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Stadt Bamberg - Page 3

Feu­er­wehr Bam­berg stellt Wei­chen für die Zukunft

Alex­an­der Wil­helm zum neu­en Stadt­brand­rat gewählt

Die Feu­er­wehr Bam­berg hat einen neu­en Stadt­brand­rat gewählt: Alex­an­der Wil­helm wird ab dem 22. August 2026 die Lei­tung der Feu­er­wehr Bam­berg über­neh­men. Er folgt auf Flo­ri­an Kai­ser, des­sen Amts­zeit nach sechs Jah­ren endet.

Die Wahl des Kom­man­dan­ten bezie­hungs­wei­se Stadt­brand­rats fin­det gemäß dem Baye­ri­schen Feu­er­wehr­ge­setz tur­nus­mä­ßig alle sechs Jah­re statt. Neben dem bis­he­ri­gen Amts­in­ha­ber Flo­ri­an Kai­ser kan­di­dier­te auch Alex­an­der Wil­helm, bis­lang Stadt-Jugend­feu­er­wehr­wart der Feu­er­wehr Bamberg.

Zur Wahl­ver­samm­lung in der Kon­zert- und Kon­gress­hal­le Bam­berg kamen rund 250 Mit­glie­der der Feu­er­wehr Bam­berg zusam­men. Wahl­be­rech­tigt waren ins­ge­samt 380 akti­ve Feu­er­wehr­dienst­leis­ten­de, Mit­ar­bei­ten­de der Stän­di­gen Wache sowie Feu­er­wehr­an­wär­te­rin­nen und Feu­er­wehr­an­wär­ter ab 16 Jahren.

Ober­bür­ger­meis­ter Sebas­ti­an M. Nie­der­mai­er begrüß­te neben den Mit­glie­dern der Feu­er­wehr auch Bür­ger­meis­ter Jonas Glüsen­kamp, den Refe­ren­ten für öffent­li­che Sicher­heit, Recht und Ord­nung Chris­ti­an Hin­ter­stein, Stadt­rä­tin­nen und Stadt­rä­te sowie Ehren­gäs­te des Kreis­feu­er­wehr­ver­ban­des Bam­berg. In sei­ner Anspra­che hob er die Bedeu­tung des Amtes für die Welt­erbe­stadt Bam­berg hervor.

Bei­de Kan­di­da­ten wur­den von Mit­glie­dern ver­schie­de­ner Lösch­grup­pen vor­ge­schla­gen und vor­ge­stellt, bevor die gehei­me Wahl unter Auf­sicht eines Wahl­aus­schus­ses durch­ge­führt wur­de. Nach der Aus­zäh­lung stand das Ergeb­nis fest: Der neue Stadt­brand­rat heißt Alex­an­der Wil­helm. Unter gro­ßem Applaus bedank­te er sich für das Ver­trau­en und blick­te auf die kom­men­den Auf­ga­ben und Her­aus­for­de­run­gen der Feu­er­wehr Bamberg.

Bis zur offi­zi­el­len Amts­über­ga­be im August 2026 bleibt Flo­ri­an Kai­ser wei­ter­hin im Amt. Mit sei­nem Namen ver­bin­den sich zahl­rei­che wich­ti­ge Ent­wick­lun­gen inner­halb der Feu­er­wehr Bam­berg: die Moder­ni­sie­rung des Fuhr­parks, neue Struk­tu­ren zur Auf­ga­ben­ver­tei­lung, die voll­stän­di­ge Erneue­rung der Schutz­klei­dung, zusätz­li­che Füh­rungs­stel­len sowie die Ansied­lung der Brand­übungs­an­la­ge des Frei­staats Bay­ern in Bam­berg. Vie­le wei­te­re Pro­jek­te wur­den in sei­ner Amts­zeit ange­sto­ßen und erfolg­reich umgesetzt.

Ober­bür­ger­meis­ter Nie­der­mai­er besucht drei Unternehmen

„Wir müs­sen die Innen­stadt stärken“

Ober­bür­ger­meis­ter Sebas­ti­an M. Nie­der­mai­er betont die Stär­kung der Unter­neh­men in der Bam­ber­ger Innen­stadt als ein zen­tra­les Ziel der Stadt­ent­wick­lung. Gemein­sam mit Wirt­schafts­re­fe­rent Dr. Ste­fan Gol­ler und Ruth Voll­mar, Lei­te­rin der Wirt­schafts­för­de­rung, besuch­te er drei Unter­neh­men in der Innen­stadt, wie die Stadt Bam­berg mitteilt.

„Die Stär­kung der Unter­neh­men in der Bam­ber­ger Innen­stadt ist ein zen­tra­les Ziel der Stadt­ent­wick­lung, um die his­to­ri­sche Alt­stadt als leben­di­gen Wirtschafts‑, Wohn- und Erleb­nis­raum zu erhal­ten“, betont OB Nie­der­mai­er wäh­rend des Rundgangs.

Start­punkt des Ken­nen­lern­be­suchs des neu­en Ober­bür­ger­meis­ters der Stadt Bam­berg war die Con­fi­se­rie Sto­rath AG in der Lan­gen Stra­ße. In ihrem Laden­ge­schäft ver­treibt die Pra­li­nen-Manu­fak­tur aus Stü­big hand­ge­fer­tig­te Scho­ko­la­de, Pra­li­nen und Patis­se­rie. Von dort aus ging es für den OB ein paar Häu­ser wei­ter zu Cali­me­ros – Mexi­can Grill & Bur­ger. In his­to­ri­schen Räu­men wer­den vor Ort mexi­ka­ni­sche Spe­zia­li­tä­ten, Bur­ger und Cock­tails ser­viert. Die bei­den Geschäfts­füh­rer betrei­ben zudem das Wein­fass Bam­berg mit frän­ki­schen Spe­zia­li­tä­ten, Bier und Wein. Die letz­te Sta­ti­on sei­nes ers­ten Unter­neh­mens­rund­gangs war für Nie­der­mai­er die Metz­ge­rei Lie­bold in der Obe­ren Sand­stra­ße. Der Tra­di­ti­ons­be­trieb in der Bam­ber­ger Alt­stadt hat neben dem belieb­ten Leber­kä­se auch vie­le ande­re Wurst- und Fleisch­wa­ren im Angebot.


Wunsch nach regel­mä­ßi­gem Austausch

OB Nie­der­mai­er dis­ku­tier­te mit den Unter­neh­me­rin­nen und Unter­neh­mern auch über aktu­el­le Her­aus­for­de­run­gen. Dabei beton­te er: „Bam­berg zeich­net sich durch einen star­ken und sta­bi­len Mit­tel­stand aus, der das Rück­grat der städ­ti­schen Wirt­schaft und unse­res Wohl­stan­des bil­det. Daher ist mir der regel­mä­ßi­ge Aus­tausch wich­tig.“ Die Bam­ber­ger Wirt­schaft müs­se die Mög­lich­keit haben, sich sta­bil und zukunfts­fä­hig auf­zu­stel­len. Dafür soll­te die Kom­mu­nal­po­li­tik die rich­ti­gen Rah­men­be­din­gun­gen und Wei­chen schaffen.

Bam­bergs Ufer neu denken

Bür­ge­rin­nen und Bür­ger set­zen beim Tag der Städ­te­bau­för­de­rung kla­re Akzente

Unter dem Mot­to „Die Ufer­be­rei­che in Bam­berg – kli­ma­an­ge­passt den­ken“ lud die Stadt Bam­berg am ver­gan­ge­nen Sams­tag, dem 9. Mai, am Tag der Städ­te­bau­för­de­rung 2026, von 10 bis 14 Uhr ein, gemein­sam über die Zukunft des Ade­naue­ru­fers, des Kuni­gun­den­damms und der angren­zen­den Frei­räu­me nach­zu­den­ken. Rund um vier The­men­sta­tio­nen – Bewe­gung, Nach­hal­tig­keit, Nut­zun­gen und Atmo­sphä­re – sam­mel­ten die Teil­neh­men­den Wün­sche, Kri­tik und Ideen.

Leb­haf­te Unter­hal­tun­gen, voll­ge­schrie­be­ne Mode­ra­ti­ons­wän­de und ein star­kes Inter­es­se am Rad­ver­kehr: Der Tag der Städ­te­bau­för­de­rung 2026 hat im Bam­ber­ger Bür­ger­la­bor in der Haupt­wach­stra­ße am ver­gan­ge­nen Sams­tag, dem 9. Mai, gezeigt, wie viel die Men­schen in die­ser Stadt über ihre Ufer­be­rei­che zu sagen haben. Unter dem Mot­to „Die Ufer­be­rei­che in Bam­berg – kli­ma­an­ge­passt den­ken“ lud die Stadt Bam­berg von 10 bis 14 Uhr ein, gemein­sam über die Zukunft des Ade­naue­ru­fers, des Kuni­gun­den­damms und der angren­zen­den Frei­räu­me nach­zu­den­ken. Rund um vier The­men­sta­tio­nen – Bewe­gung, Nach­hal­tig­keit, Nut­zun­gen und Atmo­sphä­re – sam­mel­ten die Teil­neh­men­den Wün­sche, Kri­tik und Ideen.

Beson­ders deut­lich: der Wunsch nach siche­rem, kom­for­ta­blem Rad­fah­ren. Zahl­rei­che Bei­trä­ge for­der­ten eine kon­se­quen­te Tren­nung von Rad- und Fuß­ver­kehr am Fluss­ufer, eine lücken­lo­se Beleuch­tung auf bei­den Sei­ten des Kanals, den Rück­bau gefähr­li­cher Eng­stel­len etwa zwi­schen Luit­pold- und Ket­ten­brü­cke sowie eine ver­kehrs­be­ru­hig­te Gestal­tung des Kuni­gun­den­damms. Mehr­fach wur­de auch der durch­ge­hen­de Rad­weg beid­sei­tig des Kanals als beson­de­rer Qua­li­täts­wert her­vor­ge­ho­ben – und gleich­zei­tig sein Aus­bau­po­ten­zi­al betont.

Dar­über hin­aus for­mu­lier­ten die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger einen brei­te­ren Anspruch an den Umgang mit dem Auto­ver­kehr in der Innen­stadt: Stim­men für Tem­po-30-Rege­lun­gen, eine Ein­schrän­kung des Par­kens zuguns­ten von Auf­ent­halts­qua­li­tät und die Idee, Autos lang­fris­tig aus dem Innen­stadt­kern zurück­zu­drän­gen, fan­den sich auf meh­re­ren Karten.

Beim The­ma Nach­hal­tig­keit domi­nier­ten For­de­run­gen nach mehr kli­ma­re­si­li­en­ter Bepflan­zung, der Ent­sie­ge­lung von Flä­chen ent­lang der Wege und nach ver­senk­ba­ren Müll­be­häl­tern als stadt­ge­stal­te­ri­scher Lösung. Bei den Nut­zungs­wün­schen zeig­ten sich der Wunsch nach mehr Sitz­mög­lich­kei­ten und Trink­was­ser­spen­dern, brei­te­ren Zugän­gen zum Was­ser sowie einer KUN­NI-Ter­ras­se als zen­tra­lem Treffpunkt.

„Die Reso­nanz war beein­dru­ckend“, sag­te Bau­re­fe­ren­tin Anne­gret Mich­ler, die das For­mat gemein­sam mit ihrem Team der Stadt­pla­nung beglei­te­te. „Die Men­schen haben sehr kon­kret und sehr kon­struk­tiv mit­ge­dacht. Das ist eine wert­vol­le Grund­la­ge für die wei­te­re Pla­nung. Auch ver­tie­fen­de Fra­gen zum Tie­fen­samm­ler konn­ten wir wie­der gut beantworten.“

Die gesam­mel­ten Bei­trä­ge flie­ßen in den lau­fen­den Pro­zess zur Was­ser- und Kli­ma­an­pas­sungs­stra­te­gie Bam­berg ein.

Poli­ti­ke­rin­nen und Poli­ti­ker von Stadt und Land­kreis Bam­berg fei­ern öku­me­ni­schen Gottesdienst

Got­tes­dienst als Zei­chen für Zusam­men­halt und gemein­sa­me Verantwortung

Mit Gebe­ten, Musik und Seg­nun­gen haben Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter ver­schie­de­ner Kir­chen und Reli­gi­ons­ge­mein­schaf­ten gemein­sam die neue Amts­pe­ri­ode in Stadt und Land­kreis Bam­berg eingeläutet.

In der St.-Martins-Kirche am Grü­nen Markt gestal­te­ten Geist­li­che unter­schied­li­cher Kon­fes­sio­nen und Glau­bens­rich­tun­gen einen öku­me­ni­schen Got­tes­dienst, der ein sicht­ba­res Zei­chen für Zusam­men­halt, gegen­sei­ti­gen Respekt und gemein­sa­me Ver­ant­wor­tung setz­te. Ein­ge­la­den hat­ten Ober­bür­ger­meis­ter Sebas­ti­an M. Nie­der­mai­er und Land­rat Johan­nes Macie­jon­c­zyk, die gemein­sam mit Mit­glie­dern von Stadt­rat und Kreis­tag sowie zahl­rei­chen Bür­ge­rin­nen und Bür­gern an der Fei­er teilnahmen.

Gestal­tet wur­de der Got­tes­dienst von Dekan Dr. Mar­kus Koh­mann und Pfar­rer Hel­mut Het­zel für die katho­li­sche Kir­che sowie Deka­nin Sabi­ne Hirsch­mann und Pfar­rer Wal­ter Neun­hoef­fer für die evan­ge­li­sche Kir­che. Dar­über hin­aus wirk­ten Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter wei­te­rer Reli­gi­ons­ge­mein­schaf­ten mit: die DITIB Bam­berg mit Vor­sit­zen­dem Meh­met Çet­in­de­re und Imam Muhit­tin Yurt­taş, die Libe­ra­le Jüdi­sche Gemein­de mit Rab­bi­ne­rin Dr. A. Yael Deu­sel und Vor­sit­zen­dem Shlo­mo Wei­ßen­fels, die Bahai-Gemein­de mit Bir­git Asbeck sowie Ver­tre­te­rin­nen der Ale­vi­ti­schen Gemein­de mit Dilek Öznur und Sinem Adi­gü­zel. In ihren Bei­trä­gen beton­ten die Geist­li­chen die zen­tra­le Bot­schaft des Abends: „Gott ist da, gibt Kraft, Mut und Zuver­sicht für alles, was ansteht.“ Für die musi­ka­li­sche Gestal­tung sorg­ten der Poli­zeis­än­ger­chor Bam­berg, der Gesangs­ver­ein Bur­ge­brach sowie Deka­nats­kan­tor Micha­el Goos an der Orgel.

Ein beson­de­rer Moment des Got­tes­diens­tes war die per­sön­li­che Seg­nung von Ober­bür­ger­meis­ter Sebas­ti­an M. Nie­der­mai­er und Land­rat Johan­nes Macie­jon­c­zyk durch Deka­nin Hirsch­mann und Pfar­rer Het­zel. Bei­den soll damit Kraft und Stär­ke für die ver­ant­wor­tungs­vol­len Auf­ga­ben der kom­men­den Jah­re zuteil­wer­den. Auch die Mit­glie­der des Stadt­ra­tes und des Kreis­ta­ges erhiel­ten eine Seg­nung für ihre kom­mu­nal­po­li­ti­sche Arbeit.


Gemein­sa­mes Wertefundament

Ober­bür­ger­meis­ter Sebas­ti­an M. Nie­der­mai­er dankt Johan­nes Macie­jon­c­zyk für die „schö­ne Idee, den Start in die neue Amts­pe­ri­ode unter Got­tes Segen zu stel­len“, die ihn sofort über­zeugt habe. „Die christ­li­che Wer­te­ord­nung bil­det auch im Jahr 2026 eine wich­ti­ge Richt­schnur für poli­ti­sche Ent­schei­dun­gen, ent­bin­det uns aber frei­lich nicht von eigen­stän­di­gen Ent­schei­dun­gen“, erklärt Niedermaier.

Land­rat Johan­nes Macie­jon­c­zyk erklärt: „Mein christ­li­cher Glau­be gibt mir Halt und Ori­en­tie­rung – auch im öffent­li­chen Amt.“ Er freue sich sehr, dass Land­kreis und Stadt Bam­berg erst­mals gemein­sam einen Got­tes­dienst zum Beginn der neu­en Wahl­pe­ri­ode fei­ern. „Für Ober­bür­ger­meis­ter Sebas­ti­an Nie­der­mai­er und mich ist dies ein sicht­ba­res Zei­chen für eine ver­trau­ens­vol­le Zusam­men­ar­beit und ein gemein­sa­mes Wer­te­fun­da­ment“, betont der Landrat.

Autor liest in Bam­berg erst­mals aus sei­nem noch nicht ver­öf­fent­lich­ten neu­en Roman

Erin­ne­rung, Wahr­heit, Wahr­neh­mung: Ingo Schul­ze star­tet Poetikprofessur

Im voll­be­setz­ten ETA-Hoff­mann-Thea­ter begann am Mitt­woch die Bam­ber­ger Poe­tik­pro­fes­sur 2026. Zum zwei­ten Mal luden die Otto-Fried­rich-Uni­ver­si­tät und die Stadt gemein­sam zu der belieb­ten Vor­le­sungs­rei­he ein, die heu­er bereits ihr 40. Jubi­lä­um fei­ert, wie die Stadt Bam­berg mitteilt.

Zahl­rei­che Lite­ra­tur­in­ter­es­sier­te waren gekom­men, um den Schrift­stel­ler und Essay­is­ten Ingo Schul­ze zu erle­ben, der in die­sem Jahr als Poe­tik­pro­fes­sor in Bam­berg auf­tritt. Er stell­te erst­mals Aus­zü­ge aus sei­nem noch nicht erschie­nen Roman „Das Was­ser im August“ vor.

Thea­ter­in­ten­dant John von Düf­fel, selbst einst Poe­tik­pro­fes­sor in Bam­berg, begrüß­te die Gäs­te in sei­nem Haus und hob die beson­de­re Bedeu­tung des Abends her­vor: „Wir erle­ben heu­te eine ganz beson­de­re Lesung aus einem Buch, das noch nie vor­her gele­sen wurde.“

Uni­ver­si­täts­prä­si­dent Prof. Dr. Kai Fisch­bach unter­strich die enge Ver­bin­dung zwi­schen Uni­ver­si­tät und Stadt­ge­sell­schaft. „Uni­ver­si­tät in der Stadt zu sein, das ist für uns nicht nur unser Wahl­spruch, son­dern auch unse­re Her­zens­an­ge­le­gen­heit“, sag­te Fisch­bach. Ver­an­stal­tun­gen wie die Poe­tik­pro­fes­sur sei­en eine Ein­la­dung an die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger, mit der Uni­ver­si­tät in Kon­takt zu kom­men und im Aus­tausch zu bleiben.

Auch der frisch ver­ei­dig­te Ober­bür­ger­meis­ter Sebas­ti­an M. Nie­der­mai­er wür­dig­te die Bedeu­tung der Ver­an­stal­tungs­rei­he für Bam­berg. „Lite­ra­tur spie­gelt nicht nur unse­re gesell­schaft­li­chen Debat­ten wider, son­dern stärkt die Viel­falt der Mei­nun­gen und för­dert somit das kri­ti­sche Bewusst­sein – ein wesent­li­cher Bau­stein für eine leben­di­ge Demo­kra­tie“, erklär­te Nie­der­mai­er. Die Bam­ber­ger Poe­tik­pro­fes­sur ver­ste­he sich als offe­nes Forum des Aus­tauschs zwi­schen Öffent­lich­keit, Lite­ra­tur und Wis­sen­schaft. Nie­der­mai­er lud die Stadt­ge­sell­schaft ein, die Chan­ce zum kri­ti­schen Dis­kurs zu nutzen.


Die Vor­aus­set­zun­gen des Erzählens

Im anschlie­ßen­den Gespräch mit Prof. Dr. Fried­helm Marx, dem Lehr­stuhl­in­ha­ber für Neue­re Deut­sche Lite­ra­tur­wis­sen­schaft in Bam­berg und Orga­ni­sa­tor der Poe­tik­pro­fes­sur, gab Ingo Schul­ze ers­te Ein­bli­cke in „Das Was­ser im August“, der im Som­mer erschei­nen wird. Schul­ze schil­der­te dabei auch sei­nen lite­ra­ri­schen Ansatz: „Ich woll­te ver­su­chen, ein­fach mal zu zei­gen, wie so etwas ent­steht.“ Die Poe­tik­vor­le­sun­gen wür­den des­halb nicht nur vom Schrei­ben selbst, son­dern auch von den Vor­aus­set­zun­gen und Hin­ter­grün­den des Erzäh­lens handeln.

Im Mit­tel­punkt des Abends stand schließ­lich eine ers­te öffent­li­che Lesung aus dem noch unver­öf­fent­lich­ten Roman. Die Zuhö­ren­den erhiel­ten exklu­si­ve Ein­bli­cke in eine viel­schich­ti­ge Erzäh­lung über Erin­ne­rung, Wahr­heit und Wahr­neh­mung. Schul­ze las Pas­sa­gen, in denen sich Gegen­wart und Ver­gan­gen­heit über­la­gern und die Fra­ge nach der Zuver­läs­sig­keit des Erzäh­lens immer wie­der neu gestellt wird.


Wei­te­re öffent­li­che Vorträge

Die Bam­ber­ger Poe­tik­pro­fes­sur wird in den kom­men­den Wochen mit drei öffent­li­chen Vor­trä­gen an der Uni­ver­si­tät Bam­berg fort­ge­setzt. Unter dem Titel „Drei Rei­sen mit einem Manu­skript“ spricht Ingo Schul­ze am 20. Mai über „Im Wes­ten – Lon­don“, am 10. Juni über „Im Osten – Chi­na“ sowie am 24. Juni über „Im Süden – Indi­en“. Die Vor­trä­ge begin­nen jeweils um 18 Uhr im Hör­saal U2/00.25 (An der Uni­ver­si­tät 2). Der Ein­tritt ist frei.

Den Abschluss bil­det am 25. und 26. Juni 2026 ein inter­na­tio­na­les For­schungs­kol­lo­qui­um mit Ingo Schul­ze im Inter­na­tio­na­len Künst­ler­haus Vil­la Concordia.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen sind hier zu finden.

Stadt Bam­berg gedenkt der Opfer des Zwei­ten Weltkriegs

Nie­der­mai­er: 8. Mai 1945 war ein „Tag der Befreiung“

An den Gedenk­ta­feln auf der Unte­ren Brü­cke hat die Stadt Bam­berg am Frei­tag an das Ende des Zwei­ten Welt­kriegs vor 81 Jah­ren erin­nert. Zahl­rei­che Bür­ge­rin­nen und Bür­ger nah­men gemein­sam mit Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­tern aus Poli­tik, Schu­len und Stadt­ge­sell­schaft an der Ver­an­stal­tung teil, um der Opfer von Krieg, Ver­fol­gung und natio­nal­so­zia­lis­ti­scher Gewalt­herr­schaft zu gedenken.

Ober­bür­ger­meis­ter Sebas­ti­an M. Nie­der­mai­er bezeich­ne­te den 8. Mai 1945 in sei­ner Anspra­che als „Tag der Befrei­ung“ und erin­ner­te zugleich an das uner­mess­li­che Leid, das Krieg und Dik­ta­tur über Mil­lio­nen Men­schen gebracht haben. Er beton­te die Ver­ant­wor­tung, die Erin­ne­rung an die Ver­bre­chen des Natio­nal­so­zia­lis­mus wach­zu­hal­ten und sich ent­schie­den für Demo­kra­tie, Mensch­lich­keit und Frie­den ein­zu­set­zen. Gera­de ange­sichts aktu­el­ler inter­na­tio­na­ler Kon­flik­te sei es wich­tig, wach­sam gegen­über Hass, Aus­gren­zung und Gewalt zu bleiben.

Musi­ka­lisch und inhalt­lich gestal­tet wur­de die Gedenk­stun­de von Schü­le­rin­nen und Schü­lern des Franz-Lud­wig-Gym­na­si­ums, der Maria-Ward-Real­schu­le sowie der Hei­del­steig-Mit­tel­schu­le. Mit Musik­stü­cken, Wort­bei­trä­gen und Lie­dern wie „We shall over­co­me“ setz­ten die jun­gen Mit­wir­ken­den ein­drucks­vol­le Zei­chen des Erin­nerns und der Hoffnung.

Ober­bür­ger­meis­ter Nie­der­mai­er sowie sei­ne Stell­ver­tre­ter Jonas Glüsen­kamp und Eva Jutz­ler leg­ten als sicht­ba­res Zei­chen der Erin­ne­rung vor den Tafeln einen Kranz nie­der. Im Namen der SPD tat dies auch der Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Olaf Sei­fert. Er hat­te in einer Rede auch die Bedeu­tung einer leben­di­gen Erin­ne­rungs­kul­tur hervorgehoben.

Kos­ten­frei­es Sicher­heits­trai­ning am 20. Mai stärkt Mobi­li­tät und Selbstständigkeit

Sicher unter­wegs mit dem Rollator

Auch in die­sem Jahr set­zen die Stadt Bam­berg und die Ver­kehrs­er­zie­he­rin­nen der Poli­zei Bam­berg ihre erfolg­rei­che Zusam­men­ar­beit fort und laden Men­schen mit Rol­la­tor oder Geh­hil­fe zu einem pra­xis­na­hen Sicher­heits­trai­ning ein. Ziel des Ange­bots ist es, mehr Sicher­heit im All­tag und im Stra­ßen­ver­kehr zu ver­mit­teln sowie die selbst­stän­di­ge Mobi­li­tät der Teil­neh­men­den zu stär­ken, wie die Stadt Bam­berg mitteilt.

Das nächs­te Rol­la­tor­trai­ning fin­det am Mitt­woch, dem 20. Mai, um 14 Uhr in der Jugend­ver­kehrs­schu­le Bam­berg, Pes­ta­loz­zi­stra­ße 12, statt. Die Teil­nah­me ist kos­ten­frei, der­zeit sind noch Plät­ze verfügbar.

Durch das Trai­ning füh­ren gemein­sam mit der Senio­ren­be­auf­trag­ten Ste­fa­nie Hahn Poli­zei­ober­kom­mis­sa­rin Kath­rin Lie­berth und Poli­zei­haupt­meis­te­rin Jana Rodri­guez. Im Mit­tel­punkt ste­hen prak­ti­sche Übun­gen rund um den siche­ren Umgang mit dem Rol­la­tor: geübt wer­den unter ande­rem siche­res Gehen, das rich­ti­ge Ver­hal­ten im Stra­ßen­ver­kehr sowie All­tags­si­tua­tio­nen im öffent­li­chen Nahverkehr.

Ein beson­de­rer Schwer­punkt liegt auf dem siche­ren Ein- und Aus­stieg in den Bus. Gemein­sam mit den Stadt­wer­ken Bam­berg kön­nen die Teil­neh­men­den an einem Gelenk­bus unter rea­lis­ti­schen Bedin­gun­gen trai­nie­ren und erfah­ren, wor­auf es dabei ankommt.

Unter­stützt wird das Ange­bot außer­dem von der Sozi­al­stif­tung Bam­berg, dem medi­team, den Johan­ni­tern und den Mal­te­sern. Wäh­rend Sozi­al­stif­tung und Mal­te­ser prak­ti­sche Tipps geben, wie man auch bei kör­per­li­chen Ein­schrän­kun­gen aktiv und beweg­lich bleibt, über­prüft das medi­team direkt vor Ort Brem­sen und Ein­stel­lun­gen der Rol­la­to­ren und passt die­se indi­vi­du­ell an.

Das Trai­ning rich­tet sich an alle Inter­es­sier­ten, die sich im Umgang mit Rol­la­tor oder Geh­hil­fe siche­rer füh­len möch­ten. Denn siche­re Mobi­li­tät bedeu­tet nicht nur mehr Sicher­heit im Stra­ßen­ver­kehr, son­dern auch mehr Selbst­stän­dig­keit und Lebens­qua­li­tät im Alltag.

Für eine ange­neh­me Atmo­sphä­re sorgt Senio­ren­be­auf­trag­te Ste­fa­nie Hahn mit Kaf­fee und Kuchen.

Bür­ger­fest am Michaelsberg

Bam­berg fei­ert St. Michael

Am 9. und 10. Mai sind im Rah­men eines Bür­ger­fests am Micha­els­berg alle ein­ge­la­den, Ein­bli­cke in die Sanie­rung zu erhal­ten und die Eröff­nung zu fei­ern, wie die Stadt Bam­berg mitteilt.

Ein gan­zes Wochen­en­de im Zei­chen von Geschich­te, Kul­tur und Gemein­schaft: Anläss­lich der Wie­der­eröff­nung der Kir­che St. Micha­el ver­an­stal­ten Bür­ger­spi­tal­stif­tung und Stadt Bam­berg am kom­men­den Wochen­en­de ein gro­ßes „Bür­ger­fest am Micha­els­berg“. Alle Bam­ber­ge­rin­nen und Bam­ber­ger sowie Gäs­te der Welt­erbe­stadt sind herz­lich ein­ge­la­den, die ehe­ma­li­ge Klos­ter­an­la­ge neu zu ent­de­cken und die­ses beson­de­re Ereig­nis gemein­sam zu feiern.

Das Bür­ger­fest bie­tet eine ein­ma­li­ge Gele­gen­heit, die wie­der­eröff­ne­te Kir­che St. Micha­el in all ihren Facet­ten zu erle­ben – als Ort der Geschich­te, des Glau­bens, der Kul­tur und der Begeg­nung. Bereits am Sams­tag um 10 Uhr beginnt das Fest­wo­chen­en­de mit einem Eröff­nungs­got­tes­dienst in der Kir­che St. Michael.

Anschlie­ßend sind span­nen­de Hin­ter­grün­de zur Sanie­rung des belieb­ten Got­tes­hau­ses zu erfah­ren. An bei­den Tagen wer­den zahl­rei­che kos­ten­freie Füh­run­gen ange­bo­ten: am Sams­tag, dem 9. Mai, von 11.30 bis 18.30 Uhr, und am Sonn­tag, dem 10. Mai, von 10.30 bis 16 Uhr. Fach­leu­te des Baye­ri­schen Lan­des­amts für Denk­mal­pfle­ge geben span­nen­de Ein­bli­cke in die unter­schied­li­chen Gewer­ke der Sanie­rung – von Gemäl­den und Skulp­tu­ren über Wand- und Decken­ge­stal­tung bis hin zu Reli­qui­en, Tex­ti­li­en, Holz- und Metall­ar­bei­ten sowie Naturstein.

Auch das städ­ti­sche Immo­bi­li­en­ma­nage­ment infor­miert über zen­tra­le Aspek­te der Bau­maß­nah­men, etwa zu Natur­stein­fas­sa­den und Glas­ar­bei­ten. Ergän­zend beleuch­ten Exper­ten wie Ste­fan Steng­lein und Ben Schrö­der The­men rund um Sta­tik und Glo­cken, wäh­rend Prof. Dr. Dr. Ulrich Thei­ßen-Piber­nik Füh­run­gen zur Orgel anbietet.

Der BAMBERG Tou­ris­mus & Kon­gress Ser­vice erwei­tert das Pro­gramm mit the­ma­ti­schen Rund­gän­gen unter dem Titel „Dem Him­mel so nah“, die den Micha­els­berg aus neu­en Per­spek­ti­ven erschließen.


Viel­fäl­ti­ges Pro­gramm für die gan­ze Familie

Auch außer­halb der Kir­che erwar­tet die Besu­che­rin­nen und Besu­cher ein abwechs­lungs­rei­ches Pro­gramm: Auf dem Ost­pla­teau lädt eine „Fami­li­en­wie­se“ mit Hüpf­bur­gen, krea­ti­ven Mit­mach­ak­tio­nen, Bas­ket­ball und Luft­bal­lon­tie­ren zum Ver­wei­len ein. Kin­der und Jugend­li­che kön­nen sich spie­le­risch mit The­men der Denk­mal­pfle­ge aus­ein­an­der­set­zen, etwa beim Gestal­ten mit Lehm­far­ben oder bei Aktio­nen rund um den „Him­mels­gar­ten“.

Auf einer Büh­ne auf dem Ost­pla­teau sorgt die Städ­ti­sche Musik­schu­le Bam­berg und das „Trumpet Vol­un­t­a­ry“ für musi­ka­li­sche Unter­hal­tung, mode­riert durch Mar­kus Appel von Radio Bam­berg. Für Sonn­tag um 14 Uhr ist zudem ein Gruß­wort des neu­en Ober­bür­ger­meis­ters Sebas­ti­an M. Nie­der­mai­er vorgesehen.


Wis­sen, Kunst und Natur erleben

Im Kreuz­gar­ten bie­ten Kurz­fil­me zur Gene­ral­sa­nie­rung span­nen­de Ein­bli­cke in die Bau­pha­se, wäh­rend Sitz­ge­le­gen­hei­ten und musi­ka­li­sche Beglei­tung zum Ent­span­nen einladen.

Ein umfang­rei­ches Vor­trags­pro­gramm im Kreuz­gar­ten des ehe­ma­li­gen Klos­ters ver­tieft zen­tra­le The­men rund um St. Micha­el – geplant sind fol­gen­de Themen:

Gene­ral­sa­nie­rung St. Micha­el „Im Schutz des Engels“: Vor­trag vom Stif­tungs­re­fe­ren­ten Bert­ram Felix und von Bau­lei­te­rin Karin Hamper

Neue Glo­cken für St. Micha­el: Vor­trag von Ben Schrö­der und Ste­fan Stenglein

Welt­erbe Bam­berg – St. Micha­el: Vor­trag von Dr. Simo­na von Eyb, Lei­te­rin Zen­trum Welt­erbe Bamberg

Ver­bor­gen unter Putz und Erde – Archäo­lo­gie in St. Micha­el: Vor­trag vom Stadt­ar­chäo­lo­gen Dr. Ste­fan Pfaffenberger

His­to­ri­sches und Aktu­el­les zum Forst­be­trieb: Herr Klaus Schulz und Johan­nes Höl­zel (ehem. und aktu­el­ler Forstamtsleiter)


Kuli­na­rik, Hand­werk und regio­na­le Vielfalt

Zahl­rei­che Infor­ma­ti­ons- und Ver­kaufs­stän­de laden zum Aus­tausch ein – es betei­li­gen sich unter ande­rem das Baye­ri­sche Lan­des­amt für Denk­mal­pfle­ge, das Zen­trum Welt­erbe Bam­berg sowie regio­na­le Anbie­ter. Auch The­men wie Bie­nen­hal­tung und nach­hal­ti­ge Forst­wirt­schaft wer­den anschau­lich vermittelt.

Für das leib­li­che Wohl ist bes­tens gesorgt: Regio­na­le Anbie­ter bie­ten eine brei­te Aus­wahl an Spei­sen und Geträn­ken. Ergänzt wird das Ange­bot durch Kaf­fee und Kuchen sowie den Sil­va­ner vom Micha­els­berg aus dem Bam­ber­ger Stiftsladen.


Tag der Städtebauförderung

Eben­falls am Sams­tag, 9. Mai 2026, fin­det deutsch­land­weit wie­der der Tag der Städ­te­bau­för­de­rung statt, wel­cher seit 2015 all­jähr­lich gefei­ert wird. Das Bür­ger­fest am Micha­els­berg ist ein Bei­trag der Stadt Bam­berg zu dem bun­des­wei­ten Akti­ons­ta­ges. Die­ses Jahr fei­ern rund 600 Kom­mu­nen die Städ­te­bau­för­de­rung als eines der wich­tigs­ten Instru­men­te der Stadt­ent­wick­lung. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen gibt es hier.

Das detail­lier­te Pro­gramm für das Bür­ger­fest ist online hier nach­zu­le­sen. Vor Ort steht ein Lage­plan mit allen Infor­ma­tio­nen zur Verfügung.

„Bam­berg on tour“ mit Mar­tin Habermeyer

Per Rad in Hoff­manns Kosmos

E.T.A. Hoff­mann ver­staubt, ver­ges­sen? Nicht in Bam­berg. So lässt sich die Teil­nah­me an der „Bam­berg on tour“ im Hoff­mann-Jahr inter­pre­tie­ren. Über 30 Mit­rad­le­rin­nen und ‑rad­ler woll­ten sich die Gele­gen­heit am 3. Mai nicht ent­ge­hen las­sen, mit Hil­fe von Mar­tin Haber­mey­er, Kura­tor des E.T.A. Hoff­mann-Hau­ses, Hoff­manns Kos­mos zu ergrün­den, wie die Stadt Bam­berg mit­teilt. Ein dank Haber­mey­er und John von Düf­fel, Inten­dant des E.T.A.-Hoffmann-Theaters, köst­li­ches Unterfangen. 

Die Tour-Kilo­me­ter schnell abha­ken. Ein­mal E.T.A.-Hoffmann-Platz, dann in den Hain und zurück, das muss es doch gewe­sen sein. Von wegen! Mit Mar­tin Haber­mey­er ging’s von Hügel zu Hügel und dann hin­ein in die Lan­ge Stra­ße. Selbst der Weg hoch zur Alten­burg wäre eine Über­le­gung wert, droh­te er. Der Tour-Radi­us zeigt: Der, gemes­sen an sei­ner Kör­per­grö­ße, klei­ne E.T.A. Hoff­mann war in sei­ner Bam­ber­ger Zeit gut zu Fuß und ließ selbst im fros­ti­gen Febru­ar nicht davon ab, im Hain spa­zie­ren zu gehen.

1808 kam E.T.A. Hoff­mann als ambi­tio­nier­ter Musik­di­rek­tor ans Bam­ber­ger Thea­ter und insze­nier­te, dann als Dra­ma­turg und Deko­ra­ti­ons­ma­ler, Kleists „Käth­chen von Heil­bronn“. Dass sei­ne Bam­ber­ger Zeit sei­nen Weg zum gefei­er­ten Schrift­stel­ler berei­te­te, skiz­zier­te John von Düf­fel ein­gangs der Tour. Ein Bei­trag sei­nes Hau­ses zur Rei­he „250 Jah­re E.T.A. Hoff­mann“ ist „Des Kapell­meis­ters Johan­nes Kreis­lers musi­ka­li­sche Lei­den“, zu erle­ben am 20. Mai.


Kei­ne Zukunft als Musikdirektor

Die „Fan­ta­sie­stü­cke in Cal­lots Manier“ ebne­ten sei­nen Weg zum Schrift­stel­ler. Sicher auch des­halb, weil er als Musik­di­rek­tor kei­ne Zukunft hat­te. Nach schon 40 Tagen gab er auf. E.T.A. Hoff­mann nahm in der Fol­ge eine Rei­he von Auf­ga­ben am Thea­ter wahr. Und sah sich bald, um über die Run­den zu kom­men, genö­tigt, Töch­tern aus höhe­ren Gesell­schafts­krei­sen Musik­un­ter­richt zu erteilen.

Ers­ter Wohn­sitz war am Alten Kanal, dort, wo für alle ersicht­lich, geschrie­ben steht: „am 1. Sep­tem­ber 1808 in Bam­berg ange­kom­men“. Wenig spä­ter wech­sel­te er ins schma­le Haus direkt gegen­über der Theater-„Rose“, heu­te Haus­num­mer 26 am Schil­ler­platz. Haber­mey­er kün­dig­te an, das E.T.A.-Hoffmann-Haus 2028 öff­nen zu kön­nen und gewähr­te Ein­blick in des­sen Kon­zep­ti­on: Nahe gebracht wer­den sol­len die vie­len Talen­te Hoff­manns. Also der, so Haber­mey­er, „über­aus exak­te“ Jurist, der Zeich­ner, der Kom­po­nist und natür­lich der Schriftsteller.

Der Hain war Inspi­ra­ti­ons­quel­le und Begeg­nungs­stät­te. Hier erin­nert Her­mann Leit­he­rers Denk­mal an den spre­chen­den Hund Bergan­za. Im „Ver­gnü­gungs­or­te Bug“ begeg­ne­te Hoff­mann – „Sie sind auch kein Bam­ber­ger, wie ich höre“ – sei­nem spä­te­ren Freund und Geschäfts­part­ner Carl Fried­rich Kunz, Ver­le­ger, Inha­ber einer Wein­hand­lung und einer Leih­buch­hand­lung. Mit Kunz ging es hin­ab in den Wein­kel­ler des heu­ti­gen Krack­hardt-Hau­ses am Max­platz, um fröh­lich zu zechen. Hoff­mann war nach den Wor­ten von Haber­mey­er dem Alko­hol in ver­schie­de­nen For­men über­aus zuge­neigt, was aber wun­der­ba­rer­wei­se sei­ne Schaf­fens­kraft nicht behinderte.


Welt­ruhm erlangt

Hand­fes­tes ent­stand aus der Bezie­hung zu Kunz auch: Ein Ver­trag wur­de geschlos­sen über die Ver­le­gung sei­ner „Fan­ta­sie­stü­cke“. Ein Mei­len­stein im Wer­de­gang von E.T.A. Hoff­mann, der nicht zuletzt mit sei­nem Mär­chen „Nuß­kna­cker und Mäu­se­kö­nig“ und des­sen Bal­lett­ad­ap­ti­on durch Tschai­kow­ski Welt­ruhm erlangte.

Dich­ter­fürst Goe­the war von E.T.A. Hoff­mann nicht erbaut. Doch Haber­mey­er riet, sich davon nicht abhal­ten zu las­sen, den Kos­mos Hoff­manns zu erkun­den. Schalk­haf­tes, Mor­bi­des, Skur­ri­les und vor allem Phan­ta­sie­vol­les kenn­zeich­nen sein Werk, wofür Haber­mey­er etli­che Bei­spie­le nahe­brach­te. Der Kura­tor leg­te sei­nen Mit­rad­le­rin­nen und Mit­rad­lern zudem am Dom­berg ans Herz, sich nicht den E.T.A. Hoff­mann-Tanz­saal in der Alten Hof­hal­tung ent­ge­hen zu las­sen. Dort trifft das „Apfel­wei­b­la“ im Ori­gi­nal auf Pop-Art des 20. Jahr­hun­derts und zeit­ge­nös­si­sche Arbei­ten von Bergan­za-Preis­trä­ge­rin­nen und ‑Preis­trä­gern. Dazu gibt es im Tanz­saal eine span­nen­de Ver­an­stal­tungs­rei­he bis Okto­ber. Nächs­tes High­light ist eine kon­zer­tan­te Hoff­mann-Lesung mit Bea­te Roux und Mar­tin Neu­bau­er am 21. Mai mit dem ver­lo­cken­den Titel „Ahnun­gen aus dem Rei­che der Töne.“


Mor­bi­des und Ruinöses

Für Mor­bi­des und Rui­nö­ses gab es in Bam­berg zu Hoff­manns Zei­ten reich­lich Anschau­ungs­ma­te­ri­al. Der Schrift­stel­ler ver­ar­bei­te­te etwa das Kapu­zi­ner­klos­ter in schau­ri­gem Zustand, das sich anstel­le des Cla­vi­us-Gym­na­si­ums befand, in sei­nem Werk „Die Eli­xie­re des Teu­fels“. Die Bekannt­schaft mit Adal­bert Fried­rich Mar­cus, Leib­arzt von Fürst­bi­schof Franz-Lud­wig von Erthal, bescher­te ihm Ein­bli­cke ins Gesund­heits- und Psych­ia­trie­we­sen. Mar­cus war auf die­sem Gebiet ein abso­lu­ter Revo­lu­tio­när. Sein Lebens­werk ist das „All­ge­mei­ne Kran­ken­haus“ an der Reg­nitz als moderns­tes sei­ner Art in Euro­pa sowie die „Irren­an­stalt“ in St. Getreu. Selbst setz­te sich der Arzt ein Denk­mal als För­de­rer von Kunst und kul­tu­rel­lem Leben in Bam­berg und vor allem als Ret­ter der Alten­burg. Freund Hoff­mann bezog die Hoff­manns-Klau­se und bemal­te sie, wovon heu­te lei­der nichts zu sehen ist.

Kei­ne Hoff­mann-Rad­tour oder ‑Füh­rung ohne Hin­weis auf die uner­füll­te Lie­be zu Julia Mark. Hoff­mann, ver­hei­ra­tet mit Mich­ali­na Rohrer, erblick­te Julia erst­mals beim Gesangs­vor­trag in der Ste­phans­kir­che. Mit der Emp­feh­lung als Musik­di­rek­tor gelang es ihm als­bald, sie im Musik­un­ter­richt unter sei­ne Fit­ti­che zu neh­men. Ange­sichts sei­nes Geba­rens in Tat und Wort schwan­te Juli­as Mut­ter zuneh­mend Übles. Was sie dazu ver­an­lass­te, die begehr­te Toch­ter zügig mit dem Geschäfts­mann Grae­pel zu ver­hei­ra­ten. Heu­te erin­nert eine Tafel am Haus mit der Num­mer 13 in der Lan­gen Stra­ße, letz­te Sta­ti­on der Bam­berg on tour zum Hoff­mann-Jahr, an die Episode.

„Lehr- und Mar­ter­jah­re“ nann­te der Schrift­stel­ler sei­ne Zeit in Bam­berg. Trotz aller Mise­re schreibt er 1818 an den Bam­ber­ger Arzt Fried­rich Spey­er: „Indes­sen war doch im Gan­zen das tol­le unste­te Trei­ben in B〈amberg〉 kei­ne üble Epi­so­de — Eine Flit­ter auf dunk­lem Grun­de — eine Fast­nachts­Sze­ne im komi­schen Roman des Lebens.“

Natur­schutz in Bam­berg ist das The­ma der nächs­ten „Bam­berg on tour“ am Sonn­tag, 7. Juni. Treff­punkt ist um 14 Uhr am Aero-Club Bam­berg e.V., Zep­pe­lin­stra­ße 18.

Stadt Bam­berg und Otto-Fried­rich-Uni­ver­si­tät laden zu Lesung und Vorträgen

Bam­ber­ger Poe­tik­pro­fes­sur mit Ingo Schul­ze star­tet im Theater

Mit einer öffent­li­chen Auf­takt­le­sung star­tet am mor­gi­gen Mitt­woch, dem 6. Mai 2026, die Bam­ber­ger Poe­tik­pro­fes­sur in ihre 39. Auf­la­ge. Zum zwei­ten Mal wird die renom­mier­te Rei­he gemein­sam von der Stadt Bam­berg und der Otto-Fried­rich-Uni­ver­si­tät Bam­berg aus­ge­rich­tet. Poe­tik­pro­fes­sor im Som­mer­se­mes­ter 2026 ist der viel­fach aus­ge­zeich­ne­te Schrift­stel­ler Ingo Schulze.

Den Auf­takt bil­det am mor­gi­gen Mitt­woch um 19 Uhr eine Lesung mit anschlie­ßen­dem Gespräch im ETA-Hoff­mann-Thea­ter. Ingo Schul­ze stellt dabei im Aus­tausch mit Prof. Dr. Fried­helm Marx sei­nen neu­en Roman „Das Was­ser im August“ vor. Im Anschluss lädt die Stadt Bam­berg zu einem Emp­fang ein. Kos­ten­lo­se Platz­kar­ten sind an der Thea­ter­kas­se erhältlich.

Unter dem Titel „Drei Rei­sen mit einem Manu­skript“ fol­gen drei öffent­li­che Poe­tik­vor­trä­ge an der Uni­ver­si­tät Bamberg:

Mitt­woch, 20. Mai 2026, 18 Uhr: „Im Wes­ten – London“

Mitt­woch, 10. Juni 2026, 18 Uhr: „Im Osten – China“

Mitt­woch, 24. Juni 2026, 18 Uhr: „Im Süden – Indien“

Die Vor­trä­ge fin­den im Hör­saal U2/00.25 (An der Uni­ver­si­tät 2) statt und sind kos­ten­frei zugäng­lich. Den Abschluss der Poe­tik­pro­fes­sur bil­det ein inter­na­tio­na­les For­schungs­kol­lo­qui­um am 25. Und 26. Juni 2026 im Inter­na­tio­na­len Künst­ler­haus Vil­la Con­cor­dia, an dem Ingo Schul­ze teil­neh­men wird. Alle Bam­ber­ge­rin­nen und Bam­ber­ger sind herz­lich zu den Ver­an­stal­tun­gen eingeladen.


Die Bam­ber­ger Poe­tik­pro­fes­sur zählt zu den bedeu­tends­ten Poe­tik­do­zen­tu­ren im deutsch­spra­chi­gen Raum. In die­sem Jahr fei­ert sie zudem ihren 40. Geburts­tag an der Uni­ver­si­tät Bam­berg. Zu den bis­he­ri­gen Gäs­ten zäh­len unter ande­rem Jen­ny Erpen­beck, Peter Stamm, Cle­mens Setz, Jan Wag­ner, Yoko Tawa­da, Lutz Sei­ler und Ali­na Bron­sky. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen gibt es hier.

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