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Bamberg - Page 54

Bahn­aus­bau Bamberg

Plan­un­ter­la­gen ab 8. Febru­ar einsehbar

Wich­ti­ger Etap­pen­schritt auf dem Weg zum vier­glei­si­gen Bahn­aus­bau durch das Stadt­ge­biet Bam­berg für die DB Netz AG: Am kom­men­den Mon­tag, 8. Febru­ar, star­tet die öffent­li­che Aus­le­gung der Antrags­un­ter­la­gen der Bahn, wie die Stadt Bam­berg mit­teilt. Bis zum 8. März besteht dann die Mög­lich­keit zur Ein­sicht­nah­me der Plä­ne und Einzelmaßnahmen.

Digi­tal und ana­log haben Bür­ge­rin­nen und Bür­ger, Behör­den, Insti­tu­tio­nen und Orga­ni­sa­tio­nen ab Mon­tag so die Gele­gen­heit, Beden­ken zu äußern und Ein­fluss zu neh­men. Dabei geht es sowohl um maxi­ma­len Schutz der Anwoh­ner als auch um Land­schafts- und Arten­schutz sowie eine stadt­ver­träg­li­che Aus­ge­stal­tung und Durch­füh­rung des Jahrhundertprojektes.

Abga­be­frist für Ein­wen­dun­gen bis 22. März 2021

Das Plan­fest­stel­lungs­ver­fah­ren für den Aus­bau der Stre­cke zwi­schen Strul­len­dorf und Hall­stadt – der Plan­fest­stel­lungs­ab­schnitt 22 zum Ver­kehrs­pro­jekt Deut­sche Ein­heit (VDE 8.1) ent­lang der Aus­bau­stre­cke Nürn­berg-Ebens­feld – wur­de bereits im Jahr 1994 ein­ge­lei­tet. 1996 und 1998 wur­de die Plan­fest­stel­lung mit dem 1. und 2. Plan­än­de­rungs­ver­fah­ren fort­ge­setzt, jeweils ohne einen Beschluss zu erlas­sen. Gegen­stand der vor­lie­gen­den 3. Ände­rung ist im Wesent­li­chen der eben­erdi­ge vier­glei­si­ge Aus­bau durch die Stadt Bam­berg, wobei der Spur­plan ins­ge­samt ange­passt wur­de. Damit sind Geschwin­dig­kei­ten für die Schnell­fahr­glei­se bis zu 230 Stun­den­ki­lo­me­ter mög­lich. Fer­ner wur­den wesent­li­che Ände­run­gen berück­sich­tigt, wie ein neu­er Hal­te­punkt Bam­berg Süd, die Ver­le­gung der Lade­stra­ße und Abstell­an­la­gen des Schie­nen­per­so­nen­ver­kehrs zur neu­en „Abstell- und Behand­lungs­an­la­ge Nord­ost“ (ehem. „Bahn­be­triebs­werk“), die Ver­le­gung des Bahn­steigs am heu­ti­gen Haus­bahn­steig Gleis 1, die ver­än­der­te Lage und Aus­ge­stal­tung des Ver­bin­dungs­glei­ses als Kreu­zungs­bau­werk am Bahn­hofs­nord­kopf (Bereich „Gleis­drei­eck“) oder der Neu­bau des Hafen­g­lei­ses mit Elektrifizierung.

Die Plan­un­ter­la­gen ent­hal­ten unter ande­rem den Erläu­te­rungs­be­richt, Über­sichts- und Grund­er­werbs­plä­ne, Höhen­plä­ne und Regel­quer­schnit­te zu Stra­ßen und Wegen sowie zur Bahn­tras­se und Unter­la­gen zu Inge­nieur­bau­wer­ken. Zu den Umwelt­aus­wir­kun­gen des Vor­ha­bens geben unter ande­rem die Umwelt­ver­träg­lich­keits­stu­die mit Plä­nen zu Kon­flikt­schwer­punk­ten, der Land­schafts­pfle­ge­ri­sche Begleit­plan ein­schließ­lich Bestands‑, Kon­flikt- sowie Maß­nah­men­plan, der Arten­schutz­fach­bei­trag oder die schall- und erschüt­te­rungs­tech­ni­schen Unter­su­chun­gen Aus­kunft. Letz­te­res weist Über­sich­ten zu Lärm­schutz­wän­den sowie Gebäu­den mit Anspruch auf pas­si­ven Schall­schutz aus. Wei­ter­hin gibt es Unter­la­gen zu Ent­wäs­se­rung, Bau­stel­le­n­er­schlie­ßung und
-trans­port­we­gen sowie Brandschutzkonzepten.

Die Aus­le­gung der Plan­un­ter­la­gen erfolgt durch die digi­ta­le Ver­öf­fent­li­chung auf der Inter­net­sei­te der Regie­rung von Ober­fran­ken als Anhö­rungs­be­hör­de unter http://www.reg-ofr.de/pfa22 . Zusätz­lich besteht bis zum 8. März die­sen Jah­res die Mög­lich­keit zur all­ge­mei­nen – ana­lo­gen – Ein­sicht in die ins­ge­samt 25 Ord­ner mit Erläu­te­run­gen und Plä­nen im Bau­re­fe­rat der Stadt Bam­berg wäh­rend der all­ge­mei­nen Dienst­stun­den. Für die­sen Fall wird um vor­he­ri­ge Ter­min­ver­ein­ba­rung gebe­ten, tele­fo­nisch unter 0951÷87−1125 oder per Mail an claus.reinhardt@stadt.bamberg.de. Auf die Ein­hal­tung der gel­ten­den Infek­ti­ons­schutz­be­stim­mun­gen im Rah­men der Coro­na-Pan­de­mie wird hingewiesen.

Jeder, des­sen Belan­ge durch das Vor­ha­ben berührt wer­den, kann bis ein­schließ­lich 22. März die­sen Jah­res bei der Stadt Bam­berg oder bei der Regie­rung von Ober­fran­ken, Lud­wig­stra­ße 20, 95444 Bay­reuth, schrift­lich Ein­wen­dun­gen erhe­ben. Ein­wen­dun­gen kön­nen zusätz­lich elek­tro­nisch, auch mit ein­fa­cher E‑Mail, unter Einwendungen-PFA-22@reg-ofr.bayern.de vor­ge­bracht wer­den. Dabei müs­sen der gel­tend gemach­te Belang und das Maß sei­ner Beein­träch­ti­gung erkenn­bar sein. Ent­schie­den wird hier­über nach Abschluss des Anhö­rungs­ver­fah­rens durch die Plan­fest­stel­lungs­be­hör­de, dem Eisen­bahn-Bun­des­amt Außen­stel­le Nürnberg.

Krea­tivs­ter Umgang mit der Corona-Krise

Land­kreis Bam­berg beim Stadt­ra­deln mit Son­der­preis ausgezeichnet

Nach den immensen Stei­ge­run­gen an teil­neh­men­den Radeln­den und erra­del­ten Kilo­me­tern beim Stadt­ra­deln im ver­gan­ge­nen Jahr kann sich der Land­kreis Bam­berg jetzt auch noch über eine Aus­zeich­nung des Ver­an­stal­ters Kli­ma-Bünd­nis freu­en, wie das Land­rats­amt Bam­berg mit­teilt. Gesucht wur­de der krea­tivs­te Umgang mit der Corona-Krise.

Der Ver­an­stal­ter hat­te nach Mög­lich­kei­ten gesucht, wie man das Stadt­ra­deln unter Coro­na-Umstän­den span­nend und erfolg­reich gestal­ten kann. Der Land­kreis Bam­berg hat sich dabei gegen die deutsch­land­wei­te Kon­kur­renz durch­ge­setzt und erhielt dafür nun einen Stadtradeln-Sonderpreis.

Als auf­grund der Coro­na-Kri­se die indi­vi­du­el­le Mobi­li­tät an Bedeu­tung gewann, erfreu­te sich vor allem das Fahr­rad gestei­ger­ter Beliebt­heit. Vie­le Men­schen haben im Zuge der Pan­de­mie ihren All­tag neu struk­tu­rie­ren müs­sen und dabei das Fahr­rad für sich ent­deckt. Das hat auch die Teil­nah­me beim Stadt­ra­deln 2020 beflü­gelt – aber wie könn­te man trotz der gebo­te­nen Distanz den Team­geist bele­ben und für Ersatz des schon fest ein­ge­plan­ten und sonst übli­chen Stad­ra­deln-Rah­men­pro­gramms sor­gen? Die­se Fra­ge stell­te sich das Orga-Team des Land­krei­ses Bam­berg und kam auf die Idee des „Radel­lö­wen“.

Der „Radel­lö­we“ des Land­krei­ses Bamberg.

„Wir haben uns mit einem beson­de­ren Stadt­ra­deln-Star und dem Foto-Wett­be­werb „Radel­lö­we“ einen Weg aus­ge­dacht, um unter Ein­hal­tung der Kon­takt­sper­re Men­schen zur Teil­nah­me zu mobi­li­sie­ren, aus dem digi­ta­len Aus­tausch prak­ti­sche Akti­on wer­den zu las­sen und die Öffent­lich­keit noch bes­ser zu errei­chen“, so Mar­kus Hamm­rich, Orga­ni­sa­tor des Stadt­ra­deln beim Land­kreis Bam­berg. Im Akti­ons­zeit­raum fan­den die Teil­neh­men­den im Blog des „Radel­lö­wen“ und in den sozia­len Medi­en jeden Tag ein Foto mit einem klei­nen Rät­sel-Hin­weis zum Ort, an dem das Foto mit dem Plüsch­tier-Löwen ent­stan­den ist. Auf den Bil­dern war immer auch ein inter­es­san­ter Ort im Land­kreis Bam­berg zu sehen. Die Radeln­den soll­ten her­aus­fin­den, wel­chen Ort der Radel­lö­we besucht hat. Sie soll­ten selbst hin­fah­ren, somit Kilo­me­ter sam­meln, vor Ort ein Beweis­bild machen und ein­sen­den. Die Orte wur­den so gewählt, dass sie über den gesam­ten Land­kreis ver­streut waren, damit jeder im Land­kreis die Chan­ce hat­te, in nicht all­zu gro­ßer Ent­fer­nung ein Ziel anzu­steu­ern und teil­zu­neh­men. Als Lohn für die Mühen wur­den unter allen Ein­sen­dern dann soge­nann­te „Schlem­mer­kist­la” mit reich­hal­ti­gem Genuss aus der Regi­on Bam­berg verlost.

Land­rat Johann Kalb geht fest davon aus, dass die neue Fahr­rad­be­geis­te­rung auch über die Pan­de­mie hin­aus anhält. Auch des­halb wer­den zahl­rei­che Rad­ver­kehrs­pro­jek­te und die Umset­zun­gen des All­tags­rad­ver­kehrs­pro­jek­tes vom Land­kreis vor­an­ge­trie­ben. Und auch für das Stadt­ra­deln 2021 lau­fen die Vor­be­rei­tun­gen bereits auf Hoch­tou­ren. „Unser Ziel ist es, dass im Jahr 2021 mög­lichst Teams aus allen 36 Land­kreis-Gemein­den teil­neh­men und wir durch enga­gier­te und moti­vier­te Team-Kapi­tä­ne und Mul­ti­pli­ka­to­ren vor Ort in den Gemein­den wei­ter­hin so tol­le Stei­ge­run­gen beim Stadt­ra­deln sehen und damit auch viel für den Rad­ver­kehr und Kli­ma­schutz ins­ge­samt errei­chen“, so Land­rat Kalb. Der gemein­sa­me Akti­ons­zeit­raum des Stadt­ra­deln 2021 von Stadt und Land­kreis Bam­berg wird bekannt gege­ben, sobald die Anmel­dung mög­lich ist. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen fin­den sich auf https://www.landkreis-bamberg.de/Radverkehr

Im Por­trät

Man­fred Hojer – Mit dem Her­zen noch immer bei der Equipe

Mit über 80 Jah­ren nach vor­ne gehen und noch ein­mal zurück­schau­en auf die Kar­rie­re und die Erfol­ge im Sport – ein Blick auf das Lebens­werk des alt­ehr­wür­di­gen Fecht­meis­ters Man­fred Hojer.

Man­fred Hojer emp­fängt ger­ne Gäs­te. In sei­nem schmu­cken Wohn­zim­mer mit Ess- und Bespre­chungs­be­reich in Bau­nach mit son­nen­durch­flu­te­ter Bal­kon­front und Blick auf das weit­läu­fi­ge Bau­nach­tal hat nicht nur eine gemüt­li­che Sofa­ecke Platz, son­dern auch ein gro­ßer, ova­ler Tisch. Auf dem wei­ßen Decken­ven­ti­la­tor über dem Sofa fährt ein klei­ner wei­ßer Ted­dy­bär mit. Er dreht sich schnell. Man muss kon­zen­triert hin­se­hen, um immer wie­der einen Blick auf ihn zu erhaschen.

Hojer mag alles, was schnell ist. Schnel­le Autos und vor allem Sport. Im Okto­ber 2019 fei­er­te Man­fred Hojer sei­nen 80. Geburts­tag. Kaum zu glau­ben, begeg­net man dem Mann mit klas­si­schem wei­ßen Hemd und schi­cker Hose, des­sen Dyna­mik und Ener­gie viel­mehr an einen Mana­ger erin­nern als an einen Pensionär.

Trai­ner in der „Flo­rett­hoch­burg Bamberg”

Hojer war zeit­le­bens Mana­ger. Beruf­lich zuletzt als Vor­stand bei einer Kran­ken­ver­si­che­rung und pri­vat in sei­ner Frei­zeit im Fecht­sport. Im Trai­ner­ka­der der TSG05 Bam­berg hat er in den Jah­ren 2008 bis 2014 als Diplom-Fecht­leh­rer jun­ge Talen­te wie Max Bau­er, Patrick Har­man, Kira Schal­ler und ande­re mit sei­nem Wis­sen und Kön­nen geför­dert und gefor­dert und zur Teil­nah­me an ober­frän­ki­schen, baye­ri­schen und deut­schen Meis­ter­schaf­ten ermu­tigt – mit Erfolg. End­lich wur­den wie­der Tur­nie­re, wie etwa die „Klin­gen­spie­le“ in Bam­berg aus­ge­foch­ten, die Fecht­ab­tei­lung mach­te sich einen Namen und stei­ger­te kon­ti­nu­ier­lich ihre Mit­glie­der­zahl. Bis heu­te gilt sie als „unan­ge­foch­te­ne Flo­rett­hoch­burg“ in Ober­fran­ken, wie der Ver­ein selbst sein Aus­hän­ge­schild auf sei­ner Inter­net­sei­te beschreibt.

Zu Hojers Anfangs­zeit beim TSG 05 Bam­berg war man über den plötz­li­chen star­ken Auf­tritt der Fech­te­rin­nen und Fech­ter über­rascht. „Was da in Bam­berg auf sie zuge­kom­men war, hat­ten die ober­frän­ki­schen Ver­ant­wort­li­chen glatt unter­schätzt“, hieß es etwa in einem Pres­se­be­richt über die Ober­frän­ki­sche Meis­ter­schaft im Flo­rett-Wett­be­werb 2011, bei der der TSG 05 Bam­berg gleich zwei Titel­trä­ger und einen Vize­meis­ter auf hei­mi­schem Boden präsentierte.

Man­fred Hojer bei der WM in Porec 2011. Foto: Man­fred Hojer privat

Hat­te Hojer anfangs nicht nur als Übungs­lei­ter gear­bei­tet, son­dern auch Uten­si­li­en gebraucht besorgt und selbst die Fecht­waf­fen repa­riert, war über die Jah­re hin­weg ein ein­ge­spiel­tes Team aus Waf­fen­meis­tern, Hel­fern, Übungs­lei­tern und Orga­ni­sa­to­ren ent­stan­den, das am Erfolg der Fecht­ab­tei­lung aktiv mit­ar­bei­te­te. Auf deren Höhe­punkt gab er 2013 mit 74 Jah­ren sei­nen Rück­tritt vom Trai­ner­ka­der bekannt. „Hojer legt die Waf­fen nie­der“, titel­te die Pres­se. Bis dato hat­te er nicht nur bei der TSG 05 Bam­berg, son­dern auch für sich per­sön­lich alles erreicht.


Fech­ten gesell­schaft­lich schön

Am gro­ßen, ova­len Tisch blät­tert der Pen­sio­när in den Erin­ne­run­gen. Sei­ne ganz eige­ne Fecht­chro­nik von den Anfän­gen bis zur Gegen­wart füllt zwei dicke Ord­ner mit Fotos und Zei­tungs­ar­ti­keln. Für die Pau­sen steht ein Tel­ler mit Kuchen und Kek­sen bereit, den er in der Küche vor­be­rei­tet hat.

Der Kar­rie­re­weg des in Nürn­berg gebo­re­nen Fecht­meis­ters zog sich quer durch Deutsch­land und begann lan­ge bevor er nach Bam­berg kam in Bre­mer­ha­ven. „Ich war gera­de 18, als mich ein Freund ansprach, er wür­de fech­ten gehen, ob ich nicht ein­mal mit­kom­men wol­le“, erzählt Hojer, „eigent­lich waren wir bei­de Leicht­ath­le­ten, aber ich pro­bier­te es aus und nach drei Mona­ten habe ich mei­ne ers­te Aus­rüs­tung gekauft.“ Wie sich spä­ter her­aus­stell­te, hat­te der Freund pri­mär ein hüb­sches Mäd­chen im Fecht­club im Auge. Eine net­te Begleit­erschei­nung des Sports – auch Man­fred Hojer hat sei­ne Frau Sig­rid, mit der er nun­mehr seit 55 Jah­ren ver­hei­ra­tet ist, damals im Fecht­club ken­nen­ge­lernt. „Fech­ten ist nicht nur gut für Kör­per und Geist, son­dern auch gesell­schaft­lich schön“, sagt er rück­bli­ckend und schmun­zelt. „Fech­ter sind gleich per Du, man erkun­digt sich immer nach dem Wohl des ande­ren und es macht viel Spaß.“

Hojer war in kur­zer Zeit im Sport­fech­ten erfolg­reich und durf­te sich mit 21 Jah­ren bereits Nie­der­sach­sen-Meis­ter nen­nen. Ein paar Jah­re spä­ter grün­de­te er sei­nen eige­nen Fecht­club in Uelzen/​Niedersachsen, wohin es ihn beruf­lich geführt hat­te. Anschlie­ßend wech­sel­te er nach Pin­ne­berg in den hohen Nor­den zum dor­ti­gen VfL, einem der größ­ten Sport­ver­ei­ne Deutsch­lands. Er enga­gier­te sich wei­ter in sei­nem Sport und auch im Ver­ein und war von 1993 bis 1999 Vor­sit­zen­der des VfL. Zu die­ser Zeit zähl­te der Ver­ein rund 5000 Mit­glie­der. „Da waren Top-Leu­te in allen Abtei­lun­gen“, erzählt Hojer, „wie bei­spiels­wei­se Micha­el Stich im Ten­nis.“ In Pin­ne­berg hat er viel bewegt, auch wirt­schaft­lich, und war natür­lich wei­ter aktiv in der Fecht­ab­tei­lung dabei.

Mit 74 Jah­ren WM-Zweiter

2004 ging er schließ­lich beruf­lich in Pen­si­on. Sei­ne anfäng­li­che Aus­zeit führ­te ihn für ein hal­bes Jahr nach Spa­ni­en, wo er fort­an regel­mä­ßig in Ner­ja, einem Ort in der Pro­vinz Mala­ga an der Cos­ta del Sol, in der Fecht­hal­le anzu­tref­fen war. „Um die Leu­te auch da wei­ter zum Trai­ning anzu­re­gen, bin ich ein­mal im Monat eine Woche nach Spa­ni­en geflo­gen“, sagt Hojer gelassen.

Sein inter­na­tio­na­les Enga­ge­ment stieß in Schles­wig-Hol­stein auf offe­ne Ohren und so wur­de er 2005 zum Prä­si­den­ten des Fech­ter­ver­ban­des ernannt. Zwi­schen Kas­sel und Nürn­berg woll­te er sich schließ­lich mit sei­ner Frau einen Alters­ru­he­sitz bau­en und kam 2007 zum ers­ten Mal zufäl­lig zum Kirch­weih­fest nach Bau­nach, wo es ihnen bei­den prompt gefal­len hat. 2008 sind sie in ihr neu­es Haus dort eingezogen.

Doch Hojer war nicht nur Funk­tio­när. Sei­ne sport­li­chen Erfol­ge ver­zeich­nen eine prall gefüll­te Tabel­le und sei­ne Urkun­den und Medail­len eine gan­ze Wand in sei­nem Büro gleich neben dem Ein­gang. Sie klim­pern hell und schön, streicht man mit der Hand vor­sich­tig darüber.

Über 15 Jah­re war er Mit­glied der deut­schen Senio­ren-Natio­nal­mann­schaft und dabei zumeist füh­rend in der Equi­pe. Rund 50 Titel bei Lan­des­meis­ter­schaf­ten von 1985 bis 2012 gehen auf das Kon­to des Pro­fis. Dazu wur­de er drei­mal Nord­deut­scher Meis­ter (1996, 1997 und 2006), zwei­mal Deut­scher Meis­ter (1994 und 2002) sowie ein­mal Euro­pa­meis­ter (2001). Kurz vor sei­nem Trai­ner-Abschied bei der TSG 05 Bam­berg hol­te er schließ­lich noch die Sil­ber­me­dail­le bei der WM 2011 in Porec/​Kroatien im Flo­rett-Fech­ten der Senio­ren – die Krö­nung einer akti­ven, fech­te­ri­schen Lauf­bahn. Gegen sei­nen stärks­ten Geg­ner, Gre­go­ry Avtan­di­l­ov, konn­te er zwar in der Vor­run­de punk­ten, nicht aber im Fina­le. „Wenn man mit über 70, wie ich damals schon war, gegen einen 65-Jäh­ri­gen antritt, kommt man trotz sport­li­chem Ehr­geiz an sei­ne Gren­zen“, erin­nert er sich.

Eine Aus­wahl der Medail­len­samm­lung Man­fred Hojers. Foto: Danie­la Pielenhofer

Der Abschied von der Fech­te­rei fällt Hojer nur schein­bar leicht. Viel zu sehr war er Pro­fi, um ganz auf­zu­hö­ren. Beson­ders jun­gen Besu­chern erklärt er ger­ne, was eine Para­de ist oder wie ein Angriff aus­sieht, zeigt ein paar Tech­ni­ken und den Aus­fall­schritt, den es sich bei jeder Gele­gen­heit, wie etwa beim Zäh­ne­put­zen, zu üben emp­fiehlt. In sei­nem Hof hat er für Kin­der zur Feri­en­zeit schon Schnup­per­ta­ge orga­ni­siert und Fecht­bah­nen aufgebaut.

Immer einen Tick schnel­ler sein

Im Dach­ge­schoss sei­nes Hau­ses befin­det sich sein klei­nes, aber fei­nes Fech­t­ate­lier. Hier hat er sei­ne Flo­ret­te und sei­ne Aus­rüs­tung von der Natio­nal­mann­schaft mit dem Bun­des­ad­ler-Emblem auf­ge­reiht, dane­ben steht eine Fecht­bahn. Da lässt es sich durch­aus üben, einen vom Bal­ken fal­len­den Hand­schuh zu treffen.

„Gar nicht so ein­fach“, fin­det die 9‑Jährge Kim und star­tet gleich meh­re­re Ver­su­che. „Man muss schnell sein und im rich­ti­gen Moment schnel­ler sein als der Geg­ner“, sagt Hojer und lacht. Auch dür­fe man im Wett­kampf anfangs nicht zu viel von sich preis­ge­ben, um den Geg­nern die Stär­ken und Schwä­chen nicht gleich auf dem Sil­ber­ta­blett zu prä­sen­tie­ren. „Das wah­re Poten­zi­al zeigt sich immer erst in der End­run­de“, weiß der Stratege.

Kim beim Ver­such, einen vom Bal­ken fal­len­den Hand­schuh zu tref­fen. Foto: Danie­la Pielenhofer

„Fech­ten ist gut für die Kon­zen­tra­ti­on und die Koor­di­na­ti­on in jedem Alter“, sagt Hojer. Galt der Fecht­sport frü­her mit sei­nen Kode­xen der Kame­rad­schaft und Rit­ter­lich­keit vor­wie­gend eli­tär, habe er heu­te damit nicht all­zu viel zu tun. Wer Fech­ten ler­nen will, muss Kraft, Aus­dau­er und Humor mit­brin­gen, sich auf Ana­ly­se­ge­sprä­che ein­las­sen und die Tech­nik in vie­len Trai­nings­stun­den üben. „Vor allem Kin­der ab 10 Jah­ren, wenn sie gewin­nen wol­len“, fin­det der Pro­fi. Der sport­li­che Ehr­geiz über­tra­ge sich dabei durch­aus auf die schu­li­schen Leis­tun­gen oder den spä­te­ren beruf­li­chen Erfolg. Dass die Sport­art sehr teu­er ist, sei zudem längst über­holt. „Nahe­zu jeder Ver­ein hat einen Fun­dus mit Mas­ken, Flo­ret­ten und Hand­schu­hen, die man sich zunächst aus­lei­hen und erst nach drei Mona­ten ent­schei­den kann, ob man sich eine Aus­rüs­tung für etwa 140 Euro zulegt.“ Zeit­in­ten­siv ist Fech­ten aber alle­mal. Um sich auf Wett­kämp­fe vor­zu­be­rei­ten, ste­he nicht nur inten­si­ves Trai­ning, son­dern auch viel Video­ar­beit an.

Seit eini­ger Zeit, jetzt im hohen Alter, ver­sucht Man­fred Hojer dem Wett­kampf­mo­dus zu ent­ge­hen. „Ich habe mich ent­schie­den, dass es ein Leben nach dem Fech­ten gibt“, sagt er. Ein­fach zu rela­xen, die Zwei­sam­keit zu genie­ßen, Gar­ten­ar­beit zu machen oder zu ver­rei­sen wann und wohin man möch­te, ste­he ihm inzwi­schen mehr im Sinn. Sein Herz schlägt aber wei­ter­hin für den Fecht­sport und die Equi­pe – nur etwas ruhi­ger und nicht mehr ganz so schnell.

Kri­tik der Grü­nen am ein­ge­schränk­ten Anhörungsverfahren 

Wird die Stadt Bam­berg von der Bahn überrollt?

Unzu­frie­den mit der bevor­ste­hen­den Bür­ger­be­tei­li­gung zum Bahn­aus­bau sind die Bam­ber­ger Grü­nen. Wegen Coro­na schnurrt die sonst umfang­rei­che Betei­li­gung von Bürger*innen und Trä­gern öffent­li­cher Belan­ge auf ein Min­dest­maß zusam­men, wie Grü­nes Bam­berg betont. Die Vor­ge­hens­wei­se wur­de dem Stadt­rat vor­ge­stellt. Die­ser hat­te aller­dings nicht viel mehr als davon Kennt­nis zu neh­men, denn der Bund ist Herr des Anhörungsverfahrens.

Die Bam­ber­ger Grü­nen kri­ti­sie­ren, dass das Anhö­rungs­ver­fah­ren beim Bahn­aus­bau stark ein­ge­schränkt ist und Anlie­gen der Stadt igno­riert wer­den. Die Vor­ge­hens­wei­se wur­de in der jüngs­ten Voll­sit­zung dem Stadt­rat vor­ge­stellt, und „erweist sich mehr als ernüch­ternd“, wie Stadt­rä­tin und Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Ursu­la Sowa formuliert.

„Anstel­le von öffent­li­chen Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tun­gen wird es nun Plä­ne im Netz geben“, kri­ti­siert Sowa, „oder man kann sich die Plä­ne im Amt anse­hen und muss coro­nabe­dingt ver­mut­lich umständ­lich auf einen Ter­min war­ten.“ Nur vier Wochen soll die Aus­le­gung dau­ern und noch wei­te­re zwei Wochen kön­nen Ein­wen­dun­gen ein­ge­reicht wer­den. „Das ist alles ande­re als bürger*innenfreundlich, demo­kra­tisch und nie­der­schwel­lig“, kom­men­tiert die Grünen-Politikerin.

Ihre Kol­le­gin auf Bun­des­ebe­ne, die Grü­nen-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Lisa Badum, hat des­halb auch eine Anfra­ge ein­ge­reicht, die genau dar­auf Bezug nimmt: Wäre es nicht mög­lich, das Anhö­rungs­ver­fah­ren auf die Zeit nach Coro­na zu ver­schie­ben? Und Badum geht spe­zi­ell auf die Men­schen ein, die eine Ein­sicht­nah­me übers Inter­net nicht bewäl­ti­gen kön­nen und somit wesent­lich benach­tei­ligt sind: Wel­che alter­na­ti­ven Betei­li­gungs­mög­lich­kei­ten wer­den ihnen angeboten?

Der mobi­li­täts­po­li­ti­sche Spre­cher der Stadt­rats­frak­ti­on Grü­nes Bam­berg, Chris­ti­an Hader, hat den Ver­dacht, dass das Argu­ment Coro­na gera­de ganz gele­gen kommt, „um das Anhö­rungs­ver­fah­ren mög­lichst schnell durch­zu­peit­schen.“ Er kri­ti­siert auch die nega­ti­ve Rück­mel­dung der baye­ri­schen Ver­kehrs­mi­nis­te­rin Schrey­er auf den Vor­schlag der Stadt Bam­berg, den geplan­ten Stand­ort für den neu­en Bahn­hal­te­punkt Süd in der Gereuth zu ver­le­gen. „Da wer­den die aktu­el­len Ent­wick­lun­gen in die­sem Stadt­teil – Neu­bau­ten Ver­kehrs­po­li­zei und Hand­werks­kam­mer – eben­so igno­riert wie die Wün­sche der dort woh­nen­den Bürger*innen. Alles wird ein­fach mit einem Feder­strich abgetan.“

Für das wei­te­re Bahn­aus­bau-Vor­ha­ben lässt all das nach Mei­nung von Sowa, Badum und Hader nichts Gutes erhoffen.

Chris­ti­an Hader, Spre­cher für Mobi­li­tät, Ver­kehr und Sport. Foto: Grü­nes Bamberg

„Die Stadt muss zuse­hen, dass sie hier nicht ein­fach über­rollt wird“, for­dert Hader, „wir müs­sen kom­mu­nal­po­li­tisch mit ver­ein­ten Kräf­ten und noch wesent­lich stär­ker für unse­re Inter­es­sen vor Ort eintreten.“

Kul­tur­ent­wick­lungs­pla­nung bekommt neu­en Schwung

Bam­ber­ger Stadt­rat beschließt Kulturkommission

Der Bam­ber­ger Stadt­rat hat in der gest­ri­gen Voll­sit­zung ein­stim­mig der Ein­rich­tung und Beset­zung einer Kul­tur­kom­mis­si­on zuge­stimmt, wie die Stadt Bam­berg mit­teilt. Die Kul­tur­kom­mis­si­on als sach­ver­stän­di­ges Begleit­gre­mi­um der Kul­tur­ent­wick­lungs­pla­nung, besetzt mit sie­ben poli­ti­schen Ver­tre­tern und sie­ben exter­nen Kul­t­ur­sach­ver­stän­di­gen, bil­det zum Auf­takt eine der zwei Dis­kurs­grup­pen zur kon­sen­su­el­len Erar­bei­tung des „Kul­tur­kon­zepts 2025“ auf Basis des Grundlagenberichts.

Eine zwei­te beglei­ten­de Dis­kurs­grup­pe besteht aus der Lei­tungs­ebe­ne der städ­ti­schen und städ­tisch mit­fi­nan­zier­ten sowie staat­li­chen Kul­tur­be­trie­be in Bam­berg. „Somit ist gewähr­leis­tet, dass alle rele­van­ten Ansprechpartner*innen in die Dis­kus­si­on und Aus­ge­stal­tung des Stra­te­gie­pa­piers „Kul­tur­kon­zept 2025“ ein­ge­bun­den wer­den“, zeig­te sich Kul­tur­re­fe­ren­tin Ulri­ke Sie­ben­haar überzeugt.

In der letz­ten Sit­zung des Kul­tur­se­nats im Okto­ber 2020 war bereits grundsätzlich der Ein­rich­tung einer Kul­tur­kom­mis­si­on zuge­stimmt wor­den. Die Kul­tur­kom­mis­si­on ist ein wich­ti­ges metho­di­sches Werk­zeug in Sachen Kul­tur­ent­wick­lungs­pla­nung. Die Kom­mis­si­on wird temporär zur Beglei­tung der Kul­tur­ent­wick­lungs­pla­nung bis zur Fer­tig­stel­lung des „Kul­tur­kon­zept 2025” ein­ge­rich­tet. Gemein­sam wird der Grund­la­gen­be­richt zum Kul­tur­ent­wick­lungs­plan von den Kom­mis­si­ons­mit­glie­dern spartenübergreifend sys­te­ma­tisch auf­ge­ar­bei­tet, dis­ku­tiert und bewer­tet, um dar­aus das „Kul­tur­kon­zept 2025” zu entwickeln.

Bereits im ers­ten Schritt – bei der Erstel­lung des Grund­la­gen­be­richts – wur­den Kul­tur­schaf­fen­de aus den ver­schie­dens­ten Berei­chen, wie Lite­ra­tur, Musik, Thea­ter, Freie Sze­ne, Jun­ge Kul­tur et cete­ra im Rah­men von Inter­views, Work­shops und offe­nen Bürgerlaborformaten ein­ge­bun­den und gebe­ten, ihre Einschätzung des Kul­tur­le­bens – Sta­tus Quo, Stärken, Schwächen, Zie­le, Wünsche – abzu­ge­ben. Der fer­tig­ge­stell­te Grund­la­gen­be­richt wird meh­re­re Ergeb­nis­se metho­di­scher Ansätze zusam­men­fas­sen. Er erhebt kei­ne Ein­zel­per­spek­ti­ven oder Spart­en­er­geb­nis­se mehr. Die­se Abfra­gen sind bereits in Form von rund 30 qua­li­ta­ti­ven Inter­views geschehen.

Die Kul­tur­kom­mis­si­on soll als wich­ti­ges Struk­tur­ele­ment die Kul­tur­ent­wick­lungs­pla­nung bei den wei­te­ren Schrit­ten unterstützen. Für die Kom­mis­si­on wur­den Persönlichkeiten aus dem Kul­tur­le­ben gesucht, die neben ihren jewei­li­gen Ste­cken­pfer­den Wis­sen, Infor­ma­ti­on, Zeit und Inter­es­se für die „Meta-Ebe­ne“ mit­brin­gen. „Dabei ist es beson­ders wich­tig, dass die Mit­glie­der nicht nur ihren jewei­li­gen Bereich bewer­ten und ver­tre­ten, son­dern unabhängig davon die übergeordneten Inter­es­sen aller Kul­tur­in­ter­es­sier­ten in unse­rer Stadt“, beton­te Sie­ben­haar.
Die Erstel­lung eines Kul­tur­ent­wick­lungs­plans für Bam­berg wur­de im Juli 2014 beschlossen.

Beset­zung der Kulturkommission

Exter­ne Sachverständige:

Roni (Oli­ver Braun), Charles Bukow­ski Gesellschaft

David Saam, Musi­ker, Musik­eth­no­lo­ge, Radiomoderator

Mari­an­ne Benz, Jazz-Club Bamberg

Hei­di Leh­nert, Cha­peau Claque, Schau­spie­le­rin, Regisseurin

Bar­ba­ra Kah­le, Vor­sit­zen­de des Kunstvereins

Rena­te Schlipf, Ver­ein mach­bar und Kontakt

Ger­rit Zach­rich, Kinobetreiber

Poli­ti­sche Vertreter:

Grü­nes Bam­berg, Vera Mame­row (Ver­tre­tung: Michi Schmitt)

CSU – BA, Ste­fan Kuhn (Ver­tre­tung: Dr. Chris­ti­an Lange

SPD, Wolf­gang Metz­ner (Ver­tre­tung: Klaus Stieringer)

BBB, Nor­bert Tscher­ner (Ver­tre­tung: Andre­as Triffo)

FW-BUB-FDP, Clau­dia John (Ver­tre­tung: Mar­tin Pöhner)

BaLi – Die PARTEI, Ste­phan Kett­ner (Ver­tre­tung: Fabi­an Dörner)

ÖDP-BM-Volt, Dr. Hans-Gün­ter Brün­ker (Ver­tre­tung: Lucas Büchner)

Coro­na

Bewoh­ne­rin einer Iso­lier­ein­heit ist mit einer Coro­na-Mutan­te infiziert

In der Regi­on Bam­berg ist am Diens­tag­abend erst­mals eine Muta­ti­on des Coro­na-Virus nach­ge­wie­sen wor­den, wie das Land­rats­amt Bam­berg und die Stadt Bam­berg mit­tei­len. Eine Bewoh­ne­rin einer Inte­rims-Ein­rich­tung der Sozi­al­stif­tung Bam­berg ist mit der erst­mals in Gar­misch-Par­ten­kir­chen fest­ge­stell­ten Vari­an­te des Virus infi­ziert. Der Frau geht es gut. Sie ist symptomfrei.

Die Coro­na-Muta­ti­on, die erst­mals in Gar­misch fest­ge­stellt wur­de, ist nach aktu­el­ler Erkennt­nis nicht mit den hoch­an­ste­cken­den England‑, Süd­afri­ka- oder Bra­si­li­en-Muta­tio­nen gleich­zu­set­zen. Den­noch tun die Gesund­heits­ein­rich­tun­gen im Inter­es­se des Schut­zes der Bevöl­ke­rung alles, um eine wei­te­re Aus­brei­tung zu ver­hin­dern. Dar­auf ver­stän­dig­ten sich die Ver­ant­wort­li­chen am Mitt­woch­mor­gen in einer kurz­fris­tig anbe­raum­ten Bespre­chung mit Land­rat Johann Kalb und Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke.

Alle Bewoh­ner und Mit­ar­bei­ter wur­den getes­tet

Die 88-Jäh­ri­ge war vor gut einer Woche aus einem ande­ren ober­frän­ki­schen Land­kreis in die Ein­rich­tung nach Bam­berg ver­legt wor­den. In Ober­fran­ken hat ledig­lich die Sozi­al­stif­tung Bam­berg eine sol­che Inte­rims-Ein­heit, auch Zwi­schen­ein­rich­tung genannt, auf Auf­for­de­rung der Regie­rung von Ober­fran­ken ein­ge­rich­tet. Dort ver­brin­gen Infi­zier­te, die sym­ptom­frei sind aber wei­ter pfle­ge­risch ver­sorgt wer­den müs­sen, die Zeit, bis die Infek­ti­on aus­ge­stan­den ist.

Weil eine Covid-Infek­ti­on – nicht die Muta­ti­on – bei Ein­lie­fe­rung bekannt war, erfolg­te die Betreu­ung der Bewoh­ne­rin bereits von Beginn an iso­liert und durch­ge­hend unter infek­tio­lo­gi­schem Voll­schutz. Des­halb gibt es aktu­ell nach Auf­fas­sung des Fach­be­rei­ches Gesund­heits­we­sen beim Land­rats­amt Bam­berg und der Sozi­al­stif­tung Bam­berg kei­nen Anhalts­punkt für eine Aus­brei­tung der seit Diens­tag, 26. Janu­ar, als Muta­ti­on iden­ti­fi­zier­ten Infek­ti­on. Den­noch wur­den am Diens­tag und Mitt­woch alle Bewoh­ner und Mit­ar­bei­ter der Ein­rich­tung auf eine Covid-Infek­ti­on getestet. 

Hilfs­fonds

Gemein­sam hel­fen – auch in schwe­rer Zeit

Im Coro­na­jahr 2020 unter­schie­den sich die Prio­ri­tä­ten bei den Anträ­gen auf Unter­stüt­zung durch den Hilfs­fonds „Gemein­sam hel­fen für Bam­berg“ von denen der Vor­jah­re, wie die Stadt Bam­berg mit­teilt. Doch auch im ver­gan­ge­nen Jahr wur­de mit­tels des Hilfs­fonds´ des Ober­bür­ger­meis­ters Andre­as Star­ke vie­len Bam­ber­ger Bür­ge­rin­nen und Bür­gern finan­zi­ell unter die Arme gegriffen.

Die Pro­ble­me vie­ler bedürf­ti­ger Bam­ber­ger Bür­ge­rin­nen und Bür­ger haben sich im Zuge der Coro­na-Pan­de­mie ver­schärft, denn die finan­zi­el­len Aus­wir­kun­gen sind bei jenen, die über gerin­ge Ein­kom­men ver­fü­gen, immens. Umso wich­ti­ger ist es, auf zusätz­li­che und alter­na­ti­ve Hilfs­mög­lich­kei­ten zurück­grei­fen zu kön­nen, mit denen im Not­fall direkt und unbü­ro­kra­tisch gehol­fen wer­den kann. Mit den Spen­den­gel­dern aus dem Hilfs­fonds „Gemein­sam hel­fen für Bam­berg“ hilft Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke genau dort, wo es beson­ders drin­gend gebraucht wird.

„Ins­ge­samt rund 25.000 Euro konn­ten wir im ver­gan­ge­nen Jahr aus dem Hilfs­fonds an bedürf­ti­ge Bür­ge­rin­nen und Bür­ger aus­schüt­ten und somit den sozia­len Zusam­men­halt ein Stück wei­ter stär­ker“, freut sich Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke. Allein 10.000 Euro sei­en in der erst vor kur­zem been­de­ten jähr­li­chen Weih­nachts­ak­ti­on frei­ge­ge­ben wor­den. Mehr als 150 Per­so­nen in unse­rer Stadt hät­ten jeweils 50 Euro erhal­ten.
Die Anträ­ge in 2020 unter­schei­den sich recht deut­li­chen von denen in den Vor­jah­ren: Nicht nur Zuwen­dun­gen, um viel­leicht Weih­nachts­ge­schen­ke für Ange­hö­ri­ge kau­fen zu kön­nen oder um sich ein beson­de­res Weih­nachts­es­sen zu gön­nen, wur­den beantragt. 

Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke. Foto: Stadt Bamberg

Auch eini­ge Anträ­ge für die Anschaf­fung von Com­pu­tern, um den schul­pflich­ti­gen Kin­dern das Home­schoo­ling zu ermög­li­chen, sind ein­ge­gan­gen und wur­den letzt­end­lich auch gewährt.

Hilfs­fonds des Ober­bür­ger­meis­ters blickt auf erfolg­rei­ches Jahr zurück

Dane­ben wur­de auch wie­der ein­mal deut­lich, dass ganz all­täg­li­che Din­ge für Men­schen mit wenig Geld zu Pro­ble­men wer­den kön­nen: Ver­sagt der Kühl­schrank der allein­er­zie­hen­den Mut­ter mit gerin­gem Ein­kom­men sei­nen Dienst, ist der Kauf eines gebrauch­ten Gerä­tes oft ein gro­ßes finan­zi­el­les Pro­blem. Auch hier konn­te mit dem Hilfs­fonds des Ober­bür­ger­meis­ters noch kurz vor Weih­nach­ten gehol­fen werden.

Auch betrof­fen von finan­zi­el­len Pro­ble­men sind Men­schen, die ihr gerin­ges Ein­kom­men bis­lang durch Neben­tä­tig­kei­ten auf­bes­sern konn­ten, bei­spiels­wei­se in der Gas­tro­no­mie. Die­se Ein­kom­mens­quel­len sind bei vie­len Men­schen auf­grund der Coro­na-Beschrän­kun­gen weg­ge­fal­len. Die Fol­ge: Gerin­ge Nach­zah­lung in der Neben­kos­ten­ab­rech­nung kön­nen die Betrof­fe­nen in exis­ten­zi­el­le Nöte stürzt. In die­sen Fäl­len konn­te mit Hil­fe des Fonds eben­falls unter­stützt werden. 

Außer­dem wur­den aus dem mit Spen­den­mit­teln finan­zier­ten Hilfs­fonds Weih­nachts­ge­schen­ke für zehn Kin­der aus bedürf­ti­gen Fami­li­en gekauft und zum Weih­nachts­fest zur Ver­fü­gung gestellt.

Wei­te­re 15.000 Euro wur­den bereits wäh­rend der ers­ten Wel­le der Coro­na-Pan­de­mie an Bedürf­ti­ge in finan­zi­el­len Not­la­gen, die durch die beson­de­ren Umstän­de unver­schul­det ent­stan­den sind, ausbezahlt.

Infor­ma­tio­nen zum Hilfsfonds

Den Hilfs­fonds „Gemein­sam hel­fen für Bam­berg“ gibt es seit 2016. Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke hat ihn zu sei­nem 60. Geburts­tag ins Leben geru­fen. Statt Geschen­ken soll­ten Spen­den für die Men­schen gesam­melt wer­den, die unver­schul­det in Not gera­ten sind und nur über gerin­ge finan­zi­el­le Mit­tel ver­fü­gen. Seit­her schreibt der Hilfs­fonds eine Erfolgs­ge­schich­te. Vie­le Spen­der, näm­lich Bür­ge­rin­nen und Bür­ger, aber auch Gewer­be­trei­ben­de und Insti­tu­tio­nen, ermög­li­chen die Hil­fe­leis­tun­gen für die­je­ni­gen, die das Geld sehr drin­gend brau­chen. Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke dankt die­sen Men­schen für die Unter­stüt­zung und die Bereit­schaft, sich für den sozia­len Zweck des Fonds zu enga­gie­ren: „Alle Spen­den – die klei­nen, die mitt­le­ren und die gro­ßen, kom­men zu 100 Pro­zent bei denen an, die sie am nötigs­ten brau­chen.“ Anträ­ge wer­den übri­gens wäh­rend des gesam­ten Jah­res ent­ge­gen­ge­nom­men. Auch Spen­den sind immer will­kom­men, um auch wei­ter­hin den zu hel­fen, die an ande­rer Stel­le kei­ne Hil­fe bekommen.

Spen­den­kon­to
Hilfs­fonds „Gemein­sam hel­fen für Bamberg“

IBAN DE71770500000000005777
Spar­kas­se Bamberg

Ärzt­li­cher Lei­ter Impf­zen­trum Bamberg

Dr. Klaus Wei­ner im Interview

Seit zwei Wochen ist der Bam­ber­ger Arzt Dr. Klaus Wei­ner der ärzt­li­che Lei­ter des Impf­zen­trums Bam­berg. Wir haben mit dem Medi­zi­ner über die täg­li­che Arbeit im Impf­zen­trum, Impf­stoff­eng­päs­se und Impf­skep­sis gesprochen.

Herr Dr. Wei­ner, wie sieht Ihre täg­li­che Arbeit im Impf­zen­trum aus?

Klaus Wei­ner: Mor­gens habe ich eine kur­ze Bespre­chung zum Infor­ma­ti­ons­aus­tausch mit unse­rer Ver­wal­tungs­lei­tung über die tages­ak­tu­el­le Situa­ti­on. Wie vie­le Impf­stoff-Dosen haben wir vor­rä­tig, wie sieht die per­so­nel­le Ein­tei­lung der Teams aus, wie die anste­hen­de Ver­sor­gung sta­tio­nä­rer Ein­rich­tun­gen nach ein­ge­gan­ge­nen Mel­de­zah­len? Dann beginnt die akti­ve Betei­li­gung an der Impf­lo­gis­tik, mit ande­ren Wor­ten, wir imp­fen – ambu­lant oder im Zen­trum. Wei­te­re täg­li­che Auf­ga­ben bestehen in Mit­ar­bei­ter­ge­sprä­chen, zum Bei­spiel über Vor­ge­hens­wei­se bei Pro­blem­imp­fun­gen. Am Abend hal­te ich wie­der mit der orga­ni­sa­to­ri­schen Lei­te­rin ein Tagesresümee.

Wie vie­le Leu­te wur­den im Bam­ber­ger Impf­zen­trum bereits geimpft?

Klaus Wei­ner: Zum 21. Janu­ar hat­ten wir über 3.000 Erst­imp­fun­gen in Pfle­ge­ein­rich­tun­gen und über 1.000 im Impf­zen­trum. Die Zweit­imp­fun­gen sind auch schon angelaufen.


Lie­gen Sie mit die­sen Zah­len im Plan oder hät­ten bereits mehr Leu­te geimpft wer­den können?

Klaus Wei­ner: Wir lie­gen ganz gut im Plan, wur­den zeit­wei­se aber durch Impf­stoff­ver­knap­pung und durch sehr kurz­fris­tig abge­sag­te Lie­fe­rung zuge­sag­ter – und ver­plan­ter – Dosen sozu­sa­gen ausgebremst.

Im IZ sol­len bis zu 600 Imp­fun­gen täg­lich mög­lich sein. Errei­chen Sie die­se Zahl? Ist genü­gend Impf­stoff vor­han­den oder ist auch Bam­berg von Eng­päs­sen im Nach­schub betroffen?

Dr. Klaus Wei­ner, Foto: Anna Lienhardt/​Amt für Bür­ger­be­tei­li­gung, Pres­se- und Öffentlichkeitsarbeit

Klaus Wei­ner: Bei Voll­aus­las­tung aller sechs Impf­stra­ßen ist die­se Zahl rech­ne­risch im Ide­al­fall wohl denk­bar, rea­lis­tisch wür­de mei­ne Ein­schät­zung aber dar­un­ter lie­gen. Wir arbei­ten mit Men­schen, deren indi­vi­du­el­le Gege­ben­hei­ten, Ängs­te, Reak­tio­nen, Ein­schrän­kun­gen – aktu­ell imp­fen wir vie­le über 80-Jäh­ri­ge – wir zu berück­sich­ti­gen haben. Eng­päs­se gab es natür­lich, auch die Zuord­nungs­lo­gis­tik, wie die Vor­pla­nung und Bereit­stel­lung der Zweit­do­sis nach drei Wochen, bei noch unge­wis­ser Nach­lie­fe­rung, ist eine Her­aus­for­de­rung, die ein qua­si tages­ak­tu­el­les Nach­jus­tie­ren erfordert.

Wel­cher Impf­stoff wird im Bam­ber­ger IZ verwendet?

Klaus Wei­ner: Bis­lang ver­wen­den wir aus­schließ­lich den Impf­stoff von BioNTech/​Pfizer.

Lässt sich ein­schät­zen, wie aus­ge­prägt Impf­be­reit­schaft bezie­hungs­wei­se Impf­skep­sis in der Regi­on sind?

Klaus Wei­ner: Das ist schwer ein­zu­schät­zen. Wir sehen nur die Impf­wil­li­gen. In der sta­tio­nä­ren Pfle­ge ist der Anteil des impf­wil­li­gen Pfle­ge­per­so­nals aber teils noch bedrü­ckend niedrig.

Wel­che Bot­schaft wür­den Sie Impf­skep­ti­ke­rin­nen und ‑skep­ti­kern übermitteln?

Klaus Wei­ner: Infor­mie­ren Sie sich! Nut­zen Sie seriö­se Quel­len. Suchen Sie nicht nur nach Aus­sa­gen meist zwei­fel­haf­ter Kom­pe­tenz, die die eige­ne Skep­sis bestär­ken. Und im All­ge­mei­nen soll­ten die Leu­te zur Kennt­nis neh­men, dass tod- und leid­brin­gen­de Erkran­kun­gen nur durch kon­se­quen­te Impf­stra­te­gien ver­hin­dert oder sogar ganz eli­mi­niert wer­den konn­ten. Bei­spie­le hier­für sind die Pocken, Diph­te­rie, Kin­der­läh­mung, Wund­starr­krampf oder Hirn­haut­ent­zün­dung. Wir besit­zen eine schar­fe Waf­fe, die­ses Virus zu bekämp­fen: Eine wirk­sa­me und siche­re Imp­fung.
Ohne ein gewis­ses Grund­ver­trau­en in evi­denz­ba­sier­te Medi­zin wer­den wir die­se, uns alle betref­fen­de, lebens­ver­än­dern­de Pan­de­mie nicht beherr­schen. Die­ses Virus tötet, täglich.

Bam­ber­ger Finanzskandal

Grüne/​ÖDP/​Volt wol­len unge­schwärz­ten Prüfbericht

Die Frak­ti­ons­ge­mein­schaft Grü­nes Bamberg/​ÖDP/​Volt ist der Auf­fas­sung, dass alle Stadt­rats­mit­glie­der den Prüf­be­richt des Kom­mu­na­len Prü­fungs­ver­bands ohne Schwär­zun­gen erhal­ten sol­len. Eben­so sol­len ihnen auch alle Stel­lung­nah­men der Stadt­ver­wal­tung zu den Vor­wür­fen des Prüf­be­richts unge­schwärzt zuge­hen. Wie Grü­nes Bam­berg mit­teilt, wur­de dies von der grü­nen Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den Ulri­ke Sän­ger sowie Hans-Gün­ter Brün­ker (Volt) und Lucas Büch­ner (ÖDP) nun so beantragt.

Bereits in den Weih­nachts­fe­ri­en sei man davon aus­ge­gan­gen, dass man die Unter­la­gen noch vor Jah­res­en­de erhal­ten wer­de. Dies sei nicht gesche­hen. Nun füh­re der Ober­bür­ger­meis­ter daten­schutz­recht­li­che Beden­ken ins Feld und wol­le nur eine geschwärz­te Ver­si­on des Berichts her­aus­ge­ben. „Der OB stützt sich mit die­ser Ein­schät­zung ledig­lich auf eine Ein­schät­zung zum Daten­schutz aus dem eige­nen Rat­haus“, sagt Ulri­ke Sän­ger. Das über­zeu­ge aber nicht. Denn genau das Rat­haus ste­he im Zen­trum der Kri­tik und sei Gegen­stand der Auf­klä­rung, des­halb kön­ne man sich auf eine Ein­schät­zung die­ser Her­kunft nicht verlassen.


Juris­ti­sche Ein­schät­zun­gen aus dem Rat­haus sei­en in die­sem Fall nicht über­zeu­gend

Frei­lich sehen Grüne/​ÖDP/​Volt im Daten­schutz und im Schutz von Per­sön­lich­keits­rech­ten ein hohes Gut und wol­len die­se gewahrt sehen. Gleich­wohl gehe es aber auch um Auf­klä­rung von Fehl­ver­hal­ten, wofür umfas­sen­de Infor­ma­tio­nen nötig sei­en. Ulri­ke Sän­ger meint daher: „Alle Stadt­rats­mit­glie­der sind der Ver­schwie­gen­heit ver­pflich­tet und haben dar­auf einen Eid geschwo­ren. Dar­auf muss man sich ver­las­sen kön­nen.“ Es sei über­dies mitt­ler­wei­le eine „lächer­li­che Situa­ti­on, wenn Pressevertreter*innen inzwi­schen nahe­zu aus­nahms­los den Prüf­be­richt auf ihren Schreib­ti­schen lie­gen haben, die zur Auf­klä­rung aller Hin­ter­grün­de auf­ge­ru­fe­nen poli­ti­schen Mandatsträger*innen aber nicht.“ Sän­ger macht auch dar­auf auf­merk­sam, dass die Gerüch­te­kü­che in der jet­zi­gen Situa­ti­on ohne­hin brod­le wie noch nie, „und auch das ist dem Per­sön­lich­keits­schutz kei­nes­wegs zuträglich.“

Mit ihrem Antrag geht die Frak­ti­ons­ge­mein­schaft Grü­nes Bamberg/​ÖDP/​Volt noch wei­ter. Hans-Gün­ter Brün­ker: „Um Inter­es­sen­kon­flik­te zu ver­mei­den sol­len juris­ti­sche Ein­schät­zun­gen zu dem Kom­plex Son­der­zah­lun­gen künf­tig nur noch von Jurist*innen gege­ben wer­den, die nicht in der Stadt­ver­wal­tung oder ande­ren städ­ti­schen Gre­mi­en und Ein­rich­tun­gen invol­viert sind.“

Grüne/​ÖDP/​Volt wol­len auch dem Vor­wurf auf den Grund gehen, dass für die in der ers­ten Jah­res­hälf­te 2020 gestopp­ten Son­der­zah­lun­gen Ersatz durch Mini­jobs und Bera­ter­ver­trä­ge in städ­ti­schen Unter­neh­men geschaf­fen wur­de. Sie stell­ten des­halb in allen frag­li­chen Unter­neh­men ent­spre­chen­de Anfragen.

Und in einem wei­te­ren Punkt ist man sich einig, den Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Ulri­ke Sän­ger so for­mu­liert: „Der Ober­bür­ger­meis­ter hat sich als Chef der Ver­wal­tung den Vor­wür­fen zu stel­len. Sei­ne Auf­ga­be ist es nicht, in die­sem Auf­klä­rungs­pro­zess eine füh­ren­de Rol­le ein­zu­neh­men, die­sen zu lei­ten oder zu beeinflussen.“

Schutz­ge­mein­schaft Alt Bamberg

„In letz­ter Zeit müs­sen wir den Ver­lust der neue­ren Geschich­te beklagen“

Die Schutz­ge­mein­schaft Alt Bam­berg e.V. hat sich der Erhal­tung alter Bau­sub­stanz Bam­bergs ver­schrie­ben. Der Ein­satz für Sound-n-Arts, Roter Och­se und Braue­rei Mais­el sind nur eini­ge der aktu­el­len Pro­jek­te. Mar­tin Lor­ber ist ers­ter Vor­sit­zen­der des Ver­eins. Mit ihm haben wir über Tou­ris­ten­strö­me, Bau­sün­den und die berüch­tig­te Ger­man Pro­per­ty Group gesprochen.

Auf Ihrer Home­page beschrei­ben sie Bam­berg als Gesamt­kunst­werk von euro­päi­schem Rang. Was mei­nen Sie damit?

Mar­tin Lor­ber: Wenn man in Bam­berg auf­wach­sen darf, hat man gro­ßes Glück, das macht man sich manch­mal zu wenig bewusst. Von den fein­sin­ni­gen Fürst­bi­schö­fen und kunst­vol­len Bau­meis­tern bis zur kleins­ten Gärt­ner­fa­mi­lie haben Gene­ra­tio­nen ein ein­zig­ar­ti­ges Gesamt­kunst­werk geschaf­fen. Erst wenn man ande­re Städ­te besucht, wird klar, wie unge­wöhn­lich es ist, eine der­art groß­flä­chi­ge Alt­stadt so unver­sehrt vor­zu­fin­den. Das ist zum einen dem ver­gleichs­wei­se glimpf­li­chen Kriegs­ver­lauf zu ver­dan­ken, aber nicht nur. Vie­le Orte haben erst nach dem Krieg ihr Gesicht ver­lo­ren, als sie „auto­ge­recht“ und „modern“ umge­formt wur­den. Auch in Bam­berg gab es sol­che Plä­ne, wie etwa die Zer­stö­rung der Gärt­ner­stadt durch eine vier­spu­ri­ge, mit Hoch­häu­sern gesäum­te Stra­ße. Doch die Bam­ber­ger Bür­ger hat­ten schon früh einen Sinn für die Schön­heit ihrer Stadt. Sie schlos­sen sich zusam­men und ver­hin­der­ten ver­eint das Schlimms­te. So ent­stand vor über 50 Jah­ren auch unse­re Schutz­ge­mein­schaft Alt-Bam­berg. Den Erfolg sehen wir an unse­rem ein­zig­ar­ti­gen Stadt­bild, das nicht nur euro­pa­weit zu den ein­drucks­volls­ten gehört, son­dern sogar glo­bal Bedeu­tung hat, wie der UNESCO-Welt­erbe­ti­tel unter­streicht. Das wol­len wir wei­ter­hin bewah­ren!

Inwie­weit lässt sich sagen, dass die durch Coro­na im Jahr 2020 aus­ge­blie­be­ne Belas­tung durch Tou­ris­ten­strö­me der alten Bau­sub­stanz Bam­bergs und sei­nen Kul­tur­denk­mä­lern zugu­te­kam und sozu­sa­gen Erho­lung bot?

Mar­tin Lor­ber: Wer das glaubt, denkt etwas zu kurz, fürch­te ich. Tat­säch­lich macht Bam­berg nicht zuletzt sei­ne Viel­falt mit sei­nen klei­nen inha­ber­ge­führ­ten Geschäf­ten, Loka­len, Braue­rei­en und Kul­tur­stät­ten aus. Ohne Gäs­te droht davon vie­les ver­lo­ren zu gehen und was Leer­stand für alte Bau­sub­stanz bedeu­tet, kann man am „Roten Och­sen“ in der Unte­ren König­stra­ße 1315 sehen. Zudem sin­ken die Steu­er­ein­nah­men, so dass auch die För­der­gel­der für Sanie­run­gen mög­li­cher­wei­se nicht aus­rei­chen. Einen Vor­teil für man­che Kul­tur­denk­mä­ler kann man aber nen­nen: Es fuh­ren weni­ger Rei­se­bus­se (oder dicke rote Tou­ris­ten­bus­se) durch die Stadt, so dass die Erschüt­te­run­gen, der Lärm und die Abga­se weni­ger wur­den.

Wel­che Aus­wir­kun­gen hat­ten die Lock­down- und Beschrän­kungs­pha­sen auf die Arbeit der Schutzgemeinschaft?

Mar­tin Lor­ber: Wir haben, wie vie­le ande­re, gelernt, unse­re Sit­zun­gen online abzu­hal­ten. Die gesel­li­ge Run­de ersetzt das aber nicht. Lei­der muss­ten wir eini­ge geplan­te Ver­an­stal­tun­gen absa­gen, wie die Ein­wei­hungs­fei­er des, mit Hil­fe unse­rer För­de­rung, sanier­ten Ruhe­tem­pels im Hain. Die Füh­rung am Tag des offe­nen Denk­mals haben wir nun kur­zer­hand online prä­sen­tiert, so dass man sie mit dem Smart­phone selbst abschrei­ten kann. Nicht zuletzt ist es für uns der­zeit schwie­ri­ger, Paten und Spen­der für unser Sanie­rungs­pro­jekt zu fin­den. Wir kön­nen bei­spiels­wei­se kei­ne Info­stän­de orga­ni­sie­ren, um für die Ret­tung von Bam­bergs kleins­tem Wohn­haus am Obe­ren Kaul­berg zu wer­ben. Wir müs­sen uns allei­ne auf unse­re Home­page www.haeusla.de ver­las­sen.

Wie weit ist der Tou­ris­ten­an­drang im All­ge­mei­nen mit Ihren Vor­stel­lun­gen vom Schutz von Bau­sub­stanz ver­ein­bar? Wäre weni­ger mehr?

Mar­tin Lor­ber: Ein maß­vol­ler und qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ger Tou­ris­mus ist gut für die Bewah­rung der Kul­tur­denk­mä­ler, weil sie belebt wer­den und die Ein­nah­men teil­wei­se wie­der in den Erhalt flie­ßen. Es ist doch auch ein Kom­pli­ment, wenn Men­schen hier­her fah­ren, um unse­re schö­ne Stadt zu besu­chen.
Hier sind die Zau­ber­wor­te „maß­voll“ und „qua­li­ta­tiv hoch­wer­tig“. Man muss auf­pas­sen, dass auch für die Ein­hei­mi­schen genug Raum bleibt. So gese­hen ist weni­ger mehr. Zumin­dest soll­ten sich die Zah­len der letz­ten Jah­re nicht mehr stei­gern. Vor allem soll­te man mehr auf Kul­tur- und Kunst­in­ter­es­sier­te set­zen, als auf Bus‑, Bier und Kreuz­fahrt­tou­ris­ten. Die las­sen auch mehr Geld in den Hotels, Muse­en und Geschäf­ten, genie­ßen Spe­zia­li­tä­ten, kau­fen Bild­bän­de, besu­chen auch mal das Gärt­ner­vier­tel.

Wie könn­te ein ent­spre­chen­des tou­ris­ti­sches Ange­bot aussehen?

Mar­tin Lor­ber: Ein Weg dafür könn­te im Aus­bau der Muse­en auf dem Dom­berg zu einem auf­ein­an­der abge­stimm­ten Gesamt­pro­jekt lie­gen. Eine zen­tra­le Stel­le, an der man die Hoch­stifts- und Reli­gi­ons­ge­schich­te, das Diö­ze­san­mu­se­um könn­te die­ser Ort sein, Kunst­ge­schich­te, hier­für gäbe es die Gale­rie in der Neu­en Resi­denz, und Stadt­ge­schich­te, in einem aus­ge­bau­ten His­to­ri­schen Muse­um, von Bam­berg erleb­bar und zugäng­lich macht. Davon hät­ten auch die Bam­ber­ger etwas. Auch Kul­tur­stät­ten wie das Kes­sel­haus, die Lag­ar­de und die frei­en Thea­ter könn­ten zu einer Ent­wick­lung in die rich­ti­ge Rich­tung bei­tra­gen.
In der Alt­stadt dür­fen kei­ne Mono­kul­tu­ren ent­ste­hen. Im Kern der Alt­stadt soll­te man nicht nur noch Hotels und Andenken­lä­den fin­den, son­dern auch künf­tig Bäcker, Metz­ger und ande­re Geschäf­te für den täg­li­chen Bedarf. Scha­de etwa, dass vor eini­gen Jah­ren der letz­te Tan­te-Emma-Laden im Sand geschlos­sen hat.
Auch die schlei­chen­de Aus­brei­tung von Feri­en­woh­nun­gen ist kri­tisch zu betrach­ten, wenn gleich­zei­tig Men­schen ver­geb­lich güns­ti­ge Woh­nun­gen suchen. Wir begrü­ßen den Ansatz der Stadt, das ein­zu­däm­men – nun muss man auch dran­blei­ben.
Nicht zuletzt soll­te ein grö­ße­rer Anteil der Steu­er­ein­nah­men aus dem Tou­ris­mus direkt in den Erhalt des Stadt­bilds flie­ßen, indem man Sanie­run­gen noch bes­ser för­dert und das „Bam­ber­ger Modell“ auf­stockt. Das wur­de vor über 60 Jah­ren als unkom­pli­zier­te Unter­stüt­zung für Besit­zer von Alt­bau­ten durch die Stadt Bam­berg ins Leben geru­fen und hat­te einen wesent­li­chen Anteil an der Bewah­rung des heu­ti­gen Welt­erbes. Lei­der sta­gnie­ren die För­der­gel­der seit lan­gem, sin­ken teil­wei­se sogar. Ange­sichts der gestie­ge­nen Kos­ten wäre statt­des­sen mit­tel­fris­tig eine deut­li­che Auf­sto­ckung wich­tig. Viel­leicht könn­te hier­bei, und ande­ren begrü­ßens­wer­ten Kul­tur­pro­jek­ten, eine Tou­ris­mus­ab­ga­be hel­fen.

Wo, an wel­chen Gebäu­den sind Sanie­rungs- oder Ret­tungs­maß­nah­men vor dro­hen­dem Abriss der­zeit am nötigsten?

Mar­tin Lor­ber: Da gibt es lei­der mehr als man denkt, auch wenn es gleich­zei­tig vie­le posi­ti­ve Bei­spie­le gibt. Die Stadt führt eine Rote Lis­te der gefähr­de­ten Denk­mä­ler, die hier eine gute Über­sicht bie­tet – wobei dort bis­her lei­der nur die unge­nutz­ten Ein­zel­denk­mä­ler auf­ge­führt wer­den. Dort fin­det sich etwa eines der ältes­ten Bam­ber­ger Gärt­ner­häu­ser in der Mit­tel­stra­ße 72 oder ein seit Jah­ren ver­fal­len­des ehe­ma­li­ges Kut­scher­häus­chen in der Hain­stra­ße 11. Hier braucht die Denk­mal­be­hör­de die Mit­tel und Rücken­de­ckung, um über­for­der­ten Besit­zern zu hel­fen oder bei unwil­li­gen Eigen­tü­mern mutig ein­grei­fen zu kön­nen.
Akut brennt uns bei­spiels­wei­se der Erhalt des Kon­tor- und Kel­le­reib­aus der ehe­ma­li­gen Braue­rei Mais­el in der Moos­stra­ße unter den Nägeln. In wei­ten Tei­len ein Ent­wurf des Archi­tek­ten Gus­tav Hae­ber­le, der bei­spiels­wei­se auch den Palas der Alten­burg und die Mäl­ze­rei Wey­er­mann ent­warf. Ein herr­li­cher Bau mit viel Poten­ti­al! Die Bau­her­ren pla­nen den Abriss zur Schaf­fung eines Park­plat­zes. Angeb­lich setzt hier all­mäh­lich ein Umden­ken ein. Lei­der fehlt uns bis­her eine direk­te Rück­mel­dung der Bau­her­ren, aber wir beob­ach­ten hier die Ent­wick­lung sehr genau.

Wel­che sind die größ­ten bau­li­chen Ver­sün­di­gun­gen an alter Sub­stanz der letz­ten Jahre?

Mar­tin Lor­ber: In letz­ter Zeit müs­sen wir den Ver­lust der neue­ren Geschich­te bekla­gen, ins­be­son­de­re auf dem Gelän­de der Lag­ar­de, wo der­zeit viel aus der Zeit der Ame­ri­ka­ner nach 1945 fast völ­lig ver­lo­ren geht. Auch die alten Stal­lun­gen, in denen einst Graf Stauf­fen­berg ein- uns aus­ging, dro­hen nahe­zu kom­plett zu ver­schwin­den. Hier wäre ein grö­ße­res Bewusst­sein wich­tig.
Wir sehen auch Luxus­sa­nie­run­gen zur ver­meint­li­chen Wert­stei­ge­rung kri­tisch. Oft wird Ori­gi­nal­sub­stanz ohne wirk­li­che Not gegen makel­lo­se Repli­ka­te ersetzt. Das sieht dann im wahrs­ten Wort­sinn blen­dend aus, doch die ables­ba­re Geschich­te des Ori­gi­nals ist für immer ver­lo­ren. Auch hier wäre weni­ger mehr, und auch bil­li­ger.

Sie for­dern einen „Mas­ter­plan öffent­li­cher Raum“. Um was han­delt es sich dabei, war­um ist er nötig?

Mar­tin Lor­ber: Der Aus­lö­ser war die Sanie­rung der Sut­te. Dort wur­de in einem im Kern mit­tel­al­ter­li­chen Stra­ßen­raum ein Gelän­der mon­tiert, das in die­ser Gestal­tung nir­gends sonst in Bam­berg zu fin­den ist, nach unse­rer Mei­nung, und auch der der meis­ten direk­ten Anwoh­ner, deut­lich zu wuch­tig und weit­läu­fig aus­fiel und nun das his­to­ri­sche Stra­ßen­bild mas­siv stört. Auch an vie­len ande­ren Stel­len, wie vor dem Bahn­hof, am Mar­kus­platz oder Schön­leins­platz ist ein Wild­wuchs aus Later­nen, Müll­ei­mern, Kunst­wer­ken, Weg­wei­sern, Stell­plät­zen und aller­lei ande­rem Mobi­li­ar ent­stan­den. Einer­seits wer­den Fas­sa­den auf­wän­dig saniert, aber der Stra­ßen­raum davor wird schlei­chend ver­schan­delt.
Ande­re Städ­te, wie bei­spiels­wei­se Dres­den, haben ein Gesamt­kon­zept erstellt, um ein wohl­tu­end ein­heit­li­ches Erschei­nungs­bild für die jewei­li­gen Stadt­tei­le zu schaf­fen. Eine Welt­erbe­stadt wie Bam­berg braucht eben­falls einen sol­chen „Mas­ter­plan“. Das sieht auch die Stadt­spit­ze so, wes­we­gen es schon bald los­ge­hen soll. Wir schla­gen eine unab­hän­gi­ge exter­ne Bera­tung und eine Ein­bin­dung der Uni­ver­si­tät Bam­berg vor. Wir haben Spe­zi­al­wis­sen vor Ort. War­um soll­te man das nicht nut­zen?

Bis vor kur­zem waren die bei­den Immo­bi­li­en Obe­re Sand­stra­ße 20 und Unte­re Königs­stra­ße 13 im Besitz der Immo­bi­li­en­fir­ma Ger­man Pro­per­ty Group. Wie bewer­ten Sie das Vor­ge­hen der GPG, sich um die­se Immo­bi­li­en nicht aus­rei­chend zu kümmern?

Mar­tin Lor­ber: Die Recher­chen des Baye­ri­schen Rund­funks und der Süd­deut­schen Zei­tung haben auf­ge­deckt, dass es sich dabei wohl um einen der größ­ten Immo­bi­li­en­skan­da­le der deut­schen Geschich­te han­delt. So wie es scheint, wur­den hier­bei Denk­mä­ler auf­ge­kauft, Unmen­gen an Geld von Anle­gern im Aus­land ein­ge­trie­ben und dann kei­ne Sanie­run­gen durch­ge­führt. Der Ver­fall der Bau­sub­stanz, bis hin zum Total­ver­lust, wur­de dabei min­des­tens in Kauf genom­men, viel­leicht sogar bewusst gewollt. Sol­chen Machen­schaf­ten muss deut­lich ein Rie­gel vor­ge­scho­ben wer­den!

Wie sehen Sie das Ver­hal­ten der Stadt in die­sem Fall? Wur­de genug getan, um die Bau­sub­stanz zu ret­ten oder der GPG abzukaufen?

Mar­tin Lor­ber: Die Bau­ver­wal­tung der Stadt hat hier früh gut reagiert, indem sie der GPG die gewünsch­te Belei­hung des Grund­stücks ver­wei­ger­te und das Denk­mal nicht aus den Augen ließ. Tat­säch­lich war die Stadt Bam­berg deutsch­land­weit wohl eine der weni­gen Stel­len, die, mit der Obe­ren Sand­stra­ße 20 eines der Objek­te der GPG erwer­ben konn­te. Wohl auch durch den Druck durch unse­re Unter­schrif­ten­samm­lung, gelang es dabei, den Preis unter einen Wert zu drü­cken, den die GPG selbst beim Kauf des Hau­ses gezahlt hat­te. An die­ser Stel­le herz­li­chen Dank allen Unter­stüt­zern unse­rer Peti­ti­on!
Auch für den Roten Och­sen in der König­stra­ße, immer­hin mit einem fas­zi­nie­ren­den Spei­cher­bau aus dem Jahr 1309 im Hin­ter­hof, will die Stadt mit dem Insol­venz­ver­wal­ter der mitt­ler­wei­le bank­rot­ten Fir­ma ver­han­deln. Das unter­stüt­zen wir natür­lich.
Die größ­ten Feh­ler wur­den schon frü­her gemacht, denn den Bau­ten wur­de bereits seit Jahr­zehn­ten übel mit­ge­spielt. Das Baye­ri­sche Denk­mal­schutz­ge­setz und die Zweck­ent­frem­dungs­sat­zung bie­ten nun Mit­tel, Leer­stand und Zer­stö­rung Ein­halt zu gebie­ten. Wir wür­den uns wün­schen, dass bei sol­chen Fäl­len künf­tig ein noch muti­ge­res und schnel­le­res Ein­grei­fen umge­setzt wird. Es darf gar nicht erst so weit kom­men, dass in unse­rer Stadt Gebäu­de abge­stützt wer­den müssen.

Schutz­ge­mein­schaft Alt Bam­berg e. V.

Schil­ler­platz 9
96047 Bam­berg

https://www.altbamberg.de/

http://www.denkmal-bamberg.de

https://www.haeusla.de/

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