Browse Tag

Universität Bamberg - Page 5

Stu­die

Uni­ver­si­tät Bam­berg: Wie neh­men wir Sel­fies wahr?

Bam­ber­ger Wis­sen­schaft­ler haben tau­sen­de Reak­tio­nen auf Sel­fies unter­sucht und ein Kate­go­ri­en­sys­tem erstellt. Ent­stan­den sind fünf Kate­go­rien, in die sich Sel­fies ein­tei­len lassen.

Seit Jahr­hun­der­ten nut­zen Men­schen Selbst­por­träts, um Infor­ma­tio­nen über sich selbst mit­zu­tei­len. Im Zeit­al­ter der Smart­phones ist das ein­fa­cher als je zuvor. Ein Selbst­por­trät mit ande­ren zu tei­len, ist nur noch eine Sache von weni­gen Klicks. Trotz der hohen Popu­la­ri­tät von Sel­fies ist aus wis­sen­schaft­li­cher Sicht aber noch nicht klar, wie Men­schen sie genau zur Kom­mu­ni­ka­ti­on nut­zen und wie ande­re Per­so­nen die Sel­fies wahrnehmen.

„Der Begriff Sel­fie fei­ert gera­de sei­nen 21. Geburts­tag“, sagt Tobi­as Schnei­der, Dok­to­rand an der Bam­ber­ger Gra­du­ier­ten­schu­le für Affek­ti­ve und Kogni­ti­ve Wis­sen­schaf­ten. „Selbst­por­träts sind in der Kunst­ge­schich­te seit fast 200 Jah­ren in der Foto­gra­fie und seit mehr als 500 Jah­ren in der Male­rei bekannt. Trotz­dem fehlt uns immer noch eine kla­re Klas­si­fi­zie­rung der ver­schie­de­nen Arten von Sel­fies.“ Schnei­der ist Haupt­au­tor einer Stu­die der Uni­ver­si­tät Bam­berg, die jetzt erschie­nen ist, und die die­se For­schungs­lü­cke schlie­ßen soll. Die Wis­sen­schaft­ler haben dafür tau­sen­de von Reak­tio­nen auf 1.001 Sel­fies gesam­melt und kate­go­ri­siert. Ent­stan­den sind dar­aus fünf Kate­go­rien, in die sich Sel­fies ein­tei­len lassen.

Für ihre Stu­die erstell­ten die Wis­sen­schaft­ler einen Sel­fie-Daten­satz. Dabei ver­wen­de­ten sie aus­schließ­lich Selbst­por­träts ohne Text, die mit einer Han­dy­ka­me­ra mit den eige­nen Hän­den oder einem Sel­fie-Stick auf­ge­nom­men wur­den. Die so aus­ge­wähl­te 1.001 Sel­fies wur­den in einer Stan­dard­grö­ße auf einem ein­far­bi­gen grau­en Hin­ter­grund präsentiert.

Anschlie­ßend prä­sen­tier­ten die Wis­sen­schaft­ler den etwa 130 Teil­neh­me­rIn­nen ihrer Erhe­bung, jeweils 15 zufäl­li­ge Sel­fies. Die Teil­neh­me­rIn­nen waren dazu auf­ge­ru­fen, ihre spon­ta­nen Reak­tio­nen zu jedem Bild in fünf Begrif­fen festzuhalten.

Die For­scher ver­ar­bei­te­ten die­se Daten, um die ers­ten Ein­drü­cke der Befrag­ten in 26 fei­ne Kate­go­rien zusam­men­zu­fas­sen. Anschlie­ßend ana­ly­sier­ten die Wis­sen­schaft­ler, wie häu­fig die­se Kate­go­rien in den Ant­wor­ten vor­ka­men und ob sie gemein­sam auftraten.

Fünf Kate­go­rien

Die­se Ana­ly­se ergab fünf ver­schie­de­ne Kate­go­rien, in die sich Sel­fies ein­ord­nen las­sen. Oder wie die Autoren sie nen­nen „seman­ti­sche Profile“.

„Ästhe­tik“: Die größ­te Kate­go­rie ent­hält Bil­der, die bei den Befrag­ten Asso­zia­tio­nen zu Stil oder ästhe­ti­scher Erfah­rung hervorriefen.

Die Kate­go­rie „Ima­gi­na­ti­on“ zeigt Bil­der, die die Befrag­ten dazu ver­lei­te­ten, sich in die Per­son hin­ein­zu­ver­set­zen, um sich vor­zu­stel­len, was die Per­son auf dem Sel­fie gera­de mach­te und wie sie sich dabei fühlte.

In der Kate­go­rie „Cha­rak­ter­zug“ sind Bil­der gesam­melt, die per­sön­lich­keits­be­zo­ge­ne Begrif­fe bei den Befrag­ten hervorriefen.

Die Kate­go­rie „Gemüts­zu­stand“ kommt zwar ins­ge­samt sel­te­ner vor, den­noch lös­ten immer noch beacht­lich häu­fig Bil­der bei den Befrag­ten Asso­zia­tio­nen zum Gemüts­zu­stand der auf dem Sel­fie abge­bil­de­ten Per­son aus.

„Theo­rie des Geis­tes“: Eini­ge Bil­der ver­an­lass­ten die Befrag­ten dazu, Ver­mu­tun­gen über die Moti­ve oder die Iden­ti­tät der gezeig­ten Per­son anzustellen.

„Die seman­ti­schen Pro­fi­le ste­hen jeweils für eine ganz eige­ne Art der Bot­schaft, die mit den Sel­fies ver­bun­den ist“, sagt Tobi­as Schnei­der. „Die Kate­go­rien sind wie Arche­ty­pen der Kom­mu­ni­ka­ti­on im digi­ta­len Zeit­al­ter zu ver­ste­hen.“ Die For­scher hät­ten dadurch nun einen bes­se­ren Ein­blick, wel­che Bedeu­tung Men­schen ver­schie­de­nen Sel­fies zuschreiben.

Die Ergeb­nis­se deu­ten zudem dar­auf hin, dass die Befrag­ten die visu­el­le Spra­che auf­grei­fen, die die Sel­fie-Erstel­ler ver­wen­de­ten, um ver­schie­de­ne Aspek­te von sich selbst zu kom­mu­ni­zie­ren – sei es ihre schlech­te Lau­ne oder ihr tol­les Out­fit. „Das zeigt, dass wir nicht zwin­gend Wor­te brau­chen, um ganz spe­zi­fi­sche Nach­rich­ten über uns selbst an die Außen­welt zu sen­den“, sagt Schneider.

Novum: Mit per­sön­li­chen Berich­ten Sel­fies sys­te­ma­tisch beschreiben

Frü­he­re Stu­di­en beschäf­tig­ten sich haupt­säch­lich mit der Bewer­tung von Sel­fies hin­sicht­lich visu­el­ler Merk­ma­le oder beglei­ten­der Hash­tags auf Social Media-Platt­for­men. Die aktu­el­le Stu­die wech­selt die Per­spek­ti­ve. „Die meis­ten For­schungs­ar­bei­ten ver­nach­läs­si­gen die asso­zia­ti­ven Fak­to­ren, die die Betrach­te­rIn­nen im Kopf haben, wenn sie sich in unse­rer Sel­fie-ori­en­tier­ten Welt umse­hen“, sagt Claus-Chris­ti­an Car­bon, Mit­au­tor der Stu­die und Inha­ber des Lehr­stuhls für All­ge­mei­ne Psy­cho­lo­gie und Metho­den­leh­re an der Uni­ver­si­tät Bam­berg. „Wir haben unter­sucht, was Sel­fies mit den Betrach­te­rin­nen und Betrach­tern machen und wel­che Absicht sie hin­ter den Sel­fies erkennen.“

Die Wis­sen­schaft­ler wei­sen jedoch auf Ein­schrän­kun­gen hin. Die seman­ti­schen Pro­fi­le könn­ten mög­li­cher­wei­se nicht welt­weit auf die glei­che Wei­se aus­ge­drückt oder ver­stan­den wer­den, sodass wei­te­re For­schung erfor­der­lich ist. „Wir brau­chen in Zukunft auf jeden Fall grö­ße­re, viel­fäl­ti­ge­re und kul­tur­über­grei­fen­de Stich­pro­ben, um ein Bild davon zu bekom­men, wie ver­schie­de­ne Grup­pen und Kul­tu­ren Sel­fies als kom­pak­te Kom­mu­ni­ka­ti­ons­form nut­zen“, sind sich die Autoren einig. Zudem pla­nen sie, ihre For­schung so aus­zu­wei­ten, dass sie bei­de Per­spek­ti­ven – die der Sel­fie-Erstel­le­rIn­nen und jene der Betrach­te­rIn­nen – ein­be­zie­hen kön­nen. Damit wol­len sie her­aus­fin­den, ob die beab­sich­tig­te Nach­richt der Per­son auf dem Sel­fie auch in die­ser Wei­se bei den Per­so­nen ankommt, die das Sel­fie betrachten.

Ver­an­stal­tun­gen

Uni­ver­si­tät Bam­berg: Archäo­lo­gi­sches Kol­lo­qui­um und Mozart-Requiem

Auch in der zwei­ten Okto­ber­hälf­te setzt die Uni­ver­si­tät Bam­berg ihr Ver­an­stal­tungs­an­ge­bot fort. Am 17. Okto­ber gibt es ein archäo­lo­gi­sches Kol­lo­qui­um und am 21. ein Mozart-Requiem.

Das Insti­tut für Archäo­lo­gi­sche Wis­sen­schaf­ten, Denk­mal­wis­sen­schaf­ten und Kunst­ge­schich­te der Uni­ver­si­tät Bam­berg orga­ni­siert auch die­ses Semes­ter wie­der ein archäo­lo­gi­sches Kol­lo­qui­um. Den Auf­takt macht am 17. Okto­ber (18:30 Uhr, Am Kra­nen 12) Dr. Sarah-Julie Witt­mann von der Uni­ver­si­tät Hei­del­berg. In ihrem Vor­trag beschäf­tigt sie sich mit den Anfän­gen der beson­de­ren Bezie­hung zwi­schen Men­schen und Haus­pfer­den. Dabei beleuch­tet Witt­mann auf Grund­la­ge unter­schied­li­cher Quel­len gesell­schaft­li­che Ver­än­de­run­gen, die aus der Pfer­de­hal­tung und ‑nut­zung folg­ten. Wei­te­re Vor­trä­ge des Kol­lo­quims von For­sche­rIn­nen aus Deutsch­land, Finn­land und Eng­land fin­den jeweils diens­tags statt.

Zur Eröff­nung des Win­ter­se­mes­ters spie­len der Kam­mer­chor und das Kam­mer­or­ches­ter der Uni­ver­si­tät Bam­berg am 21. Okto­ber (17:30 Uhr, Pfarr­kir­che St. Mar­tin) Bam­berg ein gemein­sa­mes Kon­zert. Auf dem Pro­gramm steht Wolf­gang Ama­de­us Mozarts letz­te Kom­po­si­ti­on, sein unvoll­ende­tes Requi­em. Bis heu­te ist das Werk geheim­nis­um­wit­tert und Gegen­stand ver­schie­de­ner Legenden.

Da Mozart inmit­ten des Kom­po­si­ti­ons­pro­zes­ses ver­starb, ver­voll­stän­dig­ten sei­ne Schü­ler Eyb­ler und Süß­mayr das Requi­em im Auf­trag sei­ner Wit­we. Obwohl es dem­ge­mäß nur zu etwa zwei Drit­teln von Mozart stammt, ist es eines sei­ner belieb­tes­ten und am höchs­ten ein­ge­schätz­ten Wer­ke und stellt ein ergrei­fen­des Ver­mächt­nis sei­nes musi­ka­li­schen Genies dar.

Ergän­zend dazu spielt die Uni­ver­si­täts­mu­sik das Stück „Musi­ca Celes­tis“ von Aaron Jay Ker­nis, einem ame­ri­ka­ni­schen Kom­po­nis­ten der Moder­ne. Die solis­ti­schen Gesangs­par­tien über­neh­men Anna Nesy­ba (Sopran), Chris­ti­ne Mit­ter­mair (Alt), Johan­nes Strauß (Tenor) und Simon Tisch­ler (Bass). Die Lei­tung liegt in den Hän­den von Uni­ver­si­täts­mu­sik­di­rek­tor Wil­helm Schmidts.

Für Kin­der und Jugendliche

Ver­an­stal­tun­gen Uni­ver­si­tät Bam­berg: „Maus-Tag“ und „Mäd­chen und Technik“

Die Uni­ver­si­tät Bam­berg bie­tet in den kom­men­den Wochen zwei Ver­an­stal­tun­gen für Kin­der und Jugend­li­che. Anfang Okto­ber kön­nen die Teil­neh­men­den am „Maus-Tag“ die Aula in der Domi­ni­ka­ner­kir­che mit moder­nen Mit­teln unter­su­chen. Und Anfang Novem­ber steht alles unter dem Mot­to „Mäd­chen und Technik“.

Seit mehr als zehn Jah­ren ver­an­stal­tet die all­seits bekann­te „Sen­dung mit der Maus“ den Infor­ma­ti­ons­tag „Der Türen auf Tag mit der Maus”. Dabei gewäh­ren bestimm­te Insti­tu­tio­nen im gan­zen Land in Zusam­men­ar­beit mit der Sen­dung ihrem kind­li­chen Publi­kum Ein­bli­cke in ihr Schaf­fen – zum Bei­spiel auch in Bam­berg. Unter dem Mot­to „Wert­vol­le Schät­ze“ wird am „Maus-Tag“ die ehe­ma­li­ge Domi­ni­ka­ner­kir­che und heu­ti­ge Aula der Uni­ver­si­tät am 3. Okto­ber ab 10:30 Uhr zum Labor für Kin­der im Alter von 6 bis 14 Jah­ren. Haupt­the­ma sind die Ver­än­de­run­gen, die Denk­ma­le im Lauf der Zeit durch­ma­chen, zum Bei­spiel wenn Türen oder Fens­ter zuge­mau­ert wer­den oder die Far­big­keit der Wän­de sich ändert. Mit Wär­me­bild­ka­me­ras, 3D-Scan­nern und Mikro­sko­pen kön­nen die Teil­neh­men­den gemein­sam mit Fach­per­so­nal der Uni­ver­si­tät Bam­berg den his­to­ri­schen Raum untersuchen.

Knapp einen Monat spä­ter heißt es „MuT – Mäd­chen und Tech­nik“. Unter dem Mot­to „Auf die Plät­ze – Tech­nik – Los!“ kön­nen Mäd­chen im Alter von 10 bis 14 Jah­ren Neu­es aus ver­schie­de­nen Anwen­dungs­ge­bie­ten der Infor­ma­tik ent­de­cken und dabei auch selbst aktiv wer­den. Im Ver­lauf von zwei Tagen bie­tet die Uni­ver­si­tät Bam­berg dabei von 9 bis 16 Uhr unter­schied­li­che Work­shops auf dem ERBA-Cam­pus an. So kön­nen die Teil­neh­me­rin­nen zum Bei­spiel mit einem Mini-Robo­ter Pro­gram­mie­ren ler­nen. Die Anmel­de­frist geht bis zum 25. Oktober.

Eco-Manage­ment and Audit Scheme

Mehr Nach­hal­tig­keit: Uni­ver­si­tät Bam­berg ist EMAS-zertifiziert

Ein Ziel der Uni­ver­si­tät Bam­berg ist, ihre Umwelt­aus­wir­kun­gen sys­te­ma­tisch zu erfas­sen und ihre Umwelt­leis­tung kon­ti­nu­ier­lich zu ver­bes­sern. Einen wich­ti­gen Schritt in die­se Rich­tung konn­te die Hoch­schu­le nun machen. Als eine der ers­ten baye­ri­schen Uni­ver­si­tä­ten ist sie EMAS-zertifiziert.

EMAS steht für „Gemein­schafts­sys­tem für das Umwelt­ma­nage­ment und die Umwelt­be­triebs­prü­fung“, bezie­hungs­wei­se „Eco-Manage­ment and Audit Sche­me“. Orga­ni­sa­tio­nen, die ein Umwelt­ma­nage­ment nach EMAS eta­blie­ren, ver­pflich­ten sich dazu, alle ein­schlä­gi­gen Umwelt­rechts­vor­schrif­ten zu erfül­len und einen Pro­zess der kon­ti­nu­ier­li­chen Ver­bes­se­rung der eige­nen Umwelt­leis­tung zu orga­ni­sie­ren. Eine der­art zer­ti­fi­zier­te Orga­ni­sa­ti­on ist seit letz­ter Woche die Uni­ver­si­tät Bam­berg, wie die Hoch­schu­le am 21. Sep­tem­ber mitteilte.

Mög­lich­kei­ten, mehr Nach­hal­tig­keit an einer Uni­ver­si­tät zu leben und das Zer­ti­fi­kat zu bekom­men, gibt es laut Uni­ver­si­tät vie­le. Bereits 2021 ist dafür ein Leit­bild ent­stan­den, in dem sich die Uni­ver­si­tät ver­pflich­tet, Umwelt­be­las­tun­gen zu ver­mei­den, Res­sour­cen zu scho­nen und Kli­ma­neu­tra­li­tät anzu­stre­ben. Dane­ben wur­de ein Umwelt­pro­gramm mit ins­ge­samt zwölf Hand­lungs­fel­dern wie Mobi­li­tät, IT oder Bau- und Flä­chen­ma­nage­ment und den Kern­the­men For­schung und Leh­re auf­ge­setzt. „Mit dem Umwelt­ma­nage­ment nach EMAS geht die Uni­ver­si­tät einen kon­se­quen­ten und sys­te­ma­ti­schen Weg“, sagt Dag­mar Steu­er-Flie­ser, Kanz­le­rin und Nach­hal­tig­keits­be­auf­trag­te der Hochschule.

Die ers­ten Schrit­te zur Zer­ti­fi­zie­rung waren 2021 eine Bestands­auf­nah­me und die Erar­bei­tung grund­le­gen­der Struk­tu­ren, um die Bestre­bun­gen im Bereich Nach­hal­tig­keit zu bün­deln. „Die Steue­rungs­grup­pe Nach­hal­tig­keit gibt es bereits seit 2016. Nun unter­streicht auch die Ein­füh­rung von EMAS die stra­te­gi­sche Aus­rich­tung der Universität.“

Es rücken dabei bei­spiels­wei­se die Mög­lich­kei­ten für selbst­er­zeug­te Solar­ener­gie, das Mobi­li­täts­ver­hal­ten oder auch die jähr­li­chen Gesamt­emis­sio­nen in den Blick. „Die Struk­tu­ren müs­sen von Beginn an auf jeden Fall so ange­legt sein, dass der Ver­än­de­rungs­pro­zess lang­fris­tig gelin­gen kann“, sagt Caro­lin Brix-Asa­la, Umwelt­ma­nage­ment­be­auf­trag­te der Uni­ver­si­tät. „Denn mit der Zer­ti­fi­zie­rung ist es nicht getan. EMAS ist ein fort­lau­fen­der Prozess.“

Ein kli­ma­po­li­ti­sches Zei­chen setz­te die Uni­ver­si­tät auch im Juli 2023 mit ihrem Bei­tritt zur inter­na­tio­na­len Kam­pa­gne „Race to Zero“. Die Insti­tu­tio­nen, die sich „Race to Zero” anschlie­ßen, ver­pflich­ten sich dazu, bis spä­tes­tens 2050 CO2-Neu­tra­li­tät zu errei­chen und bis 2030 zur Hal­bie­rung der Emis­sio­nen beizutragen.

Herbst­pro­gramm

Demenz, Öku­me­ne, Gesund­heit: Ver­an­stal­tun­gen an der Uni­ver­si­tät Bamberg

Die Uni­ver­si­tät Bam­berg bie­tet in den nächs­ten Wochen ein abwechs­lungs­rei­ches Ver­an­stal­tungs­pro­gramm. The­ma­ti­sche Schwer­punk­te sind dabei Demenz, Öku­me­ne und der Zusam­men­hang zwi­schen dem Schutz des Öko­sys­tems und Gesundheitsschutz.

Los geht es mit dem Herbst­pro­gramm der Uni­ver­si­tät Bam­berg am 23. Sep­tem­ber in der Hain­stra­ße 10. Im Rah­men der Baye­ri­schen Demenzwo­chen ver­an­stal­tet das Living Lab Demenz der Hoch­schu­le einen Tag der offe­nen Tür. Miri­am Kunz von der Uni­ver­si­tät Augs­burg und Ste­fan Lau­ten­ba­cher von der Uni­ver­si­tät Bam­berg infor­mie­ren über Ver­hal­tens­pro­ble­me wie Unru­he, moto­ri­sche Stö­run­gen, Aggres­si­vi­tät, Antriebs­lo­sig­keit oder Schmerz, die oft mit Demenz ein­her­ge­hen und die All­tags­fä­hig­keit stö­ren kön­nen. Dabei soll auch erklärt wer­den, was das Living Lab Demenz zur Unter­su­chung die­ser Pro­ble­me leis­ten kann. Die Uni­ver­si­tät bit­tet um zeit­na­he Anmel­dung über ihre Home­page.

Öku­me­ne und Gesundheit

Das ers­te Öku­me­ni­sche Kon­zil von Niz­äa von 325 stellt eine Beson­der­heit in der Kir­chen­ge­schich­te dar. Wäh­rend die Bekennt­nis­se und Syn­oden vor Beginn des 4. Jahr­hun­derts zumeist ört­li­chen oder eher pro­vin­zi­el­len Cha­rak­ter besa­ßen, war die Syn­ode von Niz­äa eine von Kai­ser Kon­stan­tin ein­be­ru­fe­ne Gesamt­syn­ode von Bischö­fen des Römi­schen Reiches.

Im Fokus eines Sym­po­si­ons, das der Lehr­stuhl für Kir­chen­ge­schich­te und Pat­ro­lo­gie der Uni­ver­si­tät Bam­berg am 25. und 26. Sep­tem­ber, An der Uni­ver­si­tät 2, ver­an­stal­tet, steht ins­be­son­de­re die Rezep­ti­on und Wir­kungs­ge­schich­te die­ses Kon­zils. Auch hier­bei bit­tet die Uni­ver­si­tät um Anmel­dung.

„Gesund­heit – Umwelt – Gesell­schaft: Umwelt- und Gesund­heits­so­zio­lo­gie im Gespräch“ lau­tet der Titel eines wei­te­ren Sym­po­si­ums der Uni­ver­si­tät, das am 5. und 6. Okto­ber statt­fin­det (Mar­kus­stra­ße 8a).

Aktu­el­le Kri­sen wie die Coro­na-Pan­de­mie und der Kli­ma­wan­del zei­gen, wie sehr Gesund­heit von einer intak­ten Umwelt abhängt. Aber wäh­rend Gesell­schaf­ten beim aku­ten direk­ten Gesund­heits­schutz ver­su­chen, erfolg­reich zu agie­ren, sind sie bis­her nicht in der Lage, die erfor­der­li­chen Maß­nah­men zum Schutz des Öko­sys­tems und damit der lang­fris­ti­gen eige­nen Gesund­heit umzu­set­zen. Die Deut­sche Gesell­schaft für Sozio­lo­gie möch­te im Rah­men ihrer Herbst­ta­gung die­sem Pro­blem auf den Grund gehen und Per­spek­ti­ven für For­schung und Poli­tik ent­wi­ckeln. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen und die Anmel­de­frist fin­den sich hier.

Ver­bund­pro­jekt ForDigitHealth 

Digi­ta­ler Stress ist ansteckend

Digi­ta­ler Stress ist anste­ckend. Das haben For­sche­rin­nen und For­scher der Uni­ver­si­tät Bam­berg im Rah­men des Ver­bund­pro­jekts For­Di­gi­tHe­alth her­aus­ge­fun­den, das jetzt zum Abschluss kommt.

Digi­ta­le Tech­no­lo­gien und Medi­en sind tief in unse­ren All­tag inte­griert. Sie hal­ten uns in Ver­bin­dung, sind die Vor­aus­set­zung für Arbeits­pro­zes­se, ermög­li­chen schnel­le Abstim­mun­gen, Inspi­ra­ti­on, Unter­hal­tung, Ler­nen und Unter­stüt­zung. Gleich­zei­tig ent­steht dadurch digi­ta­ler Stress, der zu nega­ti­ven gesund­heit­li­chen Fol­gen füh­ren kann. Die Uni­ver­si­tä­ten Augs­burg, Bam­berg, Erlan­gen-Nürn­berg, Mün­chen und Würz­burg haben im gemein­sa­men For­schungs­ver­bund „For­Di­gi­tHe­alth“ vier Jah­re lang zum gesun­den Umgang mit digi­ta­len Tech­no­lo­gien und Medi­en geforscht. Jetzt fin­det das Pro­jekt sei­nen Abschluss. Bay­erns Wis­sen­schafts­mi­nis­ter Mar­kus Blu­me betont: „Inter­dis­zi­pli­när, hoch­ak­tu­ell und mit Mehr­wert für uns alle: Der Ansatz des For­schungs­ver­bunds For­Di­gi­tHe­alth war und ist mus­ter­gül­tig. Digi­ta­le Tech­no­lo­gien und Medi­en bestim­men unse­ren All­tag – die Aus­wir­kun­gen müs­sen fun­diert unter­sucht wer­den, des­halb haben wir den For­schungs­ver­bund mit ins­ge­samt rund 3,4 Mil­lio­nen Euro geför­dert. Die Ergeb­nis­se geben uns nun wich­ti­ge Hin­wei­se, wie wir – jeder ein­zel­ne und als Gesell­schaft – mit dem Phä­no­men ‚Digi­ta­ler Stress‘ umge­hen kön­nen. Ganz beson­ders freut mich, dass die Ergeb­nis­se auch in einem Online-Weg­wei­ser für alle zugäng­lich gemacht werden.“

Anste­ckungs­po­ten­ti­al von Technostress

Die For­sche­rin­nen und For­scher der Uni­ver­si­tät Bam­berg haben sich im Rah­men von For­Di­gi­tHe­alth vor allem mit Anste­ckungs­po­ten­zia­len von digi­ta­lem Stress beschäf­tigt. Dass digi­ta­ler Stress, oder auch Tech­nost­ress, bei Mit­ar­bei­ten­den zu Burn­out füh­ren kann und bei Unter­neh­men Schä­den in Mil­lio­nen­hö­he her­vor­ru­fen kann, ist in der For­schung wohl­be­kannt. Als Ursa­che hat die bis­he­ri­ge For­schung aus­schließ­lich tech­no­lo­gi­sche Cha­rak­te­ris­ti­ka unter­sucht und sich dabei auf ein­zel­ne Per­so­nen und ihr jewei­li­ges Stress­ver­hal­ten kon­zen­triert. Typi­scher­wei­se han­deln und arbei­ten Men­schen aber sozi­al ein­ge­bet­tet und ein Groß­teil der Arbeit geschieht im Team. „Wir gin­gen Hin­wei­sen aus der Unter­neh­mens­pra­xis nach, wel­che dar­auf hin­deu­te­ten, dass sich die­ser Stress durch Kom­mu­ni­ka­ti­on oder durch Wahr­neh­mun­gen von Emo­tio­nen zwi­schen Men­schen über­trägt“, erklärt Prof. Dr. Tim Weit­zel, Inha­ber des Lehr­stuhls für Wirt­schafts­in­for­ma­tik, ins­be­son­de­re Infor­ma­ti­ons­sys­te­me in Dienst­leis­tungs­be­rei­chen, an der Uni­ver­si­tät Bam­berg. Neben ihm waren Prof. Dr. Chris­ti­an Mai­er, der zwi­schen­zeit­lich an die Lud­wig-Maxi­mi­li­ans-Uni­ver­si­tät Mün­chen gewech­selt ist, sowie Lea Reis am Teil­pro­jekt beteiligt.

„Haupt­er­geb­nis unse­rer For­schung ist die neue Erkennt­nis, dass digi­ta­ler Stress auch sozi­al anste­ckend ist. Man kann sich sozu­sa­gen nicht nur am SAP-Sys­tem, son­dern auch bei Kol­le­gen infi­zie­ren“, sagt Weit­zel. Das gesche­he vor allem im engen beruf­li­chen oder pri­va­ten Umfeld. Die Anste­ckung kön­ne ent­we­der durch Auf­nah­me der Emo­tio­nen oder der Pro­ble­me ande­rer erfol­gen. Die For­schen­den spre­chen dabei von emo­tio­na­ler bezie­hungs­wei­se kogni­ti­ver Anste­ckung. „Einer emo­tio­na­len Anste­ckung kön­nen wir kaum etwas ent­ge­gen­set­zen“, erläu­tert Weit­zel. „Denn sie pas­siert auto­ma­tisch, wenn wir unse­rem sozia­len Umfeld mit Empa­thie und Sym­pa­thie begeg­nen.“ Häu­fig kön­ne nur das bewuss­te Distan­zie­ren von der eige­nen emo­tio­na­len Reak­ti­on auf ande­re dem durch Anste­ckung ent­stan­de­nen Tech­nost­ress ent­ge­gen­wir­ken, zei­ge die For­schung. Bei einer kogni­ti­ven Anste­ckung kön­ne es hin­ge­gen hel­fen, sich ein gestärk­tes Selbst­ver­trau­en in die eige­nen IT-Fähig­kei­ten anzu­eig­nen und sich bewusst zu machen, dass man selbst der Situa­ti­on gewach­sen und den Pro­ble­men ande­rer nicht hilf­los aus­ge­lie­fert ist.

Auf die Ein­stel­lung zu Stress kommt es an

Der Bam­ber­ger Bei­trag stellt einen Teil der Ergeb­nis­se des For­schungs­ver­bunds dar. Wei­ter­hin haben die Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­ler her­aus­ge­fun­den: Beim gesun­den Umgang mit digi­ta­len Tech­no­lo­gien und Medi­en kom­me es auch auf die Ein­stel­lung zum Stress an. Wenn er durch ein Indi­vi­du­um als Her­aus­for­de­rung statt als Belas­tung ein­ge­stuft wer­de, kön­ne sich der Stress auch posi­tiv auf eine bes­se­re Leis­tung und Wohl­be­fin­den aus­wir­ken. Hier­für müs­sen aber die Bedin­gun­gen stim­men: eine aus­ge­bil­de­te Medi­en­kom­pe­tenz oder die Unter­stüt­zung durch Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen bezie­hungs­wei­se eines IT-Help­desks, das Hil­fe­su­chen­de zur Pro­blem­lö­sung befä­higt und nicht nur das Pro­blem selbst löst. In einer sol­chen Situa­ti­on wer­de der Kör­per kurz­fris­tig in Alarm­be­reit­schaft ver­setzt, um die Situa­ti­on bewäl­ti­gen zu kön­nen. Lang­fris­tig kön­ne die­ser Stress aber auch mit Erkran­kun­gen wie etwa Herz-Kreis­lauf-Erkran­kun­gen, Krebs oder Depres­si­on in Ver­bin­dung gebracht wer­den. Grund dafür sei­en lang­an­hal­ten­de Ent­zün­dungs­pro­zes­se, die der Kör­per im Rah­men der Stress­re­ak­ti­on durch­lau­fe, wenn der Mensch über einen lan­gen Zeit­raum Stress aus­ge­setzt ist. For­Di­gi­tHe­alth hat auch erforscht, wie digi­ta­le Tech­no­lo­gien mit­hil­fe nut­zer­zen­trier­ter Design­pro­zes­se gestal­tet wer­den müs­sen, um digi­ta­len Stress zu ver­rin­gern. Die Infor­ma­tik ging neue Wege und ent­wi­ckel­te zum Bei­spiel Tech­no­lo­gien für die Arbeit im Gehen, da sich Bewe­gung zum Stress­ab­bau sehr gut eig­net. Auch wur­de bear­bei­tet, wie man mit­hil­fe von Apps digi­ta­len Stress bes­ser bewäl­ti­gen kann und ers­te Pro­to­ty­pen vorgestellt.

Trans­fer: Weg­wei­ser zum Umgang mit Stress für die Öffentlichkeit

Der Baye­ri­sche For­schungs­ver­bund hat mög­li­che Lösungs­an­sät­ze im Umgang mit digi­ta­lem Stress auf­be­rei­tet. In „Digi­ta­ler Stress: Der Weg­wei­ser“ wur­den Infor­ma­tio­nen und Hin­wei­se zu Ursa­chen, Fol­gen und Wirk­wei­sen für die Öffent­lich­keit auf der Web­sei­te des Ver­bunds fest­ge­hal­ten. Auch die zugrun­de­lie­gen­den Publi­ka­tio­nen kön­nen im Weg­wei­ser nach­ge­le­sen wer­den. Der Ver­bund war mit aus­ge­wie­se­nen Exper­tin­nen und Exper­ten aus den fünf Fach­dis­zi­pli­nen Medi­zin, Psy­cho­lo­gie, Infor­ma­tik, Wirt­schafts­in­for­ma­tik und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­wis­sen­schaft besetzt. Im Rah­men von fünf über­ge­ord­ne­ten Quer­schnitts­the­men und in ins­ge­samt elf Teil­pro­jek­ten wur­de das The­ma digi­ta­ler Stress beforscht. Der Online-Weg­wei­ser ist hier zu fin­den, die Web­sei­te des For­schungs­ver­bun­des hier.

Uni­ver­si­tät Bamberg

Bau­be­ginn für neu­es Universitätssportzentrum

Bam­bergs altes Hal­len­bad wird zu einem Uni­ver­si­täts­sport­zen­trum umge­baut. Zum Win­ter­se­mes­ter 2026/​/​2027 sol­len die ers­ten Sport­kur­se stattfinden.

Das alte Bam­ber­ger Hal­len­bad am Mar­ga­re­ten­damm soll zum Uni­ver­si­täts­sport­zen­trum wer­den. Ein Ein­wei­hungs­akt per Ham­mer­schlag am 28. Juli läu­te­te nun den offi­zi­el­len Bau­be­ginn ein – das teil­te die Uni­ver­si­tät Bam­berg letz­te Woche mit.

So sol­len in den kom­men­den Jah­ren unter ande­rem eine Zwei­fach­sport­hal­le, ein Gym­nas­tik­raum und Semi­nar- und Büro­räu­me ent­ste­hen. Außer­dem sind auf den Außen­flä­chen des Gelän­des eine 100-Meter-Lauf­bahn, eine soge­nann­te Fin­nen­bahn für Cross­trai­nings, ein Hart­platz, ein Beach­vol­ley­ball­feld und Kugel­stoß- und Weit­sprung­an­la­gen geplant.

Auch an Fahr­rad­stell­plät­ze ist laut Uni­ver­si­tät gedacht – 200 sol­len vor dem neu­en Uni­ver­si­täts­sport­zen­trum ein­ge­rich­tet wer­den. Denn beim Umbau habe man sich zur Nach­hal­tig­keit ver­pflich­tet. „Mit dem sym­bo­li­schen Ham­mer­schlag set­zen wir einen bedeu­ten­den Mei­len­stein auf dem Weg zu einem moder­nen Uni­ver­si­täts­sport­zen­trum hier in Bam­berg“, sag­te Dag­mar Steu­er-Flie­ser, Kanz­le­rin der Uni­ver­si­tät. „Als Uni­ver­si­tät, die fest in der Stadt ver­an­kert ist, sind wir stolz dar­auf, das denk­mal­ge­schütz­te alte Hal­len­bad in ein moder­nes Sport­zen­trum umzu­wan­deln. Dabei liegt uns beson­ders am Her­zen, dass der Umbau im Ein­klang mit unse­ren Nach­hal­tig­keits­wer­ten steht.“ So sol­len etwa auf dem Dach eine Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge und vor dem Gebäu­de sechs E‑Ladesäulen instal­liert wer­den. Die Fas­sa­de soll eine Wär­me­schutz­ver­gla­sung erhal­ten und im Außen­be­reich ist ange­dacht, wei­te­re Flä­chen zu entsiegeln.

„Das Uni­ver­si­täts­sport­zen­trum wird ein Ort sein“, sag­te Kai Fisch­bach, Prä­si­dent der Uni­ver­si­tät Bam­berg, „an dem Ideen ent­ste­hen, Talen­te geför­dert wer­den und Gemein­schaft gelebt wird – das ist uns ins­be­son­de­re als Part­ner­hoch­schu­le des Spit­zen­sports wichtig.“

Fer­tig bis 2026

Die Fer­tig­stel­lung des Gebäu­des ist für Mit­te 2026 geplant. Etwa 3.000 Qua­drat­me­ter Nutz­flä­che sol­len dann zur Ver­fü­gung ste­hen. Bis zu 30 Mil­lio­nen Euro wer­de der Frei­staat Bay­ern in den Umbau des alten Hal­len­bads inves­tie­ren, so die Universität.

Das alte Hal­len­bad am Mar­ga­re­ten­damm mit sei­nem hohen Gebäu­de­so­ckel, dem recht­ecki­gen Grund­riss und der mar­kan­ten Ver­gla­sung zum Ade­naue­ru­fer und an der süd­öst­li­chen Stirn­sei­te wur­de zwi­schen 1964 und 1967 nach Ent­wür­fen der Archi­tek­ten Hans Rothen­bur­ger und Fried­rich Pöp­perl erbaut und 2006 in die baye­ri­sche Denk­mal­lis­te auf­ge­nom­men. „Dank des neu­en Uni­sport­zen­trums wird der Rothen­bur­ger Bau nicht nur erhal­ten. Viel­mehr ent­steht hier ein wei­te­rer zen­tra­ler Stand­ort der Uni auf der Ach­se zwi­schen Schil­ler­platz und ERBA. Er wird die Uni­ver­si­täts- und Bil­dungs­stadt Bam­berg stär­ken und zugleich ein neu­er sozia­ler Treff­punkt für alle Stu­die­ren­den der Uni sein“, sagt Bam­bergs Zwei­ter Bür­ger­meis­ter und Sozi­al­re­fe­rent Jonas Glüsenkamp.

Künst­li­che Intelligenz 

Uni­ver­si­tät Bam­berg: Wie kön­nen Unter­neh­men mit KI Wert generieren?

Eine Stu­die von unter ande­rem der Uni­ver­si­tät Bam­berg hat drei Mecha­nis­men und ihre Bedin­gun­gen auf­ge­deckt, mit denen künst­li­che Intel­li­genz (KI) in Unter­neh­men Wert­bei­trä­ge leis­ten kann. Bei allen drei geht es um maschi­nel­les Lernen.

Wie die Uni­ver­si­tät Bam­berg am 20. Juli in einer Mit­tei­lung schreibt, ver­än­dern Fort­schrit­te in der künst­li­chen Intel­li­genz (KI) die Wett­be­werbs­land­schaft. Auf der Suche nach einem geeig­ne­ten Umgang wür­den sich Unter­neh­men der­zeit mit in einer Viel­zahl von KI-Pro­jek­ten befas­sen. Dabei fal­le es Unter­neh­men aber schwer, durch KI einen greif­ba­ren Geschäfts­wert zu schaffen.

In einer Stu­die unter­such­ten nun For­schen­de der Copen­ha­gen Busi­ness School, der Uni­ver­si­tä­ten Bam­berg und Pader­born sowie der IT Uni­ver­si­ty of Copen­ha­gen, wie Unter­neh­men durch Anwen­dun­gen des maschi­nel­len Ler­nens (ML) – einer Kern­tech­no­lo­gie der KI – nach­hal­ti­gen Wert erzie­len können.

Drei Mecha­nis­men für Unternehmenswert

Wäh­rend die­ser, vier­jäh­ri­gen Stu­die betrach­te­ten die For­schen­den 56 ML-Anwen­dun­gen in 29 Unter­neh­men. Dabei deck­ten sie, so die Uni­ver­si­tät Bam­berg, drei grund­le­gen­de Mecha­nis­men auf, mit denen ML einen Wert­bei­trag in Unter­neh­men leis­ten soll.

„Jeder Mecha­nis­mus benö­tigt gewis­se Gege­ben­hei­ten, um erfolg­reich ein­ge­setzt zu wer­den, bringt aber auch einen ein­zig­ar­ti­gen Wert­bei­trag im Unter­neh­men“, sagt Dr. Kon­stan­tin Hopf vom Lehr­stuhl für Wirt­schafts­in­for­ma­tik der Uni­ver­si­tät Bam­berg. „Die sys­te­ma­ti­sche Gegen­über­stel­lung der drei Arten der ML-Nut­zung und der jewei­li­gen not­wen­di­gen Bedin­gun­gen hilft Unter­neh­men, ihre KI-Initia­ti­ven geziel­ter zu pla­nen und zu über­wa­chen”, sagt Prof. Ari­sa Shol­lo von der Copen­ha­gen Busi­ness School, die die Stu­die initi­iert hat.

Der ers­te Mecha­nis­mus, den die For­sche­rIn­nen auf­de­cken konn­ten, ist die Nut­zung von ML zur Wis­sens­ge­ne­rie­rung. Unter­neh­men set­zen also Algo­rith­men ein, um Mus­ter in Daten zu erken­nen und damit zum Bei­spiel neue Erkennt­nis­se über ihr Geschäfts­feld oder Kun­den­ver­hal­ten zu gewin­nen. Für die­se Art der Wert­schöp­fung benö­ti­gen Unter­neh­men ins­be­son­de­re daten­wis­sen­schaft­li­che Fähig­kei­ten und Domänenkenntnisse.

Beim zwei­ten Mecha­nis­mus nut­zen Unter­neh­men ML, um Men­schen bei der Aus­füh­rung von Auf­ga­ben zu unter­stüt­zen oder anzu­lei­ten. Die Anwen­dun­gen rei­chen von klei­nen Erwei­te­run­gen bestehen­der Soft­ware­pro­gram­me bis hin zu spe­zia­li­sier­ten Sys­te­men, die Ent­schei­dun­gen unter­stüt­zen oder spe­zi­fi­sche Hand­lungs­emp­feh­lun­gen geben. Eine gute Daten­in­fra­struk­tur und Exper­ti­se in der Gestal­tung von Nut­zer­inter­faces sind bei­spiels­wei­se für die­se Art der Wert­schöp­fung essenziell.

Bei der drit­ten Art der Wert­schöp­fung wird ML ent­we­der direkt in neue Pro­duk­te oder Dienst­leis­tun­gen inte­griert und somit dem End­kun­den zur Ver­fü­gung gestellt oder Tei­le von Geschäfts­pro­zes­sen wer­den von der KI selbst aus­ge­führt statt sie nur zu unter­stüt­zen. Um sol­che Ein­satz­sze­na­ri­en zu rea­li­sie­ren, sind Unter­neh­men auf die Inte­gra­ti­on von ML-Anwen­dun­gen in betrieb­li­che Pro­zes­se und IT-Sys­te­me, ein sta­bi­les Geschäfts­um­feld und weni­ge recht­li­che und ethi­sche Pro­ble­me mit ihren ML-Anwen­dun­gen angewiesen.

Uni­ver­si­tät Bam­berg und Hoch­schu­le Coburg grün­den Insti­tut Mensch & Ästhetik

In einem neu gegrün­de­ten, gemein­sa­men For­schungs­in­sti­tut wol­len die Uni­ver­si­tät Bam­berg und die Hoch­schu­le Coburg Wech­sel­wir­kun­gen von Gesund­heit und ästhe­ti­scher Gestal­tung erfor­schen. Am Diens­tag (18. Juli) unter­zeich­ne­ten die Uni­ver­si­täts-Prä­si­den­ten einen Koope­ra­ti­ons­ver­trag für das Insti­tut Mensch & Ästhetik.

Wer zum Bei­spiel eine Ope­ra­ti­on hin­ter sich hat, braucht oft Zeit, um wie­der auf die Bei­ne zu kom­men. Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten, die nach einem chir­ur­gi­schen Ein­griff noch in einem Kran­ken­haus­zim­mer lie­gen müs­sen, kön­nen aber sozu­sa­gen Glück im Unglück haben. Denn die­ses Zim­mer könn­te eine Aus­sicht ins Grü­ne haben, statt etwa auf eine Back­stein­wand. „Ein schö­ner Aus­blick ver­kürzt die post­ope­ra­ti­ve Auf­ent­halts­zeit signi­fi­kant, senkt den Schmerz­mit­tel­ver­brauch und lässt sogar die Pfle­ge­kräf­te freund­li­cher erschei­nen“, sagen der Bam­ber­ger Phi­lo­soph Prof. Dr. Chris­ti­an Illies und der Cobur­ger Ästhe­tik- und Design­for­scher Prof. Dr. Micha­el Hein­rich. Archi­tek­tur kön­ne also in ihrer Gestalt und ästhe­ti­schen Erschei­nungs­wei­se von gro­ßer Bedeu­tung für die Gesund­heit sein. Dies zei­ge unter ande­rem eine Aus­wer­tung von Pati­en­ten­ak­ten eines Kran­ken­hau­ses in Penn­syl­va­nia schon in den 1980ern.

Sol­che Zusam­men­hän­ge bes­ser zu erfas­sen, das Wis­sen für Bau­welt und Design frucht­bar zu machen und so einen Bei­trag zur Gesund­heits­för­de­rung und Prä­ven­ti­on zu leis­ten, ist das Anlie­gen eines neu gegrün­de­ten Insti­tuts der Otto-Fried­rich-Uni­ver­si­tät Bam­berg und der Hoch­schu­le für ange­wand­te Wis­sen­schaf­ten Coburg. Wie die Bam­ber­ger Hoch­schu­le mit­teil­te, unter­zeich­ne­ten am Diens­tag, 18. Juli, die Prä­si­den­ten der bei­den Ein­rich­tun­gen einen ent­spre­chen­den Koope­ra­ti­ons­ver­trag für das Insti­tut Mensch & Ästhetik.

„Die For­schung an der Uni­ver­si­tät Bam­berg zeich­net sich durch einen star­ken inter­dis­zi­pli­nä­ren Zuschnitt aus“, wird Kai Fisch­bach, Prä­si­dent der Uni­ver­si­tät Bam­berg, bei der Unter­zeich­nung eines Koope­ra­ti­ons­ver­trags im Alten Rat­haus zitiert. Die Akti­vi­tä­ten am Insti­tut Mensch & Ästhe­tik im Feld der Design‑, Geis­tes- und Human­wis­sen­schaf­ten sol­len die­se die­se Aus­rich­tung in beson­de­rer Wei­se ver­an­schau­li­chen und zei­gen, wie viel­fäl­tig Wis­sen­schaft zur Lösung gesell­schaft­li­cher Pro­ble­me bei­tra­gen kann.

Auch Ste­fan Gast, Prä­si­dent der Hoch­schu­le Coburg, freu­te sich über die Koope­ra­ti­on. „Die Koope­ra­ti­on hat außer­dem eine beson­de­re Dimen­si­on: Es ist das ers­te Mal, dass die Hoch­schu­le Coburg und die Uni­ver­si­tät Bam­berg in einem hoch­schul­ber­grei­fen­den Insti­tut zusammenarbeiten.“

Juli-Pro­gramm

Lesun­gen, Bücher­kis­te, Jazz: Was ist los an der Uni­ver­si­tät Bamberg?

In den kom­men­den Tagen bie­tet die Uni­ver­si­tät Bam­berg zum Semes­ter­en­de ein viel­tei­li­ges Pro­gramm wie eine Bücher­kis­te an Ver­an­stal­tun­gen an. Es gibt Lesun­gen, die Vor­stel­lung der Bücher­kis­te, eine Päd­ago­gik-Mes­se und einen Jazz-Abend.

In einer Mit­tei­lung hat die Uni­ver­si­tät Bam­berg ihr Ver­an­stal­tungs­pro­gramm für Juli ver­öf­fent­licht. Los geht es mor­gen (4. Juli) mit der Lesung mit Sharon Dodua Otoo (20 Uhr, An der Uni­ver­si­tät 2, Raum 00.25). Die Schrift­stel­le­rin, Akti­vis­tin und Her­aus­ge­be­rin der Buch­rei­he „Wit­nessed“ wird aus ihrem Debüt­ro­man „Adas Raum“ lesen. Dar­in ver­webt die Autorin, die 2016 für ihren Text „Herr Gröt­trup setzt sich hin“ den Inge­borg-Bach­mann-Preis gewann, die Lebens­ge­schich­ten von vier Frau­en zu einer Rei­se durch die Jahr­hun­der­te und über Kontinente.

Am Mitt­woch (5. Juli, 18 Uhr, Feld­kir­chen­stra­ße 21, Raum 01.37) hält Prof. Dr. Tho­mas Geh­ring sei­ne Abschieds­vor­le­sung. The­ma des Vor­trags ist „Inter­na­tio­na­le Insti­tu­tio­nen und Uni­ver­si­täts­gre­mi­en – Kol­lek­ti­ve Akteu­re oder (nur) Are­nen der Prä­fe­renz­ag­gre­ga­ti­on?“. Tho­mas Geh­ring geht dar­in der Fra­ge nach, was es eigent­lich heißt, wenn wir hören, dass der Welt­si­cher­heits­rat Sank­tio­nen gegen ein Land ver­hängt oder der Senat der Uni­ver­si­tät eine neue Prü­fungs­ord­nung beschlos­sen hat. Han­delt es sich bei die­sen Insti­tu­tio­nen um Akteu­re oder soll­ten wir Aus­sa­gen meta­pho­risch ver­ste­hen? Kön­nen die­se Insti­tu­tio­nen also selbst Hand­lungs­fä­hig­keit erlan­gen, sodass ihre Hand­lun­gen sich von denen ihrer Mit­glie­der unter­schei­den las­sen? Kön­nen sie auch eigen­stän­di­ge Inten­tio­nen ent­wi­ckeln, an denen sich ihre Ent­schei­dun­gen aus­rich­ten? Es zeigt sich, dass dies so ist, aller­dings in unter­schied­li­chem Aus­maß. Dar­aus erge­ben sich ange­sichts der wei­ten Ver­brei­tung sol­cher Insti­tu­tio­nen weit­rei­chen­de Fol­gen für Poli­tik und Gesellschaft.

Bücher­kis­te, Päd­ago­gik, Jazz

Auf Initia­ti­ve der Koor­di­nie­rungs- und Fach­stel­le der Part­ner­schaft für Demo­kra­tie ent­stand vor zwei Jah­ren das Pro­jekt „Demo­kra­tie lesen!“ für Bam­ber­ger Kindergärten. Lehr­amts­stu­die­ren­de haben nun eine Bücherkiste für die Grund­schu­le zusam­men­ge­stellt. Die Kis­te beinhal­tet 15 Bücher, die The­men wie Demo­kra­tie, Men­schen­rech­te, Viel­falt und Tole­ranz, Reli­gi­on und Kul­tur oder Flucht, Migra­ti­on und Umwelt­schutz auf­grei­fen. Am 6. Juli stel­len die Stu­die­ren­den um 18 Uhr die Bücher­kis­te vor (Feld­kir­chen­stra­ße 21, Raum 00.08).

Am 7. Juli beginnt um 13 Uhr die Päd­ago­gik-Mes­se an der Uni­ver­si­tät (Mar­kus­platz 3, Raum 02.27). Dort prä­sen­tie­ren sich päd­ago­gi­sche Ein­rich­tun­gen und Insti­tu­tio­nen der Regi­on. Aus ers­ter Hand kann man so päd­ago­gi­sche Arbeits­fel­der ken­nen­ler­nen, Netz­wer­ke knüp­fen und Prak­ti­kums­plät­ze ergat­tern. Auch die Zen­tra­le Stu­di­en­be­ra­tung der Uni­ver­si­tät, die Fach­stu­di­en­be­ra­tung des Bache­lor­stu­di­en­gangs Päd­ago­gik und des Mas­ter­stu­di­en­gangs Erwach­se­nen­bil­dung wer­den vor Ort sein, um rund um das Stu­di­um der Päd­ago­gik zu beraten.

Am 9. Juli gibt es einen Jazz-Abend (19 Uhr, An der Webe­rei 5). Ob mit Swing-Stan­dards oder Fusi­on – die Uni-Big­band ver­mag ihr Publi­kum zum Semes­ter­en­de jedes Mal aufs Neue zu unter­hal­ten. Regel­mä­ßig sind auch inter­na­tio­na­le Jazz-Grö­ßen zu Gast.

1 3 4 5 6 7 12