia­ne Weiß, die Lei­te­rin der Büche­rei, konn­te vor allem einen Zuwachs des Inter­es­ses an Kin­der- und Jugend­li­te­ra­tur ver­zeich­nen. Wie die­ser Zuwachs zustan­de kommt, erklärt sie im Interview.

Frau Weiß, wie hat die Stadt­bü­che­rei die zurück­lie­gen­den Mona­ten erlebt?

Chris­tia­ne Weiß: Bis zum 15. März letz­ten Jah­res lief alles nor­mal. Danach hat­ten wir den ers­ten Lock­down und alles hat sich umge­krem­pelt, die Büche­rei hat­te geschlos­sen und es herrsch­te gro­ße Unsi­cher­heit. Aber dann haben wir ange­fan­gen, die Räum­lich­kei­ten pan­de­mietaug­lich zu machen, alle Sitz­mö­bel weg­ge­räumt, alles gerei­nigt und ein Hygie­ne­kon­zept ein­ge­führt. Mit ande­ren Wor­ten haben wir alles getan, damit das Virus nir­gend­wo anhef­ten kann, dadurch der Büche­rei aber auch lei­der ihre gan­ze Auf­ent­halts­qua­li­tät weg­ge­nom­men.
Anfang Mai konn­ten wir mit zit­tern­den Her­zen und hohen Auf­la­gen wie­der öff­nen. Aber die Büche­rei war sozu­sa­gen nackt – es gab kei­nen ein­zi­gen schö­nen Ses­sel mehr, dafür rie­si­ge Abstän­de, einen extra Ein­gang und Ein­lass­be­schrän­kun­gen. Und klei­ne Kin­der waren über­haupt nicht erlaubt. Das hat uns weh­ge­tan und das hat den Kun­den weh­ge­tan. Aber wir haben dazu­ge­lernt und konn­ten dann im Som­mer, als die Infek­ti­ons­zah­len san­ken, die eine oder die ande­re Regel ent­schär­fen und die Büche­rei lang­sam für uns und unse­re Benut­zer „zurück­er­obern“.


Was pas­sier­te als Ende Okto­ber erneut der Lock­down ver­ord­net wurde?

Chris­tia­ne Weiß: Als am 30. Okto­ber der Lock­down-Light begann, waren Büche­rei­en noch aus­ge­nom­men und konn­ten offen blei­ben. Das hat uns natür­lich sehr gefreut. Am 26. Novem­ber, es war ein Don­ners­tag­abend, erfuh­ren wir aller­dings, dass zum 1. Dezem­ber, dem Diens­tag, wie­der alles geschlos­sen wird. Das ist bekann­ter­ma­ßen seit­dem so geblie­ben. Als Mit­te März die Schlie­ßung der Büche­rei ver­ord­net wor­den war, wur­den wir in den Tagen davor von den Kun­den, die sich ein­de­cken woll­ten, noch regel­recht über­rannt. Das woll­ten wir nicht wie­der erle­ben. An jenem Wochen­en­de Ende Novem­ber vor dem Lock­down soll­ten sich auch alle noch­mal mit ver­schie­de­nen Medi­en ein­de­cken kön­nen, aber dies­mal in ver­ant­wort­li­chen Bah­nen. Das haben wir mit zusätz­li­chen Öff­nungs­stun­den ganz geord­net unter Ein­hal­tung der AHA-Regeln geschafft. Und im Zeit­raum von Frei­tag bis Mon­tag haben wir elf Pro­zent unse­res Gesamt­be­stan­des – das sind über 12.000 Medi­en – an unse­rer Benut­zer ent­lie­hen. Die Zahl der Gesamtent­lei­hun­gen 2020 betrug übri­gens 563.400 Medien.


Zum 21. Janu­ar hat die baye­ri­sche Staats­re­gie­rung den Abhol­dienst “Click and Coll­ect” für Büche­rei­en wie­der erlaubt. Dabei kann man online bei­spiels­wei­se ein Buch, das man aus­lei­hen möch­te, bestel­len und dann vor Ort in der Büche­rei abho­len. Wie läuft es damit?

Chris­tia­ne Weiß: Wir konn­ten sofort auf die Erlaub­nis reagie­ren, weil wir, der Biblio­the­ken­ver­band, und auch vie­le ande­re, sich bereits stark für die Ein­füh­rung von Click and Coll­ect ein­ge­setzt und die nöti­gen Kon­zep­te schon aus­ge­ar­bei­tet hat­ten. Die­se Leih­mög­lich­keit hat sehr viel Druck genom­men und wird sehr gut angenommen.


Ist die Stadt­bü­che­rei von den Kür­zun­gen im städ­ti­schen Kul­tur­bud­get betroffen?

Chris­tia­ne Weiß: Ja. Das Bud­get der Stadt­bü­che­rei wur­de für 2021 auf­grund der Coro­na-Pan­de­mie um 2,5 Pro­zent gekürzt. Das trifft uns schon hart. Zudem hat­ten wir im letz­ten Jahr zusätz­li­che Ein­nah­men­min­de­run­gen bei gleich­zei­ti­gen Tarif­er­hö­hun­gen im Personalkostenbereich.


Wie hat sich in Pan­de­mie­zei­ten das Aus­leih­ver­hal­ten entwickelt?

Chris­tia­ne Weiß: Wir hat­ten 2019 293 Öff­nungs­ta­ge, an denen wir im Schnitt pro Tag 1.900 Ent­lei­hun­gen ver­zeich­nen konn­ten. 2020 hat­ten wir 227 Öff­nungs­ta­ge, also 66 weni­ger als 2019. Pro Tag hat­ten wir 2020 aber im Schnitt 2.400 Ent­lei­hun­gen, was einem Plus von 26,3 Pro­zent entspricht.


Wie kam die­se Stei­ge­rung zustande?

Chris­tia­ne Weiß: Die Stei­ge­run­gen lie­gen bei der Kin­der- und Jugend­li­te­ra­tur, bei den Gesell­schafts­spie­len, bei Kin­der­hör­bü­chern und all­ge­mein bei den digi­ta­len Medi­en. Es wur­den also ver­mehrt Medi­en aus­ge­lie­hen, mit denen Eltern ihre Kin­der, die nicht in den Kin­der­gar­ten oder in die Schu­le gehen kön­nen, unter­hal­ten können.


Pro­fi­tie­ren Sie in gewis­ser Wei­se von der Pandemie?

Chris­tia­ne Weiß: Ja, ein Stück weit. Nie war die Bedeu­tung von Büche­rei­en kla­rer als jetzt. Büche­rei­en sind mehr als nur Bücher­la­ger, in denen man sich etwas aus­leiht. Sie sind, wenn sie offen haben dür­fen, eben auch Orte der Begeg­nung, Orte, wo man, ohne irgend­et­was kon­su­mie­ren oder bezah­len zu müs­sen, ein­fach hin­ge­hen kann. Als wir im Som­mer den Zugang lockern konn­ten, gab es vie­le Men­schen, die die Zugangs­dau­er von einer hal­ben Stun­de voll genutzt haben. Viel­fach wur­de gesagt: Ich bin so glück­lich, durch die Rei­hen gehen zu kön­nen und die Bücher anschau­en zu können.


Ihr Online-Ange­bot umfasst auch Musik- und Film­strea­ming-Mög­lich­kei­ten sowie E‑Audios und E‑Books. Wird sich der Büche­rei­be­trieb in Zukunft aus­schließ­lich online abspielen?

Chris­tia­ne Weiß: Nein, über­haupt nicht. Wir haben unser Online-Ange­bot seit 2012 und haben immer wie­der posi­ti­ve Rück­mel­dun­gen bei­spiels­wei­se zum E‑Book-Ange­bot erhal­ten. Aber das ersetzt nicht das hap­ti­sche Gefühl, ein Buch in der Hand zu haben. Büche­rei­en müs­sen ohne­hin das gesam­te Medi­en­spek­trum wie­der­spie­geln. Vie­le nut­zen e‑Medien auf Rei­sen, gedruck­te Bücher zu Hau­se.
Dabei möch­te ich übri­gens erwäh­nen, dass wir nach­hal­tig arbei­ten. Die Bücher, die wir kau­fen, sind ja nicht für eine Per­son zum Aus­lei­hen gedacht und wer­den danach weg­ge­wor­fen. Sie blei­ben fünf bis zehn Jah­re bei uns. Außer­dem kann man ein Buch, zumin­dest bei Tages­licht, ohne jede Elek­tro­nik nutzen.


Aber kennt die jun­ge Gene­ra­ti­on das Gefühl, ein Buch in der Hand zu hal­ten, noch aus­rei­chend, ver­bin­det sie damit noch aus­rei­chend Wert, um ein gedruck­tes Buch einem E‑Book vorzuziehen?

Chris­tia­ne Weiß: Ich den­ke schon. Die Aus­leih­zah­len, die wir momen­tan haben, gera­de auch im Bil­der­buch­be­reich, spre­chen dafür. Natür­lich haben Kin­der sehr viel mit digi­ta­len Din­gen zu tun. Aber es ist die­se Lang­sam­keit, mit der man sel­ber ent­schei­den kann, wann man die Sei­te umblät­tert, die ein gedruck­tes Buch einem E‑Book vor­aus­hat. Und auch die Eltern genie­ßen das. Die Hap­tik eines Bil­der­bu­ches, das die Eltern gemein­sam mit ihren Kin­dern auf dem Schoß anschau­en, ist nicht mit dem Umgang mit einem E‑Book zu ver­glei­chen. Ich den­ke, die Bedeu­tung eines Buches wird sich nicht verlieren.


Spü­ren Sie trotz­dem die Kon­kur­renz zum Online-Han­del, der ja auch die Mög­lich­keit des Aus­lei­hens von Medi­en anbietet?

Chris­tia­ne Weiß: Ama­zon bie­tet zwar die Mög­lich­keit, E‑Books aus­zu­lei­hen, aller­dings kann man sie nur auf Ama­zon-End­ge­rä­ten anse­hen. Das ist ein gol­de­ner Käfig. Die Stadt­bü­che­rei macht auch all den­je­ni­gen ein Ange­bot, die sich sol­che Gerä­te oder kom­mer­zi­el­le Aus­leih­kon­di­tio­nen nicht leis­ten kön­nen. Es ist Teil unse­res Auf­trags, für alle Men­schen da zu sein, auch für die, denen es finan­zi­ell nicht so gut geht. Dane­ben sind unse­re Ange­bo­te anonym und wer­be­frei nutz­bar. Benut­zer- und Benut­zungs­da­ten wer­den bei uns streng geschützt.

Stadt­rat bringt grü­ne Kam­pa­gne für weni­ger Ein­weg­müll auf den Weg

Mehr­weg heißt Mitmachen

Bam­bergs Grü­ne haben dem Ein­weg­müll den Kampf ange­sagt und dafür ein Kon­zept samt Kam­pa­gne und aus­sa­ge­kräf­ti­gem Slo­gan vor­ge­legt. Die Stadt­ver­wal­tung – mit dem grü­nen Bür­ger­meis­ter Jonas Glüsen­kamp an der Spit­ze des Umwelt­re­fe­rats – griff damit eini­ge Ideen aus dem Wahl­pro­gramm der Grü­nen auf, wie Grü­nes Bam­berg mit­teilt. Sie waren ver­gan­ge­nes Jahr bereits im Rah­men einer Ideen­samm­lung dis­ku­tiert wor­den und wur­den nun vom Senat für Mobi­li­tät, Umwelt und Kli­ma als Maß­nah­men­pa­ket „1wegfrei bis ´23?“ auf den Weg gebracht.

Andre­as Eichen­se­her, Spre­cher für Kreis­lauf­wirt­schaft der Frak­ti­on Grü­nes Bam­berg freut sich: „Damit legen wir den Grund­stein für eine kon­zen­trier­te und ziel­ge­rich­te­te Reduk­ti­on des Ein­weg­mülls durch to-go-Pro­duk­te, der ins­be­son­de­re wäh­rend der Coro­na-Pan­de­mie deut­lich zuge­nom­men hat.“

Die Stra­te­gie des grü­nen Kon­zepts besteht im Wesent­li­chen aus vier Säu­len: Ers­tens wer­den Gas­tro­no­mien und wei­te­re Akteur*innen ver­netzt, damit mög­lichst schnell ein­heit­li­che Mehr­weg­lö­sun­gen ent­ste­hen. Zwei­tens soll Mehr­weg für Verbraucher*innen durch eine Ver­pa­ckungs­ab­ga­be attrak­ti­ver sein. „Dann ist näm­lich die Mehr­weg­al­ter­na­ti­ve die güns­tigs­te Opti­on“, erklärt Eichen­se­her. Drit­tens wird die Stadt die gesam­mel­ten Abfall­men­gen im öffent­li­chen Raum mes­sen, als Anhalts­punkt für den Erfolg der Maß­nah­men. Und vier­tens gibt es eine ein­schlä­gi­ge Kam­pa­gne mit dem Titel „1wegfrei bis ´23?“.

„Der Titel ist dabei Pro­gramm“, sagt Eichen­se­her und hebt den Mit­mach-Cha­rak­ter des Pro­jekts her­vor. „Das Ziel lau­tet, bis 2023 den Ein­weg­müll mög­lichst stark zu redu­zie­ren. Ob das gelingt, hängt letzt­lich von uns allen ab.“
Für Gas­tro­no­mien sei die aktu­el­le Situa­ti­on, bedingt durch die Pan­de­mie, nicht ein­fach, räumt der Grü­nen-Stadt­rat ein. Für den Umstieg auf Mehr­weg­sys­te­me brau­che es des­halb auch Unter­stüt­zung und Bera­tung, wel­che die Stadt und zivil­ge­sell­schaft­li­che Akteur*innen anbie­ten wol­len. Aber Mehr­weg­sys­te­me sei­en nicht nur erwie­se­ner­ma­ßen öko­lo­gisch vor­teil­haft, ist er über­zeugt. „Sie rech­nen sich meist auch finan­zi­ell auf­grund der ein­ge­spar­ten Wegwerfverpackungen.“

Noch wei­te­re Maß­nah­men run­den das Paket ab, etwa die Ahn­dung des so genann­ten „Lit­te­ring“ (acht­lo­ses Weg­wer­fen von Müll auf den Boden oder in die Natur), die Erhö­hung ent­spre­chen­der Buß­gel­der sowie die finan­zi­el­le För­de­rung von Mehrwegangeboten.

Nach­dem der Umwelt­re­fe­rent die grund­sätz­li­che Zustim­mung mit der Mehr­heit der Stadt­rats­mit­glie­der des zustän­di­gen Senats erhielt, wer­den nun die Details in der Stadt­ver­wal­tung wei­ter geprüft und vor­be­rei­tet, ehe noch im Som­mer die kon­kre­ten Beschlüs­se gefällt wer­den sollen.

Erz­bi­schöf­li­ches Ordinariat

Haupt­ab­tei­lungs­lei­te­rin Dr. Bir­git Kast­ner im Interview

Seit Novem­ber ist Dr. Bir­git Kast­ner die neue Ordi­na­ri­ats­rä­tin und Haupt­ab­tei­lungs­lei­te­rin Kunst und Kul­tur des Erz­bi­schöf­li­chen Ordi­na­ri­ats Bam­berg. Die Kunst­his­to­ri­ke­rin kennt die Struk­tu­ren des Dom­bergs aus ihrer Zeit als Dom­berg­ko­or­di­na­to­rin von 2013 bis 2016 bes­tens. Wir haben mit ihr über Kir­che und Kunst gesprochen.

Dr. Kast­ner, wor­in bestehen Ihre Auf­ga­ben als neue Ordi­na­ri­ats­rä­tin und Haupt­ab­tei­lungs­lei­te­rin Kunst und Kultur?

Bir­git Kast­ner: Als Haupt­ab­tei­lungs­lei­te­rin Kunst und Kul­tur unter­ste­hen mir das Diö­ze­san­mu­se­um, die Dom­tou­ris­tik, die Kunst­denk­mal­pfle­ge und die Biblio­thek des Metro­po­li­tan­ka­pi­tels, das heißt die wis­sen­schaft­li­che Biblio­thek. Als Ordi­na­ri­ats­rä­tin bin ich Mit­glied der Ordi­na­ri­ats­kon­fe­renz, dem obers­ten Ent­schei­dungs­gre­mi­um des Erz­bis­tums. Spek­ta­ku­lär ist, dass in die­sem bis­her nur mit Män­nern besetz­ten Gre­mi­um nun drei Frau­en Mit­glied sind. Das Erz­bis­tum Bam­berg folgt damit dem Anlie­gen des „Syn­oda­len Wegs“, das heißt des Reform­pro­zes­ses, der unter ande­rem die Stär­kung der Posi­ti­on der Frau in der katho­li­schen Kir­che ver­folgt. Das Haupt­au­gen­merk mei­ner Stel­le liegt sei­ner­seits dar­auf, die Rol­le der katho­li­schen Kir­che und des Erz­bis­tums Bam­berg in der Gesell­schaft prä­sent zu hal­ten und unser kul­tu­rel­les Erbe zu bewah­ren und zu vermitteln.


Was berei­tet Ihnen mehr Freu­de: Die Ver­wal­tungs­auf­ga­ben als Ordi­na­ri­ats­rä­tin oder die kul­tu­rel­le Arbeit der Hauptabteilungsleiterin?

Bir­git Kast­ner: Bei­des hat fas­zi­nie­ren­de Aspek­te, die für die Gesamt­tä­tig­keit sehr wich­tig sind. Der Bereich als Ordi­na­ri­ats­rä­tin, wo ich an gro­ßen Pro­zes­sen des Bis­tums teil­ha­ben kann, ist fas­zi­nie­rend und hat eine gro­ße Ver­ant­wor­tung, denn in die­sem Bereich habe ich die Mög­lich­keit, die Rol­le von Kunst und Kul­tur im Erz­bis­tum zu stär­ken und gestal­te­risch an Struk­tur­pro­zes­sen oder Neu­aus­rich­tung mit­wir­ken. Als stu­dier­te Kunst­his­to­ri­ke­rin liegt mir der täg­li­che Umgang mit der Kunst und die Erhal­tung und Ver­mitt­lung von Kul­tur­er­be natür­lich beson­ders am Her­zen. Am meis­ten freue ich mich dar­auf, Akzen­te mit zeit­ge­nös­si­scher Kunst zu set­zen, Kon­takt mit zeit­ge­nös­si­schen Kul­tur­schaf­fen­den zu haben. Ich möch­te, dass es einen Dia­log gibt zwi­schen zeit­ge­nös­si­scher Kunst und dem, was wir im Bestand haben, also in Muse­um und Kirchen.


Sie haben die Stel­le seit Anfang Novem­ber 2020 inne. Wie sieht Ihr Fazit bis­her aus?

Bir­git Kast­ner: Als ich die Stel­le antrat, war mei­ne ers­te Amts­hand­lung, wegen der Coro­na-Pan­de­mie das Diö­ze­san­mu­se­um schlie­ßen zu müs­sen. Unter Pan­de­mie­be­din­gun­gen kann man nicht mit her­kömm­li­chen Erwar­tun­gen arbei­ten, ent­spre­chend schwer ist ein Fazit. Wie der gesam­te Kul­tur­be­trieb fah­ren auch wir auf Sicht.


Wird sich eine Hand­schrift in der kul­tu­rel­len Aus­rich­tung des Erz­bis­tums erken­nen las­sen? Wel­che Lini­en möch­ten Sie verfolgen?

Bir­git Kast­ner: Mir ist es wesent­lich, unser kul­tu­rel­les Erbe zukunfts­fä­hig zu machen. Das heißt, Kon­tex­tua­li­sie­rung und Reso­nan­zen zu schaf­fen zwi­schen dem, was die Kir­che aus ihrer meh­re­re tau­send Jah­re alten Geschich­te mit­bringt und dem, was Kir­che, Kunst und Kul­tur heu­te bedeutet.


Via Lewan­dowskys letzt­jäh­ri­ge Instal­la­ti­on “Good/​God” zwi­schen den Tür­men des Doms hat im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes in die Stadt hin­ein­ge­strahlt. Pla­nen Sie Aus­stel­lun­gen in ähn­li­cher Größenordnung?

Bir­git Kast­ner: Aus­stel­lun­gen, die mit einem so gro­ßen kura­to­ri­schen und finan­zi­el­len Auf­wand ein­her­ge­hen, sind Aus­stel­lun­gen, die nicht jedes Jahr statt­fin­den kön­nen. Was ich weg­wei­send an die­ser Aus­stel­lung fand, war der Dia­log mit zeit­ge­nös­si­scher Kunst und unse­rem Samm­lungs­be­stand. Das soll auf alle Fäl­le wie­der­holt wer­den, das gehört zu mei­nen fes­ten Vor­sät­zen. Kunst und Kul­tur des Erz­bis­tums soll nicht nur im Bam­ber­ger Diö­ze­san­mu­se­um ver­or­tet und sicht­bar sein, son­dern die Haupt­ab­tei­lung soll an vie­len Stel­len sicht­bar wer­den. “Good/​God” war ganz signi­fi­kant ein Zei­chen, das in die Stadt hin­aus gestrahlt hat. Wir wer­den auch in Zukunft den Aus­tausch und den Dia­log mit zeit­ge­nös­si­schen Künst­lern suchen, auch um über das Erz­bis­tum hin­aus sicht­bar zu sein.


Wie groß ist die Bereit­schaft der zeit­ge­nös­si­schen Kunst, mit der Kir­che, die nicht unbe­dingt für das Zeit­ge­nös­si­sche steht, zu kooperieren?

Bir­git Kast­ner: Das hal­te ich für eine Fehl­ein­schät­zung. Sehr vie­le zeit­ge­nös­si­sche Künst­ler sind beken­nen­de Chris­ten oder arbei­ten im sakra­len Raum. Zahl­rei­che docu­men­ta-Künst­ler zum Bei­spiel oder hier in Bam­berg Mar­kus Lüpertz oder Rui Chafes. 

Kunst zu erzeu­gen, ist sehr oft die Aus­ein­an­der­set­zung mit sich selbst und dem eige­nen Schick­sal – Fra­gen, die sich auf­grund ihres exis­ten­zi­el­len Cha­rak­ters sehr oft mit Glau­ben aus­ein­an­der­set­zen.
Gera­de im Bereich der sakra­len Kunst gibt es sehr vie­le zeit­ge­nös­si­sche The­men wie Kir­chen­fens­ter, Kir­chen­aus­stat­tung oder vie­le pro­mi­nen­te Bei­spie­le moder­ner Kir­chen­ar­chi­tek­tur. Die Kir­che hat eine gro­ße Tra­di­ti­on als Auf­trag­ge­ber für Kunst. Die Ver­bin­dung zwi­schen Kunst und Kir­che, die Rol­le der Kir­che für Kunst und Gesell­schaft war für Euro­pa über Jahr­hun­der­te iden­ti­täts­stif­tend. An die­se Rol­le gilt es anzuknüpfen.

Zeit­ge­nös­si­sche Annä­he­rung an ein sakra­les The­ma: “Cur­ry-Geor­ge” von Jörg Län­ger. Aus­gangs­punkt ist ein Ölge­mäl­de aus dem 19. Jahr­hun­dert des Hl. Georg, der Bam­ber­ger Dom- und Stadt­pa­tron, im Kampf gegen einen Dra­chen. Foto: Lud­mi­la Kvapilová-Klüsener

Was ist kul­tu­rell in der Haupt­ab­tei­lung Kunst und Kul­tur für 2021 geplant?

Bir­git Kast­ner: Wir wer­den 2021 kei­ne neu­en Aus­stel­lun­gen haben. Wir wer­den die Zäsur der per­so­nel­len Neu­auf­stel­lung und der Schlie­ßun­gen zur Neu­kon­zep­ti­on nut­zen. Ich stel­le mich zusam­men mit mei­nen Abtei­lungs­lei­tun­gen neu auf. Wir arbei­ten inten­siv dar­an, alter­na­ti­ve Mög­lich­kei­ten der Kunst- und Kul­tur­be­geg­nung zu schaf­fen, das ist unser Haupt­au­gen­merk. Zum Bei­spiel ent­wi­ckeln und erwei­tern wir unse­re digi­ta­len Ange­bo­te. Wir prü­fen, was wir online umset­zen kön­nen. Als Haupt­ab­tei­lungs­lei­te­rin Kunst und Kul­tur bin ich auch für das Hein­richs­fest ver­ant­wort­lich – dabei fra­gen wir uns, wie wir die­ses For­mat in die Zukunft brin­gen oder es pan­de­mietaug­lich machen können.

Coro­na

Infek­ti­ons­ge­sche­hen bleibt angespannt

Mit rund 50 Coro­na-Pati­en­ten in den Kli­ni­ken und Aus­bruchs­ge­sche­hen in vier Pfle­ge­ein­rich­tun­gen ist das Infek­ti­ons­ge­sche­hen in der Regi­on Bam­berg nach wie vor ange­spannt, wie Stadt Bam­berg und Land­rats­amt Bam­berg mit­tei­len. Dies wur­de bei der wöchent­li­chen Sit­zung der Koor­di­nie­rungs­grup­pe Coro­na von Stadt und Land­kreis Bam­berg unter der Lei­tung von Land­rat Johann Kalb und Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke deutlich.

The­ma­ti­siert wur­de in der Run­de auch die in den letz­ten Tagen mehr­fach auf­ge­tre­te­ne Fra­ge, wie es nach wie vor zu Infek­tio­nen in Pfle­ge­hei­men kom­men kön­ne, wo doch in allen Ein­rich­tun­gen bereits Erst- und Zweit­imp­fun­gen statt­ge­fun­den haben. „Der vol­le Impf­schutz hat sich erst nach eini­gen Wochen auf­ge­baut“, nann­te der ärzt­li­che Lei­ter, Pro­fes­sor Dr. Micha­el Sack­mann, einen wesent­li­chen Grund. Bis­her fal­len die Ver­läu­fe der Infek­tio­nen jedoch gerin­ger aus, schil­der­te die Lei­te­rin des Fach­be­rei­ches Gesund­heits­we­sen beim Land­rats­amt Bam­berg, Dr. Susan­ne Paul­mann, die aktu­el­le Situa­ti­on. Des­halb gibt es nach Auf­fas­sung der Koor­di­nie­rungs­grup­pe der­zeit auch noch kei­nen Spiel­raum für eine Locke­rung der Besuchs­re­ge­lun­gen für Pfle­ge­hei­me. Die Redu­zie­rung der Kon­tak­te und die Tes­tung der Besu­cher und der Beschäf­tig­ten sind nach wie vor zum Schutz der Bewoh­ner nötig. Dies sei auch des­halb wei­ter­hin not­wen­dig, so Prof. Sack­mann, weil davon aus­zu­ge­hen sei, dass auch Geimpf­te anste­ckend sein könn­ten und die all­ge­mei­ne Impf­quo­te noch viel zu gering sei.


Koor­di­nie­rungs­grup­pe beauf­tragt Kon­zept für dezen­tra­le Impfungen

Die Koor­di­nie­rungs­grup­pe von Stadt und Land­kreis Bam­berg dis­ku­tier­te auch ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten, bei aus­rei­chen­der Belie­fe­rung mit Impf­stoff die Imp­fun­gen auch dezen­tral im Land­kreis anzu­bie­ten. Land­rat Johann Kalb und Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke beauf­trag­ten das Impf­zen­trum Bam­berg, die ver­schie­de­nen Optio­nen zu bewer­ten und ein Kon­zept für dezen­tra­le Impf­struk­tu­ren in beson­de­ren Fäl­len zu erar­bei­ten.
Die 7‑Ta­ge-Inzi­denz­zah­len für Stadt und Land­kreis Bam­berg haben sich etwas ver­scho­ben; die Zah­len für die Stadt sind im Ver­gleich zur letz­ten Woche gestie­gen und für den Land­kreis etwas gesun­ken auf aktu­ell 95,6 für die Stadt und 97,2 für den Land­kreis. Dies liegt laut Dr. Paul­mann, Lei­te­rin des Staat­li­chen Gesund­heits­am­tes, dar­an, dass die Zuord­nung von Stra­ßen zu Stadt oder Land­kreis nicht kor­rekt erfolgt sei. Dies sei auf­ge­fal­len, da die 7‑Ta­ge-Inzi­denz der Stadt Bam­berg trotz der posi­ti­ven Fäl­le im Anker­zen­trum nicht reagiert habe. Der Feh­ler sei nun beho­ben. Die Gesamt­zahl der Fäl­le sei immer kor­rekt doku­men­tiert worden.

Auch wenn die Impf­stoff­lie­fe­run­gen noch schwan­ken und die Men­ge begrenzt bleibt, erhält das Impf­zen­trum Bam­berg Impf­stoff für durch­schnitt­lich 1.800 bis 2.500 Imp­fun­gen pro Woche; die Sozi­al­stif­tung Bam­berg mit ihren über 4.000 Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern gilt als eigen­stän­di­ges Impf­zen­trum und wird sepa­rat mit Impf­stoff beliefert.

Click and Collect

Bewe­gungs­spiel­raum für den Einzelhandel

Anfang Janu­ar hat die baye­ri­sche Staats­re­gie­rung, nach­dem sie ihn bis 2020 noch ver­bo­ten hat­te, die Ein­füh­rung des Bestell­diensts Click and Coll­ect erlaubt. Sowohl Han­dels­ver­band als auch IHK begrü­ßen die­se Ent­schei­dung, auch wenn pan­de­mieb­ding­te Umsatz­aus­fäl­le damit nur not­dürf­tig wett­ge­macht wer­den könnten.

Um den auf­grund der­zei­ti­ger sozia­ler Beschrän­kun­gen wirt­schaft­lich geschwäch­ten Ein­zel­han­del zu stär­ken, hat die baye­ri­sche Staats­re­gie­rung Anfang Janu­ar die sta­tio­nä­re Bestell­va­ri­an­te Click and Coll­ect erlaubt. Dabei kön­nen Kun­din­nen und Kun­den bei Geschäf­ten online eine Bestel­lung auf­ge­ben und die bestell­te Ware im jewei­li­gen, ansons­ten geschlos­se­nen Geschäft abho­len. So sol­len die Mög­lich­kei­ten des Online­han­dels genutzt wer­den, aber nicht wie sonst unter weit­ge­hen­dem Aus­schluss des ört­li­chen Ein­zel­han­dels, son­dern zu des­sen Nut­zen und Profit.

„Der Ein­zel­han­del, auch der ober­frän­ki­sche”, sagt Tho­mas Zapf, stell­ver­tre­ten­der Lei­ter der Stand­ort­po­li­tik der IHK Bay­reuth, „unter­liegt seit Coro­na-Beginn einer schwe­ren wirt­schaft­li­chen Prü­fung. Aber auch schon vor der Kri­se sah sich der Han­del sehr star­ker Kon­kur­renz durch Neue­run­gen im E‑Commerce aus­ge­setzt. Der Online-Han­del nimmt immer wei­ter zu – die Situa­ti­on war auch schon vor der Pan­de­mie ange­spannt.” Die Ent­schei­dung, Click and Coll­ect ein­zu­füh­ren, habe man ent­spre­chend pos­tiv auf­ge­nom­men. Zusam­men mit dem baye­ri­schen Han­dels­ver­band setz­te sich die IHK in den zurück­lie­gen­den Mona­ten bei zustän­di­gen poli­ti­schen Stel­len für die Zulas­sung von Click and Coll­ect unter Sicher­heits­aspek­ten ein.

Auch Anne­ma­rie Rudel, Kreis­vor­sit­zen­de des Bezirks Ober­fran­ken des Han­dels­ver­bands und selbst Lebens­mit­tel-Ein­zel­händ­le­rin, freut sich über die Ent­schei­dung. „Es geht bei Click and Coll­ect dar­um, die hei­mi­sche Wirt­schaft zu stär­ken und vor allem klei­ne Ein­zel­händ­ler vor Ort zu ret­ten.”
Im Ange­sicht von in den letz­ten Jah­ren immer stär­ker zuneh­men­der Ver­kaufs­zah­len im Online-Han­del sieht sich der Ein­zel­han­del der Gefahr aus­ge­setzt, von glo­ba­len Händ­lern wirt­schaft­lich noch mehr abge­hängt zu wer­den. „Wenn der­zeit schon ein gro­ßer Teil des Han­dels online unter­nom­men wird”, sagt Frau Rudel, „soll­te ein Teil davon ört­li­chen Händ­lern zugu­te­kom­men. Und das ist es ja, wor­um es bei Click and Coll­ect geht: Vor Ort bestel­le ich, vor Ort hole ich ab.” Ihr Appell an Bür­ge­rin­nen und Bür­ger fällt ent­spre­chend aus: „Ich hof­fe, die Leu­te neh­men den Click and Coll­ect-Abhol­dienst in Anspruch. Sie unter­stüt­zen damit den Einzelhandel.”

Tho­mas Zapf von der IHK emp­fiehlt Händ­lern eben­falls, die Zei­chen der Zeit zu erken­nen und mehr auf E‑Commerce zu set­zen: „Wir befin­den uns in einem sub­stan­ti­el­len Wech­sel, der ver­gleich­bar ist mit der Zeit als das Auto­mo­bil die Pfer­de­kut­sche abge­löst hat. Und es hat sich auf Sei­ten des Han­dels auch durch­aus schon rum­ge­spro­chen, dass es ohne Online-Ange­bot heu­te schwer wird.”


Trop­fen auf den hei­ßen Stein?

Aller­dings machen IHK und Han­dels­ver­band auch klar, dass Click and Coll­ect wirt­schaft­lich ange­schla­ge­nen Ein­zel­händ­lern nicht allein aus ihrer Not­la­ge hel­fen kann. Anne­ma­rie Rudel sagt: „Click and Coll­ect könn­te sich als Trop­fen auf den hei­ßen Stein her­aus­stel­len, aber man soll in die­sen Zei­ten nichts unver­sucht las­sen, Umsatz zu gene­rie­ren. Dass man mit sol­chen Maß­nah­men nicht den gro­ßen Gewinn ein­fah­ren wird, muss aber ein­leuch­ten. Ich den­ke jedoch, lau­fen­de Kos­ten las­sen sich damit decken.”

Tho­mas Zapf bewer­tet den Abhol­dienst zwar als ein Stück mehr Frei­heit für den Han­del, mahnt aber auch an, dass er regu­lä­ren Umsatz in keins­ter Wei­se erset­zen kön­ne. „Ich rech­ne damit, dass der Dienst etwa zehn Pro­zent des Umsatz­aus­falls kom­pen­sie­ren kann und somit nur ein klei­ner Bau­stein von vie­len ist. Ein Bau­stein, der ergänzt wer­den muss durch das schnel­le Flie­ßen staat­li­cher finan­zi­el­ler Hil­fen. Aber“, fügt er an, „wenn man im Schlech­ten auch etwas Gutes sehen will: Die Händ­ler, die bis­her noch kein Click and Coll­ect oder ande­re E‑Com­mer­ce-Ange­bo­te betrie­ben haben, fin­den jetzt viel­leicht den Ein­stieg in die Mate­rie und kön­nen ihre Online-Ange­bo­te nach der Kri­se noch ausbauen.”

Ski­club Bamberg

Pla­nun­gen eingefroren

Vie­le Ski­ge­bie­te stell­ten sich zuletzt als Coro­na-Hot­spots her­aus – Ski­tou­ris­mus wur­de zu gro­ßen Tei­len ein­ge­schränkt. Ein­schrän­kun­gen, von denen auch der Ski­club Bam­berg e.V. betrof­fen ist. Der Ver­ein, einer der ältes­ten Ski­ver­ei­ne Deutsch­lands, gegrün­det 1912, konn­te sei­nen Mit­glie­dern so gut wie kein Win­ter­pro­gramm bie­ten. Wie es 2021 wei­ter­ge­hen könn­te, was der Kli­ma­wan­del für den Win­ter­sport bedeu­tet und über Ski­tou­ris­mus haben wir mit Wolf­gang Schu­bert, Vor­stand­mit­glied des Ski­clubs, gesprochen.

Herr Schu­bert, wie geht es dem Ski­club Bam­berg nach einem Jahr Pandemie?

Wolf­gang Schu­bert: Noch geht es uns soweit gut, aller­dings muss­ten wir, wie so ziem­lich alle Ver­ei­ne, unser Ange­bot kom­plett runterfahren.


Wie hat sich die Pan­de­mie auf Ver­eins­ar­beit, Gestal­tung des Jah­res­pro­gramms und Ent­wick­lung der Mit­glie­der­zah­len ausgewirkt?

Wolf­gang Schu­bert: Die Ver­eins­ar­beit geht ein­ge­schränkt wei­ter, das Jah­res­pro­gramm wur­de für Win­ter 202021 her­aus­ge­ge­ben, es gibt jeweils ein Som­mer- und ein Win­ter­pro­gramm, und die Mit­glie­der­zah­len sind aktu­ell noch stabil.


Wie haben sich die Mit­glie­der­zah­len in den letz­ten Jah­ren ent­wi­ckelt? Bestehen, wie in vie­len ande­ren gesell­schaft­li­chen Berei­chen auch, Nachwuchsprobleme?

Wolf­gang Schu­bert: Unse­re Mit­glie­der­zah­len sind sogar gering­fü­gig gestie­gen, aller­dings haben wir auch star­ke Nachwuchsprobleme.


In Regio­nen und Län­dern, die Ski­tou­ris­mus anbie­ten, wur­den zuletzt inten­si­ve Dis­kus­sio­nen über die Fra­ge, ob Ski­ge­bie­te geöff­net oder geschlos­sen blei­ben sol­len, geführt. Wirt­schaft­li­che Grün­de spre­chen dafür, Pan­de­mie­be­kämp­fung dage­gen. Wie bewer­tet der Ski­club die Situa­ti­on? Wie ste­hen Sie zur letzt­li­chen, hie­si­gen Ent­schei­dung, Ski­ge­bie­te zu schließen?

Wolf­gang Schu­bert: Im Rah­men der Pan­de­mie­be­kämp­fung ist Gesund­heit und Leben an vor­ders­ter Stel­le, des­we­gen sind wir für die­se har­ten Maßnahmen.


Die Bam­ber­ger Ski-Stadt­meis­ter­schaft 2021 wur­de vor Kur­zem abge­sagt. Wie schwer fiel dem Ski­club die­se Entscheidung?

Wolf­gang Schu­bert: Wie oben schon erwähnt, müs­sen wir da soli­da­risch mit­zie­hen und es ist kei­ne Fra­ge, ob uns das schwer gefal­len ist oder nicht.


Gab und gibt es in den Win­ter­mo­na­ten ein Alter­na­tiv­pro­gramm zum Skifahren? 

Wolf­gang Schu­bert: Aktu­ell haben wir kein Alter­na­tiv­pro­gramm geplant, allein schon wegen der Kontaktbeschränkungen


Wie wir­ken sich immer wär­mer wer­den­de Win­ter, mit zurück­ge­hen­der Schnee­men­ge, auf die Arbeit eines Win­ter­sport­clubs aus?

Wolf­gang Schu­bert: Wie bei allen Win­ter­sport­clubs ist die Kli­ma­er­wär­mung auch für uns schwie­rig, aber aktu­ell und hof­fent­lich auch in den nächs­ten Jah­ren wer­den wir noch genü­gend Schnee in den höhe­ren Gebirgs­la­gen vor­fin­den. Wir wei­chen regel­mä­ßig auch auf höhe­re Lagen in Ski­ge­bie­ten in Öster­reich und der Schweiz aus. Aber auch wir wer­den uns Gedan­ken machen müs­sen, ob wir den Win­ter­sport noch mit dem Umwelt­ge­dan­ken ver­ein­ba­ren können.


Was ist für das Jahr 2021 geplant?

Wolf­gang Schu­bert: Aktu­ell sind alle Pla­nun­gen ein­ge­fro­ren und auch die noch geplan­ten Ski­fahr­ten wer­den wir Coro­na-bedingt absa­gen müssen.

Koor­di­nie­rungs­stel­le Baye­ri­scher Main nimmt Arbeit auf

geMAIN­sam. Eine Initia­ti­ve der Land­krei­se, Städ­te und Gemein­den am Main

Der Start­schuss für die ers­te Koor­di­nie­rungs­stel­le Baye­ri­scher Main ist am 1. Febru­ar gefal­len, wie das Land­rats­amt Bam­berg mit­teilt. Getra­gen wird die Initia­ti­ve mit dem Ziel, ein star­kes Netz­werk aller Anrai­ner am Main zu schaf­fen, vom Fluss­pa­ra­dies Fran­ken e.V. in Bam­berg und der Gemein­de Knetz­gau, wo das Pro­jekt­ma­nage­ment ange­sie­delt ist.
Die Koor­di­nie­rungs­stel­le, die per­spek­ti­visch für den gesam­ten Main auch außer­halb Bay­erns zustän­dig sein wird, kon­zi­piert und beglei­tet sämt­li­che Aktio­nen der vor­erst 200 Main­an­rai­ner im Bereich der Umwelt­bil­dung, Tou­ris­mus, Was­ser-/Wirt­schaft und Ökologie. 

Als Pro­jekt­lei­ter wur­de Marc Heinz in Voll­zeit ange­stellt. Der 47-Jäh­ri­ge war zuvor drei Jah­re lang Stadt­ma­na­ger in Haß­furt am Main und bau­te dort u.a. eine kom­plett neue Stadt­mar­ke auf. Sein Stu­di­um der Sprach‑, Lite­ra­tur- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­wis­sen­schaf­ten, Euro­pean Manage­ment und Sozio­lo­gie mit Schwer­punkt Wirt­schaft & Betrieb absol­vier­te er in Bam­berg und Ham­burg. Er war für Fern­seh­sen­der, Agen­tu­ren und Ver­la­ge tätig, arbei­te­te als Event­ma­na­ger in Ham­burg und sam­mel­te als Mar­ke­ting­lei­ter und Jour­na­list inter­na­tio­na­le Berufs­er­fah­rung. Als lang­jäh­ri­ger Dozent an ver­schie­de­nen Hoch­schu­len und Medi­en­schaf­fen­der ver­fügt er über her­vor­ra­gen­de Kon­tak­te. „Seit mei­ner Zeit als Prak­ti­kant beim ZDF in Mainz habe ich in ver­schie­de­nen Städ­ten und Gemein­den am Main gelebt und gear­bei­tet, dar­un­ter Aschaf­fen­burg, Mil­ten­berg und Bam­berg. Dadurch sind mir sowohl vie­le der dort leben­den Men­schen als auch die wun­der­schö­ne Fluss­land­schaft ans Herz gewach­sen”, erklärt der neue Pro­jekt­lei­ter. Marc Heinz möch­te sei­ne inzwi­schen über 20-jäh­ri­ge Berufs­er­fah­rung in die Wei­ter­ent­wick­lung des Netz­werks ein­brin­gen. „Es ist bereits sehr viel Über­zeu­gungs­ar­beit geleis­tet wor­den auf dem Weg hin zu einem Erleb­nis­zen­trum am Main, wel­ches die­se inner­deut­sche Lebens­ader mit all ihren Facet­ten spür­bar macht. Ich bin stolz dar­auf und gespannt, wie hier mit­hil­fe zahl­rei­cher Befür­wor­ter und Unter­stüt­zer etwas geschaf­fen wird, das es so noch nie gab”, fügt er hin­zu. Marc Heinz hat drei Kin­der und lebt seit vier Jah­ren in der Regi­on, in Königs­berg in Bayern.

Ab dem 1. April ver­stärkt Simo­ne Kolb als Assis­tenz die Koor­di­nie­rungs­stel­le. Sie hat bis vor kur­zem in der Ver­wal­tung von Prich­sen­stadt gear­bei­tet und war dort lang­jäh­rig im Bereich Tou­ris­mus tätig. Ursprüng­lich kommt sie aus dem Han­del und hat ein dua­les Stu­di­um absol­viert. „Für mich ist es eine ganz beson­de­re Her­aus­for­de­rung, den sich wun­der­schö­nen dahin­schlän­geln­den Main zu erfas­sen, die Ange­bo­te zu ver­net­zen und dar­aus ein geMAIN­sa­mes Pro­jekt zu gestal­ten” sagt sie zu ihrer Moti­va­ti­on. „Ganz beson­ders freue ich mich dar­auf, die Mar­ke Main mit Hil­fe der viel­fäl­ti­gen digi­ta­len Mög­lich­kei­ten bekann­ter zu machen “. Simo­ne Kolb kommt aus Michel­au im Stei­ger­wald, ist ver­hei­ra­tet und hat eine Tochter.


Bes­se­re Ver­net­zung der Städ­te und Gemeinden

Ent­lang der 527 baye­ri­schen Fluss­ki­lo­me­ter leben in 11 Land­krei­sen und 5 kreis­frei­en Städ­ten rund 2,5 Mil­lio­nen Men­schen, für die der Main Hei­mat und Iden­ti­tät bedeu­tet. Viel­fäl­tigs­te Ansprü­che an den Main rufen in der täg­li­chen Pra­xis aller dort täti­gen Akteu­re eine Rei­he von Kon­flik­ten und kon­kur­rie­ren­den Ansprü­chen her­vor. Die Städ­te und Gemein­den am Fluss sehen sich bei jedem Vor­ha­ben kon­fron­tiert mit ener­gie- und was­ser­wirt­schaft­li­chen, logis­ti­schen, tou­ris­ti­schen und öko­lo­gi­schen Anfor­de­run­gen. Die Koor­di­nie­rungs­stel­le kann ihnen die­se Auf­ga­ben zwar nicht abneh­men, aber sie kann für eine bes­se­re Ver­net­zung und Rück­sicht­nah­me unter­ein­an­der sor­gen. Sie bringt in Zusam­men­ar­beit mit den viel­fäl­ti­gen Inter­es­sen­grup­pen den Main und die wech­sel­sei­ti­gen Bezie­hun­gen stär­ker ins Bewusst­sein. Was neue Ideen, ins­be­son­de­re aus den kom­ple­xen The­men­ge­bie­ten Digi­ta­li­sie­rung, Hei­mat und Kli­ma­schutz betrifft, kann sie Impul­se set­zen, Kon­tak­te her­stel­len und koor­di­nie­ren sowie wei­te­re Initia­ti­ven ansto­ßen und bera­tend begleiten.


War­um Knetz­gau als Stand­ort der Koordinierungsstelle?

Die Gemein­de Knetz­gau hat bereits in der Ent­wick­lungs­pha­se 130.000 Euro in das Pro­jekt inves­tiert und damit ihr uner­schüt­ter­li­ches Enga­ge­ment unter Beweis gestellt. Sie agiert mit dem Fluss­pa­ra­dies Fran­ken e.V. als aus­ge­zeich­ne­tem Qua­li­täts­part­ner der Umwelt­bil­dung Bay­ern. För­der­gel­der wer­den gebün­delt und sinn­voll ein­ge­setzt. Es gibt zahl­rei­che, hoch­ran­gi­ge Unter­stüt­zer aus Wirt­schaft, Poli­tik und Gesell­schaft. Minis­ter­prä­si­dent Dr. Mar­kus Söder äußert sich fol­gen­der­ma­ßen: „Der Main ist der ‘Fluss der Fran­ken’… Die Initia­ti­ve ist sehr, sehr gut… Sie ist nicht nur öko­lo­gisch gut, son­dern auch, weil sie das Selbst­be­wusst­sein in den Regio­nen stärkt.”

FC Ein­tracht Bamberg

Kapi­tä­ne blei­ben an Bord

Nach­dem Fuß­ball-Bay­ern­li­gist FC Ein­tracht Bam­berg die Per­so­na­lie des Chef­trai­ners zur kom­men­den Sai­son mit dem jun­gen Für­ther Trai­ner­ta­lent Juli­an Kol­beck bereits Anfang Janu­ar geklärt hat, schrei­tet nun auch die Kader­pla­nung vor­an. Mit Kapi­tän Marc Reisch­mann und sei­nen zwei Stell­ver­tre­tern Lukas Schmitt­sch­mitt und Tobi­as Linz ble­ben drei abso­lu­te Stamm­kräf­te dem FCE treu, wie der Ver­ein mitteilt.
„Ein tol­les und vor allem frü­hes Zei­chen, dass die Jungs gewillt sind unse­re Zukunfts­idee mit­zu­ge­hen“, freut sich Fuß­ball­ab­tei­lungs­lei­ter Sascha Dorsch über die Zusa­ge der drei Dom­rei­ter. FCE-Anfüh­rer Marc Reisch­mann (27), in der Sai­son 2016/​2017 zum FCE gekom­men, geht damit in sei­ne fünf­te Spiel­zeit bei den Dom­rei­ter und ist Sinn­bild für die Kon­stanz, vor allem bei den Stammkräften.

„Ich habe damals noch den Abstieg aus der Lan­des­li­ga mit­er­lebt und seit­dem geht es berg­auf. Mit der Hoff­nung, dass wir mit der Sai­son 2021/​2022 zur Nor­ma­li­tät zurück­keh­ren, möch­te ich mit dem FCE an die­se posi­ti­ve Ent­wick­lung anknüp­fen“, erklärt der Ravens­bur­ger Mas­ter­stu­dent sei­ne Beweggründe.

Kapi­tän Marc Reisch­mann und sei­ne zwei Stell­ver­tre­ter blei­ben dem FC Ein­trach Bam­berg erhalten

Sei­ne Stell­ver­tre­ter im Kapi­täns­amt des FCE, Lukas Schmitt­sch­mitt, der zur Sai­son 2017/​2018 aus der U19 des FCE in den Her­ren­be­reich wech­sel­te und sich mit nur 22 Jah­ren zum unum­strit­te­nen Füh­rungs­spie­ler ent­wi­ckelt hat sowie FCE-Urge­stein Tobi­as Linz (24), der seit der U14 unun­ter­bro­chen sei­ne Fuß­ball­schu­he für die Lila-Weiß-Blau­en schnürt und von der lin­ken Außen­bahn nicht weg­zu­den­ken ist, blei­ben dem Ver­ein eben­falls erhal­ten. Dazu FCE-Vor­stand Jörg Schmal­fuß: „Wir wol­len uns in den nächs­ten Jah­ren in der Bay­ern­li­ga eta­blie­ren und nach und nach zum Spit­zen­team ent­wi­ckeln. Dabei set­zen wir auf Kon­ti­nui­tät im Kader, den wir nach wie vor nur punk­tu­ell von außen ver­stär­ken. Jeder im Team weiß, dass er noch Poten­zi­al hat und wir das nun frei­set­zen wollen.“

Neben den drei genann­ten Leis­tungs­trä­gern ste­hen mit Tor­hü­ter Jan Grie­bel (23), Stür­mer­ta­lent Franz Hel­mer (20) sowie Defen­siv­all­roun­der Chris­to­pher Kett­ler (28) bereits drei Neu­zu­gän­ge für die kom­men­de Sai­son fest, die ursprüng­lich schon für letz­ten Som­mer geplant waren. Man kann davon aus­ge­hen, dass der FCE-Kader in den kom­men­den Wochen wei­te­re For­men annimmt.

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