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Universität Bamberg - Page 4

Uni­ver­si­tät Bamberg

Ver­kür­zung der Arbeits­zeit: Was hält die Bevöl­ke­rung davon?

Sozio­lo­gin­nen der Uni­ver­si­tät Bam­berg unter­su­chen die Ein­stel­lun­gen der Bevöl­ke­rung zu Gewerk­schafts­for­de­run­gen nach Ver­kür­zung der Arbeits­zeit. Ergeb­nis: Mehr als zwei Drit­tel der Befrag­ten sind dafür.

Das The­ma der Ver­kür­zung der Arbeits­zeit ist in Deutsch­land in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ins Zen­trum der öffent­li­chen Debat­te gerückt, so die Uni­ver­si­tät Bam­berg in einer Mit­tei­lung. Ins­be­son­de­re Gewerk­schafts­for­de­run­gen hät­ten Reform­druck aus­ge­löst. Aktu­ell strei­ken etwa Lokführer:innen und Zugbegleiter:innen der Deut­schen Bahn neben höhe­ren Löh­nen auch für eine Reduk­ti­on ihrer regel­mä­ßi­gen Wochen­ar­beits­zeit. Doch wie steht die deut­sche Bevöl­ke­rung zu sol­chen Forderungen?

Auf­schluss dar­über kön­ne ein soge­nann­tes Impuls­pa­pier drei­er Bam­ber­ger Sozio­lo­gin­nen geben, das jetzt beim Deut­schen Insti­tut für Inter­dis­zi­pli­nä­re Sozi­al­po­li­tik­for­schung (DIFIS) erschie­nen ist. Dar­in unter­such­ten die Ein­stel­lung der Bevöl­ke­rung zu Gewerk­schafts­for­de­run­gen nach einer Ver­kür­zung der Arbeits­zeit anhand einer Tarif­for­de­rung der IG Metall. Die­se beinhal­te­te unter ande­rem einen indi­vi­du­el­len tarif­li­chen Anspruch auf eine befris­te­te Arbeits­zeit­ver­kür­zung sowie einen teil­wei­sen Lohn­aus­gleich durch die Arbeitgebenden.

Jun­ge Men­schen unter­stüt­zen Gewerk­schafts­for­de­rung mehr als ältere

Die aktu­el­len Ana­ly­sen basie­ren auf Daten des Ger­man Inter­net Panels (GIP) vom Juli 2018, die reprä­sen­ta­tiv für die deutsch­spra­chi­ge Bevöl­ke­rung in Pri­vat­haus­hal­ten sind. 2.426 Per­so­nen wur­den befragt.

Das zen­tra­le Ergeb­nis der Daten­ana­ly­se: Ins­ge­samt besteht in der Bevöl­ke­rung eine hohe Zustim­mung zu der Gewerk­schafts­for­de­rung nach Arbeits­zeit­ver­kür­zung mit par­ti­el­lem Lohn­aus­gleich. 61 Pro­zent der Befrag­ten drü­cken ihre Unter­stüt­zung aus.

„Beson­ders jun­ge Men­schen befür­wor­ten die For­de­rung der IG Metall“, sagt Prof. Dr. Kat­ja Möh­ring, Inha­be­rin des Lehr­stuhls für Sozio­lo­gie an der Uni­ver­si­tät Bam­berg. „Je höher das Alter der Befrag­ten, des­to mehr sinkt die Zustim­mung. Das deu­tet auf eine zuneh­men­de Bedeu­tung von indi­vi­du­el­len Ent­schei­dungs­mög­lich­kei­ten bei der Arbeits­zeit hin.“ Per­so­nen, die die For­de­rung unter­stüt­zen, zei­gen sich zudem durch­schnitt­lich unzu­frie­de­ner mit der Ver­ein­bar­keit von Beruf und Pri­vat­le­ben. Es bestehen laut den Wis­sen­schaft­le­rin­nen jedoch kei­ne wesent­li­chen Unter­schie­de zwi­schen Män­nern und Frau­en sowie zwi­schen Per­so­nen mit und ohne Kinder.

Drü­ber hin­aus wei­sen die Ergeb­nis­se dar­auf hin, dass tra­di­tio­nel­le Kon­flikt­li­ni­en bestehen. „Je höher die beruf­li­che Stel­lung und je höher das Ein­kom­men“, sagt Maxi­mi­lia­ne Rei­fen­scheid, wis­sen­schaft­li­che Mit­ar­bei­te­rin am Lehr­stuhl für Sozio­lo­gie, „des­to gerin­ger fällt die Unter­stüt­zung für die For­de­rung nach Arbeits­zeit­ver­kür­zung aus.“ Bei Per­so­nen ohne Füh­rungs­ver­ant­wor­tung liegt die Unter­stüt­zung höher als bei jenen in Manage­ment­po­si­tio­nen und unter Gewerk­schafts­mit­glie­dern fin­den sich mehr Unterstützer:innen als unter Selbstständigen.

Par­tei-Nei­gung spielt eine Rolle

Die Unter­stüt­zung der For­de­rung nach einem Recht auf Ver­kür­zung der Arbeits­zeit mit par­ti­el­lem Lohn­aus­gleich unter­schei­det sich auch nach Par­tei-Nei­gung. So fin­det die For­de­rung von 2018 bei Anhänger:innen der Grü­nen die größ­te Zustim­mung und erzielt auch bei den Anhän­ger­schaf­ten der SPD und der Lin­ken höhe­re Unter­stüt­zungs­wer­te. Die gerings­te Unter­stüt­zung drü­cken Anhänger:innen der FDP sowie jene der CDU aus.

In Bezug auf die aktu­el­len Aus­ein­an­der­set­zun­gen bei der Deut­schen Bahn sind vor allem drei Ergeb­nis­se her­vor­zu­he­ben. Die Unter­stüt­zung für die gewerk­schaft­li­che For­de­rung der IG Metall war 2018 beson­ders hoch bei Jün­ge­ren, bei Gewerk­schafts­mit­glie­dern sowie bei Per­so­nen, die mit den Ver­ein­bar­keits­mög­lich­kei­ten von Beruf und Pri­vat­le­ben unzu­frie­den sind. „Unse­re Ergeb­nis­se deu­ten dar­auf hin, dass die Gewerk­schaft durch die For­de­rung nach Arbeits­zeit­ver­kür­zung auch im aktu­el­len Fall einer­seits die Bin­dung zu bestehen­den Mit­glie­dern stär­ken, ande­rer­seits aber auch für neue Mit­glie­der unter jün­ge­ren Beschäf­tig­ten attrak­ti­ver wer­den kann“, schluss­fol­gert Kat­ja Möhring.

For­schungs­ver­bund zum Fami­li­en­le­ben in Bay­ern startet

Zum Janu­ar 2024 star­te­te der neue Baye­ri­sche For­schungs­ver­bund „Fami­li­en­le­ben in Bay­ern“. Die­ser soll gesell­schaft­li­chen Wan­del und sei­ne Wech­sel­wir­kun­gen mit Fami­li­en untersuchen.

Auf vier Jah­re ist der For­schungs­ver­bund „Fami­li­en­le­ben in Bay­ern – Empi­ri­sche Ein­sich­ten zu Trans­for­ma­tio­nen, Res­sour­cen und Aus­hand­lun­gen (For­Fa­mi­ly)” ange­legt und hat ein För­der­vo­lu­men von 3,6 Mil­lio­nen Euro. Die­ses stammt vom baye­ri­schen Staats­mi­nis­te­ri­um für Wis­sen­schaft und Kunst.

Co-Spre­che­rin­nen des Ver­bunds sind Dr. Pau­la-Ire­ne Vil­la Bras­lavs­ky, Inha­be­rin des Lehr­stuhls für Sozio­lo­gie und Gen­der Stu­dies an der Lud­wig-Maxi­mi­li­ans-Uni­ver­si­tät Mün­chen (LMU), und Dr. Rita Bra­ches-Chy­rek, Inha­be­rin des Lehr­stuhls für Sozi­al­päd­ago­gik an der Otto-Fried­rich-Uni­ver­si­tät Bam­berg. „Im For­schungs­ver­bund wer­den die fami­lia­len Bear­bei­tungs­pro­zes­se in der Aus­ge­stal­tung von sozia­len Bezie­hun­gen sowie der Nut­zung von Res­sour­cen durch Fami­li­en in den Blick genom­men“, sagt Rita Bra­ches-Chy­rek. So soll zum Bei­spiel unter­sucht wer­den, wie per­sön­li­che und sozia­le Erfah­run­gen und Fähig­kei­ten den Fami­li­en­mit­glie­dern hel­fen, auf struk­tu­rel­le Anfor­de­run­gen wie stei­gen­de sozia­le Unge­rech­tig­keit oder die Ver­ein­bar­keit von Care-Arbeit und Beruf zu bewältigen.

„Das Leben von Fami­li­en ist in den ver­gan­ge­nen Jah­ren kom­ple­xer, viel­fäl­ti­ger und indi­vi­du­ell gestalt­ba­rer gewor­den“, sagt Pau­la-Ire­ne Vil­la Bras­lavs­ky. Zugleich sei­en fami­lia­le Struk­tu­ren sehr sta­bil und ent­fal­te­ten einen Eigen­sinn, der wie­der­um in die Gesell­schaft zurück­wirkt. Der Ver­bund „For­Fa­mi­ly“ soll empi­risch die­sen Wan­del erfor­schen und Anre­gun­gen für poli­ti­sches Han­deln entwickeln.

Dafür wol­len vier Uni­ver­si­tä­ten (Bam­berg, Erlan­gen-Nürn­berg, LMU und TU Mün­chen) und zwei Hoch­schu­len für ange­wand­te Wis­sen­schaf­ten (Mün­chen und Lands­hut) sowie zwei außer­uni­ver­si­tä­ren For­schungs­in­sti­tu­tio­nen (Staats­in­sti­tut für Fami­li­en­for­schung an der Uni­ver­si­tät Bam­berg und Deut­sches Jugend­in­sti­tut) in Bay­ern gezielt Aspek­te des heu­ti­gen und ver­gan­ge­nen Fami­li­en­le­bens erfor­schen. Unter­sucht wer­den der gesell­schaft­li­che Wan­del und sei­ne Wech­sel­wir­kun­gen mit Fami­li­en. Dabei fra­gen die For­schen­den nach den struk­tu­rel­len Rah­men­be­din­gun­gen von Fami­li­en und den unter­schied­li­chen Res­sour­cen, auf die die­se zurück­grei­fen können.

Zudem sol­len Aus­hand­lungs­pro­zes­se inner­halb von Fami­li­en ana­ly­siert wer­den. Dabei legt die For­schung beson­de­rer Wert auf die mul­ti- und inter­dis­zi­pli­nä­re Zusam­men­ar­beit. „Fami­li­en sind viel­di­men­sio­nal, zu ihrer Erfor­schung brau­chen wir des­halb mög­lichst vie­le ver­schie­de­ne Metho­den und dis­zi­pli­nä­re Bli­cke“, sagt Pau­la-Ire­ne Vil­la Braslavsky.

Zwei neue Pro­jek­te zum Fami­li­en­le­ben an der Uni­ver­si­tät Bamberg

Zwei der ins­ge­samt zehn Teil­pro­jek­te im For­schungs­ver­bund sind an der Uni­ver­si­tät Bam­berg ange­sie­delt. Sie erfor­schen unter ande­rem, wie Kin­der in fami­lia­len Pro­zes­sen mit­wir­ken oder vor wel­chen Her­aus­for­de­run­gen Bil­dungs­ein­rich­tun­gen und Bera­tungs­stel­len bei der Arbeit mit geflüch­te­ten Fami­li­en ste­hen und wie sich die­se meis­tern lassen.

Rita Bra­ches-Chy­rek lei­tet das Pro­jekt „Pro­zes­se fami­lia­ler Kom­pli­zen­schaft und (un-)sichtbarer Ungleich­hei­ten. Kind­heit und Fami­li­en­le­ben (Kids­Com­pli­ci­ty)“. Gemein­sam mit ihrem Team unter­sucht sie, in wel­cher Wei­se Kin­der am Zustan­de­kom­men von Fami­li­en­struk­tu­ren betei­ligt sind. Dabei geht es unter ande­rem dar­um, wie Kin­der die typi­schen Abläu­fe im Fami­li­en­all­tag mit­ge­stal­ten, bei­spiels­wei­se wenn es dar­um geht, Ver­än­de­run­gen wie die Schei­dung der Eltern oder Belas­tun­gen wie Armut, Migra­ti­on oder Krank­heit zu bewältigen.

Prof. Dr. Hen­ri­et­te Engel­hardt-Wölf­ler von der Pro­fes­sur für Demo­gra­fie und Doris Lüken-Kla­ßen vom Staats­in­sti­tut für Fami­li­en­for­schung an der Uni­ver­si­tät Bam­berg lei­ten das Pro­jekt „Ankom­men. Fami­li­en­bil­dung und Bera­tung für geflüch­te­te Fami­li­en“. Mit­tels einer Längs­schnitt­stu­die ana­ly­sie­ren sie, wie Ein­rich­tun­gen der Sozia­len Arbeit auf die Zuwan­de­rung Geflüch­te­ter reagie­ren, vor wel­chen Her­aus­for­de­run­gen Fach­kräf­te ste­hen, und wie ein fried­li­ches Mit­ein­an­der und die Inte­gra­ti­on geflüch­te­ter Eltern und Kin­der nach­hal­tig geför­dert wer­den können.

Uni­ver­si­tät Bamberg

Stu­die: Selbst­mit­ge­fühl als Schlüs­sel zur erfüll­ten Partnerschaft?

Eine Stu­die der Uni­ver­si­tät Bam­berg hat die Rol­le von Selbst­mit­ge­fühl in Bezie­hun­gen unter­sucht. Ergeb­nis: Selbst­mit­ge­fühl kann nicht nur die eige­ne Bezie­hungs­zu­frie­den­heit, son­dern auch die der Part­ne­rin oder des Part­ners posi­tiv beeinflussen.

Selbst­mit­ge­fühl kann einen posi­ti­ven Effekt auf die Qua­li­tät einer Bezie­hung haben. Das ist das zen­tra­le Ergeb­nis einer psy­cho­lo­gi­schen Stu­die der Otto-Fried­rich-Uni­ver­si­tät Bam­berg und der Mar­tin-Luther-Uni­ver­si­tät Hal­le-Wit­ten­berg (MLU). „Selbst­mit­ge­fühl bedeu­tet, dass Per­so­nen sich selbst gegen­über eine für­sorg­li­che, freund­li­che und acht­sa­me Ein­stel­lung haben – ins­be­son­de­re in Hin­blick auf eige­ne Unzu­läng­lich­kei­ten“, erläu­tert Dr. Robert Kör­ner, Erst­au­tor der Stu­die und wis­sen­schaft­li­cher Mit­ar­bei­ter am Lehr­stuhl für Per­sön­lich­keits­psy­cho­lo­gie und Psy­cho­lo­gi­sche Dia­gnos­tik der Uni­ver­si­tät Bam­berg. „Zwei Men­schen pro­fi­tie­ren davon, wenn sie in der Lage sind, sich selbst gegen­über bei Unzu­läng­lich­kei­ten, Leid und Schmerz in der Bezie­hung mit­füh­lend zu reagie­ren. Auf die­se Wei­se kann nicht nur das eige­ne Lie­bes­le­ben auf­blü­hen, son­dern auch das des Part­ners oder der Part­ne­rin.“ Beson­ders Män­ner in hete­ro­se­xu­el­len Bezie­hun­gen wie­sen in der Unter­su­chung eine hohe Bezie­hungs­zu­frie­den­heit auf, wenn ihre Part­ne­rin inner­halb der Paar­be­zie­hung selbst­mit­füh­lend ist.

Das Paar im Fokus

Bis­her war laut Uni­ver­si­tät Bam­berg bereits bekannt, dass die Aus­prä­gung des Selbst­mit­ge­fühls Effek­te auf das per­sön­li­che Wohl­be­fin­den haben kann. Zudem kann es beein­flus­sen, wie Men­schen ihre roman­ti­schen Bezie­hun­gen erle­ben, wie zufrie­den sie in ihrer Bezie­hung sind und wie sie mit ihrer Part­ne­rin oder ihrem Part­ner inter­agie­ren. Dabei geht es zum Bei­spiel dar­um, wie sie Kon­flik­te lösen oder mit Eifer­sucht umgehen.

In der aktu­el­len Stu­die sind die For­schen­den einen Schritt wei­ter­ge­gan­gen, um einen tie­fe­ren Ein­blick in das Poten­ti­al von Selbst­mit­ge­fühl in Paar­be­zie­hun­gen zu gewin­nen. „Bis­her wur­den haupt­säch­lich Stu­di­en durch­ge­führt, die sich auf eine Per­son in der Bezie­hung bezie­hen. Wir haben bei­de Per­so­nen in der roman­ti­schen Bezie­hung befragt“, sagt Dr. Nan­cy Tand­ler, wis­sen­schaft­li­che Mit­ar­bei­te­rin am Insti­tut für Psy­cho­lo­gie der MLU.

Die For­schen­den ver­wen­de­ten dabei ein dif­fe­ren­zier­tes Mess­ver­fah­ren für die Bezie­hungs­zu­frie­den­heit, um ver­schie­de­ne Aspek­te roman­ti­scher Bezie­hun­gen berück­sich­ti­gen zu kön­nen. Die Fra­gen an die Test­per­so­nen dreh­ten sich dem­nach etwa dar­um, wie zufrie­den die­se mit der Sexua­li­tät in der Bezie­hung sind oder wel­ches lang­fris­ti­ge Poten­ti­al sie der Bezie­hung beimessen.

Zudem betrach­te­ten die For­schen­den den Zusam­men­hang auf einer bezie­hungs­spe­zi­fi­schen Ebe­ne. Dafür unter­such­ten sie nicht nur das indi­vi­du­el­le Selbst­mit­ge­fühl, son­dern auch das Selbst­mit­ge­fühl inner­halb der Bezie­hung. „Die­ser Ansatz trägt der Tat­sa­che Rech­nung, dass sich Men­schen in ver­schie­de­nen Lebens­be­rei­chen unter­schied­lich ver­hal­ten“, sagt Prof. Dr. Astrid Schütz, Inha­be­rin des Lehr­stuhls für Per­sön­lich­keits­psy­cho­lo­gie und Psy­cho­lo­gi­sche Dia­gnos­tik der Uni­ver­si­tät Bam­berg. Zum Bei­spiel kön­ne es einen Unter­schied geben, wie selbst­mit­füh­lend eine Per­son nach einem Kon­flikt in einer Lie­bes­be­zie­hung ist und wie selbst­für­sorg­lich die Per­son nach einem Kon­flikt bei der Arbeit ist. Für die Stu­die befrag­ten die For­schen­den zwi­schen Janu­ar und Dezem­ber 2022 ins­ge­samt 209 deutsch­spra­chi­ge hete­ro­se­xu­el­le Paa­re in Form von Online-Fragebögen.

Ergeb­nis­se für Paar­the­ra­pien nützlich

„Neben den inhalt­li­chen Ergeb­nis­sen zie­hen wir den Schluss, dass es wich­tig ist, die Wech­sel­be­zie­hung zwi­schen den Bezie­hungs­part­ne­rin­nen und ‑part­nern zu berück­sich­ti­gen, um das vol­le Poten­ti­al des Selbst­mit­ge­fühls als Res­sour­ce für glück­li­che Bezie­hun­gen zu ver­ste­hen“, sagt Nan­cy Tand­ler. Wei­te­re For­schung sol­le vor allem auch gleich­ge­schlecht­li­che Bezie­hun­gen und Paa­re aus ande­ren Natio­nen berück­sich­ti­gen, da die Erwar­tun­gen an roman­ti­sche Bezie­hun­gen sich je nach Kul­tur, Bezie­hungs­mo­dell, Geschlecht- und Gen­der­rol­len unter­schei­den können.

Die Ergeb­nis­se der aktu­el­len Stu­die kön­nen laut den For­schen­den ins­be­son­de­re für Paar­the­ra­pien nütz­lich sein, da Selbst­mit­ge­fühl trai­niert wer­den kann. Bei einem Miss­erfolg oder dem Erle­ben einer per­sön­li­chen Unzu­läng­lich­keit könn­te man sich bei­spiels­wei­se fra­gen: Wie wür­de ich mich gegen­über einem Freund oder einer Freun­din ver­hal­ten, wenn er oder sie sich in so einer Situa­ti­on befin­den wür­de? Anschlie­ßend wen­det man die­se Art der Für­sor­ge auf sich selbst an.

Was ist los an der Uni­ver­si­tät Bamberg?

Sym­po­si­um zu Reli­gi­on in der Demo­kra­tie und Semesterabschlusskonzert

In der kom­men­den Woche bie­tet die Uni­ver­si­tät Bam­berg zwei Ver­an­stal­tun­gen an. Ein Sym­po­si­um geht dem demo­kra­ti­schen Poten­ti­al von Reli­gi­on nach und das Uni­ver­si­täts­or­ches­ter spielt sein Semesterabschlusskonzert.

In vie­len Regio­nen und Län­dern herr­schen anti­de­mo­kra­ti­sche, auto­kra­ti­sche, popu­lis­ti­sche Strö­mun­gen oder Regie­run­gen. In sei­nem Buch „Demo­kra­tie braucht Reli­gi­on“ greift der Sozio­lo­ge und Poli­tik­wis­sen­schaft­ler Hart­mut Rosa sol­che Kri­sen­si­tua­tio­nen auf. Zwei Fra­gen beschäf­ti­gen ihn dar­in: War­um schei­nen west­li­che Demo­kra­tien der­zeit so erschöpft zu sein und wenig Strahl­kraft zu besit­zen? Und: Wel­ches Poten­ti­al hat Reli­gi­on in die­ser Kri­sen­si­tua­ti­on? Rosa über­sieht dabei kei­nes­wegs die Kon­flikt­po­ten­tia­le reli­giö­ser Welt­an­schau­un­gen. Zugleich ver­sucht er aber auch, die Poten­zia­le der Reli­gi­on für die Zukunft der Demo­kra­tien auszuloten.

Vom 25. bis 26. Janu­ar ver­an­stal­tet die Uni­ver­si­tät Bam­berg zum The­ma ein öffent­li­ches Sym­po­si­um (Hör­saal U2/00.25, An der Uni­ver­si­tät 2). Dort haben die Besucher:innen die Gele­gen­heit, unter­schied­li­che Fach­per­spek­ti­ven von Bam­ber­ger For­schen­den auf die Mate­rie ken­nen­zu­ler­nen und mit ihnen dar­über zu dis­ku­tie­ren. Hart­mut Rosa selbst hält am 26. Janu­ar einen Abendvortrag.

Einen Tag nach dem Sym­po­si­um (27. Janu­ar, 19 Uhr) spie­len der Uni­ver­si­täts­chor und das Uni­ver­si­täts­or­ches­ter ihr Semes­ter­ab­schluss­kon­zert. Im Joseph-Keil­berth-Saal der Kon­zert­hal­le ste­hen unter dem Mot­to „See­len­le­ben“ Stü­cke von Fran­cis Pou­lenc, Ser­gei Rach­ma­ni­now und Dmi­t­ri Schost­a­ko­witsch auf dem Pro­gramm. So wer­den „Sta­bat Mater FP 148“ von Pou­lenc, „Voca­li­se op. 34“ von Rach­ma­ni­now und Schost­a­ko­witschs ers­te Sym­pho­nie gespielt. Anna Nesy­ba über­nimmt die sopra­nis­ti­schen Tei­le, die Lei­tung hat Uni­ver­si­täts­mu­sik­di­rek­tor Wil­helm Schmidts inne.

Fina­le gegen Uni­ver­si­tät Erlangen-Nürnberg

Uni­ver­si­tät Bam­berg: Bas­ket­ball-Damen­mann­schaft gewinnt baye­ri­sche Hochschulmeisterschaft

Mit 47:34 hat die Bas­ket­ball-Damen­mann­schaft der Uni­ver­si­tät Bam­berg letz­te Woche die baye­ri­sche Hoch­schul­meis­ter­schaft gewon­nen. Im Fina­le setz­te sich das Team gegen die Aus­wahl der Uni­ver­si­tät Erlan­gen-Nürn­berg durch.

Die Bas­ket­ball-Damen­mann­schaft der Otto-Fried­rich-Uni­ver­si­tät Bam­berg konn­te letz­ten Mitt­woch (6. Dezem­ber) einen Rie­sen­er­folg bei den baye­ri­schen Hoch­schul­meis­ter­schaf­ten in Pas­sau ein­fah­ren. Erst­mals ging der Titel des baye­ri­schen Meis­ters an das Team der Uni­ver­si­tät Bamberg.

Im ers­ten Tur­nier-Spiel schlu­gen die Bam­ber­ge­rin­nen das Team aus Pas­sau deut­lich mit 61:15. Im zwei­ten Spiel wur­de es schwie­ri­ger. Letzt­lich gewann Bam­berg aber auch die Spie­le­rin­nen der Würz­bur­ger Uni­ver­si­tät deut­lich (50:38). Im Halb­fi­na­le ging es gegen die Regens­bur­ge­rin­nen, ein Spiel, das Bam­berg mit 60:33 gewann.

Im Fina­le trat die Bas­ket­ball-Damen­mann­schaft der Uni­ver­si­tät Bam­berg dann gegen das unter ande­rem mit zwei Natio­nal­spie­le­rin­nen stark besetz­te Team der Fried­rich-Alex­an­der-Uni­ver­si­tät Erlan­gen-Nürn­berg an. Nach einem zwi­schen­zeit­li­chen 0:11-Rückstand konn­te das Bam­ber­ger Team das Spiel aber dre­hen und letzt­lich mit 47:34 für sich ent­schei­den. Damit hat sich die Mann­schaft von Coach Ste­fan Voll, Lei­ter des Uni­ver­si­täts­sport­zen­trums, zusätz­lich für die Deut­schen Hoch­schul­meis­ter­schaf­ten im kom­men­den Jahr qua­li­fi­ziert. „Es war ein Sieg des Wil­lens und der Ein­stel­lung“, sag­te Voll nach dem Spiel.

Die Baye­ri­schen Hoch­schul­meis­ter­schaf­ten im Damen-Bas­ket­ball gibt es bereits seit 1978. Ins­ge­samt nah­men 2023 auf­grund der Wet­ter­ver­hält­nis­se nur sechs Mann­schaf­ten an den Meis­ter­schaf­ten teil, acht waren ursprüng­lich ange­mel­det. Bis­her hat­te noch nie ein Team der Uni­ver­si­tät Bam­berg gewon­nen und die­se Spie­le­rin­nen kön­nen sich nun baye­ri­sche Hoch­schul­meis­te­rin­nen nen­nen: Jana Barth, Pau­li­na Eichels­dör­fer, Patri­cia Gün­ther, Marie Kapp, Han­nah Kun­zen­dorf, Lucy Michel, Lucie Miku­l­o­va, Anna-Loui­se Rie­del, Ame­lie Rösch und Ste­pha­nie Sachnovski.

Abwechs­lungs­rei­ches Programm

Ver­an­stal­tun­gen Uni­ver­si­tät Bam­berg: Krip­pen­aus­stel­lung, Lesun­gen, Weihnachtskonzert

In den nächs­ten Tagen bie­tet die Uni­ver­si­tät Bam­berg ein abwechs­lungs­rei­ches Ver­an­stal­tungs­pro­gramm. So fin­den über die Woche eine Krip­pen­fi­gu­ren-Aus­stel­lung statt, eine Podi­ums­dis­kus­si­on zu digi­ta­ler Bil­dung, eine Roman-Lesung mit Char­lot­te Gneuß, die Abschieds­vor­le­sung von Sabi­ne Wei­nert, das Theo­lo­gi­sche Forum, ein Film­fo­rum mit Domi­nik Graf und das Weih­nachts­kon­zert des Universitätsorchester.

Um 1800 ent­stand in der fran­zö­si­schen Pro­vence der Brauch, aus Brot­teig Hauskrip­pen zu gestal­ten. Da die­se San­tons – zu Deutsch klei­ne Hei­li­ge – nicht lan­ge halt­bar waren, ging man bald dazu über, sie aus Ton zu for­men. So ent­stand letzt­lich ein Kunst­ge­wer­be und mit dem San­ton­nier sogar ein Aus­bil­dungs­be­ruf. Der Lehr­stuhl für Euro­päi­sche Eth­no­lo­gie der Uni­ver­si­tät Bam­berg zeigt seit ges­tern (4. Dezem­ber) eine Aus­stel­lung mit Pro­ven­ça­li­schen Krip­pen­fi­gu­ren (An der Uni­ver­si­tät 5) aus der Samm­lung der 2023 ver­stor­be­nen Volks­kund­le­rin Bär­bel Kerkhoff-Hader. Bevöl­kert sind die­se süd­fran­zö­si­schen Krip­pen jedoch nicht nur von der hei­li­gen Fami­lie, Och­sen und Esel, den Hir­ten und den Wei­sen aus dem Mor­gen­land. Hier pil­gern auch Jäger, Metz­ger, Laven­del- und Fisch­ver­käu­fe­rin­nen, Brief­trä­ger, Wäsche­rin­nen und vie­le mehr zum Stall von Bethlehem.

Digi­ta­le Bil­dung, Char­lot­te Gneuß, Sabi­ne Weinert

In Ihren Räum­lich­kei­ten in der Mar­kus­stra­ße ver­an­stal­tet die Uni­ver­si­tät Bam­berg heu­te Abend (5. Dezem­ber, 17 Uhr) eine Podi­ums­dis­kus­si­on zum The­ma Digi­ta­le Bil­dung. Der All­tag an Schu­len, Hoch­schu­len und ande­ren Bil­dungs­ein­rich­tun­gen hat sich durch den Ein­satz von moder­nen Tech­no­lo­gien nach­hal­tig ver­än­dert. Digi­ta­le Tools sind mitt­ler­wei­le aus dem Unter­richt eben­so wenig weg­zu­den­ken wie aus der Hoch­schul­leh­re, der beruf­li­chen oder der wis­sen­schaft­li­chen Bil­dung. Die­se Ent­wick­lung bie­tet laut der Uni­ver­si­tät Chan­cen für Leh­ren­de und Ler­nen­de. In einer Podi­ums­dis­kus­si­on stellt sich die Hoch­schu­le ent­spre­chend die Fra­ge: Wie kann uns die­ses Mehr an Tech­nik hel­fen, Leh­re und Unter­richt tat­säch­lich bes­ser zu gestalten?

Eben­falls heu­te Abend (5. Dezem­ber, 19 Uhr, An der Uni­ver­si­tät 5) liest Char­lot­te Gneuß aus ihrem Debüt­ro­man „Git­ter­see“. Die 1992 gebo­re­ne Autorin publi­ziert unter ande­rem in Lite­ra­tur­ma­ga­zi­nen und für ZEIT Online. „Git­ter­see“ wur­de für die Long­list des Deut­schen Buch­prei­ses 2023 nomi­niert, mit dem Lite­ra­tur­preis der Jür­gen-Pon­to-Stif­tung und dem aspek­te-Lite­ra­tur­preis aus­ge­zeich­net. Der Roman erzählt von der DDR der 1970er Jah­re aus der Per­spek­ti­ve von Karin. Die 16-jäh­ri­ge ist mit fami­liä­ren Auf­ga­ben über­häuft und zum ers­ten Mal ver­liebt. Als ihr Freund Paul plötz­lich in den Wes­ten flieht, gerät sie unter den Druck der Staats­si­cher­heit. Das Werk beschreibt die DDR zum ers­ten Mal aus der Per­spek­ti­ve einer jun­gen, nach­ge­bo­re­nen Autorin.

Am 6. Dezem­ber (18:15 Uhr, Mar­kus­platz 3) hält Sabi­ne Wei­nert ihre Abschieds­vor­le­sung. Sabi­ne Wei­nert, Inha­be­rin des Lehr­stuhls für Psy­cho­lo­gie I wird dar­in zum The­ma „Früh übt sich – Befun­de und Per­spek­ti­ven aus 21 Jah­ren ent­wick­lungs­psy­cho­lo­gi­scher For­schung zu früh­kind­li­cher Ent­wick­lung und Bil­dung in Bam­berg“ sprechen.

Anti­se­mi­tis­mus, Domi­nik Graf, Weihnachtskonzert

Am 7. Dezem­ber (18:15 Uhr, An der Uni­ver­si­tät 2) lädt dir Uni­ver­si­tät zum Theo­lo­gi­schen Forum. Das beschäf­tigt sich die­ses Semes­ter mit Anti­se­mi­tis­mus in Deutsch­land. Der Vor­trag trägt den Titel „Anti­ju­da­is­ti­sche Tex­te im Neu­en Tes­ta­ment und deren Rezep­ti­on in der Kunst­ge­schich­te am Bei­spiel des Bam­ber­ger Doms“. Es refe­rie­ren Bern­hard Hei­nin­ger von Uni­ver­si­tät Würz­burg und Bir­git Kast­ner vom Erz­bis­tum Bamberg.

Im Rah­men der Fach­ta­gung „Viel­falt im Gegen­satz“ kommt am 8. Dezem­ber (18 Uhr, An der Uni­ver­si­tät 2) der Film­re­gis­seur Domi­nik Graf nach Bam­berg. Graf ist auch als Film­pu­bli­zist bekannt, der mit Essay­fil­men und Büchern den deut­schen Fern­seh- und Kino-Dis­kurs berei­chert. Aktu­ell ent­steht sein Buch „Sein oder Spie­len“, das einen Ein­blick in das Regie­hand­werk und die Schau­spie­ler­füh­rung bie­tet. Vor der Ver­öf­fent­li­chung wird Graf eini­ge Kapi­tel des Buches vor­le­sen. Für den 9. Dezem­ber (17 Uhr) ist außer­dem ein Podi­um mit Domi­nik Graf samt Film­vor­füh­rung im Kino Licht­spiel geplant.

Am sel­ben Tag spielt das Uni­ver­si­täts­or­ches­ter sein tra­di­tio­nel­les Weih­nachts­kon­zert (9. Dezem­ber, 15 und 18 Uhr, Domi­ni­ka­ner­stra­ße 2a). Musi­ka­lisch mal fröh­lich und schwung­voll, dann wie­der still und besinn­lich, mit belieb­ten Klas­si­kern, aber auch unbe­kann­te­ren Melo­dien – soll­te für alle etwas dabei sein.

Hit­ze­schutz­plan

Uni­ver­si­tät Bam­berg: For­schungs­pro­jekt „HEATCOM“ zu Hitzekommunikation

Die Uni­ver­si­tä­ten Erfurt und Bam­berg haben ein For­schungs­pro­jekt zu mensch­li­chem Ver­hal­ten bei Hit­ze begon­nen. Unter dem Namen „HEATCOM“ geht es auch um eine wirk­sa­me Hitzekommunikation.

Der Kli­ma­wan­del hat weit­rei­chen­de Fol­gen für die mensch­li­che Gesund­heit. Eine der offen­sicht­lichs­ten Aus­wir­kun­gen ist die Zunah­me der Tem­pe­ra­tur und von extre­men Hit­ze­ereig­nis­sen. Hohe Tem­pe­ra­tu­ren kön­nen erheb­li­che Risi­ken für den mensch­li­chen Kör­per haben, ins­be­son­de­re für bestimm­te Tei­le der Bevöl­ke­rung. Dazu gehö­ren älte­re Men­schen, Säug­lin­ge und Klein­kin­der, Schwan­ge­re, Men­schen mit Über­ge­wicht oder Unter­ernäh­rung, Per­so­nen, die kör­per­lich schwer oder im Frei­en arbei­ten, die inten­siv Sport trei­ben, Obdach­lo­se, Men­schen mit aku­ten Erkran­kun­gen und Men­schen, die regel­mä­ßig Alko­hol oder Dro­gen kon­su­mie­ren. Ihre phy­sio­lo­gi­schen Beson­der­hei­ten oder ihr Ver­hal­ten machen sie anfäl­li­ger für Hit­zestress und hit­ze­be­ding­te Erkrankungen.

Vor die­sem Hin­ter­grund hat­te das Insti­tu­te for Pla­ne­ta­ry Health Beha­viour (IPB) der Uni­ver­si­tät Erfurt im Mai 2023 eine Umfrge zum The­ma Hit­ze gestar­tet. Wie der Koope­ra­ti­ons­part­ner der Uni­ver­si­tät Bam­berg nun mit­teil­te, wer­den die bei­den Hoch­schu­len in den kom­men­den drei Jah­ren vom Gesund­heits­mi­nis­te­ri­um eine För­der­sum­me von 911.000 Euro für das For­schungs­pro­jekt „HEATCOM“ erhalten.

Denn Per­so­nen mit Risi­ko­fak­to­ren, die ihr Hit­ze­ri­si­ko nicht ken­nen, sei­en eine wich­ti­ge und gro­ße Ziel­grup­pe für Auf­klä­rung. Die Umfra­ge zeig­te: Trotz der zahl­rei­chen Medi­en­an­ge­bo­te zum The­ma ist das Hit­ze­schutz­wis­sen inner­halb der Bevöl­ke­rung oft­mals nicht aus­rei­chend. Ins­ge­samt hat­ten rund 60 Pro­zent der Befrag­ten ange­ge­ben, von den medi­al oder in ihrem Umfeld ver­füg­ba­ren Infor­ma­ti­on zum The­ma nicht erreicht wor­den zu sein.

Zie­le von „HEATCOM“

„Mit „HEATCOM“ wol­len wir nun hier anset­zen und unter­su­chen, wie sich Bür­ge­rIn­nen in Hit­ze­si­tua­tio­nen ver­hal­ten“, sagt Pro­jekt­lei­te­rin Mir­jam Jen­ny vom IPB. „Wir unter­su­chen, wel­che Fak­to­ren ihr Schutz­ver­hal­ten beein­flus­sen und wel­che Inter­ven­tio­nen zu einer gesund­heits­för­der­li­chen Anpas­sung bei­tra­gen könn­ten.“ Auf Sei­ten der Uni­ver­si­tät Bam­berg betreut Phil­ipp Spreng­holz, Juni­or­pro­fes­sor für Gesund­heits­psy­cho­lo­gie, das Projekt.

Mit­hil­fe eines mobi­len Befra­gungs­an­sat­zes möch­ten er und sein Team die Gedan­ken, Gefüh­le und Ver­hal­tens­wei­sen vor, in und nach Hit­ze­ereig­nis­sen genau erfas­sen. Außer­dem soll ergrün­det wer­den, durch wel­che Maß­nah­men Hit­ze­be­las­tun­gen redu­ziert wer­den kön­nen. Ziel ist es, die Erkennt­nis­se Behör­den und dem Gesund­heits­we­sen zur Ver­fü­gung zu stel­len. So sol­len die Orga­ni­sa­tio­nen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­kam­pa­gnen und Inter­ven­ti­ons­pro­gram­me – wie zum Bei­spiel ein deut­scher Hit­ze­schutz­plan – kon­zi­pie­ren kön­nen. Mir­jam Jen­ny sagt: „Damit wol­len wir dazu bei­tra­gen, die Maß­nah­men zum Hit­ze­schutz­ver­hal­ten und zur Hit­ze­schutz­kom­mu­ni­ka­ti­on für die Bevöl­ke­rung und ins­be­son­de­re für Risi­ko­grup­pen zu verbessern.“

BWL, VWL, WI

Uni­ver­si­tät Bam­berg: Top­be­wer­tun­gen im CHE-Hochschulranking

Im dies­jäh­ri­gen CHE-Hoch­schul­ran­king haben drei Stu­di­en­gän­ge der Uni­ver­si­tät Bam­berg erneut sehr gut abge­schnit­ten. Stu­die­ren­de bewer­te­ten die Betriebs­wirt­schafts­leh­re, die Volks­wirt­schafts­leh­re und die Wirt­schafts­in­for­ma­tik der Hoch­schu­le als sehr gut.

Das Ran­king des Cen­trums für Hoch­schul­ent­wick­lung (CHE) ist, so die Uni­ver­si­tät Bam­berg in einer Mit­tei­lung, das detail­lier­tes­te und umfas­sends­te Ran­king deut­scher Uni­ver­si­tä­ten und Hoch­schu­len für ange­wand­te Wis­sen­schaf­ten. Im neu­en CHE-Ver­gleich der Mas­ter­an­ge­bo­te wer­den je nach Fach bis zu 15 ver­schie­de­ne Kri­te­ri­en – Stu­die­ren­den­ur­tei­le und Fak­ten – aus­ge­wie­sen. Die Bewer­tung wird auf einer 5‑S­ter­ne-Ska­la dargestellt.

Das CHE-Ran­king beur­teilt dabei jedes Jahr ein Drit­tel der unter­such­ten Fächer neu. Im Gegen­satz zu ande­ren Ran­kings ver­gibt das CHE-Ran­king kei­ne ein­zel­nen Rang­plät­ze, son­dern unter­schei­det bei der Aus­wer­tung der Ergeb­nis­se zwi­schen einer Spitzen‑, einer Mit­tel- und einer Schluss­grup­pe. Mehr als 10.000 Mas­ter-Stu­di­en­gän­ge ste­hen in Deutsch­land zur Wahl.

Die nun ver­öf­fent­lich­ten Ergeb­nis­se der CHE-Befra­gung von Mas­ter­stu­die­ren­den zei­gen, dass die Bam­ber­ger Volks­wirt­schafts­leh­re (VWL) und die Wirt­schafts­in­for­ma­tik (WI) in allen Kate­go­rien an der Spit­ze lie­gen. Der Mas­ter­stu­di­en­gang Betriebs­wirt­schafts­leh­re (BWL) hat vor allem beim For­schungs- und Pra­xis­be­zug gepunk­tet. „Die exzel­len­ten Ergeb­nis­se zei­gen, dass wir unse­ren Stu­die­ren­den in Bam­berg sehr gute Vor­aus­set­zun­gen für ein erfolg­rei­ches Stu­di­um bie­ten“, sagt Ste­fan Hör­mann, Vize­prä­si­dent für Leh­re und Stu­die­ren­de der Uni­ver­si­tät Bamberg.

Spit­zen­uni­ver­si­tät in Deutschland

Zum wie­der­hol­ten Mal erreich­te die Bam­ber­ger Wirt­schafts­in­for­ma­tik in allen zehn Kate­go­rien den Spit­zen­be­reich. Die Stu­die­ren­den bewer­te­ten vor allem das Lehr­an­ge­bot, die Betreu­ung durch Leh­ren­de und die Stu­di­en­or­ga­ni­sa­ti­on her­vor­ra­gend und ver­ga­ben sehr gute Noten unter ande­rem für Pra­xis- und For­schungs­ori­en­tie­rung sowie die Unter­stüt­zung für Aus­lands­auf­ent­hal­te. „Damit sind wir erneut die Spit­zen­uni­ver­si­tät in Deutsch­land für Wirt­schafts­in­for­ma­tik und die Digi­ta­li­sie­rung in Unter­neh­men“, sagt Thors­ten Staa­ke, der das CHE-Ran­king für die Bam­ber­ger Wirt­schafts­in­for­ma­tik betreut.

Nach dem her­vor­ra­gen­den Abschnei­den des volks­wirt­schaft­li­chen Bache­lor­stu­di­en­gangs Euro­pean Eco­no­mic Stu­dies (EES) beim jüngs­ten CHE-Ran­king hat nun auch das Insti­tut für VWL erneut Grund zur Freu­de. In neun von zehn Kate­go­rien der Stu­die­ren­den­be­fra­gung liegt auch der Mas­ter­stu­di­en­gang EES meist deut­lich über dem deutsch­land­wei­ten Durch­schnitt und fin­det sich in allen zehn Kate­go­rien im Spit­zen­be­reich wieder.

Die BWL-Stu­die­ren­den der Uni­ver­si­tät Bam­berg bewer­te­ten vor allem das brei­te Lehr­an­ge­bot in der Befra­gung über­aus posi­tiv. Mehr als 90 Pro­zent fan­den etwa die Mög­lich­kei­ten der indi­vi­du­el­len Schwer­punkt­set­zung inner­halb des Stu­di­ums sehr gut oder gut. „Es freut uns beson­ders, dass es uns aus Sicht der Stu­die­ren­den gelun­gen ist, sowohl den For­schungs­be­zug als auch den Pra­xis­be­zug über­zeu­gend in die Leh­re zu inte­grie­ren“, hebt Tho­mas Egner, Inha­ber des Lehr­stuhls für Betriebs­wirt­schafts­leh­re eines der Ergeb­nis­se heraus.

Jähr­li­che Rangliste

Uni­ver­si­tät Bam­berg: Gute Ergeb­nis­se im Shang­hai Ranking

Die Sozio­lo­gie, Poli­tik­wis­sen­schaft und Psy­cho­lo­gie der Uni­ver­si­tät Bam­ber­ger haben im Shang­hai Ran­king Plat­zie­run­gen auf den Bes­ten­lis­ten erreicht. Ins­be­son­de­re die Sozio­lo­gie schnei­det im inter­na­tio­na­len Ver­gleich gut ab.

Seit 2009 ver­öf­fent­licht das soge­nann­te Shang­hai Ran­king Bewer­tun­gen von welt­wei­ten Hoch­schu­len nach ihren Fächern. 2023 wur­den 55 Fächer unter ande­rem aus den Natur­wis­sen­schaf­ten, Inge­nieur­wis­sen­schaf­ten, Sozi­al­wis­sen­schaf­ten und der Medi­zin bewer­tet. Mehr als 1.900 Uni­ver­si­tä­ten aus 104 Län­dern und Regio­nen sind auf­ge­führt. Für das Ran­king wer­den eine Rei­he objek­ti­ver Indi­ka­to­ren her­an­ge­zo­gen wie etwa For­schungs­leis­tung, inter­na­tio­na­le Zusam­men­ar­beit, For­schungs­qua­li­tät und inter­na­tio­na­le aka­de­mi­sche Auszeichnungen.

Auch die Uni­ver­si­tät Bam­berg ist im dies­jäh­ri­gen Shang­hai Ran­king dabei, wie die Hoch­schu­le mit­teil­te. Nament­lich den Fächern Sozio­lo­gie, Poli­tik­wis­sen­schaft und Psy­cho­lo­gie beschei­nig­te die Rang­lis­te ein sehr hohes Niveau. „Dass unse­re Uni­ver­si­tät erst­mals mit drei Fächern im Shang­hai Ran­king gelis­tet ist, freut uns sehr“, sagt Kai Fisch­bach, Prä­si­dent der Uni­ver­si­tät Bam­berg. „Neben den her­vor­ra­gen­den Plat­zie­run­gen auf natio­na­ler Ebe­ne sind auch die inter­na­tio­na­len Rang­plät­ze in Anbe­tracht der Grö­ße unse­rer Uni­ver­si­tät beachtlich.“

Sozio­lo­gie, Poli­tik­wis­sen­schaft und Psychologie

Unter den drei Fächern sticht ins­be­son­de­re die Sozio­lo­gie her­vor. Im Ver­gleich zu allen im Ran­king auf­ge­führ­ten Uni­ver­si­tä­ten welt­weit lan­det die Uni­ver­si­tät Bam­berg mit dem Fach Sozio­lo­gie auf Platz 84. Im deutsch­land­wei­ten Wett­streit erreicht sie Platz vier und im bay­ern­wei­ten Ver­gleich Platz eins. „Wir freu­en uns sehr, dass unse­re star­ken For­schungs­leis­tun­gen mit die­sem her­vor­ra­gen­den Ran­king-Ergeb­nis inter­na­tio­nal hohe Aner­ken­nung fin­den“, sagt Micha­el Gebel, Direk­tor des Insti­tuts für Sozio­lo­gie an der Universität.

Mit dem Fach Poli­tik­wis­sen­schaft liegt die Uni­ver­si­tät im glo­ba­len Ver­gleich unter den bes­ten 300 Uni­ver­si­tä­ten. Im deutsch­land­wei­ten Ver­gleich der im Ran­king auf­ge­führ­ten Uni­ver­si­tä­ten belegt sie Platz 14 und bay­ern­weit Platz drei. „Als Bam­ber­ger Poli­tik­wis­sen­schaft­le­rIn­nen sind wir glück­lich und stolz, im Shang­hai-Ran­king erneut sehr gut abzu­schnei­den“, sagt Moni­ka Heu­pel, Direk­to­rin des Insti­tuts für Poli­tik­wis­sen­schaft. Bereits im ver­gan­ge­nen Jahr konn­te die Bam­ber­ger Poli­tik­wis­sen­schaft gute Plät­ze im Shang­hai Ran­king erreichen.

Auch die Bam­ber­ger Psy­cho­lo­gie kommt im aktu­el­len Shang­hai-Ran­king unter die welt­weit 500 bes­ten Uni­ver­si­tä­ten. Im Ver­gleich zu ande­ren deut­schen Uni­ver­si­tä­ten lan­det sie auf Platz 56. „Wir freu­en uns sehr, dass wir mit unse­rer For­schungs­leis­tung einen guten Platz in die­sem inter­na­tio­na­len Ran­king erhal­ten haben“, sagt Claus H. Cars­ten­sen, Direk­tor des Insti­tuts für Psy­cho­lo­gie. „Wir wer­den unse­re For­schungs­ori­en­tie­rung wei­ter aus­bau­en, sodass letzt­lich die Stu­die­ren­den in der Leh­re von unse­rem for­schungs­star­ken Kol­le­gi­um profitieren.“

Bes­te Uni­ver­si­tät der Welt

Welt­weit als bes­te Uni­ver­si­tät im all­ge­mei­nen Ver­gleich schnitt im Ran­king erneut die Har­vard Uni­ver­si­ty ab. Auf den Plät­zen zwei und drei fol­gen, eben­falls aus den USA, die Stan­ford Uni­ver­si­ty und das Mas­sa­chu­setts Insti­tu­te of Tech­no­lo­gy. Die best­plat­zier­te euro­päi­sche Uni­ver­si­tät ist auf dem sieb­ten Platz die eng­li­sche Uni­ver­si­ty of Oxford, die bes­te des Kon­ti­nents die Uni­ver­si­té Paris-Saclay (Platz 15).

Die Uni­ver­si­tät Hei­del­berg erreich­te mit dem 55. Platz die bes­te deut­sche Plat­zie­rung, gefolgt von der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Mün­chen (59). Die Bam­ber­ger Hoch­schu­le hat sich im all­ge­mei­nen Ver­gleich nicht plat­zie­ren können.

Uni­ver­si­tät Bamberg

Coro­na­pan­de­mie: Ver­zerr­te Erin­ne­run­gen bei Geimpf­ten und Ungeimpften

Ein For­schungs­team aus unter ande­rem Bam­berg hat unter­sucht, wie Wahr­neh­mun­gen und Ver­hal­tens­wei­sen wäh­rend der Coro­na­pan­de­mie künf­ti­ge Ein­stel­lun­gen über die Pan­de­mie prä­gen. Je nach Impf­sta­tus besteht eine pola­ri­sier­te Wahr­neh­mung der Vergangenheit.

For­schen­de der Uni­ver­si­tä­ten Bam­berg, Chi­ca­go, Erfurt, Ham­burg und Wien haben ver­sucht her­aus­zu­fin­den, wie der Impf­sta­tus, also geimpft oder unge­impft, die Wahr­neh­mung und Erin­ne­rung an die Coro­na­pan­de­mie beein­flus­sen. Die Stu­di­en­teil­neh­me­rIn­nen wur­den dafür im ers­ten Jahr der Pan­de­mie, also 2020, befragt und dann noch­mals 2023. „In der zwei­ten Befra­gung wur­den sie auch gebe­ten, sich an ihre Wahr­neh­mun­gen und Ver­hal­tens­wei­sen im ers­ten Jahr der Pan­de­mie zu erin­nern. So konn­ten ihre Erin­ne­run­gen mit den tat­säch­lich gege­be­nen Ant­wor­ten ver­gli­chen wer­den“, sagt Phil­ipp Spreng­holz, Mit­au­tor der Stu­die von der Uni­ver­si­tät Bamberg.

Mit­tels meh­re­rer Stu­di­en mit mehr als 10.000 Befrag­ten aus ins­ge­samt zehn Län­dern konn­ten die For­sche­rIn­nen ermit­teln, wie die Erin­ne­run­gen an die eige­nen Anga­ben aus der Ver­gan­gen­heit der Coro­na­pan­de­mie von aktu­el­len Wahr­neh­mun­gen und Ver­hal­tens­wei­sen abhän­gig waren. Ins­be­son­de­re inter­es­sier­te die Wis­sen­schaf­te­rIn­nen, wie unter­schied­li­che Ein­stel­lun­gen die Ver­zer­rung der Erin­ne­run­gen beein­flus­sen. Dafür betrach­te­ten sie vor allem, ob die Befrag­ten gegen Covid-19 geimpft oder unge­impft waren. Das über­ra­schen­de Ergeb­nis, so die Uni­ver­si­tät Bam­berg in einer Mit­tei­lung: Je nach­dem, wie sehr sich Geimpf­te bezie­hungs­wei­se Unge­impf­te mit ihrem Impf­sta­tus iden­ti­fi­zie­ren, sind die Erin­ne­run­gen in unter­schied­li­che Rich­tun­gen verzerrt.

So über­schätz­ten bei­spiels­wei­se Geimpf­te ihr damals wahr­ge­nom­me­nes Risi­ko einer Infek­ti­on und ihr Ver­trau­en in die Wis­sen­schaft. Unge­impf­te unter­schätz­ten im Rück­blick hin­ge­gen ten­den­zi­ell Risi­ko und Ver­trau­en. Da sich die Erin­ne­run­gen teil­wei­se ver­bes­ser­ten, wenn die Befrag­ten Geld für beson­ders akku­ra­te Erin­ne­run­gen erhiel­ten, schlie­ßen die Wis­sen­schaf­te­rIn­nen, dass die Erin­ne­rungs­ver­zer­run­gen zumin­dest teil­wei­se moti­viert sind und nicht allein durch blo­ßes Ver­ges­sen erklärt wer­den können.

Wunsch zur Zer­schla­gung des poli­ti­schen Systems

Wei­ter­hin zeig­ten die Stu­di­en­ergeb­nis­se, dass bei einer stär­ke­ren Unter­schät­zung der dama­li­gen Risi­ko­wahr­neh­mun­gen, Schutz­ver­hal­ten und Ver­trau­en in die Regie­rung und Wis­sen­schaft, poli­ti­sche Maß­nah­men rück­bli­ckend als weni­ger ange­mes­sen wahr­ge­nom­men wur­den. Nega­ti­ve­re Bewer­tun­gen der poli­ti­schen Maß­nah­men wäh­rend der Pan­de­mie sind der Stu­die zufol­ge auch mit einem stär­ke­ren Wunsch ver­bun­den, Poli­ti­ke­rIn­nen und Wis­sen­schaf­te­rIn­nen für ihr Han­deln in der Pan­de­mie zu bestra­fen und die gesam­te poli­ti­sche Ord­nung zu zer­schla­gen. Wenig über­ra­schend gaben die­se Befrag­ten auch an, dass sie nicht beab­sich­ti­gen, Bestim­mun­gen in zukünf­ti­gen Pan­de­mien zu folgen.

„Die Ergeb­nis­se zei­gen, dass es sys­te­ma­ti­sche Unter­schie­de dar­in gibt, wie sich Men­schen an die Pan­de­mie erin­nern, obwohl sich ihre dama­li­gen Ein­schät­zun­gen oft­mals gar nicht so stark von­ein­an­der unter­schie­den“, sagt Luca Hen­kel von der Uni­ver­si­ty of Chi­ca­go über die Ergeb­nis­se. Die ver­zerr­te Erin­ne­rung füh­re zu einer pola­ri­sier­ten Wahr­neh­mung der Ver­gan­gen­heit, die das Poten­zi­al hat, die aktu­el­le und zukünf­ti­ge gesell­schaft­li­che Pola­ri­sie­rung auf­recht­zu­er­hal­ten und die Vor­be­rei­tung auf kom­men­de Kri­sen zu behin­dern. Cor­ne­lia Betsch von der Uni­ver­si­tät Erfurt und vom Bern­hard-Nocht-Insti­tut Ham­burg ergänzt: „In Zukunft müs­sen wir über die kurz­fris­ti­gen Effek­te poli­ti­scher Maß­nah­men zur Ein­däm­mung von Pan­de­mien hin­aus­bli­cken und auch lang­fris­ti­ge Fol­gen für den sozia­len Zusam­men­halt berücksichtigen“.

Wei­te­re Stu­di­en sol­len nun unter­su­chen, wie sich die Ver­zer­rung von Erin­ne­run­gen und die gesell­schaft­li­che Pola­ri­sie­rung gegen­sei­tig beein­flus­sen und wie die­se Dyna­mik in ver­schie­de­nen Län­dern vari­iert. Dabei sol­len auch ande­re Kri­sen wie etwa die Kli­ma­kri­se in den Blick genom­men wer­den. „Außer­dem wol­len wir Wege zur Ver­rin­ge­rung der Pola­ri­sie­rung erfor­schen“, sagt Robert Böhm von der Uni­ver­si­tät Wien. „Even­tu­ell lässt sich die Iden­ti­fi­ka­ti­on von Geimpf­ten und Unge­impf­ten mit ihrem Impf­sta­tus redu­zie­ren. Damit könn­te sich die Moti­va­ti­on ver­rin­gern, die Erin­ne­run­gen über­haupt zu ver­zer­ren und somit die Auf­ar­bei­tung der Pan­de­mie ver­bes­sert werden.“

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