Bahnausbau Bamberg
Planunterlagen ab 8. Februar einsehbar
Wichtiger Etappenschritt auf dem Weg zum viergleisigen Bahnausbau durch das Stadtgebiet Bamberg für die DB Netz AG: Am kommenden Montag, 8. Februar, startet die öffentliche Auslegung der Antragsunterlagen der Bahn, wie die Stadt Bamberg mitteilt. Bis zum 8. März besteht dann die Möglichkeit zur Einsichtnahme der Pläne und Einzelmaßnahmen.
Digital und analog haben Bürgerinnen und Bürger, Behörden, Institutionen und Organisationen ab Montag so die Gelegenheit, Bedenken zu äußern und Einfluss zu nehmen. Dabei geht es sowohl um maximalen Schutz der Anwohner als auch um Landschafts- und Artenschutz sowie eine stadtverträgliche Ausgestaltung und Durchführung des Jahrhundertprojektes.
Abgabefrist für Einwendungen bis 22. März 2021
Das Planfeststellungsverfahren für den Ausbau der Strecke zwischen Strullendorf und Hallstadt – der Planfeststellungsabschnitt 22 zum Verkehrsprojekt Deutsche Einheit (VDE 8.1) entlang der Ausbaustrecke Nürnberg-Ebensfeld – wurde bereits im Jahr 1994 eingeleitet. 1996 und 1998 wurde die Planfeststellung mit dem 1. und 2. Planänderungsverfahren fortgesetzt, jeweils ohne einen Beschluss zu erlassen. Gegenstand der vorliegenden 3. Änderung ist im Wesentlichen der ebenerdige viergleisige Ausbau durch die Stadt Bamberg, wobei der Spurplan insgesamt angepasst wurde. Damit sind Geschwindigkeiten für die Schnellfahrgleise bis zu 230 Stundenkilometer möglich. Ferner wurden wesentliche Änderungen berücksichtigt, wie ein neuer Haltepunkt Bamberg Süd, die Verlegung der Ladestraße und Abstellanlagen des Schienenpersonenverkehrs zur neuen „Abstell- und Behandlungsanlage Nordost“ (ehem. „Bahnbetriebswerk“), die Verlegung des Bahnsteigs am heutigen Hausbahnsteig Gleis 1, die veränderte Lage und Ausgestaltung des Verbindungsgleises als Kreuzungsbauwerk am Bahnhofsnordkopf (Bereich „Gleisdreieck“) oder der Neubau des Hafengleises mit Elektrifizierung.
Die Planunterlagen enthalten unter anderem den Erläuterungsbericht, Übersichts- und Grunderwerbspläne, Höhenpläne und Regelquerschnitte zu Straßen und Wegen sowie zur Bahntrasse und Unterlagen zu Ingenieurbauwerken. Zu den Umweltauswirkungen des Vorhabens geben unter anderem die Umweltverträglichkeitsstudie mit Plänen zu Konfliktschwerpunkten, der Landschaftspflegerische Begleitplan einschließlich Bestands‑, Konflikt- sowie Maßnahmenplan, der Artenschutzfachbeitrag oder die schall- und erschütterungstechnischen Untersuchungen Auskunft. Letzteres weist Übersichten zu Lärmschutzwänden sowie Gebäuden mit Anspruch auf passiven Schallschutz aus. Weiterhin gibt es Unterlagen zu Entwässerung, Baustellenerschließung und
-transportwegen sowie Brandschutzkonzepten.
Die Auslegung der Planunterlagen erfolgt durch die digitale Veröffentlichung auf der Internetseite der Regierung von Oberfranken als Anhörungsbehörde unter http://www.reg-ofr.de/pfa22 . Zusätzlich besteht bis zum 8. März diesen Jahres die Möglichkeit zur allgemeinen – analogen – Einsicht in die insgesamt 25 Ordner mit Erläuterungen und Plänen im Baureferat der Stadt Bamberg während der allgemeinen Dienststunden. Für diesen Fall wird um vorherige Terminvereinbarung gebeten, telefonisch unter 0951÷87−1125 oder per Mail an claus.reinhardt@stadt.bamberg.de. Auf die Einhaltung der geltenden Infektionsschutzbestimmungen im Rahmen der Corona-Pandemie wird hingewiesen.
Jeder, dessen Belange durch das Vorhaben berührt werden, kann bis einschließlich 22. März diesen Jahres bei der Stadt Bamberg oder bei der Regierung von Oberfranken, Ludwigstraße 20, 95444 Bayreuth, schriftlich Einwendungen erheben. Einwendungen können zusätzlich elektronisch, auch mit einfacher E‑Mail, unter Einwendungen-PFA-22@reg-ofr.bayern.de vorgebracht werden. Dabei müssen der geltend gemachte Belang und das Maß seiner Beeinträchtigung erkennbar sein. Entschieden wird hierüber nach Abschluss des Anhörungsverfahrens durch die Planfeststellungsbehörde, dem Eisenbahn-Bundesamt Außenstelle Nürnberg.
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Kreativster Umgang mit der Corona-Krise
Landkreis Bamberg beim Stadtradeln mit Sonderpreis ausgezeichnet
Nach den immensen Steigerungen an teilnehmenden Radelnden und erradelten Kilometern beim Stadtradeln im vergangenen Jahr kann sich der Landkreis Bamberg jetzt auch noch über eine Auszeichnung des Veranstalters Klima-Bündnis freuen, wie das Landratsamt Bamberg mitteilt. Gesucht wurde der kreativste Umgang mit der Corona-Krise.
Der Veranstalter hatte nach Möglichkeiten gesucht, wie man das Stadtradeln unter Corona-Umständen spannend und erfolgreich gestalten kann. Der Landkreis Bamberg hat sich dabei gegen die deutschlandweite Konkurrenz durchgesetzt und erhielt dafür nun einen Stadtradeln-Sonderpreis.
Als aufgrund der Corona-Krise die individuelle Mobilität an Bedeutung gewann, erfreute sich vor allem das Fahrrad gesteigerter Beliebtheit. Viele Menschen haben im Zuge der Pandemie ihren Alltag neu strukturieren müssen und dabei das Fahrrad für sich entdeckt. Das hat auch die Teilnahme beim Stadtradeln 2020 beflügelt – aber wie könnte man trotz der gebotenen Distanz den Teamgeist beleben und für Ersatz des schon fest eingeplanten und sonst üblichen Stadradeln-Rahmenprogramms sorgen? Diese Frage stellte sich das Orga-Team des Landkreises Bamberg und kam auf die Idee des „Radellöwen“.
Der „Radellöwe“ des Landkreises Bamberg.
„Wir haben uns mit einem besonderen Stadtradeln-Star und dem Foto-Wettbewerb „Radellöwe“ einen Weg ausgedacht, um unter Einhaltung der Kontaktsperre Menschen zur Teilnahme zu mobilisieren, aus dem digitalen Austausch praktische Aktion werden zu lassen und die Öffentlichkeit noch besser zu erreichen“, so Markus Hammrich, Organisator des Stadtradeln beim Landkreis Bamberg. Im Aktionszeitraum fanden die Teilnehmenden im Blog des „Radellöwen“ und in den sozialen Medien jeden Tag ein Foto mit einem kleinen Rätsel-Hinweis zum Ort, an dem das Foto mit dem Plüschtier-Löwen entstanden ist. Auf den Bildern war immer auch ein interessanter Ort im Landkreis Bamberg zu sehen. Die Radelnden sollten herausfinden, welchen Ort der Radellöwe besucht hat. Sie sollten selbst hinfahren, somit Kilometer sammeln, vor Ort ein Beweisbild machen und einsenden. Die Orte wurden so gewählt, dass sie über den gesamten Landkreis verstreut waren, damit jeder im Landkreis die Chance hatte, in nicht allzu großer Entfernung ein Ziel anzusteuern und teilzunehmen. Als Lohn für die Mühen wurden unter allen Einsendern dann sogenannte „Schlemmerkistla” mit reichhaltigem Genuss aus der Region Bamberg verlost.
Landrat Johann Kalb geht fest davon aus, dass die neue Fahrradbegeisterung auch über die Pandemie hinaus anhält. Auch deshalb werden zahlreiche Radverkehrsprojekte und die Umsetzungen des Alltagsradverkehrsprojektes vom Landkreis vorangetrieben. Und auch für das Stadtradeln 2021 laufen die Vorbereitungen bereits auf Hochtouren. „Unser Ziel ist es, dass im Jahr 2021 möglichst Teams aus allen 36 Landkreis-Gemeinden teilnehmen und wir durch engagierte und motivierte Team-Kapitäne und Multiplikatoren vor Ort in den Gemeinden weiterhin so tolle Steigerungen beim Stadtradeln sehen und damit auch viel für den Radverkehr und Klimaschutz insgesamt erreichen“, so Landrat Kalb. Der gemeinsame Aktionszeitraum des Stadtradeln 2021 von Stadt und Landkreis Bamberg wird bekannt gegeben, sobald die Anmeldung möglich ist. Weitere Informationen finden sich auf https://www.landkreis-bamberg.de/Radverkehr
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Im Porträt
Manfred Hojer – Mit dem Herzen noch immer bei der Equipe
Mit über 80 Jahren nach vorne gehen und noch einmal zurückschauen auf die Karriere und die Erfolge im Sport – ein Blick auf das Lebenswerk des altehrwürdigen Fechtmeisters Manfred Hojer.
Manfred Hojer empfängt gerne Gäste. In seinem schmucken Wohnzimmer mit Ess- und Besprechungsbereich in Baunach mit sonnendurchfluteter Balkonfront und Blick auf das weitläufige Baunachtal hat nicht nur eine gemütliche Sofaecke Platz, sondern auch ein großer, ovaler Tisch. Auf dem weißen Deckenventilator über dem Sofa fährt ein kleiner weißer Teddybär mit. Er dreht sich schnell. Man muss konzentriert hinsehen, um immer wieder einen Blick auf ihn zu erhaschen.
Hojer mag alles, was schnell ist. Schnelle Autos und vor allem Sport. Im Oktober 2019 feierte Manfred Hojer seinen 80. Geburtstag. Kaum zu glauben, begegnet man dem Mann mit klassischem weißen Hemd und schicker Hose, dessen Dynamik und Energie vielmehr an einen Manager erinnern als an einen Pensionär.
Trainer in der „Floretthochburg Bamberg”
Hojer war zeitlebens Manager. Beruflich zuletzt als Vorstand bei einer Krankenversicherung und privat in seiner Freizeit im Fechtsport. Im Trainerkader der TSG05 Bamberg hat er in den Jahren 2008 bis 2014 als Diplom-Fechtlehrer junge Talente wie Max Bauer, Patrick Harman, Kira Schaller und andere mit seinem Wissen und Können gefördert und gefordert und zur Teilnahme an oberfränkischen, bayerischen und deutschen Meisterschaften ermutigt – mit Erfolg. Endlich wurden wieder Turniere, wie etwa die „Klingenspiele“ in Bamberg ausgefochten, die Fechtabteilung machte sich einen Namen und steigerte kontinuierlich ihre Mitgliederzahl. Bis heute gilt sie als „unangefochtene Floretthochburg“ in Oberfranken, wie der Verein selbst sein Aushängeschild auf seiner Internetseite beschreibt.
Zu Hojers Anfangszeit beim TSG 05 Bamberg war man über den plötzlichen starken Auftritt der Fechterinnen und Fechter überrascht. „Was da in Bamberg auf sie zugekommen war, hatten die oberfränkischen Verantwortlichen glatt unterschätzt“, hieß es etwa in einem Pressebericht über die Oberfränkische Meisterschaft im Florett-Wettbewerb 2011, bei der der TSG 05 Bamberg gleich zwei Titelträger und einen Vizemeister auf heimischem Boden präsentierte.
Hatte Hojer anfangs nicht nur als Übungsleiter gearbeitet, sondern auch Utensilien gebraucht besorgt und selbst die Fechtwaffen repariert, war über die Jahre hinweg ein eingespieltes Team aus Waffenmeistern, Helfern, Übungsleitern und Organisatoren entstanden, das am Erfolg der Fechtabteilung aktiv mitarbeitete. Auf deren Höhepunkt gab er 2013 mit 74 Jahren seinen Rücktritt vom Trainerkader bekannt. „Hojer legt die Waffen nieder“, titelte die Presse. Bis dato hatte er nicht nur bei der TSG 05 Bamberg, sondern auch für sich persönlich alles erreicht.
Fechten gesellschaftlich schön
Am großen, ovalen Tisch blättert der Pensionär in den Erinnerungen. Seine ganz eigene Fechtchronik von den Anfängen bis zur Gegenwart füllt zwei dicke Ordner mit Fotos und Zeitungsartikeln. Für die Pausen steht ein Teller mit Kuchen und Keksen bereit, den er in der Küche vorbereitet hat.
Der Karriereweg des in Nürnberg geborenen Fechtmeisters zog sich quer durch Deutschland und begann lange bevor er nach Bamberg kam in Bremerhaven. „Ich war gerade 18, als mich ein Freund ansprach, er würde fechten gehen, ob ich nicht einmal mitkommen wolle“, erzählt Hojer, „eigentlich waren wir beide Leichtathleten, aber ich probierte es aus und nach drei Monaten habe ich meine erste Ausrüstung gekauft.“ Wie sich später herausstellte, hatte der Freund primär ein hübsches Mädchen im Fechtclub im Auge. Eine nette Begleiterscheinung des Sports – auch Manfred Hojer hat seine Frau Sigrid, mit der er nunmehr seit 55 Jahren verheiratet ist, damals im Fechtclub kennengelernt. „Fechten ist nicht nur gut für Körper und Geist, sondern auch gesellschaftlich schön“, sagt er rückblickend und schmunzelt. „Fechter sind gleich per Du, man erkundigt sich immer nach dem Wohl des anderen und es macht viel Spaß.“
Hojer war in kurzer Zeit im Sportfechten erfolgreich und durfte sich mit 21 Jahren bereits Niedersachsen-Meister nennen. Ein paar Jahre später gründete er seinen eigenen Fechtclub in Uelzen/Niedersachsen, wohin es ihn beruflich geführt hatte. Anschließend wechselte er nach Pinneberg in den hohen Norden zum dortigen VfL, einem der größten Sportvereine Deutschlands. Er engagierte sich weiter in seinem Sport und auch im Verein und war von 1993 bis 1999 Vorsitzender des VfL. Zu dieser Zeit zählte der Verein rund 5000 Mitglieder. „Da waren Top-Leute in allen Abteilungen“, erzählt Hojer, „wie beispielsweise Michael Stich im Tennis.“ In Pinneberg hat er viel bewegt, auch wirtschaftlich, und war natürlich weiter aktiv in der Fechtabteilung dabei.
Mit 74 Jahren WM-Zweiter
2004 ging er schließlich beruflich in Pension. Seine anfängliche Auszeit führte ihn für ein halbes Jahr nach Spanien, wo er fortan regelmäßig in Nerja, einem Ort in der Provinz Malaga an der Costa del Sol, in der Fechthalle anzutreffen war. „Um die Leute auch da weiter zum Training anzuregen, bin ich einmal im Monat eine Woche nach Spanien geflogen“, sagt Hojer gelassen.
Sein internationales Engagement stieß in Schleswig-Holstein auf offene Ohren und so wurde er 2005 zum Präsidenten des Fechterverbandes ernannt. Zwischen Kassel und Nürnberg wollte er sich schließlich mit seiner Frau einen Altersruhesitz bauen und kam 2007 zum ersten Mal zufällig zum Kirchweihfest nach Baunach, wo es ihnen beiden prompt gefallen hat. 2008 sind sie in ihr neues Haus dort eingezogen.
Doch Hojer war nicht nur Funktionär. Seine sportlichen Erfolge verzeichnen eine prall gefüllte Tabelle und seine Urkunden und Medaillen eine ganze Wand in seinem Büro gleich neben dem Eingang. Sie klimpern hell und schön, streicht man mit der Hand vorsichtig darüber.
Über 15 Jahre war er Mitglied der deutschen Senioren-Nationalmannschaft und dabei zumeist führend in der Equipe. Rund 50 Titel bei Landesmeisterschaften von 1985 bis 2012 gehen auf das Konto des Profis. Dazu wurde er dreimal Norddeutscher Meister (1996, 1997 und 2006), zweimal Deutscher Meister (1994 und 2002) sowie einmal Europameister (2001). Kurz vor seinem Trainer-Abschied bei der TSG 05 Bamberg holte er schließlich noch die Silbermedaille bei der WM 2011 in Porec/Kroatien im Florett-Fechten der Senioren – die Krönung einer aktiven, fechterischen Laufbahn. Gegen seinen stärksten Gegner, Gregory Avtandilov, konnte er zwar in der Vorrunde punkten, nicht aber im Finale. „Wenn man mit über 70, wie ich damals schon war, gegen einen 65-Jährigen antritt, kommt man trotz sportlichem Ehrgeiz an seine Grenzen“, erinnert er sich.
Der Abschied von der Fechterei fällt Hojer nur scheinbar leicht. Viel zu sehr war er Profi, um ganz aufzuhören. Besonders jungen Besuchern erklärt er gerne, was eine Parade ist oder wie ein Angriff aussieht, zeigt ein paar Techniken und den Ausfallschritt, den es sich bei jeder Gelegenheit, wie etwa beim Zähneputzen, zu üben empfiehlt. In seinem Hof hat er für Kinder zur Ferienzeit schon Schnuppertage organisiert und Fechtbahnen aufgebaut.
Immer einen Tick schneller sein
Im Dachgeschoss seines Hauses befindet sich sein kleines, aber feines Fechtatelier. Hier hat er seine Florette und seine Ausrüstung von der Nationalmannschaft mit dem Bundesadler-Emblem aufgereiht, daneben steht eine Fechtbahn. Da lässt es sich durchaus üben, einen vom Balken fallenden Handschuh zu treffen.
„Gar nicht so einfach“, findet die 9‑Jährge Kim und startet gleich mehrere Versuche. „Man muss schnell sein und im richtigen Moment schneller sein als der Gegner“, sagt Hojer und lacht. Auch dürfe man im Wettkampf anfangs nicht zu viel von sich preisgeben, um den Gegnern die Stärken und Schwächen nicht gleich auf dem Silbertablett zu präsentieren. „Das wahre Potenzial zeigt sich immer erst in der Endrunde“, weiß der Stratege.
„Fechten ist gut für die Konzentration und die Koordination in jedem Alter“, sagt Hojer. Galt der Fechtsport früher mit seinen Kodexen der Kameradschaft und Ritterlichkeit vorwiegend elitär, habe er heute damit nicht allzu viel zu tun. Wer Fechten lernen will, muss Kraft, Ausdauer und Humor mitbringen, sich auf Analysegespräche einlassen und die Technik in vielen Trainingsstunden üben. „Vor allem Kinder ab 10 Jahren, wenn sie gewinnen wollen“, findet der Profi. Der sportliche Ehrgeiz übertrage sich dabei durchaus auf die schulischen Leistungen oder den späteren beruflichen Erfolg. Dass die Sportart sehr teuer ist, sei zudem längst überholt. „Nahezu jeder Verein hat einen Fundus mit Masken, Floretten und Handschuhen, die man sich zunächst ausleihen und erst nach drei Monaten entscheiden kann, ob man sich eine Ausrüstung für etwa 140 Euro zulegt.“ Zeitintensiv ist Fechten aber allemal. Um sich auf Wettkämpfe vorzubereiten, stehe nicht nur intensives Training, sondern auch viel Videoarbeit an.
Seit einiger Zeit, jetzt im hohen Alter, versucht Manfred Hojer dem Wettkampfmodus zu entgehen. „Ich habe mich entschieden, dass es ein Leben nach dem Fechten gibt“, sagt er. Einfach zu relaxen, die Zweisamkeit zu genießen, Gartenarbeit zu machen oder zu verreisen wann und wohin man möchte, stehe ihm inzwischen mehr im Sinn. Sein Herz schlägt aber weiterhin für den Fechtsport und die Equipe – nur etwas ruhiger und nicht mehr ganz so schnell.
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Kritik der Grünen am eingeschränkten Anhörungsverfahren
Wird die Stadt Bamberg von der Bahn überrollt?
Unzufrieden mit der bevorstehenden Bürgerbeteiligung zum Bahnausbau sind die Bamberger Grünen. Wegen Corona schnurrt die sonst umfangreiche Beteiligung von Bürger*innen und Trägern öffentlicher Belange auf ein Mindestmaß zusammen, wie Grünes Bamberg betont. Die Vorgehensweise wurde dem Stadtrat vorgestellt. Dieser hatte allerdings nicht viel mehr als davon Kenntnis zu nehmen, denn der Bund ist Herr des Anhörungsverfahrens.
Die Bamberger Grünen kritisieren, dass das Anhörungsverfahren beim Bahnausbau stark eingeschränkt ist und Anliegen der Stadt ignoriert werden. Die Vorgehensweise wurde in der jüngsten Vollsitzung dem Stadtrat vorgestellt, und „erweist sich mehr als ernüchternd“, wie Stadträtin und Landtagsabgeordnete Ursula Sowa formuliert.
„Anstelle von öffentlichen Informationsveranstaltungen wird es nun Pläne im Netz geben“, kritisiert Sowa, „oder man kann sich die Pläne im Amt ansehen und muss coronabedingt vermutlich umständlich auf einen Termin warten.“ Nur vier Wochen soll die Auslegung dauern und noch weitere zwei Wochen können Einwendungen eingereicht werden. „Das ist alles andere als bürger*innenfreundlich, demokratisch und niederschwellig“, kommentiert die Grünen-Politikerin.
Ihre Kollegin auf Bundesebene, die Grünen-Bundestagsabgeordnete Lisa Badum, hat deshalb auch eine Anfrage eingereicht, die genau darauf Bezug nimmt: Wäre es nicht möglich, das Anhörungsverfahren auf die Zeit nach Corona zu verschieben? Und Badum geht speziell auf die Menschen ein, die eine Einsichtnahme übers Internet nicht bewältigen können und somit wesentlich benachteiligt sind: Welche alternativen Beteiligungsmöglichkeiten werden ihnen angeboten?
Der mobilitätspolitische Sprecher der Stadtratsfraktion Grünes Bamberg, Christian Hader, hat den Verdacht, dass das Argument Corona gerade ganz gelegen kommt, „um das Anhörungsverfahren möglichst schnell durchzupeitschen.“ Er kritisiert auch die negative Rückmeldung der bayerischen Verkehrsministerin Schreyer auf den Vorschlag der Stadt Bamberg, den geplanten Standort für den neuen Bahnhaltepunkt Süd in der Gereuth zu verlegen. „Da werden die aktuellen Entwicklungen in diesem Stadtteil – Neubauten Verkehrspolizei und Handwerkskammer – ebenso ignoriert wie die Wünsche der dort wohnenden Bürger*innen. Alles wird einfach mit einem Federstrich abgetan.“
Für das weitere Bahnausbau-Vorhaben lässt all das nach Meinung von Sowa, Badum und Hader nichts Gutes erhoffen.
„Die Stadt muss zusehen, dass sie hier nicht einfach überrollt wird“, fordert Hader, „wir müssen kommunalpolitisch mit vereinten Kräften und noch wesentlich stärker für unsere Interessen vor Ort eintreten.“
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Kulturentwicklungsplanung bekommt neuen Schwung
Bamberger Stadtrat beschließt Kulturkommission
Der Bamberger Stadtrat hat in der gestrigen Vollsitzung einstimmig der Einrichtung und Besetzung einer Kulturkommission zugestimmt, wie die Stadt Bamberg mitteilt. Die Kulturkommission als sachverständiges Begleitgremium der Kulturentwicklungsplanung, besetzt mit sieben politischen Vertretern und sieben externen Kultursachverständigen, bildet zum Auftakt eine der zwei Diskursgruppen zur konsensuellen Erarbeitung des „Kulturkonzepts 2025“ auf Basis des Grundlagenberichts.
Eine zweite begleitende Diskursgruppe besteht aus der Leitungsebene der städtischen und städtisch mitfinanzierten sowie staatlichen Kulturbetriebe in Bamberg. „Somit ist gewährleistet, dass alle relevanten Ansprechpartner*innen in die Diskussion und Ausgestaltung des Strategiepapiers „Kulturkonzept 2025“ eingebunden werden“, zeigte sich Kulturreferentin Ulrike Siebenhaar überzeugt.
In der letzten Sitzung des Kultursenats im Oktober 2020 war bereits grundsätzlich der Einrichtung einer Kulturkommission zugestimmt worden. Die Kulturkommission ist ein wichtiges methodisches Werkzeug in Sachen Kulturentwicklungsplanung. Die Kommission wird temporär zur Begleitung der Kulturentwicklungsplanung bis zur Fertigstellung des „Kulturkonzept 2025” eingerichtet. Gemeinsam wird der Grundlagenbericht zum Kulturentwicklungsplan von den Kommissionsmitgliedern spartenübergreifend systematisch aufgearbeitet, diskutiert und bewertet, um daraus das „Kulturkonzept 2025” zu entwickeln.
Bereits im ersten Schritt – bei der Erstellung des Grundlagenberichts – wurden Kulturschaffende aus den verschiedensten Bereichen, wie Literatur, Musik, Theater, Freie Szene, Junge Kultur et cetera im Rahmen von Interviews, Workshops und offenen Bürgerlaborformaten eingebunden und gebeten, ihre Einschätzung des Kulturlebens – Status Quo, Stärken, Schwächen, Ziele, Wünsche – abzugeben. Der fertiggestellte Grundlagenbericht wird mehrere Ergebnisse methodischer Ansätze zusammenfassen. Er erhebt keine Einzelperspektiven oder Spartenergebnisse mehr. Diese Abfragen sind bereits in Form von rund 30 qualitativen Interviews geschehen.
Die Kulturkommission soll als wichtiges Strukturelement die Kulturentwicklungsplanung bei den weiteren Schritten unterstützen. Für die Kommission wurden Persönlichkeiten aus dem Kulturleben gesucht, die neben ihren jeweiligen Steckenpferden Wissen, Information, Zeit und Interesse für die „Meta-Ebene“ mitbringen. „Dabei ist es besonders wichtig, dass die Mitglieder nicht nur ihren jeweiligen Bereich bewerten und vertreten, sondern unabhängig davon die übergeordneten Interessen aller Kulturinteressierten in unserer Stadt“, betonte Siebenhaar.
Die Erstellung eines Kulturentwicklungsplans für Bamberg wurde im Juli 2014 beschlossen.
Besetzung der Kulturkommission
Externe Sachverständige:
Roni (Oliver Braun), Charles Bukowski Gesellschaft
David Saam, Musiker, Musikethnologe, Radiomoderator
Marianne Benz, Jazz-Club Bamberg
Heidi Lehnert, Chapeau Claque, Schauspielerin, Regisseurin
Barbara Kahle, Vorsitzende des Kunstvereins
Renate Schlipf, Verein machbar und Kontakt
Gerrit Zachrich, Kinobetreiber
Politische Vertreter:
Grünes Bamberg, Vera Mamerow (Vertretung: Michi Schmitt)
CSU – BA, Stefan Kuhn (Vertretung: Dr. Christian Lange
SPD, Wolfgang Metzner (Vertretung: Klaus Stieringer)
BBB, Norbert Tscherner (Vertretung: Andreas Triffo)
FW-BUB-FDP, Claudia John (Vertretung: Martin Pöhner)
BaLi – Die PARTEI, Stephan Kettner (Vertretung: Fabian Dörner)
ÖDP-BM-Volt, Dr. Hans-Günter Brünker (Vertretung: Lucas Büchner)
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Corona
Bewohnerin einer Isoliereinheit ist mit einer Corona-Mutante infiziert
In der Region Bamberg ist am Dienstagabend erstmals eine Mutation des Corona-Virus nachgewiesen worden, wie das Landratsamt Bamberg und die Stadt Bamberg mitteilen. Eine Bewohnerin einer Interims-Einrichtung der Sozialstiftung Bamberg ist mit der erstmals in Garmisch-Partenkirchen festgestellten Variante des Virus infiziert. Der Frau geht es gut. Sie ist symptomfrei.
Die Corona-Mutation, die erstmals in Garmisch festgestellt wurde, ist nach aktueller Erkenntnis nicht mit den hochansteckenden England‑, Südafrika- oder Brasilien-Mutationen gleichzusetzen. Dennoch tun die Gesundheitseinrichtungen im Interesse des Schutzes der Bevölkerung alles, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Darauf verständigten sich die Verantwortlichen am Mittwochmorgen in einer kurzfristig anberaumten Besprechung mit Landrat Johann Kalb und Oberbürgermeister Andreas Starke.
Alle Bewohner und Mitarbeiter wurden getestet
Die 88-Jährige war vor gut einer Woche aus einem anderen oberfränkischen Landkreis in die Einrichtung nach Bamberg verlegt worden. In Oberfranken hat lediglich die Sozialstiftung Bamberg eine solche Interims-Einheit, auch Zwischeneinrichtung genannt, auf Aufforderung der Regierung von Oberfranken eingerichtet. Dort verbringen Infizierte, die symptomfrei sind aber weiter pflegerisch versorgt werden müssen, die Zeit, bis die Infektion ausgestanden ist.
Weil eine Covid-Infektion – nicht die Mutation – bei Einlieferung bekannt war, erfolgte die Betreuung der Bewohnerin bereits von Beginn an isoliert und durchgehend unter infektiologischem Vollschutz. Deshalb gibt es aktuell nach Auffassung des Fachbereiches Gesundheitswesen beim Landratsamt Bamberg und der Sozialstiftung Bamberg keinen Anhaltspunkt für eine Ausbreitung der seit Dienstag, 26. Januar, als Mutation identifizierten Infektion. Dennoch wurden am Dienstag und Mittwoch alle Bewohner und Mitarbeiter der Einrichtung auf eine Covid-Infektion getestet.
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Hilfsfonds
Gemeinsam helfen – auch in schwerer Zeit
Im Coronajahr 2020 unterschieden sich die Prioritäten bei den Anträgen auf Unterstützung durch den Hilfsfonds „Gemeinsam helfen für Bamberg“ von denen der Vorjahre, wie die Stadt Bamberg mitteilt. Doch auch im vergangenen Jahr wurde mittels des Hilfsfonds´ des Oberbürgermeisters Andreas Starke vielen Bamberger Bürgerinnen und Bürgern finanziell unter die Arme gegriffen.
Die Probleme vieler bedürftiger Bamberger Bürgerinnen und Bürger haben sich im Zuge der Corona-Pandemie verschärft, denn die finanziellen Auswirkungen sind bei jenen, die über geringe Einkommen verfügen, immens. Umso wichtiger ist es, auf zusätzliche und alternative Hilfsmöglichkeiten zurückgreifen zu können, mit denen im Notfall direkt und unbürokratisch geholfen werden kann. Mit den Spendengeldern aus dem Hilfsfonds „Gemeinsam helfen für Bamberg“ hilft Oberbürgermeister Andreas Starke genau dort, wo es besonders dringend gebraucht wird.
„Insgesamt rund 25.000 Euro konnten wir im vergangenen Jahr aus dem Hilfsfonds an bedürftige Bürgerinnen und Bürger ausschütten und somit den sozialen Zusammenhalt ein Stück weiter stärker“, freut sich Oberbürgermeister Andreas Starke. Allein 10.000 Euro seien in der erst vor kurzem beendeten jährlichen Weihnachtsaktion freigegeben worden. Mehr als 150 Personen in unserer Stadt hätten jeweils 50 Euro erhalten.
Die Anträge in 2020 unterscheiden sich recht deutlichen von denen in den Vorjahren: Nicht nur Zuwendungen, um vielleicht Weihnachtsgeschenke für Angehörige kaufen zu können oder um sich ein besonderes Weihnachtsessen zu gönnen, wurden beantragt.
Auch einige Anträge für die Anschaffung von Computern, um den schulpflichtigen Kindern das Homeschooling zu ermöglichen, sind eingegangen und wurden letztendlich auch gewährt.
Hilfsfonds des Oberbürgermeisters blickt auf erfolgreiches Jahr zurück
Daneben wurde auch wieder einmal deutlich, dass ganz alltägliche Dinge für Menschen mit wenig Geld zu Problemen werden können: Versagt der Kühlschrank der alleinerziehenden Mutter mit geringem Einkommen seinen Dienst, ist der Kauf eines gebrauchten Gerätes oft ein großes finanzielles Problem. Auch hier konnte mit dem Hilfsfonds des Oberbürgermeisters noch kurz vor Weihnachten geholfen werden.
Auch betroffen von finanziellen Problemen sind Menschen, die ihr geringes Einkommen bislang durch Nebentätigkeiten aufbessern konnten, beispielsweise in der Gastronomie. Diese Einkommensquellen sind bei vielen Menschen aufgrund der Corona-Beschränkungen weggefallen. Die Folge: Geringe Nachzahlung in der Nebenkostenabrechnung können die Betroffenen in existenzielle Nöte stürzt. In diesen Fällen konnte mit Hilfe des Fonds ebenfalls unterstützt werden.
Außerdem wurden aus dem mit Spendenmitteln finanzierten Hilfsfonds Weihnachtsgeschenke für zehn Kinder aus bedürftigen Familien gekauft und zum Weihnachtsfest zur Verfügung gestellt.
Weitere 15.000 Euro wurden bereits während der ersten Welle der Corona-Pandemie an Bedürftige in finanziellen Notlagen, die durch die besonderen Umstände unverschuldet entstanden sind, ausbezahlt.
Informationen zum Hilfsfonds
Den Hilfsfonds „Gemeinsam helfen für Bamberg“ gibt es seit 2016. Oberbürgermeister Andreas Starke hat ihn zu seinem 60. Geburtstag ins Leben gerufen. Statt Geschenken sollten Spenden für die Menschen gesammelt werden, die unverschuldet in Not geraten sind und nur über geringe finanzielle Mittel verfügen. Seither schreibt der Hilfsfonds eine Erfolgsgeschichte. Viele Spender, nämlich Bürgerinnen und Bürger, aber auch Gewerbetreibende und Institutionen, ermöglichen die Hilfeleistungen für diejenigen, die das Geld sehr dringend brauchen. Oberbürgermeister Andreas Starke dankt diesen Menschen für die Unterstützung und die Bereitschaft, sich für den sozialen Zweck des Fonds zu engagieren: „Alle Spenden – die kleinen, die mittleren und die großen, kommen zu 100 Prozent bei denen an, die sie am nötigsten brauchen.“ Anträge werden übrigens während des gesamten Jahres entgegengenommen. Auch Spenden sind immer willkommen, um auch weiterhin den zu helfen, die an anderer Stelle keine Hilfe bekommen.
Spendenkonto
Hilfsfonds „Gemeinsam helfen für Bamberg“
IBAN DE71770500000000005777
Sparkasse Bamberg
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Ärztlicher Leiter Impfzentrum Bamberg
Dr. Klaus Weiner im Interview
Seit zwei Wochen ist der Bamberger Arzt Dr. Klaus Weiner der ärztliche Leiter des Impfzentrums Bamberg. Wir haben mit dem Mediziner über die tägliche Arbeit im Impfzentrum, Impfstoffengpässe und Impfskepsis gesprochen.
Herr Dr. Weiner, wie sieht Ihre tägliche Arbeit im Impfzentrum aus?
Klaus Weiner: Morgens habe ich eine kurze Besprechung zum Informationsaustausch mit unserer Verwaltungsleitung über die tagesaktuelle Situation. Wie viele Impfstoff-Dosen haben wir vorrätig, wie sieht die personelle Einteilung der Teams aus, wie die anstehende Versorgung stationärer Einrichtungen nach eingegangenen Meldezahlen? Dann beginnt die aktive Beteiligung an der Impflogistik, mit anderen Worten, wir impfen – ambulant oder im Zentrum. Weitere tägliche Aufgaben bestehen in Mitarbeitergesprächen, zum Beispiel über Vorgehensweise bei Problemimpfungen. Am Abend halte ich wieder mit der organisatorischen Leiterin ein Tagesresümee.
Wie viele Leute wurden im Bamberger Impfzentrum bereits geimpft?
Klaus Weiner: Zum 21. Januar hatten wir über 3.000 Erstimpfungen in Pflegeeinrichtungen und über 1.000 im Impfzentrum. Die Zweitimpfungen sind auch schon angelaufen.
Liegen Sie mit diesen Zahlen im Plan oder hätten bereits mehr Leute geimpft werden können?
Klaus Weiner: Wir liegen ganz gut im Plan, wurden zeitweise aber durch Impfstoffverknappung und durch sehr kurzfristig abgesagte Lieferung zugesagter – und verplanter – Dosen sozusagen ausgebremst.
Im IZ sollen bis zu 600 Impfungen täglich möglich sein. Erreichen Sie diese Zahl? Ist genügend Impfstoff vorhanden oder ist auch Bamberg von Engpässen im Nachschub betroffen?
Klaus Weiner: Bei Vollauslastung aller sechs Impfstraßen ist diese Zahl rechnerisch im Idealfall wohl denkbar, realistisch würde meine Einschätzung aber darunter liegen. Wir arbeiten mit Menschen, deren individuelle Gegebenheiten, Ängste, Reaktionen, Einschränkungen – aktuell impfen wir viele über 80-Jährige – wir zu berücksichtigen haben. Engpässe gab es natürlich, auch die Zuordnungslogistik, wie die Vorplanung und Bereitstellung der Zweitdosis nach drei Wochen, bei noch ungewisser Nachlieferung, ist eine Herausforderung, die ein quasi tagesaktuelles Nachjustieren erfordert.
Welcher Impfstoff wird im Bamberger IZ verwendet?
Klaus Weiner: Bislang verwenden wir ausschließlich den Impfstoff von BioNTech/Pfizer.
Lässt sich einschätzen, wie ausgeprägt Impfbereitschaft beziehungsweise Impfskepsis in der Region sind?
Klaus Weiner: Das ist schwer einzuschätzen. Wir sehen nur die Impfwilligen. In der stationären Pflege ist der Anteil des impfwilligen Pflegepersonals aber teils noch bedrückend niedrig.
Welche Botschaft würden Sie Impfskeptikerinnen und ‑skeptikern übermitteln?
Klaus Weiner: Informieren Sie sich! Nutzen Sie seriöse Quellen. Suchen Sie nicht nur nach Aussagen meist zweifelhafter Kompetenz, die die eigene Skepsis bestärken. Und im Allgemeinen sollten die Leute zur Kenntnis nehmen, dass tod- und leidbringende Erkrankungen nur durch konsequente Impfstrategien verhindert oder sogar ganz eliminiert werden konnten. Beispiele hierfür sind die Pocken, Diphterie, Kinderlähmung, Wundstarrkrampf oder Hirnhautentzündung. Wir besitzen eine scharfe Waffe, dieses Virus zu bekämpfen: Eine wirksame und sichere Impfung.
Ohne ein gewisses Grundvertrauen in evidenzbasierte Medizin werden wir diese, uns alle betreffende, lebensverändernde Pandemie nicht beherrschen. Dieses Virus tötet, täglich.
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Bamberger Finanzskandal
Grüne/ÖDP/Volt wollen ungeschwärzten Prüfbericht
Die Fraktionsgemeinschaft Grünes Bamberg/ÖDP/Volt ist der Auffassung, dass alle Stadtratsmitglieder den Prüfbericht des Kommunalen Prüfungsverbands ohne Schwärzungen erhalten sollen. Ebenso sollen ihnen auch alle Stellungnahmen der Stadtverwaltung zu den Vorwürfen des Prüfberichts ungeschwärzt zugehen. Wie Grünes Bamberg mitteilt, wurde dies von der grünen Fraktionsvorsitzenden Ulrike Sänger sowie Hans-Günter Brünker (Volt) und Lucas Büchner (ÖDP) nun so beantragt.
Bereits in den Weihnachtsferien sei man davon ausgegangen, dass man die Unterlagen noch vor Jahresende erhalten werde. Dies sei nicht geschehen. Nun führe der Oberbürgermeister datenschutzrechtliche Bedenken ins Feld und wolle nur eine geschwärzte Version des Berichts herausgeben. „Der OB stützt sich mit dieser Einschätzung lediglich auf eine Einschätzung zum Datenschutz aus dem eigenen Rathaus“, sagt Ulrike Sänger. Das überzeuge aber nicht. Denn genau das Rathaus stehe im Zentrum der Kritik und sei Gegenstand der Aufklärung, deshalb könne man sich auf eine Einschätzung dieser Herkunft nicht verlassen.
Juristische Einschätzungen aus dem Rathaus seien in diesem Fall nicht überzeugend
Freilich sehen Grüne/ÖDP/Volt im Datenschutz und im Schutz von Persönlichkeitsrechten ein hohes Gut und wollen diese gewahrt sehen. Gleichwohl gehe es aber auch um Aufklärung von Fehlverhalten, wofür umfassende Informationen nötig seien. Ulrike Sänger meint daher: „Alle Stadtratsmitglieder sind der Verschwiegenheit verpflichtet und haben darauf einen Eid geschworen. Darauf muss man sich verlassen können.“ Es sei überdies mittlerweile eine „lächerliche Situation, wenn Pressevertreter*innen inzwischen nahezu ausnahmslos den Prüfbericht auf ihren Schreibtischen liegen haben, die zur Aufklärung aller Hintergründe aufgerufenen politischen Mandatsträger*innen aber nicht.“ Sänger macht auch darauf aufmerksam, dass die Gerüchteküche in der jetzigen Situation ohnehin brodle wie noch nie, „und auch das ist dem Persönlichkeitsschutz keineswegs zuträglich.“
Mit ihrem Antrag geht die Fraktionsgemeinschaft Grünes Bamberg/ÖDP/Volt noch weiter. Hans-Günter Brünker: „Um Interessenkonflikte zu vermeiden sollen juristische Einschätzungen zu dem Komplex Sonderzahlungen künftig nur noch von Jurist*innen gegeben werden, die nicht in der Stadtverwaltung oder anderen städtischen Gremien und Einrichtungen involviert sind.“
Grüne/ÖDP/Volt wollen auch dem Vorwurf auf den Grund gehen, dass für die in der ersten Jahreshälfte 2020 gestoppten Sonderzahlungen Ersatz durch Minijobs und Beraterverträge in städtischen Unternehmen geschaffen wurde. Sie stellten deshalb in allen fraglichen Unternehmen entsprechende Anfragen.
Und in einem weiteren Punkt ist man sich einig, den Fraktionsvorsitzende Ulrike Sänger so formuliert: „Der Oberbürgermeister hat sich als Chef der Verwaltung den Vorwürfen zu stellen. Seine Aufgabe ist es nicht, in diesem Aufklärungsprozess eine führende Rolle einzunehmen, diesen zu leiten oder zu beeinflussen.“
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Schutzgemeinschaft Alt Bamberg
„In letzter Zeit müssen wir den Verlust der neueren Geschichte beklagen“
Die Schutzgemeinschaft Alt Bamberg e.V. hat sich der Erhaltung alter Bausubstanz Bambergs verschrieben. Der Einsatz für Sound-n-Arts, Roter Ochse und Brauerei Maisel sind nur einige der aktuellen Projekte. Martin Lorber ist erster Vorsitzender des Vereins. Mit ihm haben wir über Touristenströme, Bausünden und die berüchtigte German Property Group gesprochen.
Auf Ihrer Homepage beschreiben sie Bamberg als Gesamtkunstwerk von europäischem Rang. Was meinen Sie damit?
Martin Lorber: Wenn man in Bamberg aufwachsen darf, hat man großes Glück, das macht man sich manchmal zu wenig bewusst. Von den feinsinnigen Fürstbischöfen und kunstvollen Baumeistern bis zur kleinsten Gärtnerfamilie haben Generationen ein einzigartiges Gesamtkunstwerk geschaffen. Erst wenn man andere Städte besucht, wird klar, wie ungewöhnlich es ist, eine derart großflächige Altstadt so unversehrt vorzufinden. Das ist zum einen dem vergleichsweise glimpflichen Kriegsverlauf zu verdanken, aber nicht nur. Viele Orte haben erst nach dem Krieg ihr Gesicht verloren, als sie „autogerecht“ und „modern“ umgeformt wurden. Auch in Bamberg gab es solche Pläne, wie etwa die Zerstörung der Gärtnerstadt durch eine vierspurige, mit Hochhäusern gesäumte Straße. Doch die Bamberger Bürger hatten schon früh einen Sinn für die Schönheit ihrer Stadt. Sie schlossen sich zusammen und verhinderten vereint das Schlimmste. So entstand vor über 50 Jahren auch unsere Schutzgemeinschaft Alt-Bamberg. Den Erfolg sehen wir an unserem einzigartigen Stadtbild, das nicht nur europaweit zu den eindrucksvollsten gehört, sondern sogar global Bedeutung hat, wie der UNESCO-Welterbetitel unterstreicht. Das wollen wir weiterhin bewahren!
Inwieweit lässt sich sagen, dass die durch Corona im Jahr 2020 ausgebliebene Belastung durch Touristenströme der alten Bausubstanz Bambergs und seinen Kulturdenkmälern zugutekam und sozusagen Erholung bot?
Martin Lorber: Wer das glaubt, denkt etwas zu kurz, fürchte ich. Tatsächlich macht Bamberg nicht zuletzt seine Vielfalt mit seinen kleinen inhabergeführten Geschäften, Lokalen, Brauereien und Kulturstätten aus. Ohne Gäste droht davon vieles verloren zu gehen und was Leerstand für alte Bausubstanz bedeutet, kann man am „Roten Ochsen“ in der Unteren Königstraße 13⁄15 sehen. Zudem sinken die Steuereinnahmen, so dass auch die Fördergelder für Sanierungen möglicherweise nicht ausreichen. Einen Vorteil für manche Kulturdenkmäler kann man aber nennen: Es fuhren weniger Reisebusse (oder dicke rote Touristenbusse) durch die Stadt, so dass die Erschütterungen, der Lärm und die Abgase weniger wurden.
Welche Auswirkungen hatten die Lockdown- und Beschränkungsphasen auf die Arbeit der Schutzgemeinschaft?
Martin Lorber: Wir haben, wie viele andere, gelernt, unsere Sitzungen online abzuhalten. Die gesellige Runde ersetzt das aber nicht. Leider mussten wir einige geplante Veranstaltungen absagen, wie die Einweihungsfeier des, mit Hilfe unserer Förderung, sanierten Ruhetempels im Hain. Die Führung am Tag des offenen Denkmals haben wir nun kurzerhand online präsentiert, so dass man sie mit dem Smartphone selbst abschreiten kann. Nicht zuletzt ist es für uns derzeit schwieriger, Paten und Spender für unser Sanierungsprojekt zu finden. Wir können beispielsweise keine Infostände organisieren, um für die Rettung von Bambergs kleinstem Wohnhaus am Oberen Kaulberg zu werben. Wir müssen uns alleine auf unsere Homepage www.haeusla.de verlassen.
Wie weit ist der Touristenandrang im Allgemeinen mit Ihren Vorstellungen vom Schutz von Bausubstanz vereinbar? Wäre weniger mehr?
Martin Lorber: Ein maßvoller und qualitativ hochwertiger Tourismus ist gut für die Bewahrung der Kulturdenkmäler, weil sie belebt werden und die Einnahmen teilweise wieder in den Erhalt fließen. Es ist doch auch ein Kompliment, wenn Menschen hierher fahren, um unsere schöne Stadt zu besuchen.
Hier sind die Zauberworte „maßvoll“ und „qualitativ hochwertig“. Man muss aufpassen, dass auch für die Einheimischen genug Raum bleibt. So gesehen ist weniger mehr. Zumindest sollten sich die Zahlen der letzten Jahre nicht mehr steigern. Vor allem sollte man mehr auf Kultur- und Kunstinteressierte setzen, als auf Bus‑, Bier und Kreuzfahrttouristen. Die lassen auch mehr Geld in den Hotels, Museen und Geschäften, genießen Spezialitäten, kaufen Bildbände, besuchen auch mal das Gärtnerviertel.
Wie könnte ein entsprechendes touristisches Angebot aussehen?
Martin Lorber: Ein Weg dafür könnte im Ausbau der Museen auf dem Domberg zu einem aufeinander abgestimmten Gesamtprojekt liegen. Eine zentrale Stelle, an der man die Hochstifts- und Religionsgeschichte, das Diözesanmuseum könnte dieser Ort sein, Kunstgeschichte, hierfür gäbe es die Galerie in der Neuen Residenz, und Stadtgeschichte, in einem ausgebauten Historischen Museum, von Bamberg erlebbar und zugänglich macht. Davon hätten auch die Bamberger etwas. Auch Kulturstätten wie das Kesselhaus, die Lagarde und die freien Theater könnten zu einer Entwicklung in die richtige Richtung beitragen.
In der Altstadt dürfen keine Monokulturen entstehen. Im Kern der Altstadt sollte man nicht nur noch Hotels und Andenkenläden finden, sondern auch künftig Bäcker, Metzger und andere Geschäfte für den täglichen Bedarf. Schade etwa, dass vor einigen Jahren der letzte Tante-Emma-Laden im Sand geschlossen hat.
Auch die schleichende Ausbreitung von Ferienwohnungen ist kritisch zu betrachten, wenn gleichzeitig Menschen vergeblich günstige Wohnungen suchen. Wir begrüßen den Ansatz der Stadt, das einzudämmen – nun muss man auch dranbleiben.
Nicht zuletzt sollte ein größerer Anteil der Steuereinnahmen aus dem Tourismus direkt in den Erhalt des Stadtbilds fließen, indem man Sanierungen noch besser fördert und das „Bamberger Modell“ aufstockt. Das wurde vor über 60 Jahren als unkomplizierte Unterstützung für Besitzer von Altbauten durch die Stadt Bamberg ins Leben gerufen und hatte einen wesentlichen Anteil an der Bewahrung des heutigen Welterbes. Leider stagnieren die Fördergelder seit langem, sinken teilweise sogar. Angesichts der gestiegenen Kosten wäre stattdessen mittelfristig eine deutliche Aufstockung wichtig. Vielleicht könnte hierbei, und anderen begrüßenswerten Kulturprojekten, eine Tourismusabgabe helfen.
Wo, an welchen Gebäuden sind Sanierungs- oder Rettungsmaßnahmen vor drohendem Abriss derzeit am nötigsten?
Martin Lorber: Da gibt es leider mehr als man denkt, auch wenn es gleichzeitig viele positive Beispiele gibt. Die Stadt führt eine Rote Liste der gefährdeten Denkmäler, die hier eine gute Übersicht bietet – wobei dort bisher leider nur die ungenutzten Einzeldenkmäler aufgeführt werden. Dort findet sich etwa eines der ältesten Bamberger Gärtnerhäuser in der Mittelstraße 72 oder ein seit Jahren verfallendes ehemaliges Kutscherhäuschen in der Hainstraße 11. Hier braucht die Denkmalbehörde die Mittel und Rückendeckung, um überforderten Besitzern zu helfen oder bei unwilligen Eigentümern mutig eingreifen zu können.
Akut brennt uns beispielsweise der Erhalt des Kontor- und Kellereibaus der ehemaligen Brauerei Maisel in der Moosstraße unter den Nägeln. In weiten Teilen ein Entwurf des Architekten Gustav Haeberle, der beispielsweise auch den Palas der Altenburg und die Mälzerei Weyermann entwarf. Ein herrlicher Bau mit viel Potential! Die Bauherren planen den Abriss zur Schaffung eines Parkplatzes. Angeblich setzt hier allmählich ein Umdenken ein. Leider fehlt uns bisher eine direkte Rückmeldung der Bauherren, aber wir beobachten hier die Entwicklung sehr genau.
Welche sind die größten baulichen Versündigungen an alter Substanz der letzten Jahre?
Martin Lorber: In letzter Zeit müssen wir den Verlust der neueren Geschichte beklagen, insbesondere auf dem Gelände der Lagarde, wo derzeit viel aus der Zeit der Amerikaner nach 1945 fast völlig verloren geht. Auch die alten Stallungen, in denen einst Graf Stauffenberg ein- uns ausging, drohen nahezu komplett zu verschwinden. Hier wäre ein größeres Bewusstsein wichtig.
Wir sehen auch Luxussanierungen zur vermeintlichen Wertsteigerung kritisch. Oft wird Originalsubstanz ohne wirkliche Not gegen makellose Replikate ersetzt. Das sieht dann im wahrsten Wortsinn blendend aus, doch die ablesbare Geschichte des Originals ist für immer verloren. Auch hier wäre weniger mehr, und auch billiger.
Sie fordern einen „Masterplan öffentlicher Raum“. Um was handelt es sich dabei, warum ist er nötig?
Martin Lorber: Der Auslöser war die Sanierung der Sutte. Dort wurde in einem im Kern mittelalterlichen Straßenraum ein Geländer montiert, das in dieser Gestaltung nirgends sonst in Bamberg zu finden ist, nach unserer Meinung, und auch der der meisten direkten Anwohner, deutlich zu wuchtig und weitläufig ausfiel und nun das historische Straßenbild massiv stört. Auch an vielen anderen Stellen, wie vor dem Bahnhof, am Markusplatz oder Schönleinsplatz ist ein Wildwuchs aus Laternen, Mülleimern, Kunstwerken, Wegweisern, Stellplätzen und allerlei anderem Mobiliar entstanden. Einerseits werden Fassaden aufwändig saniert, aber der Straßenraum davor wird schleichend verschandelt.
Andere Städte, wie beispielsweise Dresden, haben ein Gesamtkonzept erstellt, um ein wohltuend einheitliches Erscheinungsbild für die jeweiligen Stadtteile zu schaffen. Eine Welterbestadt wie Bamberg braucht ebenfalls einen solchen „Masterplan“. Das sieht auch die Stadtspitze so, weswegen es schon bald losgehen soll. Wir schlagen eine unabhängige externe Beratung und eine Einbindung der Universität Bamberg vor. Wir haben Spezialwissen vor Ort. Warum sollte man das nicht nutzen?
Bis vor kurzem waren die beiden Immobilien Obere Sandstraße 20 und Untere Königsstraße 13 im Besitz der Immobilienfirma German Property Group. Wie bewerten Sie das Vorgehen der GPG, sich um diese Immobilien nicht ausreichend zu kümmern?
Martin Lorber: Die Recherchen des Bayerischen Rundfunks und der Süddeutschen Zeitung haben aufgedeckt, dass es sich dabei wohl um einen der größten Immobilienskandale der deutschen Geschichte handelt. So wie es scheint, wurden hierbei Denkmäler aufgekauft, Unmengen an Geld von Anlegern im Ausland eingetrieben und dann keine Sanierungen durchgeführt. Der Verfall der Bausubstanz, bis hin zum Totalverlust, wurde dabei mindestens in Kauf genommen, vielleicht sogar bewusst gewollt. Solchen Machenschaften muss deutlich ein Riegel vorgeschoben werden!
Wie sehen Sie das Verhalten der Stadt in diesem Fall? Wurde genug getan, um die Bausubstanz zu retten oder der GPG abzukaufen?
Martin Lorber: Die Bauverwaltung der Stadt hat hier früh gut reagiert, indem sie der GPG die gewünschte Beleihung des Grundstücks verweigerte und das Denkmal nicht aus den Augen ließ. Tatsächlich war die Stadt Bamberg deutschlandweit wohl eine der wenigen Stellen, die, mit der Oberen Sandstraße 20 eines der Objekte der GPG erwerben konnte. Wohl auch durch den Druck durch unsere Unterschriftensammlung, gelang es dabei, den Preis unter einen Wert zu drücken, den die GPG selbst beim Kauf des Hauses gezahlt hatte. An dieser Stelle herzlichen Dank allen Unterstützern unserer Petition!
Auch für den Roten Ochsen in der Königstraße, immerhin mit einem faszinierenden Speicherbau aus dem Jahr 1309 im Hinterhof, will die Stadt mit dem Insolvenzverwalter der mittlerweile bankrotten Firma verhandeln. Das unterstützen wir natürlich.
Die größten Fehler wurden schon früher gemacht, denn den Bauten wurde bereits seit Jahrzehnten übel mitgespielt. Das Bayerische Denkmalschutzgesetz und die Zweckentfremdungssatzung bieten nun Mittel, Leerstand und Zerstörung Einhalt zu gebieten. Wir würden uns wünschen, dass bei solchen Fällen künftig ein noch mutigeres und schnelleres Eingreifen umgesetzt wird. Es darf gar nicht erst so weit kommen, dass in unserer Stadt Gebäude abgestützt werden müssen.
Schutzgemeinschaft Alt Bamberg e. V.
Schillerplatz 9
96047 Bamberg