Zufällig ausgewählte MieterInnen sowie VermieterInnen bekommen Post
Erhebung zum Bamberger Mietspiegel 2026 beginnt
Ab dem 3. September 2025 erhalten mehrere tausend Mieterinnen und Mieter sowie Vermieterinnen und Vermieter in Bamberg ein Schreiben von Oberbürgermeister Andreas Starke mit der Bitte, sich an der Befragung zum Mietspiegel 2026 zu beteiligen, wie die Stadt Bamberg mitteilt.
Die Befragung für den Mietspiegel 2026 wird zum einen Teil bei Mieterinnen und Mietern und zum anderen Teil bei Vermieterinnen und Vermietern durchgeführt. Die Mieterhaushalte wurden per Zufallsstichprobe aus dem Bamberger Einwohnermelderegister ausgewählt.
Die Mieterinnen und Mieter erhalten per Post einen Fragebogen. Die Teilnahme an der Befragung ist sowohl schriftlich als auch online möglich. Die Mieterinnen und Mieter werden zur Art, Größe, Beschaffenheit und Ausstattung ihrer Wohnung befragt.
Alle Daten werden vertraulich behandelt und die datenschutzrechtlichen Bestimmungen werden eingehalten. Die Teilnahme an der Befragung ist nach Art. 238 § 2 des Einführungsgesetzes zum Bürgerlichen Gesetzbuche verpflichtend.
Seit dem Jahr 2014 sorgt ein qualifizierter Mietspiegel für Transparenz auf dem Wohnungsmarkt in Bamberg. Er dokumentiert die ortsübliche Vergleichsmiete für verschiedene Wohnungstypen und ist daher von großer praktischer Bedeutung für den Ausgleich zwischen Mietern und Vermietern. Er schafft Rechtssicherheit und dient in Bamberg seit Anfang 2016 auch als Grundlage für die Prüfung der Mietpreisbremse.
Der Mietspiegel 2026 wird wieder gemeinsam mit dem Mieterverein Bamberg e.V., Haus & Grund Bamberg e.V. sowie Vertreterinnen und Vertretern der Bamberger Wohnungswirtschaft entwickelt, die die Erhebung ausdrücklich unterstützen.
Institut mit Erhebung beauftragt
Mit der Durchführung und Auswertung der Befragung wurde das ALP Institut für Wohnen und Stadtentwicklung GmbH aus Hamburg beauftragt.
Weitere Informationen zur aktuellen Erhebung des Mietspiegels sind unter https://www.alp-institut.de zu finden. Außerdem stehen die Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner des ALP Instituts für Wohnen und Stadtentwicklung GmbH montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr unter der Telefonnummer 040//3346476–41 und der E‑Mail-Adresse mieten@alp-institut.de zur Verfügung.
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Vom 1. bis 6. September
Sperrungen wegen Dreharbeiten
Bamberg ist als Filmstadt beliebt. Zwischen dem 1. und dem 6. September sind nun erneut Dreharbeiten vorgesehen, für die zeitweise Straßen und Parkplätze gesperrt werden, wie die Stadt Bamberg mitteilt. Das Filmteam ist angewiesen, betroffene Anwohnerinnen und Anwohner sowie Unternehmen und Einrichtungen rechtzeitig direkt zu informieren und die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten.
Über die gesamte Dauer der Filmarbeiten vom Montag, 1. September, 10 Uhr, bis Samstag, 6. September, 10 Uhr, ist der Parkplatz an der Schranne gesperrt. Ersatzparkplätze sind am Stephansplatz und am Vorderen Bach ausgewiesen.
Von Dienstag, 2. September, 7 Uhr, bis Donnerstag, 4. September, 18 Uhr, entfallen für die Produktion Parkplätze in der Memmelsdorfer Straße (Sackgasse beim Sandstein-Obelisk an der Siechenkreuzung) und in der Siechenstraße. Ersatzparkplätze sind in der Heiliggrabstraße, im Spiegelgraben und in der Siechenstraße ausgeschildert.
Von Dienstag, 2. September, 16 bis 19 Uhr, und Mittwoch 3. September, 9 bis 18 Uhr, ist in der Mittelstraße im Abschnitt zwischen Siechenstraße und Tocklergasse mit kurzfristigen Behinderungen für den Verkehr durch sogenannte Intervallsperrungen zu rechnen Dabei wird die Straße immer wieder für ca. drei bis fünf Minuten gesperrt, bis die jeweilige Filmsequenz gedreht ist. Zwischen den Szenen ist die Durchfahrt möglich.
Solche Intervallsperrungen wird es auch am Dienstag, 2. September, am Vormittag in der Bamberger Straße in Bug zwischen Oberer Leinritt und Rodelbahn sowie in der Straße „Galgenfuhr“ zwischen Parkplatz Galgenfuhr und Kreuzung Bughof geben.
Dreharbeiten auch im Sand
Ebenfalls wird im Sandgebiet gedreht Am Dienstag, 2. September, kann es von 11 bis 13 Uhr in der Unteren Sandstraße im Abschnitt zwischen Leinritt und Elisabethenstraße sowie in der Schrottenberggasse zu Verkehrsbehinderungen kommen. In diesem Zeitraum sind für die Dauer von maximal einer Stunde Intervallsperrungen von 3 bis 5 Minuten vorgesehen. Selbiges gilt von 13 bis 15 Uhr in der Oberen Sandstraße im Bereich Elisabethenplatz. Für die Dreharbeiten im Sand müssen Parkplätze Am Leinritt und in der Unteren Sandstraße gesperrt werden, Ersatzparkplätze finden sich Am Leinritt Höhe Kesselhaus.
Die Dreharbeiten werden am Donnerstag, 4. September, und Freitag, 5. September, in der Klosteranlage St. Michael fortgesetzt. Die Einfahrt zum Kloster ist an diesen Tagen für kurze Zeitintervalle gesperrt. Die gesperrten Parkplätze für Michelsberg und Ottobrunnen finden sich in der St.-Getreu-Straße und am Jakobsplatz. Am 4. und 5. September jeweils am Abend ab 20 Uhr werden kurze Sperrungen nötig für den Dreh von Filmsequenzen an der Kreuzung Michelsberg sowie der St.-Getreu-Straße bis Städtische Musikschule.
Von Donnerstag, 4. September, 10 Uhr, bis einschließlich Freitag, 5. September, müssen wegen der Dreharbeiten in der Unteren Sandstraße Parkplätze gesperrt werden. Ersatzparkplätze stehen Am Leinritt auf Höhe Stadtplanungsamt zur Verfügung.
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Region Bamberg schiebt 3,3 Millionen Überstunden – viele zum Nulltarif
NGG Oberfranken startet MdB-Appell gegen Abschaffung vom 8‑Stunden-Tag
Die Region Bamberg schiebt ordentlich Überstunden: Rund 1,9 Millionen Stunden haben Beschäftigte im vergangenen Jahr in Bamberg zusätzlich gearbeitet und im Landkreis 1,4 Millionen. Davon rund 1,75 Millionen Überstunden zum Nulltarif – ohne Bezahlung. Das geht aus dem „Arbeitszeit-Monitor“ hervor, den das Pestel-Institut im Auftrag der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) gemacht hat.
Allein in Hotels und Gaststätten in Bamberg leisteten Köche, Kellnerinnen, Barkeeper & Co. im vergangenen Jahr rund 41.000 Überstunden und im Landkreis rund 23.000. Das hat das Pestel-Institut auf Basis einer Auswertung der Bundesagentur für Arbeit ermittelt. Die Wissenschaftler haben dabei für die Region Bamberg bundesweite Durchschnittswerte von Arbeitszeiten in der Gastronomie herangezogen. Demnach waren 53 Prozent aller in Bamberg und im Landkreis geleisteten Überstunden in Hotels, Restaurants, Gaststätten und Biergärten unbezahlt.
Die Gewerkschaft warnt: Der Überstundenberg dürfte demnächst noch größer werden. Grund seien Pläne der Bundesregierung, die Arbeitszeit neu zu regeln: „Schwarz-Rot will eine wöchentliche Höchstarbeitszeit und den 8‑Stunden-Tag abschaffen. Betriebe könnten von ihren Beschäftigten dann verlangen, auch zehn, elf oder in der Spitze sogar 12 Stunden und 15 Minuten pro Tag zu arbeiten“, sagt Rainer Reißfelder von der NGG Oberfranken.
Die NGG Oberfranken schlägt Alarm: Schon jetzt betrage die maximale Arbeitszeit 48 Stunden pro Woche. In der Spitze seien sogar 60-Stunden-Wochen möglich. „Das sind Extrem-Arbeitswochen. Selbst wenn so ‚Hammer-Wochen‘ innerhalb eines Vierteljahres ausgeglichen werden müssen. Doch noch schlimmer wird es, wenn die Bundesregierung jetzt tatsächlich ans Arbeitszeitgesetz Hand anlegt und den 8‑Stunden-Tag kippt. Dann würde nämlich nur noch das europäische Recht ein Wochen-Limit für die Arbeitszeit setzen. Und das wäre brutal: Arbeitgeber könnten ihre Beschäftigten dann sogar zu 73,5‑Stunden-Wochen verdonnern – nämlich zu sechs Tagen à 12 Stunden und 15 Minuten im Job. Das wäre fast das doppelte Wochen-Pensum von heute – und damit Arbeitszeit-Stretching pur“, so Reißfelder.
Der kommissarische Geschäftsführer der NGG Oberfranken macht seinem Ärger Luft: „Viele Arbeitgeber würden das hemmungslos ausnutzen. Es drohen dann völlig überladene Arbeitswochen, bei denen man die Stunden, in denen man nicht schläft, fast komplett im Job oder auf dem Weg zur Arbeit verbringt. Das macht Menschen dann aber fix und fertig. Außerdem würde dabei ein Riesenberg an Überstunden auflaufen. Und ans Abfeiern der Überstunden ist sowieso nicht zu denken – bei dem Fachkräftemangel, der eigentlich überall herrscht.“
Der kommissarische Geschäftsführer der NGG Oberfranken spricht von einem „Arbeitszeit-Monopoly“ der Bundesregierung: „Das ist wilde Zeit-Zockerei. Für Beschäftigte bedeutet das: Arbeiten bis ans Limit – und darüber hinaus“, so Reißfelder. Er hat dabei die Gesundheit der Beschäftigten im Blick, aber auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf: „Nach acht Stunden Arbeitszeit steigt die Gefahr von Arbeitsunfällen rasant an. XXL-Arbeitstage bedeuten auf Dauer eine Belastung für den Körper und für die Psyche: von Herz-Kreislauf- und Stoffwechsel-Erkrankungen bis zum Burnout“, so Reißfelder.
„Noch mehr Flexibilität ist gar nicht nötig“
Außerdem im Fokus der Gewerkschaft: Wer die Familie, den Beruf und die Pflege von Angehörigen unter einen Hut bringen müsse, brauche vor allem eines – planbare und verlässliche Arbeitszeiten. Und die müssten auch zu den Betreuungszeiten von der Kita und vom Hort passen. „Denn wer holt die Kinder dort ab, wenn die Schicht zwölf Stunden geht?“, fragt Reißfelder.
Die geplante Aufweichung des 8‑Stunden-Tages gehe in die falsche Richtung. Schon heute jonglierten Familien zwischen Job, Kinderbetreuung oder der Pflege von Angehörigen. „Längere Arbeitstage verschärfen die Probleme und verhindern eine gerechte Verteilung von Erwerbsarbeit, Kinderbetreuung und Pflege. Denn obwohl sich viele Väter wünschen, mehr Zeit mit ihren Kindern zu verbringen, wird durch noch längere tägliche Arbeitszeiten das Alleinverdienermodell gestärkt“, warnt Rainer Reißfelder. Anstatt das Fachkräftepotential von Frauen zu nutzen, verhinderten XXL-Schichten eine echte Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Die NGG Oberfranken nennt dazu auch Zahlen: So werden aktuell 61 Prozent aller Teilzeit-Jobs in Bamberg und 73 Prozent im Landkreis von Frauen gemacht. Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf Angaben der Arbeitsagentur. Reißfelder appelliert daher an die Bundestagsabgeordneten aus Bamberg und der Region, dem „Herumschrauben am Arbeitszeitgesetz in Berlin einen Riegel vorzuschieben“. Schon jetzt seien flexible Arbeitszeiten im Rahmen des Arbeitszeitgesetzes und durch Tarifverträge, die die NGG abgeschlossen habe, für viele Beschäftigte Alltag. „Noch mehr Flexibilität ist gar nicht nötig“, so Reißfelder.
Außerdem ersetzten 10- oder 12-Stunden-Tage keine fehlenden Fachkräfte. „Gute Arbeitsbedingungen, bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, systematische Qualifizierung und mehr Ausbildung. Das sind die richtigen Hebel für mehr Fachkräfte. Verschiebereien bei der Arbeitszeit sind nichts anderes als das Löcherstopfen bei einer zu dünnen Personaldecke“, so Rainer Reißfelder.
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Bundespolizeiaus- und ‑fortbildungszentrum Bamberg
204 Polizeimeisterinnen und Polizeimeister ernannt
Nach zweieinhalb Jahren polizeipraktischer Ausbildung im Bundespolizeiaus- und ‑fortbildungszentrum (BPOLAFZ) Bamberg haben 204 junge Frauen und Männer die Laufbahnprüfung des mittleren Polizeivollzugsdienstes erfolgreich abgeschlossen.
Aus diesem Anlass wurden sie am gestrigen Freitag, 22. August, feierlich ernannt und im Beisein ihrer Angehörigen und zahlreicher Ehrengäste aus der Stadt Bamberg und der Politik verabschiedet.
Die Zeremonie wurde durch das Bundespolizeiorchester München musikalisch begleitet. Die Jahrgangssprecher, Polizeimeister Nawid Mohammad Khani und Polizeimeisterin Ophelia Bellem gaben in ihrer Rede einen kurzen Einblick in die zurückliegende Ausbildungszeit und bedankten sich bei Polizeidirektor Jürgen Miketiuk und seinem gesamten Team für die prägenden Jahre in Bamberg.
Als Lehrgangsbeste wurde Frau Vanessa Leiter ausgezeichnet und zur Polizeimeisterin ernannt. Im Rahmen seiner Festrede gratulierte Polizeidirektor Jürgen Miketiuk allen Absolventinnen und Absolventen zum erfolgreichen Bestehen der Laufbahn und betonte an dieser Stelle, froh und stolz zu sein, dass jede und jeder Einzelne für die innere Sicherheit in Deutschland eintreten werde.
Im Freistaat Bayern verbleiben 45 Prozent der Polizeimeisterinnen und Polizeimeister. Der Frauenanteil des Jahrgangs beträgt 34 Prozent. Seit Beginn des Ausbildungsbetriebes im September 2016 haben nunmehr 5151 Polizistinnen und Polizisten ihre Ausbildung in Bamberg erfolgreich beendet.
Das Bundespolizeiaus- und ‑fortbildungszentrum (BPOLAFZ) Bamberg ist fachlich der Bundespolizeiakademie in Lübeck nachgeordnet. Es ist das Größte der sieben Aus- und Fortbildungszentren der Bundespolizei. Seit dem 1. September 2016 wurden bereits 5151 Polizistinnen und Polizisten ausgebildet und an die Einsatzdirektionen im gesamten Bundesgebiet übergeben. 729 Stammkräfte ermöglichen den Ausbildungsbetrieb von aktuell rund 1890 jungen Männern und Frauen.
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Senken der Gastro-Steuer
„Kein ‚Schnitzel-Rabatt‘ in Bamberg zu erwarten“
Kein „Schnitzel-Rabatt“: Das Essen in Gaststätten und Restaurants in Bamberg wird nicht günstiger. Auch dann nicht, wenn die Umsatzsteuer Anfang nächsten Jahres wieder von 19 auf 7 Prozent sinkt. Davon ist die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) überzeugt.
„Kein Wirt und kein Restaurant-Chef wird zum 1. Januar 2026 neue Speisekarten drucken. Jedenfalls nicht, um die Preise zu senken“, sagt Rainer Reißfelder. Der kommissarische Geschäftsführer der NGG Oberfranken ist „mehr als skeptisch“, wenn es um die von der schwarz-roten Bundesregierung geplante Senkung der Gastro-Steuer zum Jahreswechsel um 12 Prozent geht.
„Wer hofft, dass damit auch Schnitzel, Gulaschsuppe, Kaiserschmarrn & Co. billiger werden, der hat die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Gastronomen werden viele fadenscheinige Gründe finden, warum sie die 12 Prozent dringend brauchen – und zwar für den Betrieb, für sich selbst“, so Reißfelder.
„Hohe Energiekosten“ seien dabei das „Standard-Totschlag-Argument“ der Branche. Und natürlich die Lohnkosten: „Wirte und Restaurantchefs werden garantiert mit dem Mindestlohn argumentieren. Der steigt nämlich ausgerechnet zum 1. Januar auf 13,90 Euro – also um 1 Euro und 8 Cent pro Stunde. Dabei ist das gerade einmal die Hälfte von dem, was ein Wirt schon an einem einzigen Schnitzel zusätzlich verdient, wenn die Steuersenkung kommt“, sagt der Gewerkschafter.
Ganz abgesehen davon, dass Rainer Reißfelder vom niedrigen Mindestlohn in der Branche ohnehin nichts wissen will: „Wirklich fair ist nur der Tariflohn. An den sollten sich die Gastronomen in Bamberg halten. Spätestens dann, wenn die Wirte die Steuersenkung im Januar nicht an die Gäste weitergeben, können sie sich nicht mehr herausreden: Dann ist nämlich genug Geld für einen Lohnzuschlag da – für den Koch genauso wie für die Kellnerin.“
Die NGG Oberfranken appelliert schon jetzt an die Gäste von Hotels, Restaurants und Gaststätten in Bamberg, sich die Preise für einzelne Gerichte genau zu merken. „Was das Lieblingsgericht kostet, weiß jeder. Aber auch ein Foto von der Speisekarte ist natürlich ideal, um dem Wirt oder Restaurant-Chef im Januar auf den Zahn zu fühlen, wenn die Preise dann noch genauso hoch sind wie heute“, sagt Rainer Reißfelder.
Er rät Gästen, dann „gezielt und offensiv nachzuhaken, wie viel vom Mehrwertsteuer-Geschenk beim Personal in der Küche und im Service angekommen ist“. Die entscheidende Frage dabei sei: „Wo sind die 12 Prozent geblieben?“, so Reißfelder. Das sei schließlich erlaubt und vor allem in den Restaurants angebracht, die „auch sonst ständig die Preise nach oben schrauben“.
Der kommissarische NGG-Geschäftsführer setzt damit auf „moralischen Gastro-Druck“: „Nur, wenn die Gäste höflich, aber hartnäckig und vor allem systematisch beim Restaurantbesuch nachfragen, besteht wenigstens die Chance, aus der Mehrwertsteuersenkung keinen 100-Prozent-Mitnahmeeffekt für Wirte in Bamberg zu machen.“ Vor allem sollten sich die Gäste dabei auch nach einem Lohn-Plus für die Beschäftigten erkundigen.
Gelegenheiten für den „Gastro-Steuer-Check“ gebe es schließlich mehr als genug: Immerhin bieten in Bamberg knapp 260 gastronomische Betriebe, in denen rund 2.480 Beschäftigte arbeiten, Herzhaftes und Süßes, Warmes und Kaltes zum Essen an, so die NGG. Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf Zahlen der Arbeitsagentur.
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Es geht nur gemeinsam!
„Freund statt fremd“ feiert sein 10-jähriges Jubiläum
Im Jahr 2019 belegte der Verein „Freund statt fremd“ den 1. Platz bei „Helden der Heimat Oberfranken“, einer Initiative der Adalbert-Raps-Stiftung. Jetzt wurde der Verein zehn Jahre alt, und die Engagierten zeigten am Grünen Markt in Bamberg, wofür der Verein steht: Respekt und Vielfalt.
Als 2015 die vielen Menschen mit den Zügen in Bamberg einrollten, verspürte Simone Oswald den Drang: „Ich muss jetzt mithelfen.“ Heute ist sie Vorstandsmitglied in einem gewachsenen Verein, der einmal ganz klein startete. Die Anforderungen seien inzwischen andere, man müsse sichtbar bleiben und zeigen: Es geht auch anders. „Die Begegnungen mit den Menschen machen mich glücklich“, sagt Simone Oswald, die sich mit vielen weiteren Ehrenamtlichen um Menschen mit Migrationshintergrund in Bamberg kümmert. Natürlich laufe nicht immer alles reibungslos, aber „ich schaue mir jeden Menschen an und mache mir mein persönliches Bild“, pauschale Vorurteile würden im Miteinander nicht weiterhelfen.
Der Kreis der Helfenden und Mitwirkenden ist groß geworden, das zeigte sich in der Fußgängerzone ganz deutlich. Ein attraktives Programm bis in die Nacht hinein haben die Organisatoren zusammengestellt, darunter Gesangs- und Tanzvorführungen, musikalische Einlagen, Gedichte und Theatervorführungen. „Ihr steht für zehn Jahre Menschlichkeit in dieser Stadt“, sagt Mitra Sharifi Neystanak vom Migrantinnen- und Migrantenbeirat der Stadt Bamberg in ihren Grußworten. „Ihr bietet eine ausgestreckte Hand, ein offenes Herz und Freundschaft.“
Alltagswissen auf einmal entwertet
Es kämen Menschen nach langer Flucht und fernab von allem, was ihnen vertraut war, nach Bamberg. „Freunde, Familie, Bilder, Gerüche, alles ist anders und das Alltagswissen auf einmal entwertet“, sagt Mitra Sharifi. „Freund statt fremd“ habe alle Menschen zusammengebracht und über sich hinaus wachsen lassen, Flucht und Schicksale seien nicht abstrakt geblieben. Dabei seien Migranten keine Engel und auch keine Superbürger. „Es sind Menschen, die Schutz und Frieden suchen, und die große Mehrheit stützt diese Gesellschaft mit, leistet Beiträge zur Rente, zu Wirtschaft und Kultur.“ Wichtig sei dabei ein Miteinander auf Augenhöhe.
Projekte zur Unterstützung
Und genau das bietet „Freund statt fremd“ in zahlreichen Projekten. Ob Ankerzentrum, BAmigra, Frauenpower oder die Blaue Frieda als Herzstück des Vereins und Ort der interkulturellen Begegnung – die Ehrenamtlichen sind vielseitig engagiert und bieten auch Hilfe zur Selbsthilfe. So etwa beim neuen Projekt „WoFA – Wohnraum für alle“ in Kooperation mit der evangelischen Kirche in Bayern. „Wir wollen Menschen mit Migrationshintergrund befähigen, sich auf dem Wohnungsmarkt sicher zu fühlen und sich zurechtzufinden“, erklärt Hubertus Schaller, Koordinator für die Arbeit mit Geflüchteten im evangelischen Dekanat Bamberg. Dabei gehe es um das Finden einer Wohnung, Mietverträge, Hausordnung bis hin zur Kündigung. „Menschen mit ausländischen Namen oder Aussehen tun sich oft schwer, eine Wohnung zu finden“, sagt er. Da gebe es durch die Unterstützung des Projekts einen wichtigen Vertrauensvorschuss.
Die Arbeit wird schwieriger
Simone Oswald blickt gerne auf die letzten zehn Jahre ihres Engagements zurück. „Ich würde es wieder so machen, denn wenn ich nicht anfange, wie kann ich das dann von anderen erwarten? Ich muss dagegen halten.“ Sorge macht ihr derzeit jedoch die Stimmung in der Gesellschaft, und auch die Zukunft der großen Projekte bereiten ihr Bauchgrummeln. „Die Arbeit wird schwieriger, und drei unserer großen Förderprojekte laufen bis Ende 2026.“ Der Gedanke daran, dass künftig eventuell weniger gefördert werde, beschäftige die Engagierten im Verein sehr. „Wir hoffen einfach, dass die Leute merken, wie wichtig diese Arbeit ist“, sagt sie mit einem Blick auf die Politik.
Der zweite Bürgermeister Jonas Glüsenkamp jedenfalls betonte die Bedeutung von „Freund statt fremd“ für die Stadt Bamberg: „Ohne den Verein keine Integration, kein Ankommen von Menschen, und wir reden hier über Menschen, die selbstverständlich Teil unserer Stadt sind, in Firmen arbeiten, Schulen besuchen.“ In der Kooperation mit „Freund statt fremd“ herrsche eine „Hands-on-Mentalität“, die der Gesellschaft als Beispiel dienen könne. „Es geht letztendlich nur gemeinsam. Wir müssen die Herausforderungen anpacken und in einem Geist lösen, der vermittelt: Wir kriegen das untereinander hin.“ Das gelte für viele Bereiche der Gesellschaft.
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Großer Einsatz für den Wirtschaftsstandort Oberfranken
IHK würdigt langjährige Prüferinnen und Prüfer aus Stadt und Landkreis Bamberg
101 Prüferinnen und Prüfer hat die IHK für Oberfranken Bayreuth für ihre jahrzehntelange ehrenamtliche Prüfertätigkeit ausgezeichnet. Sie alle haben über 20, 30 und teilweise sogar 40 Jahre hinweg die berufliche Bildung in Oberfranken bereichert, unzählige Stunden ihrer Zeit ehrenamtlich investiert und mit ihrem jahrelangen Engagement die Aus- und Weiterbildung in der Region gestärkt, sagte IHK-Präsident Dr. Michael Waasner.
Zu den geehrten Persönlichkeiten aus Stadt und Landkreis Bamberg gehören für 20 Jahre Herbert Grimmer, Bruno Maierhöfer, Claus Dieter Hofmann, Nikolaus Motschenbacher, Bernhard Zenk, Bernhard Müller, Marlies Stürmer-Baum sowie Michael Zöberlein, für 30 Jahre Harry Berner, Gisela Hofmann, Bernhard Röder und Lieselotte Straub, sowie für 40 Jahre Raimund Bähr.
„Sie haben Großes geleistet für die Zukunft unserer Wirtschaftsregion“, so der IHK-Präsident. Qualifizierte Nachwuchsfachkräfte seien Voraussetzung für wettbewerbsfähige Unternehmen. „Es ist das Verdienst aller Prüferinnen und Prüfer, dass die berufliche Aus- und Weiterbildung hierzulande einen so guten Ruf genießt.“
Ehrenamtliches Engagement sei immer eine Leistung. Über so viele Jahre hinweg ausgeübt, sei das Ehrenamt aber schon ein besonders herausragendes Verdienst, so IHK-Hauptgeschäftsführer Wolfram Brehm. Er bedankte sich bei den Geehrten für deren große Einsatzbereitschaft.
Dr. Waasner nutzte die Gelegenheit auch, um für die Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer Bildung zu werben. Nicht allein ein Studium führt zum Erfolg, sagte der IHK-Präsident und warb für die erfolgreiche Kampagne #könnenlernen der IHKs in den sozialen Medien, in der Jugendliche über ihre Berufsausbildung berichten. Nicht zuletzt sei die berufliche Bildung einer der größten Hebel gegen den Fachkräftemangel und punkte durch ihren hohen Praxisbezug.
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Zusammen für die Zukunft
Erster Gastro-Gipfel in Bamberg
An die 40 Gastronomen aus Bamberg kamen am letzten Juniabend im Kleinstadthafen im Bamberger Sandgebiet zusammen, um sich mit Stadtrat Sebastian Niedermaier und Bundestagsabgeordnetem Andreas Schwarz auszutauschen. Das Thema: Nichts weniger als die Zukunft der Gastronomie in Bamberg.
„An dem guten Zuspruch unseres ersten „Gastro-Gipfels“ kann man erkennen, wie wichtig es für alle Beteiligten ist, sich auszutauschen“, leitete der Bundestagsabgeordnete Andreas Schwarz ein. „Vieles brennt unter den Nägeln und wir wollen uns dessen in Bund und Kommune annehmen. Deshalb haben Stadtrat Sebastian Niedermaier und ich heute ein offenes Ohr für alle Anliegen“, so der Abgeordnete.
Fachkundige Unterstützung holten sich die beiden SPD-Politiker bei Monika Kaiser von der IHK Oberfranken und Florian Rose (DEHOGA Oberfranken). Souverän durch den Abend führte der Gundelsheimer Bürgermeister Jonas Merzbacher, selbst auch ein Kenner der Branche.
„Unser Anliegen ist es heute, die Probleme zu benennen, zu sammeln und Lösungsansätze zu finden, damit wir nicht länger nach dem Feuerlöschprinzip arbeiten, sondern vor die Welle kommen“, betonte Sebastian Niedermaier.
Als wichtige Rahmenbedingung für eine starke und zukunftsfähige Gastronomie in Bamberg nannten die Wirte beispielsweise eine bessere Transparenz bei den Entscheidungen der Stadtverwaltung zur Gastronomie. Ebenso brauche es einheitliche Regelungen bezüglich des Ausschankschlusses für definierte Bereiche in der Bamberger Innenstadt.
Insgesamt, so der einhellige Tenor, wünsche man sich einen Austausch mit der Stadtverwaltung auf Augenhöhe und mit einem Blick auf die Lebenswirklichkeit der Menschen.
Am Ende des ersten Gastro-Gipfels ist klar: Es gibt Herausforderungen, die sich am besten gemeinsam lösen lassen. Daher wird dieser Gastro-Gipfel nicht der letzte gewesen sein. Neben einer engeren Vernetzung zwischen den Gastronomen und den anwesenden Politikern wurde bereits der nächste Termin in vier Monaten abgemacht. „Wir werden auf jeden Fall im Austausch bleiben“, ist sich Sebastian Niedermaier sicher. „Unsere gastronomischen Betriebe sind ein Schatz für das Leben in der Innenstadt. Diese müssen wir unterstützen, wo wir können.“
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Nonstop von Bamberg zum Gardasee
Eine Alpenüberquerung – per Rennrad und sozial
Der eine ist 33, der andere 44. Beide sind Freunde. Beide sind Sportler. Und beide haben dasselbe Ziel. Eine Alpenüberquerung. Und sie handhaben es wie Hannibal, der karthagische Heerführer. Na ja … fast so. Denn Max Minges und Thomas Scholz haben sich anstelle von Elefanten fürs Rennrad entschieden. Am kommenden Donnerstag, dem 4. Juni, brechen die beiden auf. Neben dem sportlichen Ziel verfolgen sie auch einen sozialen Zweck. Die Spenden, die sie mit diesem Unterfangen akquirieren, fließen in die Hospizarbeit für Kinder und Jugendliche in Bamberg.
Gute 2250 Jahre nach Hannibal gibt es andere Gründe und Fortbewegungsmittel, um übers Gebirge zu kommen. Trotzdem spielt Hannibal eine Rolle beim Vorhaben des Bambergers und des Umland-Bambergers.
„Hannibal kam aus Richtung Spanien, wir aber aus genau der entgegengesetzten. Genaugenommen aus Bamberg“, erklärt Max, der 33-Jährige, die Gedankenkette, die zur Namensgebung ihres anberaumten Alpenrennrad-Cross führte. „Und wir reiten nicht auf unseren 37 Kriegselefanten“, ergänzt Thomas mit einem Schalk im Blick, „sondern auf unseren zwei Friedensrennrädern.“ Trotz ein paar Unterschieden animierte der karthagische Heerführer mit seiner im Jahre 218 v. Chr. stattgefundenen legendären Alpenüberquerung die beiden Radsportler, ihrem Projekt seinen Namen zu leihen. „‚Alpenüberquerung‘ – so heißen die meisten Radprojekte dieser Art. Das fanden wir richtig langweilig“, so Max. Warum also nicht in der Historie kramen? HANNIBAL! Mit dem Namen war auch gleich ein kleiner Kinderstempel mit Elefantenkopf gefunden, der optisch genau passte. Ausprobiert, losgestempelt, vergrößert und mit einem Schriftzug befüllt: HANNIBAL, darunter ALPENCROSS. Das Logo war schon einmal kreiert, der viel wichtigere Wille samt Sportgeist ohnehin vorhanden und die guten Ideen ebenfalls im Gepäck – wohlgemerkt im leichten, eben in der Art, wie es Rennradsportler brauchen. ‚Zwei Freunde. Zwei Fahrräder. Ein Ziel.‘ – so ihr Slogan. Max und Thomas, die beiden Radfreunde, haben Großes vor.
Im Klassenverband für einen guten Zweck
„Unser Projekt, also die anstehende Radreise, das ist wie …“, Max überlegt kurz, „… ja, jetzt habe ich es: Das ist wie eine Klassenfahrt!“ Diesem Gedanken nachhängend schaut er in die Ferne, während Thomas begeistert beipflichtet: „Genau, Klassenfahrt – der Begriff ist gut. Er kommt dem Kern unseres Vorhabens sehr nahe.“ Warum plötzlich von einer Klassenfahrt sprechen, wollen die beiden doch sportiv die Alpen überqueren? Natürlich werden Max und Thomas nicht allein aufs Gradewohl losfahren, sondern von einem Team begleitet. Beiden gefällt aber die Bezeichnung ‚Klassenfahrt‘ anstelle von ‚Team‘ nur zu gut. Denn – ein bisschen ihr Licht unter den Scheffel stellend – möchten sie gar nicht zu sehr von sportlicher Höchstleistung oder Herausforderung sprechen, sondern vom Charakter des Gesamtprojektes. Und das ist für sie zunächst einmal eine Klassenfahrt, die obendrein noch einem guten Zweck dient. Um das zu verstehen, muss man aber zunächst einmal wissen, um was es eigentlich genau geht.
Am 4. Juni werden Max und Thomas mit ihren Rennrädern von Bamberg aus aufbrechen. Die Fahrt führt über München bis zum Brenner und endet schließlich am Gardasee. Das alles passiert ohne Pause in einem Stück – insgesamt 630 Kilometer. In möglichst 24 Stunden, höchstens aber 30 wollen die beiden die Strecke geschafft haben. An jenem besagten Juni-Mittwoch wird Oberbürgermeister Andreas Starke um 14 Uhr den Startschuss vor dem Kinder- und Jugendhospiz Sternenzelt in der Lobenhofferstraße 10a abgeben. Und dann geht’s los.
Der Startpunkt ist nicht zufällig gewählt, denn diese ganze Aktion hat einen tieferliegenden Hintergrund. HANNIBAL Alpencross ist ein Charity-Projekt, mittels dessen die beiden Freunde Spenden für die Hospizarbeit für Kinder und Jugendliche in Bamberg sammeln. „Wir sind nicht darauf aus, dass uns alle auf die Schulter klopfen und staunen, wie sportlich das Ganze ist. Wir wollen etwas sozial Sichtbares tun, damit Geld im Spendentopf für diejenigen landet, denen es nicht so gut geht.“ Darauf hinzuweisen, ist Thomas und Max extrem wichtig.
Vom sportlichen Ereignis zur sozialen Idee
Wenn Max und Thomas über ihr Vorhaben sprechen, sehen sie sich nie lediglich als das Paar, die durch Tag und Nacht, durch Wind und Wetter, bergauf und bergab fahren. Sie sehen immer auch deutlich ihre Mannschaft um sich herum, ihre ‚Klasse‘. „Natürlich steht auch ein Wettkampfgedanke hinter dem Alpencross, aber wir möchten dem Vorhaben einen anderen Anstrich geben, es ambitionierter betreiben als ‚nur‘ sportlich“, meint Thomas.
Über Freunde und als Mitwirkender kennt Thomas den Toy Run Bamberg, der als riesiger Motorrad-Korso für den ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst im Hospizverein Bamberg und das stationäre Kinder- und Jugendhospiz Sternenzelt in Bamberg Ausfahrten organisiert und dadurch Spenden sammelt. Warum nicht selbst einmal derartiges initiieren, nur eben als Radsportler?
Neben allem Sport ist es Thomas wichtig, soziales Engagement zu zeigen. Und was gibt es Besseres, als zwei Interessenslagen zu verknüpfen! So besprach er sich mit seinem Freund Max und stieß sogleich auf offene Ohren. HANNIBAL Alpencross war geboren, dessen Taufe in die Corona-Zeit fällt. So richtig groß geworden ist das Projekt seit letztem Sommer.
Die ‚Klasse‘ und ihre ‚Klassenfahrt‘
Weil eine Alpenüberquerung aber nicht nur extreme Sportlichkeit und – im wahrsten Sinne des Wortes – Sattelfestigkeit benötigt, sondern eine Unmenge an Planungen mit sich bringt, braucht man natürlich ein Team, was im Hintergrund die Fäden zieht – die bereits mehrfach erwähnte ‚Klasse‘. Ein, zwei Freunde waren von dem Vorhaben sofort begeistert und als Kräfte im Hintergrund mit von der Partie. So kam der Stein ins Rollen. Die Werbeagentur CMP und die Filmproduktionsfirma midnight productions ließen sich begeistern, ein Arzt folgte, schließlich ein Physiotherapeut wie auch ein Teammanager und last but not least die Verpflegungs-Crew. Diese Menschen, die hinter den verschiedenen Aufgaben stehen, planen die Vorbereitungen für die große Fahrt mit. Sie werden Max und Thomas auf ihrer Reise im Juni dann auch begleiten. Thomas ist immer wieder erstaunt, wie sich ‚so eine Klasse‘ finden und entwickeln kann. „Wie Dominosteine! Man braucht nur einen anzustupsen, gleich kommen die anderen Steine ins Rollen. Was mich daran berührt und begeistert, ist wiederum die Begeisterung der anderen. Diese trägt uns alle.“ Genau dieses Ineinandergreifen ist für das Event an sich, aber auch für die Spenden von großer Bedeutung.
Aus Menschen, die sich vorher nie begegnet sind, wird ein kooperativer Zusammenschluss, ein freundschaftlicher Zusammenhalt. Thomas noch einmal dazu: „Mittlerweile kennen wir uns richtig gut, machen zusammen Blödsinn, schmieden Pläne oder stifteten Ideen und fiebern dem Startschuss entgegen.“ Apropos Startschuss – wenn dieser am 4. Juni fällt, ist jeder, der die beiden losfahren sehen will, eingeladen, am Kinder- und Jugendhospiz die Abfahrt mitzuverfolgen. Auch ein Teil der Kinder und Jugendlichen aus dem Hospiz wird zuschauen können. Wem das bloße Gegucke zu wenig ist, kann sich auch engagieren. Es gibt die Möglichkeit, das erste Etappenstück – dieses geht maximal bis München – helfend zu begleiten. Der Triathlon-Verein IfA Nonstop Bamberg e.V. organisiert die Betreuung auf der ersten Wegstrecke und fährt auch Anlaufstellen unterwegs an, wenn Begleiter auf nur Teilstrecken mitkommen möchten und irgendwann unterwegs wieder zurückmüssen. Auch medial wird das Projekt bestens präsentiert: Federführend für die Werbeagentur CMP und midnight productions hat Simon Kelhetter schon im Vorfeld viele unterschiedliche Publicity-Aktionen gestartet. Sie werden auch während des HANNIBAL Alpencross mittels Live-Content und einer aktiven Social-Media-Präsenz alle Interessierten auf dem Laufenden halten.
Ziel von Max, Thomas und ihrer ‚Klasse‘ ist es, eine Summe von mindestens 5.000 Euro an die Hospizarbeit für Kinder- und Jugendliche in Bamberg übergeben zu können. „Mehr geht natürlich immer“, spornt Max alle an, die etwas Gutes tun wollen. Bis 4. Juli darf noch auf untenstehendes Konto oder über die Plattform betterplace.org/spenden/hannibalalpencross kräftig eingezahlt werden.
Kraft ist eine Komponente, Emotionen die andere
Haben sie schon ein bisschen Lampenfieber, die beiden Rennradfreunde? Max dazu: „Also, ich bin da eher der Entspannte.“ Obgleich er noch nie so lange im Stück per Rad unterwegs gewesen ist, hat er einige Alpenteilstücke – allerdings in Etappen – bereits befahren. Insofern kennt er auf der Wegstrecke viele Spots und freut sich, wenn er diese beim Passieren wiedererkennt. Und auch Thomas hat sich in seiner Vergangenheit vielen radsportlichen Herausforderungen gestellt. Im Zusammenhang mit dem kommenden Projekt sieht er sich vor seinem geistigen Auge als 13-Jährigen wieder, der mit seinem Vater ein paar Touren durch die Alpen unternommen hat. „Die Gegend gefällt mir einfach, zum Beispiel der Kalterer See oder Bozen sind wunderschön.“
Beide glauben, dass es eher der Ankunftsmoment am Gardasee sein wird, der sie berühren wird. „Wenn man körperlich geschafft ist, ist man auch sensibler und angreifbarer. Dann ist die letzte Kraft verbraucht. Etwas Großes liegt hinter einem. Und etwas ist auch zu Ende. Dann haben wir den Run geschafft, für uns genauso wie für den guten Zweck.“ Fast wirkt Thomas ein bisschen wehmütig. Aber schnell fasst er sich wieder und tut kund: „Ja – und danach kommt etwas Neues. Wir lassen uns auf alle Fälle ein Nachfolgeprojekt einfallen.“ Pläne scheinen die beiden genügend zu haben. „Etwas Konkretes gibt es zwar noch nicht, aber Fakt ist, dass wir an diese Aktion anknüpfen wollen“, ergänzt Max.
Nun gut – erst einmal eins nach dem anderen und das Ziel der Non-Stop Bamberg-Gardasee-Tour anvisieren! Dort wird es ein großes Hallo geben, wenn sich die beiden auf der Zielgeraden befinden. „Wir werden gebührend empfangen!“ Bei dieser Aussage ist Thomas kompromisslos selbstsicher. Nicht nur die Freundin von Max und die Frau von Thomas werden ihre Liebsten empfangen, sondern auch einige Harley-Fahrer aus der Toy Run-Motorradgruppe werden anwesend sein. Gut vorstellbar, dass ein lautes Knattern samt Hupkonzert die beiden ins Ziel eskortiert.
Durch dick und dünn dem Ziel entgegen
Für beide Freunde bedeutet Radsport etwas ganz Besonderes. Anspruchsvolles Rennradfahren ist etwas, das den puren Trainingscharakter weit übersteigt. Dass der HANNIBAL Aplencross in diese Kategorie fällt, daran besteht kein Zweifel. Mit diesem Hintergrund ist den beiden Freunden bewusst, dass sie viele physische und psychische Herausforderungen meistern müssen und auch werden.
Wenn sie auf ihren Fahrrädern sitzen, werde sie Hürden überwinden, Grenzen durchbrechen und Weite schaffen. So, wie die beiden auf ihren Probefahrten zusammengewachsen sind, werden sie mit viel Energie und im Schulterschluss aufwärts Serpentine für Serpentine in den Alpen bezwingen. Abwärts werden sie mitunter bei 60 Stundenkilometern einen kleinen Höhenflug erleben. Aber es kann auch sein, dass der Ora – der Südwind am Gardasee –sie fies beim schnellen Fahren stoppen wird. Sie werden sich mit konstant hohem Tempo die Nacht, die etwas eintönig werden kann, um die Ohren schlagen und diese schlussendlich hinter sich bringen. Wenn sie am Brenner sind, wird ihnen die Morgenröte ins Gesicht strahlen und gleichzeitig ihre Wadenmuskeln erwärmen. Sie werden gigantische Felsen und eine aufblühende Natur erblicken – wenn sie nicht zu konzentriert den Asphalt taxieren –, vielleicht auch ein Berg-Alpenglöckchen oder einen Frühlings-Enzian am Straßenrand. Manche der Naturereignisse werden ihnen Kraft rauben, andere Kraft geben. Ihre ‚Schulklasse‘ wird hinter ihnen stehen und da sein, wenn’s brennt oder zwickt. Sie wird der Welt von dem Run berichten und wenn ein gutes Wort vonnöten ist, werden sie damit nicht sparen. Irgendwann – das wissen Max und Thomas ganz genau – werden nicht nur ihre Beine müde sein, sondern auch ihr Kopf. Das ist gefährlich. Dann heißt es, wachsam bleiben. Und einer wird auf den anderen aufpassen oder der andere auf den einen. Sie werden sich gegenseitig Mut geben und sich munter halten. Trotz Erschöpfung, Abgespanntheit oder Wetterquerelen werden sie sich anspornen. Es geht um das Ziel, Riva del Garda am Gardasee. Nein, es geht darum, kräftig in die Pedale zu treten – für die betreuten Kinder und ihre Familien in der Hospizarbeit Bamberg!
Weitere Informationen zum Projekt unter
https://www.hannibal-adventures.com/
Kontonummer für Spenden
Hospizverein Bamberg e.V.
Stichwort: HANNIBAL
Sparkasse Bamberg
DE13 7705 0000 0000 0851 00
BIC: BYLADEM1SKB
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11. Bayerische Fachtagung Radverkehr widmete sich Strategien für eine gute Radverkehrsinfrastruktur
Radverkehrs-Experten tagten in der Fahrradstadt Bamberg
Eine gute und sichere Radverkehrsinfrastruktur ist ein wichtiger Baustein für die Verkehrswende. Diesem komplexen Thema widmete sich die 11. Bayerische Fachtagung Radverkehr unter dem Titel „RAD.INFRA.STRUKTUR“. Gastgeber der diesjährigen Tagung, die vom Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr (StMB) sowie der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern e. V. (AGFK Bayern) veranstaltet wurde, war die (Fahrrad-)Stadt Bamberg.
Rund 140 Gäste waren am 15. Mai der Einladung in die Kongress- und Konzerthalle Bamberg gefolgt, um sich bei Experten-Vorträgen und Fachforen zu informieren. Für die Stadt Bamberg erklärte Bürgermeister Jonas Glüsenkamp: „Damit unsere Städte auch in Zukunft lebenswert und attraktiv bleiben, müssen wir Mobilitätsbedürfnisse und Lebensqualität stärker in Einklang bringen. Der Radverkehr spielt hier eine ganz entscheidende Rolle, weil er als nachhaltige Mobilitätsform viele Kfz-Wege ersetzen kann.“ Glüsenkamp sprach vom Konzept der „15-Minuten-Stadt“, in der alles innerhalb einer Viertelstunde ohne Auto erreichbar ist. „Das verbessert die Lebensqualität und das Klima in der Stadt“, so der Bürgermeister.
Wie das gelingen kann, schilderte Baureferent Thomas Beese in seinem Vortrag, den er unter das Motto „Fahrradstadt Bamberg – von kleinen Schritten und großen Meilensteinen“ stellte. Anhand historischer und aktueller Bilder führte er den Gästen vor Augen, dass der Wandel von einer stark auf den Autoverkehr ausgerichteten Stadtplanung gerade in Bamberg von den Bürgerinnen und Bürgern selbst angestoßen wurde und getragen wird. In einer Stadt mit schmalen Straßen sind autofreie Wege und Plätze mit hoher Aufenthaltsqualität sowie Mischverkehrsflächen wichtige Lösungen. Die Ausweisung von Fahrradstraßen, der Ausbau der Wege-Infrastruktur für den Radverkehr, die Schaffung von qualitätsvollen neuen Fahrradstellplätzen oder die jüngst vollzogene Grünpfeil-Offensive nannte Beese als weitere Maßnahmen, die mit zu dem hohen Radverkehrsanteil in Bamberg beitragen: Mit 30 Prozent liegt dieser auf Platz Eins der 15 größten Städte in Bayern. Zu den „Meilensteinen“ zählte der Baureferent außerdem die (Fahrrad-)Stellplatzsatzung und das Fahrradparkhaus am Bahnhof.
Der Vorbild-Charakter der Stadt Bamberg zeigt sich auch in der Äußerung von Verkehrsminister Christian Bernreiter, der anlässlich der Fachtagung übermitteln ließ: „Unser Ziel ist, den Radverkehr in Bayern voranzubringen und den Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehrsaufkommen weiter zu erhöhen. Dazu setzen wir auf den konsequenten Ausbau der Radinfrastruktur für sichere und durchgängige Radwegenetze. Entscheidend ist dabei die enge Zusammenarbeit mit den Kommunen und wichtigen Akteuren des Radverkehrs. Das Rad verstehen wir als gleichberechtigtes Verkehrsmittel und setzen auf die Stärken aller Verkehrsträger.“